Das große Spiel
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Description
Auf Makatea, einst ein vergessener Fleck im endlos blauen Pazifik, soll die Gesellschaft der Zukunft entstehen. Über Umwege und Gezeiten finden auf der Insel vier Menschen zusammen, deren Schicksale nachhaltig mit dem des Planeten verknüpft sind: Evelyne Beaulieu, die in den Tiefen des Ozeans taucht, um das geheimnisvolle Spiel der Riesenmanta zu entziffern. Ina Aroita, die die paradiesischen Strände nach Materialien für ihre Skulpturen abwandert – doch schon lange schwemmt das Meer nur noch Plastikmüll an. Und der verträumte Büchernarr Rafi Young und der visionäre Computernerd Todd Keane, deren Freundschaft an dem kühnen Versuch zu zerbrechen droht, eine neue Welt zu erschaffen, um sich vor dem Untergang der jetzigen zu retten. Virtuos komponiert der große Erzähler Richard Powers die dringenden Fragen unserer Zeit – über die Auswirkungen der Klimakrise und die Hoffnung Künstlicher Intelligenz – zu einem fesselnden und zutiefst bewegenden Epos.
»Wohl kein anderer Autor ist in der Lage, naturwissenschaftliche und philosophische Themen literarisch so packend und stimmig zu verknüpfen wie der amerikanische Autor Richard Powers. (…) Aus Wissenschaft wird bei ihm Literatur, aus spröden Worten werden Sprachmelodien, (…) Algorithmen werden zu Poesie.« Radio 3/RBB , Frank Dietschreit
»Wer erzählt hier eigentlich? Die Antwort wird am Ende gegeben. Und ist einer der überraschendsten Twists in der jüngeren Literaturgeschichte.« STERN , Oliver Creutz
»›Das große Spiel‹ ist brillant, fesselnd und wichtig – und das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe!« Andrea Wulf
»Gibt es etwas, das Richard Powers nicht schreiben kann? Sein neuer Roman ist wie der Ozean. Groß und geheimnisvoll, voller Tiefe und Leben.« Percival Everett
»Eine außergewöhnliche Reise durch vier Leben, die auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind – absolut mitreißend, beunruhigend und doch voller Hoffnung.« Emma Donoghue
»Wäre Powers ein amerikanischer Autor des 19. Jahrhunderts, welcher wäre er? Wahrscheinlich Herman Melville mit ›Moby Dick‹. Seine Leinwand ist so groß.« Margaret Atwood
»Powers komponiert einige der schönsten Sätze, die ich je gelesen habe. Ich habe Ehrfurcht vor seinem Talent« Oprah Winfrey
Book Information
Author Description
Richard Powers, Jahrgang 1957, ist Autor mehrerer preisgekrönter Bestsellerromane, darunter sein hochgelobter Roman »Der Klang der Zeit« und »Das Echo der Erinnerung«, für den er 2006 den National Book Award erhielt. Für seinen Roman »Die Wurzeln des Lebens« wurde er 2019 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. 2021 erschien sein Roman »Erstaunen«, für den er auf der Shortlist für den Booker Prize und der Longlist für den National Book Award stand. »Das große Spiel«, mit dem er erneut für den Booker Prize nominiert wurde, ist sein aktueller Roman. Heute lebt Richard Powers in den Great Smoky Mountains der Appalachen.
Posts
"For every island is a canoe, and all the Earth is an island, living by the grace of the immence and slowly turning blue creature. This vote will be unanimous, and it will be heard around the world"
Wie von Richard Powers gewohnt, bringt er auch in seinem neusten Roman in eher romantisierter Art Naturbeschreibungen zusammen mit deren drohender Zerstörung, als auch technische Errungenschaften aus der Physik und anderen Wissenschaften. Und natürlich Informatik. So entsteht immer ein recht bunter Strauss an unterschiedlichen Themen, die ein guter Autor alle sehr plausibel zu einer fantastischen Geschichte verknüpfen kann. Powers ist definitiv so ein begabter, guter Autor. Hier geht es um die Ozeane, die man mit der Ozeanologin Evelyn ganz detailreich und farbenfroh erkunden darf. Gleichzeitig aber geht es um viel mehr, Freundschaft, Vergangenheit, Umweltzerstörung und Ausbeutung von Ethnien und schliesslich auch um Möglichkeiten und Chancen der AI sowie Demenz. Fast undenkbar, dies alles zusammenzubringen, Powers schafft dies aber natürlich, wenn der Leser auch lange Zeit fast im Ungewissen gehalten wird, wie all dies zusammenpassen soll. Es ist wieder der Twist, der am Schluss einlädt, die ganze Geschichte neu zu überdenken. Dies findet vor allem nach dem Ende des Romans statt und so wie die letzten Werke des Autors, «Die Wurzeln des Lebens» und vor allem auch «Erstaunen» werden die Geschichten noch lange in mir nachwirken. So sehr, dass man sie eigentlich nicht mehr vergessen kann. Genau dies macht für mich grossartige Literatur aus und ist leider inzwischen zur Seltenheit geworden. Dies Buch ist mit Sicherheit mein Highlight für 2024. Lesen!
Spannend und dabei sehr informativ
"Richard Powers: Das große Spiel" verknüpft die Leben von vier Menschen über die Jahrzehnte mit einer Vielzahl von wichtigen Themen, die in ungewohnter Vielzahl und Tiefe! behandelt werden: Ozeanologie, Computerspiele, KI, Schach und Go, das Leben und die Mythen der Bewohner Südpazifischer Inseln, Spieltheorie, Meeresbiologie, Rassismus, Kolonialismus etc. Das Buch ist sehr vielfältig und dabei immer spannend und gut geschrieben und am Ende laufen alle die losen Enden zu einem Punkt auf einer kleinen südpazifischen Insel zusammen und finden ein Happy End :)
"Ohne eure Liebe wird der Ozean sterben." "Wie alle glaubte ich, der Ozean sei unendlich und könne keinen Schaden nehmen. Ich habe mich geirrt." Ein Roman der die Geschichte von vier Personen miteinander verknüpft und uns mitnimmt auf die Reise durch deren Leben. Todd und Rafi, die unterschiedlicher nicht sein können, ist der eine doch weiß und privilegiert und der andere schwarz und benachteiligt, lernen sich auf ihrer Schule kennen. Durch ihre Leidenschaft für die Brettspiele Schach, aber vor allem ,das noch komplexere, Go, finden sie zusammen und werden unzertrennlich. So unterschiedlich wie ihre Herkunft, sind auch ihre Begabungen und Leidenschaften. Rafi, der verträumte Büchernarr und Todd, der Computernerd. Was hieraus entsteht, endet irgendwann in den Fängen der KI und auf der Pazifikinsel Makatea. Dem Pazifik und vor allem den darin lebenden Kreaturen hat Evie ihr Leben verschrieben. So unglaublich bildhaft und schön schildert der Autor diese Unterwasserwelt und ihre faszinierenden Geschöpfen, ich hätte noch 500 Seiten darüber lesen wollen. Alle Teile fallen in diesem Roman irgendwann an ihren richtigen Platz, einbezogen noch in die künstlerische Welt von Ina, die irgendwann anstatt aus Naturmaterialien, aus Plastikmüll ihre Skulpturen fertig. Denn, "das Wasser wird wärmer. Die großen Fische verschwinden. Plastik, Metall und Giftstoffe steigen in der Nahrungskette auf. Und das Schlimmste steht uns noch bevor... Ohne eure Liebe wird der Ozean sterben. " Ein wunderbares Buch, voller Schicksalsschläge, wundervollen Geschichten von den Tieren der Unterwasserwelt und dem Thema Internet, Computern und KI. Dieser Teil hat mir ein bisschen zu viel Platz eingenommen, was aber sicherlich daran liegt, daß ich von dem Naturbeschreibungen und den Menschen in dem Roman noch so viel mehr hätte erfahren wollen. Auch z. B. von der Lewy-Körper-Demenz, von der ich bisher noch nichts wusste und deren Beschreibung was da mit einem passiert, ich so bewegend empfand. "Die Terrorkommandos in meinem Gehirn kappten die Leitungen zwischen den Zellen und rissen mir stückweise meine Persönlichkeit heraus." Große Leseempfehlung für dieses komplexe Buch voller Schönheit und voller Blicke auf das Dasein auf diesem Planeten und ihren Lebewesen. "Wie unpassend, diesen Planeten die Erde zu nennen, wo er doch ganz klar der Ozean heißen müsste."
Mein Jahreshighlight
- mehrere Erzählstränge, Protagonisten und Zeitebenen kombinieren spannende Themen wie KI, Umweltschutz, Ozeanographie, Leben an einer amerikanischen Universität und auf einem Südseeatoll - man ahnt, das muss zusammen hängen - aber der Plot - Twist auf den letzten Seiten ist mega und hat mich mit voller Breitseite erwischt.
Ein schöner Roman, der mich wirklich bewegt hat und mir beim lesen viel Freude bereitet hat. Die sehr detaillierten Biografien der verschiedenen Protagonisten haben für eine starke Verbundenheit mit den Akteuren gesorgt. Auch die Kombination aus futuristischem Technikroman mit Rückblick auf die Entwicklung von Computern, dem spielerischen Aspekt mit Go und der Naturverbundenheit durch die Handlungen in den Ozeanen passen deutlich besser zusammen als ich es zunächst erwartet hätte. Lediglich das Ende hat mich leider etwas enttäuscht. Aber trotzdem sehr empfehlenswert.
Botschaft angekommen
Wenn es in unseren Zeiten ein schreibendes Gewissen gibt, dann trägt es den Namen Richard Powers. Es gab in den letzten Jahren kein heißes gesellschaftliches Eisen, das dieser Autor mit seiner intellektuellen Vielseitigkeit nicht angefasst hätte. Seine beruflichen Tätigkeiten als Lehrer an einer internationalen Schule in Bangkok und später als Programmierer sowie seine Studiengänge in Physik und Literatur waren neben seiner unbestreitbaren literarischen Begabung hervorragende Voraussetzungen, um naturwissenschaftliche und philosophische Themen für eine breite Leserschaft aufzuarbeiten. Erkenntnisse der Gehirnforschung und ihre psychologischen Implikationen zeigt er in „Das Echo der Erinnerung“ am Beispiel eines hirnverletzten Unfallopfers auf. In „Klang der Zeit“ verknüpft er seine Kritik am amerikanischen Rassismus und seine Sympathie mit der Bürgerrechtsbewegung geschickt mit einer Familiensage und breitet gleichzeitig seine fundierte Begeisterung zur Musik aus. In „Die Wurzel des Lebens“ kämpfen neun Protagonisten um den Schutz der Bäume vor Abholzung. Und nun „Das große Spiel“. Wieder hat sich Powers großen Themen verschrieben – der Rettung der Meere und der Künstlichen Intelligenz. Die Freunde Rafi und Todd kann während ihrer Studienzeit nichts trennen, vor allem die Begeisterung für geistig herausfordernde Spiele wie Schach und Go schweißt sie zusammen. Daran ändert sich auch zunächst nichts, als die Polynesierin Ina Aorita zu Rafis Freundin wird. Erst als Ina sich bei Todd eine Brust zum Ausheulen sucht, Todd kurz danach mit der Erfindung eines Internet-Spiels zum Multimillionär wird (Mark Zuckerberg dürfte Modell gestanden sein) und Rafi an der Idee finanziell partizipieren möchte, geht die Freundschaft in die Brüche. Parallel dazu schildert Powers den Lebenslauf der Ozeanografin und begeisterten Taucherin Evelyn, die sich bis ins hohe Alter in den Tiefen des Ozeans am wohlsten fühlt. Auf der Südsee-Insel Makatea kommt es zu einer Art Showdown, weil dieses polynesische Eiland als Sprungbrett und Basis für die Besiedelung des Ozeans durch überdimensionale Plattformen auserkoren wurde. Man merkt diesem Buch wie allen anderen Powers-Romanen an, dass hier ein Mann mit Sendungsbewusstsein unterwegs ist. Hier will jemand etwas bewegen, will aufzeigen, will Verständnis wecken, will aufwühlen, will aufrütteln. Powers selbst wollte Ozeanograf werden. Er brilliert mit einem exzellenten Fachwissen über die Weltmeere und ihre Bewohner, die einen ein ums andere Mal in den Bann ziehen. Er lässt seitenlang Fische, Plankton und Kraken auftreten, beschreibt ihre Farben, ihre Eigenarten, ihr Verhalten. Das Buch wird zum Ozean oder zumindest zum Aquarium. Da muss wohl auch dem letzten klar werden - diese Ozeane muss man retten und nicht noch weiter zerstören. Die Meere spielen ökologisch und flächenmäßig so eine große Rolle, das dieser Planet nach Powers eigentlich nicht „Unsere Erde“ heißen dürfte, sondern „Unser Ozean“. Und den gilt es mit allen Mitteln zu retten. Okay, Botschaft angekommen. Trotz des subtil erhobenen Zeigefingers kann Powers wie immer auch unterhalten. Genau das ist es ja, was einen mitzieht. Da sind die schön entwickelten Beziehungsgeflechte, die zwischenmenschlichen Konflikte, die scharf gezeichneten Charaktere. Manchmal wirken die Plots jedoch etwas hölzern, etwas zu sehr konstruiert, sodass man sich als (kritischer) Leser unweigerlich die Frage stellt, was Powers wohl beim Schreiben wichtiger war - die Story oder die Message. Allzu oft scheint das Manöver leider etwas zu durchsichtig. Da ist dann doch wieder der Lehrer Richard Powers, der für seine Schüler/ Leser den Stoff der heutigen Stunde in nette Geschichten gepackt hat. Aber das ist zugegebenermaßen ein Klagen auf hohem Niveau. Einen faktischen Kritikpunkt kann man dem Autor - sorry, Richard! - jedoch bei diesem Roman nicht ersparen. Leider kommen immer wieder verwirrende und/oder störende Logikfehler vor. Warum soll Rafi für eine in einem belanglosen Gespräch fallen gelassene Randbemerkung Rechtsansprüche auf Todd’s Gewinn haben? Und sehr abstrus: Eher nebenbei erwähnt Powers, dass Rafi und Evelyn eigentlich schon lange tot sind, bevor sich alle auf Makatea dann doch treffen. Lebendig? Tot? Alles Fiktion durch KI? Oder wie jetzt? Auch ein Globus namens Ozean kommt nicht ohne Logik aus und gerade davon hat eine KI manchmal mehr als ein enthusiastisch-idealistischer Autor.
"Du warst meine erste Liebe, und nun schenkst du mir meine letzte. Du hast mein junges Leben gerettet und Kurs aufs offene Meer nehmen lassen. Hier ist die Quelle, mein erstes und letztes Zuhause. Ich weiß jetzt, was der Tintenfisch sagt." Eine poetische und berührende Reise durch den Ozean und vier menschliche Leben, außergewöhnlich, erschreckend, fesselnd, geheimnisvoll- wunderschön und todtraurig. Richard Powers ist ein begnadeter sprachmächtiger Erzähler, der den Leser mitnimmt auf einen großen Tauchgang mit Walen, Haien, Rochen und all dem, was es im Meer zu entdecken gibt. Ich rate, bei der Lektüre Wikipedia geöffnet zu haben und die farbenfrohe Pracht der Unterwasserwelt direkt anzuschauen!😍
Schwer zu rezensieren, da in diesem Buch viel drin steckt. Im Großen und Ganzen geht es um das was der Mensch technologisch in der Lage ist und vor dem sich viele in der aktuellen realen Welt, sicherlich auch zu Recht, fürchten: Die KI. Andererseits führt es vor Augen woher der Mensch kommt mit seiner eigentlich tiefen Verbundenheit zur Natur, insbesondere zum Ozean, dem im Endeffekt alle Lebewesen entstammen. Das auch die Lebewesen des Ozeans über eine eindrucksvolle Intelligenz verfügen und der Mensch dabei ist diesen riesigen noch zu großen Teilen unerforschten Lebensraum zu zerstören. Der Autor bringt also Natur und hochmoderne Technologie zusammen. Das Ende soll Hoffnung geben. Man wird aber das Gefühl nicht los, dass im Ende noch mehr drin gewesen wäre.
„Das Wasser gehört niemandem. Das Wasser ist ein Niemansland. Es wird da sein, wann immer du es brauchst.“ Richard Powers hat mich in meiner Jugend tief beeindruckt. Mit einem Buch über Kraniche. Indem er über das Erinnern und das Vergessen schrieb. Als mir „Das große Spiel“ in die Hände fiel, kribbelte es mir wieder so in den Fingern wie damals. Es geht um den Ozean. Und um vier Menschen. Eine mutige Meeresforscherin, eine Künstlerin, die auf einer entlegenen Insel um ihre Existenz bangt. Und um zwei Freunde, die ein Spiel verbindet und die ein Spiel erschaffen wollen, das die Menschheit verändert - doch mit diesem Vorgang zerbricht ihre Freundschaft. Richard Powers tut in diesem Buch genau das, was mich auch in „Echo der Erinnerungen“ so stark fasziniert hat. Er schreibt über Menschen, über ihre Beziehungen zueinander, über ihre Wünsche, Träume, Sehnsüchte und ihre Verortung in dieser Welt. Das ist es, was ihm so unnachahmlich gelingt. Ich habe Rafi bei jedem Zug Go beobachtet und Evie bei ihren Streifzügen durch den Ozean, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Er schafft es, das Geflecht, zunächst zart und spinnwebartig, fest zu weben, sodass man nicht anders kann, als mit den Figuren zu fühlen - eine emotionale Bedingung zu ihnen aufzubauen. Dabei thematisiert er solche wichtigen Bausteine wie die Gefahren und Chancen künstlicher Intelligenz, neuronale Erkrankungen und nicht zuletzt: Den Ozean, dieses tiefe weite Wasser, das über viele Jahrhunderte als unzerstörbar angesehen wurde und jetzt immer fragiler betrachtet wird. Ich oute mich jetzt: Mich hat das Leben unter Wasser nur marginal interessiert, schon als Kind. Ich hatte meinen Kopf immer lieber über der Wasseroberfläche (ja, ich bin eine Landratte!). Und trotzdem haben mich Powers Beschreibungen auf eine eigentümliche Weise in den Bann gezogen. Über das tiefe Blau, über die Vielfalt und die unentdeckten Geheimnisse, die unter Wasser warten. Über die Stille und das Leben und die Beziehungen, die Evie so viel sinnvoller erschienen als das Leben über Wasser. Manchmal war sie meine Lieblingsfigur, manchmal wollte ich an ihrer Seite tauchen, bis mir einfiel, dass sie lieber für sich ist beim Tauchen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich das Buch über weite Strecken im Urlaub an der See gehört habe, dass mich die Abschnitte über den Ozean so fasziniert haben. Wer weiß. Und trotzdem … hat mich das Buch nicht vollkommen gekriegt. Manchmal hat es mich auch verloren, in seinen ausschweifenden Diskussionen über kultur- und naturwissenschaftliche Themen, über Politik und Diskriminierung. Dann dauerte es ein bisschen, bis ich wieder in der Spur war. Vier Sterne für ein wichtiges und aufrüttelndes Buch, das mich über weite Strecken begeistern konnte. Ich bleibe mit einem mulmigen Gefühl im Magen zurück.
Ein Buch, dass sich mit den Themen Ozean, Umweltzerstörung, KI und Kapitalismus auseinandersetzt. Verwebt werden diese Themen in die Geschichten von vier Personen, welche alle mit dem Ozean aber auch miteinander Berührungspunkte haben. Insbesondere die Erlebnisse von Evie Beaulieu, revolutionäre Taucherin, faszinierten mich. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich vor wenigen Wochen noch selbst im Ningaloo Reef, Australien mit Stachelrochen und Riesenschildkröten schwamm. Ein tolles Buch.

Für Ozeanliebhaber
Wer das Meer mit all seinen Wundern und all seiner Faszination liebt, wird auch diesem Buch sehr viel abgewinnen können. Denn die die Einzigartigkeit dieses Systems wird hier auf wundervolle Art dargestellt und beschrieben. Wie schätzenswert und doch gefährdet es ist, wird hier mal wieder sehr deutlich. Die Geschichte an sich war mir dann leider trotzdem in vielen Teilen zu langatmig und einen wirklich packenden Inhalt als Geschichte an sich, gab es für mich einfach zu wenig auf diesen über 500 Seiten. Das übergeordnete Thema der besonderen Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen Männern war schön, hätte aber auch gut und gerne 200 Seiten weniger verkraftet.
Die Liebe zum Meer und die Verlockung des Geldes
Dieses Buch hat mich mit auf eine beeindruckende Reise mitgenommen. Hauptsächlich geht es um 4 Personen deren Leben im Laufe der Jahre miteinander verknüpft ist: Evelyne einer Ozeanologin und den späteren Freunden Rafi, Ina und Todd. Man lernt alle von klein auf kennen und nach und begleitet sie auf ihrem Leben. Diese Geschichten führen dann zu der eigentlichen Story in der es darum geht, das eine kleine Insel im Pazifik eine für sie grosse Chance bekommt damit Geld fließen kann, Geld das sie sehr gut brauchen können, für ein Krankenhaus, Schulen etc. - Doch was würde dieses Angebot für die Natur bedeuten, für das Meer? Dieses Buch war für mich mal etwas ganz anderes. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen, wenngleich der Autor wirklich sehr viel Augenmerk auf die Beschreibung der Personen und deren Leben gelegt hat - viele viele Seiten ging es darum. Ich fand es dennoch auf eine ruhige Art interessant. Was das Buch für mich aber besonders gemacht hat waren die Umweltaspekte die hier eingeflossen sind, die unbestreitbare Liebe zum Ozean, wie wir die Natur zerstören und auch KI und was sie mit uns macht ist ein fortlaufendes Thema im Buch. Gerade das Ende hat mich absolut mitgerissen und löst in mir den Wunsch aus, das Buch mit dem jetzigen Wissen nochmal zu lesen - wahrscheinlich würde ich viele Dinge jetzt anders begreifen.
Zu einer Bewertung zu kommen, war gar nicht so einfach.
Wenn ich in die einzelnen Handlungsstränge abgetaucht bin, konnte ich mich zwischenzeitlich sehr gut auf das Gelesene einlassen. Es gab jedoch immer wieder Passagen, wo mich die Geschichte verloren hat. insgesamt wurde es im Laufe des Buches besser, aber ich habe die ganze Zeit auf einen „Aha“-Moment am Ende gehofft, der alles zu einem großen Ganzen zusammenführt. Diesen Moment habe ich aber wohl verpasst.
"Du hast das Menschenspiel gelernt und bist in Sekundenschnelle unzählige Male gegen dich selbst angetreten." S. 498
Das Buch kontrastiert in verschiedenen Handlungsperspektiven und Zeitebenen für Natur und die Technik und zeigt dabei auf, welche Folgen das eine für das andere haben kann. Ich mochte besonders die Abschnitte über Evie, über ihre Forschung im Meer und ihren Kampf in einem männerdominierten Feld. Ich muss sagen, ich hab verstanden, was die Geschichte möchte, aber ich habe es nicht gefühlt. Mir war es zu langatmig und ich hab zwischendurch öfter gedacht, dass die Geschichte spannender wäre, wenn sie auf einen Protagonisten konzentriert wäre. Am Ende habe ich die Notwendigkeit der verschiedenen Personen verstanden, aber mich hat es schlussendlich nicht überzeugt.
Ein Roman zum Nachdenken
Auf Empfehlung einer Bekannten habe ich mir das Buch gekauft, da ich bereits durch Ihre kurze Erkäuterung neugierig geworden bin. Nach den ersten Seiten hatte ich zunächst gemischte Gefühle, allerdings wurde es mit jedem Kapitel besser und auch die Message hinter dem Buch für mich immer nachvollziehbarer. Ich mochte nicht nur die Geschichte sehr, sondern auch den "informativen" Aspekt dahinter, zB wie sich gewisse Meereslebewesen verhalten. Der Autor hat meiner Meinung nach perfekt auf den Punkt gebracht, wie schnell sich die Welt doch mit der Zeit verändert hat, vor allem in Bezug auf die Technologie und Ihre Auswirkungen auf uns Menschen und die Umwelt. Es ist erschreckend und gleichzeitig auch eine Art Weckruf.
Vielschichtige Plot mit zeitgenössischen Themen, teilweise etwas zu viel des Guten
Gekauft hätte ich mir das Buch von Richard Powers nicht. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Buch zu Ende lesen werde. Schon der „Klang der Zeit“ konnte mich nicht begeistern. Und eigentlich fanden das alle gut! Aber das Setting dieses Romans hat mich sehr interessiert. Die Südsee, der Ozean und seine Fragilität, unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Erwartungen und Interessen, die am Ende zusammen geführt werden. Todd Kean und Rafi Young kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen. Während der Eine schon privilegiert auf die Welt kommt und sich scheinbar mühelos weiter entwickelt, muss der Andere kämpfen, um seinen Weg zu gehen. Beide nähern sich über Schach an und entwickeln eine Leidenschaft für „Go“. Todd kam mir dabei sein, obwohl er für mich der unsympathischste Protagonist ist. Der Verfall seines Körpers und seines Geistes und die Art, wie er das erzählt, passen für mich nicht recht zusammen. Rafi hingegen, eine mit Wut aufgeladene Person, blieb mir etwas unnahbar. Evelyne ist 90, und ihre Leidenschaft gehört dem Ozean. Als Meeresbiologin nimmt sie uns in Rückblicken mit auf Tauchgänge, und wenn sie mich nun wirklich nicht von der Schönheit des Meeres überzeugen muss, war ich doch fasziniert von ihren Darstellungen. In mir macht sich einmal mehr Bedauern breit dass ich Tauchen, als Hobby nicht für mich voran getrieben habe Ina ist die Frau von Rafi und Künstlerin. Sie sammelt Strandgut und fertigt aus dem Plastikmüll Skulpturen, die gleichzeitig Mahnmale für die Verschmutzung des der Meere sind. Im Zentrum steht Makatea, eine Insel in der Südsee, an der die Fäden zusammen laufen. Ein Projekt scheint das Paradies zu bedrohen doch Zukunftsvisionen können nicht aufgehalten werden. Powers ist einer der großen amerikanischen Erzähler. Er holt weit aus, lässt uns nicht in seinen Kopf gucken und so verfolgen wir vier Geschichten, die scheinbar unabhängig voneinander erzählt werden. Erst am Ende offenbar sich die Zusammenhänge. Es ist schon faszinierend, wie er das alles orchestriert. Der spezielle Singsang seines Erzählens erreicht mich aber nicht vollständig. Ich kann euch nicht genau sagen, was mich stört. Vielleicht ist es seine Art, den Plot aufzuziehen. Die Detailverliebtheit ist ja nicht grundsätzlich verkehrt, doch mir oft zu überbordendend. Manchmal ist weniger doch mehr. Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, ist die Unterschiedlichkeit der Erzählstimmen. Powers schafft es jedem Protagonisten eine gewisse Färbung gegeben, und doch alles gleich klingen zu lassen. So wirkt ihr Auftreten wie der Wechsel von Schauspielern mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Am Ende habe ich doch den Eindruck, dass hier ein großes Werk geschaffen wurde, wie vermutlich alle seine Bücher. Es sind die großen Themen, die er miteinander verwebt und die seine Romane episch wirken lassen. Eine Empfehlung für alle Meeresliebhaber*innen und Freund*innen umfangreicher Geschichten, die mit unterschiedlichen Elementen arbeiten.
Das Buch in drei Worten: kenntnisreich, aktuell, horizonzerweiternd
Das große Spiel“ von Richard Powers: Es ist wichtig, es ist unglaublich eloquent und souverän geschrieben und aufgebaut, hintersinnig und vielschichtig, also rundherum ein tolles Buch - für mich war es allerdings eher ein Türöffner in den Kosmos von KI, den ich nach der Lektüre noch intensiver und bewusster verstehen möchte. Für ein wirkliches Lesevergnügen ist es mir etwas zu wenig packend, ohne das ich diesen Eindruck wirklich begründen kann. Denn, dem Roman fehlt es an nichts, man kann nur staunen wie Powers dieses immense Wissen, die Charaktere und den „Weltenbau“ in den Griff bekommen hat. Es sieht aber so aus, als ob ich weiterhin nicht endgültig warm mit Richard Powers geworden bin und er zukünftig keinen expliziten Platz in meinem Herzen und Leben einnimmt, ich ihn aber auch nicht von der Regalkante stoßen würde. Relatable moments ** Plotkomplexität. ***** Dünnes Eis - Sprachliche Virtuosität. *** Intellektueller Anreiz ****
Das Buch liest sich gut weg, aber wirklich ausgeschöpft wurde das Potenzial der Handlung nicht.
Ich war schon ein wenig enttäuscht am Ende des Buches. Das Thema hat mich gereizt und auch der Autor hat ja durchaus eine beeindruckende Vita. Eigentlich baut Richard Powers mit den verschiedenen Handlungssträngen und Zeiträumen gut auf, aber am Ende hätte ich mir irgendwie einen größeren Knall erhofft. So kam es zu einem Ende, das schon viele Seiten vorher so abzusehen war. Auch mit den Personen im Buch wurde ich nie so richtig warm. Gut haben mir einige Szenen im Buch gefallen, in denen es ein wenig wissenschaftlicher zuging, aber leider gab es auch davon zu wenige.
It is a wonderful tale even a parable of man getting lost in the powers he unleashes, getting lost in a world which is seen through the eyes of a game and not through the eyes of life itself. The wonders of life can only be seen underneath the surface by those who truly seek them. It reminds one of Attenborough's Ocean, which depicts the world below the surface as the last remaining wilderness. Nevertheless, the book also invites the reader to marvel at the advances of technology. It probably provides one of the best summaries of the development of AI over the past decades. Without giving away too much, the novel does not condemn technology, but it does show the reader that coming home to nature is necessary to reconcile humans with our planet. And here again, it reminds one of Attenborough. The outlook is bleak, but there is still reason for hope that, after being led astray for quite some time, man can make amends.
Neuerdings nutze ich die ersten Seiten eines Buches, um mir Notizen zum Inhalt zu machen oder Charakterbeziehungen darzustellen. Hier habe ich so viele Anmerkungen gemacht, dass mir der Platz ausgegangen ist. Zentrale Themen des Buches sind Klimawandel und Künstliche Intelligenz. Übergreifende Aspekte werden jeweils von den vier Hauptcharakteren transportiert: Evelyne (Wissenschaft), Todd (Technologie), Rafi (Literatur) und Ina (Kunst). Das Hauptmotiv ist jedoch der Ozean als oft vergessener Lebensraum und unbekannte Faszination. Die atemberaubenden Kopfkino-Szenen, in denen Tauchgänge im Pazifik oder der Karibik nachgezeichnet werden, haben mir einen neuen Blickwinkel auf die Schönheit des Lebens gegeben. Der Schreibstil ist oftmals poetisch, aber nie kitschig. Und das Ende... das Ende wurmt. Und trotzdem ist es irgendwie schön. Was ist das große Spiel eigentlich? Richard Powers gibt viele mögliche Antworten. Und - meine Überlegung - vielleicht ist es auch ein großes Spiel, Geschichten zu lesen: Ideen, Fantasien und Gedankenwelten lesend zu erkunden, heißt doch, sie in gewisser Weise spielerisch zu entdecken.
Description
Auf Makatea, einst ein vergessener Fleck im endlos blauen Pazifik, soll die Gesellschaft der Zukunft entstehen. Über Umwege und Gezeiten finden auf der Insel vier Menschen zusammen, deren Schicksale nachhaltig mit dem des Planeten verknüpft sind: Evelyne Beaulieu, die in den Tiefen des Ozeans taucht, um das geheimnisvolle Spiel der Riesenmanta zu entziffern. Ina Aroita, die die paradiesischen Strände nach Materialien für ihre Skulpturen abwandert – doch schon lange schwemmt das Meer nur noch Plastikmüll an. Und der verträumte Büchernarr Rafi Young und der visionäre Computernerd Todd Keane, deren Freundschaft an dem kühnen Versuch zu zerbrechen droht, eine neue Welt zu erschaffen, um sich vor dem Untergang der jetzigen zu retten. Virtuos komponiert der große Erzähler Richard Powers die dringenden Fragen unserer Zeit – über die Auswirkungen der Klimakrise und die Hoffnung Künstlicher Intelligenz – zu einem fesselnden und zutiefst bewegenden Epos.
»Wohl kein anderer Autor ist in der Lage, naturwissenschaftliche und philosophische Themen literarisch so packend und stimmig zu verknüpfen wie der amerikanische Autor Richard Powers. (…) Aus Wissenschaft wird bei ihm Literatur, aus spröden Worten werden Sprachmelodien, (…) Algorithmen werden zu Poesie.« Radio 3/RBB , Frank Dietschreit
»Wer erzählt hier eigentlich? Die Antwort wird am Ende gegeben. Und ist einer der überraschendsten Twists in der jüngeren Literaturgeschichte.« STERN , Oliver Creutz
»›Das große Spiel‹ ist brillant, fesselnd und wichtig – und das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe!« Andrea Wulf
»Gibt es etwas, das Richard Powers nicht schreiben kann? Sein neuer Roman ist wie der Ozean. Groß und geheimnisvoll, voller Tiefe und Leben.« Percival Everett
»Eine außergewöhnliche Reise durch vier Leben, die auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind – absolut mitreißend, beunruhigend und doch voller Hoffnung.« Emma Donoghue
»Wäre Powers ein amerikanischer Autor des 19. Jahrhunderts, welcher wäre er? Wahrscheinlich Herman Melville mit ›Moby Dick‹. Seine Leinwand ist so groß.« Margaret Atwood
»Powers komponiert einige der schönsten Sätze, die ich je gelesen habe. Ich habe Ehrfurcht vor seinem Talent« Oprah Winfrey
Book Information
Author Description
Richard Powers, Jahrgang 1957, ist Autor mehrerer preisgekrönter Bestsellerromane, darunter sein hochgelobter Roman »Der Klang der Zeit« und »Das Echo der Erinnerung«, für den er 2006 den National Book Award erhielt. Für seinen Roman »Die Wurzeln des Lebens« wurde er 2019 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. 2021 erschien sein Roman »Erstaunen«, für den er auf der Shortlist für den Booker Prize und der Longlist für den National Book Award stand. »Das große Spiel«, mit dem er erneut für den Booker Prize nominiert wurde, ist sein aktueller Roman. Heute lebt Richard Powers in den Great Smoky Mountains der Appalachen.
Posts
"For every island is a canoe, and all the Earth is an island, living by the grace of the immence and slowly turning blue creature. This vote will be unanimous, and it will be heard around the world"
Wie von Richard Powers gewohnt, bringt er auch in seinem neusten Roman in eher romantisierter Art Naturbeschreibungen zusammen mit deren drohender Zerstörung, als auch technische Errungenschaften aus der Physik und anderen Wissenschaften. Und natürlich Informatik. So entsteht immer ein recht bunter Strauss an unterschiedlichen Themen, die ein guter Autor alle sehr plausibel zu einer fantastischen Geschichte verknüpfen kann. Powers ist definitiv so ein begabter, guter Autor. Hier geht es um die Ozeane, die man mit der Ozeanologin Evelyn ganz detailreich und farbenfroh erkunden darf. Gleichzeitig aber geht es um viel mehr, Freundschaft, Vergangenheit, Umweltzerstörung und Ausbeutung von Ethnien und schliesslich auch um Möglichkeiten und Chancen der AI sowie Demenz. Fast undenkbar, dies alles zusammenzubringen, Powers schafft dies aber natürlich, wenn der Leser auch lange Zeit fast im Ungewissen gehalten wird, wie all dies zusammenpassen soll. Es ist wieder der Twist, der am Schluss einlädt, die ganze Geschichte neu zu überdenken. Dies findet vor allem nach dem Ende des Romans statt und so wie die letzten Werke des Autors, «Die Wurzeln des Lebens» und vor allem auch «Erstaunen» werden die Geschichten noch lange in mir nachwirken. So sehr, dass man sie eigentlich nicht mehr vergessen kann. Genau dies macht für mich grossartige Literatur aus und ist leider inzwischen zur Seltenheit geworden. Dies Buch ist mit Sicherheit mein Highlight für 2024. Lesen!
Spannend und dabei sehr informativ
"Richard Powers: Das große Spiel" verknüpft die Leben von vier Menschen über die Jahrzehnte mit einer Vielzahl von wichtigen Themen, die in ungewohnter Vielzahl und Tiefe! behandelt werden: Ozeanologie, Computerspiele, KI, Schach und Go, das Leben und die Mythen der Bewohner Südpazifischer Inseln, Spieltheorie, Meeresbiologie, Rassismus, Kolonialismus etc. Das Buch ist sehr vielfältig und dabei immer spannend und gut geschrieben und am Ende laufen alle die losen Enden zu einem Punkt auf einer kleinen südpazifischen Insel zusammen und finden ein Happy End :)
"Ohne eure Liebe wird der Ozean sterben." "Wie alle glaubte ich, der Ozean sei unendlich und könne keinen Schaden nehmen. Ich habe mich geirrt." Ein Roman der die Geschichte von vier Personen miteinander verknüpft und uns mitnimmt auf die Reise durch deren Leben. Todd und Rafi, die unterschiedlicher nicht sein können, ist der eine doch weiß und privilegiert und der andere schwarz und benachteiligt, lernen sich auf ihrer Schule kennen. Durch ihre Leidenschaft für die Brettspiele Schach, aber vor allem ,das noch komplexere, Go, finden sie zusammen und werden unzertrennlich. So unterschiedlich wie ihre Herkunft, sind auch ihre Begabungen und Leidenschaften. Rafi, der verträumte Büchernarr und Todd, der Computernerd. Was hieraus entsteht, endet irgendwann in den Fängen der KI und auf der Pazifikinsel Makatea. Dem Pazifik und vor allem den darin lebenden Kreaturen hat Evie ihr Leben verschrieben. So unglaublich bildhaft und schön schildert der Autor diese Unterwasserwelt und ihre faszinierenden Geschöpfen, ich hätte noch 500 Seiten darüber lesen wollen. Alle Teile fallen in diesem Roman irgendwann an ihren richtigen Platz, einbezogen noch in die künstlerische Welt von Ina, die irgendwann anstatt aus Naturmaterialien, aus Plastikmüll ihre Skulpturen fertig. Denn, "das Wasser wird wärmer. Die großen Fische verschwinden. Plastik, Metall und Giftstoffe steigen in der Nahrungskette auf. Und das Schlimmste steht uns noch bevor... Ohne eure Liebe wird der Ozean sterben. " Ein wunderbares Buch, voller Schicksalsschläge, wundervollen Geschichten von den Tieren der Unterwasserwelt und dem Thema Internet, Computern und KI. Dieser Teil hat mir ein bisschen zu viel Platz eingenommen, was aber sicherlich daran liegt, daß ich von dem Naturbeschreibungen und den Menschen in dem Roman noch so viel mehr hätte erfahren wollen. Auch z. B. von der Lewy-Körper-Demenz, von der ich bisher noch nichts wusste und deren Beschreibung was da mit einem passiert, ich so bewegend empfand. "Die Terrorkommandos in meinem Gehirn kappten die Leitungen zwischen den Zellen und rissen mir stückweise meine Persönlichkeit heraus." Große Leseempfehlung für dieses komplexe Buch voller Schönheit und voller Blicke auf das Dasein auf diesem Planeten und ihren Lebewesen. "Wie unpassend, diesen Planeten die Erde zu nennen, wo er doch ganz klar der Ozean heißen müsste."
Mein Jahreshighlight
- mehrere Erzählstränge, Protagonisten und Zeitebenen kombinieren spannende Themen wie KI, Umweltschutz, Ozeanographie, Leben an einer amerikanischen Universität und auf einem Südseeatoll - man ahnt, das muss zusammen hängen - aber der Plot - Twist auf den letzten Seiten ist mega und hat mich mit voller Breitseite erwischt.
Ein schöner Roman, der mich wirklich bewegt hat und mir beim lesen viel Freude bereitet hat. Die sehr detaillierten Biografien der verschiedenen Protagonisten haben für eine starke Verbundenheit mit den Akteuren gesorgt. Auch die Kombination aus futuristischem Technikroman mit Rückblick auf die Entwicklung von Computern, dem spielerischen Aspekt mit Go und der Naturverbundenheit durch die Handlungen in den Ozeanen passen deutlich besser zusammen als ich es zunächst erwartet hätte. Lediglich das Ende hat mich leider etwas enttäuscht. Aber trotzdem sehr empfehlenswert.
Botschaft angekommen
Wenn es in unseren Zeiten ein schreibendes Gewissen gibt, dann trägt es den Namen Richard Powers. Es gab in den letzten Jahren kein heißes gesellschaftliches Eisen, das dieser Autor mit seiner intellektuellen Vielseitigkeit nicht angefasst hätte. Seine beruflichen Tätigkeiten als Lehrer an einer internationalen Schule in Bangkok und später als Programmierer sowie seine Studiengänge in Physik und Literatur waren neben seiner unbestreitbaren literarischen Begabung hervorragende Voraussetzungen, um naturwissenschaftliche und philosophische Themen für eine breite Leserschaft aufzuarbeiten. Erkenntnisse der Gehirnforschung und ihre psychologischen Implikationen zeigt er in „Das Echo der Erinnerung“ am Beispiel eines hirnverletzten Unfallopfers auf. In „Klang der Zeit“ verknüpft er seine Kritik am amerikanischen Rassismus und seine Sympathie mit der Bürgerrechtsbewegung geschickt mit einer Familiensage und breitet gleichzeitig seine fundierte Begeisterung zur Musik aus. In „Die Wurzel des Lebens“ kämpfen neun Protagonisten um den Schutz der Bäume vor Abholzung. Und nun „Das große Spiel“. Wieder hat sich Powers großen Themen verschrieben – der Rettung der Meere und der Künstlichen Intelligenz. Die Freunde Rafi und Todd kann während ihrer Studienzeit nichts trennen, vor allem die Begeisterung für geistig herausfordernde Spiele wie Schach und Go schweißt sie zusammen. Daran ändert sich auch zunächst nichts, als die Polynesierin Ina Aorita zu Rafis Freundin wird. Erst als Ina sich bei Todd eine Brust zum Ausheulen sucht, Todd kurz danach mit der Erfindung eines Internet-Spiels zum Multimillionär wird (Mark Zuckerberg dürfte Modell gestanden sein) und Rafi an der Idee finanziell partizipieren möchte, geht die Freundschaft in die Brüche. Parallel dazu schildert Powers den Lebenslauf der Ozeanografin und begeisterten Taucherin Evelyn, die sich bis ins hohe Alter in den Tiefen des Ozeans am wohlsten fühlt. Auf der Südsee-Insel Makatea kommt es zu einer Art Showdown, weil dieses polynesische Eiland als Sprungbrett und Basis für die Besiedelung des Ozeans durch überdimensionale Plattformen auserkoren wurde. Man merkt diesem Buch wie allen anderen Powers-Romanen an, dass hier ein Mann mit Sendungsbewusstsein unterwegs ist. Hier will jemand etwas bewegen, will aufzeigen, will Verständnis wecken, will aufwühlen, will aufrütteln. Powers selbst wollte Ozeanograf werden. Er brilliert mit einem exzellenten Fachwissen über die Weltmeere und ihre Bewohner, die einen ein ums andere Mal in den Bann ziehen. Er lässt seitenlang Fische, Plankton und Kraken auftreten, beschreibt ihre Farben, ihre Eigenarten, ihr Verhalten. Das Buch wird zum Ozean oder zumindest zum Aquarium. Da muss wohl auch dem letzten klar werden - diese Ozeane muss man retten und nicht noch weiter zerstören. Die Meere spielen ökologisch und flächenmäßig so eine große Rolle, das dieser Planet nach Powers eigentlich nicht „Unsere Erde“ heißen dürfte, sondern „Unser Ozean“. Und den gilt es mit allen Mitteln zu retten. Okay, Botschaft angekommen. Trotz des subtil erhobenen Zeigefingers kann Powers wie immer auch unterhalten. Genau das ist es ja, was einen mitzieht. Da sind die schön entwickelten Beziehungsgeflechte, die zwischenmenschlichen Konflikte, die scharf gezeichneten Charaktere. Manchmal wirken die Plots jedoch etwas hölzern, etwas zu sehr konstruiert, sodass man sich als (kritischer) Leser unweigerlich die Frage stellt, was Powers wohl beim Schreiben wichtiger war - die Story oder die Message. Allzu oft scheint das Manöver leider etwas zu durchsichtig. Da ist dann doch wieder der Lehrer Richard Powers, der für seine Schüler/ Leser den Stoff der heutigen Stunde in nette Geschichten gepackt hat. Aber das ist zugegebenermaßen ein Klagen auf hohem Niveau. Einen faktischen Kritikpunkt kann man dem Autor - sorry, Richard! - jedoch bei diesem Roman nicht ersparen. Leider kommen immer wieder verwirrende und/oder störende Logikfehler vor. Warum soll Rafi für eine in einem belanglosen Gespräch fallen gelassene Randbemerkung Rechtsansprüche auf Todd’s Gewinn haben? Und sehr abstrus: Eher nebenbei erwähnt Powers, dass Rafi und Evelyn eigentlich schon lange tot sind, bevor sich alle auf Makatea dann doch treffen. Lebendig? Tot? Alles Fiktion durch KI? Oder wie jetzt? Auch ein Globus namens Ozean kommt nicht ohne Logik aus und gerade davon hat eine KI manchmal mehr als ein enthusiastisch-idealistischer Autor.
"Du warst meine erste Liebe, und nun schenkst du mir meine letzte. Du hast mein junges Leben gerettet und Kurs aufs offene Meer nehmen lassen. Hier ist die Quelle, mein erstes und letztes Zuhause. Ich weiß jetzt, was der Tintenfisch sagt." Eine poetische und berührende Reise durch den Ozean und vier menschliche Leben, außergewöhnlich, erschreckend, fesselnd, geheimnisvoll- wunderschön und todtraurig. Richard Powers ist ein begnadeter sprachmächtiger Erzähler, der den Leser mitnimmt auf einen großen Tauchgang mit Walen, Haien, Rochen und all dem, was es im Meer zu entdecken gibt. Ich rate, bei der Lektüre Wikipedia geöffnet zu haben und die farbenfrohe Pracht der Unterwasserwelt direkt anzuschauen!😍
Schwer zu rezensieren, da in diesem Buch viel drin steckt. Im Großen und Ganzen geht es um das was der Mensch technologisch in der Lage ist und vor dem sich viele in der aktuellen realen Welt, sicherlich auch zu Recht, fürchten: Die KI. Andererseits führt es vor Augen woher der Mensch kommt mit seiner eigentlich tiefen Verbundenheit zur Natur, insbesondere zum Ozean, dem im Endeffekt alle Lebewesen entstammen. Das auch die Lebewesen des Ozeans über eine eindrucksvolle Intelligenz verfügen und der Mensch dabei ist diesen riesigen noch zu großen Teilen unerforschten Lebensraum zu zerstören. Der Autor bringt also Natur und hochmoderne Technologie zusammen. Das Ende soll Hoffnung geben. Man wird aber das Gefühl nicht los, dass im Ende noch mehr drin gewesen wäre.
„Das Wasser gehört niemandem. Das Wasser ist ein Niemansland. Es wird da sein, wann immer du es brauchst.“ Richard Powers hat mich in meiner Jugend tief beeindruckt. Mit einem Buch über Kraniche. Indem er über das Erinnern und das Vergessen schrieb. Als mir „Das große Spiel“ in die Hände fiel, kribbelte es mir wieder so in den Fingern wie damals. Es geht um den Ozean. Und um vier Menschen. Eine mutige Meeresforscherin, eine Künstlerin, die auf einer entlegenen Insel um ihre Existenz bangt. Und um zwei Freunde, die ein Spiel verbindet und die ein Spiel erschaffen wollen, das die Menschheit verändert - doch mit diesem Vorgang zerbricht ihre Freundschaft. Richard Powers tut in diesem Buch genau das, was mich auch in „Echo der Erinnerungen“ so stark fasziniert hat. Er schreibt über Menschen, über ihre Beziehungen zueinander, über ihre Wünsche, Träume, Sehnsüchte und ihre Verortung in dieser Welt. Das ist es, was ihm so unnachahmlich gelingt. Ich habe Rafi bei jedem Zug Go beobachtet und Evie bei ihren Streifzügen durch den Ozean, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Er schafft es, das Geflecht, zunächst zart und spinnwebartig, fest zu weben, sodass man nicht anders kann, als mit den Figuren zu fühlen - eine emotionale Bedingung zu ihnen aufzubauen. Dabei thematisiert er solche wichtigen Bausteine wie die Gefahren und Chancen künstlicher Intelligenz, neuronale Erkrankungen und nicht zuletzt: Den Ozean, dieses tiefe weite Wasser, das über viele Jahrhunderte als unzerstörbar angesehen wurde und jetzt immer fragiler betrachtet wird. Ich oute mich jetzt: Mich hat das Leben unter Wasser nur marginal interessiert, schon als Kind. Ich hatte meinen Kopf immer lieber über der Wasseroberfläche (ja, ich bin eine Landratte!). Und trotzdem haben mich Powers Beschreibungen auf eine eigentümliche Weise in den Bann gezogen. Über das tiefe Blau, über die Vielfalt und die unentdeckten Geheimnisse, die unter Wasser warten. Über die Stille und das Leben und die Beziehungen, die Evie so viel sinnvoller erschienen als das Leben über Wasser. Manchmal war sie meine Lieblingsfigur, manchmal wollte ich an ihrer Seite tauchen, bis mir einfiel, dass sie lieber für sich ist beim Tauchen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich das Buch über weite Strecken im Urlaub an der See gehört habe, dass mich die Abschnitte über den Ozean so fasziniert haben. Wer weiß. Und trotzdem … hat mich das Buch nicht vollkommen gekriegt. Manchmal hat es mich auch verloren, in seinen ausschweifenden Diskussionen über kultur- und naturwissenschaftliche Themen, über Politik und Diskriminierung. Dann dauerte es ein bisschen, bis ich wieder in der Spur war. Vier Sterne für ein wichtiges und aufrüttelndes Buch, das mich über weite Strecken begeistern konnte. Ich bleibe mit einem mulmigen Gefühl im Magen zurück.
Ein Buch, dass sich mit den Themen Ozean, Umweltzerstörung, KI und Kapitalismus auseinandersetzt. Verwebt werden diese Themen in die Geschichten von vier Personen, welche alle mit dem Ozean aber auch miteinander Berührungspunkte haben. Insbesondere die Erlebnisse von Evie Beaulieu, revolutionäre Taucherin, faszinierten mich. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich vor wenigen Wochen noch selbst im Ningaloo Reef, Australien mit Stachelrochen und Riesenschildkröten schwamm. Ein tolles Buch.

Für Ozeanliebhaber
Wer das Meer mit all seinen Wundern und all seiner Faszination liebt, wird auch diesem Buch sehr viel abgewinnen können. Denn die die Einzigartigkeit dieses Systems wird hier auf wundervolle Art dargestellt und beschrieben. Wie schätzenswert und doch gefährdet es ist, wird hier mal wieder sehr deutlich. Die Geschichte an sich war mir dann leider trotzdem in vielen Teilen zu langatmig und einen wirklich packenden Inhalt als Geschichte an sich, gab es für mich einfach zu wenig auf diesen über 500 Seiten. Das übergeordnete Thema der besonderen Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen Männern war schön, hätte aber auch gut und gerne 200 Seiten weniger verkraftet.
Die Liebe zum Meer und die Verlockung des Geldes
Dieses Buch hat mich mit auf eine beeindruckende Reise mitgenommen. Hauptsächlich geht es um 4 Personen deren Leben im Laufe der Jahre miteinander verknüpft ist: Evelyne einer Ozeanologin und den späteren Freunden Rafi, Ina und Todd. Man lernt alle von klein auf kennen und nach und begleitet sie auf ihrem Leben. Diese Geschichten führen dann zu der eigentlichen Story in der es darum geht, das eine kleine Insel im Pazifik eine für sie grosse Chance bekommt damit Geld fließen kann, Geld das sie sehr gut brauchen können, für ein Krankenhaus, Schulen etc. - Doch was würde dieses Angebot für die Natur bedeuten, für das Meer? Dieses Buch war für mich mal etwas ganz anderes. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen, wenngleich der Autor wirklich sehr viel Augenmerk auf die Beschreibung der Personen und deren Leben gelegt hat - viele viele Seiten ging es darum. Ich fand es dennoch auf eine ruhige Art interessant. Was das Buch für mich aber besonders gemacht hat waren die Umweltaspekte die hier eingeflossen sind, die unbestreitbare Liebe zum Ozean, wie wir die Natur zerstören und auch KI und was sie mit uns macht ist ein fortlaufendes Thema im Buch. Gerade das Ende hat mich absolut mitgerissen und löst in mir den Wunsch aus, das Buch mit dem jetzigen Wissen nochmal zu lesen - wahrscheinlich würde ich viele Dinge jetzt anders begreifen.
Zu einer Bewertung zu kommen, war gar nicht so einfach.
Wenn ich in die einzelnen Handlungsstränge abgetaucht bin, konnte ich mich zwischenzeitlich sehr gut auf das Gelesene einlassen. Es gab jedoch immer wieder Passagen, wo mich die Geschichte verloren hat. insgesamt wurde es im Laufe des Buches besser, aber ich habe die ganze Zeit auf einen „Aha“-Moment am Ende gehofft, der alles zu einem großen Ganzen zusammenführt. Diesen Moment habe ich aber wohl verpasst.
"Du hast das Menschenspiel gelernt und bist in Sekundenschnelle unzählige Male gegen dich selbst angetreten." S. 498
Das Buch kontrastiert in verschiedenen Handlungsperspektiven und Zeitebenen für Natur und die Technik und zeigt dabei auf, welche Folgen das eine für das andere haben kann. Ich mochte besonders die Abschnitte über Evie, über ihre Forschung im Meer und ihren Kampf in einem männerdominierten Feld. Ich muss sagen, ich hab verstanden, was die Geschichte möchte, aber ich habe es nicht gefühlt. Mir war es zu langatmig und ich hab zwischendurch öfter gedacht, dass die Geschichte spannender wäre, wenn sie auf einen Protagonisten konzentriert wäre. Am Ende habe ich die Notwendigkeit der verschiedenen Personen verstanden, aber mich hat es schlussendlich nicht überzeugt.
Ein Roman zum Nachdenken
Auf Empfehlung einer Bekannten habe ich mir das Buch gekauft, da ich bereits durch Ihre kurze Erkäuterung neugierig geworden bin. Nach den ersten Seiten hatte ich zunächst gemischte Gefühle, allerdings wurde es mit jedem Kapitel besser und auch die Message hinter dem Buch für mich immer nachvollziehbarer. Ich mochte nicht nur die Geschichte sehr, sondern auch den "informativen" Aspekt dahinter, zB wie sich gewisse Meereslebewesen verhalten. Der Autor hat meiner Meinung nach perfekt auf den Punkt gebracht, wie schnell sich die Welt doch mit der Zeit verändert hat, vor allem in Bezug auf die Technologie und Ihre Auswirkungen auf uns Menschen und die Umwelt. Es ist erschreckend und gleichzeitig auch eine Art Weckruf.
Vielschichtige Plot mit zeitgenössischen Themen, teilweise etwas zu viel des Guten
Gekauft hätte ich mir das Buch von Richard Powers nicht. Ich war mir nicht sicher, ob ich das Buch zu Ende lesen werde. Schon der „Klang der Zeit“ konnte mich nicht begeistern. Und eigentlich fanden das alle gut! Aber das Setting dieses Romans hat mich sehr interessiert. Die Südsee, der Ozean und seine Fragilität, unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Erwartungen und Interessen, die am Ende zusammen geführt werden. Todd Kean und Rafi Young kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen. Während der Eine schon privilegiert auf die Welt kommt und sich scheinbar mühelos weiter entwickelt, muss der Andere kämpfen, um seinen Weg zu gehen. Beide nähern sich über Schach an und entwickeln eine Leidenschaft für „Go“. Todd kam mir dabei sein, obwohl er für mich der unsympathischste Protagonist ist. Der Verfall seines Körpers und seines Geistes und die Art, wie er das erzählt, passen für mich nicht recht zusammen. Rafi hingegen, eine mit Wut aufgeladene Person, blieb mir etwas unnahbar. Evelyne ist 90, und ihre Leidenschaft gehört dem Ozean. Als Meeresbiologin nimmt sie uns in Rückblicken mit auf Tauchgänge, und wenn sie mich nun wirklich nicht von der Schönheit des Meeres überzeugen muss, war ich doch fasziniert von ihren Darstellungen. In mir macht sich einmal mehr Bedauern breit dass ich Tauchen, als Hobby nicht für mich voran getrieben habe Ina ist die Frau von Rafi und Künstlerin. Sie sammelt Strandgut und fertigt aus dem Plastikmüll Skulpturen, die gleichzeitig Mahnmale für die Verschmutzung des der Meere sind. Im Zentrum steht Makatea, eine Insel in der Südsee, an der die Fäden zusammen laufen. Ein Projekt scheint das Paradies zu bedrohen doch Zukunftsvisionen können nicht aufgehalten werden. Powers ist einer der großen amerikanischen Erzähler. Er holt weit aus, lässt uns nicht in seinen Kopf gucken und so verfolgen wir vier Geschichten, die scheinbar unabhängig voneinander erzählt werden. Erst am Ende offenbar sich die Zusammenhänge. Es ist schon faszinierend, wie er das alles orchestriert. Der spezielle Singsang seines Erzählens erreicht mich aber nicht vollständig. Ich kann euch nicht genau sagen, was mich stört. Vielleicht ist es seine Art, den Plot aufzuziehen. Die Detailverliebtheit ist ja nicht grundsätzlich verkehrt, doch mir oft zu überbordendend. Manchmal ist weniger doch mehr. Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, ist die Unterschiedlichkeit der Erzählstimmen. Powers schafft es jedem Protagonisten eine gewisse Färbung gegeben, und doch alles gleich klingen zu lassen. So wirkt ihr Auftreten wie der Wechsel von Schauspielern mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Am Ende habe ich doch den Eindruck, dass hier ein großes Werk geschaffen wurde, wie vermutlich alle seine Bücher. Es sind die großen Themen, die er miteinander verwebt und die seine Romane episch wirken lassen. Eine Empfehlung für alle Meeresliebhaber*innen und Freund*innen umfangreicher Geschichten, die mit unterschiedlichen Elementen arbeiten.
Das Buch in drei Worten: kenntnisreich, aktuell, horizonzerweiternd
Das große Spiel“ von Richard Powers: Es ist wichtig, es ist unglaublich eloquent und souverän geschrieben und aufgebaut, hintersinnig und vielschichtig, also rundherum ein tolles Buch - für mich war es allerdings eher ein Türöffner in den Kosmos von KI, den ich nach der Lektüre noch intensiver und bewusster verstehen möchte. Für ein wirkliches Lesevergnügen ist es mir etwas zu wenig packend, ohne das ich diesen Eindruck wirklich begründen kann. Denn, dem Roman fehlt es an nichts, man kann nur staunen wie Powers dieses immense Wissen, die Charaktere und den „Weltenbau“ in den Griff bekommen hat. Es sieht aber so aus, als ob ich weiterhin nicht endgültig warm mit Richard Powers geworden bin und er zukünftig keinen expliziten Platz in meinem Herzen und Leben einnimmt, ich ihn aber auch nicht von der Regalkante stoßen würde. Relatable moments ** Plotkomplexität. ***** Dünnes Eis - Sprachliche Virtuosität. *** Intellektueller Anreiz ****
Das Buch liest sich gut weg, aber wirklich ausgeschöpft wurde das Potenzial der Handlung nicht.
Ich war schon ein wenig enttäuscht am Ende des Buches. Das Thema hat mich gereizt und auch der Autor hat ja durchaus eine beeindruckende Vita. Eigentlich baut Richard Powers mit den verschiedenen Handlungssträngen und Zeiträumen gut auf, aber am Ende hätte ich mir irgendwie einen größeren Knall erhofft. So kam es zu einem Ende, das schon viele Seiten vorher so abzusehen war. Auch mit den Personen im Buch wurde ich nie so richtig warm. Gut haben mir einige Szenen im Buch gefallen, in denen es ein wenig wissenschaftlicher zuging, aber leider gab es auch davon zu wenige.
It is a wonderful tale even a parable of man getting lost in the powers he unleashes, getting lost in a world which is seen through the eyes of a game and not through the eyes of life itself. The wonders of life can only be seen underneath the surface by those who truly seek them. It reminds one of Attenborough's Ocean, which depicts the world below the surface as the last remaining wilderness. Nevertheless, the book also invites the reader to marvel at the advances of technology. It probably provides one of the best summaries of the development of AI over the past decades. Without giving away too much, the novel does not condemn technology, but it does show the reader that coming home to nature is necessary to reconcile humans with our planet. And here again, it reminds one of Attenborough. The outlook is bleak, but there is still reason for hope that, after being led astray for quite some time, man can make amends.
Neuerdings nutze ich die ersten Seiten eines Buches, um mir Notizen zum Inhalt zu machen oder Charakterbeziehungen darzustellen. Hier habe ich so viele Anmerkungen gemacht, dass mir der Platz ausgegangen ist. Zentrale Themen des Buches sind Klimawandel und Künstliche Intelligenz. Übergreifende Aspekte werden jeweils von den vier Hauptcharakteren transportiert: Evelyne (Wissenschaft), Todd (Technologie), Rafi (Literatur) und Ina (Kunst). Das Hauptmotiv ist jedoch der Ozean als oft vergessener Lebensraum und unbekannte Faszination. Die atemberaubenden Kopfkino-Szenen, in denen Tauchgänge im Pazifik oder der Karibik nachgezeichnet werden, haben mir einen neuen Blickwinkel auf die Schönheit des Lebens gegeben. Der Schreibstil ist oftmals poetisch, aber nie kitschig. Und das Ende... das Ende wurmt. Und trotzdem ist es irgendwie schön. Was ist das große Spiel eigentlich? Richard Powers gibt viele mögliche Antworten. Und - meine Überlegung - vielleicht ist es auch ein großes Spiel, Geschichten zu lesen: Ideen, Fantasien und Gedankenwelten lesend zu erkunden, heißt doch, sie in gewisser Weise spielerisch zu entdecken.




































