Über Menschen

Über Menschen

Ebook
4.21700
Bestsellerliste Spiegel AktuellCorpus DelictiProvinzLeben Auf Dem Land

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Description

Trauen wir uns, Mensch zu sein?

Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie musste dringend raus aus der Stadt, auch wenn sie nicht genau weiß, wovor sie auf der Flucht ist. Großstadt, Lockdown, stressiger Job, ein übereifriger Freund, dazu Donald Trump, Brexit und Rechtspopulismus – wann ist die Welt eigentlich dermaßen durcheinandergeraten? Dass Bracken, dieses kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht die ländliche Idylle ist, von der manche Städter träumen, war Dora klar. Alle haben sie vor der Provinz gewarnt. Jetzt sitzt sie trotzdem hier, in einem alten Haus auf einem verwilderten Grundstück, mit einem kahlrasierten Nachbarn hinter der Gartenmauer, der sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Doch dann passieren Dinge, die ihr Weltbild ins Wanken bringen. Sie trifft Menschen, die in kein Raster passen, und steht vor einer Herausforderung, die Antwort auf die große Frage verlangt, worauf es im Leben eigentlich ankommt.

Juli Zehs neuer großer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart und den Menschen, die sie hervorbringt. Von ihren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten. Und von ihren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn sie sich trauen, Mensch zu sein.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
416
Price
11.99 €

Author Description

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Promotion im Europa- und Völkerrecht. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Heinrich-Böll-Preis (2019). Im Jahr 2018 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt. Ihr Roman »Über Menschen« war das meistverkaufte belletristische Hardcover des Jahres 2021. Zuletzt erschien bei Luchterhand der zusammen mit Simon Urban verfasste Bestseller »Zwischen Welten«.

Posts

190
All
4.5

Wieso habe ich nicht schon früher zu Juli Zeh gegriffen? Unfassbar guter Schreibstil. Ich liebe die letzte Seite und deren Andeutung. Übermenschen, Untermenschen, Moralfragen, es war alles dabei.

4.5

Ein Buch über Vorurteile, echte Begegnungen und die Erkenntnis, dass das Leben selten schwarz-weiß ist. Treffend, witzig, ehrlich, lesenswert.

4

„Ich bin hier der Dorfnazi“

Dora zieht aus Berlin nach Bracken, während der Corona Pandemie. Ihr Exfreund ist sehr in der Fridays for Future Bewegung und Pandemie gefangen. Als sie in Bracken ankommt lernt sie direkt ihren Nachbarn Gote kennen, der sich als Dorfnazi bei ihr vorstellt. Zwischen Vorurteilen, Zusammenhalt und AFD lernt Dora das Dorfleben und die Gemeinschaft kennen. Das Buch ist wahnsinnig gut geschrieben, und das ich am Ende Tränen in den Augen habe, hätte ich am Anfang wirklich nicht gedacht. Der Schreibstil ist sehr gut und man fliegt durch die Seiten.

3.5

Ich dachte zuerst, ich sei noch nicht bereit, ein Buch über die Corona-Zeit zu lesen – doch ich wurde schnell vom Gegenteil überzeugt. Die Geschichte überzeugt mit einem tollen Schreibstil, ist ruhig erzählt und behandelt gleichzeitig aktuelle Themen wie gesellschaftliche Spaltung, Klimafragen und Rechtsextremismus. Es gab immer wieder Gedanken, die mich selbst zum grübeln gebracht haben. Jedoch fand ich den Umgang mit dem rechtsextremen Nachbarn teilweise schwierig. Das Buch versucht, das Menschliche und Gute im scheinbar Bösen zu zeigen. Dabei entsteht stellenweise der Eindruck: „Klar, er ist ein Nazi, macht Hitlergrüße und grölt Parolen – aber er ist auch erstaunlich nett und hilfsbereit zur Protagonistin (die im Übrigen weiß, heterosexuell und deutsch ist – ansonsten wäre er wohl nicht so ‚nett‘ zu ihr), ist Vater und hat somit auch seine gute Seiten.“ Auch wenn der innere Monolog der Protagonistin ihm gegenüber oft ablehnend ist, fand ich die direkte Auseinandersetzung mit der Thematik insgesamt etwas zu unkritisch.

3

Ich hab mich schwer getan

Dora zieht während den Corona-Anfängen von der Stadt aufs Land. Hier lebt es sich für sie plötzlich freier und leichter als mit ihrem Freund in Berlin in der Enge ihrer Wohnung. Da stört sie sich auch nicht am Dorf-Nazi von Nebenan und auch nicht an den AfD-Wählern. Dieses Buch hat mich sehr zwiespältig zurück gelassen. Erst einmal versteht es Juli Zeh gut zu schreiben. Es liest sich locker flockig, aber jetzt kommen wir schon zur Kritik. Denn viel kam mir hier nach Klischee Moral vor. Natürlich sind Nazis auch Menschen und liebende Familienväter. Aber ob man darüber und über den „Jeder hasst eben jemanden“ Ansatz hin gleich so wohlwollend auf den neuen Nachbarn blicken muss. Ich glaube nicht. Hingegen steht die Stadt hier als eher hysterische Klimakrisenbubble, die ohne Grund Corona ernst nehmen und auch sonst nur schlecht weg kommen. Wenn man schon den „wir sind alle Menschen“ Ansatz fährt, dann sollte es mehr Grautöne geben, Verständnis und die Möglichkeit wieder sinnvoll über etwas diskutieren zu können. Die woke Bubble ist nämlich nicht automatisch eine hysterische und das Land ein nachbarschaftliches Idyll. Und auch anders rum weiß die Stadt nicht besser wie es läuft und auf dem Land leben dumme Hinterwäldler und Rassisten. Das wäre mehr das was ich mir gewünscht hätte, Vielfalt.

3.5

"Pause beendet, zurück ins Hamsterrad" (S.221)

Ai Caramba ... Frau Zeh hat denke ich ganz gut beschrieben, dass wir uns alle irgendwo, irgendwie in einer Grauzone befinden... in welcher wir im Endeffekt alle einfach nur Menschen sind. Die entstehende Verwirrung bei der Realization, dass die Koexistenz von Menschlichkeit und Unmenschlichkeit besteht, wurde gut dargestellt aus Doras Sicht.. (auch wenn manche Ansichten -VORALLEM DIE VON GOTE- wirklich einfach Müll sind ) Mit den Interviews nach der Veröffentlichung hat die Autorin sich selbst bisschen ans Bein gepisst, weil die Inhalte ihrer Aussagen teilweise völlig delulu waren ... Man kann von dem Buch halten was man möchte, aber es zeigt, wie crack der Vibe in Deutschland allg. ist bruh !

"Pause beendet, zurück ins Hamsterrad" (S.221)
4

Juli Zeh hat eine besondere Art ihre Geschichten in einen Humor zu verpacken ,der die Thematik nachdenklich aber auch witzig im Kopf hinterlässt. Eine Geschichte über eine junge Frau ,die sich in Brandenburg zur Zeit der CoronaKrise ein Haus auf dem tiefsten Land kauft. Sich mit NeoNazis als Nachbarn rumschlägt, Frauenfeindlichlkeit und dem Irrsinn, den es zu der Zeit auch gab. Es kommt einem schon ewig lang vor, dabei ist es gerade erst gewesen. Juli Zeh hat mich sehr überzeugt. Manchmal war das Buch etwas langatmig, aber der Humor war einfach grossartig und nachhaltig allemal. Corona ist "vorbei" ,der Rest ist weiter präsent.

1

Ein merkwürdiges Buch, zu dem ich keinen Zugang bekommen habe. Dora zieht zu Corona-Zeiten von Berlin nach Bracken, einem Dorf in Brandenburg. Dort wird sie Nachbarin von Grote, einem gewalttätigen Nazi, der in seinem Garten lauthals das Horst-Wessel-Lied singt und sich dort regelmäßig mit Gesinnungsgenossen trifft. Der Autorin ist es nun ein Anliegen, uns Grote als hilfsbereiten Nachbarn und durchaus liebevollen Vater nahezubringen. Dass in Bracken nahezu alles ins Wanken gerät, will sie auch mit einem schwulen Paar illustrieren, das weiter unten in der Straße wohnt, der eine AfD-Wähler, der andere linker Kabarettist. Ich habe wieder auf diese merkwürdugen, kauzigen oder widerlichen Typen Lust noch auf die Beliebigkeit, mit der hier nahegelegt wird, dass auch gewalttätige Nazis doch eigentlich ganz nette Nachbarn sein können.

5

Ein Buch das zum nachdenken anregt

Dies war mein 1. Buch der Autorin Wir lernen durch Dora, die aus der Stadt aufs Land zieht, Menschen kennen die man auf den 1. Blick vorverurteilt. Man kann den Menschen nur vor den Kopf schauen, aber es lohnt sich immer den Blick dahinter zu werfen und schon sieht man dass viel nur Schein statt Sein ist. Man lernt Dorf und Menschen kennen, Nachbarschaftshilfe und wer in der Not da ist. Hilfe ohne Hintergedanken Die Botschaften zwischen den Zeilen, trotz ernster Themen, macht das ganze nochmal wertvoller. Dieses Buch hat für mich persönlich einen Mehrwert, auch wenn ich mich real nie von äusseren Eindrücken oder erzähltem beeinflussen lasse. Mein Fazit: Trenn dich von allem, es ist gar nicht so schwer, von deinen Vorurteilen sowieso, sie sind am wenigsten wert (Songtext einer Musikband) Und Recht haben sie Für mich ist dieses Buch ein Jahreshighligt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

5

Margot Friedländer: Seid Menschen.

"Über Menschen" ist das vierte Buch von Juli Zeh, das ich gelesen habe. Und ich finde, das ist bisher das Beste. Was mir so gut gefällt ist, dass Juli Zeh über den Tellerrand hinausblickt und uns Leser zum Nachdenken bringt. Ohja, dieses Buch hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Sie bringt uns die Geschichte bzw. Situation näher: "Was soll ich machen, wenn eine Person, die überaus freundlich und hilfsbereit ist, die AfD wählt und sich selbst als Neonazi bezeichnet?" Das passt ja so gar nicht zusammen. Egal, welche politische Richtung wir einschlagen, wen wir mögen oder nicht, wir sind am Ende alles Menschen und darauf kommt es an. Kann ich nur empfehlen!

4

Leicht zu lesen, regt zum Nachdenken an

Das Buch ist sehr gut und flüssig zu lesen. Es behandelt Themen wie Weltansichten (Extremismus) , Wertschätzung, Ängste und Probleme der heutigen Zeit.

3.5

„Am Ende haben sie gemeinsam existiert - verbunden durch die Mauer, die sie trennte.“

Über Menschen ist ein kluger, überraschend nahbarer Roman über gesellschaftliche Spaltung, Vorurteile und die Frage, wie wir miteinander leben wollen. Im Mittelpunkt steht Dora, die Berlin verlässt und in ein Dorf in Brandenburg zieht und dort mit Menschen konfrontiert wird, die ihrem eigenen Weltbild zunächst völlig widersprechen. Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen, vor allem wegen des Schreibstils und der kurzen Kapitel. Der Einstieg fiel mir jedoch nicht ganz so leicht, da mir die Charaktere eher unsympathisch erschienen und ich irgendwie keine Nähe zu ihnen aufbauen konnte. Dadurch blieb eine gewisse Distanz zur Geschichte. Trotzdem ist das Buch inhaltlich stark und regt zum Nachdenken an! Gerade weil die Figuren Ecken und Kanten haben, spiegelt der Roman gesellschaftliche Spannungen realistisch wider. Auch wenn mich die Charaktere emotional nicht vollständig abgeholt haben, bleibt es ein gutes und lesenswertes Buch.

4

Spannender Ausflug in die kontrastreichen Welten zwischen Berlin und Bracken, ein kleines Provinzstädtchen in Brandenburg

Am Anfang war ich genervt davon, dass die Geschichte während der anfänglichen Corona-Zeit spielt. Mit der Zeit hat es mich nicht mehr so stark gestört. Dora zieht aus der Wohnung, in der sie bis dahin mit ihrem Freund gelebt hat aus. Sie zieht in ein Gutsverwaltungshaus in Bracken. In Dora brodeln viele Gedanken und Unsicherheiten. Sie sehnt sich nach der Entschleunigung. Ihre Nachbarschaft in Bracken ist sehr überschaubar. Die Menschen um sie herum sind alle merkwürdig und kümmern sich nicht um politische Korrektheit. Schnell identifiziert Dora alle als Nazis. Ihr direkter Nachbar Gote stellt sich ihr auch selbst als "der Dorf-Nazi" vor. Mit der Zeit entwickelt Dora spannende Beziehungen zu ihrer Nachbarschaft. Um nicht zu spoilern, werde ich nicht mehr verraten. Die Geschichte hat bei mir viele Gedanken frei gesetzt. Wie können Beziehungen zu Menschen funktionieren, deren politische Einstellung gar nicht so schwarz-weiß gesehen werden kann. An vielen Stellen tat es schon fast weh zu sehen, wie Dora über ihre Einstellung hinweg die Beziehungen zu den Nachbar*innen zulässt. Ich frage mich dennoch, wie ich an ihrer Stelle gehandelt hätte. Eine durchaus lesenswerte Reise in das kontrastreiche Leben zwischen Metropole und Provinz. Auf welche gemeinsamen Werte können wir uns mit unserem (un)mittelbaren Nachbar*innen einigen ohne unsere eigenen politischen Überzeugungen zu vergessen?

5

Großartig

Dieses Buch spielt mitten in der Coronazeit und holte mich zurück in teilweise schon vergessene oder eher verdrängte Zustände wie Lockdown, geschlossene Schulen, Ausgangssperren usw. Dora flüchtet von Berlin aufs Land und sucht die Abgeschiedenheit, wird aber ungewollt doch recht schnell ein Teil der Dorfgemeinschaft. Wir erfahren hier von den unterschiedlichen Auswirkungen der Maßnahmen in Städten und Dörfern, wie die Menschen ganz unterschiedlich mit diesem Thema umgegangen sind aber eigentlich geht es hier ums Mensch sein. Hilft man denen, die es vielleicht in den Augen anderer nicht verdienen? Wie gehen wir mit unseren Ängsten und Vorurteilen um? Wer bin ich und wo will ich hin? Für mich ein großartiger Roman, den ich sicher auch noch ein 3. Mal lesen werde.

5

Bei den letzten 20 Seiten habe ich nur noch geweint. Damit hat das Buch 5 Sterne verdient. Über den Inhalt der Geschichte kann man geteilter Meinung sein. Das ist auch gut so. Mich leitet gerade nur das Gefühl für das Ende

4.5

Heute Belletristik - Morgen Weltliteratur

Hier reicht ein Satz: Dieses Buch geht uns alle etwas an.

5

Zeiten wie diese brauchen Bücher wie dieses.

Mit „Über Menschen“ versetzt einen Juli Zeh direkt wieder in die Zeiten der Corona-Pandemie. Vermutlich eine Zeit die die meisten von uns gerne vergessen würden. Auch wenn viel aus der Pandemie (zum Glück) nicht übrig geblieben ist und wir seitdem wieder ein recht freies unbeschwertes Leben ohne Einschränkungen führen Können, zeichnet sich die politische Kluft die in Deutschland herrscht auch 4 Jahre später deutlicher denn je ab. Dabei schafft es Juli Zeh nicht nur, durch die Art und Weise des Schreibens ein locker leichtes Lesegefühl hervorzurufen, sondern schafft es auch einem an der ein oder anderen Stelle einen Schmunzler zu entlocken. Aus meiner Sicht genau der richtige Weg um sich der Frage zu stellen wie man mit Menschen umgeht, die eine andere politische Meinung haben als man selbst. Immerhin ist die Thematik selbst schon ernst genug und die Betrachtung mit einer Prise Humor kommt entsprechend ganz recht.

5

Der Mensch dahinter

Juli Zeh hält uns hier ungefragt den Spiegel vor, um uns aufzuzeigen, wie schnell wir bereit sind, Menschen nach dem ersten Eindruck einzuordnen und leider auch sehr oft zu verurteilen. Am Beispiel von Dora, der Hauptprotagonistin, erleben wir den Perspektivwechsel aus der elitären gehobenen Berliner Mittelschicht hin zum Mikrokosmos eines Dorfes, vergessen irgendwo in Ostdeutschland. Auch sie ist schnell dabei, ihre neue Umgebung allzu schnell einzuordnen und macht es zunächst genau so, wie wir es tun würden, damit wir uns für politisch korrekt halten können. Dies kann aber langfristig für Dora nicht funktionieren und auch wir sind schnell versucht, tiefer zu sehen, sei es auch nur aus der Tatsache, dass man in einer kleinen Dorfgemeinschaft vielleicht mehr auf einander angewiesen ist, als vielleicht in der Hauptstadt mit ihren 1000 Alternativen. Es ist aber nicht das Fehlen an Alternativen in der Wahl der Menschen, die wir um uns haben wollen, die uns zwingt, uns zunächst auf unangenehme Zeitgenossen einzulassen. Es ist vielmehr die Menschlichkeit, die wir vielleicht aufbringen müssen, wenn wir tiefen schauen. Die grosse Erzählkunst der Autorin lässt es zu einem Erlebnis werden, am Beispiel von Dora zu ergründen, wie grosszügig wir mit unseren Mitmenschen und auch mit uns selbst und unseren Werten umgehen können und wollen

4

Schwer einzuordnen

Ich habe mich etwas schwer getan, mit der Protagonistin warm zu werden, da ihre Handlungen und Verhaltensweisen für mich oftmals wenig nachvollziehbar waren. Aber genau das und Juli Zehs Schreibstil machen es so realistisch und deswegen sehr ergreifend. Die Auseinandersetzung mit Corona und anderen Themen, wie Familie, Rassismus, Dorfleben, usw. haben mir auch sehr gut gefallen und mir noch einmal einen anderen Blickwinkel gezeigt, eben weil die Protagonistin teilweise so fernab meiner bisherigen Vorstellungen oder eigenen Handlungsweisen agiert.

Schwer einzuordnen
5

Dass ich bei einem Buch auf den letzten Seiten die ein oder andere Träne verdrückt habe, ist echt lange her. Wenn ein Buch es schafft, solche Emotionen hervorzurufen, hat es in meinen Augen 5 Sterne verdient.

5

Muss gestehen, mit Beginn des Buches hatte ich einige Start-/Leseschwierigkeiten. Dachte wirklich so nach wenigen Seiten, ob das wirklich was für mich ist. Aber ich fand das Buch im Nachhinein tatsächlich gut. Der Erzählstil war gewöhnungsbedürftig für mich. Ich habe vor allem auch aus Neugier weiter gelesen. Und fand es schlussendlich interessant. War mal was komplett anderes. Aber die Autorin hat aktuelle Themen wirklich gut darin verpackt und unterschiedliche Menschen darin vorkommen lassen. Das hat mir sehr gut gefallen. Vor allem der Beweis, wie schnell man sich Vorurteile aneignet und diese manchmal unbemerkt im Alltag miteinbezieht. Aber auch wie es machbar ist, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Vorstellungen zusammenzuleben und man quasi auch eine gesunde Variante von Alltagsrassismus leben kann, ohne damit Hass und Hetze zu schüren. Was ich allerdings in aktueller Gesellschaft eher für unmöglich halte. Aber die Autorin verbindet hier unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Geschichten. Und ich finde, dass hat sie wirklich gut hinbekommen.

5

Klasse!

Dieses Hörbuch „Über Menschen“ von Juli Zeh habe ich deswegen gehört, weil mich der Titel „Über Menschen“ neugierig machte. Inhalt: Der neue Roman von Bestsellerautorin Juli Zeh (Unterleuten). Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbarsten Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein. Mein Fazit: Die Sprecherin dieses Hörbuches war total angenehm zum Hören. Wer sich für verschiedenste Gedankengänge eines einzelnen Menschen, in dem Falle Dora, interessiert und wer auch zum Thema Corona etc. hören möchte, dem sei dieses Hörbuch empfohlen! Überaus überrascht hat mich ja die Tatsache, dass auch Corona ein Thema spielt. Jedenfalls fühlte ich mich teils zurückversetzt in diese außergewöhnliche Zeit usw.

5

Klimawandel! Corona-Pandemie! Bevölkerungswachstum! Soziale Medien! Darum geht es in diesem Meisterwerk🌿

Eine wunderbare Auseinandersetzung mit der Pandemie, die ich gelesen habe. Wie schon der Titel vermuten lässt, geht es nicht um Fallzahlen oder bestimmte Maßnahmen. Sie schreibt viel mehr "Über Menschen", über Menschlichkeit und über eine Weltsicht die mit anderen Ansichten und Leben kollidiert. Wichtig dabei ist die KOMMUNIKATION!!! Wir Menschen drücken anderen Menschen viel zu schnell einen Stempel auf und stecken sie in eine gewisse Schublade!! Und das ist nicht in Ordnung!! Dieses Buch war das erste Buch für mich von Juli Zeh und wowww🫱🏼‍🫲🏽ich bin begeistert!!! Der Schreibstil ist auch sehr gut. Viel Drama und Witz!!

5

Tolle ausgearbeitete Charaktere und ein Roman der mich an manchen Stellen an mich selbst erinnert hat

Die war mein erstes Buch von Juli Zeh. Es hat mir so gut gefallen, das ich auch ihre andere Bücher lesen muss. Das Buch ist gut geschrieben und der Witz trifft genau meinen Geschmack. Die Figuren sind gut beschrieben und Dora erinnert mich an manchen Stellen an mich selbst. Ein tolles Buch, was einem zum nachdenken anregt.

5

"Die Raumforderung ist nur in deinem Kopf. Dieser Nachbar ist zu raumfordernd für deinen Kopf. Du solltest etwas mehr Raum fordern für deinen Kopf". Überhaupt geht es viel um Raumforderung. Völkische Raumforderung der Nazis. Den Raum den Coronaregeln einfordern, oder ein Tumor im Kopf. "Unabgeschlossen an einem Bahnhof zu stehen und nicht gestohlen zu werden, muss für ein Fahrrad ziemlich hart sein." Wie wunderschön lakonisch, witzig und tiefsinnig kann diese Autorin schreiben!!!

5

Ein sehr guter Roman über die Relativität von Wahrheit, über Freundschaft und Mitgefühl. Kurzweilig und klar geschrieben. Absolut empfehlenswert!

3.5

Gemischte Gefühle

Vorab: Der Schreibstil ist schön, die Geschichte hat sich angenehm lesen lassen und auch die Charaktere hatten gewisses Charisma. Außerdem schafft es dieses Buch schwarz-weiß Denken zu brechen, was durchaus zum Nachdenken anregt. Aber: Die Story spielt während des Coronalockdowns und meiner Meinung nach wurden hier Nazis und rechtes Gedankengut teilweise verharmlost und mit „Anders Denken“ abgetan. Dieses Buch wirkt auf jeden Fall nach!

5

Lebenshighlight. Dieser Schreibstil. Ein Genuss! Wo sind die nächsten Juli Zeh Bücher?

Ich war mit am Zaun. Mit Dora. Jochen-Rochen. Und trauere am Ende des Buches mit Dora und dem Rest der Brackener Dorfgemeinde um den Dorf-Nazi. Dora flieht aus Berlin, von ihrem Partner Robert, der in Pandemie- und Weltuntergangszenarien versinkt. So zieht sie in das neulich erworbene ländliche Haus in Bracken. Die erste Begegnung mit den Dorfbewohner lässt Nora immer wieder in Rassismusstarre verfallen, stellt sich ihr Nachbar direkt als „Gote. Dorfnazi“ vor. Warum hat mich das Buch so berührt? Zeh schafft es mit den Protagonisten ein herrliches Abbild der Gesellschaft zu spiegeln. Und das mit einer ordentlichen Prise Humor. Der Titel ist Programm- steht Dora am Ende da und schreit hinaus, dass sie sich für einen bessern Menschen hält. Und erschrickt. Da genau dieses „über den Menschen“ stehen, Dora veranlasst hat vor Robert zu fliehen. Das Vorurteil- Städter vs. Dörfler findet in diesem Roman versöhnlich Anklang. In der Provinz überwindet Dora Themen wie Rechtsradikalismus, festgesetzte Träume und Pandemieprobleme. Absolut lesenswert!!!

5

Mitreißend

Richtig interessantes Buch, was mich dann doch noch zum stetigen weiter lesen verleitet hat. Fazit:Im Endeffekt sind wir alle auch nur Menschen, jeder auf seine eigene Art und Weise.. 💭

Mitreißend
4

Besinnung auf die Menschlichkeit und die Vergänglichkeit

Es werden sehr viele Klischees angesprochen und aufgegriffen und auf Unterschiede aufmerksam gemacht. Letztendlich zählen aber doch nur die Gemeinsamkeiten und das Mitgefühl untereinander. Sehr gut zum Erden. 4 Sterne, da mich die Geschichte grundlegend nicht zu 100% in den Bann ziehen konnte.

4

Regt zum Nachdenken an

Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, aber zum Ende hin packt es einen echt. Sehr emotional, berührend und zum Nachdenken anregend. Man hinterfragt nachher quasi seine gesamte Existenz🥲🥲

3.5

Hass kann nicht mit Hass beantwortet werden

Ein sehr gesellschaftskritisches Buch, was mich teilweise an meine Grenzen gebracht hat, am Ende aber eine Erkenntnis für mich bereithielt. 🤝 Die politisch eher Linke Dora aus Berlin trifft in einer kleinen Provinz im Osten auf den rechtsradikalen Gote. Zwei Seiten treffen aufeinander und machen deutlich, dass es nicht immer nur Schwarz und Weiß-Denken geben kann. Das Buch behandelt viele politische Themen: Klimawandel, Corona, Querdenker, AfD, Ausländerfeindlichkeit, Schwulenhass aber auch Einsamkeit, das Verlorensein im eigenen Leben und die Kraft des Zuhörens. Ich war oft sehr von den rechten Äußerungen der Charaktere und Doras Umgang damit geschockt, konnte gleichzeitig aber auch irgendwie verstehen wieso sie so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Es war schockierend zu sehen, wie sich Dora und Gote immer mehr angenähert haben und doch irgendwie logisch. Am Ende habe ich sogar etwas um Gote getrauert. 🤯 Am Ende steht fest: ein Mensch bleibt ein Mensch mit positiven, liebenswerten Eigenschaften, egal welche negativen Seiten er oder sie auch hat und egal wie schwer es ist, dies manchmal wahrzuhaben. Ob Nazi, Klimaaktivist oder sonst was - man darf die Menschlichkeit nicht vergessen und nicht genauso Hassen wie ebendiese Menschen es manchmal tun. Mehr als 3,5 ⭐️ gibt es von mir aber nicht, da ich sehr lang gebraucht habe um reinzukommen und mich das Thema rund um Corona sehr angestrengt hat. Ich denke, es ist einfach nicht mein Genre. Trotzdem ist es ein tolles Buch!

4

"Dora fürchtet, dass die Demokratie am Kampf der Ängste zerbricht." Der Titel "über Menschen" hat mich neugierig gemacht. Was es genau damit auf sich hat, erfährt man erst in der zweiten Hälfte des Romans. Wenn man sich an den Schreibstil gewöhnt hat, bekommt man mit "Über Menschen" eine Geschichte, die nachdenklich macht. Die Autorin spricht viele Themen an. Zeitlich befinden wir uns mitten in der Corona Pandemie. Es geht um politische Ansichten, extremen Klimaaktivismus, Links und Rechtsextremismus, aber auch um Ängste, Sorgen, sowie die wichtigen Dinge im Leben jedes einzelnen. Außerdem hat sich mir während des Lesens die Frage gestellt, was einen Menschen, aufgrund seiner Ansichten zu einem schlechten Menschen macht. Was kann ich tolerieren? In welchem Maße kann eine gute Eigenschaft eine schlechte ausgleichen? Kann man aufgrund eines politischen Standpunktes einer Person auf den Charakter in anderen Bereichen schließen, oder ihn sogar verurteilen? Worum geht es? Dora ist die Protagonistin. Sie flieht während des Lockdowns aufs Land, weil ihr Partner panische Angst vor Covid hat und einen extremen Zwang entwickelt. Auf dem Land in Bracken landet sie in einer völlig neuen Welt. Covid ist hier nicht präsent. Hier pflanzt man Frühkartoffeln und hilft sich gegenseitig. Sie lernt verschiedene teils skurrile und extrem denkende Menschen kennen. Ihr Nachbar ist ein Nazi gegen den sie natürlich sofort eine Abneigung entwickelt. Doch dann stellt sie fest, dass er trotz seiner politischen Ansichten hilfsbereit ihr gegenüber ist. Je mehr Dora über ihn erfährt, desto zwiegespaltener ist ihre Meinung. Sie lernt den Menschen hier dem Nazi kennen. Für mich ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Allerdings musste ich mich erst an den Erzählstil gewöhnen, der, vor allem am Anfang richtige Salven an Informationen unterschiedlicher Art an den Leser sendet. Im Mittelteil gab es für mich auch die eine oder andere Länge. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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5

Oh man, was soll ich schreiben? Was für ein kluges, lustiges, trauriges, ehrliches und wundervolles Buch ist das denn bitte? Unfassbar gut geschrieben, wunderbar dicht an der aktuellen Zeit. Ich hab mich in so vielen Gedanken der Protagonistin wiedergefunden. Einfach 5⭐️❤️ und ab in die Lieblingsbuch-Liste Lieblingszitat: "Dora fühlt sich ruhiger. Sie weiß immer noch nicht, wie es weitergehen soll, aber sie weiß wenigstens, wie es nicht weitergeht, und das ist vielleicht alles, was ein Mensch im Leben wissen kann."

4

Habe das Buch gerade zu verschlungen. Es ist lustig und traurig zugleich. Ich mag es sehr, wie Juli Zeh sich ausdrückt. So ein toller Schreibstil. Hier ein Zitat aus dem Buch, das ich mir herausgeschrieben habe: „Du bist immer mit Denken beschäftigt“, sagt Gote. „Lass die Welt doch sein, wie sie ist.“ Sehr zu empfehlen :)

4

5 Sterne, weil einen das Buch mit einem so unangenehmen Gefühl zurück lässt und so viele Fragen aufwirft. Dürfen Nazis sympathisch sein? Darf ich Mitgefühl mit den Rassisten haben? Wie gehe ich selbst mit Alltagsrassismus um, wenn ich ihn erlebe?

3

Für mich ein schwerer Brocken, aber eine durchaus gut durchdachte Geschichte

Juli Zeh schreibt geistreich, schlau und so bedacht. Sie benennt Sachverhalte gesellschaftskritisch und hinterfragt gekonnt das System in dem wir leben. Ich habe leider Monate gebraucht, um das Buch zu beenden. Immer wieder habe ich es weg gelegt, obwohl die Autorin so gut schreibt, lag es, für mich, am Thema. Corona l, Krebs und Fremdenfeindlichkeit...die Abgehängtheit auf dem Dorf. Alles für mich keine fremden Themen, sondern aus meiner Kindheit und Jugend und ich fand daher nichts faszinierend daran, sondern habe eher eine große Schwere verspürt. Mein persönlich thematischer Fehlgriff, jedoch eine großartige Autorin!

4

Ein hartes Thema und daher habe ich es länger vor mir her geschoben, dieses Buch zu lesen. Doch kaum angefangen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin schafft es, die widersprüchlichen Gefühle wie auch die verschiedenen Facetten der Protagonisten auf eine beeindruckend leichte Art heraus zu arbeiten. Es lässt einen betroffen, berührt und nachdenklich werden. Ich kann das Buch sehr empfehlen.

5

Du flüchtest während Corona aus Berlin, um als Nachbarin des Dorf-Nazis zu landen

Und du magst ihn nicht, lernst ihn aber kennen und dann hast du ihn auf einmal doch gern. Und dann wird er schwer krank. Toller Schreibstil, sehr witzig, aber dann wieder rabenschwarz. Mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht mein letztes.

4

Ich hab mich am Anfang etwas schwer getan. Irgendwie war mir alles ein bisschen zu platt bzw übertrieben und überzogen. Wenn man sich an diesen Stil gewöhnt, liest sich das Buch mit einem lachenden und weinenden Auge. Die angesprochenen Themen sind immer noch aktuell, alles über Corona liest sich beinahe nostalgisch. Danke für die Unterhaltung!

5

Fühle mich sehr verbunden zu dieser Geschichte. Ich liebe, wie ich als Lesende mit den Themen unserer Zeit konfrontiert werde und meine eigenen Ansichten hinterfragen darf. Die Story zeigt eine Lebensrealität, wie ich sie selbst kenne, aber zu oft ignoriere. Juli Zeh gab mir einen wichtigen und entscheidenden Satz mit auf den Weg, der mich ab jetzt begleiten wird und über den ich unendlich froh bin: „Das Zauberwort ist: trotzdem“.

5

Ein Buch mit dem man über die Zaun schauen kann.

Einfühlsam ist diese Geschichte auf alle Fälle , mal lustig, mal aufgebracht, mal traurig. Die Autorin mal die Geschichte in wunderbarern Farben aber auch in vielen Grautöne gemalt. Klischees werden aufgebrochen und die Protagonistin war offen für Menschen. Mein erstes Buch von Juli Zeh und sicher nicht mein letztes. 💕

5

Ein Buch über Menschen, die kläglich daran scheitern Übermenschen zu sein

Dieses Buch hat mich mal wieder überrascht sein lassen, was man durch eine bestimmte Aneinanderreihung von Buchstaben und Zeichen in einem Menschen auslösen kann. Zu Beginn ist der Schreibstil noch sehr neutral gehalten und die Geschichte wirkt mehr wie ein Bericht. Umso weiter man im Buch voranschreitet, desto emotionaler wird auch die Geschichte, die mitten ins Herz gegangen ist. Das soll jedoch keinesfalls heißen, dass dieser Roman ein cozy Unterhaltungsroman oder so ist. Ich hatte das Gefühl, dass man die Intention der Autorin erst wirklich versteht, wenn man auch zwischen den Zeilen liest. Der Roman ist zwar eher anspruchsvoll, gibt aber mindestens genauso viel zurück. Ich habe das Gefühl mit diesem Buch so viel mehr über die Gesellschaft gelernt zu haben und trotzdem gut unterhalten worden zu sein. Absolute Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich darauf einzulassen!

5

🅁🄴🅉🄴🄽🅂🄸🄾🄽 🤍 [unbezahlte Werbung] Über Menschen von Juli Zeh Mein Leseeindruck: Dora braucht dringend Abstand von ihrem Freund und zieht weg von Berlin. Mit dabei ihre Hündin Jochen - ja, richtig gelesen! Eine Hündin mit einem eher speziellem Körperbau, weswegen sie diesen Namen trägt. Im kleinen brandenburgerischen Dorf Bracken angelangt, täuscht die Idylle gewaltig: Nachbar Gote der sich selbst den Dorf-Nazi nennt und die Verkehrsanbindung mit den Öffentlichen ist genauso ein Graus. Doch nach welchen Antworten sucht Dora in dem kleinen Dorf? "Wo bekomme ich Setzkartoffeln her?" ist zumindest eine der Fragen, die sie sich stellt. In dieser Geschichte geht's nicht um schwarz oder weiß. Gesellschaftskritisch, ganz egal welche politische Einstellung man verfolgt. Juli Zeh regt mit einer guten Prise Humor zum Nachdenken an. Mit Dora erschafft die Autorin eine Protagonistin, in die man sich sehr leicht reinversetzen kann. Der Beginn der Pandemie, Existenzängste, Einsamkeit und sich in den eigenen vier Wänden gefangen fühlen - aktuelle Thematik die trotz der schwierigen Themen sehr unterhaltsam ist. Doch wie geht man mit Rassismus um? Auch darauf findet Dora im Buch eine Antwort: Das Leben und die Menschen haben viele Facetten. Mit Gote und seiner Einstellung tat ich mir sehr schwer, wusste nicht, wie ich das bewerten soll. Aber vielleicht muss ich das auch gar nicht bewerten. Dora gelingt es eine Art Freundschaft zu Gote aufzubauen, denn er ist eben nicht "nur" rassistisch. Dennoch lehnt sie seine Einstellung durchweg ab und hadert mit sich, ob sie die Beziehung tatsächlich Freundschaft nennen kann. Stellenweise habe ich mich auch gefragt, ob ich den Dorf-Nazi jetzt sympathisch finde, ob ich das wirklich denken "darf", weil er mit seiner hilfsbereiten und doch auch menschlichen Art überzeugt hat. Auch ich verabscheute seine Taten und Aussagen. Juli Zeh ist es gelungen, das Bild ins Wanken zu bringen. Ein Roman, der mich mit vielen Gedanken zurückgelassen hat und den ich euch wirklich sehr empfehlen kann.

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5

Wow

Das Buch hat absolut meine Erwartungen übertroffen, hat eine wundervolle Sprache, tolle Charaktere und ist sehr gegenwartskritisch. Habs geliebt.

4

Doras Entwicklung gefällt mir sehr und ich bin sehr gerne in ihre Gedankenwelt eingetaucht!

5

Großartig! Ich liebe 'Über Menschen' und ich mag Dora, die Protagonistin so arg gerne, weil ich komplett nachvollziehen kann, was sie denkt und wie sie handelt.

4

Die Themen im Buch haben mich berührt: leere Dörfer im Osten, Corona-Pandemie, Rassismus, Umgang mit Nazis - dazwischen Dora mit ihrer Hündin (!) Jochen der Rochen. Alles sehr differenziert dargestellt und eine wirklich gute Geschichte. Und doch konnte mich das Buch nicht so richtig „packen“, warum auch immer. Eine Leseempfehlung gibts trotzdem, da ich die Themen des Buches wichtig finde …

4

Sehr interessant dieses Buch. Am Anfang musste ich an den Schreibstil gewöhnen. Aber gerade das Überspitzte der Charaktere fand ich sehr erfrischend. Auch die sarkastische Art zu schreiben hat mir sehr gut gefallen. Und gerade das aktuelle mit Corona hat dazu geführt, dass jeder sich identifizieren kann mit der Person, die aufs Land zieht. Sehr gut

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Über Menschen und ganz viel Menschlichkeit .

Das Buch plätschert zwar anfangs etwas vor sich hin, aber das macht überhaupt nichts. Der Schreibstil ist toll, intelligent, bildhaft. Die Geschichte bringt einen zurück in die Coronazeit, erinnert an diese außergewöhnliche Zeit und die damit verbundenen Regelungen und was diese Zeit teilweise mit Menschen gemacht hat. Man begleitet Dora auf ihrer Flucht vor einer gescheiterten Beziehung in ein neues Leben in der brandenburgischen Provinz, in der sie sich allein ein Eigenheim gekauft hat. Sie begegnet dort dem Dorfleben, ungefragter Nachbarschaftshilfe und nicht zuletzt dem selbternannten Dorfnazi und seiner kleinen Tochter. Das Ende hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Vorallem hier schafft es Juli Zeh sprachlich wortgewaltig, einen direkt mitzunehmen an den Ort des Geschehens, mitzufühlen und eindrucksvoll zu beweisen, dass wir abseits unserer oft kollidierenden Ansichten eben doch am Ende alle nur Menschen sind. Ganz großartig.

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