Der Prozess
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Description
Kafkas wohl berühmtester Roman Gebundene Ausgabe Meilenstein der literarischen Moderne
Book Information
Author Description
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren. Von 1901 bis 1906 studierte er zunächst kurze Zeit Germanistik, dann Jura und promovierte zum Dr. jur. Nach einer einjährigen »Rechtspraxis« ging er 1907 zu den »Assicurazioni Generali« und ein Jahr später als Jurist zur »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt«, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1922 blieb. Ende 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz, es war der Beginn einer Tuberkulose, an der er am 3. Juni 1924 starb.
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Bin überwältigt!
Josef K. wird eines morgens, aus ihm nicht ersichtlichen Gründen, verhaftet. Weshalb oder warum er verhaftet wird, wird er nie erfahren. Selbst als er eines Sonntags zu seinem ersten Prozesstag, in eine doch recht zwielichtige Gegend, geladen wird, erfährt er nicht was ihm vorgeworfen wird. Das Gericht bleibt über die ganze Zeit des Prozesses anonym. Er versucht seine Unschuld selbst zu beweisen und da er mit seinem, ihm zugeteilten, Verteidiger nicht einverstanden ist, übernimmt er diese selbst. Mehr will und möchte ich nicht zum Inhalt nicht schreiben, da jeder einmal dieses Werk lesen sollte. Soweit bin ich noch nie aus meiner Komfortzone, was Bücher angeht, herausgekommen und noch nie habe ich für 280 Seiten so lange gebraucht. Der Schreibstil von Kafka ist teilweise sehr verwirrend, so dass ich einige Passagen öfters lesen musste um diese zu verstehen. Mit "Der Prozess" hat Franz Kafka ein literarisches Meisterwerk geschaffen, welches mich noch einige Zeit beschäftigen wird. Definitiv 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

(E-Book) Verschachtelte Sätze, Verwirrung....
... Schwierig... Ich kam mir vor wie bei Asterix und Obelix wo sie den Passierschein besorgen sollten... So ein Chaos... Das war wohl die Absicht des Buches, das Rechtssystem und alles was damit zusammenhängt in Frage zu stellen. Ich musste mich durch das Buch schleppen, vergebe 3 Sterne aufgrund der absolut verrückt konstruierten Erzählung.

Über Machtlosigkeit und Unwissen, welches, je mehr Informationen er bekommt, doch umso größer wird...
In einem Artikel las ich, dass Kafka mit den größten Ängsten der Menschheit spielt. Ich habe bis jetzt nur „Die Verwandlung“ und eben dieses Werk gelesen, doch beide bestätigen diese Aussage. So viele Worte ohne relevante Informationen, Wege, die doch keine Auswege sind und nie sein können, nicht zu wissen, was die Ursache war und wie es enden soll, ob es überhaupt enden kann... Das alles mag man sich gar nicht ausmalen! Es ist eine Folter vom feinsten, und man selbst fühlt mit.
Absolut bedrückend
Dieses Buch lässt mich richtig niedergeschlagen zurück. Fast hätte ich es gar nicht gelesen, da mir die Leute, die es in der Schule gelesen haben, davon abgeraten haben. Ich wollte jedoch anlässlich seines 100. Todesjahres endlich dieses Buch lesen und zum Glück habe ich es getan. Es ist eben ein Unterschied ob man etwas lesen muss oder es will. Josef K. wird an seinem 30. Geburtstag überraschend verhaftet und so in ein Gerichtswesen reingesogen, dass absolut undurchdringlich ist und nichts mit einer ordentlichen Gerichtsbarkeit zu tun hat. Diese Verwirrtheit und völlige Hilflosigkeit des K überträgt sich komplett auf den Leser. Man spürt regelrecht die Unfairness, die K zermürbt. Wie er von den Mühlen dieser geheimen Justiz zermahlen und sich gegen die undurchdringliche Bürokratie wehren will macht einen einfach nur fertig. Auch wenn K kein sonderlich sympathischer Charakter ist, will man ihm doch einfach nur helfen, muss aber mit ansehen, wie der Prozess alles von ihm abverlangt. Ich dachte auch, es wird schwieriger zu lesen sein, das hat sich jedoch nicht bestätigt. Der Schreibstil ist angenehmer als gedacht. Ich rechne es Büchern auch hoch an, wenn sie etwas in einem auslösen, auch wenn es wie in diesem Fall nur dauerhaftes Unwohlsein war. Ein wirklich belastendes aber zeitloses Werk.
Einfach nur langweilig…
…und mega weird geschrieben. Wenn man vom teils seltsamen Schreibstil absieht, ist auch die Story einfach nur komisch. Es kommt einfach kein Lesefluss auf und man springt von einer verrückten Situation in die nächste. Habe abgebrochen, weil ich nach 30 Seiten schon ständig dachte, wann es endlich vorbei ist. Herr K. und ich wurden also keine Freunde.
Achtung Spoiler
Meine Liebe für Kafka bleibt bestehen. In diesem Roman geht es um Josef K. , der unwiderleglich verhaftet wurde. Während er zu Beginn die Verhaftung mit Humor nahm und in dieser Komödie teilnahm, entwickelte sich diese als zunehmend ernste Angelegenheit. K. selbst erhielt auf keine Frage eine Antwort und wurde urplötzlich entlassen. Ihm standen wöchentliche Gerichtsverfahren vor, doch diese ignorierte er und konzentrierte sich vielmehr auf seine Arbeit und der weiblichen Gesellschaft. Doch sein Verdrängen funktionierte nicht lange, da dann sein Onkel zu ihm kam und ihm helfen wollte. Ab da an arbeitete er mit dem Advokaten zusammen und zunehmend mehr Personen wussten von seinem Prozess Bescheid. Nicht nur auf bürokratischer Ebene versuchte er sich von seinem Prozess zu befreien, sondern auch auf unkonventionelle Ebene. Die gesamte Handlung ist, wie man es von Kafka gewohnt ist, sehr verwirrend. Teilweise fühlt man sich wie in einem Karussell, da die Grenzen verschwimmen und wir nicht wirklich wissen, was wirklich wahr ist und was nicht. Josef K. wirkte wie ein erfolgreicher Mann. Seine Arbeit als Prokurist einer Bank veranlasste den Leser zu glauben, dass eine Verhaftung überhaupt nicht nötig sei. Er lebte in Ansehen und Ehre und verweiste keinen Anlass an dieser zu zweifeln. Auch die Fragmente haben diesen Gedanken bewiesen, doch mit jedem weiteren Kapitel der eigentlichen Handlung hatte man das Gefühl, dass K. sich selbst verlor. Ich selbst konnte dieses Werk überhaupt nicht deuten. Teilweise dachte ich, dass es sich um ein Gericht Gottes handelte und K. sich in seiner persönlichen Hölle befand. Das Wohngebäude enthielt mehrere Parteien und Kanzleien und in einer Wohnung eines Pärchens war das Geheimgericht. Alles erschien so absurd und teilweise verwirrten die seitenlange Monologe den Interpretationsansatz. Sobald man dachte, dass man etwas verstand und einen Durchblick hatte, wurde alles wieder umgeschmissen. Auch konnte ich mir vorstellen, dass dieses Gericht seine Strafe sei, da K. sehr herablassend gegenüber Angestellten und Ignorant gegenüber seiner Mutter war. Doch eine konkrete Interpretation gibt es leider nicht. Sie ist weit aus komplexer als gedacht, da in diesem Roman gesellschaftliche, historische, religiöse und persönliche Probleme aufgearbeitet wurden.
Heute möchte ich euch Der Process (auch Der Proceß oder Der Prozeß, Titel der Erstausgabe: Der Prozess) von Franz Kafka vorstellen. Der Roman entstand zwischen Sommer 1914 und Januar 1915, wurde jedoch erst postum im Jahr 1925 veröffentlicht. Es handelt sich um eines der drei unvollendeten Werke Kafkas, das in der sogenannten Kritischen Ausgabe vorliegt. Diese Version orientiert sich enger an Kafkas ursprünglichen Notizen, weshalb ich mich bewusst für sie entschieden habe. Der Roman lässt sich dem Genre der Dystopie zuordnen, da er eine beklemmende Zukunftsvision zeichnet, die stark von Kafkas eigenen Ängsten und Selbstzweifeln geprägt scheint. Die fragmentarische Natur des Textes – bedingt durch das unvollendete Manuskript – verstärkt das Gefühl von Ohnmacht und existenzieller Bedrohung. Die Handlung beginnt damit, dass der Bankprokurist Josef K. eines Morgens ohne ersichtlichen Grund verhaftet wird. Obwohl er auf freiem Fuß bleibt, sieht er sich einem undurchsichtigen Gerichtsverfahren ausgesetzt, dessen Regeln und Instanzen ihm verborgen bleiben. Auf der Suche nach Klarheit irrt er durch eine surreale Welt aus absurden Bürokratien und widersprüchlichen Aussagen. Seine Versuche, sich zu verteidigen, verlaufen ins Leere, da das Gericht unnahbar bleibt und niemand ihm konkrete Anklagepunkte nennt. Schließlich wird er von zwei Männern abgeführt und in einem Steinbruch hingerichtet – ohne je erfahren zu haben, weshalb. Kafkas Schreibstil ist sachlich und nüchtern, was einen starken Kontrast zu den surrealen und albtraumhaften Elementen des Romans bildet. Seine Sprache ist präzise und klar, gleichzeitig aber von einer eigentümlichen Unbestimmtheit geprägt, die die bedrückende Atmosphäre verstärkt. Besonders eindrücklich ist die berühmte Türhüterparabel, die – obwohl sie mir persönlich etwas zu lang erschien – als zentrales Symbol für Willkür und unerreichbare Gerechtigkeit gilt. Der Erzähler begleitet Josef K.s Gedanken so eng, dass man seine Verwirrung und Angst unmittelbar miterlebt. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Schuld, Macht und Bürokratie bleibt bis heute hochaktuell und regt zum Nachdenken an. Als gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte war ich gleichermaßen fasziniert und schockiert von Kafkas Darstellung eines Rechtssystems, in dem Anklagepunkte nicht genannt und Schuld nicht bewiesen werden müssen – ein Albtraum, der in unserer realen Welt undenkbar wäre. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass der Roman keine leichte Kost ist. Die düstere Atmosphäre und die ausweglose Handlung machen die Lektüre fordernd. Dennoch ist Der Process ein faszinierendes Werk, das besonders Leser anspricht, die sich für philosophische und gesellschaftskritische Themen interessieren. Für mich ist es ein absoluter Klassiker, der sich seinen Platz in der Weltliteratur verdient hat. 4 von 5 Sternen. ✨️

Spannend, beunruhigend, unvergesslich — ohne dass man genau weiss warum.
Eines meiner ersten Bücher. Und eines, das mich bis heute nicht ganz losgelassen hat. Kafka wirft dich ins Geschehen, ohne Erklärung. Ein Mann, ein Prozess, kein Warum. Und trotzdem liest man weiter — immer weiter. Es ist schwer zu beschreiben, aber man fühlt das Unbehagen der Geschichte fast körperlich. Was mich wirklich erstaunt: Ich denke heute noch daran.
Etwas langatmig für meinen Geschmack
Ich habe zwar gehört, es soll Kafkas Jahrhundert Werk sein. Ich für meine Geschmack muss allerdings sagen, dass ich es etwas zäh fand. Die Idee an sich finde ich zwar sehr gut, dass ein Mensch ohne Grund angeklagt wird und am Ende sogar sein Leben lassen muss und er eigentlich nie erfährt, was er denn verbrochen haben soll. Wir sehen hier eine Trieb gesteuerte Gesellschaft, wie wir sie auch in der heutigen Zeit noch erleben. Den meisten Menschen ist es schon völlig egal, wer gut und böse ist. Hauptsache Ihnen wird ein Opfer gegeben, auf dass sie sich stürzen können, sowie im alten Rom. Auch wenn der Protagonist hier vermeintlich erst mal sein Leben weiter leben kann, bevor er nun vor den Stadtgrenzen zur Schlachtmauer geführt wird. Es ist doch ein Martyrium sich für etwas rechtfertigen zu müssen, für was man nichts kann. Dieses Buch darf man gerne gelesen haben meiner Meinung nach, wenn dem aber nicht so ist, kann man das auch verkraften.
Undurchschaubar aber genial !
Ein düsteres, klug aufgebautes Buch, das einen lange beschäftigt. Die absurde Handlung und Kafkas nüchterner Stil erzeugen eine beklemmende Stimmung, die perfekt zur Geschichte passt. Man versteht nicht alles sofort – aber genau das macht den Reiz aus. Vielschichtig, irritierend und absolut lesenswert.

Ein Klassiker von Kafka - von Reiner Stach kommentiert - muss ich mehr sagen?! 👩⚖️❣️😻
„Jemand musste Josef K. verläumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Mit diesem weltberühmten ersten Satz, welcher den Leser gleich zu Beginn mitten ins Geschehen katapultiert, beginnt „Der Process“ von Franz Kafka. Josef K. (im Buch dann kurz K. genannt) ist Prokurist einer Bank und wird, ohne über die Hintergründe informiert zu werden, am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet. Doch diese Verhaftung ist keine im gewöhnlichen Sinn, denn „[d]as Verfahren ist nämlich im allgemeinen nicht nur vor der Öffentlichkeit geheim, sondern auch vor dem Angeklagten.“ K. weiß nicht, wessen er angeklagt wurde. Der Leser übrigens auch nicht. K. sucht Hilfe, um herauszufinden, weswegen er angeklagt wurde und gerät in die Fänge der Bürokratie. Mysteriöse Zwischenfälle streifen K. und sein Verfahren scheint ein Eigenleben entwickelt zu haben, welches allgegenwärtig über ihm schwebt. Seinem Advokat, der dem Gericht näher zu stehen scheint, als seinem Mandanten, wird daher gekündigt. Immer tiefer und tiefer wird er in diesen Sumpf aus Willkür gezogen, dem auch Frauen keine unbeträchtliche Rolle spielen. Gegen Ende wird diese Willkür ihn mehr kosten, als nur seine Geduld - doch zu viel möchte ich gar nicht über den Inhalt verraten; man muss den Process selbst gelesen haben, um in sein faszinierendes Kuriosum eintauchen zu können. Reiner Stach bietet eine neue Lesart des Process‘ mit aufschlussreichen Kommentaren und einem Nachwort. Auch seine Aufteilung des Romans ist klar geordnet: zunächst elf vollständig oder fast abgeschlossene Kapitel (mit „B.s Freundin“ an der richtigen Stelle), danach fünf kurze Kapitel-Fragmente. Diese wundervolle, kommentierte Edition lässt uns Kafkas Werk besser verstehen - mithilfe von Erklärungen und Anmerkungen zu Kafkas Schreibwerkstatt, Überlieferung und Wahrnehmung und das vom bedeutendsten Kafka-Forscher: Reiner Stach! Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Text wird hierdurch ermöglicht. Diese Ausgabe gewährleistet eine tiefgründige Beschäftigung mit einem Klassiker, der wohl immer aktuell bleiben wird - grandios!
Ein Meisterwerk
Josef K. wird eines Morgens verhaftet, ohne „dass er etwas Böses getan“ habe. Seltsamerweise geht er danach jedoch erstmal unbehelligt seinem Leben weiter nach. Erst nach und nach nimmt sein Prozess immer mehr Raum in seinem Leben ein und entfaltet sich schließlich in seiner ganzen Absurdität. Die Situation, die für Josef K. mit einer überraschenden Verhaftung beginnt, wird immer grotesker und unverständlicher. Und Josef K. wird es selbst auch. Worum geht es überhaupt in dieser Geschichte? Warum verhält sich jede einzelne Figur in diesem Roman vollkommen unverständlich? Worüber reden die überhaupt? Es wird keine Antworten auf diese Fragen geben. Und genau das ist letztlich wohl die Antwort. Einige Jahre nach der Schullektüre habe ich den Prozess erneut zur Hand genommen und habe es nicht bereut. Ich mag das Absurde, Gegensätzliche und Groteske an Kafkas Sprache - auch wenn ich nicht mit allen Erzählungen etwas anfangen kann. Der Prozess ist jedoch ein absolutes Meisterwerk für mich.
Ich fürchte es wird auf ewig ein Rätsel bleiben, wie genau Kafka sein unvollendetes Werk gedacht und welche Erfahrungen er für die Leser*innen intendiert hat. Meine eigene Lesereise durch dieses Werk kann ich nicht anders als ambivalent beschrieben: Anfänglich war ich mit Interesse gefesselt an den Verlauf des Schicksals von Josef K., der ohne Vorahnung und ohne Begründung eines morgens von zwielichtigen Gestalten Verhaftet wird, kurioser Weise seine Freiheit jedoch behält, ja es quasi sogar gewollt ist, dass er seinem alltäglichen Leben als Bankprokurist weiter nachgeht. Die Idee und Darstellung einer unsichtbaren Autorität, die scheinbar willkürlich und ohne sich erklären zu müssen in das Leben des Bürgers eingreifen kann hat mir gut gefallen. Ebenso die ausführenden Vollstreckungsbeamten, die die Verhaftung von Josef K. zwar vollziehen, jedoch selbst keine Einblicke in die Hintergründe haben und der Autorität blind Folge leisten, hat mein Interesse für den weiteren Verlauf des Textes wie bei wenig anderen Buchanfängen geweckt. Je mehr Seiten ich jedoch hinter mich bringen konnten, und ja diese Formulierung ist bewusst gewählt, desto mehr habe ich mich selbst wie Josef K. gefühlt. Denn ebenso wie unser Protagonist im Verlauf des Buches in den undurchsichtigen Tiefen seines Prozesses und dem schier endloses und quälenden Schwachsinn der Juristerei versinkt und verzweifelt, ebenso erging es auch mir. Man fühlt sich zermahlen in den Mühlen der Undurchsichtigkeit, man weiß, das der nun folgende, sich über drei Seiten erstreckende Monolog eines der vielen mit dem Gericht in Verbindung stehenden Figuren am Ende doch ins Nichts führen wird, man weiß, dass man nichts weiß. Dieses Gefühl des Unwissens, der Undurchsichtigkeit hat mich selbst wahnsinnig gemacht. Ich kann daher kaum behaupten, dass es eine schöne noch eine spannende Leseerfahrung gewesen ist. Um jedoch zu meiner Einleitung zurückzukehren, bleibt es offen, welche Erfahrung Kafka hier beabsichtigt hat. Möglicherweise habe ich genau diese, vom Autor intendierte Erfahrung vollzogen.
Ohne erkennbaren Grund wird Josef K. verhaftet und in ein Verfahren gezogen, dessen Anklage nie benannt wird. Genau das ist der Kern: Er kann nichts Konkretes widerlegen und beginnt stattdessen, sich selbst zu erklären. Je mehr er nach Klarheit sucht, desto tiefer gerät er in ein System, das überall wirkt, aber nirgends greifbar ist. Das Gericht ist nicht einfach eine Behörde, sondern eine Struktur aus Andeutungen, Zuständigkeiten, Beziehungen und Ritualen - wirksam, aber nicht fassbar. Der Horror liegt darin, gegen etwas zu kämpfen, das sich nicht definieren lässt. So wird der Prozess zum Bild für menschliches Dasein: Man kommt in eine Welt, in der Maßstäbe und Regeln oft nicht vollständig transparent sind, und man baut sich Sinn, Rollen und Ziele selbst, um Orientierung zu haben. Kafka zeigt die bittere Seite davon: Die Ordnung, auf die man hofft, ist vielleicht nicht zugänglich - oder existiert gar nicht so, wie man sie braucht. Mein Fazit: Die Welt ist wie eine Bühne. Man ist sichtbar, wird eingeordnet, bewertet - oft ohne Kontext und ohne echte Verständigung. Urteile fallen nicht nur durch Worte, sondern durch Blicke. Kafkas Prozess verdichtet dieses Gefühl: angesehen zu werden, ohne verstanden zu werden, und sich rechtfertigen zu müssen, ohne zu wissen, wofür.

Langatmig, Vorrecherche evtl. nötig, nicht sonderlich spannend. Ein wenig empörend, kurios und sprachlich fordernd. Ich mag, dass sich eine Analyse kapitelweise sehr lohnt.
Kafka stand ja schon länger auf meiner Liste. Vor Jahren habe ich „die Verwandlung“ gelesen und es gut in Erinnerung behalten. Diese Story hat mich schon länger interessiert, warum also nicht als KdM lesen? Ganz ehrlich, das Pflichtbewusstsein und der Buddyread mit @black_cat595_book_lounge und @l.e.s.e.n hat mich durchhalten lassen. Es war auch sehr spannend die Kapitel gemeinsam zu analysieren. Zumindest am Anfang, als noch wirklich was passiert ist. Das Buch war nichts für mich. Der Prota, Josef K. war mir fast durchweg sehr unsympathisch. Ich konnte Max etwas Mitleid, jedoch kein Mitgefühl aufbringen. Meist jedoch fand ich ihn nur furchtbar. Die Story war langatmig und die Figuren waren zwar unterscheidbar, haben aber meist so unnötig geschwollen gesprochen, dass sich die Monologe aufgebläht haben. Dabei hat es noch relativ interessant angefangen. Nur leider sind die Entwicklungen komplett ausgeblieben. Das Ende war… befriedigend und unbefriedigend zugleich. Vielen begegnet Kafka maximal als Schullektüre. Für dieses Buch scheint das eine recht geeignete Wahl. Das Ende hat bei mir viele Fragezeichen hinterlassen und ich musste erstmal die Bedeutung recherchieren. Turns out: es ist ein sehr persönliches Werk über seine Lebensverhältnisse und Beziehungen, die er literarisch verarbeiten musste. Das sei ihm vergönnt, aber ich bin es bei Klassikern, die so gut die Zeit überdauert haben gewohnt, dass sie gesellschaftliche Probleme behandeln und nicht ausschließlich private. Ohne Kenntnisse über die Biografie des Autors bleiben zu viele Verständnislücken und einige Details des Buches sind sehr befremdlich bis störend.

Langatmig ist die Devise bei diesem Werk.
Josef K., welcher oft einer Anonymisierung unterzogen wird und nur K. genannt wird, durchlebt in diesem weiteren Fragmenten Roman, eine Tortur und Höllenfahrt eines Prozesses. Ein Prozess der vielleicht gar nicht Prozess genannt werden darf, da ihm nie wirklich der Prozess gemacht wird. Die Qual dieses Prozesses, der eigentlicher keiner zusein scheint, wird so rübergebracht, dass das gesamte Lesen eine Qual ist. Die einzige Frage, die dir beim Lesen in den Sinn kommt, ist, wann das ganze ein Ende haben wird und du von diesem Elend namens Buch befreit wirst. Als die letzten Seiten beginnen, du das Ende kommen siehst und schlussendlich befreit wirst, erkennst du, dass du in diesem Buch simultan zu Josef K. gefühlt hast. Dieses Werk von Kafka zu lesen ist langatmig, genau wie der Prozess langatmig ist, nie zu Enden scheint und so dieses Buch auch nie zu Enden scheint. Ein Roman, der die Persistenz und Qual eines Prozesses nicht besser hätte vermitteln können, einer der im Realitätsbezug zu Gefangenen auf Guantanamo Bay, die im Stile Kafkaesk seit Jahrzehnten auf ihren Prozess warten, dieser Gefühlslagen nicht akkurater hätte abbilden können.
Warum wird Josef K. der Prozess gemacht? Nicht die einzige, aber wohl die bedeutendste Frage, die den Leser durch das Bauch begleitet.
Ein sprachlich forderndes, streckenweise schwer zugängliches Buch über die Wirren eines absurden Justizsystems. Die ständige Unklarheit über den Anklagegrund hat mich beim Lesen beschäftigt. Ich habe lange gebraucht, hatte Lesepausen, vor allem zum Ende hin – war aber auch gespannt, wie es ausgeht. Spannend, mit Längen, und letztlich war ich froh, es abgeschlossen zu haben.
Die Stimme des Sprechers passt gut zum Buch! Ich wusste nichts über das Buch und habe etwas gebraucht, um in die Taktung reinzukommen. Und ich muss ganz klar sagen, obwohl insgesamt kaum etwas passiert und der Grundplott kaum vorangeht, ist es so gestaltet, dass man wirklich aufmerksam zuhören muss, um alles zu verstehen. Das ist mir nicht immer gelungen, weshalb ich jetzt auch nicht wirklich sagen kann, ob ich es gut oder schlecht oder dazwischen fand. Wenn man sich gerne mit bürokratisch-absurdem Klein-Klein und zwischenmenschlichen Verstrickungen beschäftigt, ohne dass am Ende die tatsächlichen Fragen beantwortet wären, ist man hier richtig.
Das Lesen war ein Prozess 👨⚖️
Ich musste Mitte 30 werden, bis ich das erste Buch von Kafka gelesen habe. Hatte bisher irgendwie nie Berührungspunkte mit ihm gehabt, auch in der Schule nicht. Sprachlich fand den Prozess sehr interessant. Vor allem die Stimmung ist sehr krass und ich versteh total, was Kafka-Fans begeistert. Ich hatte während des Lesens vor allem zwei durchgehende Emotionen: Ungewissheit und Frustration. Und in meiner Interpretation war es wahrscheinlich auch genau das, was durch diesen Roman transportiert werden sollte. Aber es hat mich trotzdem bisschen fertig gemacht. Insgesamt hab ich mir mehr Spannung erhofft. Die Gesellschaftskritik, die man darin sicherlich auch lesen kann, ist zum Teil sehr aktuell. Das auch Crazy. Unterm Strich hab ich mich aber doch auch bisschen durchgequält. Da bin ich ehrlich. Ich bin im Moment (Dezember 2025) aber auch eher in Stimmung für andere Emotionen. Vielleicht versuche ich es irgendwann nochmal mit der „Verwandlung“. 😄
Franz Kafka gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Prager deutschen Literatur und der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Seine Werke gehören zum Kanon der Weltliteratur und ich habe bis jetzt nichts eines seiner Werke gelesen. Das musste ich jetzt ändern und bin der Empfehlung eines guten bekannten gefolgt. 𝑳𝒆𝒔𝒆 𝑬𝒓𝒍𝒆𝒃𝒏𝒊𝒔 Dieses Buch setzt sich mit der Absurdität des Lebens, der Suche nach Sinn und der Verantwortung des Einzelnen auseinander, seinen eigenen Lebenszweck zu schaffen. Es geht um unmenschliche Bürokratie, die eine Mach ist, die das Leben der Menschen bestimmt, ohne dass sie deren Regeln verstehen oder beeinflussen können. Es geht um Schuld und Unschuld. Josef K. hat mehr und mehr das Gefühl schuldig zu sein, ohne zu wissen wofür. Er versucht zwanghaft seine Unschuld zu beweisen und empfindet das Gericht als allgegenwärtig, was eine ständige Bedrohung für ihn darstellt. Zudem fühlt er sich zunehmend von der Gesellschaft, seinen Freunden und seinem Leben entfremdet. Er fühlt sich isoliert und das macht ihn zu einem Außenseiter. Ich gebe zu der Einstieg war nicht so leicht, da hier natürlich noch eine ganz andere Sprache vorherrscht, ich meine, das Buch ist von 1925, da ist das kein Wunder. Doch ich habe dann sehr gut in das Buch gefunden und konnte es nicht aus der Hand legen. Es war so spannend zu sehen wie es wohl weiter gehen mag. Besonders die Frage was Josef denn gemacht haben soll. Das erfährt man leider nicht, dass das Buch nie vollendet wurde. Das Buch ist Post mortem erschienen und somit eines der nicht fertiggestellten Werke von Kafka. 𝑭𝒂𝒛𝒊𝒕 Dennoch kann ich es euch wirklich empfehlen. Ja es ist anspruchsvoll, aber auch sehr gut. Es regt zum Nachdenken an und das hat mir richtig gut gefallen. Ich werde definitiv mehr seiner Werke lesen.

Kafka hat mich bereits mit seinen verqueren, bruchstückhaften (Alb-)Traumsequenzen aus "Das Schloss" sowohl in den Bann gezogen als auch abgeschreckt. Doch was in Kafkas längster Novelle oder einzigem Roman bereits verwirrend war, wird in "Der Prozess" noch potenziert. Die verstörende Anziehung auf den Leser spiegelt sich im ambivalenten Charakter des Josef K. wider. Man möchte ihm zusprechen wenn er sich als scheinbar einziger Mensch dem Gericht widersetzt, dann wiederum lässt er alles lethargisch mit sich geschehen, er wirkt revolutionär wenn er sich nicht beugt und gleichzeitig egoistisch und selbstverliebt. Er betont mehrmals seine Unschuld und ist scheinbar doch von seiner Schuld überzeugt. Oder gibt er einfach im Angesicht des übermächtigen Gerichts auf? Kafkas abstrakteste Geschichte lässt so viele verschiedene Interpretationen zu, wie es Leser gibt und kann doch nicht analysiert werden. Die fragmenthaften Kapitel wirken wie ein Puzzle das sich nicht zusammensetzen lässt und gleichzeitig jedes Teil mit einem anderen austauschbar ist. Wie interpretiere ich nun das Gelesene? Ich sehe starke bipolare Tendenzen, Depression, vielleicht das Gericht als Metapher für das eigene Gewissen, das Gottesgericht oder die Gesellschaft, oder vielleicht eine Vorahnung auf das NS-Regime. Letztendlich kommt es mir hier nicht so sehr auf die Interpretation an, sondern auf das was das Buch in mir selbst auslöst. Die Bewertung hat mir ähnliche Kopfschmerzen bereitet wie das Buch selbst. Nie hat eine Geschichte mir vorher körperliche Beschwerden verursacht, nicht einmal der schlimmste Splatter. Ich habe beim Lesen eine Übelkeit verspürt und konnte Den Prozess nur in kleinen Häppchen konsumieren. Wenn eine Lektüre mich so nachhaltig beschäftigt, gedanklich und körperlich, dann hat sie etwas geschafft was der allgegenwärtigen Überflutung durch sich immer weiter übertreffende Schockerserien oder -romane kaum noch gelingt. Kafka hat die Axt für das gefrorene Meer in mir geschaffen.
1⭐️
Ich hab es bei etwa 100 Seiten abgebrochen. Ich glaube Kafkas Schreibstil ist einfach nichts für mich. Eventuell bin ich auch einfach zu dumm für das Buch. Vielleicht wage ich mich nochmal an andere Werke von ihm oder ich probiere es in einigen Jahren nochmal, aber zunächst werde ich „Der Prozess“ nicht weiter lesen.
Was für ein fucking Fiebertraum.
TW Tod, Mord, sexuelle Übergriffe, Polizeigewalt, Misogynie, Sexismus, Gewalt, Folter, Klassismus, Rassismus Ich bin in meiner Kafka-Era, merkt ihr? Dieses Buch allerdings hat mich so dermaßen verwirrt und verstört zurückgelassen, dass ich wohl erstmal ein paar Tage brauchen werde, um das zu verarbeiten. Das war auf jeden Fall eine wilde Reise und eine interessante Lektion über die Gefangenschaft in seinem eigenen Körper, seiner Rolle in der Gesellschaft und der Willkür der Mächtigeren.

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“
Das Buch legt wirklich einen starken Start hin, wird dann aber etwas träge, bis man sich selbst ein wenig eingefunden hat. Nach Kapitel 4 hatte mich das Buch jedoch wieder ganz. Ich kann nur sagen, dass es ein Buch ist, das einen wirklich fesselt und zum Nachdenken anregt. Kafka lässt einem sehr viel Raum, dieses Werk auf unterschiedliche Weise zu interpretieren. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie sehr K. sich gegen den Prozess stellt. Er hinterfragt aber nie wirklich sich selbst oder verurteilt sich. Er kommt nicht einmal auf den Gedanken, mit sich selbst in den Prozess zu gehen. Es ist eine grausame Welt in der er lebt. Eine Welt, in der Fragen gestellt, aber nicht beantwortet werden. Eine Welt, in der die Starken über die Schwachen herrschen. Eine Welt ohne begründete Regeln. Eine unislamische Welt. Möge ﷲ uns davor bewahren, so zu enden. 9/10 „Wir werden die Waagen der Gerechtigkeit für den Tag der Auferstehung aufstellen, so dass keiner Seele irgend etwas Unrecht geschehen wird. Und wäre es auch nur das Gewicht eines Senfkorns, Wir würden es herbeibringen. Und Wir genügen als Rechner.“ (Sure Al-Anbiya, 21:47)
Gemischte Gefühle..
Mein erstes Kafka-Buch. Ich war echt gespannt, denn irgendwoher muss der ganze Hype rund um den Autor ja kommen. Ich finde den Art wie Kafka gewisse Situationen beschreibt sehr spannend. Er beschreibt, zumindest für mich, völlig banale Dinge in einer Situation sehr ausführlich und geht viel weniger auf das zentrale einer Situation, z.B. ein Gespräch, ein. Natürlich wurde das Buch (leider) nie fertiggestellt. Daher bleibt natürlich einiges in der Story offen und lädt zum grübeln ein, wieso denn der Autor gewisse Dinge überhaupt angesprochen hat. Wollte er diese noch zu einem späteren Zeitpunkt des Buches auflösen? Anders als viele anderen Rezensionen, die ich gelesen habe, fand ich die Story nicht verwirrend sondern eher frustrierend, da man ja wirklich nie in Erfahrung bringt, weshalb der K. nun verhaftet wurde. Aber diese Frustration hat auch was besonderes beim Lesen, und vielleicht war auch genau das die Intention des Autors. Ich gehe mit gemischten Gefühlen aus dem Buch, überlege aber nun ein weiteres Buch von Kafka zu lesen. Welches, ist mir allerdings noch nicht klar.. Für Empfehlungen wäre ich sehr dankbar :)
Den Anfang des Romans fand ich grandios. Im Verlauf hat sich das Buch leider nur sehr gezogen wodurch ich es ein wenig langweilig und mühselig fand zu lesen. Gut wiederum finde ich, dass die Geschichte so viel Interpetationsspielraum gibt. Im Nachhinein schade, dass wir dieses Buch nicht in der Schule gelesen haben, da ich allein damit etwas überfordert bin.
Das Ganze erinnert ein bisschen an Alice im Wunderland. Es ist alles sehr merkwürdig und erst die letzte Seite löst das Rätsel um den Proceß auf. Und gerade dadurch gehört das Buch für mich zu den besten Büchern die ich gelesen habe. Ich werde das Buch definitiv nochmal lesen.
Josef K. wird verhaftet. Doch weswegen weiß er nicht. Ein Jahr arbeitet er mit verschiedenen Personen an seinem Proceß.

Im Deutschunterricht konnte er mich nicht so überzeugen.
Sterne: 4⭐️ Also wenn mich Jemand in der Schulzeit dazu gebracht hätte, dass Buch zu lesen wäre ich wahrscheinlich skeptisch gewesen („Alle Schulbücher sind mist.“). Letztendlich habe ich das Buch wirklich unterschätzt. Es regt mega zum Nachdenken an und ist wirklich gut geschrieben. Es hat mich total überrascht.
Der Prozeß ist für mich das schwierigste Buch Kafkas, da es in Bezug auf seine Handlung noch surrealer, abstruser und kafkaesker ist, als die anderen von ihm hinterlassenen Romanfragmente. Es war mein erstes Buch, das ich von Kafka zu Schulzeiten gelesen hatte. Im Grunde ist es dankbare Schullektüre, denn die Interpretationsmöglichkeiten sind vielfältig. Und da Kafka außer der Aussage, das er das Manuskript selbst als missraten ansah, keine eigene Interpretation des Textes hinterlassen hatte, gibt es kein richtig oder falsch bei der Textanalyse. Was das Ganze daher auch wieder spannend macht. Wie auch beim Schloss hatte ich den Prozess unter der Rubrik „Der verlassene Mensch im Labyrinth der Moderne“ abgelegt. Das nochmalige Lesen von Das Schloss im vergangenen Jahr änderte auch nichts an dieser Eingruppierung. Aber beim Prozess las ich diesmal ganz andere Aspekte heraus, was wohl auch daran lag, dass ich den ersten Teil der Kafka-Biografie von Reiner Stach kürzlich gelesen hatte und mir nun die zerrissene, ängstliche Person des Franz Kafka näher ist. Seine Kritik an der ihm oft sinnlos erscheinenden Tätigkeit als Versicherungsjurist drängt sich im Prozess einem desöfteren auf, wenn Josef K die Absurdität des Gerichts und der Verhandlung klar wird. Diesmal las ich durch das Wissen um Kafkas zwiespältige Beziehung zur Religion auch viel mehr heraus, dass das Gericht eine Art Gottesgericht sein könnte und der Prozess wegen des unstetigen Lebens des Josef K geführt wird. Egal welche Interpretation Kafka im Kopf gehabt hatte, ist der Text in seiner nüchternen Vortragsweise über eine Situation, die man nur aus seinen eigenen Albträumen kennt, einfach faszinierend. Und wenn ich das Buch irgendwann einmal zum dritten Mal lesen werde, werden mir bestimmt wieder ganze neue Aspekte auffallen.
Ein Klassiker, der Konzentration und Interpretation bedarf
Der Prozess ist mein erster Kafka und ich bin froh, ihn nicht in der Schule durchgenommen zu haben. So konnte ich ihn in meinem Tempo und völlig unvoreigenommen auf mich wirken lassen. Er hat doch einen sehr eigensinnigen Schreibstil, der es erforderlich macht, konzentriert dabei zu sein. Seine Sätze sind lang und schnörkelig - mit allerlei nebensächlichen Gedankensprüngen nahezu in die Unendlichkeit gezogen. Um so nebensächlicher die Details scheinen, um so plastischer wird jedoch das Bild des Protagonisten Herrn K.s., in seiner schier aussichtslosen, verhängnissvollen Anklage steckend, gezeichnet. Durch allerlei Kontakte versucht er, die Schlinge um seinen Hals zu lösen. Doch alles Mühen ist/scheint letztlich vergebens. Sein Werk hinterlässt viel Interpretationsspielraum, mag es biografisch, vielleicht sogar psychoanalytisch anheimen oder die damalig einkehrende Politik zerreißen... eine letztliche Antwort gibt es nicht. Und so bleibt es Lesestoff, der auf ewig zur Diskussion einlädt.
Zu Beginn kam ich gar nicht klar. Ich habe mich vorher auch nicht groß über Kafka informiert. Als ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, fiel es mir deutlich leichter, der Geschichte zu folgen. Insgesamt soll das Werk den Leser ein wenig in die Irre führen und zweifeln lassen, denke ich und das hat es bei mir definitiv geschafft.
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Kafkas wohl berühmtester Roman Gebundene Ausgabe Meilenstein der literarischen Moderne
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Author Description
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren. Von 1901 bis 1906 studierte er zunächst kurze Zeit Germanistik, dann Jura und promovierte zum Dr. jur. Nach einer einjährigen »Rechtspraxis« ging er 1907 zu den »Assicurazioni Generali« und ein Jahr später als Jurist zur »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt«, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1922 blieb. Ende 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz, es war der Beginn einer Tuberkulose, an der er am 3. Juni 1924 starb.
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Bin überwältigt!
Josef K. wird eines morgens, aus ihm nicht ersichtlichen Gründen, verhaftet. Weshalb oder warum er verhaftet wird, wird er nie erfahren. Selbst als er eines Sonntags zu seinem ersten Prozesstag, in eine doch recht zwielichtige Gegend, geladen wird, erfährt er nicht was ihm vorgeworfen wird. Das Gericht bleibt über die ganze Zeit des Prozesses anonym. Er versucht seine Unschuld selbst zu beweisen und da er mit seinem, ihm zugeteilten, Verteidiger nicht einverstanden ist, übernimmt er diese selbst. Mehr will und möchte ich nicht zum Inhalt nicht schreiben, da jeder einmal dieses Werk lesen sollte. Soweit bin ich noch nie aus meiner Komfortzone, was Bücher angeht, herausgekommen und noch nie habe ich für 280 Seiten so lange gebraucht. Der Schreibstil von Kafka ist teilweise sehr verwirrend, so dass ich einige Passagen öfters lesen musste um diese zu verstehen. Mit "Der Prozess" hat Franz Kafka ein literarisches Meisterwerk geschaffen, welches mich noch einige Zeit beschäftigen wird. Definitiv 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

(E-Book) Verschachtelte Sätze, Verwirrung....
... Schwierig... Ich kam mir vor wie bei Asterix und Obelix wo sie den Passierschein besorgen sollten... So ein Chaos... Das war wohl die Absicht des Buches, das Rechtssystem und alles was damit zusammenhängt in Frage zu stellen. Ich musste mich durch das Buch schleppen, vergebe 3 Sterne aufgrund der absolut verrückt konstruierten Erzählung.

Über Machtlosigkeit und Unwissen, welches, je mehr Informationen er bekommt, doch umso größer wird...
In einem Artikel las ich, dass Kafka mit den größten Ängsten der Menschheit spielt. Ich habe bis jetzt nur „Die Verwandlung“ und eben dieses Werk gelesen, doch beide bestätigen diese Aussage. So viele Worte ohne relevante Informationen, Wege, die doch keine Auswege sind und nie sein können, nicht zu wissen, was die Ursache war und wie es enden soll, ob es überhaupt enden kann... Das alles mag man sich gar nicht ausmalen! Es ist eine Folter vom feinsten, und man selbst fühlt mit.
Absolut bedrückend
Dieses Buch lässt mich richtig niedergeschlagen zurück. Fast hätte ich es gar nicht gelesen, da mir die Leute, die es in der Schule gelesen haben, davon abgeraten haben. Ich wollte jedoch anlässlich seines 100. Todesjahres endlich dieses Buch lesen und zum Glück habe ich es getan. Es ist eben ein Unterschied ob man etwas lesen muss oder es will. Josef K. wird an seinem 30. Geburtstag überraschend verhaftet und so in ein Gerichtswesen reingesogen, dass absolut undurchdringlich ist und nichts mit einer ordentlichen Gerichtsbarkeit zu tun hat. Diese Verwirrtheit und völlige Hilflosigkeit des K überträgt sich komplett auf den Leser. Man spürt regelrecht die Unfairness, die K zermürbt. Wie er von den Mühlen dieser geheimen Justiz zermahlen und sich gegen die undurchdringliche Bürokratie wehren will macht einen einfach nur fertig. Auch wenn K kein sonderlich sympathischer Charakter ist, will man ihm doch einfach nur helfen, muss aber mit ansehen, wie der Prozess alles von ihm abverlangt. Ich dachte auch, es wird schwieriger zu lesen sein, das hat sich jedoch nicht bestätigt. Der Schreibstil ist angenehmer als gedacht. Ich rechne es Büchern auch hoch an, wenn sie etwas in einem auslösen, auch wenn es wie in diesem Fall nur dauerhaftes Unwohlsein war. Ein wirklich belastendes aber zeitloses Werk.
Einfach nur langweilig…
…und mega weird geschrieben. Wenn man vom teils seltsamen Schreibstil absieht, ist auch die Story einfach nur komisch. Es kommt einfach kein Lesefluss auf und man springt von einer verrückten Situation in die nächste. Habe abgebrochen, weil ich nach 30 Seiten schon ständig dachte, wann es endlich vorbei ist. Herr K. und ich wurden also keine Freunde.
Achtung Spoiler
Meine Liebe für Kafka bleibt bestehen. In diesem Roman geht es um Josef K. , der unwiderleglich verhaftet wurde. Während er zu Beginn die Verhaftung mit Humor nahm und in dieser Komödie teilnahm, entwickelte sich diese als zunehmend ernste Angelegenheit. K. selbst erhielt auf keine Frage eine Antwort und wurde urplötzlich entlassen. Ihm standen wöchentliche Gerichtsverfahren vor, doch diese ignorierte er und konzentrierte sich vielmehr auf seine Arbeit und der weiblichen Gesellschaft. Doch sein Verdrängen funktionierte nicht lange, da dann sein Onkel zu ihm kam und ihm helfen wollte. Ab da an arbeitete er mit dem Advokaten zusammen und zunehmend mehr Personen wussten von seinem Prozess Bescheid. Nicht nur auf bürokratischer Ebene versuchte er sich von seinem Prozess zu befreien, sondern auch auf unkonventionelle Ebene. Die gesamte Handlung ist, wie man es von Kafka gewohnt ist, sehr verwirrend. Teilweise fühlt man sich wie in einem Karussell, da die Grenzen verschwimmen und wir nicht wirklich wissen, was wirklich wahr ist und was nicht. Josef K. wirkte wie ein erfolgreicher Mann. Seine Arbeit als Prokurist einer Bank veranlasste den Leser zu glauben, dass eine Verhaftung überhaupt nicht nötig sei. Er lebte in Ansehen und Ehre und verweiste keinen Anlass an dieser zu zweifeln. Auch die Fragmente haben diesen Gedanken bewiesen, doch mit jedem weiteren Kapitel der eigentlichen Handlung hatte man das Gefühl, dass K. sich selbst verlor. Ich selbst konnte dieses Werk überhaupt nicht deuten. Teilweise dachte ich, dass es sich um ein Gericht Gottes handelte und K. sich in seiner persönlichen Hölle befand. Das Wohngebäude enthielt mehrere Parteien und Kanzleien und in einer Wohnung eines Pärchens war das Geheimgericht. Alles erschien so absurd und teilweise verwirrten die seitenlange Monologe den Interpretationsansatz. Sobald man dachte, dass man etwas verstand und einen Durchblick hatte, wurde alles wieder umgeschmissen. Auch konnte ich mir vorstellen, dass dieses Gericht seine Strafe sei, da K. sehr herablassend gegenüber Angestellten und Ignorant gegenüber seiner Mutter war. Doch eine konkrete Interpretation gibt es leider nicht. Sie ist weit aus komplexer als gedacht, da in diesem Roman gesellschaftliche, historische, religiöse und persönliche Probleme aufgearbeitet wurden.
Heute möchte ich euch Der Process (auch Der Proceß oder Der Prozeß, Titel der Erstausgabe: Der Prozess) von Franz Kafka vorstellen. Der Roman entstand zwischen Sommer 1914 und Januar 1915, wurde jedoch erst postum im Jahr 1925 veröffentlicht. Es handelt sich um eines der drei unvollendeten Werke Kafkas, das in der sogenannten Kritischen Ausgabe vorliegt. Diese Version orientiert sich enger an Kafkas ursprünglichen Notizen, weshalb ich mich bewusst für sie entschieden habe. Der Roman lässt sich dem Genre der Dystopie zuordnen, da er eine beklemmende Zukunftsvision zeichnet, die stark von Kafkas eigenen Ängsten und Selbstzweifeln geprägt scheint. Die fragmentarische Natur des Textes – bedingt durch das unvollendete Manuskript – verstärkt das Gefühl von Ohnmacht und existenzieller Bedrohung. Die Handlung beginnt damit, dass der Bankprokurist Josef K. eines Morgens ohne ersichtlichen Grund verhaftet wird. Obwohl er auf freiem Fuß bleibt, sieht er sich einem undurchsichtigen Gerichtsverfahren ausgesetzt, dessen Regeln und Instanzen ihm verborgen bleiben. Auf der Suche nach Klarheit irrt er durch eine surreale Welt aus absurden Bürokratien und widersprüchlichen Aussagen. Seine Versuche, sich zu verteidigen, verlaufen ins Leere, da das Gericht unnahbar bleibt und niemand ihm konkrete Anklagepunkte nennt. Schließlich wird er von zwei Männern abgeführt und in einem Steinbruch hingerichtet – ohne je erfahren zu haben, weshalb. Kafkas Schreibstil ist sachlich und nüchtern, was einen starken Kontrast zu den surrealen und albtraumhaften Elementen des Romans bildet. Seine Sprache ist präzise und klar, gleichzeitig aber von einer eigentümlichen Unbestimmtheit geprägt, die die bedrückende Atmosphäre verstärkt. Besonders eindrücklich ist die berühmte Türhüterparabel, die – obwohl sie mir persönlich etwas zu lang erschien – als zentrales Symbol für Willkür und unerreichbare Gerechtigkeit gilt. Der Erzähler begleitet Josef K.s Gedanken so eng, dass man seine Verwirrung und Angst unmittelbar miterlebt. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Schuld, Macht und Bürokratie bleibt bis heute hochaktuell und regt zum Nachdenken an. Als gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte war ich gleichermaßen fasziniert und schockiert von Kafkas Darstellung eines Rechtssystems, in dem Anklagepunkte nicht genannt und Schuld nicht bewiesen werden müssen – ein Albtraum, der in unserer realen Welt undenkbar wäre. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass der Roman keine leichte Kost ist. Die düstere Atmosphäre und die ausweglose Handlung machen die Lektüre fordernd. Dennoch ist Der Process ein faszinierendes Werk, das besonders Leser anspricht, die sich für philosophische und gesellschaftskritische Themen interessieren. Für mich ist es ein absoluter Klassiker, der sich seinen Platz in der Weltliteratur verdient hat. 4 von 5 Sternen. ✨️

Spannend, beunruhigend, unvergesslich — ohne dass man genau weiss warum.
Eines meiner ersten Bücher. Und eines, das mich bis heute nicht ganz losgelassen hat. Kafka wirft dich ins Geschehen, ohne Erklärung. Ein Mann, ein Prozess, kein Warum. Und trotzdem liest man weiter — immer weiter. Es ist schwer zu beschreiben, aber man fühlt das Unbehagen der Geschichte fast körperlich. Was mich wirklich erstaunt: Ich denke heute noch daran.
Etwas langatmig für meinen Geschmack
Ich habe zwar gehört, es soll Kafkas Jahrhundert Werk sein. Ich für meine Geschmack muss allerdings sagen, dass ich es etwas zäh fand. Die Idee an sich finde ich zwar sehr gut, dass ein Mensch ohne Grund angeklagt wird und am Ende sogar sein Leben lassen muss und er eigentlich nie erfährt, was er denn verbrochen haben soll. Wir sehen hier eine Trieb gesteuerte Gesellschaft, wie wir sie auch in der heutigen Zeit noch erleben. Den meisten Menschen ist es schon völlig egal, wer gut und böse ist. Hauptsache Ihnen wird ein Opfer gegeben, auf dass sie sich stürzen können, sowie im alten Rom. Auch wenn der Protagonist hier vermeintlich erst mal sein Leben weiter leben kann, bevor er nun vor den Stadtgrenzen zur Schlachtmauer geführt wird. Es ist doch ein Martyrium sich für etwas rechtfertigen zu müssen, für was man nichts kann. Dieses Buch darf man gerne gelesen haben meiner Meinung nach, wenn dem aber nicht so ist, kann man das auch verkraften.
Undurchschaubar aber genial !
Ein düsteres, klug aufgebautes Buch, das einen lange beschäftigt. Die absurde Handlung und Kafkas nüchterner Stil erzeugen eine beklemmende Stimmung, die perfekt zur Geschichte passt. Man versteht nicht alles sofort – aber genau das macht den Reiz aus. Vielschichtig, irritierend und absolut lesenswert.

Ein Klassiker von Kafka - von Reiner Stach kommentiert - muss ich mehr sagen?! 👩⚖️❣️😻
„Jemand musste Josef K. verläumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Mit diesem weltberühmten ersten Satz, welcher den Leser gleich zu Beginn mitten ins Geschehen katapultiert, beginnt „Der Process“ von Franz Kafka. Josef K. (im Buch dann kurz K. genannt) ist Prokurist einer Bank und wird, ohne über die Hintergründe informiert zu werden, am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet. Doch diese Verhaftung ist keine im gewöhnlichen Sinn, denn „[d]as Verfahren ist nämlich im allgemeinen nicht nur vor der Öffentlichkeit geheim, sondern auch vor dem Angeklagten.“ K. weiß nicht, wessen er angeklagt wurde. Der Leser übrigens auch nicht. K. sucht Hilfe, um herauszufinden, weswegen er angeklagt wurde und gerät in die Fänge der Bürokratie. Mysteriöse Zwischenfälle streifen K. und sein Verfahren scheint ein Eigenleben entwickelt zu haben, welches allgegenwärtig über ihm schwebt. Seinem Advokat, der dem Gericht näher zu stehen scheint, als seinem Mandanten, wird daher gekündigt. Immer tiefer und tiefer wird er in diesen Sumpf aus Willkür gezogen, dem auch Frauen keine unbeträchtliche Rolle spielen. Gegen Ende wird diese Willkür ihn mehr kosten, als nur seine Geduld - doch zu viel möchte ich gar nicht über den Inhalt verraten; man muss den Process selbst gelesen haben, um in sein faszinierendes Kuriosum eintauchen zu können. Reiner Stach bietet eine neue Lesart des Process‘ mit aufschlussreichen Kommentaren und einem Nachwort. Auch seine Aufteilung des Romans ist klar geordnet: zunächst elf vollständig oder fast abgeschlossene Kapitel (mit „B.s Freundin“ an der richtigen Stelle), danach fünf kurze Kapitel-Fragmente. Diese wundervolle, kommentierte Edition lässt uns Kafkas Werk besser verstehen - mithilfe von Erklärungen und Anmerkungen zu Kafkas Schreibwerkstatt, Überlieferung und Wahrnehmung und das vom bedeutendsten Kafka-Forscher: Reiner Stach! Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Text wird hierdurch ermöglicht. Diese Ausgabe gewährleistet eine tiefgründige Beschäftigung mit einem Klassiker, der wohl immer aktuell bleiben wird - grandios!
Ein Meisterwerk
Josef K. wird eines Morgens verhaftet, ohne „dass er etwas Böses getan“ habe. Seltsamerweise geht er danach jedoch erstmal unbehelligt seinem Leben weiter nach. Erst nach und nach nimmt sein Prozess immer mehr Raum in seinem Leben ein und entfaltet sich schließlich in seiner ganzen Absurdität. Die Situation, die für Josef K. mit einer überraschenden Verhaftung beginnt, wird immer grotesker und unverständlicher. Und Josef K. wird es selbst auch. Worum geht es überhaupt in dieser Geschichte? Warum verhält sich jede einzelne Figur in diesem Roman vollkommen unverständlich? Worüber reden die überhaupt? Es wird keine Antworten auf diese Fragen geben. Und genau das ist letztlich wohl die Antwort. Einige Jahre nach der Schullektüre habe ich den Prozess erneut zur Hand genommen und habe es nicht bereut. Ich mag das Absurde, Gegensätzliche und Groteske an Kafkas Sprache - auch wenn ich nicht mit allen Erzählungen etwas anfangen kann. Der Prozess ist jedoch ein absolutes Meisterwerk für mich.
Ich fürchte es wird auf ewig ein Rätsel bleiben, wie genau Kafka sein unvollendetes Werk gedacht und welche Erfahrungen er für die Leser*innen intendiert hat. Meine eigene Lesereise durch dieses Werk kann ich nicht anders als ambivalent beschrieben: Anfänglich war ich mit Interesse gefesselt an den Verlauf des Schicksals von Josef K., der ohne Vorahnung und ohne Begründung eines morgens von zwielichtigen Gestalten Verhaftet wird, kurioser Weise seine Freiheit jedoch behält, ja es quasi sogar gewollt ist, dass er seinem alltäglichen Leben als Bankprokurist weiter nachgeht. Die Idee und Darstellung einer unsichtbaren Autorität, die scheinbar willkürlich und ohne sich erklären zu müssen in das Leben des Bürgers eingreifen kann hat mir gut gefallen. Ebenso die ausführenden Vollstreckungsbeamten, die die Verhaftung von Josef K. zwar vollziehen, jedoch selbst keine Einblicke in die Hintergründe haben und der Autorität blind Folge leisten, hat mein Interesse für den weiteren Verlauf des Textes wie bei wenig anderen Buchanfängen geweckt. Je mehr Seiten ich jedoch hinter mich bringen konnten, und ja diese Formulierung ist bewusst gewählt, desto mehr habe ich mich selbst wie Josef K. gefühlt. Denn ebenso wie unser Protagonist im Verlauf des Buches in den undurchsichtigen Tiefen seines Prozesses und dem schier endloses und quälenden Schwachsinn der Juristerei versinkt und verzweifelt, ebenso erging es auch mir. Man fühlt sich zermahlen in den Mühlen der Undurchsichtigkeit, man weiß, das der nun folgende, sich über drei Seiten erstreckende Monolog eines der vielen mit dem Gericht in Verbindung stehenden Figuren am Ende doch ins Nichts führen wird, man weiß, dass man nichts weiß. Dieses Gefühl des Unwissens, der Undurchsichtigkeit hat mich selbst wahnsinnig gemacht. Ich kann daher kaum behaupten, dass es eine schöne noch eine spannende Leseerfahrung gewesen ist. Um jedoch zu meiner Einleitung zurückzukehren, bleibt es offen, welche Erfahrung Kafka hier beabsichtigt hat. Möglicherweise habe ich genau diese, vom Autor intendierte Erfahrung vollzogen.
Ohne erkennbaren Grund wird Josef K. verhaftet und in ein Verfahren gezogen, dessen Anklage nie benannt wird. Genau das ist der Kern: Er kann nichts Konkretes widerlegen und beginnt stattdessen, sich selbst zu erklären. Je mehr er nach Klarheit sucht, desto tiefer gerät er in ein System, das überall wirkt, aber nirgends greifbar ist. Das Gericht ist nicht einfach eine Behörde, sondern eine Struktur aus Andeutungen, Zuständigkeiten, Beziehungen und Ritualen - wirksam, aber nicht fassbar. Der Horror liegt darin, gegen etwas zu kämpfen, das sich nicht definieren lässt. So wird der Prozess zum Bild für menschliches Dasein: Man kommt in eine Welt, in der Maßstäbe und Regeln oft nicht vollständig transparent sind, und man baut sich Sinn, Rollen und Ziele selbst, um Orientierung zu haben. Kafka zeigt die bittere Seite davon: Die Ordnung, auf die man hofft, ist vielleicht nicht zugänglich - oder existiert gar nicht so, wie man sie braucht. Mein Fazit: Die Welt ist wie eine Bühne. Man ist sichtbar, wird eingeordnet, bewertet - oft ohne Kontext und ohne echte Verständigung. Urteile fallen nicht nur durch Worte, sondern durch Blicke. Kafkas Prozess verdichtet dieses Gefühl: angesehen zu werden, ohne verstanden zu werden, und sich rechtfertigen zu müssen, ohne zu wissen, wofür.

Langatmig, Vorrecherche evtl. nötig, nicht sonderlich spannend. Ein wenig empörend, kurios und sprachlich fordernd. Ich mag, dass sich eine Analyse kapitelweise sehr lohnt.
Kafka stand ja schon länger auf meiner Liste. Vor Jahren habe ich „die Verwandlung“ gelesen und es gut in Erinnerung behalten. Diese Story hat mich schon länger interessiert, warum also nicht als KdM lesen? Ganz ehrlich, das Pflichtbewusstsein und der Buddyread mit @black_cat595_book_lounge und @l.e.s.e.n hat mich durchhalten lassen. Es war auch sehr spannend die Kapitel gemeinsam zu analysieren. Zumindest am Anfang, als noch wirklich was passiert ist. Das Buch war nichts für mich. Der Prota, Josef K. war mir fast durchweg sehr unsympathisch. Ich konnte Max etwas Mitleid, jedoch kein Mitgefühl aufbringen. Meist jedoch fand ich ihn nur furchtbar. Die Story war langatmig und die Figuren waren zwar unterscheidbar, haben aber meist so unnötig geschwollen gesprochen, dass sich die Monologe aufgebläht haben. Dabei hat es noch relativ interessant angefangen. Nur leider sind die Entwicklungen komplett ausgeblieben. Das Ende war… befriedigend und unbefriedigend zugleich. Vielen begegnet Kafka maximal als Schullektüre. Für dieses Buch scheint das eine recht geeignete Wahl. Das Ende hat bei mir viele Fragezeichen hinterlassen und ich musste erstmal die Bedeutung recherchieren. Turns out: es ist ein sehr persönliches Werk über seine Lebensverhältnisse und Beziehungen, die er literarisch verarbeiten musste. Das sei ihm vergönnt, aber ich bin es bei Klassikern, die so gut die Zeit überdauert haben gewohnt, dass sie gesellschaftliche Probleme behandeln und nicht ausschließlich private. Ohne Kenntnisse über die Biografie des Autors bleiben zu viele Verständnislücken und einige Details des Buches sind sehr befremdlich bis störend.

Langatmig ist die Devise bei diesem Werk.
Josef K., welcher oft einer Anonymisierung unterzogen wird und nur K. genannt wird, durchlebt in diesem weiteren Fragmenten Roman, eine Tortur und Höllenfahrt eines Prozesses. Ein Prozess der vielleicht gar nicht Prozess genannt werden darf, da ihm nie wirklich der Prozess gemacht wird. Die Qual dieses Prozesses, der eigentlicher keiner zusein scheint, wird so rübergebracht, dass das gesamte Lesen eine Qual ist. Die einzige Frage, die dir beim Lesen in den Sinn kommt, ist, wann das ganze ein Ende haben wird und du von diesem Elend namens Buch befreit wirst. Als die letzten Seiten beginnen, du das Ende kommen siehst und schlussendlich befreit wirst, erkennst du, dass du in diesem Buch simultan zu Josef K. gefühlt hast. Dieses Werk von Kafka zu lesen ist langatmig, genau wie der Prozess langatmig ist, nie zu Enden scheint und so dieses Buch auch nie zu Enden scheint. Ein Roman, der die Persistenz und Qual eines Prozesses nicht besser hätte vermitteln können, einer der im Realitätsbezug zu Gefangenen auf Guantanamo Bay, die im Stile Kafkaesk seit Jahrzehnten auf ihren Prozess warten, dieser Gefühlslagen nicht akkurater hätte abbilden können.
Warum wird Josef K. der Prozess gemacht? Nicht die einzige, aber wohl die bedeutendste Frage, die den Leser durch das Bauch begleitet.
Ein sprachlich forderndes, streckenweise schwer zugängliches Buch über die Wirren eines absurden Justizsystems. Die ständige Unklarheit über den Anklagegrund hat mich beim Lesen beschäftigt. Ich habe lange gebraucht, hatte Lesepausen, vor allem zum Ende hin – war aber auch gespannt, wie es ausgeht. Spannend, mit Längen, und letztlich war ich froh, es abgeschlossen zu haben.
Die Stimme des Sprechers passt gut zum Buch! Ich wusste nichts über das Buch und habe etwas gebraucht, um in die Taktung reinzukommen. Und ich muss ganz klar sagen, obwohl insgesamt kaum etwas passiert und der Grundplott kaum vorangeht, ist es so gestaltet, dass man wirklich aufmerksam zuhören muss, um alles zu verstehen. Das ist mir nicht immer gelungen, weshalb ich jetzt auch nicht wirklich sagen kann, ob ich es gut oder schlecht oder dazwischen fand. Wenn man sich gerne mit bürokratisch-absurdem Klein-Klein und zwischenmenschlichen Verstrickungen beschäftigt, ohne dass am Ende die tatsächlichen Fragen beantwortet wären, ist man hier richtig.
Das Lesen war ein Prozess 👨⚖️
Ich musste Mitte 30 werden, bis ich das erste Buch von Kafka gelesen habe. Hatte bisher irgendwie nie Berührungspunkte mit ihm gehabt, auch in der Schule nicht. Sprachlich fand den Prozess sehr interessant. Vor allem die Stimmung ist sehr krass und ich versteh total, was Kafka-Fans begeistert. Ich hatte während des Lesens vor allem zwei durchgehende Emotionen: Ungewissheit und Frustration. Und in meiner Interpretation war es wahrscheinlich auch genau das, was durch diesen Roman transportiert werden sollte. Aber es hat mich trotzdem bisschen fertig gemacht. Insgesamt hab ich mir mehr Spannung erhofft. Die Gesellschaftskritik, die man darin sicherlich auch lesen kann, ist zum Teil sehr aktuell. Das auch Crazy. Unterm Strich hab ich mich aber doch auch bisschen durchgequält. Da bin ich ehrlich. Ich bin im Moment (Dezember 2025) aber auch eher in Stimmung für andere Emotionen. Vielleicht versuche ich es irgendwann nochmal mit der „Verwandlung“. 😄
Franz Kafka gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Prager deutschen Literatur und der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Seine Werke gehören zum Kanon der Weltliteratur und ich habe bis jetzt nichts eines seiner Werke gelesen. Das musste ich jetzt ändern und bin der Empfehlung eines guten bekannten gefolgt. 𝑳𝒆𝒔𝒆 𝑬𝒓𝒍𝒆𝒃𝒏𝒊𝒔 Dieses Buch setzt sich mit der Absurdität des Lebens, der Suche nach Sinn und der Verantwortung des Einzelnen auseinander, seinen eigenen Lebenszweck zu schaffen. Es geht um unmenschliche Bürokratie, die eine Mach ist, die das Leben der Menschen bestimmt, ohne dass sie deren Regeln verstehen oder beeinflussen können. Es geht um Schuld und Unschuld. Josef K. hat mehr und mehr das Gefühl schuldig zu sein, ohne zu wissen wofür. Er versucht zwanghaft seine Unschuld zu beweisen und empfindet das Gericht als allgegenwärtig, was eine ständige Bedrohung für ihn darstellt. Zudem fühlt er sich zunehmend von der Gesellschaft, seinen Freunden und seinem Leben entfremdet. Er fühlt sich isoliert und das macht ihn zu einem Außenseiter. Ich gebe zu der Einstieg war nicht so leicht, da hier natürlich noch eine ganz andere Sprache vorherrscht, ich meine, das Buch ist von 1925, da ist das kein Wunder. Doch ich habe dann sehr gut in das Buch gefunden und konnte es nicht aus der Hand legen. Es war so spannend zu sehen wie es wohl weiter gehen mag. Besonders die Frage was Josef denn gemacht haben soll. Das erfährt man leider nicht, dass das Buch nie vollendet wurde. Das Buch ist Post mortem erschienen und somit eines der nicht fertiggestellten Werke von Kafka. 𝑭𝒂𝒛𝒊𝒕 Dennoch kann ich es euch wirklich empfehlen. Ja es ist anspruchsvoll, aber auch sehr gut. Es regt zum Nachdenken an und das hat mir richtig gut gefallen. Ich werde definitiv mehr seiner Werke lesen.

Kafka hat mich bereits mit seinen verqueren, bruchstückhaften (Alb-)Traumsequenzen aus "Das Schloss" sowohl in den Bann gezogen als auch abgeschreckt. Doch was in Kafkas längster Novelle oder einzigem Roman bereits verwirrend war, wird in "Der Prozess" noch potenziert. Die verstörende Anziehung auf den Leser spiegelt sich im ambivalenten Charakter des Josef K. wider. Man möchte ihm zusprechen wenn er sich als scheinbar einziger Mensch dem Gericht widersetzt, dann wiederum lässt er alles lethargisch mit sich geschehen, er wirkt revolutionär wenn er sich nicht beugt und gleichzeitig egoistisch und selbstverliebt. Er betont mehrmals seine Unschuld und ist scheinbar doch von seiner Schuld überzeugt. Oder gibt er einfach im Angesicht des übermächtigen Gerichts auf? Kafkas abstrakteste Geschichte lässt so viele verschiedene Interpretationen zu, wie es Leser gibt und kann doch nicht analysiert werden. Die fragmenthaften Kapitel wirken wie ein Puzzle das sich nicht zusammensetzen lässt und gleichzeitig jedes Teil mit einem anderen austauschbar ist. Wie interpretiere ich nun das Gelesene? Ich sehe starke bipolare Tendenzen, Depression, vielleicht das Gericht als Metapher für das eigene Gewissen, das Gottesgericht oder die Gesellschaft, oder vielleicht eine Vorahnung auf das NS-Regime. Letztendlich kommt es mir hier nicht so sehr auf die Interpretation an, sondern auf das was das Buch in mir selbst auslöst. Die Bewertung hat mir ähnliche Kopfschmerzen bereitet wie das Buch selbst. Nie hat eine Geschichte mir vorher körperliche Beschwerden verursacht, nicht einmal der schlimmste Splatter. Ich habe beim Lesen eine Übelkeit verspürt und konnte Den Prozess nur in kleinen Häppchen konsumieren. Wenn eine Lektüre mich so nachhaltig beschäftigt, gedanklich und körperlich, dann hat sie etwas geschafft was der allgegenwärtigen Überflutung durch sich immer weiter übertreffende Schockerserien oder -romane kaum noch gelingt. Kafka hat die Axt für das gefrorene Meer in mir geschaffen.
1⭐️
Ich hab es bei etwa 100 Seiten abgebrochen. Ich glaube Kafkas Schreibstil ist einfach nichts für mich. Eventuell bin ich auch einfach zu dumm für das Buch. Vielleicht wage ich mich nochmal an andere Werke von ihm oder ich probiere es in einigen Jahren nochmal, aber zunächst werde ich „Der Prozess“ nicht weiter lesen.
Was für ein fucking Fiebertraum.
TW Tod, Mord, sexuelle Übergriffe, Polizeigewalt, Misogynie, Sexismus, Gewalt, Folter, Klassismus, Rassismus Ich bin in meiner Kafka-Era, merkt ihr? Dieses Buch allerdings hat mich so dermaßen verwirrt und verstört zurückgelassen, dass ich wohl erstmal ein paar Tage brauchen werde, um das zu verarbeiten. Das war auf jeden Fall eine wilde Reise und eine interessante Lektion über die Gefangenschaft in seinem eigenen Körper, seiner Rolle in der Gesellschaft und der Willkür der Mächtigeren.

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“
Das Buch legt wirklich einen starken Start hin, wird dann aber etwas träge, bis man sich selbst ein wenig eingefunden hat. Nach Kapitel 4 hatte mich das Buch jedoch wieder ganz. Ich kann nur sagen, dass es ein Buch ist, das einen wirklich fesselt und zum Nachdenken anregt. Kafka lässt einem sehr viel Raum, dieses Werk auf unterschiedliche Weise zu interpretieren. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie sehr K. sich gegen den Prozess stellt. Er hinterfragt aber nie wirklich sich selbst oder verurteilt sich. Er kommt nicht einmal auf den Gedanken, mit sich selbst in den Prozess zu gehen. Es ist eine grausame Welt in der er lebt. Eine Welt, in der Fragen gestellt, aber nicht beantwortet werden. Eine Welt, in der die Starken über die Schwachen herrschen. Eine Welt ohne begründete Regeln. Eine unislamische Welt. Möge ﷲ uns davor bewahren, so zu enden. 9/10 „Wir werden die Waagen der Gerechtigkeit für den Tag der Auferstehung aufstellen, so dass keiner Seele irgend etwas Unrecht geschehen wird. Und wäre es auch nur das Gewicht eines Senfkorns, Wir würden es herbeibringen. Und Wir genügen als Rechner.“ (Sure Al-Anbiya, 21:47)
Gemischte Gefühle..
Mein erstes Kafka-Buch. Ich war echt gespannt, denn irgendwoher muss der ganze Hype rund um den Autor ja kommen. Ich finde den Art wie Kafka gewisse Situationen beschreibt sehr spannend. Er beschreibt, zumindest für mich, völlig banale Dinge in einer Situation sehr ausführlich und geht viel weniger auf das zentrale einer Situation, z.B. ein Gespräch, ein. Natürlich wurde das Buch (leider) nie fertiggestellt. Daher bleibt natürlich einiges in der Story offen und lädt zum grübeln ein, wieso denn der Autor gewisse Dinge überhaupt angesprochen hat. Wollte er diese noch zu einem späteren Zeitpunkt des Buches auflösen? Anders als viele anderen Rezensionen, die ich gelesen habe, fand ich die Story nicht verwirrend sondern eher frustrierend, da man ja wirklich nie in Erfahrung bringt, weshalb der K. nun verhaftet wurde. Aber diese Frustration hat auch was besonderes beim Lesen, und vielleicht war auch genau das die Intention des Autors. Ich gehe mit gemischten Gefühlen aus dem Buch, überlege aber nun ein weiteres Buch von Kafka zu lesen. Welches, ist mir allerdings noch nicht klar.. Für Empfehlungen wäre ich sehr dankbar :)
Den Anfang des Romans fand ich grandios. Im Verlauf hat sich das Buch leider nur sehr gezogen wodurch ich es ein wenig langweilig und mühselig fand zu lesen. Gut wiederum finde ich, dass die Geschichte so viel Interpetationsspielraum gibt. Im Nachhinein schade, dass wir dieses Buch nicht in der Schule gelesen haben, da ich allein damit etwas überfordert bin.
Das Ganze erinnert ein bisschen an Alice im Wunderland. Es ist alles sehr merkwürdig und erst die letzte Seite löst das Rätsel um den Proceß auf. Und gerade dadurch gehört das Buch für mich zu den besten Büchern die ich gelesen habe. Ich werde das Buch definitiv nochmal lesen.
Josef K. wird verhaftet. Doch weswegen weiß er nicht. Ein Jahr arbeitet er mit verschiedenen Personen an seinem Proceß.

Im Deutschunterricht konnte er mich nicht so überzeugen.
Sterne: 4⭐️ Also wenn mich Jemand in der Schulzeit dazu gebracht hätte, dass Buch zu lesen wäre ich wahrscheinlich skeptisch gewesen („Alle Schulbücher sind mist.“). Letztendlich habe ich das Buch wirklich unterschätzt. Es regt mega zum Nachdenken an und ist wirklich gut geschrieben. Es hat mich total überrascht.
Der Prozeß ist für mich das schwierigste Buch Kafkas, da es in Bezug auf seine Handlung noch surrealer, abstruser und kafkaesker ist, als die anderen von ihm hinterlassenen Romanfragmente. Es war mein erstes Buch, das ich von Kafka zu Schulzeiten gelesen hatte. Im Grunde ist es dankbare Schullektüre, denn die Interpretationsmöglichkeiten sind vielfältig. Und da Kafka außer der Aussage, das er das Manuskript selbst als missraten ansah, keine eigene Interpretation des Textes hinterlassen hatte, gibt es kein richtig oder falsch bei der Textanalyse. Was das Ganze daher auch wieder spannend macht. Wie auch beim Schloss hatte ich den Prozess unter der Rubrik „Der verlassene Mensch im Labyrinth der Moderne“ abgelegt. Das nochmalige Lesen von Das Schloss im vergangenen Jahr änderte auch nichts an dieser Eingruppierung. Aber beim Prozess las ich diesmal ganz andere Aspekte heraus, was wohl auch daran lag, dass ich den ersten Teil der Kafka-Biografie von Reiner Stach kürzlich gelesen hatte und mir nun die zerrissene, ängstliche Person des Franz Kafka näher ist. Seine Kritik an der ihm oft sinnlos erscheinenden Tätigkeit als Versicherungsjurist drängt sich im Prozess einem desöfteren auf, wenn Josef K die Absurdität des Gerichts und der Verhandlung klar wird. Diesmal las ich durch das Wissen um Kafkas zwiespältige Beziehung zur Religion auch viel mehr heraus, dass das Gericht eine Art Gottesgericht sein könnte und der Prozess wegen des unstetigen Lebens des Josef K geführt wird. Egal welche Interpretation Kafka im Kopf gehabt hatte, ist der Text in seiner nüchternen Vortragsweise über eine Situation, die man nur aus seinen eigenen Albträumen kennt, einfach faszinierend. Und wenn ich das Buch irgendwann einmal zum dritten Mal lesen werde, werden mir bestimmt wieder ganze neue Aspekte auffallen.
Ein Klassiker, der Konzentration und Interpretation bedarf
Der Prozess ist mein erster Kafka und ich bin froh, ihn nicht in der Schule durchgenommen zu haben. So konnte ich ihn in meinem Tempo und völlig unvoreigenommen auf mich wirken lassen. Er hat doch einen sehr eigensinnigen Schreibstil, der es erforderlich macht, konzentriert dabei zu sein. Seine Sätze sind lang und schnörkelig - mit allerlei nebensächlichen Gedankensprüngen nahezu in die Unendlichkeit gezogen. Um so nebensächlicher die Details scheinen, um so plastischer wird jedoch das Bild des Protagonisten Herrn K.s., in seiner schier aussichtslosen, verhängnissvollen Anklage steckend, gezeichnet. Durch allerlei Kontakte versucht er, die Schlinge um seinen Hals zu lösen. Doch alles Mühen ist/scheint letztlich vergebens. Sein Werk hinterlässt viel Interpretationsspielraum, mag es biografisch, vielleicht sogar psychoanalytisch anheimen oder die damalig einkehrende Politik zerreißen... eine letztliche Antwort gibt es nicht. Und so bleibt es Lesestoff, der auf ewig zur Diskussion einlädt.





















































