Das Geschenk des Meeres

Das Geschenk des Meeres

Hardback
4.3179

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Description

Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
352
Price
25.70 €

Author Description

Julia R. Kelly ist Schriftstellerin, Englischlehrerin und Mutter von fünf Kindern. Sie lebt in Herefordshire und schätzt, seit sie im Rollstuhl sitzt, die Reisen, auf die uns das geschriebene Wort führen kann, noch mehr. Ihr Debütroman Das »Geschenk des Meeres« war auf der Longlist für den Mslexia Novel Prize, den Exeter Novel Prize, PenguinWriteNow und den Bath Novel Award, wurde mit dem Blue Pencil First Novel Award ausgezeichnet und in zehn Sprachen übersetzt.

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
81%
N/A
10%
21%
63%
50%
32%
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24%
60%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate50%
Variable50%

Writing Style

Simple0%
Complex50%
Moderate50%
Bildhaft (50%)Außergewöhnlich (50%)

Posts

55
All
4.5

Dorothy, eine junge Lehrerin, tritt im kleinen schottischen Dörfchen ihre erste Stelle an. Von Kindheit an fühlte sie sich als Außenseiterin. Und auch hier scheint es nicht anders zu sein. Parallel dazu wird abwechseln ihre Geschichte in späteren Jahren aufgenommen und von ihrem Verlust erzählt. Im Dorf ist diese Geschichte noch sehr bewusst, besonders als jetzt ein ähnlicher, nur umgekehrter Fall eintritt. Das Meer schenkt ein Kind. Einfühlsam wird schon auf den ersten Seiten die rauhe, kühle Welt, die eingeschworenen, spröden Dorfbewohner und die Gewalt der Natur fühlbar. Doch auch unter den Menschen ist nichts klar und einfach. Und so wird eine Spannung aufgebaut, die den Leser begierig auf den Fortgang der Geschichte werden lässt. Der Schreibstil passt zu Natur und Menschenschlag. In kurzen Kapiteln fliegt man durch die Seiten. Man begegnet sympathischen, gleichgültigen, egoistischen und brutalen Menschen. Alle werden gut beschrieben. Nicht immer sind die Handlungen völlig nachvollziehbar, aber passend. Besonders treffend beschrieben fand ich Joseph. Auch die Entwicklung von Dorothy hat mir gefallen. Und dass die Geschichte dann nochmal ganz anders, als erwartet, wurde, hat mir richtig gut gefallen.

5

Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly, aus dem Englischen von Claudia Feldmann, ist ein atmosphärischer und hochemotionaler Roman, der mich zu Tränen gerührt hatte. 1900 in Skerry, einem kleinen Fischerdorf an der schottischen Küste: In einer stürmischer Winternacht wird ein kleiner Junge am Strand aufgefunden. Der Junge ist mehr tot als lebendig, der Fischer Joseph bringt ihn ins Pfarrhaus. Das ganze Dorf nimmt Anteil am Schicksal des Kindes und denkt zurück an eine Sturmnacht viele Jahre zuvor, in der Dorothys Sohn Moses verschwand. Damals: Dorothy kommt aus Edinburgh nach Skerry, um ihre Anstellung als Lehrerin anzutreten. Von Anfang fällt es ihr schwer, sich ins Dorfleben zu integrieren. Einzig Joseph mag sie und fühlt sich zu ihr hingezogen. Es ist den beiden jedoch nicht vergönnt, zusammen zu sein, Dorothy heiratet William und wird Mutter des kleinen Moses. Doch ihr Glück währt nur einige Jahre, denn eines Nachts wacht sie auf und Moses ist verschwunden. Als viele Jahre später der kleine Junge am Strand gefunden wird, scheint es, als ob sich das Schicksal wendet und das Meer der Mutter ihr Kind zurückgibt. Dorothy wagt es kaum, sich dieser Hoffnung hinzugeben, während der Pfarrer sein Möglichstes tut, um die Familie des Jungen zu finden. Das Buch ist in poetischer Sprache geschrieben, es hat mich an die schottische Küste versetzt, als die Menschen sich Sagen und Geschichten erzählten und dem Aberglauben frönten. Als junge Frau hört Dorothy die Geschichte über den Jungen und die Wellenkinder: „Und er lachte, denn er wusste, wer sie waren – sie waren die Feen des Meeres, die gekommen waren, um ihn nach Hause zu holen, zurück in die Anderwelt, wo es keine Tränen gibt, er lief ins Wasser, bis er sie in den Wellen sehen konnte…. Und manchmal meinte sie die Wellenkinder spielen zu sehen und mitten unter ihnen ihren Jungen.“ (S. 150/151) Dorothys, Josephs und Moses‘ Geschichte hat mich tief berührt. Ich bin in das Dorfleben eingetaucht, habe mit Dorothy getrauert und gelitten. Das Ende hat mich hoffnungsfroh gestimmt, traurig war ich nur, das Buch schon ausgelesen zu haben, denn es ist mein bisheriges Lesehighlight dieses Sommers.

5

Überzeugt durch die starke authentisch-raue Küstenatmosphäre und entfesselt eine vielschichtige spannend-berührende Tragödie.

5

Wahnsinnig schön, zärtlich, traurig. Voller Poesie, Liebe und Verlust. Bewegende Schicksale. Raue, ehrliche, grausame Natur, die gibt und nimmt.

5

Im Winter 1900 wird an der schottischen Küste ein Junge im Meer angespült. Dorothy erklärt sich bereit ihn vorübergehend bei sich aufzunehmen. Vor einigen Jahren hat sie selbst ihren Sohn Moses verloren und plötzlich kommen alte Gefühle wieder hoch. Sie ist aufgewühlt und erkennt in dem Jungen immer mehr ihren verlorenen Sohn. Was ist damals eigentlich passiert? Warum lebt Dorothy eine Vergangenheit, die nie verging? Und welche Rolle spielen hier die anderen Dorfbewohner? Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten der Story zu folgen. Es wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und in verschiedenen Zeitebenen. Als ich dann aber einmal drin war, hat mich dieses Buch unglaublich gefesselt. Es gibt immer wieder ein paar kleine neue Entdeckungen, die das Buch für mich so spannend gemacht haben und ich unbedingt weiterlesen wollte. Erzählt wird ruhig, stimmungsvoll und melancholisch. Die Autorin schafft es, die Schönheit der schottischen Küste einzufangen – eisige Winde, Meeresgeruch, aber auch eine unterschwellige Magie, die Aberglauben und Legenden in die Gemeinschaft trägt. Die Vergangenheit ist immer gegenwärtig. Das große Drama gibt es nicht, allerdings viel emotionale Wärme und Tiefe. Dazu gibt’s eine kleine Gesellschaftsstudie. Dafür bin ich ja immer zu haben. Für mich ein rundum gelungenes Buch, dass ich euch unbedingt empfehlen möchte.

4

"Wie kommt es, dass wir uns immer nur an die Dinge erinnern, die wir falsch gemacht haben?" Dorothy hat es schwer als junge Lehrerin in dem kleinen Dorf am Meer in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Zu sehr hat sie die negative Meinung ihrer Mutter über sich und gesellschaftliche Konventionen verinnerlicht. Ihre Unsicherheit und ihren Kummer über den Tod ihres Kindes verschließt sie tief im Inneren, nur ja keine Schwäche zeigen. Die Sorge um das Kind, das vom Meer angespült wurde setzt jedoch einen Prozess der Veränderung in Gang. Beim Lesen hat es mich manchmal fassungslos gemacht, wie wenig die Protagonistin auf ihre Gefühle hören kann, fand es fast schon überzeichnet. Insgesamt jedoch wird es deutlich, wie Erziehung und Konventionen die eigenen Gefühle beeinflussen und zu falschen Lebensentscheidungen führen. Der Prozess der Aussöhnung mit sich selbst ist bewegend geschildert und führt dazu, dass man das Buch nicht weglegen möchte. Die Beschreibung des Lebens am Meer, des kalten Winters im abgelegenen Dorf und seiner unterschiedlichen Bewohner sind sehr eindrücklich. Das Buch lege ich weg, mit dem Gedanken, den Menschen, offen zu begegnen und sie auch nach ihrer Geschichte zu fragen.

5

"Warum sind Kinder so und was erwarten sie von einem?" 🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷🩷

„Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte spielt um das Jahr 1900 in einem kleinen, abgelegenen Fischerdorf an der schottischen Küste. Eines Winterabends wird ein bewusstloser Junge an den Strand gespült. Der Fischer Joseph findet ihn und bringt ihn ins Dorf. Schnell wird klar, der Junge erinnert auf unheimliche Weise an Moses, Dorothys Sohn, der Jahre zuvor bei einem Sturm verschwand und nie wieder auftauchte. Dorothy, die Lehrerin des Dorfes, nimmt sich des Kindes an. Ihre Entscheidung bringt längst verdrängte Erinnerungen und Gefühle zurück. Die Dorfgemeinschaft reagiert mit Skepsis, Gerüchten und Misstrauen. Gleichzeitig beginnt für Dorothy eine schmerzhafte, aber notwendige Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit, mit dem Verlust ihres Sohnes, ihrer komplizierten Beziehung zu Joseph und den Geheimnissen jener stürmischen Nacht. Die Autorin erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und in Rückblenden. So entfaltet sich nach und nach ein vielschichtiges Bild aus Liebe, Trauer, Schweigen und Hoffnung. Julia R. Kelly versteht es meisterhaft, Atmosphäre zu schaffen. Man spürt die raue See, den kalten Wind und die Enge des Dorflebens. Die Figuren sind fein gezeichnet und wirken authentisch, jede mit ihren eigenen Sorgen, Verletzungen und Wünschen. Besonders angenehm fand ich die kurzen Kapitel, die das Lesen flüssig machen und gleichzeitig Raum geben, die Stimmungen wirken zu lassen. Trotz der ernsten Themen liest sich der Roman wunderbar leicht und berührt dabei tief. „Das Geschenk des Meeres“ ist ein Buch über Verlust, Vergebung und die Kraft der Liebe. Es erzählt leise, aber eindringlich und bleibt im Herzen, lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Für mich ein echtes Lesehighlight – verdient 5 Sterne!

"Warum sind Kinder so und was erwarten sie von einem?" 


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5

Ein kleines schottisches Küstendorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts: An den Strand wird ein unbekannter Junge gespült. Die Lehrerin Dorothy nimmt ihn bei sich auf – und ist erschüttert über seine Ähnlichkeit mit ihrem Sohn Moses, der als Kind im Meer verschwand und nie wieder auftauchte. Nach und nach entfaltet sich die Geschichte der Vergangenheit: wie Dorothy einst als Fremde in das Fischerdorf kam, dort als hochmütig galt und zugleich als Konkurrenz empfunden wurde – besonders von Agnes, die ebenfalls Gefühle für den Fischer Joseph hatte. Bis heute bleibt für viele Dorfbewohner rätselhaft, weshalb aus Dorothy und Joseph nie ein Paar wurde und welche Rolle er in den damaligen Geschehnissen tatsächlich spielte. „Das Geschenk des Meeres“ ist eine vielschichtige Erzählung. Sie zeigt, wie gesellschaftliche Normen und Erwartungen Leben zerstören können, wie Gerüchte Menschen prägen und wie Schuldgefühle noch Jahrzehnte nachwirken. Der Roman ist oft bedrückend und traurig, zugleich fesselnd und voller Spannung. Auch die Sagen und Erzählungen geben der Handlung eine bedrückende und geheimnisvolle Stimmung. Die Autorin schreibt ruhig und gefühlvoll, dabei aber sehr angenehm lesbar. Sie verbindet das raue Klima und die Landschaft mit den tragischen Ereignissen. Vergangenheit und Gegenwart fügen sich nahtlos wie Puzzleteile zusammen. Insgesamt ist es ein atmosphärisches Buch über Liebe, Verlust, Gemeinschaft, Tratsch und Traditionen – berührend und nachdenklich zugleich. Klare Leseempfehlung!

4.5

Ein wunderbar berührendes Buch. Über nichtbewältigte Trauer, über das, was uns unsere Eltern mitgeben, ob gut oder schlecht, über Neid und Missgunst, Ängste und Lügen. Aber über viel Liebe. Und dass das Leben nicht immer das ist, was es zu sein scheint. Die Geschichte lässt mich sehr nachdenklich zurück. Leseempfehlung!

3.5

Emotionale Themen, mit Distanz erzählt

Die Autorin nimmt uns mit ins Schottland des beginnenden 20. Jahrhunderts, also ins Jahr 1900 und darum geht es: Fischer Joseph findet einen leblosen Jungen am Strand der Insel Skerry. Bei den Bewohnern werden dadurch zu viele alte Gefühle aufgewühlt. Insbesondere bei Dorothy, die ihren Sohn ans Meer verloren hat… Das Buch las sich spannend und schnell, es wurde einem nicht alles vorgekaut, sondern man musste an vielen Stellen selbständig Schlüsse ziehen 🤭😅 das mochte ich sehr. Die Geschichte war theoretisch gesehen sehr emotional, also da ist zum einen die ganze Sache zwischen Dorothy und Joseph und dann natürlich der Verlust von Dorothys Sohn Moses. Und nicht zu vergessen die Nebenhandlung zu William. Leider hat mich das alles aber auch nur theoretisch berührt. Also ja, es ist furchtbar. Nur wirklich gefühlt habe ich es leider nicht. Und ich heule normalerweise immer bzw. lese mit allen Sinnen und bin extrem involviert in jedes Drama. Ich blieb hier aber recht unbeteiligt. Denke das lag zum Teil am distanzierten Schreibstil und zum Teil an den Zeitsprüngen. Diese waren so schnell, man hatte kaum Gelegenheit / Zeit, sich da überhaupt in die Ereignisse reinzufühlen. Man war so schnell wieder im „Damals“ und dann wieder im „Jetzt“ und dann wieder im „Damals“ usw. Zeitsprünge sind ein tolles Element, um Tiefe zu erzeugen, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Insgesamt war es ein thematisch spannendes Buch mit einem schönen Setting, das mich aber auf emotionaler Ebene leider nicht erreicht hat. Optisch sieht es sehr schön aus! 3,5/5⭐️⭐️⭐️

Emotionale Themen, mit Distanz erzählt
5

„Das Geschenk des Meeres“ ist eine leise, aber unheimlich kraftvolle Geschichte über Trauer, starke Charaktere, unerfüllte Liebe und all die Worte, die nie gesagt wurden... 🌊 Die Autorin entführt uns ins rau-romantische Schottland um 1900 – in ein abgelegenes Dorf, das von der Vergangenheit gezeichnet ist. Als plötzlich ein lebloser Junge angespült wird und Erinnerungen an einen längst verlorenen Sohn wach werden, brechen alte Wunden auf. Die Stimme der Sprecherin war so eindringlich und feinfühlig, dass ich von der ersten Minute an emotional mittendrin war. Besonders die unausgesprochenen Konflikte, die feinen Spannungen und zarte Liebe zwischen Dorothy und Joseph, die Schuldgefühle und verschwiegenen Wahrheiten – all das war so greifbar. Es war fast, als würde man mit am Kamin sitzen und den Figuren zuschauen. ❤️ Diese Geschichte ist voll von Missverständnissen, verpassten Momenten und einer Liebe, die nie offen gelebt werden durfte. Und genau das hat sie so schmerzhaft schön gemacht. Beim Zuhören zieht sich einem das Herz zusammen – und doch kann man einfach nicht aufhören. 📚 Fazit: Eine bewegende Geschichte über Verlust, Hoffnung und so viele verpasste Momente... Wer gefühlvolle Romane liebt, in denen das Meer ebenso viel spricht wie die Menschen, wird „Das Geschenk des Meeres“ nicht so schnell vergessen. ❤️

Post image
5

Wundervolle Geschichte!

Wundervolle Geschichte!
5

Ein Buch für stürmische Herbst- und Winterabende

Schottland um 1900. Während eines Sturms wird in einem kleinen Küstenort ein Junge angespült. Er ist schwach und traumatisiert, und als der Fischer Joseph vorschlägt, den Jungen übergangsweise bei der Dorflehrerin Dorothy unterzubringen, sind viele skeptisch. Kann das gut gehen? Dorothy, die ursprünglich aus Edinburgh stammt, ist nicht erst seit dem Verschwinden ihres Kindes zwar pflichtbewusst, aber verschlossen und wenig nahbar. Andererseits zeigt sie großes Interesse an diesem Jungen, der ihrem eigenen zu ähneln scheint… In zwei Zeitschienen - im Jetzt und im Damals - die sich im Verlauf der Geschichte immer stärker überlagern, wird erzählt, wie durch ein Ereignis, tiefe Wunden aufbrechen und alte Verletzungen wieder sichtbar werden. Diese betreffen sowohl Dorothys eigene Geschichte als auch ihr Verhältnis zu den Mitgliedern der Dorfgemeinschaft. Es geht um Liebe und (Selbst-)Akzeptanz, um Eifersucht, Loslassen, Vergeben - und um Heilung. Das Rauschen des Meeres ist dabei ein ständiger Begleiter. Fast spürt man den Wind im Gesicht und das Salz auf den Lippen. Gleichzeitig unterstreichen Ebbe und Flut - Werden und Vergehen - durch ihre Symbolik die zugrundeliegende Aussage des Textes. Gerade diese Meeressymbolik, die hier mit schottischen Mythen untersetzt wird, machen diese sensibel und ruhig erzählte Geschichte zu etwas Besonderem. Mich hat das Buch sehr berührt und für sich eingenommen. Es ist voller Poesie und Wärme - und genau die richtige Lektüre für stürmische Herbst- und Winterabende.

4.5

Im Schatten der Vergangenheit

„Das Geschenk des Meeres“ spielt um 1900 in einem kleinen Dorf an der schottischen Küste. Eines Tages wird ein kleiner Junge an den Strand gespült, wie durch ein Wunder hat er überlebt. Das Merkwürdige: Er sieht einem anderen Jungen sehr ähnlich, der vor einiger Zeit im Meer verschwunden ist. Die Mutter dieses verschwundenen Jungen nimmt den neuen Jungen bei sich auf. Dadurch kommen in der Dorfgemeinschaft alte Erinnerungen, Verletzungen und Fragen, die nie beantwortet wurden, wieder an die Oberfläche. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Man braucht ein bisschen Zeit, um sich zurechtzufinden. Es gibt Rückblicke in die Vergangenheit und Kapitel in der Gegenwart. Aber gerade das macht die Geschichte spannend und vielschichtig. Die Atmosphäre ist sehr stark. Man spürt beim Lesen fast die raue Küste, den Wind, die Kälte, aber auch die Wärme und Enge des kleinen Dorfs. Das Cover passt perfekt zur Stimmung. Die Hauptprotagonistin, eine Frau mit harter Schale und gezeichnet von ihrer Vergangenheit, hat es mir nicht immer leicht gemacht. Sie ist nicht unbedingt sympathisch und ich hatte öfters das Gefühl sie schütteln zu wollen. Ihre Entwicklung und das Mitfühlen mit ihr sorgen dafür, dass einem diese Geschichte unter die Haut geht. Fazit: Das Geschenk des Meeres ist eine eindringliche, klug erzählte Geschichte über Verlust, Gemeinschaft und Heilung. Emotional fordernd, sprachlich stark und atmosphärisch dicht – eine klare Empfehlung. Im Übrigen ist auch das Hörbuch gelungen, es ist sehr gut und stimmungsvoll eingesprochen

4.5

Ein intensives Leseerlebnis!

"Was vergessen war, kehrt zurück, wenn das Meer bereit ist." "Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly ist eine wundervolle, aber auch schmerzhafte Geschichte über Liebe und Verlust und der Sehnsucht nach Akzeptanz. (Übersetzt aus dem Englischen von Claudia Feldmann.) "Wie kommt es, dass wir uns immer nur an die Dinge erinnern, die wir falsch gemacht haben." Winter 1900: In dem kleinen Fischerdorf Skerry, im Norden der schottischen Küste wird ein kleiner Junge an den Strand gespült. Als Joseph mit dem Kind im Arm hoch ins Dorf kommt, halten alle die Luft an. Denn zu gut ist ihnen allen ein ähnliches Bild im Kopf, als einige Jahre zuvor Dorothys Sohn verschwand. Der angespülte Junge wird zunächst im Pfarrhaus untergebracht, ehe er bei Dorothy landet. Doch die Anwesenheit dieses rätselhaften Jungen wühlt Dorothy auf und bringt einige Veränderungen in die ganze Dorfgemeinschaft. "Wir Menschen sind gar nicht so verschieden. Wir versuchen alle, unser Bestes zu tun, aber es gelingt uns nur selten." "Das Geschenk des Meeres" ist ein sehr ruhiger, aber starker Roman, der unter die Haut und ans Herz geht. Kelly zeichnet eine raue und schroffe Landschaft, mit einer Dorfgemeinschaft, die diesem rauen Landstrich gleicht. Sie halten zusammen. Sie helfen sich. Und kennen die Schwächen jedes einzelnen Bewohners. Im Zentrum der Geschichte stehen hier tatsächlich die einzelnen Bewohner und ihre Sorgen und Nöte. Kelly zeichnet eine wirklich eindrückliches Porträt der Menschen von Skerry und hat mich hiermit voll überzeugt. Das Einzige, das mir nicht so ganz gefallen hat, war die Beziehung zwischen Dorothy und Joseph, die mir insgesamt etwas zu "dramatisch" war. Insgesamt ein großartiger Roman, mit fantastischen Charakteren, die an der rauen schottischen Küste perfekt in Szene gesetzt wurden.

Ein intensives Leseerlebnis!
5

Sternebewertung fiktiv

Es gibt Bücher, die nicht nur gelesen, sondern erlebt werden wollen. Das Geschenk des Meeres gehört genau in diese Kategorie. Schon der erste Blick auf den Klappentext versprach eine Geschichte, die sich perfekt in die Stimmung der vergangenen Wochen fügt, kalt, regnerisch, rau. Julia R. Kelly entführt uns ins Schottland des Jahres 1900, in ein kleines Fischerdorf namens Skerry, wo der Winter nicht nur das Wetter, sondern auch die Herzen der Menschen zu bestimmen scheint. Die Geschichte beginnt mit einem dramatischen Fund. In einer stürmischen Nacht wird ein kleiner Junge an die Küste gespült. Er lebt, doch er spricht nicht, und niemand weiß, woher er kommt. Gefunden wird er von Joseph, einem Mann, der vor Jahren Zeuge eines tragischen Ereignisses war. Damals verschwand der kleine Sohn der Dorflehrerin Dorothy spurlos am Strand. Joseph und Dorothy verbindet seither eine stille, unausgesprochene Nähe und doch finden sie nicht zueinander. Ein Streit aus der Vergangenheit liegt wie ein Schatten über Ihnen und auch die Augen der Dorfbewohner. Julia R. Kelly entfaltet die Handlung in einem Wechselspiel aus Gegenwart und Rückblenden. Die Vergangenheit schwingt wie eine unsichtbare Strömung mit und formt die Gegenwart der Figuren. Der gerettete Junge wird von Dorothy aufgenommen, was in der engen Dorfgemeinschaft für Gerüchte und Argwohn sorgt. Skerry ist kein romantisiertes Fischerdorf; die Autorin zeigt die Schattenseiten des Zusammenlebens auf. Hier existieren Vorurteile, vorschnelle Urteile, Missgunst und Lästereien und die Autorin versteht es, die zerstörerische Kraft solcher Dynamiken subtil, aber eindringlich zu inszenieren. Was den Roman besonders macht, ist die atmosphärische Dichte. Man spürt den salzigen Wind, hört das Knarren der Fischerboote, sieht die grauen Wellen, die unablässig an die Küste schlagen. Die Sprache ist ruhig, fast entschleunigend, und doch steckt in jedem Satz emotionale Tiefe. Die Figuren wirken vielschichtig und echt, keine HeldInnen im klassischen Sinn, sondern Menschen mit Ecken, Kanten und eigenen Abgründen. Das Geschenk des Meeres ist eine leise Geschichte über Verlust, Zusammenhalt, Liebe und die Macht unausgesprochener Gefühle. Sie erinnert daran, dass Gemeinschaft sowohl Schutz als auch Gefahr bedeuten kann, und dass manchmal die größten Umwälzungen aus dem Stillen kommen. Für mich war es ein Roman, der mich nicht nur durch seine Handlung, sondern auch durch seine Sprache berührt hat, ein winterlicher Begleiter, der lange nachklingt und mich jetzt nach Ende, die kalte Jahreszeit vermissen lässt.

5

Jahreshighlight!

Wie kann man ein so besonderes Buch passend rezensieren? Ich weiß es nicht und werde bestimmt scheitern… Die Geschichte von Dorothy, den beiden Jungs und eigentlich dem ganzen Ort Skerry hat mich wie schon lange keine Geschichte davor mehr so mitgenommen und abgeholt, dass es mich bestimmt noch sehr lange beschäftigen wird! Es ist eine Geschichte, die ruhig erzählt wird und dabei trotzdem die ganze Zeit über eine Spannung aufrechterhält, die einen nicht mehr loslässt. Es geht um verpasste Chancen, Liebe, Mutterschaft und im Endeffekt darum was bleibt, wenn man nicht auf sein Herz hört. Es ist eine tragische Geschichte, die mir an mehreren Stellen das Herz nicht nur gebrochen sondern regelrecht zerfetzt hat und ich habe am Ende fast durchgehend geweint. Trotzdem ist es auch eine Geschichte über Hoffnung und Vertrauen, die Autorin hat es geschafft, die Charaktere so realistisch und nachvollziehbar zu gestalten, dass man das Gefühl bekommen hat, Teil dieser Dorfgemeinschaft zu sein! Obwohl es mich so traurig und melancholisch gemacht hat kann ich nicht anders als dem Buch 5 Sterne zu geben, in meinen Augen eins der besten Bücher seit langem! Wegen der Geschichte und den ganzen wichtige Themen, die hier so scheinbar mühelos integriert sind aber vor allem auch wegen genau der Art, wie sie erzählt wird!

Jahreshighlight!
4.5

„Joseph weiß, der Sturm kommt. Er sieht den gelben Hof um den Mond und das eisige Glitzern des Winterhimmels, als er vom Strand hinaufgeht und ein paar Mal innehält um seinen schmerzenden Knien eine Pause zu gönnen.“ Das Geschenk des Meeres hat mir beim zweiten Anlauf mein Herz gestohlen. Es ist eine Geschichte. Über Verlust und Sehnen, über Anschuldigungen und die Wahrheit im Nicht-Gesagten. Über Liebe und Neid - und über die langsame Akzeptanz. Schottland im Winter 1900 - ein Junge wird an den Strand eines Fischdörfchens gespült - auf Umwegen gelangt er zu Dorothy, die sich um ihn kümmert - er sieht Dorothys Sohn ähnlich, den sie vor vielen Jahren an die See verloren hat. Was ist in jener stürmischen Nacht wirklich passiert? Ich hatte das Buch zuerst auf den Ohren - und hatte gleichzeitig meine Schwierigkeiten damit. Aber etwas an der Geschichte hat mich nicht losgelassen - und so fand es seinen Weg als Buch zu mir - und hat mich aufgewühlt wie die stürmische See in Schottland! Es ist Dorothys Geschichte, die in ein kleines Fischerdorf kommt um dort zu unterrichten und sich ein Leben aufzubauen. Es ist die Geschichte von ihrer Beziehung zu Joseph, dem Fischer, vom Verhältnis zu William, ihrem späteren Ehemann und zu ihrem kleinen Sohn, dessen Tragödie ihr gesamtes späteres Leben überschattet. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Das Damals und das Jetzt, zu dem Zeitpunkt, an dem der Junge gefunden wurde, der Moses unheimlich ähnelt. Es hat mich stark berührt, wie Dorothy ihr Trauma ausgelöst durch den Verlust ihres Sohnes weggeschlossen und all die Jahre nicht mehr angerührt hat. Sie hat weiter gelebt, weiter unterrichtet - aber die harte Schale, die sie um die Wunde gelegt hat, hat erst der verlorene Junge angerührt, den sie Jahre später aufgenommen hat - die Darstellung hat mich wirklich geschmerzt. Generell stellt Kelly Schottlands raue Schönheit in einer klaren prägnanten Sprache dar. Ich konnte den Schnee unter meinen Füßen Knirschen hören oder den starken Tee auf meiner Zunge schmecken. Die Autorin hat einfach eine so starke Sprache - sie spricht schwierige Themen wie Trauer oder Verlust metaphorisch an - und wir wissen alle um welche Thematik es geht. Das Dorfleben - das Leben einer verschworenen Gemeinschaft, in die eine Fremde eindringt, war eindringlich skizziert. Ich hätte mir an manchen Stellen gewünscht, dass man es Dorothy leichter gemacht hätte, sich zu integrieren. Das Buch entblätterte sich auf mehreren Zeitebenen in kurzen Kapiteln - sodass ich immer wissen wollte wie es weiter geht. Ein Buch, das mich das Rauschen des Meeres hören und die Salzluft hat schmecken lassen! Ich empfehle es für alle, die leise dramatische Geschichte lieben und das Leben Anfang des 20, Jahrhunderts erleben möchten. Ich persönlich präferiere in diesem Fall das Buch, weil mich der rasche Zeitsprung immer wieder aus dem Hörbuch rausgeworfen hat.

4

Eine eindringliche und atmosphärische Geschichte über Trauer, Schuld und unausgesprochene Gefühle. Schwierig fand ich den schnellen Wechsel der Zeitschienen. Ansonsten sehr zu empfehlen!

4

"Ein Sturm rüttelt an den Scheiben, sie zieht die Decke bis ans Kinn, und in dem Reich zwischen Schlafen und Wachen spürt sie eine Gegenwart, die mir dem Wind über die Wellenkämme zu ihr fliegt, während sie von dem Geschenk träumt, das die See ihr gebracht hat." Julia R. Kelly erzählt uns eine bewegende, aber auch sehr poetische Geschichte über falsche Entscheidungen und deren weitreichenden Konsequenzen. Alle Menschen in dem kleinen schottischen Fischerdorf des Jahres 1900 scheinen unglücklich zu sein mit ihrem Leben, das hart und entbehrungsreich ist. Durch den ganzen Roman wabert eine melancholische Traurigkeit, die sich wie der Kälte Nebel über dem Meer in jede Ritze zu fressen scheint.

5

Was für ein wunderschönes, atmosphärisch dicht geschriebenes Buch über das Leben. Über Liebe, Verlust, Misstrauen und Missverständnisse, Schmerz und späte Erkenntnis. Schön beschriebene Figuren und ein überaus kluges Ende.

2

Anfang fand ich gut - aber dann irgendwie vorhersehbar

5

Eine wunderbare, atmosphärische Geschichte über Mutterschaft, einen großen Verlust und Selbstfindung.

5

Wunderschön und zeitgleich so traurig. Absolut lesenswert.

4.5

Julia R. Kelly's "Das Geschenk des Meeres" ist ein Roman, der gut in diese Jahreszeit passt, weil es darin um Winterstürme, vereiste Schienen und schmerzliche Verluste geht, aber auch um Hoffnung, Verstehen und Aufeinanderzugehen nach langer Zeit.

Der Roman beginnt im Jahr 1900 und spielt in einem kleinen, abgelegenen Küstendorf in Schottland. Hier lebt die Lehrerin Dorothy, die vor vielen Jahren aus Edinburgh kam und den Dorfbewohnern immer etwas fremd geblieben ist. Sie hat einen Mann aus dem Dorf geheiratet, der aber verschwunden ist, ebenso wie ihr kleiner Sohn Moses, der seit einer lange Jahre zurückliegenden Sturmnacht vermisst wird. Als Joseph, einer der Fischer, die im Dorf leben, einen Jungen am Strand findet, den das Meer angespült hat, fühlt sie sich an Moses erinnert. Und als man sie fragt, ob sie den Jungen pflegen könnte, bis sich sein Schicksal klärt und seine Eltern gefunden sind, nimmt sie diese Aufgabe nach einer kurzen Bedenkzeit an. Aus dieser Konstellation heraus erzählt die Autorin Dorothys Geschichte in zwei Zeitebenen - im Damals und im Jetzt. Sie erzählt von Dorothys Ehe, von ihrer Mutterschaft und ihren Verlusten. Und sie erzählt von Joseph, der kein Fremder für Dorothy ist, sondern sie einst geliebt hat. Aber auch die Dorfgemeinschaft mit ihrer Zugewandtheit, ihrer Neugier und ihren Eifersüchteleien spielt eine grosse Rolle. Und so bricht mit der Ankunft des unbekannten Jungen nicht nur bei Dorothy und Joseph, sondern auch bei anderen Dorfbewohnern Vergangenes auf, das nach Heilung sucht. "Das Geschenk des Meeres" ist ein atmospärisch dichter und emotional berührender Roman mit spröden, aber oft sympathischen Charakteren, die, egal ob Aussenseiter oder integriert, alle auf ihre Art nach Liebe suchen. All das ist eingebetet in eine raue Küstenlandschaft, die mit ihrer Schönheit und ihren Gefahren zahlreiche Mythen und Legenden hervorgebracht hat, die die Menschen begleiten und die die Autorin auf poetische Art und Weise in den Roman einbettet. Ich habe den Roman sehr gern gelesen, er gehört für mich zu meinen Jahreshighlights 2025.

Julia R. Kelly's "Das Geschenk des Meeres" ist ein Roman, der gut in diese Jahreszeit passt, weil es darin um Winterstürme, vereiste Schienen und schmerzliche Verluste geht, aber auch um Hoffnung, Verstehen und Aufeinanderzugehen nach langer Zeit.
4.5

Atmosphärisch, tolle Figurenzeichnung, schöne Geschichte- perfekt für den Herbst.

4.5

„Joseph weiß, der Sturm kommt. Er sieht den gelben Hof um den Mond und das eisige Glitzern des Winterhimmels, als er vom Strand hinaufgeht und ein paar Mal innehält um seinen schmerzenden Knien eine Pause zu gönnen.“ Das Geschenk des Meeres hat mir beim zweiten Anlauf mein Herz gestohlen. Es ist eine Geschichte über Verlust und Sehnen, über Anschuldigungen und die Wahrheit im Nicht-Gesagten. Über Liebe und Neid - und über die langsame Akzeptanz. Schottland im Winter 1900 - ein Junge wird an den Strand eines Fischdörfchens gespült - auf Umwegen gelangt er zu Dorothy, die sich um ihn kümmert - er sieht Dorothys Sohn ähnlich, den sie vor vielen Jahren an die See verloren hat. Was ist in jener stürmischen Nacht wirklich passiert? Ich hatte das Buch zuerst auf den Ohren - und hatte gleichzeitig meine Schwierigkeiten damit. Aber etwas an der Geschichte hat mich nicht losgelassen - und so fand es seinen Weg als Buch zu mir - und hat mich aufgewühlt wie die stürmische See in Schottland! Es ist Dorothys Geschichte, die in ein kleines Fischerdorf kommt um dort zu unterrichten und sich ein Leben aufzubauen. Es ist die Geschichte von ihrer Beziehung zu Joseph, dem Fischer, vom Verhältnis zu William, ihrem späteren Ehemann und zu ihrem kleinen Sohn, dessen Tragödie ihr gesamtes späteres Leben überschattet. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Das Damals und das Jetzt, zu dem Zeitpunkt, an dem der Junge gefunden wurde, der Moses unheimlich ähnelt. Es hat mich stark berührt, wie Dorothy ihr Trauma ausgelöst durch den Verlust ihres Sohnes weggeschlossen und all die Jahre nicht mehr angerührt hat. Sie hat weiter gelebt, weiter unterrichtet - aber die harte Schale, die sie um die Wunde gelegt hat, hat erst der verlorene Junge angerührt, den sie Jahre später aufgenommen hat - die Darstellung hat mich wirklich geschmerzt. Generell stellt Kelly Schottlands raue Schönheit in einer klaren prägnanten Sprache dar. Ich konnte den Schnee unter meinen Füßen Knirschen hören oder den starken Tee auf meiner Zunge schmecken. Die Autorin hat einfach eine so starke Sprache - sie spricht schwierige Themen wie Trauer oder Verlust metaphorisch an - und wir wissen alle um welche Thematik es geht. Das Dorfleben - das Leben einer verschworenen Gemeinschaft, in die eine Fremde eindringt, war eindringlich skizziert. Ich hätte mir an manchen Stellen gewünscht, dass man es Dorothy leichter gemacht hätte, sich zu integrieren. Das Buch entblätterte sich auf mehreren Zeitebenen in kurzen Kapiteln - sodass ich immer wissen wollte wie es weiter geht. Ein Buch, das mich das Rauschen des Meeres hören und die Salzluft hat schmecken lassen! Ich empfehle es für alle, die leise dramatische Geschichte lieben und das Leben Anfang des 20, Jahrhunderts erleben möchten. Ich persönlich präferiere in diesem Fall das Buch, weil mich der rasche Zeitsprung immer wieder aus dem Hörbuch rausgeworfen hat.

5

Ganz, ganz großartig! Das erste Highlight in 2026! Hat mir sehr gut gefallen. Toller Schreibstil und ergreifende Geschichte. Klare Empfehlung!

Mit „Das Geschenk des Meeres“ ist der Julia R. Kelly ein atmosphärisch dichtes und zutiefst bewegendes Werk gelungen, das lange nachhallt. In einem abgelegenen schottischen Fischerdorf um das Jahr 1900 wird ein bewusstloser Junge an den Strand gespült – ein Ereignis, das nicht nur ein Kind in Not zeigt, sondern die gesamte Dorfgemeinschaft in ihren Grundfesten erschüttert. Denn der Junge ähnelt auf unheimliche Weise Moses, dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der Jahre zuvor spurlos verschwand. Ist er es? Oder ein fremdes Kind, das gekommen ist, um eine alte Wunde aufzureißen? Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Ebenen – dem Damals und dem Jetzt – und schafft es dabei meisterhaft, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verweben. Mit jedem Kapitel schält sich das Porträt einer Frau heraus, die versucht, in einer engstirnigen, von Vorurteilen und Aberglauben geprägten Gemeinschaft Fuß zu fassen. Dorothy, als Fremde in Skerry, kämpft gegen die starren Strukturen eines Ortes, in dem jeder Schritt beobachtet, jede Entscheidung kommentiert wird. Ihre Entwicklung ist ebenso berührend wie tragisch: eine Frau, die die Liebe kennt, aber nicht leben darf. Eine Mutter, die ein Kind verliert, und sich doch erneut für eines öffnet – obwohl ihr Herz längst zerbrochen scheint. Der Fischer Joseph steht im Zentrum des inneren Konflikts. Warum war er in jener Nacht am Meer, als Moses verschwand? Was verbindet ihn mit dem geheimnisvollen Jungen, den er Jahre später aus den Wellen rettet? Und warum wurde aus ihm und Dorothy nie ein Paar, obwohl ihre Liebe doch für jeden im Dorf sichtbar war? Mit eindrucksvoller Sprache, klarer Struktur und sensibler Figurenzeichnung erschafft der Roman eine beklemmende Atmosphäre. Die Dialoge sind von subtiler Spannung durchzogen, die Beziehungen wirken wie ein Tanz zwischen Hoffnung und Verdrängung, zwischen Pflichtgefühl und heimlicher Sehnsucht. Besonders gelungen ist die Darstellung des Dorflebens mit all seinen engen sozialen Regeln, seinem Aberglauben und der Macht des Tratschs. Die Symbolik – das Meer als unbarmherzige, aber auch reinigende Kraft – durchzieht das Buch wie ein melancholischer Klang. Thematisch bewegt sich das Buch tiefgründig durch Verlust, Schuld und die Frage nach Vergebung. Was macht der Tod eines Kindes mit einer Mutter? Wie lebt man weiter mit einer Wunde, die nie ganz verheilt? Diese Fragen beantwortet der Roman nicht laut, sondern in leisen, feinen Tönen – und gerade deshalb mit umso größerer emotionaler Wirkung. Eine eindrucksvolle Lektüre – rau wie die See, feinfühlig wie die erste große Liebe, erschütternd wie der Verlust eines Kindes. Wer tiefgründige Geschichten liebt, die unter die Haut gehen und historische Atmosphäre mit psychologischer Tiefe verbinden, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ein leises, eindringliches Meisterwerk über Verlust, Liebe und die raue Kraft der Erinnerung - einfühlsam, traurig und poetisch. Aus dem Englischen von Claudia Feldmann.

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5

Leise Tragik trifft sanfte Spannung und schöne Melancholie. Um 1900 auf der schottischen Insel Skerry, lernen wir in der Multiperspektive einige Dorfbewohner*innen kennen. Zutiefst menschliche Figuren, die sich mit Emotionen wie Schuld, Reue, Missgunst und Trauer auseinandersetzen müssen. Figuren, die Geheimnisse hüten, die weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Einige Charaktere sind herrlich dorftypisch, sie leben von Klatsch und Tratsch. Insgesamt hat mich die Geschichte völlig eingesogen, die Atmosphäre auf der Insel, umgeben von der rauen Küste und dem tosenden Meer, habe ich mit allen Sinnen wahrgenommen und die Sprache hat mich durch das Buch getragen, Ganz große Liebe für dieses herzerwärmende, stille und vielschichtige Buch ✨

5

Ein wunderbarer Roman

"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly war ein Roman genau nach meinem Geschmack! Dorothy lebt auf der Insel Skerry vor Schottlands Küste. Vor Jahren ist ihr Sohn Moses ans Meer gegangen und dort spurlos verschwunden. Und nun findet Joseph, ein Mann aus dem Dorf, am Strand einen Jungen, der angeschwemmt wurde. Er sieht dem verschwundenen Moses auf unheimliche Weise ähnlich. Dorothy erklärt sich schließlich trotz aller Vorbehalte bereit, den Jungen, der nicht spricht, bei sich aufzunehmen und sich um ihn zu kümmern, bis man seine Herkunft kennt. Die Geschichte beginnt im Jahr 1900 im rauen Klima des winterlichen Schottlands, als Joseph das Kind findet In abwechselnden Kapiteln JETZT (1900) und DAMALS gerät man immer tiefer in den Sog dieser Geschichte. Wir lernen das kleine Dorf kennen, Dorothy und ihr Leben, Joseph und die anderen Bewohner. Ein Dorf und Menschen, die viel Glauben, aber auch Aberglauben in sich tragen. Der Tratsch blüht, es wird viel gemutmaßt, Vorurteile gibt es. besonders gegenüber der neuen Lehrerein Dorothy, die sich, aus Edinburgh kommend, erst noch im Dorf zurechtfinden muss, Typisch schottisch auch der Glaube an Feen... Julia R. Kelly hat ihr Buch im Rollstuhl sitzend geschrieben und ihren Beruf aufgegeben. Sie versteht es meisterhaft, den Winter in Schottland zu beschreiben, rau, kalt und lang. Die Beschreibungen der Landschaft und des Meeres sind so plastisch , dass ich mich sofort wieder in Schottland gefühlt habe (das ich übrigens sehr liebe), das Rauschen der Wellen und das Salz in der Luft gespürt und geschmeckt habe. Das Cover passt wunderbar zu Landschaft und Inhalt des Romans. Auch die verschiedenen Charaktere sind großartig gezeichnet, viele mag man, andere eher nicht. Dazu die Spannung zu erfahren, was damals wirklich mit Moses passiert ist. Dieser Bogen steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Anfangs hatte ich ein paar Anlaufschwierigkeiten, aber dann konnte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen und bin vollständig ins Schottland um 1900 und das Leben der Bewohner von Skerry eingetaucht. Ich habe mit Dorothy mitgelitten und -gehofft. Sie auf ihrem Weg zu begleiten hat mir viele wunderbare Lesestunden geschenkt. Ich fand es auch interessant, so ganz nebenbei auch etwas über Dorothy's Herkunft zu erfahren und zu verstehen, warum sie so ist wie sie ist. Es ist ein Roman, der durch die rätselhafte Handlung, das Leben um 1900 und die Wucht der Natur von Kapitel zu Kapitel immer mehr Dramatik entwickelt. Und das in leisen Tönen und ohne Effekthascherei geschrieben. Ein Roman, der mich tief berührt hat und sicher lange nachhallen wird. Und mich außerdem wieder nach Schottland treiben wird.... Ein weiteres Highlight in diesem Jahr, das ich auf jeden Fall weiterempfehle! Volle 5 Sterne gibt es von mir!

4

Tolles Setting, spannende Charaktere und eine Story, von der wissen möchte, wie sie zu Ende geht.

5

Wow! Was für ein großartiges Buch!! Ich war von Anfang an von der Atmosphäre, den Personen und deren Schicksal zutiefst beeindruckt. Aber das überaus kluge Ende ging mir tief ins Herz!! Mein Buch des Jahres!

4

Familiengeschichten und -geheimnisse die am Meer oder Wasser spielen,haben eine starke Anziehungskraft auf mich. So war es auch mit diesem Buch,denn es spielt in Schottland. Im Winter 1900. Ein kleiner Junge wird an die Küste des Ortes Skerry angespült. Er sieht einem anderen Kind überraschend ähnlich,doch dieser ist vor mehreren Jahren im Meer verloren gegangen. Seine Mutter Dorothy kam mit diesem Verlust nie zurecht. Und jetzt wo ein anderer Junge aus dem Meer wieder zurückgekommen ist,nimmt sie sich ihm an und peppelt ihn auf. Es kommen Themen zur Sprache wie Verlust,Angst, Missverständnisse,Geheimnisse und auch häusliche Gewalt. Die Autorin zeigt, wie die Verhältnisse zur damaligen Zeit waren. Wie sich Frauen keinen Mann aussuchen konnten,es nicht um Gefühle ging sondern um die Erhaltung des Familienstamms. Wie sehr die Frauen darunter gelitten haben,wie sie sich aber auch mit der Zeit dagegen gewehrt haben. Dorothy ist als junge Dame nach Skerry gekommen und hat dort als Lehrerin gearbeitet. Sie trug immer hübsche Kleidung und stach heraus. Dies kam bei der Dorfgemeinschaft nicht immer gut an. Zumal sie auch ein Auge auf den Fischer Joseph warf. Eine Liebe,die durch Missverständnisse und Lügen nie ausgelebt werden durfte. Doch auch Jahre später gibt es dieses Band zwischen Ihnen,aber es ist so viel passiert in der Zwischenzeit. Der Schreibstil ist toll,sehr anschaulich und auch bedrückend. Die Kapitel sind nur wenige Seiten lang und immer aus einer anderen Perspektive geschrieben. Es gibt auch Zeitenwechsel in Form von "Damals" und "Jetzt". Diese fand ich jedoch manchmal etwas verwirrend,weil damals von ihrem leiblichen Kind Moses die Rede war,und in der Gegenwart von dem angespülten Jungen. Trotzdem hat es sich im Laufe des Buches sehr gut zusammengeflochten. Ein wirklich tolles Buch,das sehr atmosphärisch geschrieben und tolle Charaktere hatte. ⭐⭐⭐⭐| 5 Sternen

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5

So viel Gefühl!

Ein verlorenes Kind. Ein gefundenes Kind. Und eine Geschichte, die zu Herzen geht. Ein wundervolles Buch!

3.5

Zwischen Einsamkeit, Aberglauben und Verlust.

Ein stilles, atmosphärisch sehr dichtes Buch, das mich direkt in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte spielt auf der abgelegenen Insel Skerry vor der Küste Schottlands, um 1900. Im Mittelpunkt steht Dorothy, die als junge Frau von Edinburgh auf die Insel kam – mit einer schweren Vergangenheit im Gepäck und der Hoffnung auf einen Neuanfang. Doch Jahre später, nachdem ihr kleiner Sohn Moses spurlos verschwunden ist, wird erneut ein Junge leblos an den Strand gespült. Dieser neue Vorfall lässt nicht nur bei ihr alte Wunden aufbrechen, sondern erschüttert die gesamte Inselgemeinschaft. Erinnerungen, Misstrauen und Aberglaube machen erneut die Runde. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die ruhige, fast poetische Erzählweise. Die Autorin schafft es, die gedrückte Stimmung auf der Insel – die Einsamkeit, das Schweigen und all die unausgesprochenen Dinge – sehr eindringlich spürbar zu machen. Auch die Zeitsprünge zwischen Damals und Heute sind gelungen eingebaut und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Dorothy als Figur fand ich sehr nahbar – auch wenn ich sie zwischendurch gern geschüttelt hätte. Ihre Unfähigkeit, sich mitzuteilen oder Hilfe zuzulassen, war manchmal schwer auszuhalten. Aber es passt zu ihrer Vergangenheit. Ich konnte viel mit ihr mitfühlen, gerade weil sie so verschlossen ist und so sehr mit sich selbst kämpft. Auch Joseph, der stille, sehr liebenswerte Fischer, war für mich eine sehr gelungene Figur – ruhig, zuverlässig, mit einem großen Herzen. Dagegen war die Inselgemeinschaft oft schwer zu ertragen: viel Tratsch, Missgunst, Gerede hinter dem Rücken. Aber auch viel Leid, das vor allem Frauen still und hinter verschlossenen Türen ertragen. Beim Lesen war ich dankbar, in einer anderen Zeit geboren zu sein. Hier herrscht noch ein sehr rückständiges Denken, was die Rollen von Männern und Frauen betrifft. Was ich ebenfalls mochte, war, dass das Buch dezent mit dem Übernatürlichen spielt – Aberglaube, Geschichten von Findelkindern, von Kindern, die vom Meer geholt werden. Vieles bleibt lange im Unklaren, was ich sehr atmosphärisch fand. Man fragt sich immer wieder: Was ist real? Was sind nur Geschichten? Einen Punkt muss ich allerdings kritisch anmerken – und leider ist das auch der Grund, warum das Buch von mir nur 3,5 ⭐️ bekommt: Gegen Ende gibt es eine Darstellung, die bei mir einen unangenehmen Beigeschmack hinterlassen hat. Eine bestimmte Figur, die einer marginalisierten Gruppe angehört, wird so gezeichnet, dass es auf mich wirkte, als diene sie lediglich dazu, das Leid der Hauptfigur noch weiter zu verstärken – ohne selbst echte Tiefe oder Bedeutung zu erhalten. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich es leider nur so vage umschreiben. Insgesamt ist Das Geschenk des Meeres aber ein sehr stimmiger, gut geschriebener Roman über Verlust, Schweigen, Schuld und Zugehörigkeit – und darüber, wie ein einzelnes Ereignis einen Menschen für immer prägen können. *Unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar

5

tiefgreifend

"Das Geschenk des Meeres" legt sich mit seiner Geschichte schwer über die Schultern, fällt jedoch nicht zur Last. Wie vom immer wieder beschriebenen Meer wurde der Leser kraftvoll in die Geschichte hineingezogen. In diesem Buch geht es nicht um die große Schuldfrage, sondern um Selbstoffenbarung & Reflexion, sowie den ständigen Gang mit sich selbst ins Gericht - mit dem Ergebnis der eigenen Nachsicht. Ein fantastisches Buch über all die inneren Kämpfe der Individuen.

2.5

Ja, es ist eine tragische Lebensgeschichte. Aber für mich war es einfach nur grau und düster und deprimierend erzählt. Warum soll ich das lesen? Es hat mich nicht abgeholt und für schlechte Laune genügt die Tagesschau. Und irgendwelcher Erkenntnisgewinn hat sich für mich auch nicht ergeben.

5

Ein Schreibstil das Tiefe hat und so besonders ist.

Diese Geschichte ist so traurig und auch so ungerecht. Es ist ein tiefes leises Buch, aber so viel Präsenz. Kennt ihr, wenn man ein Buch so toll findet und es dann aber eher langsam liest und jedes Wort in sich aufnimmt und teilweise die Sätze wiederholt liest, weil es so gut geschrieben ist? Wahnsinn, das war bei mir so, mit diesem Buch.

Ein Schreibstil das Tiefe hat und so besonders ist.
5

So ein schönes Buch

Ein aussergewöhnliches Buch. Es gehört zu einem der besten Bücher, die ich je gelesen habe

4.5

Stimmiger Roman, gute Geschichte, tolle Figuren. Sicherlich kein hochliterarisches Werk, aber in seinem Genre absolut topp. Ich hab das Buch mit Gewinn und großem Vergnügen gelesen.

4

Ein leiser Roman über Verlust, Zugehörogkeit und die Kraft des Meeres Schon das stimmungsvolle Cover und der schön gestaltete Einband haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht – und mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. „Das Geschenk des Meeres“ ist ein stiller, poetischer Roman, der durch seine Atmosphäre, seine Figuren und seine Sprache berührt. Im Mittelpunkt steht Dorothy, eine junge Frau, die um 1900 ihre erste Stelle als Lehrerin im abgelegenen schottischen Küstenort Skerry antritt. Hier verbringt sie ihr weiteres Leben – sie heiratet, wird Mutter, wird von ihrem Mann verlassen und verliert auf tragische Weise ihren Sohn in einem nächtlichen Sturm ans Meer. Diese Verluste prägen nicht nur Dorothys Lebensweg, sondern auch ihr Verhältnis zur Dorfgemeinschaft, in der sie stets eine gewisse Außenseiterrolle einnimmt. Teils hat sie sich diese selbst auferlegt, teils wird sie ihr durch die starren sozialen Strukturen des Ortes zugewiesen. Der Roman ist vielstimmig erzählt und wechselt zwischen unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven, was anfangs etwas Orientierung verlangt. Doch es lohnt sich, dran zu bleiben: Nach und nach fügen sich die Erzählstränge ineinander und zeichnen ein dichtes Bild von Skerry und seinen Bewohnern. Besonders gelungen ist dabei die Darstellung des dörflichen Lebens um 1900 – mit all seinen Verpflichtungen, ungesagten Wahrheiten, dem Tratsch und den festgefahrenen Rollenbildern. Dorothy ist eine vielschichtige Figur: verletzlich, stolz, geprägt von Scham, Missverständnissen und Selbstzweifeln. Man möchte sie manchmal wachrütteln, so sehr steckt sie in ihrer Rolle fest. Und doch wirkt sie gerade deshalb authentisch – ein Mensch mit Ecken und Kanten, der lange braucht, um seinen Weg zu finden. Die Beziehung zwischen dem Fischer Joseph, der damals den Stiefel von Dorothys Sohn fand und der in der Gegenwart der Geschichte einen bewusstlosen Jungen am Strand findet, der offenbar angeschwemmt wurde, ist ein besonderes Element in diesem Buch und zieht sich durch die gesamte Geschichte. Auch er hat eine Art Außenseiterrolle in der Dorfgemeinschaft, aber auf andere Art und Weise und aus anderen Gründen. Was dem Buch eine besondere Tiefe verleiht, ist das Spiel mit Mythen, Legenden und dem Übersinnlichen. Immer wieder schwingt etwas Magisches mit, besonders in der Beziehung zwischen Dorothy und dem Jungen, der eines Tages ans Meeresufer gespült wird. Diese mystischen Elemente fügen sich wunderbar in die Atmosphäre des Romans ein und machen die Geschichte auf eine stille Art märchenhaft. Der Schreibstil ist ruhig, fast poetisch, und passt hervorragend zum Ton des Romans. Es geht nicht um große Dramen, sondern um die feinen, leisen Töne. Gerade gegen Ende entfaltet sich die Geschichte in einer berührenden Intensität – mit einem Schluss, der stimmig ist, aber dennoch nachhallt. Fazit: „Das Geschenk des Meeres“ ist ein feinfühliger Roman über Verlust, Zugehörigkeit und die Suche nach einem Platz im Leben. Wer ruhige, atmosphärische Geschichten mit viel Gefühl, Tiefe und einem Hauch von Magie liebt, wird hier ganz sicher fündig.

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4

Eine raue Küste und raue Zeiten bilden den Hintergrund dieser Geschichte. Nicht jedes Kind wird hier zum/zur Erwachsenen und auch später holt sich das Meer noch so Manchen. Es ist spätes 19. Jahrhundert als es die junge, verwaiste Lehrerin Dorothy aus Edingburgh an die schottische Küste verschlägt, in ein kleines Fischerdorf, dass ihr zum Schicksal werden soll. Doch wird es ihr auch zur Heimat? Diese Geschichte über Fremdheit und Verletzlichkeit, verlorene Lieben und verlorene Liebste, über einen nur nach außen rauen Menschenschlag hat mich sehr berührt. Der Erzählstil hat mich von Anfang an mitgenommen und ich möchte im Grunde fast alle Charaktere, die Frauen besonders. Aufmerksam gemacht auf das Buch hat mich vor allem das wunderschöne Cover. Für mich hat es sich gelohnt, sich davon verführen zu lassen.

5

Still, atmosphärisch und spannend

1900 - Dorothy ist für einen Neuanfang nach Skerry zurückgekehrt. Als eines Tages ein lebloser Junge ans Land gespült wird, reißen bei Dorothy und der Dorfgemeinschaft alte Wunden auf. Die Ähnlichkeit zwischen dem Jungen und Dorothys Sohn, welcher vor langer Zeit nachts ans Meer ging und nie wieder gesehen wurde, ist bedrückend groß. Warum war Joseph am Strand, als Dorothys Junge verschwand und auch, als der leblose Junge gefunden wird? Meine Meinung: Eine Geschichte, die für mich auf jeden Fall Highlightpotential hat. Erzählt wird in der Gegenwart und Vergangenheit - still, atmosphärisch und teils poetisch aber auch sehr spannend. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich Teil der Dorfgemeinschaft und konnte mich so gut in Dorothy hineinversetzen, auch wenn ich sie so oft gerne geschüttelt hätte. Die Geschichte handelt von unausgesprochenen Worten, Schuldgefühlen, Intrigen und verpassten Chancen, gibt aber auch Hoffnung und Vertrauen. Dorothy und Joseph sind klasse Protagonisten, aber auch die Dorfgemeinschaft ist sehr kontrastreich, wenn auch nicht symphatisch gezeichnet, denn hier herrschen vorwiegend Klatsch und Tratsch. Dennoch konnte mich auch hier der eine oder andere positiv überraschen. Es gab Plotttwists, die ich nicht erwartet habe. Ausserdem werden dezent Themen wie Mhyten und Aberglaube eingebunden, was mir richtig gut gefallen hat. Es passte perfekt zum stillen aber atmosphärischen Erzählstil. Das Ende ist gut aufgelöst und lässt einen hoffnungsvoll zurück. Eine stille aber intensive Geschichte, die lange nachhallt.

5

Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte. Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen Bahn gezogen. In einem kleinen Fischerdörfchen an der schottischen Küste wird ein kleiner Junge vom Meer an den Strand gespült - ein Ereignis, das wie ein Sturm in das Leben der Dorfbewohner fährt. Besonders für Dorothy, die Lehrerin die sich dem Jungen annimmt, bedeutet seine Ankunft weit mehr als nur ein außergewöhnliches Ereignis. Ihr eigenes, traumatisches Erlebnis liegt erst wenige Jahre zurück und ähnelt dem Schicksal des Jungen auf schmerzhafte Weise. Durch ihre kühle, entbehrungsreiche Kindheit geprägt, wirkt Dorothy oft zurückhaltend und unnahbar - etwas, das ihr die Menschen im Dorf nur allzu kritisch auslegen. Die Geschichte ist so eindringlich und bildhaft erzählt, dass ich mich der rauen Brandung, dem Wind und der melancholischen Stille des Küstenortes kaum entziehen konnte. Die Figuren wirken unglaublich echt: Ich habe Dorothys Schmerz gespürt, ebenso wie das leise Aufflammen ihrer Hoffnung. Auch Joseph, der Fischer, der den Jungen findet, hat mich bewegt - seine stille Stärke, seine Zweifel, seine unerwartete Verbundenheit zu Dorothy. Seine innere Zerissenheit hat mich sehr berührt. Gut gefallen hat mir auch die geschwätzige Damenrunde im Dorflädchen, allen voran Mrs. Smith, die mit ihrer ehrlichen, direkten und unverblümten Art immer wieder Wärme in die Geschichte bringt. Dieses Buch vereint die Gewalt der Natur mit der Zerbrechlichkeit menschlicher Emotionen. Es hat mich tief getroffen, mich gefesselt, mich zum Nachdenken gebracht- und es hat das Potential, mein persönliches Lesehighlight 2025 zu werden.

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5

Ich schmecke noch das Salz auf den Lippen

Was können Menschen alles aushalten. Welchen Schmerz...welche Lügen. Diese Geschichte ist sehr bildstark. Ich konnte mir dieses Ruhe schottische Fischerdorf sehr gut vorstellen. So rau wie das Dorf sind auch die Menschen. Doch Verlust ist das schlimmste was einem Menschen passieren kann.

3.5

Nicht mein Genre

Das Buch war okay. Ich habe es eher als zwischenmenschliches Drama als als Roman empfunden. Der Klappentext ging für mich eher in die Richtung Roman/Krimi, daher habe ich es gelesen, aber weit davon entfernt.

3

Ein Buch voller Emotionen, Leid und Kummer mit einer zarten Spur der tiefen Liebe 💔

"Wie viel leichter es ist, Wut zu spüren als diese furchtbare Schwäche." Ein Buch voller Emotionen, Leid und Kummer mit einer zarten Spur der tiefen Liebe 💔 Dorothy kommt als junge Lehrerin nach Kerry und tritt in diesem kleinen Fischerdorf ihre erste Stelle an. Endlich ein eigenes Heim, ein eigenes Einkommen und endlich frei! Doch von der eigenen Vergangenheit kann man sich nicht frei machen und vergangene Verletzungen bleiben die Narben der Gegenwart. Von ihrer eigenen, sittsamen und tugendhaften Stimme geleitet und der Stimme ihrer Mutter im Hinterkopf, tritt sie den alteingesessenen Bewohner*innen in ihren einfachen, doch komplexen Verhältnissen gegenüber und stößt auf Skeptik. Und sie stößt auf Joseph, den faszinierenden Fischer. Mich persönlich hat Dorothy als Protagonistin leider ganz lange nicht abholen können. Ja, traumatische Erfahrungen können einen kalt und abweisend machen, aber wenn ich in meiner Freizeit lese, möchte ich die Zeit mit liebenswürdigen Charakteren verbringen. Nach 100 entdeckte ich das erste Mal einen Zug an ihr, der mir sympathisch war und erst auf den letzten 100 Seiten wuchs sie mir eigentlich ans Herz. Auch die anderen Dorfbewohner*innen hatten komplexe, harte Vergangenheiten und waren mir trotz allem Mitleid und Verständnis für ihre Situation in ihrer Gesamtheit einfach zu passiv in ihrem Leid gefangen. Die beiden Jungs Taten mir das ganze Buch über einfach nur leid! Das Ende war ein Schönes, konnte die Sterne für mich jetzt aber nicht mehr in den Himmel befördern.

Ein Buch voller Emotionen, Leid und Kummer mit einer zarten Spur der tiefen Liebe 💔
5

Bewegende schottische Familiengeschichte

Bewegende schottische Familiengeschichte
4

Traurig aber schön

Die Geschichte von Dorothy und ihren beiden Jungs fand ich besonders. Wie Angst, Schmerz und das Ignorieren des Herzens das Leben beeinflussen können, fand ich traurig zu lesen. So viele verpasste Chancen (auf Glück) aber gleichzeitig so viele learnings, die man als Leser aus der Entwicklung von Dorothy und den Nebencharakteren mitnehmen konnte.

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