Mitternachtsschwimmer
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
ROISIN MAGUIRE lebt in Nordirland und hat Kreatives Schreiben an der Queen’s University studiert. Sie hat als Türsteherin in einem Nachtclub, als Busfahrerin und als Grundschullehrerin gearbeitet und ist begeisterte Sporttaucherin, Anglerin und Ganzjahresschwimmerin. ›Mitternachtsschwimmer‹ ist ihr Debütroman.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
„Manchmal brauchen schöne Bücher einfach etwas Zeit.“ Ein warmherziger Roman über Einsamkeit, Freundschaft, Menschen
In Mitternachtsschwimmer treffen in einem kleinen irischen Küstenort Menschen aufeinander, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind. Grace zieht sich nach einem schweren Verlust zurück. Evan lebt isoliert und kämpft mit seiner Vergangenheit. Nach und nach entstehen zwischen ihnen und den anderen Bewohner:innen Verbindungen, die niemand erwartet hätte. Der Roman erzählt von Einsamkeit, Trauer und dem Wunsch, wieder einen Platz im Leben zu finden. Dabei geht es nicht um große Wendungen, sondern um kleine Gesten, um Gespräche, um Menschen, die sich langsam annähern. Das Meer, das Schwimmen und die nächtliche Stille stehen für alles, was die Figuren nicht aussprechen können – und trotzdem miteinander teilen. Ich habe ein paar Seiten mehr gebraucht, um in dieses Buch hineinzufinden. Anfangs war ich unsicher, ob es wirklich etwas für mich ist. Der Ton ist ruhig, die Geschichte entwickelt sich langsam. Aber irgendwann hat mich der Roman doch erreicht. Und dann sehr. Die Figuren sind warmherzig, eigen und glaubwürdig. Gerade weil sie nicht perfekt sind. Je länger ich gelesen habe, desto mehr wollte ich bei ihnen bleiben. Mitternachtsschwimmer ist ein Buch, das leise beginnt – und am Ende genau deshalb so viel auslöst. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Weil dieser Roman zeigt, wie viel Trost in Freundschaft, Nähe und einem Neuanfang liegen kann. #Mitternachtsschwimmer #RoisinMaguire #Irland #Herzensbuch #EinsamkeitUndFreundschaft #LeiseLiteratur #5Sterne

"Er reagierte nicht auf sie, stand einfach ungerührt da und starrte aufs Meer, das da unten am Strand rumrauschte, gesprenkelt mit Seevögeln, wie Perlen an einem hübschen Ziersaum." "Bei Grace ist alles in bester Ordnung, das kannst du mir glauben. Ist nichts Schlechtes dran, wenn man ein bisschen anders ist, oder?" Die Geschichte nimmt uns mit nach Ballybrady, einem kleinen Dorf an der irischen Küste. Für den Stadtmenschen Evan ist es ein Ort der Auszeit, nachdem ihn ein schwerer Verlust komplett aus der Bahn geworfen hat. Er versucht zu verarbeiten und findet hier so viel mehr, als er erwartet hat. Für Grace ist es Heimat und ein Ort, an dem sie zurückgezogen lebt um ihre Vergangenheit zu vergessen. Ein sehr atmosphärischer und tiefgründiger Roman über Verlust, Freundschaft, Individualität und Hoffnung. Ich habe mich beim Lesen an der rauen See stehen sehen und war komplett in die Geschichte abgetaucht. Von mir gibt's auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Ein Buch, welches entschleunigt. Evan braucht eine Auszeit und landet in einem kleinen irischen Dorf an der Küste. Dort lernt er viele Menschen kennen, welche skurrile Persönlichkeiten sind und welche er , in seinem bisherigen Leben, keinen zweiten Blick gewürdigt hätte ( bzw. sich nicht die Mühe gemacht hätte, diese kennenzulernen). Er ist gefangen in seiner Schuld. Nach und nach findet er sich selbst, und auch den Zugang zu seinem Jungen. Das alles ist gebettet in die Corona- Zeit und zeigt auch deren Folgen in diesem Dorf. Mich hat das Buch irgendwie „ kuschelig eingewickelt „. Es ist vom Klang her - von den Schilderung des Meeres, deren Bewohner, Ebbe&Flut , etc…. erinnert an den Gesang der Flusskrebse… von der Stimmung, den Gefühl beim Lesen. Es ist zeitweise ziemlich vorhersehbar- jedoch linderte das nicht meinem Lesevergnügen.
"Danke, Grace (...) Du bist so schräg und doch so lieb"
Ich liebe, liebe die Figur der Grace. Das Zitat beschreibt sie so gut. Überhaupt sind alle Figuren in dem Buch mit so unglaublich viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Ich konnte genau mitfühlen, in welch schwieriger Lage sich Evan zu Beginn befand, welchen Unmut Grace ihm gegenüber empfand, welche Probleme seinen Sohn Luca umtrieben und selbst, wie schwierig es für seine Mutter Lorna sein musste. Auch Becky, Abbie und Paddy sind mir sehr ans Herz gewachsen. Am liebsten würde ich mit ihnen in den kleinen Dorf am Meer wohnen. Die Geschichte, in der sich Evan und sein Sohn langsam wieder näher kommen und Luca einen Weg findet, für sich selbst einzustehen, ist sehr berührend. Ein absoluter Lesegenuss und eine klare Empfehlung!
Absolutes Highlight
Ich habe das Buch wirklich geliebt. Die Atmosphäre, die Figuren und die Landschaft, alles hat mich total in den Bann gezogen. Auch wenn es nicht voller Spannung war, konnte ich es trotzdem kaum aus der Hand legen. Grace als Charakter mochte ich besonders. Ihre raue, witzige und gleichzeitig liebevolle Art hat mich sofort begeistert. Und abgesehen vom Inhalt: Auch optisch ist das Buch einfach richtig schön.
"Die Mitternachtsschwimmerin. Die mächtige Ruderfrau. Die Irre, die um die Ecke wohnte." Als Evans Babytöchterchen stirbt und seine Frau Abstand braucht, zieht er in die kleine Kate von Grace, direkt an der irischen Küste. Ich mochte sie von der ersten Seite an! Herrlich bissig in ihren Kommentaren, ruppig und abweisend und herzlich von Grund auf. Es sind die wunderbar verschrobenen und dadurch besonders authentischen Charaktere, die dieses Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen machen. Die Einwohner des kleinen Örtchen die so lästerlich sind, aber wenn es darauf ankommt, alle an einem Strang ziehen. Egal, ob während des Lockdowns eigentlich Abstand gehalten werden muss, der Städter dringend WLAN braucht, oder dessen kleiner tauber Sohn plötzlich verschwunden ist. Dazu die herrlichen, oft bissigen Dialoge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Aber es sind auch die Naturbeschreibungen, die Tierwelt und das Meer, die mich in ihren Bann gezogen haben. Die kleinen und die großen Dramen. Die Verletzungen und das Sichtbar machen von Unrecht. "Viel zu lange haben wir es zugelassen, dass der Bezeichnung *Frau* ein negativer Beigeschmack anhaftet, wir erlauben den Männern, es wie ein Schimpfwort zu benutzen: "Setz dich hin, Frau!" "Halt die Klappe, Frau!" Und dann sind da noch diese ganz zärtlichen, zwischenmenschlichen Momente. Mit Grace und ihren Tieren und ihrer Hilfsbereitschaft. Mit Evan und seinem 8-jährigen Sohn Luca, wenn dieser seine kleine Hand an die Wange seines Vaters legt, um die gesprochenen Wörter fühlen zu können. Sehr große Leseempfehlung ❣️
Mitternachtsschwimmer
𝙄𝙣𝙝𝙖𝙡𝙩 Evan ist ausgebrannt und braucht eine Auszeit. Er landet bei der schrulligen Grace, die ihm in einem irischen Nest an der Küste ein Zimmer vermietet. Nach und nach erfährt der Leser, welche persönlichen Tragödien sich hinter den Protagonisten verbergen und wie diese sich wieder dem Leben zuwenden. 𝙢𝙚𝙞𝙣𝙚 𝙈𝙚𝙞𝙣𝙪𝙣𝙜 Naja. Hier blieb für mich einiges ungesagt und an anderer Stelle wurde dann zuviel Pathos in die Geschichte gepackt, zumindest für meinen Geschmack. Besonders die Szene, wo Evan sich nackt freischwimmt, war mir zu kitschig und zu platt. Grace als sperriger Charakter hat mir schon gefallen, aber ich hätte mir mehr Aufklärung gewünscht, was es mit ihrer Entführung auf sich gehabt hat. Sie hat eigentlich gar keine Entwicklung, sondern ist lediglich "anders", damit Evan sich an ihr reiben kann. Das hat mich gestört, denn dieser eigentlich interessante Charakter wirkt lediglich in die Geschichte eingesetzt als Antagonistin für Evan. Die schnodderige Ausdrucksweise der irischen Dorfbewohner konträr zu den poetischen Naturbeschreibungen hat für mich allerdings gut funktioniert. Alles in allem war der Mitternachtsschwimmer aber leider nicht das Highlight für mich, wie es andere empfunden haben.
Ich wollte mal etwas ganz anderes lesen und habe mich – vor allem wegen des wunderschönen Covers – für Mitternachtsschwimmer entschieden. Leider war es letztendlich gar nichts für mich und ich habe mich nur so durchgekämpft. Auch bei einigen Aussagen musste ich schlucken und konnte nur den Kopf schütteln. Wäre ich jemand, der Bücher leicht abbricht, hätte ich es hier wohl getan. Das ist natürlich rein subjektiv und liegt vermutlich auch daran, dass (zeitgenössische) Romane (oder wie ich sie liebevoll nenne: Bücher von DEM Tisch) einfach nicht meins sind. Vielleicht finde ich in der Zukunft noch einen, der mich überzeugt, bis dahin bleibe ich wohl lieber bei Cowboys und Flügelspannweite 🤠🦇

"Mitternachtsschwimmer" ist eine ruhige und eher leise Geschichte, die mich leider nicht so berühren konnte, wie erhofft. Dabei bietet der Roman, der an der irischen Küste spielt, viele Themen, wie z.B. Trauer, Auszeit oder Einsamkeit, Verzweiflung - aber auch Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt, Hoffnung und Neuanfang spielen eine Rolle. Allerdings gab es meinem Empfinden nach viel zu viele Längen in diesem Buch, so dass ich immer seltener zur Lektüre gegriffen habe. Und ohne spoilern zu wollen fand ich persönlich das Ende total blöd - da hätte sich die Autorin gerne etwas anderes einfallen lassen können.
Ich habe den Roman Mitternachtsschwimmer als Geschenk bekommen – mit den Worten, ich mag es doch Bücher zu lesen, die ich selbst nicht ausgesucht hätte.. Und genau so war es auch: Dieses Buch wäre mir im Laden vermutlich nie aufgefallen. Umso schöner, dass ich mich darauf eingelassen habe. Zugegeben, der Einstieg in die Geschichte ist eher ruhig und nimmt sich Zeit, die Figuren und die Atmosphäre aufzubauen. Erst ab Seite 100 gewinnt die Handlung deutlich an Tempo. Doch genau diese Geduld zahlt sich aus: Was sich dann entfaltet, ist eine berührende, fein erzählte und emotionale Geschichte, die lange nachhallt. Der Roman spielt in einem kleinen Dorf an der irischen Küste, dessen eigenwillige, aber zugleich warmherzige Bewohner dem Setting eine besondere Tiefe verleihen. Im Zentrum steht jedoch vor allem die Beziehung zwischen Vater und Sohn – eine Geschichte über Nähe, Distanz, Schicksal und die oft unausgesprochenen Gefühle innerhalb einer Familie. Gerade diese leisen, zwischenmenschlichen Momente machen das Buch so besonders. Es ist keine laute Geschichte, sondern eine, die sich nach und nach entfaltet und dabei immer stärker wird. Insgesamt bin ich sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es hat mich überrascht und berührt – und ich kann es definitiv weiterempfehlen, besonders für alle, die sich auf ruhige, emotionale Erzählungen einlassen möchten.
Ein wirklich gutes Buch. Es ist mit toller Sprache geschrieben und die Geschichte hat mich gepackt. Als Leser muss man sich auf die teilweise trübe Stimmung einlassen können, die im Verlaufe des Buches aber tröstliche Wege findet. Ich habe das Buch im Urlaub empfohlen bekommen und darüber sehr froh.
In dem Buch geht es um Grace, die zurückgezogen in einem kleinen irischen Küstenort lebt, bis ein Fremder strandet und länger bleibt als geplant. Ich mochte den leisen Ton und die melancholische Atmosphäre sehr. Tolles Buch :) „Aus unerfindlichen Gründen konnte sie das Bild des mageren, traurigen Männleins an der Bar nicht abschütteln. Sie kannte diesen tiefen Kummer nur zu gut, hatte ihn selbst durchlebt, weswegen sie einen großen Bogen darum machte, um ja nicht in dessen Strudel zu geraten. Warum stand sie dann trotzdem hier?“ „Ich fühle mich bloß … als wäre mein Leben ein einziges langes Ausatmen.“
Starke Atmosphäre.
Mitternachtsschwimmer überzeugt vor allem durch seine ruhige, atmosphärische Erzählweise und eine gelungene Figurenkonstellation, die schnell ein Gefühl für Ort und Situation entstehen lässt. Im weiteren Verlauf verliert die Geschichte jedoch stellenweise etwas an Klarheit im Fokus: Manche Beziehungen werden nur angerissen, und einzelne Wendepunkte entfalten dadurch emotional weniger Wirkung. Insgesamt ist es ein sehr gut geschriebenes und sehr angenehm zu lesendes Buch mit einer starken Stimmung.

Wow, das erste Highlight des Jahres und ein neues Lieblingsbuch. Ruhig erzählt, in atmosphärischer Landschaft und mit besonderen Protagonisten hat mich dieses Buch vollkommen in seinen Bann gezogen. Evan nimmt sich am größten Tiefpunkt seines Lebens, nach dem plötzlichen Tod seiner Tochter, eine Auszeit von der Stadt, seiner Frau und seinem Job. In einem kleinen irischen Dorf direkt am Meer. Die schrulligen Bewohner - allen voran seine Vermieterin Grace - sowie die Coronapandemie lassen ihn entschleunigen und darauf besinnen, worauf es im Leben ankommt. Ein ehrliches, tiefgründiges aber auch humorvolles und fesselnes Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird. Und auch mit dem Thema Coronapandemie (nie hätte ich gedacht, dass ich eine Geschichte darüber mögen würde) konnte es mich irgendwie aussöhnen. Hätte ich diese Zeit nicht auch im Cottage am Meer in Irland verbringen können?

Ich habe dieses Buch beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt. das Cover hat mich angesprochen und der Bucheinband einfach total toll gestaltet. Nun habe ich es innerhalb von 2 Tagen gelesen und bin schon fast ein wenig traurig dass es schon vorbei ist. Die Geschichte hat mich berührt und auch der Schreibstil ist super schön. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz: Die eigenwillige, störrische Grace die ihr Cottage im kleinen Dorf Ballybrady an der Küste Irlands vermietet und Evan, der nach dem plötzlichen Tod seiner Tochter hier für eine Woche Zuflucht, Ruhe und Abstand sucht und dann im Lockdown der Corona-Pandemie unfreiwillig länger dort bleibt. Ein tolles Buch, das ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.
So eine schöne Geschichte, in einer zauberhaften Landschaft und netten Dorfbewohnern
Mein Dank geht dieses mal an die Buchhandlung am Markt in Bad Urach. Wieder mal eine inspirierende Empfehlung während einer Reise. Empfehlung ins Blaue und ins Schwarze getroffen. Wer nochmal in Gedanken in Irland an die Küste möchte, sollte zu diesem wunderbaren Schmöker greifen.
Ein wunderbares Buch, in dessen Mittelpunkt ein tauber Junge, dessen Vater und eine schrullige ältere Frau stehen. Alle drei benötigen innere Heilung. Das Setting in einem kleinen Dorf in Irland und die rauhen aber zutiefst liebenswerten Charaktere haben mich sofort in das Buch hineingezogen . Der Schluss hat mich leider nicht überzeugt, trotzdem klare Leseempfehlung!
Ein wunderbares Buch, in dessen Mittelpunkt ein tauber Junge und dessen Vater stehen. Durch ein tragisches Ereignis wird eine Familie auseinander gerissen. Die Vater-Sohn-Beziehung beginnt zu heilen, während sie wegen Corona in einem kleinen irischen Dorf am Meer festsitzen. Die Charaktere der handelnden Personen sind mir sofort ans Herz gewachsen. Das Setting in einem kleinen Dorf in Irland und die Liebe der Menschen zu der rauhen Natur am Meer verbindet sich mit den Lebensgeschichten der Protagonisten. Ganz große Erzählkunst! Nur das Ende hätte etwas besser auserzählt werden können. Die sich schlussendlich noch ergebende Liebesgeschichte mit der schrulligen Grace fand ich überflüssig und hat mich leider nicht überzeugt.

Ein entschleunigendes Buch
Es ist schon komisch zu einem Urlaub in die Berge aufzubrechen und dann ein Buch über das raue Meer zu lesen. Hat es funktioniert? Ich denke schon.☺️ Evan ist vom Leben gebeutelt. Der Familienvater hat die Verbindung zu seiner Frau verloren und geht ihr aus dem Weg, damit sie freie Bahn hat. Es verschlägt ihn von Belfast nach Ballybrady, ein kleines Fischerdörfchen, direkt an der irischen See. Er mietet sich dort ein Cottage und versinkt in Erinnerungen und Depression. Das kleine Häuschen gehört Grace, einer verschrobene Frau anfang 50, die das kalte, wilde Wasser nicht scheut, Menschen, aber lieber von weitem sieht. Als Corona über die Lande zieht, taucht sowohl Evans Sohn Luca als auch Graces Nichte Abbie auf. Sie ergänzen den Ort voller skurrile Persönlichkeiten, die am Ende der Welt versuchen, mit der Krise klarzukommen. Alle Individuen haben schmerzvolle Erfahrungen gemacht. so unterschiedlich, sie, sind so gleich wirken Sie doch in ihren Gefühlen. Grace und Evan gehen ganz kleine Schritte aufeinander zu, und Luca, der ein besonderes Kind ist, wirkt oft wie das verbindende Glied. Obwohl in diesem Roman viele Schicksalsschläge vereint sind, ist er Balsam für die Seele. Dazu trägt sicherlich die entschleunigende Atmosphäre von Irland Küste bei. Die Beschreibungen von Licht, Natur und Wetter haben eine meditative Wirkung auf mich gehabt. Ich bin den Protagonisten gerne gefolgt, und fand die Annäherung zwischen den einzelnen Charakteren nicht zu schnell und den Umständen entsprechend behutsam. Der Ton von Grace war oft genauso ruppig wie erwartet, ohne dabei vulgär anzumuten. Ich mochte alle Personen, die dort auftreten und wie sie miteinander umgehen: empathisch, sehr besonnen und immer liebevoll. „Aus all dem Alten, Schmerzhaften etwas Neues schaffen, das war die beste Form von Alchemie.“ (S.319) Ein Buch über Neuanfänge in Zeiten großer Krisen
Stell dir vor du würdest auf einer Bank sitzen, die sich auf einer Klippe befindet. Es ist ein stürmischer, kalter Herbstmorgen. Es nieselt und du hörst wie die kleinen sanften Tropfen, auf deinen Regenmantel treffen. Du hältst eine Tasse Tee in den Händen, die dich wärmt. Dieses Gefühl der Wärme, inmitten der Kälte, hatte ich beim Lesen dieses Buches. Es handelt von Verlust und Neuanfang und von einer Familie, die der Protagonist an diesem abgelegenen Ort gefunden hat. Eins meiner Lieblingsbücher des Jahres.
Ein absolutes Wolldeckenbuch und Jahreshighlight! Toller Schreibstil, wunderbare Charaktere, bildhafte Naturbeschreibungen.
Ein Buch für die Seele Die Geschichte führt uns nach Nordirland in den kleinen Küstenort Ballybrady. Evan nimmt sich nach einem schweren Schicksalsschlag hier eine Auszeit von seinem Leben in Belfast. Er mietet ein kleines Cottage über Airbnb und möchte seinen Kummer am liebsten ertränken. Der Lockdown verlängert Evan‘s Aufenthalt unfreiwillig auf unbestimmte Zeit, so dass er sich irgendwie mit dem Leben in der Natur und der kleinen Dorfgemeinschaft arrangieren muß. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von Grace, einer etwas grummeligen, recht eigenwilligen Person mit einer starken Persönlichkeit, die gut für sich alleine sorgt und den Stadtmenschen Evan , der ihr Cottage bewohnt, mit Skepsis betrachtet. Mehr als einmal bringt sich dieser Mann dann auch selbst in Gefahr und sie muss ihm jedes Mal den Hintern retten. Er nervt, aber irgendwas gefällt ihr auch an diesem unbeholfenen Kerl. Luca, Evan‘s 8jährigen stummen Sohn, der irgendwann von der überforderten Mutter bei Evan geparkt wird, habe ich besonders ins Herz geschlossen. Es gibt wunderbare Vater -Sohn Momente und Evan findet nach langer Zeit endlich wieder einen Zugang zu dem klugen Jungen. Diese ruhige, berührende aber auch tiefsinnige Geschichte war wie eine wärmende Decke, einfach wohltuend. Roisin Maguire ist eine sehr einfühlsame Erzählerin, die die Stimmungen und Gefühle ihrer Figuren genau auslotet. Das Setting , die raue nordirische Küste, konnte ich mir dank der bildhaften Beschreibungen der Autorin bestens vorstellen. Ich habe dieses Buch einfach geliebt. Es ist besonders als Hörbuch sehr zu empfehlen.
Berührender, lebenskluger Roman
Ort des Geschehens ist ein irisches Dorf direkt an der Küste. Hier wohnt Grace, etwas zurückgezogen. Ein Cottage vermietet sie an Evan aus der Stadt, der sich für den Tod seiner kleinen Tochter verantwortlich macht, Eheprobleme hat, unzufrieden im Job ist und zu viel trinkt. In dem Dorf ist er, um sich eine Auszeit zu nehmen, wieder klarzukommen. Man wünscht ihm, dass alles gut wird. Er tut einem leid. Dann (es ist die Corona-Zeit) kommt der Lockdown. Evan muss seinen achtjährigen, tauben Sohn bei sich auf nehmen. Evan muss sich mit seinem Sohn, seiner Trauer, Grace und den eigenwilligen Dorfbewohnern auseinandersetzen. Ein Roman, der von Hoffnung erzählt und der Macht der Gemeinschaft.

Hoffnungsvoll und lebensbejahend
Die wortkarge, spröde Grace lebt in einem kleinen irischen Küstenort direkt am Meer. Sie vermietet ein kleines Cottage an Touristen, zur Zeit an Evan, der sich für eine Woche Auszeit nimmt, um Abstand vom Alltag zu bekommen und als kurzzeitige Trennung von seiner Frau. Das Paar hat vor kurzem ihre kleine Tochter verloren, Evan ist voller Trauer, ohne Hoffnung und gibt sich die Schuld daran. Kaum ist er im Dorf angekommen, beginnt der Lockdown, Evan muss bleiben und darf ohne weitere Kosten in Grace' Cottage wohnen. (Der Lockdown und alles, was damit zusammenhängt, ist hier jedoch nicht das Thema, sondern nur Hintergrund für die eigentliche Geschichte.) Als Evans Frau den gemeinsamen gehörlosen Sohn bei ihm "ablädt", kommt viel Bewegung in die Geschichte und wird zu einem wunderbar einfühlsamen und atmosphärischen Roman. Nicht nur Grace ist eine ungewöhnliche Frau, auch die anderen Dorfbewohner sind schrullig, eigenbrötlerisch, aber liebenswert und gut charakterisiert. Ich brauchte eine Weile, um in die Geschichte und den Schreibstil hineinzukommen, aber dann hatte ich große Leserfreude!
Was für ein wunderbares Buch... Ich habe die Geschichte geliebt - von der ersten Zeile an...so großartig erzählt. Das einzige, was mir aufgestoßen ist: Grace war mir ein wenig zu sehr als "Greisin" beschrieben - sie ist 50 Jahre alt! Zumal die Autorin selbst in einem ähnlichen Alter ist. Aber alles in allem ein zauberhaftes Buch mit tollen Charakteren. Große Leseempfehlung! Fun fact: Ich habe dieAutorin gegoogelt und musste ein bisschen lachen. So wie sie aussieht, hatte ich mir Grace vorgestellt.
Hätte für mich ein Highlight sein können…
Mich haben die ersten beiden Drittel des Buches regelrecht in seinen Bann gezogen und ich konnte es gar nicht weglegen. Ein für mich absoluter Pageturner, der mein Herz für Romane mit den leisen Tönen der Zwischenmenschlichkeit hat höher schlagen lassen. Die Landschaft, die Stimmung, die wunderbar schrullige unnahbare und dennoch weiche Grace und alle anderen Charaktere in diesem irischen Dorf - absolute Begeisterung! Aber… … leider hat mir das letze Drittel das Highlightgefühl total verhagelt… Ohne spoilern zu wollen: das Buch hätte für mich einfach leise bleiben können und keinen immensen Spannubgabogen und auch kein Ende wie in einem Samstagabendfilm gebraucht… mehr kann ich leider gerade nicht schreiben, sonst greift man einfach zu sehr vorweg. Bin gerad etwas traurig darüber, dieses Buch hatte für mich soooo viel Potenzial und ist kurz vorher leider abgebogen… fühlt sich für mich an, wie zum Schluss nochmal zu viel gewollt. Dennoch bleibe ich bei 4 Sternen, weil ich 2 Drittel einfach großartig fand!!!

"Mitternachtsschwimmer" ist eine sensible und raue Erzählung zugleich. Sie ist eingebettet in der Natur und Abgeschiedenheit der irischen Küste. Zuerst habe ich bei dem Roman gedacht: oh je, Corona und Lockdown, und wollte ihn erst gar nicht lesen. In diesem Fall sorgt die Pandemie aber nicht für Entzweiung, sondern trägt hier dazu bei, dass Menschen zueinander finden. Von der ersten Seite an war ich vom Setting der Geschichte begeistert. Ich mag die Schreibweise von Roisin Maguire sehr. Auf der einen Seite ruppig und sehr direkt, auf der anderen Seite sehr poetisch. Es war ein schöner Roman, für mich jedoch hat es etwas an Tiefe gefehlt. Leider konnte mich die Geschichte emotional nicht so stark berühren, wie ich zu Beginn gehofft hatte. Trotz seiner Traurigkeit verbreitet das Buch aber auch Hoffnung, macht Mut zum (Weiter-)Leben. Ein lesenswerter Roman.
Eine schöne Vater- Sohn Beziehung die wieder zusammenfindet
Anfangs hat mich das Buch gar nicht gecatched aber aufhören wollte ich auch nicht. Es geht um einen ausgelaugten Vater der zwangsweise eine Pause an der Küste macht. Dort findet er wieder zu sich selbst und lernt die Küstenbewohner zu schätzen. Das ganze spielt während der Pandemie schätzungsweise 2020. Auch zu seinem tauben Sohn findet er die Bindung wieder. Was mich zum Schluss etwas verwirrt hat war die kurze Liebesszenen zwischen seiner Frau und einer Küstenbewohnerin das lässt den Leser am Ende mit Spekulationen zurück. Mir hat es gefallen obwohl das ganze Buch ein sehr langsames Tempo hat.
Die eigenwilligen Charaktere sind super! Man muss sich ein bisschen ins Buch hineinkämpfen, um einen Zugang zu bekommen, Lesenswert ist es, aber ich habe auch Kritikpunkte.
Es brauchte ein wenig, bis ich mich in dieses Buch eingefunden habe. Zu rau und unnahbar kamen mir die Protagonisten anfangs vor. Und dann haben sie sich doch Stück für Stück in mein Herz geschlichen… Das Buch rund um Evan und Grace hat mir gut gefallen, auch wenn ich ein paar Kritikpunkte habe. Da war zum Beispiel die häufige Erwähnung von „zu dicken“ Körperteilen. Nicht gerade Fatshaming, aber auffällig eben schon. Die eine oder andere Wendung war mir zu viel bzw. nicht schlüssig. Mehr kann ich nicht sagen, ohne zu spoilern. Ich bin sehr gespannt, wie das Buch im Zwei Seiten Podcast besprochen werden wird. Es soll beim Thema „Hoffnung“ seinen Auftritt haben. Hoffnung habe ich, wenn überhaupt, dann nur in den letzten 10% der Handlung wahrgenommen. Vielleicht lesen Menschen mit Kindern das Buch aber auch anders als jene ohne. ⭐️Achtung! Mini Spoiler!!⭐️ Die Liebesszenen fand ich inhaltlich unpassend. Das hätte es gar nicht gebraucht. ⭐️ Das hört sich jetzt alles super kritisch an, soll es aber im Grunde gar nicht sein. Ich mochte die eigenwilligen Charakter der handelnden Personen und auch, dass nicht alles auserzählt wurde, sondern Raum für eigene Gedanken lässt. Deshalb spreche ich auch eine Leseempfehlung aus.
Freundschaft, Elternschaft und ganz viele Gefühle
Eine Geschichte, welche sehr liebevoll erzählt ist. Ein Vater mit tiefen Schuldgefühlen, ein Sohn, der sich ein wenig Freiheit wünscht und eine Frau, die jemanden wieder in ihr Leben lässt. Ich habe es als Hörbuch gehört und bin allen sehr gerne gefolgt.
Menschlich und echt!
Grace lebt in einem kleinen irischen Küstendorf. Am Liebsten ist sie für sich alleine, schwimmt, angelt und verbringt Zeit mit ihrem Hund. Sie ist eher ruppig, hat aber eine weiche Seite, die sie nur selten zeigt. Als Evan das Cottage mietet, das Grace gehört, ist sie auf gewisse Weise fasziniert von diesem Städter, der eine schwere Last mit sich rumschleppt. Er will nur eine Woche bleiben, aber es kommt alles anders… Mich hat der Klappentext des Romans „Mitternachtsschwimmer“ von Roisin Maguire (Übersetzung: Andrea O‘Brien) angesprochen und so habe ich es mir gekauft. Eine Erwartung hatte ich an den Roman nicht, aber wenn ich sie gehabt hätte, wäre sie übertroffen worden. Ich bin sehr schnell tief in die raue Küstenlandschaft Irlands, die abweisende und zugleich warmherzige Art der Protagonisten Grace und Evan‘s tiefe, alles verzehrende Traurigkeit eingetaucht. Dieser Roman wirkt derb, sperrig und manchmal fast lieblos. Aber unter diesem ersten Eindruck liegt unglaublich viel Nähe, Liebe und Wärme. Furchtbare Erlebnisse, die jeden Menschen verändern würden, haben Spuren hinterlassen und Grace hilft Evan auf ihre ganz spezielle Art, aus dieser Trauer aufzutauchen und wieder am Leben teilzunehmen. Nicht ohne weitere bestürzende Erlebnisse und schwer auszuhaltende Worte, die endlich ausgesprochen werden müssen. Ein bewegender Roman, der mich manchmal schockiert hat, manchmal traurig gemacht hat und letztlich voller Verständnis und Zuneigung auf diese Geschichte hat blicken lassen. Großartig geschrieben, so menschlich und echt, ohne Pathos und Schnickschnack - einfach nur gut! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Fast ein Highlight, aber eben nur fast
Es hätte ein Highlight sein können . Denn das Potenzial war groß. Dieses Buch ist Irland pur. Das raue Irland, das ländliche Irland, das wahre Irland. Nicht das romantisierte Irland und nicht das städtische Irland. In dem Buch findet man den irischen Charakter. Man liest ihn in den Figuren, zwischen den Zeilen und bildliche Gestaltung in den Worten ist grandios. Die Geschichte über Grace und ihre Gegenwart und Vergangenheit hat mich sehr in den Bann gezogen. Sie ist nicht der grundlegende sympathische Charakter aber hat sehr viel Charme und Tiefe. Evan bringt ein großes schweres Päckchen mit und es folgt ihm eines, was sich jedoch als Segen herausstellen wird. Bis zu einem gewissen Punkt war dieses Buch echt richtig gut aber ich konnte nicht drüber hinweg lesen, dass die Pandemie so thematisiert wurde. Die Worte: Masken, Abstand, Systemrelevant usw. haben jedes Mal so ein dumpfes und schlechtes Gefühl in meinem Magen erzeugt, dass mir mitunter richtig schlecht wurde. Der nächste Punkt der das Highlight Potenzial untergraben hat, war Grace Umgang mit dem Hund und wie dieser oft beschrieben wurde. Das tat mir zu sehr in der Seele weh. Und der letzte Punkt kommt erst im letzten Kapitel zum tragen, deswegen sage ich nichts dazu, aber das ist für mich einfach ein No-Go und ich könnte dann spätestens keine 5 Sterne mehr geben. Aber gute 4 Sterne.
Leise, aber eindringlich
Das ist kein Buch, das einen mit Action oder großen Wendungen sofort packt – sondern eines, das sich langsam entwickelt und dabei immer tiefer geht. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass sich die Geschichte mehr über Stimmung als über Handlung erzählt. Diese ruhige, teilweise fast melancholische Atmosphäre hat mich aber genau deshalb gut abgeholt. Man wird ein bisschen gezwungen, sich Zeit zu nehmen und zwischen den Zeilen zu lesen. Die Figuren wirken sehr echt, mit all ihren Gedanken und Unsicherheiten. Gerade diese inneren Konflikte haben das Buch für mich interessant gemacht, auch wenn es stellenweise eher ruhig dahinläuft. Der Schreibstil ist angenehm, aber nichts für „schnell mal nebenbei lesen“. Man muss sich schon darauf einlassen – dann funktioniert es aber gut. Für mich ist es ein Buch, das nicht laut ist, aber trotzdem hängen bleibt. Kein Highlight wie manche richtig spannenden Geschichten, aber definitiv etwas Besonderes.

Abgeschiedenheit in einem kleinen Küstenort Irlands. Ewan versucht über einen großen Verlust hinweg zu kommen, dann plötzlich Lock Down. Wunderbare bildhafte Sprache, ruppige Töne der "Eingeborenen", deren Zuneigungnicht geschenkt wird. Manchmal hat der Übersetzer interessante Worte gewählt, welche ich bis dato nicht kannte wie bräsig oder brammig. Ein leises Buch und doch fesselnd!
Atmosphärisch ruhiger Roman
Ein tragischer Schicksalsschlag führt Evan nach vielen Selbstvorwürfen, großer Wut und Enttäuschung ins kleine Dorf Ballybrady an der irischen Küste. Hier plant er kurz vorm psychischen Zusammenbruch zur Ruhe zu kommen und zu sich selbst zu finden, um nach einer Woche wieder zurück in sein Leben zu gehen. Doch es kommt alles anders, da der Coronavirus und der erste Lockdown ihn für längere Zeit an diesen malerischen Küstenort binden. Er hat das Ferienhäuschen von der ruppigen Grace gemietet, die er immer wieder auf seinen Streifzügen durch den Ort und am Meer trifft. Und ganz langsam entsteht nicht nur zu Grace sondern auch zu den Bewohnern von Ballybrady eine zarte Verbindung, die Evan hilft und stärkt. Als jedoch sein gehörloser Sohn plötzlich vor der Tür steht, gerät Evans fragiles Gefüge mächtig ins Wanken. Doch überraschenderweise findet Grace Zugang zu dem Jungen und schafft eine Verbindung zwischen Vater und Sohn. Roisin Maguire hat einen wunderbar einfühlsamen, bildgewaltigen und sehr atmospährischen Roman geschrieben, der mir sehr viel Lesefreude beschert hat und den ich sehr gerne weiterempfehle. Einen ganz kleinen Abzug gibt es von mir für den Ausgang der Beziehung zwischen Grace und Evan, der mir etwas zu konstruiert erschien und den es so für mich nicht gebraucht hätte.
Heilung in den Wellen und der Mut, zwischen den Trümmern des Lebens wieder aufzutauchen.
Roisin Maguire entführt das Lesepublikum an einen rauen sowie wunderschönen Ort an der irischen Küste, der weit mehr als nur eine Kulisse darstellt. Der Schreibstil ist angenehm dicht und schafft es hervorragend, die harten Konsequenzen menschlicher Schicksale greifbar zu machen. Die Atmosphäre des kleinen Ortes wirkt fast wie ein eigener Charakter, der die Verlorenen und Suchenden dieser Welt schützend in die Arme schließt. Es ist ein Buch, das die Kraft der Gemeinschaft feiert und zeigt, wie wichtig ein sicherer Hafen für die Seele ist. Die Charakterzeichnung ist in diesem Roman besonders gelungen, da die Figuren alle ihre Ecken und Kanten haben. Eine der Protagonistinnen, Grace, wird zwar als verrückt bezeichnet, doch erfährt sie innerhalb der Gemeinschaft eine tiefgehende Akzeptanz sowie Respekt. Ihre eigenwillige und schroffe Art verleiht der Geschichte eine ganz besondere Note, die weit weg von typischen Klischees liegt. Besonders bewegend ist die Geschichte des elfjährigen Jungen, der bei seinem Vater abgestellt wird. Der Vater ist selbst an diesen Ort geflohen, um sein Leben zu hinterfragen, während die Eltern des Jungen zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren und das Kind dabei schlichtweg übersehen haben. Die Selbstheilung, die der Junge in dieser Umgebung erfährt, ist herzerwärmend sowie traurig zugleich. Gegen Ende nimmt die Handlung eine dramatische Wendung, die ich nach dem Klappentext so nicht erwartet hätte. Diese Spannung hat mich dazu gebracht, die Seiten deutlich schneller zu lesen, da mir das Schicksal des kleinen Jungen sehr ans Herz gewachsen ist. Die Erzählung verdeutlicht auf schmerzliche Weise, dass Heilung oft erst dort möglich ist, wo Menschen füreinander einstehen und gegenseitig aufeinander aufpassen. Ein berührendes Werk über Neuanfänge und die heilende Kraft der Natur sowie der menschlichen Verbindung, das trotz der schweren Themen ein tiefes Gefühl von Geborgenheit hinterlässt. Wissenswertes Die Autorin Roisin Maguire stammt selbst aus Nordirland, was die Authentizität der rauen Küstenlandschaft in ihrem Debütroman erklärt. Der Roman erschien im Original unter dem Titel "Night Swimming". Maguire verwebt in dieser Geschichte ihre Beobachtungen über kleine Dorfgemeinschaften mit den universellen Themen von Isolation sowie Zugehörigkeit. Ein zentrales Motiv ist das Schwimmen im offenen Meer als Metapher für den Mut, sich den eigenen Ängsten zu stellen und die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Kritiker loben oft die Mischung aus melancholischem Tiefgang und dem trockenen, irischen Humor, der die Handlung immer wieder auflockert.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
ROISIN MAGUIRE lebt in Nordirland und hat Kreatives Schreiben an der Queen’s University studiert. Sie hat als Türsteherin in einem Nachtclub, als Busfahrerin und als Grundschullehrerin gearbeitet und ist begeisterte Sporttaucherin, Anglerin und Ganzjahresschwimmerin. ›Mitternachtsschwimmer‹ ist ihr Debütroman.
Posts
„Manchmal brauchen schöne Bücher einfach etwas Zeit.“ Ein warmherziger Roman über Einsamkeit, Freundschaft, Menschen
In Mitternachtsschwimmer treffen in einem kleinen irischen Küstenort Menschen aufeinander, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind. Grace zieht sich nach einem schweren Verlust zurück. Evan lebt isoliert und kämpft mit seiner Vergangenheit. Nach und nach entstehen zwischen ihnen und den anderen Bewohner:innen Verbindungen, die niemand erwartet hätte. Der Roman erzählt von Einsamkeit, Trauer und dem Wunsch, wieder einen Platz im Leben zu finden. Dabei geht es nicht um große Wendungen, sondern um kleine Gesten, um Gespräche, um Menschen, die sich langsam annähern. Das Meer, das Schwimmen und die nächtliche Stille stehen für alles, was die Figuren nicht aussprechen können – und trotzdem miteinander teilen. Ich habe ein paar Seiten mehr gebraucht, um in dieses Buch hineinzufinden. Anfangs war ich unsicher, ob es wirklich etwas für mich ist. Der Ton ist ruhig, die Geschichte entwickelt sich langsam. Aber irgendwann hat mich der Roman doch erreicht. Und dann sehr. Die Figuren sind warmherzig, eigen und glaubwürdig. Gerade weil sie nicht perfekt sind. Je länger ich gelesen habe, desto mehr wollte ich bei ihnen bleiben. Mitternachtsschwimmer ist ein Buch, das leise beginnt – und am Ende genau deshalb so viel auslöst. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Weil dieser Roman zeigt, wie viel Trost in Freundschaft, Nähe und einem Neuanfang liegen kann. #Mitternachtsschwimmer #RoisinMaguire #Irland #Herzensbuch #EinsamkeitUndFreundschaft #LeiseLiteratur #5Sterne

"Er reagierte nicht auf sie, stand einfach ungerührt da und starrte aufs Meer, das da unten am Strand rumrauschte, gesprenkelt mit Seevögeln, wie Perlen an einem hübschen Ziersaum." "Bei Grace ist alles in bester Ordnung, das kannst du mir glauben. Ist nichts Schlechtes dran, wenn man ein bisschen anders ist, oder?" Die Geschichte nimmt uns mit nach Ballybrady, einem kleinen Dorf an der irischen Küste. Für den Stadtmenschen Evan ist es ein Ort der Auszeit, nachdem ihn ein schwerer Verlust komplett aus der Bahn geworfen hat. Er versucht zu verarbeiten und findet hier so viel mehr, als er erwartet hat. Für Grace ist es Heimat und ein Ort, an dem sie zurückgezogen lebt um ihre Vergangenheit zu vergessen. Ein sehr atmosphärischer und tiefgründiger Roman über Verlust, Freundschaft, Individualität und Hoffnung. Ich habe mich beim Lesen an der rauen See stehen sehen und war komplett in die Geschichte abgetaucht. Von mir gibt's auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐
Ein Buch, welches entschleunigt. Evan braucht eine Auszeit und landet in einem kleinen irischen Dorf an der Küste. Dort lernt er viele Menschen kennen, welche skurrile Persönlichkeiten sind und welche er , in seinem bisherigen Leben, keinen zweiten Blick gewürdigt hätte ( bzw. sich nicht die Mühe gemacht hätte, diese kennenzulernen). Er ist gefangen in seiner Schuld. Nach und nach findet er sich selbst, und auch den Zugang zu seinem Jungen. Das alles ist gebettet in die Corona- Zeit und zeigt auch deren Folgen in diesem Dorf. Mich hat das Buch irgendwie „ kuschelig eingewickelt „. Es ist vom Klang her - von den Schilderung des Meeres, deren Bewohner, Ebbe&Flut , etc…. erinnert an den Gesang der Flusskrebse… von der Stimmung, den Gefühl beim Lesen. Es ist zeitweise ziemlich vorhersehbar- jedoch linderte das nicht meinem Lesevergnügen.
"Danke, Grace (...) Du bist so schräg und doch so lieb"
Ich liebe, liebe die Figur der Grace. Das Zitat beschreibt sie so gut. Überhaupt sind alle Figuren in dem Buch mit so unglaublich viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Ich konnte genau mitfühlen, in welch schwieriger Lage sich Evan zu Beginn befand, welchen Unmut Grace ihm gegenüber empfand, welche Probleme seinen Sohn Luca umtrieben und selbst, wie schwierig es für seine Mutter Lorna sein musste. Auch Becky, Abbie und Paddy sind mir sehr ans Herz gewachsen. Am liebsten würde ich mit ihnen in den kleinen Dorf am Meer wohnen. Die Geschichte, in der sich Evan und sein Sohn langsam wieder näher kommen und Luca einen Weg findet, für sich selbst einzustehen, ist sehr berührend. Ein absoluter Lesegenuss und eine klare Empfehlung!
Absolutes Highlight
Ich habe das Buch wirklich geliebt. Die Atmosphäre, die Figuren und die Landschaft, alles hat mich total in den Bann gezogen. Auch wenn es nicht voller Spannung war, konnte ich es trotzdem kaum aus der Hand legen. Grace als Charakter mochte ich besonders. Ihre raue, witzige und gleichzeitig liebevolle Art hat mich sofort begeistert. Und abgesehen vom Inhalt: Auch optisch ist das Buch einfach richtig schön.
"Die Mitternachtsschwimmerin. Die mächtige Ruderfrau. Die Irre, die um die Ecke wohnte." Als Evans Babytöchterchen stirbt und seine Frau Abstand braucht, zieht er in die kleine Kate von Grace, direkt an der irischen Küste. Ich mochte sie von der ersten Seite an! Herrlich bissig in ihren Kommentaren, ruppig und abweisend und herzlich von Grund auf. Es sind die wunderbar verschrobenen und dadurch besonders authentischen Charaktere, die dieses Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen machen. Die Einwohner des kleinen Örtchen die so lästerlich sind, aber wenn es darauf ankommt, alle an einem Strang ziehen. Egal, ob während des Lockdowns eigentlich Abstand gehalten werden muss, der Städter dringend WLAN braucht, oder dessen kleiner tauber Sohn plötzlich verschwunden ist. Dazu die herrlichen, oft bissigen Dialoge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Aber es sind auch die Naturbeschreibungen, die Tierwelt und das Meer, die mich in ihren Bann gezogen haben. Die kleinen und die großen Dramen. Die Verletzungen und das Sichtbar machen von Unrecht. "Viel zu lange haben wir es zugelassen, dass der Bezeichnung *Frau* ein negativer Beigeschmack anhaftet, wir erlauben den Männern, es wie ein Schimpfwort zu benutzen: "Setz dich hin, Frau!" "Halt die Klappe, Frau!" Und dann sind da noch diese ganz zärtlichen, zwischenmenschlichen Momente. Mit Grace und ihren Tieren und ihrer Hilfsbereitschaft. Mit Evan und seinem 8-jährigen Sohn Luca, wenn dieser seine kleine Hand an die Wange seines Vaters legt, um die gesprochenen Wörter fühlen zu können. Sehr große Leseempfehlung ❣️
Mitternachtsschwimmer
𝙄𝙣𝙝𝙖𝙡𝙩 Evan ist ausgebrannt und braucht eine Auszeit. Er landet bei der schrulligen Grace, die ihm in einem irischen Nest an der Küste ein Zimmer vermietet. Nach und nach erfährt der Leser, welche persönlichen Tragödien sich hinter den Protagonisten verbergen und wie diese sich wieder dem Leben zuwenden. 𝙢𝙚𝙞𝙣𝙚 𝙈𝙚𝙞𝙣𝙪𝙣𝙜 Naja. Hier blieb für mich einiges ungesagt und an anderer Stelle wurde dann zuviel Pathos in die Geschichte gepackt, zumindest für meinen Geschmack. Besonders die Szene, wo Evan sich nackt freischwimmt, war mir zu kitschig und zu platt. Grace als sperriger Charakter hat mir schon gefallen, aber ich hätte mir mehr Aufklärung gewünscht, was es mit ihrer Entführung auf sich gehabt hat. Sie hat eigentlich gar keine Entwicklung, sondern ist lediglich "anders", damit Evan sich an ihr reiben kann. Das hat mich gestört, denn dieser eigentlich interessante Charakter wirkt lediglich in die Geschichte eingesetzt als Antagonistin für Evan. Die schnodderige Ausdrucksweise der irischen Dorfbewohner konträr zu den poetischen Naturbeschreibungen hat für mich allerdings gut funktioniert. Alles in allem war der Mitternachtsschwimmer aber leider nicht das Highlight für mich, wie es andere empfunden haben.
Ich wollte mal etwas ganz anderes lesen und habe mich – vor allem wegen des wunderschönen Covers – für Mitternachtsschwimmer entschieden. Leider war es letztendlich gar nichts für mich und ich habe mich nur so durchgekämpft. Auch bei einigen Aussagen musste ich schlucken und konnte nur den Kopf schütteln. Wäre ich jemand, der Bücher leicht abbricht, hätte ich es hier wohl getan. Das ist natürlich rein subjektiv und liegt vermutlich auch daran, dass (zeitgenössische) Romane (oder wie ich sie liebevoll nenne: Bücher von DEM Tisch) einfach nicht meins sind. Vielleicht finde ich in der Zukunft noch einen, der mich überzeugt, bis dahin bleibe ich wohl lieber bei Cowboys und Flügelspannweite 🤠🦇

"Mitternachtsschwimmer" ist eine ruhige und eher leise Geschichte, die mich leider nicht so berühren konnte, wie erhofft. Dabei bietet der Roman, der an der irischen Küste spielt, viele Themen, wie z.B. Trauer, Auszeit oder Einsamkeit, Verzweiflung - aber auch Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt, Hoffnung und Neuanfang spielen eine Rolle. Allerdings gab es meinem Empfinden nach viel zu viele Längen in diesem Buch, so dass ich immer seltener zur Lektüre gegriffen habe. Und ohne spoilern zu wollen fand ich persönlich das Ende total blöd - da hätte sich die Autorin gerne etwas anderes einfallen lassen können.
Ich habe den Roman Mitternachtsschwimmer als Geschenk bekommen – mit den Worten, ich mag es doch Bücher zu lesen, die ich selbst nicht ausgesucht hätte.. Und genau so war es auch: Dieses Buch wäre mir im Laden vermutlich nie aufgefallen. Umso schöner, dass ich mich darauf eingelassen habe. Zugegeben, der Einstieg in die Geschichte ist eher ruhig und nimmt sich Zeit, die Figuren und die Atmosphäre aufzubauen. Erst ab Seite 100 gewinnt die Handlung deutlich an Tempo. Doch genau diese Geduld zahlt sich aus: Was sich dann entfaltet, ist eine berührende, fein erzählte und emotionale Geschichte, die lange nachhallt. Der Roman spielt in einem kleinen Dorf an der irischen Küste, dessen eigenwillige, aber zugleich warmherzige Bewohner dem Setting eine besondere Tiefe verleihen. Im Zentrum steht jedoch vor allem die Beziehung zwischen Vater und Sohn – eine Geschichte über Nähe, Distanz, Schicksal und die oft unausgesprochenen Gefühle innerhalb einer Familie. Gerade diese leisen, zwischenmenschlichen Momente machen das Buch so besonders. Es ist keine laute Geschichte, sondern eine, die sich nach und nach entfaltet und dabei immer stärker wird. Insgesamt bin ich sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es hat mich überrascht und berührt – und ich kann es definitiv weiterempfehlen, besonders für alle, die sich auf ruhige, emotionale Erzählungen einlassen möchten.
Ein wirklich gutes Buch. Es ist mit toller Sprache geschrieben und die Geschichte hat mich gepackt. Als Leser muss man sich auf die teilweise trübe Stimmung einlassen können, die im Verlaufe des Buches aber tröstliche Wege findet. Ich habe das Buch im Urlaub empfohlen bekommen und darüber sehr froh.
In dem Buch geht es um Grace, die zurückgezogen in einem kleinen irischen Küstenort lebt, bis ein Fremder strandet und länger bleibt als geplant. Ich mochte den leisen Ton und die melancholische Atmosphäre sehr. Tolles Buch :) „Aus unerfindlichen Gründen konnte sie das Bild des mageren, traurigen Männleins an der Bar nicht abschütteln. Sie kannte diesen tiefen Kummer nur zu gut, hatte ihn selbst durchlebt, weswegen sie einen großen Bogen darum machte, um ja nicht in dessen Strudel zu geraten. Warum stand sie dann trotzdem hier?“ „Ich fühle mich bloß … als wäre mein Leben ein einziges langes Ausatmen.“
Starke Atmosphäre.
Mitternachtsschwimmer überzeugt vor allem durch seine ruhige, atmosphärische Erzählweise und eine gelungene Figurenkonstellation, die schnell ein Gefühl für Ort und Situation entstehen lässt. Im weiteren Verlauf verliert die Geschichte jedoch stellenweise etwas an Klarheit im Fokus: Manche Beziehungen werden nur angerissen, und einzelne Wendepunkte entfalten dadurch emotional weniger Wirkung. Insgesamt ist es ein sehr gut geschriebenes und sehr angenehm zu lesendes Buch mit einer starken Stimmung.

Wow, das erste Highlight des Jahres und ein neues Lieblingsbuch. Ruhig erzählt, in atmosphärischer Landschaft und mit besonderen Protagonisten hat mich dieses Buch vollkommen in seinen Bann gezogen. Evan nimmt sich am größten Tiefpunkt seines Lebens, nach dem plötzlichen Tod seiner Tochter, eine Auszeit von der Stadt, seiner Frau und seinem Job. In einem kleinen irischen Dorf direkt am Meer. Die schrulligen Bewohner - allen voran seine Vermieterin Grace - sowie die Coronapandemie lassen ihn entschleunigen und darauf besinnen, worauf es im Leben ankommt. Ein ehrliches, tiefgründiges aber auch humorvolles und fesselnes Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird. Und auch mit dem Thema Coronapandemie (nie hätte ich gedacht, dass ich eine Geschichte darüber mögen würde) konnte es mich irgendwie aussöhnen. Hätte ich diese Zeit nicht auch im Cottage am Meer in Irland verbringen können?

Ich habe dieses Buch beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt. das Cover hat mich angesprochen und der Bucheinband einfach total toll gestaltet. Nun habe ich es innerhalb von 2 Tagen gelesen und bin schon fast ein wenig traurig dass es schon vorbei ist. Die Geschichte hat mich berührt und auch der Schreibstil ist super schön. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz: Die eigenwillige, störrische Grace die ihr Cottage im kleinen Dorf Ballybrady an der Küste Irlands vermietet und Evan, der nach dem plötzlichen Tod seiner Tochter hier für eine Woche Zuflucht, Ruhe und Abstand sucht und dann im Lockdown der Corona-Pandemie unfreiwillig länger dort bleibt. Ein tolles Buch, das ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.
So eine schöne Geschichte, in einer zauberhaften Landschaft und netten Dorfbewohnern
Mein Dank geht dieses mal an die Buchhandlung am Markt in Bad Urach. Wieder mal eine inspirierende Empfehlung während einer Reise. Empfehlung ins Blaue und ins Schwarze getroffen. Wer nochmal in Gedanken in Irland an die Küste möchte, sollte zu diesem wunderbaren Schmöker greifen.
Ein wunderbares Buch, in dessen Mittelpunkt ein tauber Junge, dessen Vater und eine schrullige ältere Frau stehen. Alle drei benötigen innere Heilung. Das Setting in einem kleinen Dorf in Irland und die rauhen aber zutiefst liebenswerten Charaktere haben mich sofort in das Buch hineingezogen . Der Schluss hat mich leider nicht überzeugt, trotzdem klare Leseempfehlung!
Ein wunderbares Buch, in dessen Mittelpunkt ein tauber Junge und dessen Vater stehen. Durch ein tragisches Ereignis wird eine Familie auseinander gerissen. Die Vater-Sohn-Beziehung beginnt zu heilen, während sie wegen Corona in einem kleinen irischen Dorf am Meer festsitzen. Die Charaktere der handelnden Personen sind mir sofort ans Herz gewachsen. Das Setting in einem kleinen Dorf in Irland und die Liebe der Menschen zu der rauhen Natur am Meer verbindet sich mit den Lebensgeschichten der Protagonisten. Ganz große Erzählkunst! Nur das Ende hätte etwas besser auserzählt werden können. Die sich schlussendlich noch ergebende Liebesgeschichte mit der schrulligen Grace fand ich überflüssig und hat mich leider nicht überzeugt.

Ein entschleunigendes Buch
Es ist schon komisch zu einem Urlaub in die Berge aufzubrechen und dann ein Buch über das raue Meer zu lesen. Hat es funktioniert? Ich denke schon.☺️ Evan ist vom Leben gebeutelt. Der Familienvater hat die Verbindung zu seiner Frau verloren und geht ihr aus dem Weg, damit sie freie Bahn hat. Es verschlägt ihn von Belfast nach Ballybrady, ein kleines Fischerdörfchen, direkt an der irischen See. Er mietet sich dort ein Cottage und versinkt in Erinnerungen und Depression. Das kleine Häuschen gehört Grace, einer verschrobene Frau anfang 50, die das kalte, wilde Wasser nicht scheut, Menschen, aber lieber von weitem sieht. Als Corona über die Lande zieht, taucht sowohl Evans Sohn Luca als auch Graces Nichte Abbie auf. Sie ergänzen den Ort voller skurrile Persönlichkeiten, die am Ende der Welt versuchen, mit der Krise klarzukommen. Alle Individuen haben schmerzvolle Erfahrungen gemacht. so unterschiedlich, sie, sind so gleich wirken Sie doch in ihren Gefühlen. Grace und Evan gehen ganz kleine Schritte aufeinander zu, und Luca, der ein besonderes Kind ist, wirkt oft wie das verbindende Glied. Obwohl in diesem Roman viele Schicksalsschläge vereint sind, ist er Balsam für die Seele. Dazu trägt sicherlich die entschleunigende Atmosphäre von Irland Küste bei. Die Beschreibungen von Licht, Natur und Wetter haben eine meditative Wirkung auf mich gehabt. Ich bin den Protagonisten gerne gefolgt, und fand die Annäherung zwischen den einzelnen Charakteren nicht zu schnell und den Umständen entsprechend behutsam. Der Ton von Grace war oft genauso ruppig wie erwartet, ohne dabei vulgär anzumuten. Ich mochte alle Personen, die dort auftreten und wie sie miteinander umgehen: empathisch, sehr besonnen und immer liebevoll. „Aus all dem Alten, Schmerzhaften etwas Neues schaffen, das war die beste Form von Alchemie.“ (S.319) Ein Buch über Neuanfänge in Zeiten großer Krisen
Stell dir vor du würdest auf einer Bank sitzen, die sich auf einer Klippe befindet. Es ist ein stürmischer, kalter Herbstmorgen. Es nieselt und du hörst wie die kleinen sanften Tropfen, auf deinen Regenmantel treffen. Du hältst eine Tasse Tee in den Händen, die dich wärmt. Dieses Gefühl der Wärme, inmitten der Kälte, hatte ich beim Lesen dieses Buches. Es handelt von Verlust und Neuanfang und von einer Familie, die der Protagonist an diesem abgelegenen Ort gefunden hat. Eins meiner Lieblingsbücher des Jahres.
Ein absolutes Wolldeckenbuch und Jahreshighlight! Toller Schreibstil, wunderbare Charaktere, bildhafte Naturbeschreibungen.
Ein Buch für die Seele Die Geschichte führt uns nach Nordirland in den kleinen Küstenort Ballybrady. Evan nimmt sich nach einem schweren Schicksalsschlag hier eine Auszeit von seinem Leben in Belfast. Er mietet ein kleines Cottage über Airbnb und möchte seinen Kummer am liebsten ertränken. Der Lockdown verlängert Evan‘s Aufenthalt unfreiwillig auf unbestimmte Zeit, so dass er sich irgendwie mit dem Leben in der Natur und der kleinen Dorfgemeinschaft arrangieren muß. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von Grace, einer etwas grummeligen, recht eigenwilligen Person mit einer starken Persönlichkeit, die gut für sich alleine sorgt und den Stadtmenschen Evan , der ihr Cottage bewohnt, mit Skepsis betrachtet. Mehr als einmal bringt sich dieser Mann dann auch selbst in Gefahr und sie muss ihm jedes Mal den Hintern retten. Er nervt, aber irgendwas gefällt ihr auch an diesem unbeholfenen Kerl. Luca, Evan‘s 8jährigen stummen Sohn, der irgendwann von der überforderten Mutter bei Evan geparkt wird, habe ich besonders ins Herz geschlossen. Es gibt wunderbare Vater -Sohn Momente und Evan findet nach langer Zeit endlich wieder einen Zugang zu dem klugen Jungen. Diese ruhige, berührende aber auch tiefsinnige Geschichte war wie eine wärmende Decke, einfach wohltuend. Roisin Maguire ist eine sehr einfühlsame Erzählerin, die die Stimmungen und Gefühle ihrer Figuren genau auslotet. Das Setting , die raue nordirische Küste, konnte ich mir dank der bildhaften Beschreibungen der Autorin bestens vorstellen. Ich habe dieses Buch einfach geliebt. Es ist besonders als Hörbuch sehr zu empfehlen.
Berührender, lebenskluger Roman
Ort des Geschehens ist ein irisches Dorf direkt an der Küste. Hier wohnt Grace, etwas zurückgezogen. Ein Cottage vermietet sie an Evan aus der Stadt, der sich für den Tod seiner kleinen Tochter verantwortlich macht, Eheprobleme hat, unzufrieden im Job ist und zu viel trinkt. In dem Dorf ist er, um sich eine Auszeit zu nehmen, wieder klarzukommen. Man wünscht ihm, dass alles gut wird. Er tut einem leid. Dann (es ist die Corona-Zeit) kommt der Lockdown. Evan muss seinen achtjährigen, tauben Sohn bei sich auf nehmen. Evan muss sich mit seinem Sohn, seiner Trauer, Grace und den eigenwilligen Dorfbewohnern auseinandersetzen. Ein Roman, der von Hoffnung erzählt und der Macht der Gemeinschaft.

Hoffnungsvoll und lebensbejahend
Die wortkarge, spröde Grace lebt in einem kleinen irischen Küstenort direkt am Meer. Sie vermietet ein kleines Cottage an Touristen, zur Zeit an Evan, der sich für eine Woche Auszeit nimmt, um Abstand vom Alltag zu bekommen und als kurzzeitige Trennung von seiner Frau. Das Paar hat vor kurzem ihre kleine Tochter verloren, Evan ist voller Trauer, ohne Hoffnung und gibt sich die Schuld daran. Kaum ist er im Dorf angekommen, beginnt der Lockdown, Evan muss bleiben und darf ohne weitere Kosten in Grace' Cottage wohnen. (Der Lockdown und alles, was damit zusammenhängt, ist hier jedoch nicht das Thema, sondern nur Hintergrund für die eigentliche Geschichte.) Als Evans Frau den gemeinsamen gehörlosen Sohn bei ihm "ablädt", kommt viel Bewegung in die Geschichte und wird zu einem wunderbar einfühlsamen und atmosphärischen Roman. Nicht nur Grace ist eine ungewöhnliche Frau, auch die anderen Dorfbewohner sind schrullig, eigenbrötlerisch, aber liebenswert und gut charakterisiert. Ich brauchte eine Weile, um in die Geschichte und den Schreibstil hineinzukommen, aber dann hatte ich große Leserfreude!
Was für ein wunderbares Buch... Ich habe die Geschichte geliebt - von der ersten Zeile an...so großartig erzählt. Das einzige, was mir aufgestoßen ist: Grace war mir ein wenig zu sehr als "Greisin" beschrieben - sie ist 50 Jahre alt! Zumal die Autorin selbst in einem ähnlichen Alter ist. Aber alles in allem ein zauberhaftes Buch mit tollen Charakteren. Große Leseempfehlung! Fun fact: Ich habe dieAutorin gegoogelt und musste ein bisschen lachen. So wie sie aussieht, hatte ich mir Grace vorgestellt.
Hätte für mich ein Highlight sein können…
Mich haben die ersten beiden Drittel des Buches regelrecht in seinen Bann gezogen und ich konnte es gar nicht weglegen. Ein für mich absoluter Pageturner, der mein Herz für Romane mit den leisen Tönen der Zwischenmenschlichkeit hat höher schlagen lassen. Die Landschaft, die Stimmung, die wunderbar schrullige unnahbare und dennoch weiche Grace und alle anderen Charaktere in diesem irischen Dorf - absolute Begeisterung! Aber… … leider hat mir das letze Drittel das Highlightgefühl total verhagelt… Ohne spoilern zu wollen: das Buch hätte für mich einfach leise bleiben können und keinen immensen Spannubgabogen und auch kein Ende wie in einem Samstagabendfilm gebraucht… mehr kann ich leider gerade nicht schreiben, sonst greift man einfach zu sehr vorweg. Bin gerad etwas traurig darüber, dieses Buch hatte für mich soooo viel Potenzial und ist kurz vorher leider abgebogen… fühlt sich für mich an, wie zum Schluss nochmal zu viel gewollt. Dennoch bleibe ich bei 4 Sternen, weil ich 2 Drittel einfach großartig fand!!!

"Mitternachtsschwimmer" ist eine sensible und raue Erzählung zugleich. Sie ist eingebettet in der Natur und Abgeschiedenheit der irischen Küste. Zuerst habe ich bei dem Roman gedacht: oh je, Corona und Lockdown, und wollte ihn erst gar nicht lesen. In diesem Fall sorgt die Pandemie aber nicht für Entzweiung, sondern trägt hier dazu bei, dass Menschen zueinander finden. Von der ersten Seite an war ich vom Setting der Geschichte begeistert. Ich mag die Schreibweise von Roisin Maguire sehr. Auf der einen Seite ruppig und sehr direkt, auf der anderen Seite sehr poetisch. Es war ein schöner Roman, für mich jedoch hat es etwas an Tiefe gefehlt. Leider konnte mich die Geschichte emotional nicht so stark berühren, wie ich zu Beginn gehofft hatte. Trotz seiner Traurigkeit verbreitet das Buch aber auch Hoffnung, macht Mut zum (Weiter-)Leben. Ein lesenswerter Roman.
Eine schöne Vater- Sohn Beziehung die wieder zusammenfindet
Anfangs hat mich das Buch gar nicht gecatched aber aufhören wollte ich auch nicht. Es geht um einen ausgelaugten Vater der zwangsweise eine Pause an der Küste macht. Dort findet er wieder zu sich selbst und lernt die Küstenbewohner zu schätzen. Das ganze spielt während der Pandemie schätzungsweise 2020. Auch zu seinem tauben Sohn findet er die Bindung wieder. Was mich zum Schluss etwas verwirrt hat war die kurze Liebesszenen zwischen seiner Frau und einer Küstenbewohnerin das lässt den Leser am Ende mit Spekulationen zurück. Mir hat es gefallen obwohl das ganze Buch ein sehr langsames Tempo hat.
Die eigenwilligen Charaktere sind super! Man muss sich ein bisschen ins Buch hineinkämpfen, um einen Zugang zu bekommen, Lesenswert ist es, aber ich habe auch Kritikpunkte.
Es brauchte ein wenig, bis ich mich in dieses Buch eingefunden habe. Zu rau und unnahbar kamen mir die Protagonisten anfangs vor. Und dann haben sie sich doch Stück für Stück in mein Herz geschlichen… Das Buch rund um Evan und Grace hat mir gut gefallen, auch wenn ich ein paar Kritikpunkte habe. Da war zum Beispiel die häufige Erwähnung von „zu dicken“ Körperteilen. Nicht gerade Fatshaming, aber auffällig eben schon. Die eine oder andere Wendung war mir zu viel bzw. nicht schlüssig. Mehr kann ich nicht sagen, ohne zu spoilern. Ich bin sehr gespannt, wie das Buch im Zwei Seiten Podcast besprochen werden wird. Es soll beim Thema „Hoffnung“ seinen Auftritt haben. Hoffnung habe ich, wenn überhaupt, dann nur in den letzten 10% der Handlung wahrgenommen. Vielleicht lesen Menschen mit Kindern das Buch aber auch anders als jene ohne. ⭐️Achtung! Mini Spoiler!!⭐️ Die Liebesszenen fand ich inhaltlich unpassend. Das hätte es gar nicht gebraucht. ⭐️ Das hört sich jetzt alles super kritisch an, soll es aber im Grunde gar nicht sein. Ich mochte die eigenwilligen Charakter der handelnden Personen und auch, dass nicht alles auserzählt wurde, sondern Raum für eigene Gedanken lässt. Deshalb spreche ich auch eine Leseempfehlung aus.
Freundschaft, Elternschaft und ganz viele Gefühle
Eine Geschichte, welche sehr liebevoll erzählt ist. Ein Vater mit tiefen Schuldgefühlen, ein Sohn, der sich ein wenig Freiheit wünscht und eine Frau, die jemanden wieder in ihr Leben lässt. Ich habe es als Hörbuch gehört und bin allen sehr gerne gefolgt.
Menschlich und echt!
Grace lebt in einem kleinen irischen Küstendorf. Am Liebsten ist sie für sich alleine, schwimmt, angelt und verbringt Zeit mit ihrem Hund. Sie ist eher ruppig, hat aber eine weiche Seite, die sie nur selten zeigt. Als Evan das Cottage mietet, das Grace gehört, ist sie auf gewisse Weise fasziniert von diesem Städter, der eine schwere Last mit sich rumschleppt. Er will nur eine Woche bleiben, aber es kommt alles anders… Mich hat der Klappentext des Romans „Mitternachtsschwimmer“ von Roisin Maguire (Übersetzung: Andrea O‘Brien) angesprochen und so habe ich es mir gekauft. Eine Erwartung hatte ich an den Roman nicht, aber wenn ich sie gehabt hätte, wäre sie übertroffen worden. Ich bin sehr schnell tief in die raue Küstenlandschaft Irlands, die abweisende und zugleich warmherzige Art der Protagonisten Grace und Evan‘s tiefe, alles verzehrende Traurigkeit eingetaucht. Dieser Roman wirkt derb, sperrig und manchmal fast lieblos. Aber unter diesem ersten Eindruck liegt unglaublich viel Nähe, Liebe und Wärme. Furchtbare Erlebnisse, die jeden Menschen verändern würden, haben Spuren hinterlassen und Grace hilft Evan auf ihre ganz spezielle Art, aus dieser Trauer aufzutauchen und wieder am Leben teilzunehmen. Nicht ohne weitere bestürzende Erlebnisse und schwer auszuhaltende Worte, die endlich ausgesprochen werden müssen. Ein bewegender Roman, der mich manchmal schockiert hat, manchmal traurig gemacht hat und letztlich voller Verständnis und Zuneigung auf diese Geschichte hat blicken lassen. Großartig geschrieben, so menschlich und echt, ohne Pathos und Schnickschnack - einfach nur gut! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Fast ein Highlight, aber eben nur fast
Es hätte ein Highlight sein können . Denn das Potenzial war groß. Dieses Buch ist Irland pur. Das raue Irland, das ländliche Irland, das wahre Irland. Nicht das romantisierte Irland und nicht das städtische Irland. In dem Buch findet man den irischen Charakter. Man liest ihn in den Figuren, zwischen den Zeilen und bildliche Gestaltung in den Worten ist grandios. Die Geschichte über Grace und ihre Gegenwart und Vergangenheit hat mich sehr in den Bann gezogen. Sie ist nicht der grundlegende sympathische Charakter aber hat sehr viel Charme und Tiefe. Evan bringt ein großes schweres Päckchen mit und es folgt ihm eines, was sich jedoch als Segen herausstellen wird. Bis zu einem gewissen Punkt war dieses Buch echt richtig gut aber ich konnte nicht drüber hinweg lesen, dass die Pandemie so thematisiert wurde. Die Worte: Masken, Abstand, Systemrelevant usw. haben jedes Mal so ein dumpfes und schlechtes Gefühl in meinem Magen erzeugt, dass mir mitunter richtig schlecht wurde. Der nächste Punkt der das Highlight Potenzial untergraben hat, war Grace Umgang mit dem Hund und wie dieser oft beschrieben wurde. Das tat mir zu sehr in der Seele weh. Und der letzte Punkt kommt erst im letzten Kapitel zum tragen, deswegen sage ich nichts dazu, aber das ist für mich einfach ein No-Go und ich könnte dann spätestens keine 5 Sterne mehr geben. Aber gute 4 Sterne.
Leise, aber eindringlich
Das ist kein Buch, das einen mit Action oder großen Wendungen sofort packt – sondern eines, das sich langsam entwickelt und dabei immer tiefer geht. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass sich die Geschichte mehr über Stimmung als über Handlung erzählt. Diese ruhige, teilweise fast melancholische Atmosphäre hat mich aber genau deshalb gut abgeholt. Man wird ein bisschen gezwungen, sich Zeit zu nehmen und zwischen den Zeilen zu lesen. Die Figuren wirken sehr echt, mit all ihren Gedanken und Unsicherheiten. Gerade diese inneren Konflikte haben das Buch für mich interessant gemacht, auch wenn es stellenweise eher ruhig dahinläuft. Der Schreibstil ist angenehm, aber nichts für „schnell mal nebenbei lesen“. Man muss sich schon darauf einlassen – dann funktioniert es aber gut. Für mich ist es ein Buch, das nicht laut ist, aber trotzdem hängen bleibt. Kein Highlight wie manche richtig spannenden Geschichten, aber definitiv etwas Besonderes.

Abgeschiedenheit in einem kleinen Küstenort Irlands. Ewan versucht über einen großen Verlust hinweg zu kommen, dann plötzlich Lock Down. Wunderbare bildhafte Sprache, ruppige Töne der "Eingeborenen", deren Zuneigungnicht geschenkt wird. Manchmal hat der Übersetzer interessante Worte gewählt, welche ich bis dato nicht kannte wie bräsig oder brammig. Ein leises Buch und doch fesselnd!
Atmosphärisch ruhiger Roman
Ein tragischer Schicksalsschlag führt Evan nach vielen Selbstvorwürfen, großer Wut und Enttäuschung ins kleine Dorf Ballybrady an der irischen Küste. Hier plant er kurz vorm psychischen Zusammenbruch zur Ruhe zu kommen und zu sich selbst zu finden, um nach einer Woche wieder zurück in sein Leben zu gehen. Doch es kommt alles anders, da der Coronavirus und der erste Lockdown ihn für längere Zeit an diesen malerischen Küstenort binden. Er hat das Ferienhäuschen von der ruppigen Grace gemietet, die er immer wieder auf seinen Streifzügen durch den Ort und am Meer trifft. Und ganz langsam entsteht nicht nur zu Grace sondern auch zu den Bewohnern von Ballybrady eine zarte Verbindung, die Evan hilft und stärkt. Als jedoch sein gehörloser Sohn plötzlich vor der Tür steht, gerät Evans fragiles Gefüge mächtig ins Wanken. Doch überraschenderweise findet Grace Zugang zu dem Jungen und schafft eine Verbindung zwischen Vater und Sohn. Roisin Maguire hat einen wunderbar einfühlsamen, bildgewaltigen und sehr atmospährischen Roman geschrieben, der mir sehr viel Lesefreude beschert hat und den ich sehr gerne weiterempfehle. Einen ganz kleinen Abzug gibt es von mir für den Ausgang der Beziehung zwischen Grace und Evan, der mir etwas zu konstruiert erschien und den es so für mich nicht gebraucht hätte.
Heilung in den Wellen und der Mut, zwischen den Trümmern des Lebens wieder aufzutauchen.
Roisin Maguire entführt das Lesepublikum an einen rauen sowie wunderschönen Ort an der irischen Küste, der weit mehr als nur eine Kulisse darstellt. Der Schreibstil ist angenehm dicht und schafft es hervorragend, die harten Konsequenzen menschlicher Schicksale greifbar zu machen. Die Atmosphäre des kleinen Ortes wirkt fast wie ein eigener Charakter, der die Verlorenen und Suchenden dieser Welt schützend in die Arme schließt. Es ist ein Buch, das die Kraft der Gemeinschaft feiert und zeigt, wie wichtig ein sicherer Hafen für die Seele ist. Die Charakterzeichnung ist in diesem Roman besonders gelungen, da die Figuren alle ihre Ecken und Kanten haben. Eine der Protagonistinnen, Grace, wird zwar als verrückt bezeichnet, doch erfährt sie innerhalb der Gemeinschaft eine tiefgehende Akzeptanz sowie Respekt. Ihre eigenwillige und schroffe Art verleiht der Geschichte eine ganz besondere Note, die weit weg von typischen Klischees liegt. Besonders bewegend ist die Geschichte des elfjährigen Jungen, der bei seinem Vater abgestellt wird. Der Vater ist selbst an diesen Ort geflohen, um sein Leben zu hinterfragen, während die Eltern des Jungen zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren und das Kind dabei schlichtweg übersehen haben. Die Selbstheilung, die der Junge in dieser Umgebung erfährt, ist herzerwärmend sowie traurig zugleich. Gegen Ende nimmt die Handlung eine dramatische Wendung, die ich nach dem Klappentext so nicht erwartet hätte. Diese Spannung hat mich dazu gebracht, die Seiten deutlich schneller zu lesen, da mir das Schicksal des kleinen Jungen sehr ans Herz gewachsen ist. Die Erzählung verdeutlicht auf schmerzliche Weise, dass Heilung oft erst dort möglich ist, wo Menschen füreinander einstehen und gegenseitig aufeinander aufpassen. Ein berührendes Werk über Neuanfänge und die heilende Kraft der Natur sowie der menschlichen Verbindung, das trotz der schweren Themen ein tiefes Gefühl von Geborgenheit hinterlässt. Wissenswertes Die Autorin Roisin Maguire stammt selbst aus Nordirland, was die Authentizität der rauen Küstenlandschaft in ihrem Debütroman erklärt. Der Roman erschien im Original unter dem Titel "Night Swimming". Maguire verwebt in dieser Geschichte ihre Beobachtungen über kleine Dorfgemeinschaften mit den universellen Themen von Isolation sowie Zugehörigkeit. Ein zentrales Motiv ist das Schwimmen im offenen Meer als Metapher für den Mut, sich den eigenen Ängsten zu stellen und die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Kritiker loben oft die Mischung aus melancholischem Tiefgang und dem trockenen, irischen Humor, der die Handlung immer wieder auflockert.


























































