Blick ins Buch

Romane

Heiligenbilder und Heuschrecken

3,9(75)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Ein abgelegenes Dorf in Südspanien: Eine Enkelin und ihre Großmutter leben in einfachsten Verhältnissen im alten Haus der Familie - mit Unbehagen beäugt von den restlichen Dorfbewohnern. Denn sie scheinen in einer unheimlichen Verbindung zu stehen mit dem Haus und den Seelen seiner Verstorbenen.

Dann verschwindet der Sohn der mächtigsten Familie des Ortes, unter Aufsicht der Enkelin. Nur ein Zufall? Bald schon fällt der Verdacht auf die beiden Frauen.

Eine feministische Rachegeschichte in der spanischen Provinz - rau im Ton, geschliffen in der Sprache und mit einem Schuss magischem Realismus.

Editionen (1)

ISBN9783847901655
VerlagEichborn
Erscheinungsdatum31.05.24
Seitenzahl160

Merkmale

1 Bewertungen

MittelMittelUngewöhnlichGlaubwürdigEntwickelndVielschichtig

Rezensionen & Bewertungen

75 Bewertungen

21 Rezensionen

3,9

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  • _butterblume_
    _butterblume_

    594 Follower

    3,0

    "Meiner Enkelin hätte ich auch mehr als einmal eine mit dem Absatz mitgeben sollen. Oder eine schöne Backpfeife. Ich hätte ihr das, was in ihr ist, rausreißen müssen, bevor es Wurzeln schlagen und sich in ihren Eingeweiden einnisten konnte." "Niemand kommt von hier weg, und die, die es doch schaffen, die kommen am Ende zurück." "In diesem Haus leben die Toten zu lange und die Lebenden zu kurz. Die dazwischen hängen, wie wir, tun weder das eine noch das andere. Das Haus lässt uns nicht sterben, und woanders leben können wir auch nicht." Ich weiß noch gar nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Es waren mir einfach zu viele Geister und Tote in allen Ecken des Hauses und zu wenig Geschichte, vieles wiederholt sich. Irgendwie bedrückend, mich hat diese Atmosphäre teilweise runtergezogen. Die Sprache ist sehr einfach und roh, was aber zur Stimmung des Buches passt. Das war einfach nicht mein Buch, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, es gibt ja viele begeisterte Stimmen dazu.

    10. Okt. 2024

  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    400 Follower

    4,5

    HEILIGENBILDER UND HEUSCHRECKEN Layla Martínez „Die Schatten hier im Haus, die kann ich auch sehen. Ich sehe, wie sie sich über die Treppe und durch die Flure schleppen, wie sie übers Dach krauchen, hinter Türen lauern. Das ganze Haus ist voll mit ihnen.“ (S. 33) In dem kleinen südspanischen Dorf wohnt die Enkelin mit ihrer Großmutter und allen Geistern. Einige der Geister sind bereits seit dem Bau des Hauses da, andere zogen erst später ein. In den drei Kriegsjahren und den vierzig Nachkriegsjahren beschützten diese das Haus. Die Nachbarn halten die Enkelin und die Großmutter für verrückt, gleichzeitig sind sie auf der Hut vor ihnen, denn Ihnen werden teuflische Magie unterstellt. Ehemänner hat es mal in dem Haus gegeben, aber diese verstarben früh, das Haus hatte sie vertrocknet. Doch nun ist die Enkelin in Verruf geraten. Der Sohn einer reichen Familie ist verschwunden und ausgerechnet die Enkelin war diejenige, die fürs Hüten bezahlt wurde. Die Polizei verhaftet sie und das Dorfgerede ist groß … Ein Buch, das sich nur schwer in Worte fassen lässt: Magisch, unheimlich – vielleicht auch ein wenig skurril. Die derbe Sprache der Enkelin will oft nicht so recht zur feinen, fast poetischen Geschichte passen, die sich in dem Buch verbirgt. Die körperliche Züchtigung des Personals scheint anachronistisch – und doch befinden wir uns in der Gegenwart, wie das Smartphone der Enkelin verdeutlicht. Trotzdem: eine kraftvolle, feministische Erzählung! Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber mich hat dieses Buch gefesselt – und ich habe den Stimmen der Geister gerne gelauscht. 4½/5

    16. Apr. 2025

  • julsico
    julsico

    77 Follower

    5,0

    Im unheiligen Haus

    In einem kleinen Dorf, in einem Haus, das von den meisten Menschen gemieden wird, betet man zu den Heiligen aber versteckt die Teufel unter dem Bett und im Schrank. Es gibt einfach nichts, was an diesem Roman nicht herausragend wäre. Die sich gegenseitig ergänzenden Blickwinkel der im Haus lebenden Großmutter und ihrer Enkelin waren durch ihren derben und authentischen Ton einerseits humorvoll und andererseits bitterböse. Merkwürdige Ereignisse aus Vergangenheit und Gegenwart bilden dabei am Ende ein großes Ganzes und üben auf intelligente und außergewöhnliche Weise Kritik an Klassismus und sozialen Schieflagen der Gesellschaft, die nur das Schlechteste aus den Menschen presst, bis diese selbst nur noch eine Hülle sind. Doch vor allem das zentrale Element des Romans, das Haus, versprüht einen so atmosphärischen Grusel, dass das man gar nicht mehr unter das eigene Bett schauen möchte. Gleichzeitig lassen sich viele der magischen Elemente metaphorisch deuten und sind damit kein Mittel zum Zweck, sondern hohe literarische Kunst. Nichts wurde hier dem Zufall überlassen und somit ist dieser Roman definitiv ein Jahreshighlight.

    6. Apr. 2025

3 von 21 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Layla Martínez

Layla Martínez, geboren 1987 in Madrid, ist Autorin zahlreicher Erzählungen und Artikel, die in diversen Anthologien erschienen sind. Sie arbeitet als Übersetzerin und schreibt über Musik in El Salto und über Serien und das Fernsehen in La Última Hora. Seit 2014 ist sie Teil des Leitungsteams des Indie-Verlags Antipersona.

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