Blick ins Buch

Romane

Reichskanzlerplatz

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Über das Buch

»Ein furchtloser Roman über Mittäterschaft und darüber, wie aus dem kleinen Bösen das große Böse wächst. Kann man denn über das ›Dritte Reich‹ erzählen? Die Frage wird oft gestellt, nicht zu Unrecht. Nora Bossong beantwortet sie mit diesem großartigen Buch, indem sie es tut – vielschichtig, besonnen und erbarmungslos.« Daniel Kehlmann

Als Hans die junge und schöne Stiefmutter seines Schulfreunds Hellmut Quandt kennenlernt, ahnt er noch nicht, welche Rolle Magda in seinem Leben spielen wird, für ihn persönlich, aber auch Jahre später als fanatische Nationalsozialistin und Vorzeigemutter des »Dritten Reichs«. Noch ist die Weimarer Republik im Aufbruch und Hans so heftig wie hoffnungslos in Hellmut verliebt. Doch nach einem Unglücksfall beginnen Hans und Magda eine Affäre, von der sie sich Trost und Vorteile versprechen: Sie will aus ihrer Ehe ausbrechen, er seine Homosexualität verbergen. Erst als Magda Joseph Goebbels kennenlernt und der NSDAP beitritt, kommt es zwischen Hans und ihr zum Bruch. Während Magda mit ihren Kindern bald in der Wochenschau auftritt, gerät Hans zunehmend in Gefahr. Ein Roman, der über zwanzig Jahre den Weg zweier Menschen und eines Landes erzählt, der nicht unausweichlich war.

Nora Bossong zeichnet in ihrem neuen Roman das intensive Porträt der Frau, die Magda Goebbels wurde, und ihres jungen Liebhabers. Zwei Menschen in der Maschinerie der historischen Ereignisse, unterschiedlich verstrickt, unterschiedlich schuldig geworden. Auch an sich selbst.

Editionen (4)

ISBN9783518431900
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum14.08.24
Seitenzahl296

Merkmale

1 Bewertungen

MittelGlaubwürdigMittelEntwickelndVerstörendNachdenklich

Rezensionen & Bewertungen

496 Bewertungen

100 Rezensionen

3,6

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  • lesemaja
    lesemaja

    1283 Follower

    3,0

    Leider hat mich das Buch nicht so sehr gefesselt wie erhofft . Die Kapitel waren zwar perfekt in Sinnabschnitte gegliedert , dennoch waren ab und an ( Gedanken - ) Sprünge enthalten, bei denen ich erstmal überlegen musste , wie die hier rein passten. Auch passte der Klappentext nicht soooo ganz zum Inhalt. Ja, Magda Goebbels spielte eine Rolle, dennoch war es eher ein Ausschnitt aus dem Leben des Hans Kesselbachs , der , in der Oberschicht geboren, schon in jungen Jahren seine Homosexualität entdeckte und während der NS - Zeit ein Spießrutenlauf zwischen seinem bürgerlichen Beamtentum und seiner Sexualität erlebte. Magda Goebbels ist für mich in diesem Roman eher eine Randfigur . Viele historische Ereignisse werden als beiläufige Kommentare in diesem Buch eingeworfen und so habe ich das Buch immer mal wieder weg legen müssen, um diese nachzuschlagen . Es kratzt für mich auch nur an der Fassade an Mittäterschaft oder Schuldhaftigkeit.

    19. Apr. 2026

  • dorothee.b
    dorothee.b

    259 Follower

    4,0

    Die Deutschen haben die Demokratie so schnell vergessen wie eine Vokabel aus ihrer Schulzeit. Dieses Zitat fasst für mich das zusammen, worum es in dem Buch von Nora Bossong geht. Den Klappentext finde ich irreführend, denn es geht für mich nicht um ein Portrait von Magda Goebbels. Für mich geht es in dem Buch viel mehr darum, wie „beiläufig“ der Nationalsozialismus in ganz kleinen Schritten in den 1920er Jahren gesellschaftsfähig wurde, und wie es dann nach der Machtergreifung 1933 weiter ging. Wie die Menschen damit umgegangen sind wird exemplarisch an dem Leben einzelner Menschen gezeigt, wie Hans, der sich anpasst, wobei es bei ihm auch darum geht, seine Homosexualität zu verbergen. Magda Goebbels geht einen anderen Weg, und noch einen anderen geht Karl, der als Sozialdemokrat in der Schweiz Asyl findet. Ein eindringliches Buch, vor allem vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in Deutschland, den USA und anderen Ländern. Ich hoffe, dass das Zitat oben nicht wieder Wirklichkeit wird.

    26. Apr. 2026

  • bea777
    bea777

    483 Follower

    3,5

    Die Deutschen haben die Demokratie so schnell vergessen wie eine Vokabel aus ihrer Schulzeit

    Dieses Zitat aus dem Buch hat auch heute Gültigkeit. Die Parallelen aus den 1930er Jahren zu unserer heutigen Zeit fand ich beängstigend. Nora Bossong gibt Hans, dem jungen Geliebten von Magda Goebbels eine Stimme. Zu der Zeit des Verhältnisses zu Hans war sie noch die Stiefmutter von Hans besten Freund und seiner heimlichen und wirklichen Liebe Hellmuth. Sie trug zu dieser Zeit noch den Namen Quandt. Mit der Beziehung zu Joseph Goebbels endete auch die Liebelei mit Hans, die von keinem der beiden als ernsthaft betrachtet wurde. Hans macht als Diplomat seinen Weg im Deutschen Reich und wird nach Norditalien versetzt. Er hat immer mal wieder Kontakt zu Magda, der es in der Beziehung zu Goebbels nicht gut geht. Ihre Begeisterung für den Nationalsozialismus war dennoch ungebrochen. Hans versucht in der Zeit unauffällig zu bleiben, heiratet, obwohl er eigentlich auf Männer steht und hält sporadisch Kontakt zu seinem Kameraden Karl der eine andere politische Meinung vertritt. Das Buch stellt wichtige Fragen nach Mittäterschaft durch das Wegschauen und Leugnen offensichtlicher Verbrechen am jüdischen Volk. Dennoch konnte es mich nicht ganz packen, was vor allem am Erzählstil lag. Das man nicht viel neues über das Leben von Magda Goebbels erfährt - eine häufige Kritik an dem Buch - stimmt, hat mich aber nicht gestört. Die verschiedenen Anspielungen auf historische Ereignisse musste ich googeln.

    25. Apr. 2025

3 von 100 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 5519%
bea777
bea77722. Apr. 2025

Der Erzählstil ist sehr flüssig. Ich bin gut rein gekommen.

Seite 19867%

1 Kommentar verdeckt

Seite 295100%

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Autorin / Autor

Über Nora Bossong

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, schreibt Lyrik, Romane und Essays, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde, zuletzt mit dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis. Nora Bossong lebt in Berlin.

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