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Annie ist im neunten Monat schwanger und fragt sich, warum sie sich das gerade antut. Sie steht im IKEA in Portland, Oregon, und will ein Kinderbett kaufen. Sie streitet sich mit einer Verkäuferin, schafft es nicht, den sperrigen Karton auf ihren Einkaufswagen zu hieven, als plötzlich ein Jahrhunderterdbeben die US-Westküste erschüttert. Annie überlebt nahezu unverletzt und entkommt dem Chaos des zerstörten Gebäudes. Ihre Handtasche mit Handy, Autoschlüssel und Geld liegt im IKEA begraben. Ohne Möglichkeit, ihren Mann zu erreichen und in einer Stadt, die im Chaos versinkt, erkennt sie, dass ihr nichts anderes übrig bleibt, als sich zu Fuß durchzuschlagen. Das ist die Prämisse des packenden Debütromans von Emma Pattee. Die Journalistin, dir selbst in Portland lebt, hat intensiv recherchiert, was die seit Jahren erwartete Katastrophe in ihrer Stadt anrichten würde. Doch Tilt ist nicht nur ein äußerst realistischer Katastrophenroman. Auf ihrem Weg durch die Trümmer Portlands entpuppt sich die Protagonistin Annie als wunderbar clevere und zynische Millenial, die in gut eingearbeiteten Rückblicken reflektiert, wie sie an diesen Punkt ihres Lebens gekommen ist – und angesichts der Zerstörung um sie herum darüber nachdenkt, welche Banalitäten ihr noch vor wenigen Stunden unglaublich wichtig waren. Das Leben als Erwachsene? "It's like life is this powerful river, of doing laundry and buying groceries and driving to work and scrolling on my phone and the weekends are so short. Amen. Was macht ein Zuhause aus? "We fill them with dirt and dust and dishes and cat hair. Spend all of our time looking on big and small screens at other people's homes, wishing they were ours. Drive to places like IKEA in hopes that our homes will look more like the homes on our screens." Auf ihrem Weg durch die Trümmer der Stadt erlebt Annie menschliche Verzweiflung, Wut, Güte und Freundlichkeit. Sie wird mit allen Facetten des Menschseins konfrontiert. Dieser Roman ist bewegend, schonungslos und inspirierend. Man ist ergriffen und lacht plötzlich ein paar Zeilen weiter laut auf, weil Annie über die Absurdität ihrer Situation nachdenkt. In sengender Hitze, in Flip-Flops, ohne Wasser, hochschwanger. Allen, die englischsprachige Podcasts hören, kann ich (vor oder nach der Lektüre des Buches) das Interview mit Emma Pattee im Podcast "First Edition" wärmstens empfehlen, in dem sie über ihr Leben in Portland, ihren Schreibprozess und ihre Recherchen für das Buch spricht.

May 4, 2025
Annie ist im neunten Monat schwanger und fragt sich, warum sie sich das gerade antut. Sie steht im IKEA in Portland, Oregon, und will ein Kinderbett kaufen. Sie streitet sich mit einer Verkäuferin, schafft es nicht, den sperrigen Karton auf ihren Einkaufswagen zu hieven, als plötzlich ein Jahrhunderterdbeben die US-Westküste erschüttert. Annie überlebt nahezu unverletzt und entkommt dem Chaos des zerstörten Gebäudes. Ihre Handtasche mit Handy, Autoschlüssel und Geld liegt im IKEA begraben. Ohne Möglichkeit, ihren Mann zu erreichen und in einer Stadt, die im Chaos versinkt, erkennt sie, dass ihr nichts anderes übrig bleibt, als sich zu Fuß durchzuschlagen. Das ist die Prämisse des packenden Debütromans von Emma Pattee. Die Journalistin, dir selbst in Portland lebt, hat intensiv recherchiert, was die seit Jahren erwartete Katastrophe in ihrer Stadt anrichten würde. Doch Tilt ist nicht nur ein äußerst realistischer Katastrophenroman. Auf ihrem Weg durch die Trümmer Portlands entpuppt sich die Protagonistin Annie als wunderbar clevere und zynische Millenial, die in gut eingearbeiteten Rückblicken reflektiert, wie sie an diesen Punkt ihres Lebens gekommen ist – und angesichts der Zerstörung um sie herum darüber nachdenkt, welche Banalitäten ihr noch vor wenigen Stunden unglaublich wichtig waren. Das Leben als Erwachsene? "It's like life is this powerful river, of doing laundry and buying groceries and driving to work and scrolling on my phone and the weekends are so short. Amen. Was macht ein Zuhause aus? "We fill them with dirt and dust and dishes and cat hair. Spend all of our time looking on big and small screens at other people's homes, wishing they were ours. Drive to places like IKEA in hopes that our homes will look more like the homes on our screens." Auf ihrem Weg durch die Trümmer der Stadt erlebt Annie menschliche Verzweiflung, Wut, Güte und Freundlichkeit. Sie wird mit allen Facetten des Menschseins konfrontiert. Dieser Roman ist bewegend, schonungslos und inspirierend. Man ist ergriffen und lacht plötzlich ein paar Zeilen weiter laut auf, weil Annie über die Absurdität ihrer Situation nachdenkt. In sengender Hitze, in Flip-Flops, ohne Wasser, hochschwanger. Allen, die englischsprachige Podcasts hören, kann ich (vor oder nach der Lektüre des Buches) das Interview mit Emma Pattee im Podcast "First Edition" wärmstens empfehlen, in dem sie über ihr Leben in Portland, ihren Schreibprozess und ihre Recherchen für das Buch spricht.
May 4, 2025








