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Biografien

Wenn ich eine Wolke wäre

4,3(59)
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Über das Buch

»Ich muss mich auf Wunder verlassen«: Mascha Kalékos Deutschlandreise

Januar 1956: Siebzehn Jahre, nachdem Mascha Kaléko Nazi-Deutschland in letzter Minute verlassen hat, kehrt sie zurück. Es ist eine Reise in die Vergangenheit – verbunden mit der bangen Frage, ob sie auch eine in die Zukunft sein kann.

Sie fährt nach Berlin, in die Stadt, in der sie glücklich gewesen war, in der sie als Dichterin erfolgreich geworden ist, die sie liebte, und durch das ganze Land, ein ganzes Jahr lang. Fast täglich schickt sie Briefe nach New York, an ihren Mann, die Liebe ihres Lebens, und erzählt – von märchenhaften Erfolgen, einem Wunder in Berlin, Abgründen, von einem alten, neuen Land.

Volker Weidermann schreibt über ein einzelnes Jahr und zeigt darin ein ganzes deutsch-jüdisches Leben. Es ist die Geschichte einer Dichterin, in deren Humor, Esprit und Melancholie wir uns selbst erkennen.

Editionen (1)

ISBN9783462008630
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum09.10.25
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

59 Bewertungen

14 Rezensionen

4,3

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  • bea777
    bea777

    483 Follower

    4,5

    Ein Buch, dass zu Herzen geht - Mascha Kalékos Rückkehr aus dem Exil

    Das Buch behandelt die letzten 20 Lebensjahre von Mascha Kaléko und widmet sich insbesondere der Reise ihres Lebens - der ersten Reise nach Europa nach dem Holocaust. Ende der 1930er Jahre gelingt Kaléko die Flucht nach New York gemeinsam mit ihrem geliebten Ehemann Chemjo und dem einzigen Kind Steven. Amerika und New York werden ihr nicht zur Heimat, sie kommen über die Runden, aber insbesondere Mascha sehnt sich nach Europa und ihrem Berlin. Mitte der 1950er Jahre kehrt sie nach Werben von Rowohlt zurück nach Deutschland und beginnt eine Lesereise mit der Neuauflage ihres "Lyrischen Stenogrammhefts", dass erstmalig zu Beginn der 1930er Jahre erschienen ist. Die ersten Monate ist sie wie im Rausch, genießt das Essen, lässt keine Party aus. Die Rückkehr nach Berlin zögert sie hinaus und ist dann voller Erinnerungen, sucht private Orte auf und trauert um die verlorenen Jahre. Mit Chemjo ist sie im ständigen Austausch und bittet um seine Rückkehr nach Deutschland. Als es dann endlich soweit ist, wird es eine Enttäuschung... Das Buch schildert detailreich die Ereignisse der 1950er Jahre. Besonders eindrücklich wird das Schweigen der Deutschen und das Negieren von Verantwortung der Nazischergen deutlich. An Aufarbeitung ist nicht zu denken. Und auch Mascha versucht in ihren Interviews und Lesungen möglichst nicht zu heftig Kritik an den Deutschen zu üben. Versucht zu vergeben, was nicht zu vergeben und vergessen ist. Zitat: "Dieses Land hat sich seine jüngste Geschichte längst noch nicht erzählt. Es gibt noch gar keine Sprache dafür. Auch noch gar kein breites Wissen und kein breites Wissenwollen über alle Details des deutschen Angriffskrieg und des Holocausts." Volker Weidermann schafft es, dass wir mit Mascha leiden, wir uns gemeinsam freuen und spüren die Enttäuschung, als der große Erfolg ausbleibt und ihr verwehrt wird, weil wichtige Unterstützer*innen nicht mehr an ihrer Seite sind. Ein anrührendes Buch - nicht nur für Kaléko-Fans.

    Ein Buch, dass zu Herzen geht - Mascha Kalékos Rückkehr aus dem Exil

    19. Mai 2026

  • lustaufbuch
    lustaufbuch

    224 Follower

    4,5

    »Ach ist das Leben seltsam ... Ich denke immer noch, es muss ein Traum sein, besonders da alles sich so eins ins andre fuegt, – – vom Kleinsten begonnen, wie einst. Wunder.? Wunder/Zufall?«

    Mascha Kaléko, die Getriebene – Verfasserin von Lyrik, die Gefühle und Wahrnehmung ohne Umschweife schildert und dadurch unzählige Menschen berührt. Immer auf der Suche, ihren Traum – als Dichterin – zu erfüllen und als das möglich schien, wurde er abrupt zunichte gemacht. Nach zwei kurz aufeinanderfolgenden Lyrik-Bänden, floh sie mit ihrem zweiten Mann Chemjo Vinaver und dem gemeinsamen Sohn Evjatar – später Steven genannt – nach Amerika. Nach siebzehn Jahren, in denen sie ihr geliebtes Deutschland nicht besucht hat, wird es 1956 Zeit, dorthin zurückzukehren. Es folgt ein Jahr, das sie emotional aufleben lässt, als wären diese siebzehn Jahre nie geschehen. Als könnte sie da weitermachen, wo sie vor dem Krieg aufgehört hat. Als wäre nichts passiert. In unzähligen Briefen schildert sie ihrem Mann, der in New York geblieben ist, was sich verändert hat und was sie erlebt. Mal direkt und manchmal nur zwischen den Zeilen bringt sie ihren Wunsch zum Ausdruck, wieder nach Berlin zurückzukehren, in der Hoffnung nochmal neu anfangen und an ihren Erfolg anknüpfen zu können. Neu war für mich, neben Einblicken in das Leben Mascha Kalékos, Ernst Rowohlts Haltung während der NS-Diktatur. Auch wenn ich Volker Weidermanns Erzählstil – leider! – oft etwas trocken und langatmig empfinde, obwohl die Themen seiner Bücher für mich gar nicht ansprechender sein könnten, hat mich dieses Buch etwa ab der Hälfte begeistert. Insbesondere das Verlorensein Kalékos innerhalb des Exils und noch viel mehr nach ihrer Reise 1956 nach Berlin – ihrem Sehnsuchtsort. Durch dieses Buch erfährt man nicht nur von ihrem Leben – zerrissen hinsichtlich ihrer deutsch-jüdischen Identität –, sondern bekommt auch Lust, mehr von ihr zu lesen und sich ausführlicher mit ihrer Biografie zu beschäftigen. Denn ihre Lyrik wird bis heute – nicht ohne Grund und völlig zurecht – von vielen geschätzt und geliebt.

    »Ach ist das Leben seltsam ... Ich denke immer noch, es muss ein Traum sein, besonders da alles sich so eins ins andre fuegt, – – vom Kleinsten begonnen, wie einst. Wunder.? Wunder/Zufall?«

    11. März 2026

  • katinkaminka
    katinkaminka

    96 Follower

    4,0

    Macht Lust auf mehr

    Mascha Kalèko muss eine außergewöhnlich faszinierende Frau gewesen sein. Dies war mein erster Kontakt mit der Dichterin und ich bin angefixt! Ich will mehr! Und Poesie ist wirklich weit außerhalb meiner Komfortzone. Aber Mascha Kalèko schafft es vielleicht mich zu bekehren...

    17. Mai 2026

3 von 14 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Volker Weidermann

Volker Weidermann, geboren 1969 in Darmstadt, war Gastgeber des »Literarischen Quartetts« im ZDF. Er ist Kulturkorrespondent der Zeit und Autor zahlreicher Bücher, darunter »Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen« und »Mann vom Meer«. Außerdem ist er Herausgeber der Reihe »Bücher meines Lebens«.

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