Der Verschollene
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Description
»Ich bestehe aus Literatur« Franz Kafka
Mit seinen oft unvollendet gebliebenen, bis heute ihr Rätsel nicht offenbarenden Romanen, Geschichten und Parabeln ist Franz Kafka eine der maßgeblichen Säulenfiguren der modernen Literatur. Niemanden kann die Lektüre seiner Werke kalt lassen. Sie fordert heraus und wühlt auf. In seinem berühmten fragmentarischen Roman »Der Verschollene« zeigt sich die immer noch brennende Aktualität Kafkas und seiner nie alternden visionären literarischen Ideen, auch 100 Jahre nach seinem Tod.
Book Information
Author Description
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka 1908 in die »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt« ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Gemischte Gefühle Wie sind die anderen Bücher von Kafka?
Die Ausarbeitung der Charakter fand ich sehr gelungen. Besonders der Hauptcharakter hat mir sehr gut gefallen. Den Schreibstiele fand ich sonderbar wechselhaft. Durch einige Passagen bin ich förmlich geflogen, während bei anderen Stellen Wortwahl und Satzbau immer wieder aus dem Lesefluss geworfen haben. Ähnlich denke ich über die Handlung. Oft ein sehr geschmeidiger Ablauf, manchmal zieht sie sich aber auch sehr in die Länge oder ist abgehackt kurz.
Anspruchsvolles Kafka-Werk, dessen Lektüre sich absolut lohnt 💫
Franz Kafkas ‚Der Verschollene‘, auch bekannt als ‚Amerika‘, erzählt die Geschichte des sechzehnjährigen Karl Roßmann, der von seinen Eltern nach einem skandalösen Vorfall mit einem Dienstmädchen in die Vereinigten Staaten geschickt wird. Dort erwartet ihn weder das verheißene Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch ein klarer Weg zu Wohlstand und Sicherheit, sondern eine Abfolge bizarrer Begegnungen, abrupt wechselnder Lebensumstände und ein ständiges Ringen mit einer Welt, die ihn gleichzeitig anzieht und abstößt. Von der Ankunft in New York über den Aufenthalt bei seinem reichen Onkel bis hin zum ziellosen Umherirren durch die Weiten dieses fremden Landes verfolgt Karl die leise Tragik eines Menschen, der von Ort zu Ort getrieben wird, ohne jemals anzukommen. Im Herzen des Romans steht meiner Meinung nach die Dialektik von Heimat und Heimatlosigkeit. Amerika ist für Karl einerseits ein Ort der Hoffnung, ein Neuanfang, eine Projektionsfläche für Freiheit – und zugleich ein unendlicher, anonymisierender Raum, der ihm jede feste Verankerung entzieht. Die Suche nach Identität gerät hier zu einem Prozess des beständigen Entgleitens: Karl wird immer wieder in neue Rollen gedrängt, ohne dass er selbst bestimmen könnte, wer er eigentlich sein will oder darf. Nur in kleinen Momenten trifft Karl bewusste Entscheidungen, während er die meiste Zeit ein Opfer seiner äußeren Umstände ist. Die Machtverhältnisse, denen er begegnet – ob in Form des autoritären Onkels oder willkürlicher Arbeitgeber wie das Hotel Occidental – legen offen, wie sehr Karl dem Spiel aus Kontrolle und Unterwerfung ausgeliefert ist. Ohnmacht ist in Kafkas Werk nicht nur ein Gefühl, sondern ein struktureller Zustand: Wer keine feste Heimat und klare Identität hat, ist der Willkür anderer scheinbar schutzlos ausgeliefert. Zwischen traditionellem Bildungsroman und modernistischem Großstadtroman ist ‚Der Verschollene‘ eine Parabel auf den modernen Menschen, der zwischen den Versprechen einer offenen Welt und der Realität unüberschaubarer, intransparenter Machtapparate zerrieben wird – eine Welt, in der das Ankommen eher eine Frage der inneren Haltung als eine des Ortes ist.

Eine Kette von Ereignissen, die beklemmend, ungerecht, absurd und bizarr ist.
Als Leser*in steht man ja oft über den Ereignissen. Weiß mehr als die Romanfiguren. Doch Kafka schafft es irgendwie, dass man denselben Kontrollverlust erlebt, wie der Hauptcharakter Karl. Man verfolgt, wie dieser in einen Abwärtsstrudel gerät. Manches geschieht ihm einfach aus völlig absurden Gründen, aber vielfach reagiert er passiv oder fehlinterpretiert Situationen aus seiner Naivität heraus. Schließlich gerät er dadurch in die nächste Form von Gefangenschaft und steigt gesellschaftlich noch weiter ab. Während des Lesens habe ich mich mit Kafka selbst mehr beschäftigt und dadurch einen besseren Zugang zum (unvollendeten) Roman gefunden. Mehr und mehr habe ich verstanden, welche Überforderung, Entfremdung und Machtlosigkeit ihn selbst beschäftigt hat. Und habe große Sympathien für ihn entwickelt. Ich hätte wahnsinnig gerne erfahren, wie Kafka den Roman wohl abgeschlossen hätte.

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1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Ich bestehe aus Literatur« Franz Kafka
Mit seinen oft unvollendet gebliebenen, bis heute ihr Rätsel nicht offenbarenden Romanen, Geschichten und Parabeln ist Franz Kafka eine der maßgeblichen Säulenfiguren der modernen Literatur. Niemanden kann die Lektüre seiner Werke kalt lassen. Sie fordert heraus und wühlt auf. In seinem berühmten fragmentarischen Roman »Der Verschollene« zeigt sich die immer noch brennende Aktualität Kafkas und seiner nie alternden visionären literarischen Ideen, auch 100 Jahre nach seinem Tod.
Book Information
Author Description
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka 1908 in die »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt« ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.
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Gemischte Gefühle Wie sind die anderen Bücher von Kafka?
Die Ausarbeitung der Charakter fand ich sehr gelungen. Besonders der Hauptcharakter hat mir sehr gut gefallen. Den Schreibstiele fand ich sonderbar wechselhaft. Durch einige Passagen bin ich förmlich geflogen, während bei anderen Stellen Wortwahl und Satzbau immer wieder aus dem Lesefluss geworfen haben. Ähnlich denke ich über die Handlung. Oft ein sehr geschmeidiger Ablauf, manchmal zieht sie sich aber auch sehr in die Länge oder ist abgehackt kurz.
Anspruchsvolles Kafka-Werk, dessen Lektüre sich absolut lohnt 💫
Franz Kafkas ‚Der Verschollene‘, auch bekannt als ‚Amerika‘, erzählt die Geschichte des sechzehnjährigen Karl Roßmann, der von seinen Eltern nach einem skandalösen Vorfall mit einem Dienstmädchen in die Vereinigten Staaten geschickt wird. Dort erwartet ihn weder das verheißene Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch ein klarer Weg zu Wohlstand und Sicherheit, sondern eine Abfolge bizarrer Begegnungen, abrupt wechselnder Lebensumstände und ein ständiges Ringen mit einer Welt, die ihn gleichzeitig anzieht und abstößt. Von der Ankunft in New York über den Aufenthalt bei seinem reichen Onkel bis hin zum ziellosen Umherirren durch die Weiten dieses fremden Landes verfolgt Karl die leise Tragik eines Menschen, der von Ort zu Ort getrieben wird, ohne jemals anzukommen. Im Herzen des Romans steht meiner Meinung nach die Dialektik von Heimat und Heimatlosigkeit. Amerika ist für Karl einerseits ein Ort der Hoffnung, ein Neuanfang, eine Projektionsfläche für Freiheit – und zugleich ein unendlicher, anonymisierender Raum, der ihm jede feste Verankerung entzieht. Die Suche nach Identität gerät hier zu einem Prozess des beständigen Entgleitens: Karl wird immer wieder in neue Rollen gedrängt, ohne dass er selbst bestimmen könnte, wer er eigentlich sein will oder darf. Nur in kleinen Momenten trifft Karl bewusste Entscheidungen, während er die meiste Zeit ein Opfer seiner äußeren Umstände ist. Die Machtverhältnisse, denen er begegnet – ob in Form des autoritären Onkels oder willkürlicher Arbeitgeber wie das Hotel Occidental – legen offen, wie sehr Karl dem Spiel aus Kontrolle und Unterwerfung ausgeliefert ist. Ohnmacht ist in Kafkas Werk nicht nur ein Gefühl, sondern ein struktureller Zustand: Wer keine feste Heimat und klare Identität hat, ist der Willkür anderer scheinbar schutzlos ausgeliefert. Zwischen traditionellem Bildungsroman und modernistischem Großstadtroman ist ‚Der Verschollene‘ eine Parabel auf den modernen Menschen, der zwischen den Versprechen einer offenen Welt und der Realität unüberschaubarer, intransparenter Machtapparate zerrieben wird – eine Welt, in der das Ankommen eher eine Frage der inneren Haltung als eine des Ortes ist.

Eine Kette von Ereignissen, die beklemmend, ungerecht, absurd und bizarr ist.
Als Leser*in steht man ja oft über den Ereignissen. Weiß mehr als die Romanfiguren. Doch Kafka schafft es irgendwie, dass man denselben Kontrollverlust erlebt, wie der Hauptcharakter Karl. Man verfolgt, wie dieser in einen Abwärtsstrudel gerät. Manches geschieht ihm einfach aus völlig absurden Gründen, aber vielfach reagiert er passiv oder fehlinterpretiert Situationen aus seiner Naivität heraus. Schließlich gerät er dadurch in die nächste Form von Gefangenschaft und steigt gesellschaftlich noch weiter ab. Während des Lesens habe ich mich mit Kafka selbst mehr beschäftigt und dadurch einen besseren Zugang zum (unvollendeten) Roman gefunden. Mehr und mehr habe ich verstanden, welche Überforderung, Entfremdung und Machtlosigkeit ihn selbst beschäftigt hat. Und habe große Sympathien für ihn entwickelt. Ich hätte wahnsinnig gerne erfahren, wie Kafka den Roman wohl abgeschlossen hätte.









