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Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein

3,3(29)
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Über das Buch

Frausein ist eine Daueraufgabe.

Geld, Energie, Zeit, Macht – von Frauen wird mehr verlangt.

Eine pointierte Analyse, die zeigt, wie es gerechter gehen könnte. Frauen verdienen weniger und zahlen mehr: für Produkte und Dienstleistungen, die speziell für Frauen vermarktet werden, für Menstruation und Verhütung, für Geburten und für Care Arbeit. Doch das ist längst nicht alles. Die patriarchalen Strukturen verlangen Frauen noch ganz andere Mehrkosten ab: Zeit, Einfluss, Energie. Diese Schieflage muss behoben werden.

Lea Joy Friedel analysiert die gesellschaftlichen Verhältnisse messerscharf und mit Humor, erzählt von Fallstricken, Erfolgen und vom Backlash. Sie wischt den Staub von den Strukturen und zeigt, was es braucht für eine faire Arbeitsteilung und eine gerechte Gesellschaft für alle.

Editionen (1)

ISBN9783701183494
VerlagLeykam
Erscheinungsdatum16.09.24
Seitenzahl368

Merkmale

1 Bewertungen

SchnellEinfachAnschaulichMinimalistischNachdenklichInformativ

Rezensionen & Bewertungen

29 Bewertungen

11 Rezensionen

3,3

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  • literaturentochter
    literaturentochter

    203 Follower

    5,0

    »Vielleicht geht es nicht darum zu versuchen, alte Systeme mit dem Flammenwerfer zu vernichten, um ein neues aufzubauen. Vielleicht geht es vielmehr darum, uns mit neuen Innovationen und Ideen progressiv aus einem System zu lösen, das in Zukunft nicht mehr alternativlos sein wird« (S. 216). In zehn Kapiteln beschreibt Lea Joy Friedel was es kostet eine Frau zu sein. Die Themen sind hierbei breit gestreut – es kostet Vielfalt, Selbstvertrauen, Geld, Autonomie, Identität, Gesundheit, Würde, Freiheit, Zeit und körperliche Unversehrtheit. Das Buch zeigt auf, dass Frauen durch unser kapitalistisches und patriarchales System benachteiligt werden. Dabei geht die Autorin immer wieder auf ihr eigenes Erleben ein. Sie bringt ihre Erfahrungen als Fallstudie ein und untermauert diese mit Zahlen und Fakten anderer Quellen. Die persönlichen Berichte von Lea Joy Friedel zu lesen sind krass und dienen auch der thematischen Ausrichtung des Buches. Für ihre Schilderungen möchte ich ihr mein Mitgefühl und meinen Respekt aussprechen. An vielen Stellen bin ich dankbar für ihre Offenheit und merke – ich bin mit manchen Themen nicht alleine, kein Einzelfall. Anderen Frauen ist das auch passiert und doch steht bei vielen Themen das Tabu an erster Stelle. Es wird Zeit, dass wir uns solidarisieren. Auch hier spricht die Autorin ein wichtiges Thema an und lässt die Leser:innenschaft an ihren Gedanken und Erfahrungen teilhaben: internalisierte Misogynie. Lea Joy Friedel reflektiert über ihre eigenen internalisierten misogynen Denkmuster und wie sie es geschafft hat, diese abzulegen. Das Buch liest sich wie ein Brennglas unserer Gesellschaft. Es reproduziert zwar die herrschende Meinung und einen erschreckenden Ist-Zustand, in dem wir uns befinden. Doch hier geht Lea Joy Friedel einen Schritt weiter und liefert nicht nur eine Aufzählung und Analyse unserer gesellschaftlichen Probleme, sondern zeigt auch umsetzbare Wege und somit Lösungen auf, wie wir uns verändern können. Ihre Empfehlungen sind durch ihre Recherche untermauert. Die Autorin nutzt auch hier Zahlen und Fakten, um beispielsweise auf Lösungsansätze, die in anderen Ländern erfolgreich genutzt werden, aufmerksam zu machen. Ihr Blick bleibt dabei stets kritisch: »In Spanien wurde 2023 als erstem europäischen Land ein gesetzlicher Menstruationsurlaub eingeführt. Was als feministischer Moment gefeiert wurde, kann jedoch auch zur Diskriminierung von Frauen führen« (S. 69). Ein sehr informatives Sachbuch, dass den richtigen Ton trifft. Lea Joy Friedel legt nicht nicht nur den den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft, sondern stellt auch konkrete Forderungen, denen wir als Privatpersonen nachkommen können und welche Stellschrauben auf institutioneller Ebene angepasst werden müssen! CN: körperliche und sexuelle Gewalt, Essstörungen, Gewalt im Kreissaal, Schwangerschaftsabbrüche und -verluste, Kindesmissbrauch, Femizide, Autoaggressionen.

    4. Okt. 2024

  • die_pepe
    die_pepe

    52 Follower

    2,0

    Wer eine gute Zielgruppe für dieses Buch ist? Ich denke: Jungmütter im konservativen Umfeld, die erstmals neugierig sind, patriarchale Gesellschaftsstrukturen in Frage zu stellen. Für wen sich es sich aus meiner Sicht nicht so gut eignet? Erstens für alle, die keine Mütter sind. Der Untertitel "Was es kostet, eine Frau zu sein" hat mich in die Irre geführt. Im Buch erfolgt eine permanente Gleichsetzung von Frauen und Müttern. Diese Gleichsetzung durch patriarchale Strukturen wird zwar mehrfach im Buch kritisiert, gleichzeitig aber weiter verfolgt. Zweitens für jene, die sich Theorie und Tiefe jenseits eines differenzfeministischen Ansatzes erwarten. Drittens für jene, die sprachsensibel sind. Beispiel gefällig? Der Begriff "Fehlgeburt" wird in einem Absatz kritisiert, weil er einen "Fehler" impliziert und stattdessen "Schwangerschaftsverlust" als Alternative vorgeschlagen. Warum dann in den folgenden Absätzen und Kapiteln weiterhin der Begriff "Fehlgeburt" verwendet wird, hat sich mir nicht erschlossen. Dennoch: Danke für den Denkanstoss zu "Schwangerschaftsverlust", das ist das einzige, was ich aus dem Buch neues mitnehme. Und viertens auch nicht für jene, die sich Lösungen oder zumindest Ideen für Lösungen erwarten. Der Titel hält, was er verspricht. Das Buch liefert eine Analyse des "Too much". Fazit: Ist also inhaltlich alles schlecht, was drin steht? Nein, das nicht. Aber es liest sich so, wie wenn ich einem Rant einer feministischen Mutter am Stammtisch zuhören würde. Da ist zwar viel Wichtiges, Richtiges und Nachvollziehbares drin, der Neuigkeitenwert bleibt aber für mich überschaubar.

    16. Dez. 2024

  • aniya
    aniya

    146 Follower

    2,0

    Ein Buch, das ich nicht gebraucht hätte. Viele Anekdoten, die man so oder so ähnlich schon zigfach gelesen hat - wobei ich viele Erfahrungen teile, grade was Gewalt angeht. Und ich wünsche mir natürlich, das wäre uns allen nicht passiert. Der Feminismus fühlt sich hier an wie vor 10 Jahren und ist ziemlich basic. Für mich war nichts Neues dabei, aber wenn man keine Berührungspunkte mit dem Thema hat und das zufällig das erste Buch ist, das man überhaupt dazu liest, mag es okay sein. Leider sind da aber auch so komische Anwandlungen drin. Zum Beispiel findet es die Autorin ja ganz schlimm, dass man “alter weißer Mann” als Abwertung benutzt. Sie tut so, als wäre uns das Patriarchat von irgendeiner diffusen Macht auferlegt worden und nun leiden die armen, armen Männer ganz doll. Dass sie sich das selbst eingebrockt haben und bis heute nicht loslassen wollen, lässt sie weg. Sie will außerdem nicht, dass Menschengruppen für alles verantwortlich gemacht werden und nennt dann unter anderem als Beispiele sowohl Arbeitslose als auch Reiche - als wäre das nur irgendwie vergleichbar. Als würden Reiche nicht Menschen, Tiere und Natur ausbeuten. Als würden sie nicht ihr Geld für Einflussnahme auf Politik und in manchen Fällen sogar zum Schaden der Demokratie (und Geschlechtergerechtigkeit!) nutzen. Es gibt auch so komische Sätze wie: “Ich rede hier bewusst von einem Faktor, der im Feminismus gerne ausgegrenzt wird: das Alter.” Welcher Feminismus soll das sein? In allem, was ich so konsumiere, ist das Alter immer wieder Thema, in Podcasts sogar mit special Folgen. Dass Frauen unsichtbar werden, wenn sie altern, habe ich an verschiedenen feministischen Stellen gehört und gelesen, wieder und wieder. Warum tut die Autorin also so, als wäre sie eine der Wenigen, die darüber schreibt? Die Frage ist halt auch, wie ernst ich es nehmen kann, The Kardashians oder The real Housewives of Beverly Hills als “hochwertige Dokumentationen” zu bezeichnen (hab nichts dagegen es zu mögen, aber dass das scripted ist und nur Ausgewähltes gezeigt wird, sollte allen klar sein). Da kommt dann auch immer wieder der Girl-Boss-Feminismus durch, der Frauen unkritisch für Reichtum feiert und allen anderen Neid unterstellt. Völlig weird, dass ich das 2024 noch lesen muss. “Es bringt niemandem etwas, wenn man als Frau arm bleibt, nur um nicht am System der Ungleichheit zu partizipieren - wir sind eh schon mittendrin.” Also erstmal sagt keiner, dass man arm bleiben muss, wenn man eine Möglichkeit raus hat. Trotzdem dachte ich immer, das Ziel ist der Umsturz des Systems. Stattdessen wird ordentlich gestichelt und die Neidkeule geschwungen, während Gier mal wieder ignoriert wird. Und dann spricht die Autorin später vom kapitalistisch vernebelten Feminismus… kann man sich nicht ausdenken. Ansonsten geht's noch um Schwanger- und Mutterschaft, Periode und Verhütung, Schwangerschaftsabbrüche, Gender-Pay-Gap, Tradwives, Gewalt… und obwohl viel Richtiges und Wichtiges dabei ist, habe ich auch das alles so schon oft und vor allem besser formuliert gelesen. Für mich gab es einfach keinen Mehrwert, was ich sehr schade finde. Aber noch was Lustiges: Verona Pooth (die im Buch erwähnt wird) bekommt von der Autorin einfach den Namen Veronica verpasst. Da musste ich schmunzeln. Und dann habe ich extra nachgeguckt, ob Verona vielleicht eine Abkürzung für Veronica ist, aber nein. Sie heißt wirklich so - benannt nach der italienischen Stadt, in der ihre Oma geboren wurde. Wie cool. Hab ich doch noch was gelernt. :)

    28. Sept. 2024

3 von 11 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

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angsthasi
angsthasi16. Sept. 2025

Hier wirds ja so dargestellt als ob Menstruationstassen beschämend sind und nicht von der Stärke einer Frau sprechen weil man es ja bezahlt hat...weiß nicht. Allgemein find ich das Buch jetzt gerade nicht so super zumal hier der ,,alte weiße Mann"als schlecht dargestellt wird. Fakt ist aber das der alte weiße Mann eben für das Patriarchale System verantwortlich ist weil diese Menschen mit am privilegiertesten sind. Schade das man das so verherrlicht und verharmlost obwohl gerade Frauen darunter leiden. Ja Männer auch das stimmt, dennoch ist die Anzahl der Frauen unter diesem System größer. Aber schön das auch über Männer gesprochen wird obwohl es ja heißt ,,Was es kostet eine Frau zu sein" Dann wäre der Titel,,Das leiden von Frauen und Männern im Patriarchalen System" besser gewesen.

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Autorin / Autor

Über Lea Joy Friedel

Lea Joy Friedel, Jahrgang 1993, studierte soziale Arbeit und Musikpädagogik. Nach dem Studium entschied sie sich, hauptberuflich zu schreiben und veröffentlichte als freie Journalistin politische Beiträge für VICE und diverse feministische Blogs. Zu größerer Bekanntheit kam sie durch ihren politischen Aktivismus und mehrfache Kandidaturen für den deutschen Bundestag und das Berliner Abgeordnetenhaus. Seit 2020 lebt sie in Athen.

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