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bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann

4.2(86)
Hardcover€22.00E-Book€14.99
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About the book

»Lovrenski zu lesen ist, als belausche man einen Fremden bei seiner nächtlichen Beichte – ein zartes, brutales, wahres Buch.« Tijan Sila Sie sind jung, voller Ängste, Pillen und Hoffnung. Ihre Eltern leben in der Peripherie, Polizei und Jugendamt sitzen ihnen im Nacken, die Schule ist ein Angebot, das sie dankend ausschlagen. Ivor, Marco, Jonas und Arjan sind rastlos, zwischen den schicken Bars und hyggeligen Cafés Oslos gibt es keinen Platz für sie. Also treiben sie sich auf den Straßen, in improvisierten Gyms und einem maroden Einkaufszentrum herum und geraten Tag für Tag, line für line tiefer in eine Welt des Rauschs, der Gewalt und Kriminalität. Die Liebe zueinander macht sie unbesiegbar – bis einer von ihnen zu weit geht und ihre unheile Welt vollends zerbricht. Oliver Lovrenski, der zwanzigjährige Sensationsautor aus Norwegen, zieht uns hinein in eine atemlose, brutale Jugend und offenbart Zärtlichkeit, wo niemand sie erwartet.

Editions (1)

ISBN9783446281608
PublisherHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Publication Date02/18/25
Pages256

Characteristics

2 reviews

ModerateUnusualExcitingDisturbingSadCredible

Reviews & Ratings

86 ratings

22 reviews

4.2

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  • marvinpetri91
    marvinpetri91

    145 Followers

    2.5

    Absolut krankes Buch über die Straßenkriminalität Norwegens aus erster Hand.

    Ich habe mir dieses Buch auf Grund eines Berichts zum Gastland der LBM 2025 gekauft, in dem der Autor erzählte, dass dieses Buch so geschrieben ist, wie tatsächlich auf der Straße gesprochen wird. Das es allerdings so heftig wird, hätte ich nicht gedacht. Positiv ist natürlich, dass dadurch ein neues Klientel auf Bücher aufmerksam gemacht wird. Mein Fall ist es nicht. Wäre ich nicht so neugierig, hätte ich das Buch nach 60 Seiten abgebrochen, weil ich die Sprache nicht verstanden habe und keine Zusammenhänge erkennen konnte. Inhaltlich ist mir das zu verwirrend, aber dafür es autobiografisch ist, es für "normale" Menschen sehr weit entfernt. Ich hoffe, dass die Leute von der Straße das Buch lesen und auf den richtigen Weg finden.

    Absolut krankes Buch über die Straßenkriminalität Norwegens aus erster Hand.

    Jun 30, 2025

  • wassilkeliest
    wassilkeliest

    188 Followers

    Oliver Lovrenski hat mit „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ein Debüt geschrieben, das kompromisslos, roh und zutiefst berührend ist. Der junge Autor – Jahrgang 2003 – erzählt mit sprachlicher Wucht und ungewöhnlicher stilistischer Klarheit vom Aufwachsen vierer Jugendlicher in den Schattenzonen Oslos: Ivor, Marco, Arjan und Jonas. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Drogen, Gewalt, Verzweiflung – aber vor allem über Zusammenhalt. Die Form des Romans ist so unkonventionell wie seine Inhalte. Die Erzählung besteht aus kurzen, oft nur wenige Zeilen langen Fragmenten, ohne klassische Interpunktion, oft ganz in Kleinschreibung. Was wie Chaos anmutet, ist in Wahrheit präzise komponierte Literatur. Der Text wirkt wie ein Strom von Gedanken, wie ein Beat, der seine Leser*innen durch das Buch trägt. Es ist eine Sprache, die von der Straße kommt, aus den Communities, aus der Realität – und dabei überraschend poetisch, verletzlich und zart. Erzähler Ivor spricht direkt mit uns, zieht uns hinein in seine Welt, konfrontiert uns mit Drogenexzessen, Loyalitätskonflikten und dem Gefühl, von der Gesellschaft abgeschrieben zu sein. Immer wieder wendet er sich an uns – „weißt du“, „verstehst du“ – als wolle er sich vergewissern, dass jemand da ist, der zuhört. Diese direkte Ansprache erzeugt Nähe, Verbindlichkeit und eine fast beklemmende Intimität. Was diesen norwegischen Autor so besonders macht, ist sein Gespür für Ambivalenz. Die Figuren sind keine Helden, aber auch keine reinen Opfer. Sie sind aggressiv und zärtlich, abgestumpft und voller Sehnsucht. Sie sehnen sich nach Halt, nach Familie, nach einem Ort, an dem sie nicht kämpfen müssen. Die Gewalt, die sie erleben und ausüben, ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck einer Welt, die ihnen wenig bietet außer Härte. Lovrenski erzählt nicht nur von einer Jugend, er gibt ihr eine Stimme – klar, ungeschönt, und trotzdem voller Wärme. Dabei bleibt er wertungsfrei, lässt Raum für Interpretation, für Mitgefühl, für Widerspruch. Seine Figuren leben am Rand – und doch mitten unter uns. Die Szenen, die Lovrenski beschreibt, brennen sich ein. Es sind kleine, stille Tragödien, die mehr sagen als ganze Sozialromane. „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ist literarisches Neuland: zärtlich, wütend, politisch und hochaktuell. Oliver Lovrenski hat eine neue Stimme geschaffen – ein sprachgewaltiges, radikales und authentisches Debüt, das formale Grenzen sprengt und emotional tief trifft. Aus dem Norwegischen von Karoline Hippe.

    May 30, 2025

  • paulinexmathilde
    paulinexmathilde

    39 Followers

    5.0

    roh, echt, verletzlich

    Ich muss sagen, das Cover passt echt gut zu dem, was einen inhaltlich erwartet. Es ist so anders und ungewohnt und das hat sich, zumindest für mich, durch das ganze Buch gezogen, aber nicht im negativen Sinne. Dieses knallige Rot zieht den Blick auf sich und so tun es die Charaktere in diesem Buch wohl auch. Ivor, aus dessen Perspektive das Ganze erzählt wird, wenn auch anders als man das vielleicht erwartet, Marco, Jonas und Arjan sind Charaktere bei deren Begegnen ich in der Realität doch die Straßenseite, oder lieber die Straße wechseln würde. Keine Leute, mit denen ich mich abgeben würde, aus Angst, in Sachen hineingezogen zu werden, in die man nicht hineingezogen werden will. Und obwohl die ganze Geschichte so anders erzählt wird, ein bisschen wirkt, als würde dir ein Betrunkener im Vollrausch mit Aussetzern etwas erzählen, so hat man doch gut erlebt, wie fest die Bindung ist, die die Jungs zueinander haben. Diese Freundschaft ist eine, die geht wahrlich durch dick und dünn. Und auch, wenn ich sagen muss, dass gerade ihrer Umstände wegen und der gesellschaftlichen Kreise in denen die vier sich bewegen, niemals so ein Gedanke in mir hochkochen würde, wo ich mit den vieren relate, muss ich doch sagen, dass mich die ein oder andere Sache dann doch vor Mitgefühl hat Schlucken lassen. Eben weil das Ganze so echt wirkt. Weil man, ohne die ganzen Leute je wirklich kennenzulernen, auch versteht, wie wichtig sie sich gegenseitig sind. Und hier bricht irgendwann etwas aus dem Gefüge und verändert es grundlegend, das zu lesen war dann so einfach doch nicht. Und irgendwie überrascht es mich, wie mich das Buch in der Hinsicht doch berühren konnte. Davon abgesehen, dass ich mir beim Lesen die ganze Zeit gedacht habe, wie interessant ich es finde, durch Ivors Augen in eine neue Gesellschaftsschicht blicken zu können, die mir in einer privilegierteren Stellung so fernliegt. Obwohl der Schreibstil sich so von allem unterscheidet, was ich gewohnt bin und kenne, fliegt man doch nur so durch die Seiten. Es lässt sich superflüssig lesen, auch, wenn ich anfangs befürchtet habe, über die Sprache zu stolpern, derer sich die Charaktere hier bedienen. Aber das Glossar hinten im Buch hat da schon enorm geholfen, auch, wenn ich anmerken kann, dass es ruhig hätte länger sein können, einige Sachen habe ich dort nämlich nicht gefunden. Trotzdem wirkt dieses ganze Geschichte so echt, dass ich nicht überrascht wäre, würde mir jemand erzählen, es gibt Leute, die wirklich so aufwachsen, so Leben, dass es ihre Realität ist. Ich wäre eher überrascht, würde mir jemand sagen, es sei nicht der Fall. Das mag ich an dem Buch auch irgendwie, dass es so echt und roh wirkt, so verletzlich, auch, wenn die Charaktere nicht den Eindruck machen, sie wären es. Fazit: ‚bruder wenn wir nicht family sind, wer dann‘ ist ganz anders, als ich das kenne und genau deswegen finde ich es so gut. Ein Blick in einen anderen Teil der Gesellschaftsschichten, ein klein wenig befremdlich aber doch irgendwie zum Mitfühlen echt. Kanns echt nur empfehlen.

    roh, echt, verletzlich

    Mar 4, 2025

3 of 22 reviews

Author

About Oliver Lovrenski

Oliver Lovrenski, geboren 2003, wuchs in Oslo als Sohn einer Kroatin und eines Norwegers auf. Sein Debütroman "bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann", den er teilweise auf dem Handy schrieb, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, stand monatelang auf der Bestsellerliste und wird weltweit in 15 Sprachen übersetzt.

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