Lebensgeister

Lebensgeister

Softcover
3.546
TrauerbewältigungKitchenKünstlerLeben

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Description

Nach einem schweren Unfall und dem Tod ihres Geliebten ist Sayoko nicht mehr sie selbst. Sie hat Geheimnisse der unsichtbaren Welt erfahren. In der Tempelstadt Kyoto lernt sie das Leben so zu akzeptieren, wie es ist: voller Ungewissheiten und Rätsel, dem Tod immer nahe, ob man jung ist oder alt. Aber sie begreift auch, wie einmalig das Diesseits ist.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
160
Price
12.40 €

Author Description

Banana Yoshimoto, 1964 geboren, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie während ihres Studiums, sie jobbte nebenbei als Kellnerin in einem Café und verliebte sich dort in die Blüten der ›red banana flower‹, daher ihr Pseudonym. Ihr Debütroman verkaufte sich auf Anhieb millionenfach – ein Phänomen, dem man die Bezeichnung ›Bananamania‹ gab. Sie schrieb zahlreiche Bücher, die auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen erreichten.

Posts

8
All
4.5

Mein erstes aber definitiv nicht letztes Werk von Yoshimoto

Der Grund, warum ich Yoshimoto lesen wollte, war, dass ich nach Autoren gesucht habe, die im selben Genre schreiben wie Murakami. In dem Buch Lebensgeister kann ich allerdings kaum eine Brücke zu Murakami schlagen – eigentlich gar nicht. Für mich persönlich ist Murakami in seinem Fach der GOAT. Yoshimoto hat jedoch eine ganz eigene Art zu erzählen. Selbst die Passagen mit den Geistern fand ich nicht besonders magisch beschrieben, sondern eher nüchtern und beinahe rational. Das Buch handelt letztendlich davon, dass die Hauptprotagonistin ihren Freund verliert. Sie geraten in einen Autounfall, und der erste Satz des Buches lautet: „Als ich die Eisenstange bemerkte, die in meinem Bauch steckte, dachte ich: Verdammt, das sieht nicht gut aus. Ich werde sterben.“ Diesen Einstieg finde ich geradezu brillant. Wie kann man davon nicht gefesselt sein? Wie könnte das keine Neugier wecken, weiterlesen zu wollen? Das Buch ist in seiner Tragik zugleich sehr aufbauend, denn es zeigt nicht nur Leid, sondern auch Heilung. Es beschreibt den Weg der Hauptprotagonistin und wie ein Mensch damit umgeht, einen geliebten Menschen zu verlieren. Auf dieser Reise trifft sie immer wieder auf andere, die ebenfalls Verluste erlebt haben. Besonders schön finde ich die Idee, dass die Hinterbliebenen nicht die Geister ihrer eigenen Verstorbenen sehen können, sondern die von anderen. Diese erscheinen ihnen und sagen ihnen, dass sie gut aussehen – wodurch sie Trost erfahren und den Tod besser verarbeiten können. Auf knapp über 150 Seiten wird hier eine so schöne Geschichte erzählt, dass ich mich darauf freue, ein weiteres Werk von ihr zu lesen.

4

Ein sehr schönes Buch über den Tod, den Verlust eines Menschen ,die Trauerbewälrifunf und das Leben selbst. In typisch japanischem Erzählstil,den man mögen muss. Hab es sehr gemocht und fand es teils schon poetisch angehaucht. Eine junge Frau auf ihrem Weg den Verlust ihrer grossen Liebe zu verarbeiten und ihr eigenes Leben zu verstehen.

2

Nachdem Sayo bei einem Unfall dem Tod sehr nah war und ihr Freund sogar verstarb, ist sie eine verlorene Seele. Doch sie gibt nicht auf und kämpft sich zurück. Sieht die Welt anders, sieht sich selbst anders, denkt anders über das Leben. Sie schenkt dem Leser immer wieder kleine Weisheiten, hauptsächlich über das Leben (und den Tod). Als Leserin wurde ich mitgenommen, wie Sayo wieder ins Leben findet, Menschen findet, die ihr Halt geben & dass es mehr als nur amouröse Beziehungen gibt: nämlich Verbündete und Weggefährten. Meine 3 liebsten Zitate: 1.) Obwohl es keinen vorherbestimmten, sicheren Weg gibt, glaubte ich, mich stets auf einem solchen zu bewegen. […] Es genügte jedoch, nur einmal aus der Spur zu geraten - und schon blickt man mit Sehnsucht und Neid auf das Leben anderer. (S. 77) 2.) Jeder trägt im Leben seine kleine oder größere Bürde. Menschen, die ein dickes Fell haben und alles auf die leichte Schulter nehmen, erkennt man auf den ersten Blick. Komisch, sie erinnerten mich ein wenig an Roboter. Menschen dagegen, die ihre Bürde angenommen haben, strahlen Schönheit aus, sie sind feinfühlig und gewissenhaft. (S. 45) 3.) Überhaupt finde ich es jetzt viel schöner als früher, als ich noch hungrig und unersättlich war. Ein alltäglicher Moment wie dieser - hier der Kaffee, unsere Plauderei - bedeutet mir mehr als der Traum von einer romantischen Liebe. (S. 116 f.)

4

Ein melancholisches, leises Buch über den andauernden Kampf, nach dem Verlust eines geliebten Menschen wieder zurück ins Leben zu finden. Vielleicht zeitweise etwas zu spirituell für meinen Geschmack, dafür aber voll wunderbarer Beschreibungen von Kyoto, der für mich schönsten Stadt überhaupt.

4

Manchmal habe ich das Gefühl, Bücher suchen sich ihre Leser selber aus. “Lebensgeister” kommt mir zu einer passenden Zeit in die Hände,... Nach einem schweren Unfall und dem Verlust ihres Geliebten, versucht Sayoko wieder in ein normales Leben zurück zu finden. All ihre Pläne sind dahin, ein schönes Leben zu führen. Sayoko blickte kurzfristig in die Welt der Toten, traf ihren Großvater, der sie aber in die reale Welt zurück schickte. Seitdem ist alles anders. Die junge Japanerin kann Geister sehen. Was sie allerdings nicht verschreckt, sondern eher dazu bringt, sich mit dem Leben, der Liebe und den Beziehungen, auseinander zu setzen. Banana Yoshimoto schreibt locker vom Tod und den Erfahrungen, die ihre Hauptdarstellerin Sayoko durchleben muss. Mit leichter Feder beschreibt die Autorin das Trauma der Protagonistin und wie sie damit umgeht. Die Gefühle ihrer Hauptfigur sind teilweise so schön beschrieben, dass man immer wieder tief durchatmen muss und einfach nur genießt. Das gesamte Buch strotzt vor Lebensweisheiten und wunderschönen Beschreibungen. Die 160 Seiten sind eine wahre Wonne. Auch wenn es sich um ein schwieriges Thema, wie den Tod und das Leben, für die Zurückgebliebenen handelt, liest es sich sehr schnell und unterhaltsam. Banana Yoshimoto, die eigentlich Mahoko mit Vornamen heißt, zaubert mit ihren Worten lächelnde Gedanken. Was mir auch sehr gefallen hat, sind die Fußnoten des Übersetzer. Banana Yoshimoto, benutzt häufig japanische Begriffe, die wir Europäer nicht kennen (können). Thomas Eggenberg, scheint mir ohnehin ein passender Übersetzer, für dieses Buch.

3

„Lebensgeister“, der Titel passt perfekt. Dies ist das dritte Buch von Banana Yoshimoto, das ich gelesen habe. Ihre Geschichten sind recht kurz, aber intensiv und ich wusste bereits nach der Leseprobe, dass ich dieses Buch mögen würde. Wieder hat mir ihr ruhiger und melancholischer Schreibstil sehr gefallen. Sie schafft es Themen wie Tod, Liebe, Unglück, und sogar Geister so rational zu beschreiben, dass sie völlig normal wirken. Trotzdem ist ihr Schreibstil so gefühlvoll, dass sie es doch schafft den Leser damit zu berühren, ohne ihn jedoch wirklich mitzureißen. Vielleicht reisst es einen nicht mit, weil es alles ein bisschen pathetisch wirkt, vor allem zum Ende hin. Dennoch hat mir die Tiefgründigkeit, die dahinter steckt, gut gefallen. Der Tod spielt eine große Rolle in der Geschichte um Sayoko, aber es geht auch darum, wie die Hinterbliebenen danach weiterleben. Es ist ein Prozess, die Hauptpersonen müssen lernen, dass das Leben weiter geht. Doch nach einem schweren Verlust und einer Nahtoderfahrung ändert sich Sayokos Leben und auch sie als Person so stark, dass sie erst lernen muss nicht stehen zu bleiben, auch wenn sie es gerne würde.

3

Die Geschichte handelt von Sayoko, die bei einem Autounfall ihren Partner verliert und selbst schwer verletzt überlebt. Es geht um die Bewältigung ihrer Trauer und wie sie zurück ins Leben findet bzw. dieses wieder zu schätzen lernt. Auf diesem Weg begegnen ihr neue Menschen, lebendig und auch tot - Geister, die im Diesseits geblieben sind. Am Ende hat Sakoyo wieder zu sich selbst gefunden.

4

Ein melancholischer Roman, der nachdenklich macht und berührt, ohne zu nah zu gehen.

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