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Der Maler der fließenden Welt

3.6(58)
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About the book

In den 1930er-Jahren hat der Maler Masuji Ono seine Kunst in den Dienst der japanischen Expansionspolitik gestellt. Jetzt, nach dem Krieg, ist sein damaliger Patriotismus anrüchig geworden, und als seine Tochter heiraten will, wird seine politische Vergangenheit zur Belastung für die Familie. Seine Lebensbeichte offenbart ein heilloses Geflecht von Schuld und Irrtum und ist ein Läuterungsprozess, nach dem er nicht mehr derselbe sein wird wie zuvor. Kazuo Ishiguros eindringlicher, meisterhaft erzählter Roman über einen Künstler, der mit seiner Vergangenheit ringt, lässt das vom Krieg zerrüttete Japan der Nachkriegszeit wieder aufleben, ein Land im Umbruch, in dem verschiedene Lebensweisen um die Vorherrschaft kämpfen und ein Volk zwischen Tradition und Moderne nach einem neuen Lebenssinn sucht.

Editions (5)

ISBN9783896677020
PublisherBlessing
Publication Date03/15/21
Pages256

Reviews & Ratings

58 ratings

10 reviews

3.6

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  • 3.0

    Ruhig und trotzdem kraftvoll.

    Das war mein drittes Buch von Kazuo Ishiguro und es war gut. Der Schreibstil hat mir wieder sehr zugesagt, da man schnell durch die Seiten kam. Ich mag es, wie Ishiguro die Umgebung seiner Figuren beschreibt. Man kann sich alles sehr lebhaft vorstellen. In "Der Maler der fließenden Welt" geht es um den Maler Masuji Ono, der in den Dreißigerjahren mit seiner regimegetreuen Kunst Karriere machte. Doch nach Japans Niederlage im zweiten Weltkrieg ist sein Name in Verruf geraten. Nun muss sich Masuji in einer für ihn neuen Welt, einem neuen Japan zurechtfinden. Die Geschichte hat mich sehr interessiert, aber leider konnte sie meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Ich mochte die Stellen, in denen es um die japanische Kunst ging und auch die politischen Hintergründe jener Zeit waren interessant. Allerdings waren für mich die vielen Namen ein Problem. Sie haben dafür gesorgt, dass mein Lesefluss immer wieder ins stocken geriet. Trotzdem ist dieses Buch, meiner Meinung nach, sehr lesenswert. Kazuo Ishiguro schafft es immer wieder, durch seinen Schreibstil viel Tiefgang in seine Geschichten zu packen. Ein Zitat, dass mir am Besten gefallen hat, lautet:"Es ist schwierig, die Schönheit einer Welt zu schätzen, wenn man an ihrem Wert und ihrer Gültigkeit zweifelt."

    Jun 18, 2025

  • fred.k
    fred.k

    109 Followers

    5.0

    Melancholischer Generationenkonflikt im Japan der frühen 1950er Jahre

    Die Atmosphäre, die Ishiguro in seinen Büchern hervorruft ist eine ganz besondere, die mir so bisher bei keinem anderen Autor aufgefallen ist. Es ist eine Schwere, der gleichzeitig eine Sehnsucht innewohnt, die einen wünschen lässt, zur selben Zeit durch die Straßen Japans zu laufen wie die Protagonisten. Und das, obwohl das Land unter den Folgen des Krieges ächzt und einer Orientierungslosigkeit unterliegt. Es war für mich eines dieser Bücher, die einem im Gedächtnis bleiben und die ihre Melancholie mit Leichtigkeit auf den Leser übertragen, ohne dass es ein unangenehmes Lesen wird. Der Protagonist, der in seiner Tätigkeit als Maler propagandistische Werke zur Zeit der militanten japanischen Politik der 1930er und 1940er Jahre erschaffen hat, muss sich nach Kriegsende mit seinem Schaffen auseinandersetzen, als die jüngere Generation das Land nach dem verlorenen Krieg übernimmt und "säubert" . Der Protagonist, selber eher Mitläufer als überzeugter Kriegsfreund, rutscht ins gesellschaftliche Abseits, und seine Taten fallen auf das Ansehen der Familie zurück. Er selbst reagiert darauf mit Unverständnis und muss lernen, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Das Setting des Romans ist auch über die literarische Qualität hinaus sehr spannend, da sich auch parallelen zu Deutschland ziehen lassen. Auch hier musste sich eine Generation mit Fragen ihrer Kinder zu der Nazizeit auseinandersetzen. Auch hier musste ein zerstörtes und identitätsloses Land seinen Platz in der Welt wiederfinden, welches ein Opfer der Entwicklungen wurde, die es selbst zu verschulden hatte.

    Apr 16, 2023

  • pj.jedi.1410
    pj.jedi.1410

    398 Followers

    5.0

    Zwischen Erinnerung und fließender Welt - ukiyo

    Der Maler der fließenden Welt ist ein leises, tiefes Buch. Ishiguro erzählt von Ono, einem Maler, der im Nachkriegsjapan auf sein Leben zurückblickt – und dabei spürt, wie unzuverlässig Erinnerung ist und wie sehr sich Werte im Strom der Zeit verändern. Gerade die fließende Welt, diese schwebende, vergängliche Welt der Kunst und der Moral, zieht sich durch den Roman und macht ihn so besonders. Was bleibt? Was war richtig? Ishiguro stellt diese Fragen behutsam und ohne einfache Antworten. Ein kluges, fein nuanciertes Buch über Schuld, Wandel und das, was wir uns selbst erzählen. Der Roman zeigt, wie schwierig es ist, mit der eigenen Vergangenheit in einer sich verändernden Welt ehrlich umzugehen — und wie sehr wir dazu neigen, uns selbst zu entlasten. #DerMalerDerFließendenWelt #KazuoIshiguro #ErinnerungUndVergänglichkeit #FließendeWelt

    Jun 11, 2025

3 of 10 reviews

Author

About Kazuo Ishiguro

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt. Er erhielt 2017 den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt in London.

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