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Gegen Frauenhass

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Über das Buch

„Alle, wirklich alle Frauen können betroffen sein. Und alle, wirklich alle Männer können Täter sein.“ Die Rechtsanwältin Christina Clemm zeigt, wie allgegenwärtig die Gewalt gegen Frauen ist, und was wir verändern müssen – politisch wie privat. Lisa M. trifft Mirko im Studium. Sie verlieben sich, streiten kaum. Dann wird sie schwanger, sie ziehen zu seiner Mutter, haben bald drei Kinder. Eine Familie wie im Bilderbuch, wäre da nicht seine Wut. Anfangs muss Lisa die Hämatome noch verstecken, mit der Zeit wird er zielsicherer. Sie versucht zu fliehen, doch vergeblich. Christina Clemm ist Strafverteidigerin, sie hat hunderte Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt vertreten. Und sie ist wütend – weil in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau von ihrem (Ex-)Partner umgebracht wird. Weil Frauen beim Arzt, in der Arbeit und auf offener Straße Gewalt erleben und niemand etwas dagegen tut. Warum nicht? Ist es Unkenntnis, Hilflosigkeit, Desinteresse? Oder liegt dem Ganzen ein tief verwurzelter Frauenhass zugrunde? Christina Clemm führt uns durch die Spirale patriarchaler Gewalt und zeigt, was getan werden muss.

Editionen (2)

ISBN9783446277311
VerlagHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum04.09.23
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

218 Bewertungen

46 Rezensionen

4,8

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  • fruggielicious
    fruggielicious

    2693 Follower

    5,0

    TW versteht sich von selbst, lesenswert für alle ❤️

    Inhalt und Meinung Wirklich ein Must Read (sage ich nie, aber hier stimmt es) und darum geht es genau: "Alle, wirklich alle Frauen können betroffen sein. Und alle, wirklich alle Männer können Täter sein." Die Rechtsanwältin Christina Clemm zeigt, wie allgegenwärtig die Gewalt gegen Frauen ist, und was wir verändern müssen - politisch wie privat. Nachdem zunächst eingegrenzt wird, wer alles unter den Term „Frau“ / „Mann“ fällt, stellt Frau Clemm direkt einen sehr erschütternden echten Fall von Gewalt gegen Frauen vor. Im Verlauf des Buchs kehrt sie auch immer wieder zur vom Partner ermordeten Lisa zurück (Namen geändert). Ansonsten ist der Schreibstil sehr fließend, es ist spannend auf eine schlimme Art und Weise. Jedenfalls liest man ziemlich atemlos. Die Autorin stellt Statistiken vor, spricht mit Experten, stellt Betroffene vor und ganz wichtig: an sehr vielen Stellen zeigt sie auf, wie jedeR einzelne helfen kann und jedeR mit dem Thema zu tun hat. Das Buch hat mich sehr mitgenommen und ich habe viel dazu gelernt. Vor allem niemals wegzuschauen und die Thematik nicht als etwas zu betrachten, was „Anderen“ passiert und man selbst kann einfach gemütlich leben, weil es einem nicht selbst widerfahren ist. Schreibe Euch noch Zitate in die Kommentare. Sehr große Leseempfehlung! Highlight! 5/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️❤️

    TW versteht sich von selbst, lesenswert für alle ❤️

    7. Sept. 2024

  • bea777
    bea777

    484 Follower

    5,0

    Das Buch macht so wütend! Aber Solidarität ist unsere Waffe!!! Zitat: S. 208

    Während ich dieses Buch lese wird ein sehr bekannter ehemaliger Fußballnationalspieler verwarnt und zu einer Geldstrafe unter Vorbehalt verurteilt. Das belegt die Schilderungen der Autorin zum Thema Rechtsstaatlichkeit in Bezug auf sexualisierte Gewalt so deutlich, dass man laut Aufschreien möchte, wenn man liest er sei kein "notorischen Frauenschläger". Ab wann ist man das denn? Das Opfer wird mit diesem Urteil im Nachgang noch verhöhnt. Das Buch hat mir in vielen Dingen neue Perspektiven eröffnet, auch wenn nicht alles neu war. Fakt ist, ich werde mit einem anderen Blick durch die Welt gehen, genauer Hinsehen und mich solidarisch mit allen Frauen und non-binären Personen zeigen. Von meiner Seite eine große Leseempfehlung an ALLE!

    22. Juli 2024

  • kerstinberlin
    kerstinberlin

    98 Follower

    5,0

    Schwer und teilweise unerträglich zu hören

    „Alle, wirklich alle Frauen können betroffen sein. Und alle, wirklich alle Männer können Täter sein.“ Die Rechtsanwältin Christina Clemm zeigt, wie allgegenwärtig die Gewalt gegen Frauen ist, und was wir verändern müssen – politisch wie privat. Und wie oft den Frauen einfach nicht geglaubt wird oder sie vielleicht einfach selbst schuld sind. So lange Männer nicht lernen ihren Frust anders loszuwerden und nicht an anderen körperlich auszulassen wird sich nichts ändern. Oder die Einstellung, sich von der Frau nehmen zu können, was mann will. In meiner Kindheit musste ich nicht nur einmal erleben wie mein Stiefvater gegen meine Mutter handgreiflich wurde. Diese Erinnerungen werden mich nie verlassen. Das Buch macht einen fertig. Lest es bitte aber trotzdem.

    7. Apr. 2026

3 von 46 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 8533%
ya_na
ya_na25. März 2026

Hier wird gesagt, dass zwar mit den Opfern, aber selten mit den Tätern gesprochen wird oder diese nicht konfrontiert werden aufgrund dessen, dass es zu unangenehm, eine zu große Einmischung oder ein zu großes Tabu wäre. Ich dachte bisher immer, dass es nicht ratsam wäre, die Täter direkt zu konfrontieren, da diese sonst noch gewalttätiger werden und ihre Wut noch extremer an den Opfern "auslassen" könnten. Hat jemand mehr Informationen dazu, was in solch einer Situation geraten wird? Um aktiver zu werden, ohne aber die Sicherheit der Betroffenen aufs Spiel zu setzen?

Autorin / Autor

Über Christina Clemm

Christina Clemm, geboren 1967, ist Rechtsanwältin für Straf-und Familienrecht in Berlin. Seit fast dreißig Jahren vertritt sie Opfer geschlechtsspezifischer und rassistisch motivierter Gewalt. 2020 erschien ihr Buch "Akteneinsicht – Geschichten von Frauen und Gewalt", zuletzt ihre Streitschrift "Gegen Frauenhass" bei Hanser Berlin (2023).

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