
90 Follower
Lucrezia de’ Medici wächst als eher unangepasste Tochter einer mächtigen Familie im Florenz des 16. Jahrhunderts auf. Nachdem ihre ältere Schwester kurz vor ihrer Hochzeit stirbt, soll Lucrezia deren Platz einnehmen und Alfonso d’Este, den Herzog von Ferrara, heiraten. Noch sehr jung wird sie aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und an einen fremden Hof gebracht, an dem sie vor allem eine Aufgabe erfüllen soll: ihrem Ehemann einen Erben schenken. Als sie zunehmend das Gefühl bekommt, dass ihr Leben in Gefahr sein könnte, beginnt für sie ein stiller Kampf um Selbstbestimmung und Überleben. Die Geschichte an sich fand ich durchaus interessant. Maggie O’Farrell zeichnet Lucrezia als eigenwillige, kreative und aufmerksame junge Frau, die in einer Welt lebt, in der andere über ihr Leben und ihre Zukunft bestimmen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der damaligen Machtverhältnisse und Lucrezias Gefühl, ihrem Ehemann und seiner Umgebung nahezu schutzlos ausgeliefert zu sein. Der Schreibstil ist sprachlich wirklich gut und teilweise sehr atmosphärisch. Man muss allerdings konzentriert lesen, denn die Autorin beschreibt vieles sehr ausführlich, während für mich entscheidende Entwicklungen beinahe nebenbei oder in einem Nebensatz erzählt werden. Dadurch hatte ich stellenweise das Gefühl, wichtige Zusammenhänge nicht vollständig mitbekommen zu haben. Gerade in der Mitte zieht sich die Handlung für meinen Geschmack deutlich. Rund 100 Seiten weniger Umschreibungen hätten dem Roman vermutlich gutgetan, ohne dass dabei die besondere Atmosphäre verloren gegangen wäre. Gleichzeitig möchte ich das nicht ausschließlich negativ bewerten: Das Buch war definitiv einmal etwas anderes, hat mich gefordert und verlangt mehr Aufmerksamkeit als viele andere historische Romane. Insgesamt eine interessante und sprachlich anspruchsvolle Geschichte über eine junge Frau, die sich gegen die ihr zugedachte Rolle aufzulehnen versucht. Nicht immer leicht zugänglich und für mich etwas zu ausschweifend, aber dennoch lesenswert. 4 von 5 Sternen
3 Tage vor
Lucrezia de’ Medici wächst als eher unangepasste Tochter einer mächtigen Familie im Florenz des 16. Jahrhunderts auf. Nachdem ihre ältere Schwester kurz vor ihrer Hochzeit stirbt, soll Lucrezia deren Platz einnehmen und Alfonso d’Este, den Herzog von Ferrara, heiraten. Noch sehr jung wird sie aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und an einen fremden Hof gebracht, an dem sie vor allem eine Aufgabe erfüllen soll: ihrem Ehemann einen Erben schenken. Als sie zunehmend das Gefühl bekommt, dass ihr Leben in Gefahr sein könnte, beginnt für sie ein stiller Kampf um Selbstbestimmung und Überleben. Die Geschichte an sich fand ich durchaus interessant. Maggie O’Farrell zeichnet Lucrezia als eigenwillige, kreative und aufmerksame junge Frau, die in einer Welt lebt, in der andere über ihr Leben und ihre Zukunft bestimmen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der damaligen Machtverhältnisse und Lucrezias Gefühl, ihrem Ehemann und seiner Umgebung nahezu schutzlos ausgeliefert zu sein. Der Schreibstil ist sprachlich wirklich gut und teilweise sehr atmosphärisch. Man muss allerdings konzentriert lesen, denn die Autorin beschreibt vieles sehr ausführlich, während für mich entscheidende Entwicklungen beinahe nebenbei oder in einem Nebensatz erzählt werden. Dadurch hatte ich stellenweise das Gefühl, wichtige Zusammenhänge nicht vollständig mitbekommen zu haben. Gerade in der Mitte zieht sich die Handlung für meinen Geschmack deutlich. Rund 100 Seiten weniger Umschreibungen hätten dem Roman vermutlich gutgetan, ohne dass dabei die besondere Atmosphäre verloren gegangen wäre. Gleichzeitig möchte ich das nicht ausschließlich negativ bewerten: Das Buch war definitiv einmal etwas anderes, hat mich gefordert und verlangt mehr Aufmerksamkeit als viele andere historische Romane. Insgesamt eine interessante und sprachlich anspruchsvolle Geschichte über eine junge Frau, die sich gegen die ihr zugedachte Rolle aufzulehnen versucht. Nicht immer leicht zugänglich und für mich etwas zu ausschweifend, aber dennoch lesenswert. 4 von 5 Sternen
3 Tage vor






