Blick ins Buch

Romane

Russische Spezialitäten

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Über das Buch

Bittersüß und zutiefst politisch schreibt Dmitrij Kapitelman in seinem neuen Roman über Familie und die (Un-)Möglichkeit der Verständigung in Zeiten alter und neuer Kriege. Eine Familie aus Kyjiw verkauft russische Spezialitäten in Leipzig. Wodka, Pelmeni, SIM-Karten, Matrosenshirts – und ein irgendwie osteuropäisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Wobei, Letzteres ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine nicht mehr zu haben. Die Mutter steht an der Seite Putins. Und ihr Sohn, der keine Sprache mehr als die russische liebt, keinen Menschen mehr als seine Mutter, aber auch keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Klug ist es nicht von ihm, mitten im Krieg in die Ukraine zurückzufahren. Aber was soll er tun, wenn es nun einmal keinen anderen Weg gibt, um Mama vom Faschismus und den irren russischen Fernsehlügen zurückzuholen? Ein Buch, wie nur Dmitrij Kapitelman es schreiben kann: tragisch, zärtlich und komisch zugleich.

Editionen (2)

ISBN9783446282476
VerlagHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum18.02.25
Seitenzahl192

Merkmale

1 Bewertungen

MittelKomplexPoetischUngewöhnlichEntwickelndNachdenklich

Rezensionen & Bewertungen

313 Bewertungen

68 Rezensionen

3,9

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  • sani_schwanke
    sani_schwanke

    84 Follower

    4,0

    Einfach schön... inhaltlich wie stilistisch.

    Ich habe dieses Buch wirklich gern gelesen. Und als (alte) Germanistin hat es mir sehr gefallen, wie hier Sprache thematisch wie formal behandelt wird.... wie sie verbindet, wie sie trennt und wie schön es ist, wenn ein Autor mit ihr spielt.

    9 Stunden vor

  • yaduria1982
    yaduria1982

    268 Follower

    3,5

    Ein zeitgenössischer Roman, der einen Konflikt aufzeigt zwischen der prorussischen Mutter und ihren proukrainischen Sohn in Zeiten des Russland-Ukraine Krieges. Sie leben in Leipzig, der Erzähler (der Sohn) ist in Kiew geboren und hadert mit der vorgefertigten Meinung der Mutter. Neben den unterschiedlichen Ansichten der Familie steht auch Ausländerfeindlichkeit im Osten Deutschland sehr im Vordergrund des Buches. Der Erzähler fährt dann selbst in die Ukraine, um sich ein Bild zu machen. Mir war der Konflikt selbst und auch die Mutter-Sohn-Beziehung zu wenig ausgearbeitet. Es wird alles so ein bisschen angeschnitten. Aber im Grunde genommen fehlen auch grundlegende Diskussionen innerhalb der Familie zu dem Thema. Ich hätte mir das gern ausführlicher gewünscht. Ich bin mir nicht sicher, ob der Roman autobiografische Züge enthält. Es ist sicher ein ganz guter Einstieg in das Thema, mir fehlt hier die Komplexität.

    10. Okt. 2025

  • bea777
    bea777

    484 Follower

    4,0

    Ich trage eine Sprache wie ein Verbrechen in mir und liebe sie doch, bei aller Schuld. Zitat S. 15 über das Verhältnis des Ich- Erzählers zu seiner russischen Muttersprache

    Dmitrij Kapitelman beschreibt auf einfühlsame aber auch humorvolle Weise über eine Kindheit in Leipzig der Nachwendejahre die Beziehung zu den Eltern des Ich-Erzählers, die sich nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verändert hat. In den 1990er Jahren eröffnen die Eltern ein Magazin für russische Spezialitäten in Leipzig. Das Geschäft läuft gut, die Familie exportiert Waren aus der Ukraine, der eigentlichen Heimat. Kapitelman beschreibt auf eine feine Art die Freunde*innen, die Besucher*innen des Magazins, aber auch die politischen Rahmenbedingungen in Sachsen, nach der Wende, aber auch in der heutigen Zeit. Die Beziehungen in der Familie und im Freundeskreis verschieben sich mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine. Die Eltern und.a. die Mutter unterstützen den russischen Präsidenten und beschimpfen die Regierung in Kiew als Nazis. Im zweiten Teil des Buches beschreibt der Ich-Erzähler seine Reise in die vom Krieg zerstörte Ukraine. Er besucht Freunde, sitzt mit Menschen im Luftschutzkeller und entfremdet sich von seiner Mutter, die darum bittet ihr ukrainische Spezialitäten mitzubringen. Zitat S. 144 Nein, je länger der Abend geht, desto mehr verwandeln wir uns in eine Selbsthilfegruppe. Von Angehörigen, die ihre Liebsten an die russische Propaganda verloren haben. Das Buch hat mir gut gefallen. Es beschreibt die Ambivalenz zwischen der Liebe zur Mutter und dem Entsetzen über ihre Relativierung und Verschiebung der Wahrheiten. Eine Situation, die man auch gut auf andere Familien und die Brüche übertragen kann, die totalitäre Regime und Verschwörungstheorien erzeugen.

    13. Juli 2025

3 von 68 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 2211%
bea777
bea7779. Juli 2025

Das Buch hat mich schon. Ich finde den Schreibstil toll und mag den Humor, trotz des ernsten Themas.

Seite 4021%

1 Kommentar verdeckt

Seite 6735%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Dmitrij Kapitelman

Dmitrij Kapitelman, 1986 in Kyjiw geboren, kam im Alter von acht Jahren als »Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als freier Journalist. 2016 erschien sein erstes, erfolgreiches Buch "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters", für das er den Klaus-Michael Kühne-Preis gewann. 2021 folgte "Eine Formalie in Kiew", für das er mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet wurde.

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