bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann
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Book Information
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Oliver Lovrenski, geboren 2003, wuchs in Oslo als Sohn einer Kroatin und eines Norwegers auf. Sein Debütroman "bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann", den er teilweise auf dem Handy schrieb, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, stand monatelang auf der Bestsellerliste und wird weltweit in 15 Sprachen übersetzt.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Absolut krankes Buch über die Straßenkriminalität Norwegens aus erster Hand.
Ich habe mir dieses Buch auf Grund eines Berichts zum Gastland der LBM 2025 gekauft, in dem der Autor erzählte, dass dieses Buch so geschrieben ist, wie tatsächlich auf der Straße gesprochen wird. Das es allerdings so heftig wird, hätte ich nicht gedacht. Positiv ist natürlich, dass dadurch ein neues Klientel auf Bücher aufmerksam gemacht wird. Mein Fall ist es nicht. Wäre ich nicht so neugierig, hätte ich das Buch nach 60 Seiten abgebrochen, weil ich die Sprache nicht verstanden habe und keine Zusammenhänge erkennen konnte. Inhaltlich ist mir das zu verwirrend, aber dafür es autobiografisch ist, es für "normale" Menschen sehr weit entfernt. Ich hoffe, dass die Leute von der Straße das Buch lesen und auf den richtigen Weg finden.

Oliver Lovrenski hat mit „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ein Debüt geschrieben, das kompromisslos, roh und zutiefst berührend ist. Der junge Autor – Jahrgang 2003 – erzählt mit sprachlicher Wucht und ungewöhnlicher stilistischer Klarheit vom Aufwachsen vierer Jugendlicher in den Schattenzonen Oslos: Ivor, Marco, Arjan und Jonas. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Drogen, Gewalt, Verzweiflung – aber vor allem über Zusammenhalt. Die Form des Romans ist so unkonventionell wie seine Inhalte. Die Erzählung besteht aus kurzen, oft nur wenige Zeilen langen Fragmenten, ohne klassische Interpunktion, oft ganz in Kleinschreibung. Was wie Chaos anmutet, ist in Wahrheit präzise komponierte Literatur. Der Text wirkt wie ein Strom von Gedanken, wie ein Beat, der seine Leser*innen durch das Buch trägt. Es ist eine Sprache, die von der Straße kommt, aus den Communities, aus der Realität – und dabei überraschend poetisch, verletzlich und zart. Erzähler Ivor spricht direkt mit uns, zieht uns hinein in seine Welt, konfrontiert uns mit Drogenexzessen, Loyalitätskonflikten und dem Gefühl, von der Gesellschaft abgeschrieben zu sein. Immer wieder wendet er sich an uns – „weißt du“, „verstehst du“ – als wolle er sich vergewissern, dass jemand da ist, der zuhört. Diese direkte Ansprache erzeugt Nähe, Verbindlichkeit und eine fast beklemmende Intimität. Was diesen norwegischen Autor so besonders macht, ist sein Gespür für Ambivalenz. Die Figuren sind keine Helden, aber auch keine reinen Opfer. Sie sind aggressiv und zärtlich, abgestumpft und voller Sehnsucht. Sie sehnen sich nach Halt, nach Familie, nach einem Ort, an dem sie nicht kämpfen müssen. Die Gewalt, die sie erleben und ausüben, ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck einer Welt, die ihnen wenig bietet außer Härte. Lovrenski erzählt nicht nur von einer Jugend, er gibt ihr eine Stimme – klar, ungeschönt, und trotzdem voller Wärme. Dabei bleibt er wertungsfrei, lässt Raum für Interpretation, für Mitgefühl, für Widerspruch. Seine Figuren leben am Rand – und doch mitten unter uns. Die Szenen, die Lovrenski beschreibt, brennen sich ein. Es sind kleine, stille Tragödien, die mehr sagen als ganze Sozialromane. „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ist literarisches Neuland: zärtlich, wütend, politisch und hochaktuell. Oliver Lovrenski hat eine neue Stimme geschaffen – ein sprachgewaltiges, radikales und authentisches Debüt, das formale Grenzen sprengt und emotional tief trifft. Aus dem Norwegischen von Karoline Hippe.

el chapo "wir wollen 2pac werden und zlatan und jordan und tyson und eldon und banksy und unternehmer wie musk, an träumen hat es uns nie gefehlt, nur an hoffnung und darum sind wir heute hier und werden chapos." Oslo - für viele eine entspannte, schöne Stadt, in der das norwegische Hygge gelebt wird. Aber Oslo hat neben seinem nordischen Flair, auch eine andere Seite. Vier Freunde, Ivor (Kroate), Marco (Somalier), Arjan (Inder) und Jonas (Norweger) leben parallel zu dem schönen, entspannten, normalen Leben. Sie hatten Träume und Wünsche, aber die Drogen, egal welche, waren schneller und stärker. Sie kiffen, sie dealen, sie kloppen sich, sie leben, sie überleben. Sie verlieren Familie, Freunde, Hoffnung, Wünsche und Ziele. Aber sie leben und überleben. Ein schnelllebiger, ernsthafter, teilweise witziger, liebevoller, trauriger, echter Roman. Es ist Olivers Debüt, mit vielen autobiographischen Anteilen, ich kann ihn nur empfehlen.
Das Buch stand schon länger auf meiner Liste und ich hab es zufällig in der Bücherei entdeckt und gleich mitgenommen. Interessant fand ich das Buch, als ich es entdeckt habe, vor allem wegen dem Titel. Der Inhalt des Buches hätte mich wahrscheinlich nicht gekriegt, mich interessieren Geschichten über weibliche Protagonistinnen sehr viel mehr als die über männliche. Aber hey, auch die Geschichte hat mich überzeugt. Der Roman ist sehr fragmentiert geschrieben und ich hatte deswegen und, weil so viel norwegischer Slang und Drogenbegriffe auftauchen, erstmal Schwierigkeiten, in die Story zu finden. Aber das hab ich und irgendwann hat es mir richtig gut gefallen, ich habe eine Verbindung zu den Protagonisten aufgebaut und hab mitgefühlt. Die Schicksale der Protagonisten haben mich auch nach Beenden des Buches sehr melancholisch gestimmt, immerhin ist man dabei, wie sie aufwachsen und zu Dealern und Junkies werden. Aber gutes Buch, ich bin froh, dass so ein catchy Titel gewählt wurde!
Herzzerreißend!
„Bruder, wenn wir nicht Familie sind, wer dann“ von Oliver Lovrenski ist ein kraftvolles und zugleich erschütterndes Debüt, das tief in die Welt einer Jugend eintaucht, die sich zwischen Entfremdung, Gewalt und Hoffnungslosigkeit verloren fühlt. Im Roman folgen wir vier jungen Männern – Ivor, Marco, Jonas und Arjan – die in einer Gesellschaft leben, die ihnen keine Perspektiven bietet. Sie kämpfen mit Drogen, Gewalt und dem ständigen Gefühl, von der Welt um sie herum ausgeschlossen zu sein. Die Atmosphäre des Buches ist düster und von einem ständigen Druck geprägt, der die Charaktere vorantreibt. Sie bewegen sich zwischen den schillernden Oberflächen der Stadt Oslo, mit all ihren hippen Bars und Cafés, doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine Welt aus Grit und Zerbrochenheit. Ihre Realität spielt sich an den Rändern der Gesellschaft ab – in verfallenen Einkaufszentren, auf Straßen, in der Dunkelheit, die mit der ständigen Drohung von Polizei und Jugendamt durchzogen ist. Trotz dieser düsteren Rahmenbedingungen gelingt es Lovrenski, Zärtlichkeit und Liebe in den Beziehungen der Protagonisten zu zeigen. Besonders die enge Freundschaft zwischen den vier jungen Männern ist ein zentrales Thema des Romans. Diese Bande gibt ihnen Halt und ein Gefühl von Zugehörigkeit, auch wenn ihre Welt immer weiter aus den Fugen gerät. Es ist diese Liebe, die sie unbesiegbar erscheinen lässt – bis ein tragisches Ereignis alles zerstört und die Gruppe langsam auseinanderbricht. Das Besondere an diesem Buch ist, wie Lovrenski es schafft, die inneren Konflikte seiner Protagonisten auf eine eindrucksvolle Weise darzustellen. Der Autor taucht tief in die Psyche ein, lässt uns ihre Ängste, Hoffnungen und den ständigen Wunsch nach einem besseren Leben miterleben. Die Sprache ist roh und ungeschönt, was dem Buch eine ganz eigene Intensität verleiht. „Bruder, wenn wir nicht Familie sind, wer dann“ ist kein Buch, das man einfach so nebenbei liest. Es fordert den Leser heraus und lässt einen mit den Protagonisten auf eine Reise gehen, die ebenso schmerzhaft wie aufrüttelnd ist. Oliver Lovrenski gelingt es, die Abgründe der modernen Jugend auf eine Art und Weise zu beleuchten, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig Mitgefühl weckt. Ein beeindruckendes Debüt, das sowohl brutal als auch berührend ist.
roh, echt, verletzlich
Ich muss sagen, das Cover passt echt gut zu dem, was einen inhaltlich erwartet. Es ist so anders und ungewohnt und das hat sich, zumindest für mich, durch das ganze Buch gezogen, aber nicht im negativen Sinne. Dieses knallige Rot zieht den Blick auf sich und so tun es die Charaktere in diesem Buch wohl auch. Ivor, aus dessen Perspektive das Ganze erzählt wird, wenn auch anders als man das vielleicht erwartet, Marco, Jonas und Arjan sind Charaktere bei deren Begegnen ich in der Realität doch die Straßenseite, oder lieber die Straße wechseln würde. Keine Leute, mit denen ich mich abgeben würde, aus Angst, in Sachen hineingezogen zu werden, in die man nicht hineingezogen werden will. Und obwohl die ganze Geschichte so anders erzählt wird, ein bisschen wirkt, als würde dir ein Betrunkener im Vollrausch mit Aussetzern etwas erzählen, so hat man doch gut erlebt, wie fest die Bindung ist, die die Jungs zueinander haben. Diese Freundschaft ist eine, die geht wahrlich durch dick und dünn. Und auch, wenn ich sagen muss, dass gerade ihrer Umstände wegen und der gesellschaftlichen Kreise in denen die vier sich bewegen, niemals so ein Gedanke in mir hochkochen würde, wo ich mit den vieren relate, muss ich doch sagen, dass mich die ein oder andere Sache dann doch vor Mitgefühl hat Schlucken lassen. Eben weil das Ganze so echt wirkt. Weil man, ohne die ganzen Leute je wirklich kennenzulernen, auch versteht, wie wichtig sie sich gegenseitig sind. Und hier bricht irgendwann etwas aus dem Gefüge und verändert es grundlegend, das zu lesen war dann so einfach doch nicht. Und irgendwie überrascht es mich, wie mich das Buch in der Hinsicht doch berühren konnte. Davon abgesehen, dass ich mir beim Lesen die ganze Zeit gedacht habe, wie interessant ich es finde, durch Ivors Augen in eine neue Gesellschaftsschicht blicken zu können, die mir in einer privilegierteren Stellung so fernliegt. Obwohl der Schreibstil sich so von allem unterscheidet, was ich gewohnt bin und kenne, fliegt man doch nur so durch die Seiten. Es lässt sich superflüssig lesen, auch, wenn ich anfangs befürchtet habe, über die Sprache zu stolpern, derer sich die Charaktere hier bedienen. Aber das Glossar hinten im Buch hat da schon enorm geholfen, auch, wenn ich anmerken kann, dass es ruhig hätte länger sein können, einige Sachen habe ich dort nämlich nicht gefunden. Trotzdem wirkt dieses ganze Geschichte so echt, dass ich nicht überrascht wäre, würde mir jemand erzählen, es gibt Leute, die wirklich so aufwachsen, so Leben, dass es ihre Realität ist. Ich wäre eher überrascht, würde mir jemand sagen, es sei nicht der Fall. Das mag ich an dem Buch auch irgendwie, dass es so echt und roh wirkt, so verletzlich, auch, wenn die Charaktere nicht den Eindruck machen, sie wären es. Fazit: ‚bruder wenn wir nicht family sind, wer dann‘ ist ganz anders, als ich das kenne und genau deswegen finde ich es so gut. Ein Blick in einen anderen Teil der Gesellschaftsschichten, ein klein wenig befremdlich aber doch irgendwie zum Mitfühlen echt. Kanns echt nur empfehlen.

»ich so zu marco, ey, dieses mädchen ist different, bruder, die will ich gut behandeln, nicht so wie die anderen, die waren alle irgendwann beleidigt, und marco nur, bruder, sie ist vielleicht different, aber du nicht« (S.138) 🥀 In fragmentarischen, kurzen Kapiteln erzählt der Autor (s)eine Coming-of-Age Story auf den Straßen Oslo’s mit all dessen den Highs & Lows: Von Zusammenhalt, bedingungsloser Friendship, Family, Love, Brutalität, Rassismus, Kriminalität, Stress, Schule, Alltag, Dealen, und (zu) vielen Dr0gen. Gelungen skizziert er ungeschönt das Leben von vier migrantischen Jugendlichen — Ivor, Marco, Jonas & Arjan — in Oslo, die immer tiefer in den Sog der Straße gezogen werden. Ähnlich wie Lesende von diesem Banger 💥 Die Abschnitte sind selten länger als eine Seite und transportieren mit dem ganz eigenen Stil (moderne Sprache / Wörter; als Satzzeichen ausschließlich Kommata; Fragmente sowohl im Inhalt auch als auch Satzbau). Mit diesem krass authentischen Sound wird die Parallelität von Härte und Verletzlichkeit, von Stolz und Wunden, von Loyalität und Verlassen-Sein, von Poesie und Abwärtsspirale transportiert. Dieser Banger 💥 hat mich bereits nach wenigen Seiten nicht mehr losgelassen und regt sehr zum Mit- und Nachdenken an. Mit wenig Worten transportiert der Autor so krass viel — insbesondere auch zwischen den Zeilen und Wörtern und bahnt sich den Weg ins Herz. Großartige Literatur ❤️🔥 , die mich auch an die beiden krassen Romane (»HUND, WOLF, SCHAKAL« & »Als wir Schwäne waren« 🦢) des deutsch-iranischen Schriftsteller Behzad Karim Khani erinnert. »bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann« ist das autobiografisches Debüt vom Norweger Oliver Lovrenski (grandios übersetzt 🇳🇴 von Karoline Hippe❣️), das er zeitweise auf seinem Handy getippt hat 📲. Von mir gibt’s eine große Leseempfehlung.💖 »und FÜR ALLE die zu beschäftigt sind ihre eigene story am leben zu halten Um sie zu erzählen« (S.5) ❤️🩹

Gewaltige Bilder
Der Roman „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ nimmt uns mit in ein Millieu, in dem Väter abwesend oder unberechenbar sind; in dem Mütter ständig besorgt sind, aber zu überarbeitet und überlastet, um sich Problemen ihrer Kinder wirklich anzunehmen; in dem Freunde von einem Tag auf den anderen verschwinden (müssen); in der Armut normal ist und die Aussicht auf schnelles Geld verlockend. Er beschreibt ein Aufwachsen im Wilden Westen moderner Großstädte, in denen Drogen schon für Kinder zugänglich sind und das Recht des Stärkeren gilt. Und er beschreibt Beziehungen: zu Freunden, die Familie werden, zu Familie, die kein sicherer Ort ist, über transgenerationales Leid. Lovrenski ist kein Freund langer Sätze und dramaturgisch aufgebauter Kapitel. Nichtsdestotrotz schafft er es, mit wenigen Worten gewaltige Bilder zu erzeugen und Emotionen nuanciert zu transportieren.
Überraschendes Highlight
Zunächst wusste ich nicht, was ich von diesem Buch erwarten soll, aber der Titel alleine hat mich schon so neugierig gemacht, dass ich es lesen wollte. Der Ich-Erzähler Ivor nimmt einen mit in die Straßen Oslos, wo Gewalt, Drogen aber auch die Freundschaft zu seinen 3 "Brüdern" seinen Alltag prägen. Geschrieben ist das Buch in Slang und Jugendsprache, wodurch es am Anfang nicht so leicht zu verstehen ist, ein Glossar mit vielen Begriffen ist aber am Ende des Buches angehangen. Zudem ist es in viele kleine Kapitel gegliedert, nie mehr als 1-2 Seiten. Rechtschreibung und Grammatik sind auch eher ein Vorschlag. Insgesamt war dieses Buch ein Jahreshighlight, welches ich so nicht erwartet hätte. Vielleicht auch gerade durch diesen besonderen Schreibstil konnte ich gut mit Ivor und seinen Brüdern mitempfinden.
Ein Buch, dass sich anfühlt als dürften wir direkt die Gedanken, die Seele und das Herz des Erzählers von den Seiten nehmen.
Vier Jungs. Oslo. Hoffnungslosigkeit. Drogen. Kriminalität. Freundschaft. Gewalt. Traurigkeit. Überleben. Zusammenhalt. Ein fragmentarischer Roman der einen beeindruckenden Zeitgeist beeindruckend zum Leben erweckt.
Roh & ehrlich
Auf den ersten Seiten wollte ich aussteigen: Keine Interpunktion, keine Groß- und Kleinschreibung, viel Slang (den ich teils googlen musste) & fragmentartige Texte, die wie Handynotizen anmuteten- was auch der Fall war, wie ich später herausgefunden habe. Denn der junge Autor hat seinen Debut-Roman auf seinem Handy verfasst... Die Story nimmt einen mit, ist aufwühlend, anders. Man bekommt Einblicke in Leben/Szenen, die man sehr wahrscheinlich als LeserIn nicht teilt & das wiederum ist spannend. Manchmal sind die Texte sowohl inhaltlich als auch sprachlich kaum auszuhalten, aber: der Schreibstil ist ehrlich und roh, das mochte ich.
Aufwändige Literatur
“Aufwändig” ist nicht unbedingt ein negatives Wort, kann aber schnell zu einem werden. Wenn das aufwändige Buch beispielsweise nicht fördert und einfach nur einen untypischen Schreibstil besitzt, der verwirrt und langweilt, kann es kritisch werden. “bruder, wenn wir nicht familiy sind, wer dann” besitzt kein einziges großgeschriebenes Wort und keinen einzigen Punkt, ist dafür mit Jugendsprache und grammatikalischen Fehlern, die damit Hand in Hand gehen, übersät. Fremdwörter lassen sich ebenso sehr oft finden und es gibt außerdem einen Glossar ganz hinten im Buch. Die Kapitälchen, wenn sich das so sagen lässt, sind nie länger als eine Seite. Wohl eher erinnern sie an chaotische Tagebucheinträge, die ein Teenager flüchtig niederschreibt, ohne auf die Lesbarkeit und Richtigkeit zu achten. Neu ist die Idee zwar und sie fängt die Merkmale der Abgrund-nahen Charaktere, einem Leser/ einer Leserin kann es aber schnell anstrengend und unverständlich werden. Natürlich ist Kritik stets subjektiv, ich rede nur davon, dass es komplett verschiedene Meinungen wegen der gewissen Eigenartigkeit dieses Buches geben wird, was nicht unbedingt gut ist. Potenzial hätte das Buch trotzdem. Es werden wichtige Themen behandelt wie Drogen, Gewalt ec.. Dies wäre vor allem für Jugendliche selbst interessant, weil vor allem sie auf diese Probleme treffen und womöglich auch viele der Jugendwörter mehr verstehen würden als die Erwachsenen. Das Cover ist schlicht, passt aber zum Stil. Auch war die Lektüre anfangs sogar spannend, bis die Schreibweise langsam immer anstrengender wurde. Ansonsten hätte das Buch Potenzial. Fazit: Lesen, wenn man auf Ungewöhnliches und (übertrieben?) Kreatives steht.
mal was ganz anderes, es wird kleine groß/kleinschreibung genutzt, keine satzzeichen, es ist wie ein ewiger innerer monolog eins charakters. zwischenzeitlich sexistische äußerungen, meiner meinung nach aber aufgrund der rein männlichen perspektive realistisch. interessant, wie hier mit migrantisch-sein, freundschaft und kultur umgegangen wird!
Oliver Lovrenski hat mit diesem Roman eine Erzählweise geschaffen, die sich unvergleichlich direkt und authentisch anfühlt. Die fragmentarischen, fast notizartigen Gedanken von Ivor erinnern an Sprachmemos oder ein digitales Tagebuch – roh, ungeschönt und doch voller Emotion. Dass Teile des Romans auf dem Handy geschrieben wurden, spürt man in jedem Satz: Die Sprache ist nah dran am echten Leben, geprägt von Jugendsprache und einer sachlichen Direktheit, die tief trifft. Gerade diese nüchterne Art hat mich besonders berührt. Obwohl ich schon unzählige emotional geschriebene Romane gelesen habe, ging mir die Geschichte von Ivor und seinen Freunden besonders nahe. Sie zeigt das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, ohne große Dramatik – und genau das macht sie so intensiv. Ein großes Lob auch an die Übersetzerin, die die Sprachmelodie perfekt ins Deutsche übertragen hat. Die Geschichte liest sich so natürlich, als wäre sie direkt auf Deutsch geschrieben worden. Ein außergewöhnlicher Roman, der sich durch seine Form und Sprache von vielen anderen abhebt!
Auch eine andere Welt…
Das Buch ermöglicht einen Blick in eine Parallel Gesellschaft, die vielen von uns fremd ist. Eine Welt voll Drogen und Gewalt. Es geht dabei nicht darum irgendeine Moralkeule zu schwingen. Vielmehr ist es eine simple Beschreibung der Realität in dieser anderen Welt. Ich glaube es nimmt jeder Leser eine unterschiedliche Botschaft mit. Die Erzählweise mit den vielen Ultra kurzen Geschichten, die quasi eher unzusammenhängend wie Erinnerungs- oder Story Fetzen aneinander gefügt sind, ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, macht aber im laufe des Buches den ganz besonderen Charme aus. Mich hat es gut mitgenommen.
wir wollten 2pac werden und zlatan und jordan und tyson und eldon und banksy und unternehmer wie musk, an träumen hat es uns nie gefehlt, nur an hoffnung und darum sind wir heute hier und werden chapos - Buchzitat S. 35 (E-Book) In seinem autobiografisch geprägten Debütroman „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ erzählt Oliver Lovrenski die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher, die zwischen Gewalt, Drogen und Kriminalität nach Zugehörigkeit und Identität suchen. Der norwegische Autor, geboren 2003, wuchs in Oslo als Sohn einer Kroatin und eines Norwegers auf und schrieb Teile des Romans auf seinem Handy. Sein Buch wurde vielfach ausgezeichnet, monatelang auf Bestsellerlisten geführt und in 15 Sprachen übersetzt. Der Roman wurde von Karoline Hippe ins Deutsche übersetzt. Worum geht’s genau? Ivor, Marco, Jonas und Arjan sind junge Männer, die in Oslo aufwachsen, aber keinen Platz in der scheinbar perfekten Gesellschaft finden. Sie leben am Rand der Stadt und der Gesellschaft – ihre Eltern sind kaum präsent, die Polizei und das Jugendamt immer in ihrer Nähe. Die Schule ist für sie keine Option, stattdessen verbringen sie ihre Zeit in heruntergekommenen Einkaufszentren, auf der Straße oder in selbstgebauten Fitnessstudios. Zwischen Drogen, Gewalt und dem ständigen Gefühl, nicht dazuzugehören, halten sie sich gegenseitig fest – ihre Freundschaft ist ihr Anker. Doch als einer von ihnen zu weit geht, droht ihr zerbrechliches Gefüge endgültig auseinanderzubrechen. Meine Meinung Schon der Klappentext hat mich sofort angesprochen, da ich selbst in der Jugendarbeit tätig bin und das Thema soziale Ausgrenzung mich sehr interessiert. Das Buch hat mich direkt in seinen Bann gezogen – aber es hat auch einige Herausforderungen mit sich gebracht. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig: Lovrenski schreibt ausschließlich in Kleinschreibung und nutzt eine rohe Jugendsprache, die zunächst ungewohnt ist. Für einige Leser:innen könnte das abschreckend wirken, doch es trägt stark zur Authentizität des Romans bei. Wer Schwierigkeiten mit bestimmten Begriffen hat, findet im hinteren Teil des Buches ein hilfreiches Glossar. Ich persönlich mochte diese sprachliche Gestaltung sehr, da sie das Gefühl verstärkt, direkt in die Lebensrealität der Figuren einzutauchen. Besonders beeindruckt hat mich die emotionale Wucht, mit der Lovrenski schreibt – umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass er gerade einmal 20 Jahre alt war, als das Buch erschien. Der Roman erzählt von Jugendlichen, die keine Chance auf Integration haben, sei es aufgrund ihres Migrationshintergrunds oder ihrer Herkunft aus einem sozioökonoomisch schlecht ausgestatteten Milieu. Es geht um Zugehörigkeit, Identität, Freundschaft, Gewalt, Drogen, Rassismus und die Suche nach Halt in einer Gesellschaft, die sie nicht auffängt. Der Erzählstil wirkt bruchstückhaft – fast wie eine Sammlung von Erinnerungen oder Momentaufnahmen. Die kurzen Kapitel (oft nur eine Seite lang) treiben das Tempo voran und verstärken das Gefühl von Rastlosigkeit, das die Figuren umgibt. Diese fragmentierte Struktur macht das Buch einzigartig, könnte aber für einige Leser:innen ungewohnt oder herausfordernd sein. Trotz der harten Themen gibt es immer wieder Momente von Wärme und sogar Humor, die die Geschichte auflockern und die Figuren noch greifbarer machen. Lovrenski schreibt authentisch, direkt und ohne Beschönigung – man spürt, dass er selbst aus diesem Milieu stammt und genau weiß, wovon er spricht. Fazit „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ist ein intensiver, roher und eindringlicher Roman, der den Leser:innen einen schonungslosen Einblick in das Leben von Jugendlichen gibt, die in unserer Gesellschaft oft übersehen werden. Der unkonventionelle Schreibstil und die fragmentarische Erzählweise könnten nicht jedem/jeder zusagen, doch gerade diese Elemente machen das Buch so einzigartig. Lovrenski gelingt es, Härte und Verletzlichkeit miteinander zu verbinden und eine Geschichte zu erzählen, die lange nachhallt. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen – eine klare Leseempfehlung.
I’ve discovered this book more or less by accident while searching for a book as a birthday present for a friend. I bought it for her, looked through a few pages and i couldn’t get it out of my mind for a couple of weeks until I finally bought it for myself. The way this book is written is so „natural“, it really reads like a casual diary by Ivor. The scenarios were described with so little yet so much detail and I could imagine many of them vividly. Also, I appreciated the ability of some jokes throughout very dark times for the group. Some scenes also really got emotional for me as the reader. Furthermore I loved the ups and downs of the book, with increasingly more downs towards the end, it really heightened the „slipping through the system“ experience. Great book, can really recommend.
Oliver Lovrenski hat mit diesem Roman eine Erzählweise geschaffen, die sich unvergleichlich direkt und authentisch anfühlt. Die fragmentarischen, fast notizartigen Gedanken von Ivor erinnern an Sprachmemos oder ein digitales Tagebuch – roh, ungeschönt und doch voller Emotion. Dass Teile des Romans auf dem Handy geschrieben wurden, spürt man in jedem Satz: Die Sprache ist nah dran am echten Leben, geprägt von Jugendsprache und einer sachlichen Direktheit, die tief trifft. Gerade diese nüchterne Art hat mich besonders berührt. Obwohl ich schon unzählige emotional geschriebene Romane gelesen habe, ging mir die Geschichte von Ivor und seinen Freunden besonders nahe. Sie zeigt das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, ohne große Dramatik – und genau das macht sie so intensiv. Ein großes Lob auch an die Übersetzerin, die die Sprachmelodie perfekt ins Deutsche übertragen hat. Die Geschichte liest sich so natürlich, als wäre sie direkt auf Deutsch geschrieben worden. Ein außergewöhnlicher Roman, der sich durch seine Form und Sprache von vielen anderen abhebt!
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Author Description
Oliver Lovrenski, geboren 2003, wuchs in Oslo als Sohn einer Kroatin und eines Norwegers auf. Sein Debütroman "bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann", den er teilweise auf dem Handy schrieb, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, stand monatelang auf der Bestsellerliste und wird weltweit in 15 Sprachen übersetzt.
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Absolut krankes Buch über die Straßenkriminalität Norwegens aus erster Hand.
Ich habe mir dieses Buch auf Grund eines Berichts zum Gastland der LBM 2025 gekauft, in dem der Autor erzählte, dass dieses Buch so geschrieben ist, wie tatsächlich auf der Straße gesprochen wird. Das es allerdings so heftig wird, hätte ich nicht gedacht. Positiv ist natürlich, dass dadurch ein neues Klientel auf Bücher aufmerksam gemacht wird. Mein Fall ist es nicht. Wäre ich nicht so neugierig, hätte ich das Buch nach 60 Seiten abgebrochen, weil ich die Sprache nicht verstanden habe und keine Zusammenhänge erkennen konnte. Inhaltlich ist mir das zu verwirrend, aber dafür es autobiografisch ist, es für "normale" Menschen sehr weit entfernt. Ich hoffe, dass die Leute von der Straße das Buch lesen und auf den richtigen Weg finden.

Oliver Lovrenski hat mit „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ein Debüt geschrieben, das kompromisslos, roh und zutiefst berührend ist. Der junge Autor – Jahrgang 2003 – erzählt mit sprachlicher Wucht und ungewöhnlicher stilistischer Klarheit vom Aufwachsen vierer Jugendlicher in den Schattenzonen Oslos: Ivor, Marco, Arjan und Jonas. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Drogen, Gewalt, Verzweiflung – aber vor allem über Zusammenhalt. Die Form des Romans ist so unkonventionell wie seine Inhalte. Die Erzählung besteht aus kurzen, oft nur wenige Zeilen langen Fragmenten, ohne klassische Interpunktion, oft ganz in Kleinschreibung. Was wie Chaos anmutet, ist in Wahrheit präzise komponierte Literatur. Der Text wirkt wie ein Strom von Gedanken, wie ein Beat, der seine Leser*innen durch das Buch trägt. Es ist eine Sprache, die von der Straße kommt, aus den Communities, aus der Realität – und dabei überraschend poetisch, verletzlich und zart. Erzähler Ivor spricht direkt mit uns, zieht uns hinein in seine Welt, konfrontiert uns mit Drogenexzessen, Loyalitätskonflikten und dem Gefühl, von der Gesellschaft abgeschrieben zu sein. Immer wieder wendet er sich an uns – „weißt du“, „verstehst du“ – als wolle er sich vergewissern, dass jemand da ist, der zuhört. Diese direkte Ansprache erzeugt Nähe, Verbindlichkeit und eine fast beklemmende Intimität. Was diesen norwegischen Autor so besonders macht, ist sein Gespür für Ambivalenz. Die Figuren sind keine Helden, aber auch keine reinen Opfer. Sie sind aggressiv und zärtlich, abgestumpft und voller Sehnsucht. Sie sehnen sich nach Halt, nach Familie, nach einem Ort, an dem sie nicht kämpfen müssen. Die Gewalt, die sie erleben und ausüben, ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck einer Welt, die ihnen wenig bietet außer Härte. Lovrenski erzählt nicht nur von einer Jugend, er gibt ihr eine Stimme – klar, ungeschönt, und trotzdem voller Wärme. Dabei bleibt er wertungsfrei, lässt Raum für Interpretation, für Mitgefühl, für Widerspruch. Seine Figuren leben am Rand – und doch mitten unter uns. Die Szenen, die Lovrenski beschreibt, brennen sich ein. Es sind kleine, stille Tragödien, die mehr sagen als ganze Sozialromane. „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ist literarisches Neuland: zärtlich, wütend, politisch und hochaktuell. Oliver Lovrenski hat eine neue Stimme geschaffen – ein sprachgewaltiges, radikales und authentisches Debüt, das formale Grenzen sprengt und emotional tief trifft. Aus dem Norwegischen von Karoline Hippe.

el chapo "wir wollen 2pac werden und zlatan und jordan und tyson und eldon und banksy und unternehmer wie musk, an träumen hat es uns nie gefehlt, nur an hoffnung und darum sind wir heute hier und werden chapos." Oslo - für viele eine entspannte, schöne Stadt, in der das norwegische Hygge gelebt wird. Aber Oslo hat neben seinem nordischen Flair, auch eine andere Seite. Vier Freunde, Ivor (Kroate), Marco (Somalier), Arjan (Inder) und Jonas (Norweger) leben parallel zu dem schönen, entspannten, normalen Leben. Sie hatten Träume und Wünsche, aber die Drogen, egal welche, waren schneller und stärker. Sie kiffen, sie dealen, sie kloppen sich, sie leben, sie überleben. Sie verlieren Familie, Freunde, Hoffnung, Wünsche und Ziele. Aber sie leben und überleben. Ein schnelllebiger, ernsthafter, teilweise witziger, liebevoller, trauriger, echter Roman. Es ist Olivers Debüt, mit vielen autobiographischen Anteilen, ich kann ihn nur empfehlen.
Das Buch stand schon länger auf meiner Liste und ich hab es zufällig in der Bücherei entdeckt und gleich mitgenommen. Interessant fand ich das Buch, als ich es entdeckt habe, vor allem wegen dem Titel. Der Inhalt des Buches hätte mich wahrscheinlich nicht gekriegt, mich interessieren Geschichten über weibliche Protagonistinnen sehr viel mehr als die über männliche. Aber hey, auch die Geschichte hat mich überzeugt. Der Roman ist sehr fragmentiert geschrieben und ich hatte deswegen und, weil so viel norwegischer Slang und Drogenbegriffe auftauchen, erstmal Schwierigkeiten, in die Story zu finden. Aber das hab ich und irgendwann hat es mir richtig gut gefallen, ich habe eine Verbindung zu den Protagonisten aufgebaut und hab mitgefühlt. Die Schicksale der Protagonisten haben mich auch nach Beenden des Buches sehr melancholisch gestimmt, immerhin ist man dabei, wie sie aufwachsen und zu Dealern und Junkies werden. Aber gutes Buch, ich bin froh, dass so ein catchy Titel gewählt wurde!
Herzzerreißend!
„Bruder, wenn wir nicht Familie sind, wer dann“ von Oliver Lovrenski ist ein kraftvolles und zugleich erschütterndes Debüt, das tief in die Welt einer Jugend eintaucht, die sich zwischen Entfremdung, Gewalt und Hoffnungslosigkeit verloren fühlt. Im Roman folgen wir vier jungen Männern – Ivor, Marco, Jonas und Arjan – die in einer Gesellschaft leben, die ihnen keine Perspektiven bietet. Sie kämpfen mit Drogen, Gewalt und dem ständigen Gefühl, von der Welt um sie herum ausgeschlossen zu sein. Die Atmosphäre des Buches ist düster und von einem ständigen Druck geprägt, der die Charaktere vorantreibt. Sie bewegen sich zwischen den schillernden Oberflächen der Stadt Oslo, mit all ihren hippen Bars und Cafés, doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine Welt aus Grit und Zerbrochenheit. Ihre Realität spielt sich an den Rändern der Gesellschaft ab – in verfallenen Einkaufszentren, auf Straßen, in der Dunkelheit, die mit der ständigen Drohung von Polizei und Jugendamt durchzogen ist. Trotz dieser düsteren Rahmenbedingungen gelingt es Lovrenski, Zärtlichkeit und Liebe in den Beziehungen der Protagonisten zu zeigen. Besonders die enge Freundschaft zwischen den vier jungen Männern ist ein zentrales Thema des Romans. Diese Bande gibt ihnen Halt und ein Gefühl von Zugehörigkeit, auch wenn ihre Welt immer weiter aus den Fugen gerät. Es ist diese Liebe, die sie unbesiegbar erscheinen lässt – bis ein tragisches Ereignis alles zerstört und die Gruppe langsam auseinanderbricht. Das Besondere an diesem Buch ist, wie Lovrenski es schafft, die inneren Konflikte seiner Protagonisten auf eine eindrucksvolle Weise darzustellen. Der Autor taucht tief in die Psyche ein, lässt uns ihre Ängste, Hoffnungen und den ständigen Wunsch nach einem besseren Leben miterleben. Die Sprache ist roh und ungeschönt, was dem Buch eine ganz eigene Intensität verleiht. „Bruder, wenn wir nicht Familie sind, wer dann“ ist kein Buch, das man einfach so nebenbei liest. Es fordert den Leser heraus und lässt einen mit den Protagonisten auf eine Reise gehen, die ebenso schmerzhaft wie aufrüttelnd ist. Oliver Lovrenski gelingt es, die Abgründe der modernen Jugend auf eine Art und Weise zu beleuchten, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig Mitgefühl weckt. Ein beeindruckendes Debüt, das sowohl brutal als auch berührend ist.
roh, echt, verletzlich
Ich muss sagen, das Cover passt echt gut zu dem, was einen inhaltlich erwartet. Es ist so anders und ungewohnt und das hat sich, zumindest für mich, durch das ganze Buch gezogen, aber nicht im negativen Sinne. Dieses knallige Rot zieht den Blick auf sich und so tun es die Charaktere in diesem Buch wohl auch. Ivor, aus dessen Perspektive das Ganze erzählt wird, wenn auch anders als man das vielleicht erwartet, Marco, Jonas und Arjan sind Charaktere bei deren Begegnen ich in der Realität doch die Straßenseite, oder lieber die Straße wechseln würde. Keine Leute, mit denen ich mich abgeben würde, aus Angst, in Sachen hineingezogen zu werden, in die man nicht hineingezogen werden will. Und obwohl die ganze Geschichte so anders erzählt wird, ein bisschen wirkt, als würde dir ein Betrunkener im Vollrausch mit Aussetzern etwas erzählen, so hat man doch gut erlebt, wie fest die Bindung ist, die die Jungs zueinander haben. Diese Freundschaft ist eine, die geht wahrlich durch dick und dünn. Und auch, wenn ich sagen muss, dass gerade ihrer Umstände wegen und der gesellschaftlichen Kreise in denen die vier sich bewegen, niemals so ein Gedanke in mir hochkochen würde, wo ich mit den vieren relate, muss ich doch sagen, dass mich die ein oder andere Sache dann doch vor Mitgefühl hat Schlucken lassen. Eben weil das Ganze so echt wirkt. Weil man, ohne die ganzen Leute je wirklich kennenzulernen, auch versteht, wie wichtig sie sich gegenseitig sind. Und hier bricht irgendwann etwas aus dem Gefüge und verändert es grundlegend, das zu lesen war dann so einfach doch nicht. Und irgendwie überrascht es mich, wie mich das Buch in der Hinsicht doch berühren konnte. Davon abgesehen, dass ich mir beim Lesen die ganze Zeit gedacht habe, wie interessant ich es finde, durch Ivors Augen in eine neue Gesellschaftsschicht blicken zu können, die mir in einer privilegierteren Stellung so fernliegt. Obwohl der Schreibstil sich so von allem unterscheidet, was ich gewohnt bin und kenne, fliegt man doch nur so durch die Seiten. Es lässt sich superflüssig lesen, auch, wenn ich anfangs befürchtet habe, über die Sprache zu stolpern, derer sich die Charaktere hier bedienen. Aber das Glossar hinten im Buch hat da schon enorm geholfen, auch, wenn ich anmerken kann, dass es ruhig hätte länger sein können, einige Sachen habe ich dort nämlich nicht gefunden. Trotzdem wirkt dieses ganze Geschichte so echt, dass ich nicht überrascht wäre, würde mir jemand erzählen, es gibt Leute, die wirklich so aufwachsen, so Leben, dass es ihre Realität ist. Ich wäre eher überrascht, würde mir jemand sagen, es sei nicht der Fall. Das mag ich an dem Buch auch irgendwie, dass es so echt und roh wirkt, so verletzlich, auch, wenn die Charaktere nicht den Eindruck machen, sie wären es. Fazit: ‚bruder wenn wir nicht family sind, wer dann‘ ist ganz anders, als ich das kenne und genau deswegen finde ich es so gut. Ein Blick in einen anderen Teil der Gesellschaftsschichten, ein klein wenig befremdlich aber doch irgendwie zum Mitfühlen echt. Kanns echt nur empfehlen.

»ich so zu marco, ey, dieses mädchen ist different, bruder, die will ich gut behandeln, nicht so wie die anderen, die waren alle irgendwann beleidigt, und marco nur, bruder, sie ist vielleicht different, aber du nicht« (S.138) 🥀 In fragmentarischen, kurzen Kapiteln erzählt der Autor (s)eine Coming-of-Age Story auf den Straßen Oslo’s mit all dessen den Highs & Lows: Von Zusammenhalt, bedingungsloser Friendship, Family, Love, Brutalität, Rassismus, Kriminalität, Stress, Schule, Alltag, Dealen, und (zu) vielen Dr0gen. Gelungen skizziert er ungeschönt das Leben von vier migrantischen Jugendlichen — Ivor, Marco, Jonas & Arjan — in Oslo, die immer tiefer in den Sog der Straße gezogen werden. Ähnlich wie Lesende von diesem Banger 💥 Die Abschnitte sind selten länger als eine Seite und transportieren mit dem ganz eigenen Stil (moderne Sprache / Wörter; als Satzzeichen ausschließlich Kommata; Fragmente sowohl im Inhalt auch als auch Satzbau). Mit diesem krass authentischen Sound wird die Parallelität von Härte und Verletzlichkeit, von Stolz und Wunden, von Loyalität und Verlassen-Sein, von Poesie und Abwärtsspirale transportiert. Dieser Banger 💥 hat mich bereits nach wenigen Seiten nicht mehr losgelassen und regt sehr zum Mit- und Nachdenken an. Mit wenig Worten transportiert der Autor so krass viel — insbesondere auch zwischen den Zeilen und Wörtern und bahnt sich den Weg ins Herz. Großartige Literatur ❤️🔥 , die mich auch an die beiden krassen Romane (»HUND, WOLF, SCHAKAL« & »Als wir Schwäne waren« 🦢) des deutsch-iranischen Schriftsteller Behzad Karim Khani erinnert. »bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann« ist das autobiografisches Debüt vom Norweger Oliver Lovrenski (grandios übersetzt 🇳🇴 von Karoline Hippe❣️), das er zeitweise auf seinem Handy getippt hat 📲. Von mir gibt’s eine große Leseempfehlung.💖 »und FÜR ALLE die zu beschäftigt sind ihre eigene story am leben zu halten Um sie zu erzählen« (S.5) ❤️🩹

Gewaltige Bilder
Der Roman „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ nimmt uns mit in ein Millieu, in dem Väter abwesend oder unberechenbar sind; in dem Mütter ständig besorgt sind, aber zu überarbeitet und überlastet, um sich Problemen ihrer Kinder wirklich anzunehmen; in dem Freunde von einem Tag auf den anderen verschwinden (müssen); in der Armut normal ist und die Aussicht auf schnelles Geld verlockend. Er beschreibt ein Aufwachsen im Wilden Westen moderner Großstädte, in denen Drogen schon für Kinder zugänglich sind und das Recht des Stärkeren gilt. Und er beschreibt Beziehungen: zu Freunden, die Familie werden, zu Familie, die kein sicherer Ort ist, über transgenerationales Leid. Lovrenski ist kein Freund langer Sätze und dramaturgisch aufgebauter Kapitel. Nichtsdestotrotz schafft er es, mit wenigen Worten gewaltige Bilder zu erzeugen und Emotionen nuanciert zu transportieren.
Überraschendes Highlight
Zunächst wusste ich nicht, was ich von diesem Buch erwarten soll, aber der Titel alleine hat mich schon so neugierig gemacht, dass ich es lesen wollte. Der Ich-Erzähler Ivor nimmt einen mit in die Straßen Oslos, wo Gewalt, Drogen aber auch die Freundschaft zu seinen 3 "Brüdern" seinen Alltag prägen. Geschrieben ist das Buch in Slang und Jugendsprache, wodurch es am Anfang nicht so leicht zu verstehen ist, ein Glossar mit vielen Begriffen ist aber am Ende des Buches angehangen. Zudem ist es in viele kleine Kapitel gegliedert, nie mehr als 1-2 Seiten. Rechtschreibung und Grammatik sind auch eher ein Vorschlag. Insgesamt war dieses Buch ein Jahreshighlight, welches ich so nicht erwartet hätte. Vielleicht auch gerade durch diesen besonderen Schreibstil konnte ich gut mit Ivor und seinen Brüdern mitempfinden.
Ein Buch, dass sich anfühlt als dürften wir direkt die Gedanken, die Seele und das Herz des Erzählers von den Seiten nehmen.
Vier Jungs. Oslo. Hoffnungslosigkeit. Drogen. Kriminalität. Freundschaft. Gewalt. Traurigkeit. Überleben. Zusammenhalt. Ein fragmentarischer Roman der einen beeindruckenden Zeitgeist beeindruckend zum Leben erweckt.
Roh & ehrlich
Auf den ersten Seiten wollte ich aussteigen: Keine Interpunktion, keine Groß- und Kleinschreibung, viel Slang (den ich teils googlen musste) & fragmentartige Texte, die wie Handynotizen anmuteten- was auch der Fall war, wie ich später herausgefunden habe. Denn der junge Autor hat seinen Debut-Roman auf seinem Handy verfasst... Die Story nimmt einen mit, ist aufwühlend, anders. Man bekommt Einblicke in Leben/Szenen, die man sehr wahrscheinlich als LeserIn nicht teilt & das wiederum ist spannend. Manchmal sind die Texte sowohl inhaltlich als auch sprachlich kaum auszuhalten, aber: der Schreibstil ist ehrlich und roh, das mochte ich.
Aufwändige Literatur
“Aufwändig” ist nicht unbedingt ein negatives Wort, kann aber schnell zu einem werden. Wenn das aufwändige Buch beispielsweise nicht fördert und einfach nur einen untypischen Schreibstil besitzt, der verwirrt und langweilt, kann es kritisch werden. “bruder, wenn wir nicht familiy sind, wer dann” besitzt kein einziges großgeschriebenes Wort und keinen einzigen Punkt, ist dafür mit Jugendsprache und grammatikalischen Fehlern, die damit Hand in Hand gehen, übersät. Fremdwörter lassen sich ebenso sehr oft finden und es gibt außerdem einen Glossar ganz hinten im Buch. Die Kapitälchen, wenn sich das so sagen lässt, sind nie länger als eine Seite. Wohl eher erinnern sie an chaotische Tagebucheinträge, die ein Teenager flüchtig niederschreibt, ohne auf die Lesbarkeit und Richtigkeit zu achten. Neu ist die Idee zwar und sie fängt die Merkmale der Abgrund-nahen Charaktere, einem Leser/ einer Leserin kann es aber schnell anstrengend und unverständlich werden. Natürlich ist Kritik stets subjektiv, ich rede nur davon, dass es komplett verschiedene Meinungen wegen der gewissen Eigenartigkeit dieses Buches geben wird, was nicht unbedingt gut ist. Potenzial hätte das Buch trotzdem. Es werden wichtige Themen behandelt wie Drogen, Gewalt ec.. Dies wäre vor allem für Jugendliche selbst interessant, weil vor allem sie auf diese Probleme treffen und womöglich auch viele der Jugendwörter mehr verstehen würden als die Erwachsenen. Das Cover ist schlicht, passt aber zum Stil. Auch war die Lektüre anfangs sogar spannend, bis die Schreibweise langsam immer anstrengender wurde. Ansonsten hätte das Buch Potenzial. Fazit: Lesen, wenn man auf Ungewöhnliches und (übertrieben?) Kreatives steht.
mal was ganz anderes, es wird kleine groß/kleinschreibung genutzt, keine satzzeichen, es ist wie ein ewiger innerer monolog eins charakters. zwischenzeitlich sexistische äußerungen, meiner meinung nach aber aufgrund der rein männlichen perspektive realistisch. interessant, wie hier mit migrantisch-sein, freundschaft und kultur umgegangen wird!
Oliver Lovrenski hat mit diesem Roman eine Erzählweise geschaffen, die sich unvergleichlich direkt und authentisch anfühlt. Die fragmentarischen, fast notizartigen Gedanken von Ivor erinnern an Sprachmemos oder ein digitales Tagebuch – roh, ungeschönt und doch voller Emotion. Dass Teile des Romans auf dem Handy geschrieben wurden, spürt man in jedem Satz: Die Sprache ist nah dran am echten Leben, geprägt von Jugendsprache und einer sachlichen Direktheit, die tief trifft. Gerade diese nüchterne Art hat mich besonders berührt. Obwohl ich schon unzählige emotional geschriebene Romane gelesen habe, ging mir die Geschichte von Ivor und seinen Freunden besonders nahe. Sie zeigt das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, ohne große Dramatik – und genau das macht sie so intensiv. Ein großes Lob auch an die Übersetzerin, die die Sprachmelodie perfekt ins Deutsche übertragen hat. Die Geschichte liest sich so natürlich, als wäre sie direkt auf Deutsch geschrieben worden. Ein außergewöhnlicher Roman, der sich durch seine Form und Sprache von vielen anderen abhebt!
Auch eine andere Welt…
Das Buch ermöglicht einen Blick in eine Parallel Gesellschaft, die vielen von uns fremd ist. Eine Welt voll Drogen und Gewalt. Es geht dabei nicht darum irgendeine Moralkeule zu schwingen. Vielmehr ist es eine simple Beschreibung der Realität in dieser anderen Welt. Ich glaube es nimmt jeder Leser eine unterschiedliche Botschaft mit. Die Erzählweise mit den vielen Ultra kurzen Geschichten, die quasi eher unzusammenhängend wie Erinnerungs- oder Story Fetzen aneinander gefügt sind, ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, macht aber im laufe des Buches den ganz besonderen Charme aus. Mich hat es gut mitgenommen.
wir wollten 2pac werden und zlatan und jordan und tyson und eldon und banksy und unternehmer wie musk, an träumen hat es uns nie gefehlt, nur an hoffnung und darum sind wir heute hier und werden chapos - Buchzitat S. 35 (E-Book) In seinem autobiografisch geprägten Debütroman „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ erzählt Oliver Lovrenski die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher, die zwischen Gewalt, Drogen und Kriminalität nach Zugehörigkeit und Identität suchen. Der norwegische Autor, geboren 2003, wuchs in Oslo als Sohn einer Kroatin und eines Norwegers auf und schrieb Teile des Romans auf seinem Handy. Sein Buch wurde vielfach ausgezeichnet, monatelang auf Bestsellerlisten geführt und in 15 Sprachen übersetzt. Der Roman wurde von Karoline Hippe ins Deutsche übersetzt. Worum geht’s genau? Ivor, Marco, Jonas und Arjan sind junge Männer, die in Oslo aufwachsen, aber keinen Platz in der scheinbar perfekten Gesellschaft finden. Sie leben am Rand der Stadt und der Gesellschaft – ihre Eltern sind kaum präsent, die Polizei und das Jugendamt immer in ihrer Nähe. Die Schule ist für sie keine Option, stattdessen verbringen sie ihre Zeit in heruntergekommenen Einkaufszentren, auf der Straße oder in selbstgebauten Fitnessstudios. Zwischen Drogen, Gewalt und dem ständigen Gefühl, nicht dazuzugehören, halten sie sich gegenseitig fest – ihre Freundschaft ist ihr Anker. Doch als einer von ihnen zu weit geht, droht ihr zerbrechliches Gefüge endgültig auseinanderzubrechen. Meine Meinung Schon der Klappentext hat mich sofort angesprochen, da ich selbst in der Jugendarbeit tätig bin und das Thema soziale Ausgrenzung mich sehr interessiert. Das Buch hat mich direkt in seinen Bann gezogen – aber es hat auch einige Herausforderungen mit sich gebracht. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig: Lovrenski schreibt ausschließlich in Kleinschreibung und nutzt eine rohe Jugendsprache, die zunächst ungewohnt ist. Für einige Leser:innen könnte das abschreckend wirken, doch es trägt stark zur Authentizität des Romans bei. Wer Schwierigkeiten mit bestimmten Begriffen hat, findet im hinteren Teil des Buches ein hilfreiches Glossar. Ich persönlich mochte diese sprachliche Gestaltung sehr, da sie das Gefühl verstärkt, direkt in die Lebensrealität der Figuren einzutauchen. Besonders beeindruckt hat mich die emotionale Wucht, mit der Lovrenski schreibt – umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass er gerade einmal 20 Jahre alt war, als das Buch erschien. Der Roman erzählt von Jugendlichen, die keine Chance auf Integration haben, sei es aufgrund ihres Migrationshintergrunds oder ihrer Herkunft aus einem sozioökonoomisch schlecht ausgestatteten Milieu. Es geht um Zugehörigkeit, Identität, Freundschaft, Gewalt, Drogen, Rassismus und die Suche nach Halt in einer Gesellschaft, die sie nicht auffängt. Der Erzählstil wirkt bruchstückhaft – fast wie eine Sammlung von Erinnerungen oder Momentaufnahmen. Die kurzen Kapitel (oft nur eine Seite lang) treiben das Tempo voran und verstärken das Gefühl von Rastlosigkeit, das die Figuren umgibt. Diese fragmentierte Struktur macht das Buch einzigartig, könnte aber für einige Leser:innen ungewohnt oder herausfordernd sein. Trotz der harten Themen gibt es immer wieder Momente von Wärme und sogar Humor, die die Geschichte auflockern und die Figuren noch greifbarer machen. Lovrenski schreibt authentisch, direkt und ohne Beschönigung – man spürt, dass er selbst aus diesem Milieu stammt und genau weiß, wovon er spricht. Fazit „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ist ein intensiver, roher und eindringlicher Roman, der den Leser:innen einen schonungslosen Einblick in das Leben von Jugendlichen gibt, die in unserer Gesellschaft oft übersehen werden. Der unkonventionelle Schreibstil und die fragmentarische Erzählweise könnten nicht jedem/jeder zusagen, doch gerade diese Elemente machen das Buch so einzigartig. Lovrenski gelingt es, Härte und Verletzlichkeit miteinander zu verbinden und eine Geschichte zu erzählen, die lange nachhallt. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen – eine klare Leseempfehlung.
I’ve discovered this book more or less by accident while searching for a book as a birthday present for a friend. I bought it for her, looked through a few pages and i couldn’t get it out of my mind for a couple of weeks until I finally bought it for myself. The way this book is written is so „natural“, it really reads like a casual diary by Ivor. The scenarios were described with so little yet so much detail and I could imagine many of them vividly. Also, I appreciated the ability of some jokes throughout very dark times for the group. Some scenes also really got emotional for me as the reader. Furthermore I loved the ups and downs of the book, with increasingly more downs towards the end, it really heightened the „slipping through the system“ experience. Great book, can really recommend.
Oliver Lovrenski hat mit diesem Roman eine Erzählweise geschaffen, die sich unvergleichlich direkt und authentisch anfühlt. Die fragmentarischen, fast notizartigen Gedanken von Ivor erinnern an Sprachmemos oder ein digitales Tagebuch – roh, ungeschönt und doch voller Emotion. Dass Teile des Romans auf dem Handy geschrieben wurden, spürt man in jedem Satz: Die Sprache ist nah dran am echten Leben, geprägt von Jugendsprache und einer sachlichen Direktheit, die tief trifft. Gerade diese nüchterne Art hat mich besonders berührt. Obwohl ich schon unzählige emotional geschriebene Romane gelesen habe, ging mir die Geschichte von Ivor und seinen Freunden besonders nahe. Sie zeigt das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, ohne große Dramatik – und genau das macht sie so intensiv. Ein großes Lob auch an die Übersetzerin, die die Sprachmelodie perfekt ins Deutsche übertragen hat. Die Geschichte liest sich so natürlich, als wäre sie direkt auf Deutsch geschrieben worden. Ein außergewöhnlicher Roman, der sich durch seine Form und Sprache von vielen anderen abhebt!























