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FRAUEN LITERATUR

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Über das Buch

»Banal, kitschig, trivial« – wenn wir Schriftstellerinnen weiter abwerten, verpassen wir das Beste!

Sollte das Geschlecht des Schreibenden eine Rolle spielen bei der Lektüreauswahl? Natürlich nicht, würden wohl die meisten sagen. Und doch werden literarische Werke von Frauen seltener verlegt, besprochen und mit Preisen versehen. Das muss ein Ende haben. Nicole Seifert liefert das Buch zur Debatte – klug, fundiert und inspirierend.

Banal, kitschig, trivial – drei Adjektive, mit denen das literarische Schaffen von Frauen seit Jahrhunderten abgewertet wird. Während Autoren tausende von Seiten mit Alltagsbeschreibungen füllen und dafür gefeiert werden, wird Schriftstellerinnen, die Ähnliches unternehmen, Befindlichkeitsprosa vorgeworfen. Nicole Seifert ist angetreten, die frauenfeindlichen Strukturen im Literaturbetrieb aufzuzeigen. Denn von vielen von Frauen verfassten Büchern hören wir erst gar nicht, weil Zeitungs-, Radio- und Fernsehredaktionen und noch davor Buchverlage eine entsprechende Vorauswahl treffen. Vom Deutschunterricht bis zum Germanistikstudium ist der Autorinnenanteil noch immer verschwindend gering, und so lernen wir von Anfang an: Was literarisch wertvoll ist, stammt von Männern. Nachdem Nicole Seifert drei Jahre lang ausschließlich Literatur von Frauen – Klassiker wie Zeitgenössisches, Bekanntes wie Unbekannteres – gelesen hat, ist klar: Die vielbeschworene »Qualität« ist nicht das Problem. Im Gegenteil: Wir verpassen das Beste, wenn wir in unseren Bücherregalen nicht endlich eine Frauenquote einführen.

Editionen (2)

ISBN9783462002362
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum09.09.21
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

272 Bewertungen

59 Rezensionen

4,5

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  • missyliest
    missyliest

    313 Follower

    5,0

    Obwohl ich dieses Jahr mehr Bücher von Frauen als von Männern gelesen habe, kommt mir das nach der Lektüre von "Frauenliteratur" nicht genug vor. Während in den USA sowohl die Universitäten als auch der Literaturbetrieb schon vor Jahrzehnten begonnen haben, verschwundene Texte von Frauen und people of colour wiederzuentdecken und Aufmerksamkeit zu schenken, sind es im deutschsprachigen Raum nur einzelne Verlage, die sich dieser Thematik widmen. Dieses Buch von Nicole Seifert empfinde ich als sehr wichtig, denn es ruft dazu auf, Strukturen im Literaturbetrieb zu verändern, denn nur so haben die Lesenden mehr Auswahl und nur so werden ignorierte Autor*innen sichtbar. Sehr interessant fand ich auch das Kapitel, in dem es darum geht, ob es weibliches Schreiben überhaupt gibt. Dort arbeitet Seifert bestimmte Motive und Themenbereiche heraus, die sich in Texten von Frauen wiederholen. Hier hatte ich mehrere Aha-Effekte. Dieses gut lesbare Sachbuch kann ich wärmstens empfehlen. Also: wer noch ein Weihnachtsgeschenk für jemanden sucht.... gefunden!!! 😉

    15. Dez. 2024

  • patyiokien
    patyiokien

    26 Follower

    5,0

    Absolutes Lebenshighlight

    Für alle Literaturliebhaber*innen und (Sachliteratur-) Leseratten ein absolutes Muss. Wer in seinem Germanistikstudium nicht über dieses Buch stolpert, sollte die Uni wechseln

    12. Apr. 2025

  • littera
    littera

    116 Follower

    4,0

    Nicole Seifert räumt in ihrem Sachbuch „Frauenliteratur: Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt“ gründlich mit Vorurteilen auf. Das Buch ist extrem leicht zu lesen und verzichtet erfreulicherweise auf trockenes „Fachchinesisch“, sodass man sofort in die Materie eintaucht. Seifert beleuchtet, warum das Wort „Frauenliteratur“ oft abwertend für Triviales gebraucht wird und warum der klassische Bildungskanon zu 90 % aus Männern besteht. Sie entlarvt das Argument, Frauen hätten früher kaum oder nur „Hausfrauengewäsch“ geschrieben, als schlichte Unwahrheit und zeigt auf, wie bewusst Autorinnen aus der Wahrnehmung gedrängt wurden. Besonders wertvoll sind die vielen erwähnten Klassiker und die Leseliste im Anhang, die eine Bühne für vergessene Werke bietet. Auch die Literaturkritik und die Verlagsbranche bekommen hier ihr Fett weg. Einzig die Unterhaltungslektüre, oft abfällig als „Chick-lit“ bezeichnet, hat mir in der Analyse gefehlt. Hier hätte ich mir ein Extra Kapitel gewünscht. Dennoch ist dieses Werk eine uneingeschränkte Empfehlung für alle, die sich für Feminismus und die Mechanismen der Buchbranche interessieren.

    19 Stunden vor

3 von 59 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Nicole Seifert

Nicole Seifert ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und gelernte Verlagsbuchhändlerin und arbeitet als Übersetzerin und Autorin. Ihr Buch »FrauenLiteratur. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt« erschien 2021 und löste eine Debatte über weibliches Schreiben aus. Nicole Seifert ist Mitherausgeberin der Reihe »rororo Entdeckungen«, in der Romane unbekannter Autorinnen des 20. Jahrhunderts (wieder)veröffentlicht werden. Zuletzt erschien von ihr bei Kiepenheuer & Witsch »Einige Herrren sagten etwas dazu. Die Autorinnen der Gruppe 47«.

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