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So gehn wir denn hinab

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Über das Buch

Ein so gewaltiger wie zärtlicher Roman, der von den Schrecken der Sklaverei erzählt und von Annis, einer jungen Frau, die in sich die Stärke, Zuversicht und — Widerstandskraft findet, um sich selbst zu befreien. Annis wird in Sklaverei geboren. Als sie noch ein Kind ist, verkauft ihr Vater, der Plantagenbesitzer, ihre Mutter und, ein paar Jahre später, auch sie an die Sklavenhändler. Von den Reisplantagen South Carolinas treiben sie Annis und ihre Mitgefangenen zu den Sklavenmärkten von New Orleans. Aneinander gekettet und der Brutalität ihrer Aufseher sowie den Naturgewalten ausgesetzt, kämpfen sich die Geschundenen Hunderte Kilometer durch ein erbarmungsloses Land. Die »Lady«, die Annis schließlich kauft, ist für ihre Grausamkeit und Willkür gefürchtet. Auf ihrer Zuckerrohrplantage muss Annis fortan schuften und jeder Funke von Widerstand wird hart bestraft. Trost und Hoffnung findet Annis in der Liebe ihrer Mutter, die sie immer noch im Herzen trägt, und in der Erinnerung an die Geschichten, die ihre Mutter ihr von ihrer Großmutter Aza erzählte, einer afrikanischen Kriegerin. Sie handeln von einer Welt jenseits der gnadenlosen Wirklichkeit, einer Welt voller Mythen und Geister; aus ihnen schöpft Annis die Kraft, sich ihren Peinigern zu widersetzen, und den Willen, sich aus der Sklaverei zu befreien. Als sie auf Bastian trifft, der mit einer Gruppe der Sklaverei entkommener Frauen und Männer in der Wildnis Louisianas lebt, nimmt der Gedanke an Flucht immer konkretere Gestalt an und Annis entschließt sich, für ein Leben in Freiheit alles zu riskieren.

Editionen (2)

ISBN9783956146008
VerlagKunstmann, A
Erscheinungsdatum12.09.24
Seitenzahl304

Merkmale

2 Bewertungen

VerstörendNachdenklichInformativMittelGlaubwürdigKomplex

Rezensionen & Bewertungen

50 Bewertungen

12 Rezensionen

3,7

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  • p.illepalle
    p.illepalle

    190 Follower

    "Die erste Waffe, die ich je hielt, war die Hand meiner Mutter."

    Dieses Buch war ein Vinted-Zufallskauf. Und wie stark ist bitte allein dieses Cover!? Wir begleiten den schweren Weg des fiktiven Sklaven-Mädchens Annis. Und aufgrund der Schwere des Themas lasse ich auch meine Bewertung weg. Denn das Buch ist in jedem Fall gut, ich denke nur einfach nicht, dass es meins ist. Ich habe mir einige Bewertungen durchgelesen, und viele mögen die Poesie der Geschichte. Auch die Geister sind wichtig dafür, aber vielleicht habe ich einfach nicht das richtige Gefühl für diese Art von Poesie... Ich bin dennoch froh, "So gehn wir denn hinab' von Jesmyn Ward gelesen zu haben. Und wenn du eine berührende, poetische und historische Geschichte lesen willst, dann ist dies sicher ein gutes Buch für dich :) P.S: Liebe an mein Girl - ich bin immer für Dich da!

    "Die erste Waffe, die ich je hielt, war die Hand meiner Mutter."

    8. Juni 2026

  • simonwiener
    simonwiener

    5 Follower

    4,5

    „Du musst zuerst untergehen, um emporzusteigen“

    Kurz vorab, dieses Buch hat mich bewegt. Als Person die sehr weit entfernt von jeglicher Wasserstelle gebaut ist war es durchaus ungewöhnlich, dass ich im Verlauf des Buches einige Male stoppen und die ein oder andere Träne verdrücken musste. Meinen größten Respekt. „So gehn wir denn hinab“ begleitet Annis, ein Mädchen das in Sklaverei geboren wurde und im Verlauf des Buches eine Verbindung zu verschiedenen Geistergestalten aufbaut. Was im ersten Moment wie ein Element aus einem Fantasyroman wirkt täuscht, Jesmyn Ward schafft es diese übernatürlichen Elemente spirituell aufzuladen und mit der Umwelt zu verbinden. Diese besonderen Beziehungen stehen, neben ihrer Erfahrung als Sklavin, im Zentrum der Handlung. Bereits die ersten Seiten des Buches sind unglaublich bewegend. Die Autorin schockt. Annis und ihre Mutter kämpfen miteinander in intimer Athmosphäre, der Roman greift hier bereits Themen wie Rassismus, Feminismus und Diskriminierungserfahrungen auf bemerkenswerte Art und Weise auf. Eine große Besonderheit des Buches ist Wards bildlicher Schreibstil. Wunderschöne Metaphern reihen sich an ausgereifte und absolut passende Allegorien, meiner Meinung nach eine absolute Stärke des Romans. Besonders hat mich die queere Beziehung innerhalb Annis` Erfahrung in ihrer Heimat fasziniert. Die Protagonsitin zeigt sexuelles Interesse an einer ihrer Freundinnen und Annis erfährt zum ersten Mal Geborgenheit in einer Person, die nicht ihre Mutter ist. Jesmyn Ward webt diese Erfahrung fast nebensächlich und objektiv in die Handlung ein und öffnet eine neue Perspektive der queeren schwarzen und weiblichen Geschichte. Persönlich sinkt für mich leider das Niveau des Inhalts und Schreibstils im Verlauf des Buches etwas. Teilweise ziehen sich einzelne Kapitel in die Länge und Sachverhalte werden nicht koherent erläutert. Das Ende des Buches kann sich mit einem emotionalen Rückbezug auf den Einstieg des Romans jedoch durchaus sehen lassen, mit einer Ode an die starken Frauen in Annis` Leben. Breitbeining und selbstsicher. Zusammenfassend thematisiert „So gehn wir denn hinab“ in erster Linie Verlust. Annis`Reise ist von Anfang bis Ende eine depressive Episode. Ward zeigt hier wie übernatürliche, transzendente Konzepte in Zeiten absoluter Verlorenheit Kraft geben und integriert feministische, schwarze und queere Konzepte in ihrem Werk. „Verlust macht uns blind“ - „Ich sehe dich“.

    3. Mai 2026

  • lisaanna
    lisaanna

    93 Follower

    4,5

    In dieser fesselnden Geschichte “So gehn wir denn hinab” erleben wir das Schicksal von Annis, einem jungen, versklavten Hausmädchen in Carolina, die mit ihrer Mutter unter harten Bedingungen lebt. Als beide nacheinander verkauft werden, führt Annis’ Weg sie nach einem erschöpfenden Marsch auf eine Zuckerrohrplantage in New Orleans. Doch Annis ist eine Kämpferin, die trotz unvorstellbarer Qualen unerschütterlich von einem selbstbestimmten und freien Leben träumt. Ihre Hoffnung schöpft sie aus ihrer Vorstellungskraft, ihrem Glauben und dem Vertrauen in ihre eigene Stärke. Annis’ Weg ist von Verlust geprägt, doch auch von bewegenden Begegnungen, die zeigen, wie tief der Zusammenhalt zwischen Frauen in ausweglosen Situationen sein kann. Besonders berührend ist der geschickte Einsatz von magischem Realismus: Annis findet Trost und Rat in Gesprächen mit den Elementen und einem Windgeist, der bereits ihrer Mutter und Großmutter beistand. Diese magischen Elemente fügen sich nahtlos in die Erzählung ein und verleihen Annis’ Kampf um Freiheit eine tiefere Dimension. Jesmyn Ward erzählt diese brutale Geschichte über Ungerechtigkeit, Verlust und die Verletzung der Menschenwürde mit einer poetischen Kraft, die den Leser zugleich schockiert und Hoffnung schenkt. Trotz der oft unerträglichen Härte der geschilderten Szenen, bleibt man gefesselt und hofft bis zuletzt auf ein gutes Ende. Obwohl ich aufgrund der Intensität der Brutalität immer wieder pausieren musste, hat mich diese einzigartige Erzählung tief beeindruckt. Die Realität der Sklaverei muss weiter erzählt und darf niemals vergessen werden. Ich kann dieses Buch deshalb jedem nur ans Herz legen. Zuletzt sei noch erwähnt, dass das Buch Parallelen zu Dantes „Inferno“ aufweist, Unbedingt Triggerwarnung beachten!

    25. Aug. 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jesmyn Ward

Jesmyn Ward, geb. 1977, wuchs in DeLisle, Mississippi, auf. Nach einem Literaturstudium in Michigan war sie Stipendiatin in Stanford und Writer in Residence an der University of Mississippi. Sie lehrt derzeit Englische Literatur an der Tulane University in New Orleans. Jesmyn Ward ist die erste Frau und die erste Afroamerikanerin, die zweimal mit dem wichtigsten amerikanischen Literaturpreis, dem National Book Award, ausgezeichnet wurde: für Vor dem Sturm (Kunstmann, 2013) und für Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt (Kunstmann, 2018). Sie erhielt außerdem u.a. den MacArthur Genius Grant und den Library of Congress Prize for American Fiction.

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