
397 Followers
Spannend, grausam und menschlich. Einmal Vertrauen und wieder zurück.
Nachdem er irgendwie länger vergriffen war, habe ich mich nun an den oft besprochenen und hochbewerteten Thriller „Seltsame Sally Diamond“ von Liz Nugent gewagt, der inzwischen beim Gutkind Verlag erschienen ist. Sally Diamond ist anders. Sie versteht vieles wörtlich, lebt zurückgezogen mit ihrem Vater und hat kaum Kontakt zu anderen Menschen. Als ihr Vater stirbt, tut sie genau das, was er ihr einmal gesagt hat: Sie entsorgt ihn mit dem Müll. Was folgt, ist ein Medienrummel – und plötzlich wird Sally mit einer Vergangenheit konfrontiert, von der sie bisher nichts wusste. „Seltsame Sally Diamond“ ist eine spannende und teilweise wirklich grausame Geschichte über Trauma, Vertrauen, Lügen und die Frage, wie sehr unsere Vergangenheit bestimmt, wer wir werden. Was kann man einem Menschen antun? Wie viel Grausamkeit kann ein Mensch ertragen? Und was macht das Erlebte aus ihm? Besonders interessant fand ich die unterschiedlichen Entwicklungen der Figuren. Menschen können Ähnliches erleben und trotzdem völlig verschiedene Wege gehen. Wie viel unseres Charakters steckt in unserer DNA? Werden wir durch unsere Herkunft bestimmt oder durch das, was wir erleben? Und gibt es irgendwann einen Punkt, an dem die eigene Vergangenheit keine Erklärung mehr für das eigene Handeln sein darf? Liz Nugent gibt darauf keine einfachen Antworten. Zum Glück, denn dafür sind Menschen zu kompliziert. Sally selbst habe ich schnell ins Herz geschlossen. Ihre direkte Art, ihre Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen und ihre langsame Entwicklung haben mich berührt. Besonders schön fand ich, wie sie lernt, anderen zu vertrauen und sich langsam zu öffnen. Ich war schnell in der Geschichte drin und habe das Buch sehr gerne gelesen. Gleichzeitig musste ich oft schlucken. Manche Szenen sind wirklich grausam und nur schwer auszuhalten. Besonders Peters Kapitel haben mich immer wieder schockiert und teilweise fassungslos vor dem Buch sitzen lassen. Nicht ganz überzeugt haben mich einige Redundanzen in Sallys und Peters Storyline. Manche Gedanken und Entwicklungen hätten für meinen Geschmack etwas gestrafft werden können. Auch mit dem Ende habe ich gehadert und hätte mir einen anderen Abschluss gewünscht. Aber das Leben läuft eben auch nicht immer so, wie wir es uns wünschen – und das Ende ergibt durchaus Sinn. Insgesamt war „Seltsame Sally Diamond“ für mich ein sehr spannender, menschlicher und oft erschreckender Roman. Sallys Geschichte hat mich gepackt und berührt, vor allem aber haben mich die Fragen nach Trauma, Verantwortung, Vertrauen und der menschlichen Natur beschäftigt. Klare Empfehlung für alle, die psychologisch intensive Geschichten mögen und auch mit schwierigen, teilweise sehr grausamen Themen umgehen können. #SeltsameSallyDiamond #LizNugent #Trauma #Vertrauen #Familie #PsychologischerRoman

2 hours ago
Spannend, grausam und menschlich. Einmal Vertrauen und wieder zurück.
Nachdem er irgendwie länger vergriffen war, habe ich mich nun an den oft besprochenen und hochbewerteten Thriller „Seltsame Sally Diamond“ von Liz Nugent gewagt, der inzwischen beim Gutkind Verlag erschienen ist. Sally Diamond ist anders. Sie versteht vieles wörtlich, lebt zurückgezogen mit ihrem Vater und hat kaum Kontakt zu anderen Menschen. Als ihr Vater stirbt, tut sie genau das, was er ihr einmal gesagt hat: Sie entsorgt ihn mit dem Müll. Was folgt, ist ein Medienrummel – und plötzlich wird Sally mit einer Vergangenheit konfrontiert, von der sie bisher nichts wusste. „Seltsame Sally Diamond“ ist eine spannende und teilweise wirklich grausame Geschichte über Trauma, Vertrauen, Lügen und die Frage, wie sehr unsere Vergangenheit bestimmt, wer wir werden. Was kann man einem Menschen antun? Wie viel Grausamkeit kann ein Mensch ertragen? Und was macht das Erlebte aus ihm? Besonders interessant fand ich die unterschiedlichen Entwicklungen der Figuren. Menschen können Ähnliches erleben und trotzdem völlig verschiedene Wege gehen. Wie viel unseres Charakters steckt in unserer DNA? Werden wir durch unsere Herkunft bestimmt oder durch das, was wir erleben? Und gibt es irgendwann einen Punkt, an dem die eigene Vergangenheit keine Erklärung mehr für das eigene Handeln sein darf? Liz Nugent gibt darauf keine einfachen Antworten. Zum Glück, denn dafür sind Menschen zu kompliziert. Sally selbst habe ich schnell ins Herz geschlossen. Ihre direkte Art, ihre Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen und ihre langsame Entwicklung haben mich berührt. Besonders schön fand ich, wie sie lernt, anderen zu vertrauen und sich langsam zu öffnen. Ich war schnell in der Geschichte drin und habe das Buch sehr gerne gelesen. Gleichzeitig musste ich oft schlucken. Manche Szenen sind wirklich grausam und nur schwer auszuhalten. Besonders Peters Kapitel haben mich immer wieder schockiert und teilweise fassungslos vor dem Buch sitzen lassen. Nicht ganz überzeugt haben mich einige Redundanzen in Sallys und Peters Storyline. Manche Gedanken und Entwicklungen hätten für meinen Geschmack etwas gestrafft werden können. Auch mit dem Ende habe ich gehadert und hätte mir einen anderen Abschluss gewünscht. Aber das Leben läuft eben auch nicht immer so, wie wir es uns wünschen – und das Ende ergibt durchaus Sinn. Insgesamt war „Seltsame Sally Diamond“ für mich ein sehr spannender, menschlicher und oft erschreckender Roman. Sallys Geschichte hat mich gepackt und berührt, vor allem aber haben mich die Fragen nach Trauma, Verantwortung, Vertrauen und der menschlichen Natur beschäftigt. Klare Empfehlung für alle, die psychologisch intensive Geschichten mögen und auch mit schwierigen, teilweise sehr grausamen Themen umgehen können. #SeltsameSallyDiamond #LizNugent #Trauma #Vertrauen #Familie #PsychologischerRoman
2 hours ago









