Dubliner
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Description
Book Information
Author Description
James Joyce (1882–1941) gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der literarischen Moderne in Europa. Wenige Autoren haben stärker auf das 20. Jahrhundert eingewirkt als der revolutionäre irische Sprachmagier. Besonders sein Erfindungsreichtum fasziniert: Wie kein Zweiter beherrschte Joyce das Spiel der Wortschöpfungen und poetischen Lautmalereien.
Posts
Wow. Kurzgeschichten über verschiedene Dubliner Charaktere, die gefühlt auch die Seele der Stadt (oder Irlands) widerspiegeln. Einige Passagen habe ich immer wieder gelesen und auch wenn die Geschichten einfach geschrieben sind, so sind die Bilder, die Einsichten komplex und immer wieder überdenkenswert. Ich werde mir auf jeden Fall noch eine deutsche Übersetzung davon holen, um zu sehen, ob ich alles durchblickt habe.
Dubliner – James Joyce ★★★½☆ Jemand, der eine Stadt hasst und nicht von ihr loskommt, schreibt anders über sie als jemand, der sie liebt. Joyce hat Dublin 1904 verlassen und nie wieder dauerhaft dort gelebt. Dubliner hat er trotzdem geschrieben – oder vielleicht deshalb. Es wirkte auf mich wie ein langer, unruhiger Abschied. Die Geschichten wachsen im Verlauf des Bandes, werden schwerer, fordernder. Die ersten ziehen einen still hinein, fast unmerklich, wie man in eine fremde Stadt gerät und plötzlich merkt, dass man ihre Straßen kennt. Gegen Ende kommen sie einem nicht mehr entgegen. Ich habe mich gegen manche gestemmt, habe weitergelesen ohne Belohnung und irgendwann verstanden, dass das der Punkt ist. Joyce interessiert sich nicht für das, was passiert, sondern für das, was sich nicht traut zu passieren. Seine Figuren stehen an Schwellen – zur echten Verbindung, zur Liebe, zu sich selbst – und weichen zurück. Seine Figuren sind Menschen, die ihr Leben nicht wirklich leben, nicht weil ihnen die Gelegenheit fehlt, sondern der Mut. Mut zur echten Verbindung, Mut zur schweren Entscheidung. Mut, sich selbst anzusehen. Sie wählen das Vertraute, das Erträgliche, das Sichere. Und Joyce schaut ihnen dabei zu, ohne sie zu verurteilen – was fast schlimmer ist. Er versteht sie. Es scheint: er kennt dieses Gefühl. „Die Toten“, die letzte Geschichte, trägt alles in sich, was das Buch aufgebaut hat. Der Schnee, der am Ende über ganz Irland fällt, hat mich länger begleitet als so mancher Roman. Ich habe dieses Buch nicht immer gemocht. Aber es hat mich nicht losgelassen.

Paralyse
Ich bin froh, dass es sich um eine Kurzgeschichtensammlung handelt, sonst hätte ich noch länger gebraucht um mich immer wieder zu motivieren. Auch wenn es mir nicht immer leicht fiel, das Buch in die Hand zu nehmen, kann ich es nur empfehlen. Joyce beschreibt die Stagnation und Paralyse in der Stadt Dublin Anfang des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt unverblümt aber literarisch anspruchsvoll die Lebensrealitäten der Dubliner und die Unzufriedenheit. In seinen Erzählungen zeigt er den irischen Nationalstolz der Einwohner, teils kritisch, der kurz später Grundlage für die irische Unabhängigkeit bildet.
Die irische Gesellschaft Anfang des 29. Jahrhunderts kritisch beäugt
Joyce gibt hier ein buntes Panoptikum an Figuren wieder, die er in Ereignissen auftreten lässt, die manchmal alltäglicher nicht sein könnten - zumindest für das damalige Irland. Ein Priester stirbt und ein kleiner Junge beobachtet den Leichnam. Ein etwas verklemmter, junger Mann, sucht die Freundschaft zu einer älteren Frau und ist schockiert als er merkt, dass diese mehr fühlt. Eine Mutter setzt sich für den Lohn ihrer Tochter ein, vermasselt ihr so aber die Karriere. Und am Ende befinden wir uns in der längsten Geschichte, „Die Toten“, auf einem Familienfest, das mit allem zu versöhnen scheint. Besonders die sehr kurzen Geschichten haben es mir angetan, da sie wie durch ein Mikroskop auf kritische Situationen schauen lassen. Aber auch die längste Geschichte fand ich grandios. Ein fulminantesende, das mich an ein Orchester Stück erinnert. Joyce ist nicht nur ein feiner Beobachter, er legt auch den Finger in die Wunde der damaligen irischen und vor allem katholischen Gesellschaft. Dabei kritisiert er die Stagnation, das mangelnde Bewusstsein für Fortschritt auf gesellschaftlicher und intellektueller Ebene. Man schmort auf der Insel in seinem eigenen Saft, trinkt sehr viel Alkohol und schaut, patriotisch, aber auch mir lamoryanter Selbstzufriedenheit auf die Anderen, die Schuld am irischen Leid sind. Immer wieder kritisiert er versteckt, aber doch recht offensichtlich die katholische Kirche, die englische Regentschaft und den mangelnden Mut der irischen Bevölkerung, die sich oft hinter ihrem Nationalstolz versteckt. Erstaunlich fand ich den Auftritt sehr vieler, sehr starker Frauen, die für sich eingestanden sind und trotz widriger Umstände ihren Weg fanden. Viele der Geschichten endeten abrupt, so dass man erst mal alleingelassen zum Grübeln aufgefordert wurde, wie es denn nun weitergeht. Glücklicherweise hatte ich eine tolle Lese Partnerin, mit der ich vieles zusammenfantasieren konnte. Selbstverständlich eckte Joyce damit an. Beliebt waren seine Geschichten in keinster Weise, und es hat auch über ein Jahrzehnt gedauert, bis er sie gesammelt veröffentlichen konnte. Einmal waren sogar die Druckblätter schon fertig und wurden aus Sorge vor der Reaktion der Leser vernichtet. James Joyce war ein unbequemer Schriftsteller, der mit seiner fortschrittlichen Denkweise seinem Volk weit voraus war. Das Ganze hat er mit Erfolglosigkeit und einem unsteten Lebenswandel bezahlt. Das kann man in dem tollen Nachwort, verfasst vom Übersetzer, noch einmal kurzweilig nachlesen. Erfreulich finde ich, dass er seine große Liebe gefunden hat, die man in vielen seiner Geschichten wieder findet. Mich haben die Episode. näher an Irland heran gebracht und mein Projekt „Ulysses“ steht somit jetzt auf einem wunderbaren Fundament.
>>Ins Dunkel hinaufstarrend, erblickte ich mich selbst als ein Geschöpf, getrieben und verspottet vor Pein und Zorn.<< "Dubliner" von James Joyce ist eine wie ich finde ganz wunderbare Klassiker-Kurzgeschichtensammlung, neu gekleidet vom Manesse Verlag in ein sehr sehr schönes und hochwertiges Gewand! Die einzelnen Geschichten waren für mich wie Bilder, die James Joyce in mir malte vom Land, von den Leuten und der Mentalität der grünen Insel und dem Leben in und rund um Dublin. Gleichzeitig reist man hier eben auch ein bisschen in der Zeit zurück, was für mich jedes von James Joyce erschaffene Bild noch eindrucksvoller, atmosphärischer und bedeutsamer für mich machte. Die Geschichten spiegeln nicht nur das Besondere wieder, die Schönheit, die im ganzen liegt, sondern eben auch die Schattenseiten und das manchmal beinahe roh, kalt und doch eben immer mit diesem einzigartigen Hauch dieses faszinierenden Landes und seiner Bewohner. ✒Für mich definitiv ein kleines Lesehighlight und ein Buch, das ich noch oft in die Hand nehmen werde!
Ist James Joyce ein großartiger Schriftsteller? Definitiv. Hat mich "Dubliners" überzeugt? Leider nicht. Worum geht es? "Dubliners" ist eine Sammlung von Kurzgeschichte, die alle in Dublin spielen. Als Leser begleitet man Lebensabschnitte verschiedener Figuren aus der Hauptstadt Irlands. Hat mir das Buch gefallen? Jein. Also, dass James Joyce fantastisch schreiben kann, steht hier nicht zur Debatte. Trotzdem ist "Dubliners" vor sich hingeplätschert. Als ich es beendet hatte, habe ich mich auch nicht weiter damit beschäftigt. Es war für mich kein Buch, über das ich noch lange nachdenke. Trotzdem bin ich der Meinung, dass jeder mal ein Buch von Joyce gelesen haben sollte.
"His soul swooned slowly, as he heard the snow falling faintly through the universe, and faintly falling, like the descent of their last end, upon all the living and the dead." Mit unverzagtem Realismus werden die Leben der Dubliner unendlich detailreich auf dem Papier verewigt. Eine unikale Sicht auf die Welt und die Menschen wird gezeichnet. Und die Sprache... ich fühle mich beim Lesen, als würde ich in einen Sternenhimmel starren, aber die Konstellationen nicht kennen. Bin ich jetzt bereit für "Ulysses", wovor ich schon so viele Jahre zurückgeschreckt bin? Ein tausendseitiger Roman, der an einem einzigen Tag spielt, das muss ein wild ride werden.
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James Joyce (1882–1941) gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der literarischen Moderne in Europa. Wenige Autoren haben stärker auf das 20. Jahrhundert eingewirkt als der revolutionäre irische Sprachmagier. Besonders sein Erfindungsreichtum fasziniert: Wie kein Zweiter beherrschte Joyce das Spiel der Wortschöpfungen und poetischen Lautmalereien.
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Wow. Kurzgeschichten über verschiedene Dubliner Charaktere, die gefühlt auch die Seele der Stadt (oder Irlands) widerspiegeln. Einige Passagen habe ich immer wieder gelesen und auch wenn die Geschichten einfach geschrieben sind, so sind die Bilder, die Einsichten komplex und immer wieder überdenkenswert. Ich werde mir auf jeden Fall noch eine deutsche Übersetzung davon holen, um zu sehen, ob ich alles durchblickt habe.
Dubliner – James Joyce ★★★½☆ Jemand, der eine Stadt hasst und nicht von ihr loskommt, schreibt anders über sie als jemand, der sie liebt. Joyce hat Dublin 1904 verlassen und nie wieder dauerhaft dort gelebt. Dubliner hat er trotzdem geschrieben – oder vielleicht deshalb. Es wirkte auf mich wie ein langer, unruhiger Abschied. Die Geschichten wachsen im Verlauf des Bandes, werden schwerer, fordernder. Die ersten ziehen einen still hinein, fast unmerklich, wie man in eine fremde Stadt gerät und plötzlich merkt, dass man ihre Straßen kennt. Gegen Ende kommen sie einem nicht mehr entgegen. Ich habe mich gegen manche gestemmt, habe weitergelesen ohne Belohnung und irgendwann verstanden, dass das der Punkt ist. Joyce interessiert sich nicht für das, was passiert, sondern für das, was sich nicht traut zu passieren. Seine Figuren stehen an Schwellen – zur echten Verbindung, zur Liebe, zu sich selbst – und weichen zurück. Seine Figuren sind Menschen, die ihr Leben nicht wirklich leben, nicht weil ihnen die Gelegenheit fehlt, sondern der Mut. Mut zur echten Verbindung, Mut zur schweren Entscheidung. Mut, sich selbst anzusehen. Sie wählen das Vertraute, das Erträgliche, das Sichere. Und Joyce schaut ihnen dabei zu, ohne sie zu verurteilen – was fast schlimmer ist. Er versteht sie. Es scheint: er kennt dieses Gefühl. „Die Toten“, die letzte Geschichte, trägt alles in sich, was das Buch aufgebaut hat. Der Schnee, der am Ende über ganz Irland fällt, hat mich länger begleitet als so mancher Roman. Ich habe dieses Buch nicht immer gemocht. Aber es hat mich nicht losgelassen.

Paralyse
Ich bin froh, dass es sich um eine Kurzgeschichtensammlung handelt, sonst hätte ich noch länger gebraucht um mich immer wieder zu motivieren. Auch wenn es mir nicht immer leicht fiel, das Buch in die Hand zu nehmen, kann ich es nur empfehlen. Joyce beschreibt die Stagnation und Paralyse in der Stadt Dublin Anfang des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt unverblümt aber literarisch anspruchsvoll die Lebensrealitäten der Dubliner und die Unzufriedenheit. In seinen Erzählungen zeigt er den irischen Nationalstolz der Einwohner, teils kritisch, der kurz später Grundlage für die irische Unabhängigkeit bildet.
Die irische Gesellschaft Anfang des 29. Jahrhunderts kritisch beäugt
Joyce gibt hier ein buntes Panoptikum an Figuren wieder, die er in Ereignissen auftreten lässt, die manchmal alltäglicher nicht sein könnten - zumindest für das damalige Irland. Ein Priester stirbt und ein kleiner Junge beobachtet den Leichnam. Ein etwas verklemmter, junger Mann, sucht die Freundschaft zu einer älteren Frau und ist schockiert als er merkt, dass diese mehr fühlt. Eine Mutter setzt sich für den Lohn ihrer Tochter ein, vermasselt ihr so aber die Karriere. Und am Ende befinden wir uns in der längsten Geschichte, „Die Toten“, auf einem Familienfest, das mit allem zu versöhnen scheint. Besonders die sehr kurzen Geschichten haben es mir angetan, da sie wie durch ein Mikroskop auf kritische Situationen schauen lassen. Aber auch die längste Geschichte fand ich grandios. Ein fulminantesende, das mich an ein Orchester Stück erinnert. Joyce ist nicht nur ein feiner Beobachter, er legt auch den Finger in die Wunde der damaligen irischen und vor allem katholischen Gesellschaft. Dabei kritisiert er die Stagnation, das mangelnde Bewusstsein für Fortschritt auf gesellschaftlicher und intellektueller Ebene. Man schmort auf der Insel in seinem eigenen Saft, trinkt sehr viel Alkohol und schaut, patriotisch, aber auch mir lamoryanter Selbstzufriedenheit auf die Anderen, die Schuld am irischen Leid sind. Immer wieder kritisiert er versteckt, aber doch recht offensichtlich die katholische Kirche, die englische Regentschaft und den mangelnden Mut der irischen Bevölkerung, die sich oft hinter ihrem Nationalstolz versteckt. Erstaunlich fand ich den Auftritt sehr vieler, sehr starker Frauen, die für sich eingestanden sind und trotz widriger Umstände ihren Weg fanden. Viele der Geschichten endeten abrupt, so dass man erst mal alleingelassen zum Grübeln aufgefordert wurde, wie es denn nun weitergeht. Glücklicherweise hatte ich eine tolle Lese Partnerin, mit der ich vieles zusammenfantasieren konnte. Selbstverständlich eckte Joyce damit an. Beliebt waren seine Geschichten in keinster Weise, und es hat auch über ein Jahrzehnt gedauert, bis er sie gesammelt veröffentlichen konnte. Einmal waren sogar die Druckblätter schon fertig und wurden aus Sorge vor der Reaktion der Leser vernichtet. James Joyce war ein unbequemer Schriftsteller, der mit seiner fortschrittlichen Denkweise seinem Volk weit voraus war. Das Ganze hat er mit Erfolglosigkeit und einem unsteten Lebenswandel bezahlt. Das kann man in dem tollen Nachwort, verfasst vom Übersetzer, noch einmal kurzweilig nachlesen. Erfreulich finde ich, dass er seine große Liebe gefunden hat, die man in vielen seiner Geschichten wieder findet. Mich haben die Episode. näher an Irland heran gebracht und mein Projekt „Ulysses“ steht somit jetzt auf einem wunderbaren Fundament.
>>Ins Dunkel hinaufstarrend, erblickte ich mich selbst als ein Geschöpf, getrieben und verspottet vor Pein und Zorn.<< "Dubliner" von James Joyce ist eine wie ich finde ganz wunderbare Klassiker-Kurzgeschichtensammlung, neu gekleidet vom Manesse Verlag in ein sehr sehr schönes und hochwertiges Gewand! Die einzelnen Geschichten waren für mich wie Bilder, die James Joyce in mir malte vom Land, von den Leuten und der Mentalität der grünen Insel und dem Leben in und rund um Dublin. Gleichzeitig reist man hier eben auch ein bisschen in der Zeit zurück, was für mich jedes von James Joyce erschaffene Bild noch eindrucksvoller, atmosphärischer und bedeutsamer für mich machte. Die Geschichten spiegeln nicht nur das Besondere wieder, die Schönheit, die im ganzen liegt, sondern eben auch die Schattenseiten und das manchmal beinahe roh, kalt und doch eben immer mit diesem einzigartigen Hauch dieses faszinierenden Landes und seiner Bewohner. ✒Für mich definitiv ein kleines Lesehighlight und ein Buch, das ich noch oft in die Hand nehmen werde!
Ist James Joyce ein großartiger Schriftsteller? Definitiv. Hat mich "Dubliners" überzeugt? Leider nicht. Worum geht es? "Dubliners" ist eine Sammlung von Kurzgeschichte, die alle in Dublin spielen. Als Leser begleitet man Lebensabschnitte verschiedener Figuren aus der Hauptstadt Irlands. Hat mir das Buch gefallen? Jein. Also, dass James Joyce fantastisch schreiben kann, steht hier nicht zur Debatte. Trotzdem ist "Dubliners" vor sich hingeplätschert. Als ich es beendet hatte, habe ich mich auch nicht weiter damit beschäftigt. Es war für mich kein Buch, über das ich noch lange nachdenke. Trotzdem bin ich der Meinung, dass jeder mal ein Buch von Joyce gelesen haben sollte.
"His soul swooned slowly, as he heard the snow falling faintly through the universe, and faintly falling, like the descent of their last end, upon all the living and the dead." Mit unverzagtem Realismus werden die Leben der Dubliner unendlich detailreich auf dem Papier verewigt. Eine unikale Sicht auf die Welt und die Menschen wird gezeichnet. Und die Sprache... ich fühle mich beim Lesen, als würde ich in einen Sternenhimmel starren, aber die Konstellationen nicht kennen. Bin ich jetzt bereit für "Ulysses", wovor ich schon so viele Jahre zurückgeschreckt bin? Ein tausendseitiger Roman, der an einem einzigen Tag spielt, das muss ein wild ride werden.













