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»Vielleicht geht es nicht darum zu versuchen, alte Systeme mit dem Flammenwerfer zu vernichten, um ein neues aufzubauen. Vielleicht geht es vielmehr darum, uns mit neuen Innovationen und Ideen progressiv aus einem System zu lösen, das in Zukunft nicht mehr alternativlos sein wird« (S. 216). In zehn Kapiteln beschreibt Lea Joy Friedel was es kostet eine Frau zu sein. Die Themen sind hierbei breit gestreut – es kostet Vielfalt, Selbstvertrauen, Geld, Autonomie, Identität, Gesundheit, Würde, Freiheit, Zeit und körperliche Unversehrtheit. Das Buch zeigt auf, dass Frauen durch unser kapitalistisches und patriarchales System benachteiligt werden. Dabei geht die Autorin immer wieder auf ihr eigenes Erleben ein. Sie bringt ihre Erfahrungen als Fallstudie ein und untermauert diese mit Zahlen und Fakten anderer Quellen. Die persönlichen Berichte von Lea Joy Friedel zu lesen sind krass und dienen auch der thematischen Ausrichtung des Buches. Für ihre Schilderungen möchte ich ihr mein Mitgefühl und meinen Respekt aussprechen. An vielen Stellen bin ich dankbar für ihre Offenheit und merke – ich bin mit manchen Themen nicht alleine, kein Einzelfall. Anderen Frauen ist das auch passiert und doch steht bei vielen Themen das Tabu an erster Stelle. Es wird Zeit, dass wir uns solidarisieren. Auch hier spricht die Autorin ein wichtiges Thema an und lässt die Leser:innenschaft an ihren Gedanken und Erfahrungen teilhaben: internalisierte Misogynie. Lea Joy Friedel reflektiert über ihre eigenen internalisierten misogynen Denkmuster und wie sie es geschafft hat, diese abzulegen. Das Buch liest sich wie ein Brennglas unserer Gesellschaft. Es reproduziert zwar die herrschende Meinung und einen erschreckenden Ist-Zustand, in dem wir uns befinden. Doch hier geht Lea Joy Friedel einen Schritt weiter und liefert nicht nur eine Aufzählung und Analyse unserer gesellschaftlichen Probleme, sondern zeigt auch umsetzbare Wege und somit Lösungen auf, wie wir uns verändern können. Ihre Empfehlungen sind durch ihre Recherche untermauert. Die Autorin nutzt auch hier Zahlen und Fakten, um beispielsweise auf Lösungsansätze, die in anderen Ländern erfolgreich genutzt werden, aufmerksam zu machen. Ihr Blick bleibt dabei stets kritisch: »In Spanien wurde 2023 als erstem europäischen Land ein gesetzlicher Menstruationsurlaub eingeführt. Was als feministischer Moment gefeiert wurde, kann jedoch auch zur Diskriminierung von Frauen führen« (S. 69). Ein sehr informatives Sachbuch, dass den richtigen Ton trifft. Lea Joy Friedel legt nicht nicht nur den den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft, sondern stellt auch konkrete Forderungen, denen wir als Privatpersonen nachkommen können und welche Stellschrauben auf institutioneller Ebene angepasst werden müssen! CN: körperliche und sexuelle Gewalt, Essstörungen, Gewalt im Kreissaal, Schwangerschaftsabbrüche und -verluste, Kindesmissbrauch, Femizide, Autoaggressionen.

4. Okt. 2024
»Vielleicht geht es nicht darum zu versuchen, alte Systeme mit dem Flammenwerfer zu vernichten, um ein neues aufzubauen. Vielleicht geht es vielmehr darum, uns mit neuen Innovationen und Ideen progressiv aus einem System zu lösen, das in Zukunft nicht mehr alternativlos sein wird« (S. 216). In zehn Kapiteln beschreibt Lea Joy Friedel was es kostet eine Frau zu sein. Die Themen sind hierbei breit gestreut – es kostet Vielfalt, Selbstvertrauen, Geld, Autonomie, Identität, Gesundheit, Würde, Freiheit, Zeit und körperliche Unversehrtheit. Das Buch zeigt auf, dass Frauen durch unser kapitalistisches und patriarchales System benachteiligt werden. Dabei geht die Autorin immer wieder auf ihr eigenes Erleben ein. Sie bringt ihre Erfahrungen als Fallstudie ein und untermauert diese mit Zahlen und Fakten anderer Quellen. Die persönlichen Berichte von Lea Joy Friedel zu lesen sind krass und dienen auch der thematischen Ausrichtung des Buches. Für ihre Schilderungen möchte ich ihr mein Mitgefühl und meinen Respekt aussprechen. An vielen Stellen bin ich dankbar für ihre Offenheit und merke – ich bin mit manchen Themen nicht alleine, kein Einzelfall. Anderen Frauen ist das auch passiert und doch steht bei vielen Themen das Tabu an erster Stelle. Es wird Zeit, dass wir uns solidarisieren. Auch hier spricht die Autorin ein wichtiges Thema an und lässt die Leser:innenschaft an ihren Gedanken und Erfahrungen teilhaben: internalisierte Misogynie. Lea Joy Friedel reflektiert über ihre eigenen internalisierten misogynen Denkmuster und wie sie es geschafft hat, diese abzulegen. Das Buch liest sich wie ein Brennglas unserer Gesellschaft. Es reproduziert zwar die herrschende Meinung und einen erschreckenden Ist-Zustand, in dem wir uns befinden. Doch hier geht Lea Joy Friedel einen Schritt weiter und liefert nicht nur eine Aufzählung und Analyse unserer gesellschaftlichen Probleme, sondern zeigt auch umsetzbare Wege und somit Lösungen auf, wie wir uns verändern können. Ihre Empfehlungen sind durch ihre Recherche untermauert. Die Autorin nutzt auch hier Zahlen und Fakten, um beispielsweise auf Lösungsansätze, die in anderen Ländern erfolgreich genutzt werden, aufmerksam zu machen. Ihr Blick bleibt dabei stets kritisch: »In Spanien wurde 2023 als erstem europäischen Land ein gesetzlicher Menstruationsurlaub eingeführt. Was als feministischer Moment gefeiert wurde, kann jedoch auch zur Diskriminierung von Frauen führen« (S. 69). Ein sehr informatives Sachbuch, dass den richtigen Ton trifft. Lea Joy Friedel legt nicht nicht nur den den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft, sondern stellt auch konkrete Forderungen, denen wir als Privatpersonen nachkommen können und welche Stellschrauben auf institutioneller Ebene angepasst werden müssen! CN: körperliche und sexuelle Gewalt, Essstörungen, Gewalt im Kreissaal, Schwangerschaftsabbrüche und -verluste, Kindesmissbrauch, Femizide, Autoaggressionen.
4. Okt. 2024








