Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne
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Description
Und dann ist da trotzdem die Furcht, feige gewesen zu sein, zu lange gezögert und etwas verpasst zu haben, ein besseres Ich, ein größeres Glück, die lustigeren Haustiere und Partner.
Saša Stanišić führt uns an Orte, an denen das auf einmal möglich ist: den schwierigeren Weg zu gehen, eine unübliche Wahl zu treffen oder die eine gute Lüge auszusprechen.
So wie die Reinigungskraft, die beschließt, mit einer Bürste aus Ziegenhaar in der Hand, endlich auch das Leben in die eigenen Hände zu nehmen. So wie der Justiziar, der bereit ist zu betrügen, um endlich gegen seinen achtjährigen Sohn im Memory zu gewinnen. Und so wie der deutsch-bosnische Schriftsteller, der zum ersten Mal nach Helgoland reist, nur um dort festzustellen, dass er schon einmal auf Helgoland gewesen ist.
Am besten wäre ja, man könnte ein Leben probeweise erfahren, bevor man es wirklich lebt.
Book Information
Author Description
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Werke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und viele Male ausgezeichnet. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist dort Fußballtrainer einer F-Jugend.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Witzig, nachdenklich und so gut geschrieben!
Stell dir vor, du hast die Gelegenheit schon mal zehn Minuten einer Variante deines zukünftigen Lebens zu sehen, würdest du es einloggen? Was käme stattdessen? Ich frage mich auch so oft, was wäre, wenn ihr an dieser oder jener Stelle anders abgebogen wäre... Saša Stanišić beschreibt sehr eindrücklich und mit einem ganz feinen Humor die Zufälle des Lebens. Eine einzige Entscheidung kann ganz andere Weichen stellen. In Form von Kurzgeschichten, die sich dann doch noch zu einer Erzählungen zusammen führen, begleiten wir Dilek, Gisela, Fatah, Özan und weitere Protagonisten ein Stück durchs Leben, durch eine von vielen Varianten. Ich gebe ehrlich zu, dass ich den ganz tiefen Sinn des Buches nicht verstanden habe- wenn mir jemand helfen mag... Ich freu mich. Trotzdem vergebe ich vier Sterne, weil ich den Erzählstil und die Beschreibung der Familien einfach so sehr mag.
Dieses Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Der Schreibstil, den ich an Stanišić normalerweise schätze, konnte mich diesmal nicht richtig abholen.
Der Titel weckt zwar Neugier, aber für mich macht er wenig Sinn und trägt nicht zur inhaltlichen Klarheit bei. 🙄 Die zwölf Kapitel präsentieren abgehackte Geschichten, die schwer miteinander zu verbinden sind. Ich hatte Mühe, den roten Faden zu finden und zu verstehen, was der Autor mit diesem Werk vermitteln möchte. Es scheint um die Frage "Was wäre, wenn?" zu gehen, aber bleibt unklar, ob es auf der Realität basiert, persönliche Erfahrungen reflektiert, oder reine Fantasie ist. 😃 Positiv hervorzuheben ist, dass wahrscheinlich jedes Kapitel für unterschiedliche Leser*innen etwas bietet. 💜 Persönlich hat mich Paul Horvath begeistert, bei dessen Kapitel ich oft schmunzeln musste. Vor allem Kapitel 5 fand ich humorvoll und unterhaltsam. Bewertung: ⭐⭐✰✰✰ Gesamteindruck: Zäh und schwer nachvollziehbar, mit wenigen Lichtblicken. ⭐⭐⭐✰✰ Kapitel: Kapitel 5 und die Figur Paul Horvath bringen Humor in das Buch. ⭐⭐⭐⭐✰ Schreibstil: Stanišić kann schreiben, aber hier fehlt es für mich an: "Was vermittelt mir dieses Buch?" "Was wäre, wenn..." - ist für mich keine ideale Frage, für mein eigenes Leben... ⭐✰✰✰✰ Cover: naja...Helgoland... Ein Buch für experimentierfreudige Leser*innen, die gerne eigenwillige Geschichten entdecken – ich persönlich konnte diesmal jedoch keinen Zugang finden.
An das Buch Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne von Saša Stanišić hatte ich hohe Erwartungen – es zählt nicht nur zu den 100 besten Büchern des Jahres 2024 des ZEIT-Magazins, sondern ist auch bei den TOP 3 der besten Bücher meines Lieblingsbücher-Podcasts eat.READ.sleep. In meinem persönlichen Ranking läuft es unter ferner liefen, ich fand das Buch nur mittelmäßig. Die Covergestaltung mit sechs Postkartenmotiven von Helgoland finde ich sehr schön, ein echter Hingucker. Das Buch ist eine Sammlung von Geschichten aus dem Leben mehrerer junger Männer und zwei Frauen, von denen mir einige gut gefallen haben. Am meisten mochte ich die titelgebende Geschichte der Witwe Gisel, die nach dem Tod ihres Mannes Hermann einsam ist und sich nach einer neuen Beziehung sehnt. Auf dem Friedhof fällt ihr ein älterer Herr auf, den sie regelmäßig beim Besuch von Hermanns Grab sieht. Gut gefallen hat mir auch die Geschichte von Georg Horvath, der sich sehr darüber ärgert, dass er beim Memory Spielen gegen seinen fünfjährigen Sohn immer verliert. Die Elternzeit vertreibt er sich mit seinem Sohn im Tragetuch mit Pokémon Go. Mit den Geschichten über die Fahrt mit einem Panzer, dem Diebstahl des Kneipenschilds, Heinrich Heine auf Helgoland, und der Idee, ein anderes Leben für ein paar Minuten „anzuprobieren“, konnte ich weniger anfangen. Den autofiktionalen Roman des Autors „Herkunft“, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis, habe ich mir gekauft und bereits nach wenigen Seiten festgestellt, dass er ganz anders als „Die Witwe …“ ist und mir mehr zusagt. Ich empfehle, Stanišić‘ neues Buch zu lesen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Mal ein etwas anderes Buch. Was zu Beginn schwer nachvollziehbar wirkt und wie lose Kurzgeschichten wirkt, ergibt am Ende ein Sinn. Es sind Blicke in die Zukunft verbunden mit Träumen und der Realität. Teils witzig, teils tiefgründig und mit Blick für alltägliches wird hier in die Zeit geblickt. Am besten haben mir die Kapitel mit Georg Hovrath und seinem Sohn gefallen. Sie lockerten die Geschichte sehr auf.
Herzerwärmende, humorvolle Geschichten mit Tiefgang
Hach, war das schön! Gut komponierte Geschichten, die ein wirkungsvolles Ganzes ergeben. Und ich habe so oft gelacht: über Formulierungen, treffsichere Beobachtungen und die oft so erfrischenden Dialoge zwischen Jung und Alt. Der Sch*ßpapagei beim Memory, die Möwen in der Straßenbahn und Gisel, die ganz bestimmt nicht auf den Enkeltrick reinfällt. Kurzweiliges und großartiges Lesevergnügen, pointiert beobachtet und sprachlich gekonnt wiedergegeben.
Sie kommen leichtfüßig daher und witzig und nachdenklich und so als ob die Figuren in ihnen meine Nachbarn wären. Diese Kurzgeschichten gehen ans Herz (die meisten), sind schnell ausgelesen und einfach wunderbar. Saša Stanišić zeigt hier eindrucksvoll wie gut er in der Kürze ist. Hier tritt sich nichts platt, hier geht beinahe alles auf. Viel besser als sein Roman Herkunft (finde ich).
Über die Zufälligkeiten des Lebens - Wieder großartiges Buch von Saša Stanišić
Hier wurde mir wieder bewusst, warum Stanišić einer meiner Lieblingsautoren ist! Die Sprache war so tiefgründig und gleichzeitig musste ich ein paar mal so laut auflachen. Es wird politisch, aber nicht langweilig oder belastend. Aber vor allem wird es eins: persönlich und philosophisch. Ich liebe die titelgebende Geschichte. Gisel hat sofort mein Herz erobert! Humorvoll mit einer Prise Emotion und persönlicher Geschichte baut Stanišić einen Roman, der aus scheinbar losen Geschichten besteht und am Ende schafft er es doch wieder, alles zu verbinden. Ich habe ihn getroffen, als er aus diesem Buch gelesen hat. Wobei „gelesen“ trifft es nicht ganz - gelebt ist der bessere Begriff. So lebendig und eindrucksvoll war selten eine Lesung. Und dieser Roman ist definitiv zum Vorlesen gedacht!
Kleine Sprach-Häppchen, die glücklich machen
Was war denn da los? Mein erstes Buch von Saša Stanisic hat mich gleich ein kleines bisschen umgehauen. Lauter kleine miteinander verwobene Geschichten die mich mal mehr, mal weniger glücklich, verwirrt, belustigt, gerührt zurückgelassen haben... und ich mag eigentlich keine Kurzgeschichten, aber es hat sich auch irgendwie gar nicht nach Kurzgeschichten angefühlt. Jetzt möchte ich mehr Bücher vom Autor lesen, einfach aufgrund seines Witzes und der außergewöhnlichen Sprache. Aber ich hab ein wenig Angst aufgrund der Rezensionen seiner anderen Bücher wie Herkunft, dass diese viel weniger zugänglich sind...
Blieb leider hinter meinen Erwartungen zurück.
Saša Stanišić hat mit "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne" ein Buch geschrieben, dessen tieferer Sinn sich mir nicht zur Gänze erschlossen hat. Es handelt sich um Kurzgeschichten, bei denen ich Schwierigkeiten hatte den roten Faden zu finden bzw. die Frage, um die es hier gehen sollte ist "Was wäre wenn...?" und wie ein Leben wohl verlaufen wäre, hätte man andere Entscheidungen getroffen. Aber irgendwie wurde das nicht immer klar - oder ich war einfach blind. Dabei fängt das Buch sehr vielversprechend an: Saša und seine Freunde treffen sich und philosophieren darüber, wie es wohl wäre, wenn man kurz einen Blick in eine mögliche Zukunft seines Lebens werfen könnte. Ein Proberaum sozusagen und wenn einem diese Version der Zukunft gefällt, kann man sich dafür einloggen. Die Idee fand ich witzig. Daraus hätte man definitiv was machen können. Doch irgendwie hat mich das Buch ab der Hälfte so ziemlich verloren. Meine Erwartungen waren nach all dem Lob recht hoch - vielleicht zu hoch, denn für mich war das Buch dann leider nur mittelmäßig. Was ich jedoch mochte war der Schreibstil: Dieses Schweifenlassen der Gedanken, so dass diese wie ein Fluss ruhig und gemächlich durch die Gegend mäandern.

Was wäre , wenn man nicht diese eine Entscheidung getroffen hätte, sondern jene andere? Was wäre, hätte der Erwartung getrotzt? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieses Buch. Das Buch ist in mehrere Kurzgeschichten verschiedener Personen unterteilt. Sie alle haben ein Problem mit dem sie nicht zurecht kommen und fragen sich wie ihr Leben wohl verlaufen wäre hätten sie sich anders entschieden. Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon gestellt. Eine verpasste Chance, eine Entscheidung zu treffen die man bereut hat, etwas noch nicht erlebt zu haben was andere erlebt haben oder etwas neues auszuprobieren was man noch nie getan hat weil man nichts zu verlieren hat. Klingt zunächst echt interessant. Jedoch hatte ich beim Schreibstil einige Probleme der Handlung zu folgen. Es werden meist kurze, abgehackte Sätze verwendet. Die Sprache ist jugendlich und passt zur heutigen Zeit. Es gibt allerdings auch Passagen die zum Nachdenken anregen. Das Buch fängt interessant an da sich eine Gruppe Jugendlicher trifft und sich darüber austauscht wohin sie in den Sommerferien fahren. Der Autor selbst hat sich in dem Buch als erzählende Person verewigt. Es wird die Frage aufgeworfen was wäre wenn es einen Proberaum geben würde in dem man für einen bestimmten Geldbetrag die Möglichkeit bekommt für 10 Minuten in seine Zukunft zu sehen. Der Autor ist Jugoslawe, Migrationshintergrund spielt in seinem Buch eine wichtige Rolle. Am Ende muss ich sagen das das Buch zwar wirklich gute Ansätze und interessante Ideen hat aber besonders zum Ende hin ich gar nicht mehr verstanden habe. Es wurde immer abstruser und einfach weirder. Die erste Hälfte des Buches ist auf jedenfall besser als die zweite Hälfte. Das Buch kann man in 2 Sitzungen durchlesen aber ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen. Es war aber auf jedenfall eine interessante Erfahrung.
Man erwartet Kurzgeschichten, die bekommt man auch erstmal. Doch am Ende sind es dann doch nicht nur einzelne Geschichten, sondern sie ergeben ein "Ganzes", sind miteinander verbunden. Locker leicht geschrieben, ohne dabei banal zu sein. Der kreative Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, dieser Humor und die Leichtigkeit gepaart mit Tiefe und Sinnhaftigkeit. Lüge oder Wahrheit? Wie hätte eine andere Entscheidung die Zukunft beeinflusst? Ich mochte den Dialog zum Thema Kündigung zwischen Georg Horvath und seinem Sohn Paul besonders gerne. Auch die Doppelkopf-Samstage, inklusive Panzer mit rosa Schleife haben mich schmunzeln lassen. Warum ich dieses Buch eine ganze Weile auf dem SuB liegen hatte?.... Das frage ich mich jetzt auch, ich habe keine Ahnung, warum ich nicht früher danach gegriffen habe. Vielleicht hat mich der Hype ein bisschen abgeschreckt. Aber was soll ich sagen? Ich schließe mich an und es gibt für dieses Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Mal was ganz anderes. Gesellschaftskritik mit einem guten Schuss Humor, Zukunftsvisionen, Träume, Verbundenheit, Freundschaft, Lebenspläne und -wege, alles in der unmittelbaren Nachbarschaft von meiner Heimat entstanden. Der Aufbau und die Phantasie des Buches hat mir ebenso gefallen wie die Darstellung der einzelnen Charaktere. Man konnte sich alle Personen und ihre Gedanken gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen.
Wundervolles Buch mit so liebevollen Charakteren! Die Erzählung über Georg Horvath etwa, ist großartig. „Georg hatte Babypaul nach einem Schreianfall in der Trage und warf gerade einen Master-Pokéball nach einem legendären Lavados, da hielt eine Fahrradfahrerin auf seiner Höhe und rief ihm zu, er halte sein Telefon zu nah an den Hirnströmen des Babys. … Nachdem die Frau davongeradelt war, googelte er sofort Handy + Hirnströme. Das Internet aber war sich auch hierin mal wieder uneinig.“ Genial auch, wie alle Geschichten im zweitletzten Kapitel zusammenfinden! Auch wenn mich nicht alle Charaktere gleichermaßen abgeholt haben - eine klare Leseempfehlung!
Was wäre wenn du dein Leben vorher anprobieren könntest, bevor du es lebst?☺️ Würdest du es tun?🤔😎🤗
"Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne", von Saša Stanišic, ist mein erstes Buch was ich las.📖☺️ Es ist ein Band, mit verschiedenen Kurzgeschichten, zu verschiedenen Personen, die eine Art Anprobe zu ihrem Leben in der Zukunft machen. Leicht humorvoll und melancholisch hat Saša Stanišic diese einzelnen Geschichten verfasst. Hin und wieder musste ich lachen und fühlte mit den verschiedenen Protagonisten mit, weil ich gewisse Situationen auch gut kannte.😄🤗 Seinen Erzählstil fand ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und ich hatte Mühe in das Buch reinzukommen. Je mehr ich die Seiten las, desto besser wurde es☺️. Das Buch lässt einen etwas nachdenklich zurück. Was wäre, wenn wir andere Entscheidungen getroffen hätten, in unserem Leben...Wie wäre es dann verlaufen? Natürlich wäre es toll, Mal das weitere Leben (für billige 350D-Mark😄) anzuprobieren. Nur um sich dann einzuloggen (um es zu leben, wenn einem gefällt was man dort sah) für günstige 130.000 DM (Schnäppchen 😂). Würde ich verschiedene "Leben" anprobieren wollen und wissen wollen was mich erwartet? Das Wundervolle, sowie auch gleichzeitig Herausfordernde ist doch, nicht zu wissen was auf Einen zukommt, um dann zu lernen und Neues zu entdecken (Wir haben keine Kristallkugel). Trotzdem haben wir Alle Träume und stellen uns vor, wie wir unsere Wege beschreiten, wenn wir die dazugehörigen Entscheidungen getroffen haben.☺️🤗 Ein Buch, was sich mit einer Thematik befasst, die Mal anders geschrieben war und ich so noch nicht las. Lesenswert und empfehlenswert. Ohne es vorher anprobiert zu haben📖🥰😄.
12 zunächst voneinander unabhängige Geschichten, die doch im Laufe des Buches auf wundersame Weise miteinander verwoben werden. Der Autor verbindet wie immer Humor mit Nachdenklichkeit. War nicht das erste Buch von Stanišić, das ich gelesen habe. Mich persönlich sprechen seine Werke auch an, da ich ebenfalls - zumindest halb - einen balkanischen Migrationshintergrund habe. Viele seiner Einfälle/Einlassungen haben daher für mich einen hohen Wiedererkennungswert.
Lesenswert.
Ich bin lange um dieses Buch herum geschlichen. 2024 wurde viel darüber gesprochen und durch diesen Titel fällt es halt auch auf. Ich wusste aber lange nicht, ob ich es lesen möchte, ob die Geschichten mich ansprechen und ob ich es wirklich lesen muss, "nur" weil es von vielen Stellen so gehyped wird. Ich bin jetzt aber froh, es gelesen zu haben. Nicht alle Geschichten haben mir gleich gut gefallen, nicht alle waren einfach zu lesen. Aber so muss ein Buch ja auch nicht sein. Ich mochte den Schreibstil des Autors sehr, den Humor, der immer Mal durchkommt auch wenn seine Geschichten oft eher nachdenklich sind oder zumindest zum Nachdenken anregen. Am besten haben mir die Geschichten von Georg Hovrath gefallen und die von Gisel.
Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Es besteht aus mehreren Kurzgeschichten, die am Ende zusammengeführt werden und ihren roten Faden offenbaren. Einige von ihnen sind großartig und haben mich sehr unterhalten - besonders die des Georg Horvath oder die Helgoland-Story. Andere habe ich am Ende nur noch überflogen, da sie mich nicht gepackt haben und ich ihnen nicht wirklich folgen konnte. (daher Abzug von Sternen) Trotzdem gefällt mir die Art des Schreibens und das Konzept/die Idee des Buches.
Ein absoluter Volltreffer
Ich weiß nicht mehr wie ich auf dieses Buch kam, und auch nicht, was ich erwartet habe. Irgendwas historischeres, älteres, "literarisches" vermutlich. Ich glaube irgendwer hier auf Reado schrieb, wenn man "Stanišićs Art zu schreiben mag, wird einem das hier sehr gefallen." Offenbar mag ich seine Art, zu schreiben. Denn ich hatte lange nicht mehr so viel Vergnügen dabei, etwas zu lesen. Es ist lustig, schlau, nachdenklich und voller Lebensfreude, ohne die dunklen Seiten auszublenden. Es hat glaube ich auch geholfen, dass ich blind reingegangen bin. Deshalb will ich gar nicht zu viel verraten. Nur so viel ist sicher: Es ist einen Versuch wert.
Ein kühnes, wildes, erfrischendes Buch, das zeigt, was Literatur alles kann! Literarisches Vergnügen von Stanisic.
Kein Roman, keine Kurzgeschichten, aber verwoben und zum Ende überraschend sinnhaft. Kern des nicht nur in emotionaler Hinsicht vielschichtigen Buches von Saša Stanišić ist das Thema Freiheit und der Traum von einem anderen Leben; es ist ein lustvolles eintauchen in dieses erzählerischen Labyrinth, weil man mit träumen, mit lachen und mit trauern kann. Ich bin verliebt in dieses Literaturstück.
Alle schon der Titel verdient fünf Sterne ;-) eine wunderbare Sammlung von Kurzgeschichten von Saša Stanišić. Der Justiziar Georg, mit seinem Berufsleben latent unzufrieden, der gern endlich gegen seinen achtjährigen Sohn im Memory gewinnen möchte. Die Witwe Gisel, auf die sich der Titel bezieht und die mithilfe ebenjener Gießkanne wieder Anschluss findet. Oder der Autor, der auf Helgoland feststellt, dass er dort schon einmal als Teenie war/nicht war. Und das ist nur ein Teil der Geschichten aus diesem Buch, die zwar anfangs etwas zusammenhanglos wirken, aber am Ende ein verbindendes Element habe. Von mir eine klare Leseempfehlung.
Nun. Ich mag keine Kurzgeschichten. Bzw. das stimmt so nicht. Ich werde meist nicht warm mit Ihnen. Aber ich liebe die Sprache und den Schreibstil von Saša Stanišić. Sehr. Und irgendwie sind es ja auch nicht wirklich „nur" Kurzgeschichten. Würde jedenfalls erklären, warum ich das hier sehr gerne und binnen 24 Stunden durchgelesen habe.
Ganz „feiner“ Humor gepaart mit kreativen Kurzgeschichten, die doch zusammenhängen ✌🏼
Kurzgeschichten sind mal mehr und mal weniger mein Fall… bei diesem Buch ist ganz klar „mehr“ zutreffend! 😎 Vor allem, weil die einzelnen Geschichten am Ende ihre Verbindung offenbaren. Ganz geschickt zusammengezimmert, Herr Stanišić. Ich bin begeistert und freue mich auf alles, was da noch von Ihnen kommt. Ich sag nur „Deeeee“, „Deeeee“! Bereits sein Jugendroman „Wolf“ hat mich restlos begeistert und neugierig auf mehr gemacht. Der besondere Humor und „die Schreibe“ sind bestimmt nicht für jeden/jede etwas, aber was ist das schon?! Aber ich behaupte mal, dass alle, die Sprache lieben und einen ganz kleinen Hang zu Ironie haben, dieses Buch feiern werden. Fette Leseempfehlung!
"Auf solche wie uns warten doch statistisch eher beschissene Leben als unbeschissene, oder?" Dies ist mein erstes Buch von Saša Stanišić und Leute, es war Liebe auf den ersten Blick, und dann nochmal auf den ersten Satz und den zweiten und den dritten und so weiter. Es ist eins dieser Bücher, für das man beim Lesen ganz viel Liebe verspürt und bei denen man traurig ist, wenn sie zu Ende gehen. Das Buch mit dem längsten Titel der Welt (glaube ich) beinhaltet Kurzgeschichten, die mehr oder weniger zusammenhängen und alle eine übergreifende Frage stellen, und zwar: welches Leben will ich führen? Und weiter: wer bin ich und wer will ich sein aufgrund der Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, und manchmal auch aufgrund der Entscheidungen, die andere für mich getroffen haben? Mit sehr viel Witz und noch mehr Tiefe lässt Stanišić seine Figuren Leben ausprobieren und verwerfen. Viel mehr kann ich gar nicht dazu schreiben, außer: ihr tut euch selbst einen Gefallen damit, wenn ihr dieses Buch lest. CN: Klassismus, Alkoh0lkonsum, Ras$ismus, T0d, Polizeig3walt, Rac1al Profiling, Antisem1tismus
Stanišićs zeichnet Figuren des normalen Lebens - ganz ungekünstelt, aber künstlerisch 🧑🎨 🫶📚❣️
Saša Stanišić neuer Erzählungsband „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ ist 2024 bei Luchterhand erschienen. Im Sommer 1994 treffen sich vier Freunde „Ausländerjungs in Deutschland“ in den Weinbergen, die sich selbst keine guten Zukunftsaussichten prognostizieren. Fatih heckt einen Plan aus: „Wie super wäre es, wenn es einen Proberaum für das Leben gäbe? Du gehst in den rein und probierst zehn Minuten aus der Zukunft? Wie bei Deichmann, nur nicht mit Schuhen, sondern mit dem Schicksal. Kostenpunkt: hundertdreißig Mark. Falls dir dann gefällt, was du siehst, kannst du es direkt einloggen und dich gleich darauf freuen, weil diese zehn Minuten werden hundertpro irgendwann kommen. Das Einloggen kostet hundertdreißigtausend Mark.“ Das wirft natürlich die Kostenfrage auf, aber eventuell ist ja schon der Traum eines besseren Lebens ausreichend. Fatihs Plan ist auf jeden Fall ausgeklügelt: „Ihr strengt euch an, damit diese Zukunft eine größere Chance hat, einzutreffen! Ihr fresst nur noch Brokkoli und Nüsse und trinkt nur noch Wein und Olivenöl wie die Griechen. Ihr werdet freundlicher zu allen, weil man weiß, weniger assi zu sein, verbessert die Lebensqualität. Schon seid ihr gesünder und glücklicher, ganz ohne den Proberaum!“ Saša Stanišić hat neun Geschichten verfasst, von den die erste „Neue Heimat“ ist. Sie sollten laut dem Autor der Reihe nach gelesen werden. Die Erzählungen hängen alle miteinander zusammen, was wir vor allem in ihren Figurenkonstellationen feststellen. Ihre zeitlichen Abläufen zwischen Bosnienkrieg und unmittelbarer Gegenwart, laufen wiederkehrend auf die Frage nach und der Auseinandersetzung mit der Herkunft hinaus. Ich würde Saša Stanišićs Ton in der deutschen Gegenwartsliteratur als einzigartig bezeichnen, als ungekünstelt aber künstlerisch. Seine Prosa führt zu neuen Denkanstößen. In der titelgebenden Erzählung besucht Gisel das Grab ihres vor vier Jahren verstorbenen Mannes. Sie hat sich natürlich daran gewöhnt, ohne ihn zu leben, aber manchmal überflutet sie die Sehnsucht, dann wünscht sie ihn sich her, wünscht sich, mit ihm streiten zu können, und dass er sich für irgendwas entschuldigt. Kann man schöner von der Liebe erzählen? „Einem geliebten Menschen böse zu sein, sollte niemandem schwerfallen. Beide schweigen dann eine Weile, oder einer geht Holz hacken, der andere Zugvögel gucken, oder was man halt gerne macht, und schon hat man Kraft, um einander wieder wohlgesonnen zu sein. Und sich auch wieder zu streiten, wenn es sein muss, ja.“ Gleichzeitig finden wir in diesen Erzählungen auch viele autobiografische Anspielungen Stanišićs. Wir erfahren wie ein Hochsitz zu seinem Lese- und Geschichtenerfindungsort wurde; wie er von Heinrich Heine inspiriert nach Helgoland reist, und sich dort in einem Spiel mit der Wahrheit und einer erfundenen Geschichte selbst als Autor begegnet. Stanišićs zeichnet Figuren des normalen Lebens. Sie sind keine Abenteurer, keine Helden, keine Stars, sie leben ihr Leben unglamourös. Sie leben in ganz unprätentiösen Orten wie Winsen an der Luhe, Bremen, Heidelberg oder der Lüneburger Heide. Der Autor mag die Menschen, über die er schreibt. Für mich ist es die Mischung aus Einfühlsamkeit und Humor, die diese Erzählungen zu einem Lektüregenuss machen.
Dieses Buch ist sehr interessant und manchmal verwirrend
Zuerst versteht man nicht den Zusammenhang der einzelnen Personen. Es kommen hintereinander drei Geschichten von Menschen. Erst im weiterlesen erkennt man den Zusammenhang und ich war sehr fasziniert davon. Ein tolles Buch über Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart, welche ziemlich durcheinander gewirbelt werden. Aber toll geschrieben.
Nicht einfach zu lesen - dennoch oder deshalb lesenswert
„Ich mochte nicht, dass ich wegen einer Sprache, die ich unvollständig sprach, behandelt wurde, als sei ich unvollständig.“ (S. 206) Schon klasse, wie ein Buch mit Kurzgeschichten den roten Faden einer der Kurzgeschichten weiterspinnt. Werde ich wohl noch eine Weile darüber nachdenken.
Liebe alles an Stanišićs Geschichten - die Figuren, die Sprache, diese tollen Orte, an die er uns entführt (Heidelberg zB. hehe) und schafft genau das, was ich mir von guter Literatur wünsche - vom Sofa aus umherreisen und Menschen treffen, von denen ich keine Ahnung hatte, dass ihre Leben mich interessieren. Wie immer toll erzählt
Interessante Handlung, tolle Sprache
Das Buch ist gut geschrieben. An allen Geschichten gab es etwas, das sie relevant und gut machte. Dennoch kann ich nicht behaupten, es toll gefunden zu haben. Eine gute Lese-/Hörerfahrung. Fast schon denke ich, dass man es zweimal lesen bzw. hören müsste, um den Aufbau richtig verstehen und wertschätzen zu können. Das mache ich vielleicht auch irgendwann mal…. Ich würde mehr von Stanišić lesen wollen… Das Hörbuch wurde vom Autor selbst eingelesen. In Anbetracht des klar intendierten selbstbiografischen Eindrucks, ist diese Entscheidung nachvollziehen und verleiht dem Inhalt eine weitere Ebene. Dennoch ist Saša Stanišić, meines Erachtens, ein guter Autor und kein guter Vorleser. Es fiel mir mitunter sehr schwer, mich auf den Inhalt zu konzentrieren.
Ich bin nicht bereit dafür, ohne dieses Buch und seine Protagonisten zu leben, mit denen ich mich wunderbar identifizieren konnte. Sašas Texte entfalten ihre Wirkung am besten, wenn er sie selber liest, und diese lose zusammenhängenden Kurzgeschichten liest er mit einem so wunderbar trockenen Humor, dass ich mehrmals vor Lachen unterbrechen musste.
Ich kann den Inhalt gar nicht richtig zusammenfassen, weil es mir sehr schwer fällt diesen zu greifen. Es sind Kurzgeschichten, die mich wenig angesprochen haben und auch am Ende wurde es für mich nicht wirklich rund und zusammenhängend bzw. sinnhaft. Leider konnte mich auch der Schreibstil des Autors nicht überzeugen, weshalb ich nur 2 Sterne vergebe.

Um das, was ist und das, was hätte sein können, darum geht es in den Geschichten von Saša Stanišić in diesem Buch (nachfolgend aus ökonomischen Platzgründen “Witwe” genannt). Der Ausgangspunkt: Die Träumereien von ein paar 16-jährigen Jungen, darunter der Autor selbst, in den Heidelberger Weinbergen des Jahres 1994, werden zu einem philosophischen Parforceritt, bei dem wir viele ganz unterschiedliche Menschen kennenlernen, die sich alle die mehr oder weniger gleichen Fragen stellen: Lebe ich das richtige Leben? Was wäre jetzt, wenn die Vergangenheit anders gelaufen wäre? Und wie würden wir uns entscheiden, wenn wir einen kleinen Sneak-Peak auf unser Leben bekommen würden? Würden wir nach dem Ansehen dieses random Moments aus unserer Zukunft auf Einloggen (= Ja, dieses Leben nehme ich!) drücken? Wenn ein Piraten-Memory-Spiel - das im Buch übrigens längst nicht mehr so schwer zu bekommen ist wie in der britischen Comedy-Serie “Little Britain” beschrieben (dennoch @ravensburger - wo ist eure Version) - und dessen Entsorgung zur Erz-Nemesis eines ganz normalen Familienvaters (Georg Horvath) wird, dann gehört das exakt zu den Dingen, die ich unter anderem literarisch verarbeitet sehen möchte. Ich frage mich nur, woher Saša Stanišić das wusste. Die Geschichte mit Helgoland, ja die ist wunderbar meta-, inter- und was sonst noch alles -textuell, dass man als Leser:in gar nicht mehr hinterkommt sich zu fragen was jetzt genau Wahrheit und was Fiktion ist/war/gewesen sein sollte. Ein herrlich witziges Kuddelmuddel. Nicht nur zitiert der Autor hier und dort und da Heine (was für ein cooler Typ Heine doch war, danke fürs wieder-bewusst-machen) und andere, er gibt uns auch selbst wunderbare Einblicke in seine Poetik aka seine Autorenhacks: “Bei ‘mastodon’ hat der Autor mal erzählt, er füge gelegentlich nur deswegen Sätze hinzu, damit der letzte Absatz auf der Seite glatt abschließt, also nicht noch die erste Zeile des nächsten Absatzes dranhängt (S. 116). Erfrischend ehrlich, oder? Und sinngemäß: Googelt doch selbst, was “Lange Anna” ist, ich kann euch nicht alles auf dem Silbertablett meiner Prosa servieren, etc. Ich müsste jetzt lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte die zwei Geschichten mit den - waren es vier? - Freunden in Winsen an der Luhe verstanden. Also Doppelkopf,Tigermücken, Hitzschlag, Lego-Eisenbahn, Reichsbürger etc. Ne, da war ich mal kurz raus weil ich nicht verstanden habe, was uns der Autor mit dieser Geschichte sagen wollte. Vielleicht ja auch gar nichts, aber das Gedicht in der Hitzschlagszene fand ich schön. Echt. Und dann ist da natürlich Gisela, die titelgebende Witwe mit der zeichenhaften Gießkanne. Sie, ich kann es nicht anders als pathetisch sagen, gießt sich auf dem nebligen Friedhof buchstäblich in unser aller Herz und lässt es auftauen (wenn es das denn nötig haben sollte) wie die zugefrorenen Blumen auf dem Grab ihres Ehemannes. Ich habe oft gelacht, als ich dieses Buch gelesen habe. Ich habe mich in Gedankenspielen verloren und sie wieder verworfen. Ich habe mich ertappt gefühlt und mich gefreut. Und ja: gerührt war ich auch und manchmal wurde ich auch geschüttelt - ich wurde sozusagen zum lesenden Martini. Mehr kann ich euch jetzt gar nicht sagen. Ich habe keine anderen Rezensionen gelesen und auch das Interview von Denis Scheck mit dem Autor bei “Druckfrisch” nicht angeschaut. Unvoreingenommen, aber ich freue mich trotzdem, wenn ihr meine Rezension bis hierhin gelesen und dann vielleicht deswegen zu der “Witwe” greift. Es lohnt sich. Und ich würde sagen: Plastikummantelung gelbe Tonne soweit vorhanden, der Rest: Restmüll.
Dies ist das erste Buch, das ich von Saša Stanišić gelesen habe, aber sicher nicht das letzte. Es zu beschreiben, ist - passend zum Titel - in kurzer Form kaum möglich. Was wäre, wenn du dir einen kurzen Ausschnitt deines zukünftigen Lebens ansehen könntest und dann entscheiden dürftest, ob du den angebotenen Lebensentwurf wie eine Pauschalreise buchst? Das ist die Theorie, die am Anfang entwickelt wird. Danach lernen wir in kurzen Episoden einige Menschen kennen und begleiten sie in ihrem Alltag. Die Witwe Gisel, den Familienvater Georg, die Türkin Dilek und weitere, auch der Autor selbst kommt vor. Das Ende führt sie alle zusammen, und der Kreis zur anfänglichen Theorie schließt sich. Jede Figur wird in ihrem echten Leben beschrieben, mit einer wunderbaren Sprache und herrlicher Ironie, teils ernsthaft und melancholisch, teils aberwitzig und absurd. Es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und ich freue mich auf Saša Stanišićs weitere Bücher.
"Einem geliebten Menschen böse zu sein, sollte niemandem schwerfallen. Beide schweigen dann eine Weile, oder einer geht Holz hacken, der andere Zugvögel gucken, oder was man halt gerne macht, und schon hat man Kraft, um einander wieder wohlgesonnen zu sein. Und sich auch wieder zu streiten, wenn es sein muss, ja." Saša Stanišić neues Buch beginnt im Sommer 1994, in den Weinbergen nahe Heidelberg: Vier Freunde sitzen zu Beginn der Ferien beieinander, sie unterhalten sich über Pläne - und Fatih hat eine ganz besondere Idee. Er entwickelt gedanklich einen Proberaum für die Zukunft. In diesem Proberaum können die Menschen 10 Minuten ihrer Zukunft ausprobieren, wenn ihnen diese gefällt, können sie die Zukunft einloggen, damit sie zu 100 % Wirklichkeit wird. Ein Hirngespinst, möchten viele meinen - doch der weitere Verlauf der Geschichte zeigt, dass es oft mehrere Möglichkeiten gibt, sich zu entscheiden, auch unbequeme und unkonventionelle, und miteinander die Zukunft zu gestalten. Ich finde allein den Titel des Buchs "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne" äußerst charmant (genauso wie die dazugehörige Kurzgeschichte), aber auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Was zu Beginn wie einzelne Erzählungen wirkt, die beispielsweise in Wien oder auch auf Helgoland spielen, wird letztlich zusammengeführt und ergibt ein tolles Gesamtbild über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und wie alles miteinander verzahnt ist. Besonders gut haben mir die drei Geschichten über Georg Horvath, seinen Sohn und das Piratenmemory gefallen, das der Büchergilde-Ausgabe wohl als Inspiration für das geniale Cover diente. Da ich das Buch größtenteils als Hörbuch gehört habe, bin ich oft schmunzelnd durch die Gegend gelaufen, was auch an Saša Stanišić einzigartigem Schreibstil liegt. Ich kann die Lektüre jedenfalls empfehlen, sie regt zum Nachdenken an und ist sehr kurzweilig, vor allem als Hörbuch, das vom Autor selbst vorgetragen wird.

Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Und dann ist da trotzdem die Furcht, feige gewesen zu sein, zu lange gezögert und etwas verpasst zu haben, ein besseres Ich, ein größeres Glück, die lustigeren Haustiere und Partner.
Saša Stanišić führt uns an Orte, an denen das auf einmal möglich ist: den schwierigeren Weg zu gehen, eine unübliche Wahl zu treffen oder die eine gute Lüge auszusprechen.
So wie die Reinigungskraft, die beschließt, mit einer Bürste aus Ziegenhaar in der Hand, endlich auch das Leben in die eigenen Hände zu nehmen. So wie der Justiziar, der bereit ist zu betrügen, um endlich gegen seinen achtjährigen Sohn im Memory zu gewinnen. Und so wie der deutsch-bosnische Schriftsteller, der zum ersten Mal nach Helgoland reist, nur um dort festzustellen, dass er schon einmal auf Helgoland gewesen ist.
Am besten wäre ja, man könnte ein Leben probeweise erfahren, bevor man es wirklich lebt.
Book Information
Author Description
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Werke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt und viele Male ausgezeichnet. Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist dort Fußballtrainer einer F-Jugend.
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Witzig, nachdenklich und so gut geschrieben!
Stell dir vor, du hast die Gelegenheit schon mal zehn Minuten einer Variante deines zukünftigen Lebens zu sehen, würdest du es einloggen? Was käme stattdessen? Ich frage mich auch so oft, was wäre, wenn ihr an dieser oder jener Stelle anders abgebogen wäre... Saša Stanišić beschreibt sehr eindrücklich und mit einem ganz feinen Humor die Zufälle des Lebens. Eine einzige Entscheidung kann ganz andere Weichen stellen. In Form von Kurzgeschichten, die sich dann doch noch zu einer Erzählungen zusammen führen, begleiten wir Dilek, Gisela, Fatah, Özan und weitere Protagonisten ein Stück durchs Leben, durch eine von vielen Varianten. Ich gebe ehrlich zu, dass ich den ganz tiefen Sinn des Buches nicht verstanden habe- wenn mir jemand helfen mag... Ich freu mich. Trotzdem vergebe ich vier Sterne, weil ich den Erzählstil und die Beschreibung der Familien einfach so sehr mag.
Dieses Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Der Schreibstil, den ich an Stanišić normalerweise schätze, konnte mich diesmal nicht richtig abholen.
Der Titel weckt zwar Neugier, aber für mich macht er wenig Sinn und trägt nicht zur inhaltlichen Klarheit bei. 🙄 Die zwölf Kapitel präsentieren abgehackte Geschichten, die schwer miteinander zu verbinden sind. Ich hatte Mühe, den roten Faden zu finden und zu verstehen, was der Autor mit diesem Werk vermitteln möchte. Es scheint um die Frage "Was wäre, wenn?" zu gehen, aber bleibt unklar, ob es auf der Realität basiert, persönliche Erfahrungen reflektiert, oder reine Fantasie ist. 😃 Positiv hervorzuheben ist, dass wahrscheinlich jedes Kapitel für unterschiedliche Leser*innen etwas bietet. 💜 Persönlich hat mich Paul Horvath begeistert, bei dessen Kapitel ich oft schmunzeln musste. Vor allem Kapitel 5 fand ich humorvoll und unterhaltsam. Bewertung: ⭐⭐✰✰✰ Gesamteindruck: Zäh und schwer nachvollziehbar, mit wenigen Lichtblicken. ⭐⭐⭐✰✰ Kapitel: Kapitel 5 und die Figur Paul Horvath bringen Humor in das Buch. ⭐⭐⭐⭐✰ Schreibstil: Stanišić kann schreiben, aber hier fehlt es für mich an: "Was vermittelt mir dieses Buch?" "Was wäre, wenn..." - ist für mich keine ideale Frage, für mein eigenes Leben... ⭐✰✰✰✰ Cover: naja...Helgoland... Ein Buch für experimentierfreudige Leser*innen, die gerne eigenwillige Geschichten entdecken – ich persönlich konnte diesmal jedoch keinen Zugang finden.
An das Buch Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne von Saša Stanišić hatte ich hohe Erwartungen – es zählt nicht nur zu den 100 besten Büchern des Jahres 2024 des ZEIT-Magazins, sondern ist auch bei den TOP 3 der besten Bücher meines Lieblingsbücher-Podcasts eat.READ.sleep. In meinem persönlichen Ranking läuft es unter ferner liefen, ich fand das Buch nur mittelmäßig. Die Covergestaltung mit sechs Postkartenmotiven von Helgoland finde ich sehr schön, ein echter Hingucker. Das Buch ist eine Sammlung von Geschichten aus dem Leben mehrerer junger Männer und zwei Frauen, von denen mir einige gut gefallen haben. Am meisten mochte ich die titelgebende Geschichte der Witwe Gisel, die nach dem Tod ihres Mannes Hermann einsam ist und sich nach einer neuen Beziehung sehnt. Auf dem Friedhof fällt ihr ein älterer Herr auf, den sie regelmäßig beim Besuch von Hermanns Grab sieht. Gut gefallen hat mir auch die Geschichte von Georg Horvath, der sich sehr darüber ärgert, dass er beim Memory Spielen gegen seinen fünfjährigen Sohn immer verliert. Die Elternzeit vertreibt er sich mit seinem Sohn im Tragetuch mit Pokémon Go. Mit den Geschichten über die Fahrt mit einem Panzer, dem Diebstahl des Kneipenschilds, Heinrich Heine auf Helgoland, und der Idee, ein anderes Leben für ein paar Minuten „anzuprobieren“, konnte ich weniger anfangen. Den autofiktionalen Roman des Autors „Herkunft“, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis, habe ich mir gekauft und bereits nach wenigen Seiten festgestellt, dass er ganz anders als „Die Witwe …“ ist und mir mehr zusagt. Ich empfehle, Stanišić‘ neues Buch zu lesen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Mal ein etwas anderes Buch. Was zu Beginn schwer nachvollziehbar wirkt und wie lose Kurzgeschichten wirkt, ergibt am Ende ein Sinn. Es sind Blicke in die Zukunft verbunden mit Träumen und der Realität. Teils witzig, teils tiefgründig und mit Blick für alltägliches wird hier in die Zeit geblickt. Am besten haben mir die Kapitel mit Georg Hovrath und seinem Sohn gefallen. Sie lockerten die Geschichte sehr auf.
Herzerwärmende, humorvolle Geschichten mit Tiefgang
Hach, war das schön! Gut komponierte Geschichten, die ein wirkungsvolles Ganzes ergeben. Und ich habe so oft gelacht: über Formulierungen, treffsichere Beobachtungen und die oft so erfrischenden Dialoge zwischen Jung und Alt. Der Sch*ßpapagei beim Memory, die Möwen in der Straßenbahn und Gisel, die ganz bestimmt nicht auf den Enkeltrick reinfällt. Kurzweiliges und großartiges Lesevergnügen, pointiert beobachtet und sprachlich gekonnt wiedergegeben.
Sie kommen leichtfüßig daher und witzig und nachdenklich und so als ob die Figuren in ihnen meine Nachbarn wären. Diese Kurzgeschichten gehen ans Herz (die meisten), sind schnell ausgelesen und einfach wunderbar. Saša Stanišić zeigt hier eindrucksvoll wie gut er in der Kürze ist. Hier tritt sich nichts platt, hier geht beinahe alles auf. Viel besser als sein Roman Herkunft (finde ich).
Über die Zufälligkeiten des Lebens - Wieder großartiges Buch von Saša Stanišić
Hier wurde mir wieder bewusst, warum Stanišić einer meiner Lieblingsautoren ist! Die Sprache war so tiefgründig und gleichzeitig musste ich ein paar mal so laut auflachen. Es wird politisch, aber nicht langweilig oder belastend. Aber vor allem wird es eins: persönlich und philosophisch. Ich liebe die titelgebende Geschichte. Gisel hat sofort mein Herz erobert! Humorvoll mit einer Prise Emotion und persönlicher Geschichte baut Stanišić einen Roman, der aus scheinbar losen Geschichten besteht und am Ende schafft er es doch wieder, alles zu verbinden. Ich habe ihn getroffen, als er aus diesem Buch gelesen hat. Wobei „gelesen“ trifft es nicht ganz - gelebt ist der bessere Begriff. So lebendig und eindrucksvoll war selten eine Lesung. Und dieser Roman ist definitiv zum Vorlesen gedacht!
Kleine Sprach-Häppchen, die glücklich machen
Was war denn da los? Mein erstes Buch von Saša Stanisic hat mich gleich ein kleines bisschen umgehauen. Lauter kleine miteinander verwobene Geschichten die mich mal mehr, mal weniger glücklich, verwirrt, belustigt, gerührt zurückgelassen haben... und ich mag eigentlich keine Kurzgeschichten, aber es hat sich auch irgendwie gar nicht nach Kurzgeschichten angefühlt. Jetzt möchte ich mehr Bücher vom Autor lesen, einfach aufgrund seines Witzes und der außergewöhnlichen Sprache. Aber ich hab ein wenig Angst aufgrund der Rezensionen seiner anderen Bücher wie Herkunft, dass diese viel weniger zugänglich sind...
Blieb leider hinter meinen Erwartungen zurück.
Saša Stanišić hat mit "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne" ein Buch geschrieben, dessen tieferer Sinn sich mir nicht zur Gänze erschlossen hat. Es handelt sich um Kurzgeschichten, bei denen ich Schwierigkeiten hatte den roten Faden zu finden bzw. die Frage, um die es hier gehen sollte ist "Was wäre wenn...?" und wie ein Leben wohl verlaufen wäre, hätte man andere Entscheidungen getroffen. Aber irgendwie wurde das nicht immer klar - oder ich war einfach blind. Dabei fängt das Buch sehr vielversprechend an: Saša und seine Freunde treffen sich und philosophieren darüber, wie es wohl wäre, wenn man kurz einen Blick in eine mögliche Zukunft seines Lebens werfen könnte. Ein Proberaum sozusagen und wenn einem diese Version der Zukunft gefällt, kann man sich dafür einloggen. Die Idee fand ich witzig. Daraus hätte man definitiv was machen können. Doch irgendwie hat mich das Buch ab der Hälfte so ziemlich verloren. Meine Erwartungen waren nach all dem Lob recht hoch - vielleicht zu hoch, denn für mich war das Buch dann leider nur mittelmäßig. Was ich jedoch mochte war der Schreibstil: Dieses Schweifenlassen der Gedanken, so dass diese wie ein Fluss ruhig und gemächlich durch die Gegend mäandern.

Was wäre , wenn man nicht diese eine Entscheidung getroffen hätte, sondern jene andere? Was wäre, hätte der Erwartung getrotzt? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieses Buch. Das Buch ist in mehrere Kurzgeschichten verschiedener Personen unterteilt. Sie alle haben ein Problem mit dem sie nicht zurecht kommen und fragen sich wie ihr Leben wohl verlaufen wäre hätten sie sich anders entschieden. Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon gestellt. Eine verpasste Chance, eine Entscheidung zu treffen die man bereut hat, etwas noch nicht erlebt zu haben was andere erlebt haben oder etwas neues auszuprobieren was man noch nie getan hat weil man nichts zu verlieren hat. Klingt zunächst echt interessant. Jedoch hatte ich beim Schreibstil einige Probleme der Handlung zu folgen. Es werden meist kurze, abgehackte Sätze verwendet. Die Sprache ist jugendlich und passt zur heutigen Zeit. Es gibt allerdings auch Passagen die zum Nachdenken anregen. Das Buch fängt interessant an da sich eine Gruppe Jugendlicher trifft und sich darüber austauscht wohin sie in den Sommerferien fahren. Der Autor selbst hat sich in dem Buch als erzählende Person verewigt. Es wird die Frage aufgeworfen was wäre wenn es einen Proberaum geben würde in dem man für einen bestimmten Geldbetrag die Möglichkeit bekommt für 10 Minuten in seine Zukunft zu sehen. Der Autor ist Jugoslawe, Migrationshintergrund spielt in seinem Buch eine wichtige Rolle. Am Ende muss ich sagen das das Buch zwar wirklich gute Ansätze und interessante Ideen hat aber besonders zum Ende hin ich gar nicht mehr verstanden habe. Es wurde immer abstruser und einfach weirder. Die erste Hälfte des Buches ist auf jedenfall besser als die zweite Hälfte. Das Buch kann man in 2 Sitzungen durchlesen aber ich würde es nicht unbedingt weiterempfehlen. Es war aber auf jedenfall eine interessante Erfahrung.
Man erwartet Kurzgeschichten, die bekommt man auch erstmal. Doch am Ende sind es dann doch nicht nur einzelne Geschichten, sondern sie ergeben ein "Ganzes", sind miteinander verbunden. Locker leicht geschrieben, ohne dabei banal zu sein. Der kreative Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, dieser Humor und die Leichtigkeit gepaart mit Tiefe und Sinnhaftigkeit. Lüge oder Wahrheit? Wie hätte eine andere Entscheidung die Zukunft beeinflusst? Ich mochte den Dialog zum Thema Kündigung zwischen Georg Horvath und seinem Sohn Paul besonders gerne. Auch die Doppelkopf-Samstage, inklusive Panzer mit rosa Schleife haben mich schmunzeln lassen. Warum ich dieses Buch eine ganze Weile auf dem SuB liegen hatte?.... Das frage ich mich jetzt auch, ich habe keine Ahnung, warum ich nicht früher danach gegriffen habe. Vielleicht hat mich der Hype ein bisschen abgeschreckt. Aber was soll ich sagen? Ich schließe mich an und es gibt für dieses Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Mal was ganz anderes. Gesellschaftskritik mit einem guten Schuss Humor, Zukunftsvisionen, Träume, Verbundenheit, Freundschaft, Lebenspläne und -wege, alles in der unmittelbaren Nachbarschaft von meiner Heimat entstanden. Der Aufbau und die Phantasie des Buches hat mir ebenso gefallen wie die Darstellung der einzelnen Charaktere. Man konnte sich alle Personen und ihre Gedanken gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen.
Wundervolles Buch mit so liebevollen Charakteren! Die Erzählung über Georg Horvath etwa, ist großartig. „Georg hatte Babypaul nach einem Schreianfall in der Trage und warf gerade einen Master-Pokéball nach einem legendären Lavados, da hielt eine Fahrradfahrerin auf seiner Höhe und rief ihm zu, er halte sein Telefon zu nah an den Hirnströmen des Babys. … Nachdem die Frau davongeradelt war, googelte er sofort Handy + Hirnströme. Das Internet aber war sich auch hierin mal wieder uneinig.“ Genial auch, wie alle Geschichten im zweitletzten Kapitel zusammenfinden! Auch wenn mich nicht alle Charaktere gleichermaßen abgeholt haben - eine klare Leseempfehlung!
Was wäre wenn du dein Leben vorher anprobieren könntest, bevor du es lebst?☺️ Würdest du es tun?🤔😎🤗
"Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne", von Saša Stanišic, ist mein erstes Buch was ich las.📖☺️ Es ist ein Band, mit verschiedenen Kurzgeschichten, zu verschiedenen Personen, die eine Art Anprobe zu ihrem Leben in der Zukunft machen. Leicht humorvoll und melancholisch hat Saša Stanišic diese einzelnen Geschichten verfasst. Hin und wieder musste ich lachen und fühlte mit den verschiedenen Protagonisten mit, weil ich gewisse Situationen auch gut kannte.😄🤗 Seinen Erzählstil fand ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und ich hatte Mühe in das Buch reinzukommen. Je mehr ich die Seiten las, desto besser wurde es☺️. Das Buch lässt einen etwas nachdenklich zurück. Was wäre, wenn wir andere Entscheidungen getroffen hätten, in unserem Leben...Wie wäre es dann verlaufen? Natürlich wäre es toll, Mal das weitere Leben (für billige 350D-Mark😄) anzuprobieren. Nur um sich dann einzuloggen (um es zu leben, wenn einem gefällt was man dort sah) für günstige 130.000 DM (Schnäppchen 😂). Würde ich verschiedene "Leben" anprobieren wollen und wissen wollen was mich erwartet? Das Wundervolle, sowie auch gleichzeitig Herausfordernde ist doch, nicht zu wissen was auf Einen zukommt, um dann zu lernen und Neues zu entdecken (Wir haben keine Kristallkugel). Trotzdem haben wir Alle Träume und stellen uns vor, wie wir unsere Wege beschreiten, wenn wir die dazugehörigen Entscheidungen getroffen haben.☺️🤗 Ein Buch, was sich mit einer Thematik befasst, die Mal anders geschrieben war und ich so noch nicht las. Lesenswert und empfehlenswert. Ohne es vorher anprobiert zu haben📖🥰😄.
12 zunächst voneinander unabhängige Geschichten, die doch im Laufe des Buches auf wundersame Weise miteinander verwoben werden. Der Autor verbindet wie immer Humor mit Nachdenklichkeit. War nicht das erste Buch von Stanišić, das ich gelesen habe. Mich persönlich sprechen seine Werke auch an, da ich ebenfalls - zumindest halb - einen balkanischen Migrationshintergrund habe. Viele seiner Einfälle/Einlassungen haben daher für mich einen hohen Wiedererkennungswert.
Lesenswert.
Ich bin lange um dieses Buch herum geschlichen. 2024 wurde viel darüber gesprochen und durch diesen Titel fällt es halt auch auf. Ich wusste aber lange nicht, ob ich es lesen möchte, ob die Geschichten mich ansprechen und ob ich es wirklich lesen muss, "nur" weil es von vielen Stellen so gehyped wird. Ich bin jetzt aber froh, es gelesen zu haben. Nicht alle Geschichten haben mir gleich gut gefallen, nicht alle waren einfach zu lesen. Aber so muss ein Buch ja auch nicht sein. Ich mochte den Schreibstil des Autors sehr, den Humor, der immer Mal durchkommt auch wenn seine Geschichten oft eher nachdenklich sind oder zumindest zum Nachdenken anregen. Am besten haben mir die Geschichten von Georg Hovrath gefallen und die von Gisel.
Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Es besteht aus mehreren Kurzgeschichten, die am Ende zusammengeführt werden und ihren roten Faden offenbaren. Einige von ihnen sind großartig und haben mich sehr unterhalten - besonders die des Georg Horvath oder die Helgoland-Story. Andere habe ich am Ende nur noch überflogen, da sie mich nicht gepackt haben und ich ihnen nicht wirklich folgen konnte. (daher Abzug von Sternen) Trotzdem gefällt mir die Art des Schreibens und das Konzept/die Idee des Buches.
Ein absoluter Volltreffer
Ich weiß nicht mehr wie ich auf dieses Buch kam, und auch nicht, was ich erwartet habe. Irgendwas historischeres, älteres, "literarisches" vermutlich. Ich glaube irgendwer hier auf Reado schrieb, wenn man "Stanišićs Art zu schreiben mag, wird einem das hier sehr gefallen." Offenbar mag ich seine Art, zu schreiben. Denn ich hatte lange nicht mehr so viel Vergnügen dabei, etwas zu lesen. Es ist lustig, schlau, nachdenklich und voller Lebensfreude, ohne die dunklen Seiten auszublenden. Es hat glaube ich auch geholfen, dass ich blind reingegangen bin. Deshalb will ich gar nicht zu viel verraten. Nur so viel ist sicher: Es ist einen Versuch wert.
Ein kühnes, wildes, erfrischendes Buch, das zeigt, was Literatur alles kann! Literarisches Vergnügen von Stanisic.
Kein Roman, keine Kurzgeschichten, aber verwoben und zum Ende überraschend sinnhaft. Kern des nicht nur in emotionaler Hinsicht vielschichtigen Buches von Saša Stanišić ist das Thema Freiheit und der Traum von einem anderen Leben; es ist ein lustvolles eintauchen in dieses erzählerischen Labyrinth, weil man mit träumen, mit lachen und mit trauern kann. Ich bin verliebt in dieses Literaturstück.
Alle schon der Titel verdient fünf Sterne ;-) eine wunderbare Sammlung von Kurzgeschichten von Saša Stanišić. Der Justiziar Georg, mit seinem Berufsleben latent unzufrieden, der gern endlich gegen seinen achtjährigen Sohn im Memory gewinnen möchte. Die Witwe Gisel, auf die sich der Titel bezieht und die mithilfe ebenjener Gießkanne wieder Anschluss findet. Oder der Autor, der auf Helgoland feststellt, dass er dort schon einmal als Teenie war/nicht war. Und das ist nur ein Teil der Geschichten aus diesem Buch, die zwar anfangs etwas zusammenhanglos wirken, aber am Ende ein verbindendes Element habe. Von mir eine klare Leseempfehlung.
Nun. Ich mag keine Kurzgeschichten. Bzw. das stimmt so nicht. Ich werde meist nicht warm mit Ihnen. Aber ich liebe die Sprache und den Schreibstil von Saša Stanišić. Sehr. Und irgendwie sind es ja auch nicht wirklich „nur" Kurzgeschichten. Würde jedenfalls erklären, warum ich das hier sehr gerne und binnen 24 Stunden durchgelesen habe.
Ganz „feiner“ Humor gepaart mit kreativen Kurzgeschichten, die doch zusammenhängen ✌🏼
Kurzgeschichten sind mal mehr und mal weniger mein Fall… bei diesem Buch ist ganz klar „mehr“ zutreffend! 😎 Vor allem, weil die einzelnen Geschichten am Ende ihre Verbindung offenbaren. Ganz geschickt zusammengezimmert, Herr Stanišić. Ich bin begeistert und freue mich auf alles, was da noch von Ihnen kommt. Ich sag nur „Deeeee“, „Deeeee“! Bereits sein Jugendroman „Wolf“ hat mich restlos begeistert und neugierig auf mehr gemacht. Der besondere Humor und „die Schreibe“ sind bestimmt nicht für jeden/jede etwas, aber was ist das schon?! Aber ich behaupte mal, dass alle, die Sprache lieben und einen ganz kleinen Hang zu Ironie haben, dieses Buch feiern werden. Fette Leseempfehlung!
"Auf solche wie uns warten doch statistisch eher beschissene Leben als unbeschissene, oder?" Dies ist mein erstes Buch von Saša Stanišić und Leute, es war Liebe auf den ersten Blick, und dann nochmal auf den ersten Satz und den zweiten und den dritten und so weiter. Es ist eins dieser Bücher, für das man beim Lesen ganz viel Liebe verspürt und bei denen man traurig ist, wenn sie zu Ende gehen. Das Buch mit dem längsten Titel der Welt (glaube ich) beinhaltet Kurzgeschichten, die mehr oder weniger zusammenhängen und alle eine übergreifende Frage stellen, und zwar: welches Leben will ich führen? Und weiter: wer bin ich und wer will ich sein aufgrund der Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, und manchmal auch aufgrund der Entscheidungen, die andere für mich getroffen haben? Mit sehr viel Witz und noch mehr Tiefe lässt Stanišić seine Figuren Leben ausprobieren und verwerfen. Viel mehr kann ich gar nicht dazu schreiben, außer: ihr tut euch selbst einen Gefallen damit, wenn ihr dieses Buch lest. CN: Klassismus, Alkoh0lkonsum, Ras$ismus, T0d, Polizeig3walt, Rac1al Profiling, Antisem1tismus
Stanišićs zeichnet Figuren des normalen Lebens - ganz ungekünstelt, aber künstlerisch 🧑🎨 🫶📚❣️
Saša Stanišić neuer Erzählungsband „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ ist 2024 bei Luchterhand erschienen. Im Sommer 1994 treffen sich vier Freunde „Ausländerjungs in Deutschland“ in den Weinbergen, die sich selbst keine guten Zukunftsaussichten prognostizieren. Fatih heckt einen Plan aus: „Wie super wäre es, wenn es einen Proberaum für das Leben gäbe? Du gehst in den rein und probierst zehn Minuten aus der Zukunft? Wie bei Deichmann, nur nicht mit Schuhen, sondern mit dem Schicksal. Kostenpunkt: hundertdreißig Mark. Falls dir dann gefällt, was du siehst, kannst du es direkt einloggen und dich gleich darauf freuen, weil diese zehn Minuten werden hundertpro irgendwann kommen. Das Einloggen kostet hundertdreißigtausend Mark.“ Das wirft natürlich die Kostenfrage auf, aber eventuell ist ja schon der Traum eines besseren Lebens ausreichend. Fatihs Plan ist auf jeden Fall ausgeklügelt: „Ihr strengt euch an, damit diese Zukunft eine größere Chance hat, einzutreffen! Ihr fresst nur noch Brokkoli und Nüsse und trinkt nur noch Wein und Olivenöl wie die Griechen. Ihr werdet freundlicher zu allen, weil man weiß, weniger assi zu sein, verbessert die Lebensqualität. Schon seid ihr gesünder und glücklicher, ganz ohne den Proberaum!“ Saša Stanišić hat neun Geschichten verfasst, von den die erste „Neue Heimat“ ist. Sie sollten laut dem Autor der Reihe nach gelesen werden. Die Erzählungen hängen alle miteinander zusammen, was wir vor allem in ihren Figurenkonstellationen feststellen. Ihre zeitlichen Abläufen zwischen Bosnienkrieg und unmittelbarer Gegenwart, laufen wiederkehrend auf die Frage nach und der Auseinandersetzung mit der Herkunft hinaus. Ich würde Saša Stanišićs Ton in der deutschen Gegenwartsliteratur als einzigartig bezeichnen, als ungekünstelt aber künstlerisch. Seine Prosa führt zu neuen Denkanstößen. In der titelgebenden Erzählung besucht Gisel das Grab ihres vor vier Jahren verstorbenen Mannes. Sie hat sich natürlich daran gewöhnt, ohne ihn zu leben, aber manchmal überflutet sie die Sehnsucht, dann wünscht sie ihn sich her, wünscht sich, mit ihm streiten zu können, und dass er sich für irgendwas entschuldigt. Kann man schöner von der Liebe erzählen? „Einem geliebten Menschen böse zu sein, sollte niemandem schwerfallen. Beide schweigen dann eine Weile, oder einer geht Holz hacken, der andere Zugvögel gucken, oder was man halt gerne macht, und schon hat man Kraft, um einander wieder wohlgesonnen zu sein. Und sich auch wieder zu streiten, wenn es sein muss, ja.“ Gleichzeitig finden wir in diesen Erzählungen auch viele autobiografische Anspielungen Stanišićs. Wir erfahren wie ein Hochsitz zu seinem Lese- und Geschichtenerfindungsort wurde; wie er von Heinrich Heine inspiriert nach Helgoland reist, und sich dort in einem Spiel mit der Wahrheit und einer erfundenen Geschichte selbst als Autor begegnet. Stanišićs zeichnet Figuren des normalen Lebens. Sie sind keine Abenteurer, keine Helden, keine Stars, sie leben ihr Leben unglamourös. Sie leben in ganz unprätentiösen Orten wie Winsen an der Luhe, Bremen, Heidelberg oder der Lüneburger Heide. Der Autor mag die Menschen, über die er schreibt. Für mich ist es die Mischung aus Einfühlsamkeit und Humor, die diese Erzählungen zu einem Lektüregenuss machen.
Dieses Buch ist sehr interessant und manchmal verwirrend
Zuerst versteht man nicht den Zusammenhang der einzelnen Personen. Es kommen hintereinander drei Geschichten von Menschen. Erst im weiterlesen erkennt man den Zusammenhang und ich war sehr fasziniert davon. Ein tolles Buch über Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart, welche ziemlich durcheinander gewirbelt werden. Aber toll geschrieben.
Nicht einfach zu lesen - dennoch oder deshalb lesenswert
„Ich mochte nicht, dass ich wegen einer Sprache, die ich unvollständig sprach, behandelt wurde, als sei ich unvollständig.“ (S. 206) Schon klasse, wie ein Buch mit Kurzgeschichten den roten Faden einer der Kurzgeschichten weiterspinnt. Werde ich wohl noch eine Weile darüber nachdenken.
Liebe alles an Stanišićs Geschichten - die Figuren, die Sprache, diese tollen Orte, an die er uns entführt (Heidelberg zB. hehe) und schafft genau das, was ich mir von guter Literatur wünsche - vom Sofa aus umherreisen und Menschen treffen, von denen ich keine Ahnung hatte, dass ihre Leben mich interessieren. Wie immer toll erzählt
Interessante Handlung, tolle Sprache
Das Buch ist gut geschrieben. An allen Geschichten gab es etwas, das sie relevant und gut machte. Dennoch kann ich nicht behaupten, es toll gefunden zu haben. Eine gute Lese-/Hörerfahrung. Fast schon denke ich, dass man es zweimal lesen bzw. hören müsste, um den Aufbau richtig verstehen und wertschätzen zu können. Das mache ich vielleicht auch irgendwann mal…. Ich würde mehr von Stanišić lesen wollen… Das Hörbuch wurde vom Autor selbst eingelesen. In Anbetracht des klar intendierten selbstbiografischen Eindrucks, ist diese Entscheidung nachvollziehen und verleiht dem Inhalt eine weitere Ebene. Dennoch ist Saša Stanišić, meines Erachtens, ein guter Autor und kein guter Vorleser. Es fiel mir mitunter sehr schwer, mich auf den Inhalt zu konzentrieren.
Ich bin nicht bereit dafür, ohne dieses Buch und seine Protagonisten zu leben, mit denen ich mich wunderbar identifizieren konnte. Sašas Texte entfalten ihre Wirkung am besten, wenn er sie selber liest, und diese lose zusammenhängenden Kurzgeschichten liest er mit einem so wunderbar trockenen Humor, dass ich mehrmals vor Lachen unterbrechen musste.
Ich kann den Inhalt gar nicht richtig zusammenfassen, weil es mir sehr schwer fällt diesen zu greifen. Es sind Kurzgeschichten, die mich wenig angesprochen haben und auch am Ende wurde es für mich nicht wirklich rund und zusammenhängend bzw. sinnhaft. Leider konnte mich auch der Schreibstil des Autors nicht überzeugen, weshalb ich nur 2 Sterne vergebe.

Um das, was ist und das, was hätte sein können, darum geht es in den Geschichten von Saša Stanišić in diesem Buch (nachfolgend aus ökonomischen Platzgründen “Witwe” genannt). Der Ausgangspunkt: Die Träumereien von ein paar 16-jährigen Jungen, darunter der Autor selbst, in den Heidelberger Weinbergen des Jahres 1994, werden zu einem philosophischen Parforceritt, bei dem wir viele ganz unterschiedliche Menschen kennenlernen, die sich alle die mehr oder weniger gleichen Fragen stellen: Lebe ich das richtige Leben? Was wäre jetzt, wenn die Vergangenheit anders gelaufen wäre? Und wie würden wir uns entscheiden, wenn wir einen kleinen Sneak-Peak auf unser Leben bekommen würden? Würden wir nach dem Ansehen dieses random Moments aus unserer Zukunft auf Einloggen (= Ja, dieses Leben nehme ich!) drücken? Wenn ein Piraten-Memory-Spiel - das im Buch übrigens längst nicht mehr so schwer zu bekommen ist wie in der britischen Comedy-Serie “Little Britain” beschrieben (dennoch @ravensburger - wo ist eure Version) - und dessen Entsorgung zur Erz-Nemesis eines ganz normalen Familienvaters (Georg Horvath) wird, dann gehört das exakt zu den Dingen, die ich unter anderem literarisch verarbeitet sehen möchte. Ich frage mich nur, woher Saša Stanišić das wusste. Die Geschichte mit Helgoland, ja die ist wunderbar meta-, inter- und was sonst noch alles -textuell, dass man als Leser:in gar nicht mehr hinterkommt sich zu fragen was jetzt genau Wahrheit und was Fiktion ist/war/gewesen sein sollte. Ein herrlich witziges Kuddelmuddel. Nicht nur zitiert der Autor hier und dort und da Heine (was für ein cooler Typ Heine doch war, danke fürs wieder-bewusst-machen) und andere, er gibt uns auch selbst wunderbare Einblicke in seine Poetik aka seine Autorenhacks: “Bei ‘mastodon’ hat der Autor mal erzählt, er füge gelegentlich nur deswegen Sätze hinzu, damit der letzte Absatz auf der Seite glatt abschließt, also nicht noch die erste Zeile des nächsten Absatzes dranhängt (S. 116). Erfrischend ehrlich, oder? Und sinngemäß: Googelt doch selbst, was “Lange Anna” ist, ich kann euch nicht alles auf dem Silbertablett meiner Prosa servieren, etc. Ich müsste jetzt lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte die zwei Geschichten mit den - waren es vier? - Freunden in Winsen an der Luhe verstanden. Also Doppelkopf,Tigermücken, Hitzschlag, Lego-Eisenbahn, Reichsbürger etc. Ne, da war ich mal kurz raus weil ich nicht verstanden habe, was uns der Autor mit dieser Geschichte sagen wollte. Vielleicht ja auch gar nichts, aber das Gedicht in der Hitzschlagszene fand ich schön. Echt. Und dann ist da natürlich Gisela, die titelgebende Witwe mit der zeichenhaften Gießkanne. Sie, ich kann es nicht anders als pathetisch sagen, gießt sich auf dem nebligen Friedhof buchstäblich in unser aller Herz und lässt es auftauen (wenn es das denn nötig haben sollte) wie die zugefrorenen Blumen auf dem Grab ihres Ehemannes. Ich habe oft gelacht, als ich dieses Buch gelesen habe. Ich habe mich in Gedankenspielen verloren und sie wieder verworfen. Ich habe mich ertappt gefühlt und mich gefreut. Und ja: gerührt war ich auch und manchmal wurde ich auch geschüttelt - ich wurde sozusagen zum lesenden Martini. Mehr kann ich euch jetzt gar nicht sagen. Ich habe keine anderen Rezensionen gelesen und auch das Interview von Denis Scheck mit dem Autor bei “Druckfrisch” nicht angeschaut. Unvoreingenommen, aber ich freue mich trotzdem, wenn ihr meine Rezension bis hierhin gelesen und dann vielleicht deswegen zu der “Witwe” greift. Es lohnt sich. Und ich würde sagen: Plastikummantelung gelbe Tonne soweit vorhanden, der Rest: Restmüll.
Dies ist das erste Buch, das ich von Saša Stanišić gelesen habe, aber sicher nicht das letzte. Es zu beschreiben, ist - passend zum Titel - in kurzer Form kaum möglich. Was wäre, wenn du dir einen kurzen Ausschnitt deines zukünftigen Lebens ansehen könntest und dann entscheiden dürftest, ob du den angebotenen Lebensentwurf wie eine Pauschalreise buchst? Das ist die Theorie, die am Anfang entwickelt wird. Danach lernen wir in kurzen Episoden einige Menschen kennen und begleiten sie in ihrem Alltag. Die Witwe Gisel, den Familienvater Georg, die Türkin Dilek und weitere, auch der Autor selbst kommt vor. Das Ende führt sie alle zusammen, und der Kreis zur anfänglichen Theorie schließt sich. Jede Figur wird in ihrem echten Leben beschrieben, mit einer wunderbaren Sprache und herrlicher Ironie, teils ernsthaft und melancholisch, teils aberwitzig und absurd. Es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und ich freue mich auf Saša Stanišićs weitere Bücher.
"Einem geliebten Menschen böse zu sein, sollte niemandem schwerfallen. Beide schweigen dann eine Weile, oder einer geht Holz hacken, der andere Zugvögel gucken, oder was man halt gerne macht, und schon hat man Kraft, um einander wieder wohlgesonnen zu sein. Und sich auch wieder zu streiten, wenn es sein muss, ja." Saša Stanišić neues Buch beginnt im Sommer 1994, in den Weinbergen nahe Heidelberg: Vier Freunde sitzen zu Beginn der Ferien beieinander, sie unterhalten sich über Pläne - und Fatih hat eine ganz besondere Idee. Er entwickelt gedanklich einen Proberaum für die Zukunft. In diesem Proberaum können die Menschen 10 Minuten ihrer Zukunft ausprobieren, wenn ihnen diese gefällt, können sie die Zukunft einloggen, damit sie zu 100 % Wirklichkeit wird. Ein Hirngespinst, möchten viele meinen - doch der weitere Verlauf der Geschichte zeigt, dass es oft mehrere Möglichkeiten gibt, sich zu entscheiden, auch unbequeme und unkonventionelle, und miteinander die Zukunft zu gestalten. Ich finde allein den Titel des Buchs "Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne" äußerst charmant (genauso wie die dazugehörige Kurzgeschichte), aber auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Was zu Beginn wie einzelne Erzählungen wirkt, die beispielsweise in Wien oder auch auf Helgoland spielen, wird letztlich zusammengeführt und ergibt ein tolles Gesamtbild über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und wie alles miteinander verzahnt ist. Besonders gut haben mir die drei Geschichten über Georg Horvath, seinen Sohn und das Piratenmemory gefallen, das der Büchergilde-Ausgabe wohl als Inspiration für das geniale Cover diente. Da ich das Buch größtenteils als Hörbuch gehört habe, bin ich oft schmunzelnd durch die Gegend gelaufen, was auch an Saša Stanišić einzigartigem Schreibstil liegt. Ich kann die Lektüre jedenfalls empfehlen, sie regt zum Nachdenken an und ist sehr kurzweilig, vor allem als Hörbuch, das vom Autor selbst vorgetragen wird.

























































