Pina fällt aus

Pina fällt aus

Hardback
4.6851

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Description

Wenn du weißt, dass du für jemanden die ganze Welt bist

Als Pina mitten auf der Straßenkreuzung zusammenbricht, hat sie nur einen Gedanken: Wer kümmert sich jetzt um Leo? Ihr Sohn ist zwanzig Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt, die außer ihm nur Pina kennt. Morgens verlässt er das Bett erst, wenn eine grüne Blase in seiner Lavalampe aufsteigt. Wenn er Treppen geht, dann in seinem eigenen Rhythmus: immer zwei Schritte vor und einen Schritt zurück.

Die übrigen Hausbewohner verstehen den merkwürdigen Jungen nicht. Die sechzehnjährige Schulabbrecherin Zola, der resignierte Einsiedler Wojtek und die lebensmüde Seniorin Inge haben mit sich selbst schon genug zu tun. Doch jetzt liegt Pina auf der Intensivstation und Leo ist zum ersten Mal allein in der Wohnung. Die Nachbarn sind in Schockstarre. Sie können doch wohl nicht zuständig sein! Aber Leo braucht sie. Und während diese ungewöhnliche Truppe durch einen völlig neuen Alltag stolpert, realisiert jeder Einzelne von ihnen: Sie brauchen Leo auch.

Vera Zischke erzählt voller Witz und Wärme von einer Hausgemeinschaft, die zusammenhält.

»Mit Pina fällt aus gibt Vera Zischke der Buchbranche eine neue Facette. Tief. Klar. Bewegend. Und absolut relevant.« Westdeutsche Zeitung

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
304
Price
22.70 €

Author Description

Vera Zischke wurde 1980 im Rheinland geboren und ist ausgebildete Journalistin. Sie schreibt tagsüber für die Zeitung, nachts Romane und bezeichnet das als Glück. Sie behauptet, alles in ihren Geschichten sei wahr, nur die Figuren seien erfunden. Ihr Debütroman Ava liebt noch wurde tausendfach auf Social Media empfohlen und so zum geheimen Bestseller. Auf Instagram schreibt sie unter @verazischke über ihr Leben als »Tired Writing Mom«, manchmal auch über pflegende Elternschaft. Vera Zischke ist Mutter eines autistischen Kinds und lebt mit ihrer Familie im Ruhrgebiet.

Characteristics

9 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
38%
44%
2%
3%
48%
9%
53%
63%
41%
83%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
85%
83%
81%
77%

Pace

Fast11%
Slow0%
Moderate89%
Variable0%

Writing Style

Simple89%
Complex0%
Moderate11%
Bildhaft (71%)Minimalistisch (29%)Poetisch (14%)Außergewöhnlich (43%)

Posts

246
All
5

Ganz wundervoll!

Leo lebt in seiner eigenen Welt. Er wohnt mit Mama Pina zusammen, die sich seit 20 Jahren um ihn kümmert - ganz aufopferungsvoll, ohne groß selbst an sich zu denken. Sie kennt ihn mit all seinen Ticks und weiß meistens damit umzugehen. Als Pina plötzlich auf der Straße nach dem Einkauf zusammenbricht und ins Krankenhaus kommt, ändert sich nicht nur alles für Leo, sondern auf für seine Nachbarn Inge, Zola und Wojtek, die sich um den jungen Mann kümmern - gemeinschaftlich. Dieses Buch ist ganz wundervoll, herzerwärmend und mit so vielen herrlichen zwischenmenschlichen Momenten gespickt, dass es eine Freude war, es zu lesen. Die Schriftstellerin schreibt so unaufgeregt, es passiert aber so viel. Liebe, über die eigenen Grenzen hinauswachsen, aber auch eigene Grenzen erkennen. Das Erkennen, dass nicht nur Leo alle braucht, sondern alle anderen Leo.

5

Wow

Wunderschön, wichtig und eine Stimme für Inklusion. Toller Schreibstil! Ich habe jede Seite genossen!

4

Eine Geschichte die leise kommt und lange nachhallt.

Pina bricht mit vollen Einkaufstaschen auf der Straße zusammen und während sie auf der Intensivstation liegt, ist ihr 20-jähriger Sohn Leo zum ersten Mal allein. Leos Diagnose wird im Buch kein einziges Mal genannt, ist aber sonnenklar: Leo ist Autist. Und seine Welt besteht aus Routinen, die jetzt plötzlich wegbrechen. Das hat mich von der ersten Seite an gepackt. Was Vera Zischke hier schreibt, fühlt sich so nah an, weil es so verdammt ehrlich ist. Es geht um Carearbeit und Mental Load, um Behinderung und die daraus resultierende Isolation, um pflegende Elternteile und Hilfssysteme am Limit. Kein Zuckerguss, keine einfachen Antworten – aber auch kein Elendsporno. Der Ton bleibt warm, auch wenn die Themen schwer sind. Die Nachbarn Inge, Wojtek und Zola könnten unterschiedlicher kaum sein. Alle drei haben mit sich selbst genug zu tun. Und trotzdem – oder gerade deshalb – hat mich ihr langsames Zusammenwachsen so bewegt. Weil es nicht kitschig ist. Weil es stolpert, scheitert, wieder aufsteht. Und weil sie irgendwann merken: Sie brauchen Leo auch. Der Schreibstil von Zischke ist wirklich eine Klasse für sich. Klar, präzise, aber mit diesen kleinen Momenten, die einem den Atem verschlagen. „Er braucht sie auch, weil sie die Welt für ihn zusammenhält, sortiert, gelegentlich aussperrt und in verdaubare Häppchen einteilt.” Solche Sätze liest man nicht einfach – man fühlt sie. Einen Stern Abzug gibt es, weil mich das Tempo zwischendrin kurz verloren hat. Aber das Ende hat dann alles wieder eingefangen und mehr. Pina fällt aus ist kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Und vor allem: ein ehrliches. Vera Zischke schreibt aus gelebter Erfahrung, und man spürt das auf jeder Seite. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, bekommt eine Geschichte, die noch lange nachhallt. Rezensionsexemplar von NetGalley. Danke dafür.

Eine Geschichte die leise kommt und lange nachhallt.
5

"P" der A-Z Challenge "Leo Luxen, du bist jetzt zwanzig Jahre alt und ihr müsst langsam mal miteinander zurechtkommen, die Welt und du." "Er braucht sie nicht nur, weil sie ihn versorgt. Er braucht sie auch, weil sie die Welt für ihn zusammenhält, gelegentlich aussperrt und in verdaubare Häppchen einteilt. Ohne sie implodiert seine ganze Galaxie, fällt in sich zusammen, zerbröselt zu Staub und er fällt, fällt, fällt." "Es ist nicht nur eine Bürde, weißt du. Es ist auch ein Privileg. Leo hat mir Zutritt zu einer Welt verschafft, die die meisten Menschen niemals betreten. Ich habe mehr von ihm gelernt als von allen anderen Menschen auf der Welt." Was für ein schönes Buch, ich mochte alles daran... Die alleinerziehende Pia, die ihr Leben nach ihrem Sohn Leo ausgerichtet hat und sich selbst hinten anstellt. Leo, der in seiner eigenen Welt lebt, nur Frosties isst und Veränderungen hasst. Die Witwe Inge, die ihre Wohnung nicht mehr verlässt und darauf wartet, ihrem Mann zu folgen. Die rebellische Schulabbrecherin Alina, die sich Zola nennt und von ihrem Vater in das Mietshaus in der Hansastraße verbannt würde. Den Einsiedler Wojtek, der aus Liebe ein Vermögen für Sammelfiguren ausgibt. Den Busfahrer Harry, der genau eine Zigarettenlänge auf Leo wartet und dann losfährt. Die Bewohner der Hansastraße könnten unterschiedlicher nicht sein, aber als der Ausnahmezustand eintritt und Pia für Wochen im Krankenhaus ist, werden sie zu einer eingeschworen Gemeinschaft. Die Hausgemeinschaft hält zusammen und kümmert sich in dieser ungewohnten Situation gemeinsam um Leo. Und sie merken schnell, dass sie nicht nur geben sondern ganz viel zurückbekommen. Ein Buch zum Thema Inklusion mit der nötigen Ernsthaftigkeit, aber auch mit der perfekten Brise Humor. Es gibt eine ganz klare Leseempfehlung von mir ⭐

5

Drei Vögel für Leo

Hansastrase 22. Wuppertal. Ein Mehrfamilienhaus. Soweit so normal. Hier leben die lebensmüde Rentnerin Inge, Wojtek, die 16 jährige Alina/Zola und Pina Laxen mit ihrem Sohn Leo. Man grüßt sich, lebt ansonsten aber aneinander vorbei. Doch einmal in der Woche gibt Pina ihren 20jährigen Sohn bei Inge ab, um einkaufen zu gehen. 90 Minuten lang Auszeit. „Hätte sie gewusst, was dieser Tag verändert, sie hätte vielleicht noch einmal hingeguckt, sich ein wenig Zeit gelassen. Ein bisschen über ihr Leben nachgedacht. Ganz sicher hätte sie befunden, dass es eigentlich ein ganz gutes Haus ist und ein gutes Dasein. Was man eben denkt, wenn man vor die Wahl gestellt wird, ob man das Leben nimmt, wie es ist, oder keines mehr hat.“ Und dann bricht das strukturierte Kartenhaus zusammen, Pina wird als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert und Leo ist allein. Doch ist er wirklich allein? Das ist genau DAS Buch, das die Welt aktuell dringend benötigt, einfach weil man den Glauben an die Menschheit zurückbekommt und man sich Nachbarn wie Inge, Wojtek und Zola in seinem Leben wünscht. Nach dem tollen „Ava liebt noch“ liefert Vera Zischke ihr zweites Buch ab, auf das ich mich riesig gefreut hatte und hohe Erwartungen hatte. Et voilà, diese wurden weit übertroffen. „Pina fällt aus“ lässt sich flüssig lesen, man schließt nach und nach alle Figuren ins Herz und fiebert mit ihnen mit. Sie alle durchlaufen eine immense Entwicklung, die es ohne Leo nicht gegeben hätte. „Ein Mensch genügt. Ein Mensch, der einem das Gefühl gibt, dass es nicht egal ist, ob man lebt oder nicht. Ein Mensch, der zuhört. Ein Mensch genügt, um die Einsamkeit auszuhalten, um die eigene Existenz nicht für einen einzigen großen Irrtum zu halten. Ein einziger Mensch.“ Nebenbei ist das Buch voller wunderschöner Sätze, die man markieren und ständig zitieren möchte. Jeder braucht einen Leo und eine Hausgemeinschaft wie in der Wuppertaler Hansastraße. „Pina fällt aus“ ist ein Buch, dass das Herz wärmt.

4.5

✨Drei Vögel für Leo✨Herzensbuch✨

Ein Buch was zeigt wie wichtig Inklusion ist. Wunderschön geschrieben. Ein Buch was in Erinnerung und im Herzen bleibt✨

✨Drei Vögel für Leo✨Herzensbuch✨
5

"...Störsteine. Es braucht sie sogar ganz dringend. Und sie müssen mitten im Fluss stehen, nicht am Rand." Eigentlich wollte ich nicht zu diesem bereits ab Erscheinen sehr gut besprochenen Buch greifen, bis ich las, dass es um ein Kind mit Behinderung geht. Mitten im Sozialstaat Deutschland. Eine Mutter, alleinerziehend und originelle Nachbarn. Das hat meine Neugier geweckt. Zudem ist es mein erstes Buch dieser vielfach gut besprochenen Autorin. Pina ist Mutter von Leo und hat Sorgen, "Denn immer, immer, wenn sie an ihren Tod denkt, sieht sie Leo einsam auf einer Lichtung stehen." Theo lebt mit Einschränkungen, ist "behindert". Doch Pina gelingt es, ihren Alltag zu zweit zu meistern bis sie tatsächlich ausfällt. Als Leo allein gelassen bei der alten Nachbarin zurückbleibt und niemand von offizieller Stelle die Not begreift, müssen die Nachbarn einspringen. Auch alle allein, belastet, kautzig und überfordert. Wie das gelingt und was es mit den Charakteren macht, beschreibt Vera Zischke gekonnt in diesem Roman. In den flüssig, anschaulich, modern, leicht verständlich Text habe ich mühelos hinein gefunden. Alles mit einer Prise Humor unterlegt, wird die Problematik der alleinerziehenden Pina mit dem inzwischen 20 jährigen schnell deutlich und man fühlt mit. Herzergreifend, wie geduldig und liebevoll sie ist, noch Zeit für die bedürftige Nachbarin aufbringt und zu wenig an sich selbst denkt. Auch die weiteren Charaktere sind anschaulich geschildert und ihre Handlungen wirken glaubhaft und passend. In so vielen Situationen kann man sich aufregen, bangen und hoffen, dass jeder seinen Weg finden wird und die Nächstenliebe siegt. Auch wenn der Lauf der Geschehnisse ein wenig idealisiert erscheint, gibt gerade das der Geschichte die Wertigkeit und unterstreicht die Botschaft. Dies ist eine außergewönlich gut erzählte Geschichte warmherzig, mitreißend und mit Tiefgang, die jedem zu empfehlen ist. »Leo ist Teil dieser Welt wie alle anderen auch. Ich will nicht, dass er versorgt ist. Ich will, dass er dazugehört."

5

Eine Wucht

Vera Zischke schreibt so wundervoll. Ich habe die Geschichte um Leo, Pina und die Hansastraße in einem Rutsch gelesen. Der Schreibstil deckt mich zu wie eine Kuscheldecke- ich kann nicht genug bekommen, gleichzeitig schenkt mir diese Geschichte so viel Hoffnung in einer Welt, in der jeder scheinbar mit jedem Tag egoistischer wird. Veras Geschichte zeigt mir, aus welchem Material wir Menschen eigentlich wirklich sind, wenn es drauf ankommt. Danke für wertvolle Lesestunden, Danke für die Bereicherung meiner Lebenszeit, Danke für ein Buch über Autismus-Spektrum, Danke für die Huldigung pflegender Eltern!!! Ich liebe jede einzelne Hauptperson, jede einzelne Zeile in diesem Buch. Pina: „Behindert ist nicht die kaputte Version von normal,[…]. Leo ist Teil dieser Welt wie alle anderen auch. Ich will nicht, dass er versorgt ist. Ich will, dass er dazugehört. Aber ich komme nicht damit durch. Ich bin [als pflegendes Elternteil eines Kindes im Autismus-Spektrum] wie der Falschfahrer in diesem Witz. […] wo jemand auf der Autobahn fährt und im Radio die Warnung hört, dass ein Falschfahrer unterwegs ist. Und der Typ sagt: Einer? Hier sind Hunderte!“ S.278 Pina: „Es ist nicht nur eine Bürde, weißt du. Es ist auch ein Privileg. Leo hat mir Zutritt zu einer Welt verschafft, die die meisten niemals betreten. Ich habe mehr von ihm gelernt als von allen anderen Menschen auf der Welt.“ S. 290 ♥️

4

"Pina fällt aus" ist ein sensibler, tiefgründiger und sehr authentischer Roman, der das Thema Inklusion sowie die enorme Belastung pflegender Angehöriger eindrucksvoll beschreibt; nicht zuletzt durch die eigenen Erfahrungen der Autorin. Der Schreibstil ist flüssig, wortgewandt und lässt sich angenehm lesen. Ich habe die ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft der Hausbewohner auf jeden Fall gerne begleitet. Eine warmherzige Geschichte, die durch besonderes Feingefühl und einer feinen Prise Humor noch sicherlich lange nachhallen wird.

4.5

Eine wundervolle Geschichte über Nachbarschaft, Verantwortung und Zusammenhalt, die zeigt wie wichtig Inklusion ist.

Ich kenne die Autorin von „ava liebt noch“ und da das schon ein 5-Sterne-Buch für mich war, musste ich „Pina fällt aus“ direkt vorbestellen. Nun bin ich endlich zum Lesen gekommen und bin froh darüber! Ich liebe ihren Schreibstil! Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Und die Drei Vögel für Leo… was soll ich sagen? Die 3 haben mich komplett fertig gemacht; im besten Sinne. 3 Generationen, 3 ganz unterschiedliche Sichtweisen und so viele berührende Einblicke in ihre Leben. Das ganze Buch, die gesamte Geschichte mit all ihren Charakteren ist einfach verdammt gut/schön/emotional/tiefgründig! Aber Vorallem eins: Rührend. Einfach nur rührend. 🤍

5

Es braucht ein Dorf um Kinder groß zu ziehen. Bei Kindern wie Leo braucht es eine Stadt!

12 von 10 Punkten für diese einfühlsam und sensibel erzählte Geschichte von Vera Zischke. Als pflegende Mama konnte ich mich sehr gut in die verschiedenen Situationen und Gedanken von Pina einfühlen. Auch wenn ich nicht alleinerziehend bin, musste ich des öfteren hart schlucken. Denn diese Einsamkeit, diese Verzweiflung und das Hintenanstellen eigener Bedürfnisse, das Ignorieren von Schmerz kenne ich sehr gut. Pflegende Eltern funktionieren, sie reagieren sofort und sind das einzige Sprachrohr ihres Kindes. Viele geben sich völlig auf für ihr Kind. Es bleibt nichts anderes übrig. Zudem ist man auf den goodwill so einiger Menschen angewiesen. Unser Fahrdienst ist ein Juwel. Allein die Vorstellung, das Kind würde stehen gelassen, weil man nicht schnell genug am Bus ist, dann einfach zu los zu fahren, ist grotesk bis absurd! Aber es zeigt genau auf, wieviele Rädchen hier ineinander greifen müssen, damit Leo seinen Tag leben kann. Die Entwicklung von Leo und seinen Vögeln fand ich großartig beschrieben. Besonders berührt war ich natürlich von Zola. Manche junge Menschen brauchen doch erst den Blick auf andere Mitmenschen, um sich ihrer Privilegien bewusst zu werden. Das war für mich absolut authentisch erzählt. Ich wünsche diesem Roman die größtmögliche Aufmerksamkeit. Gerade in einer Zeit, in der Politiker meinen, dass Teilhabe und Förderung von Kindern einfach weggekürzt werden kann, ist eine Stimme wie von Frau Zischke pures Gold wert! Dies ist ein sehr wichtiges Buch für uns alle, damit wir umsichtiger mit unseren Mitmenschen umgehen.

Es braucht ein Dorf um Kinder groß zu ziehen. Bei Kindern wie Leo braucht es eine Stadt!
5

"Wie schweben."

Da ärgert man sich über die eigenen Kinder, die das "gesunde", selbstgekochte Essen mal wieder nicht essen wollen und liest anschließend diesen Roman, welcher alle Gedanken durcheinander wirft, nur um in anderer Art und Weise wieder Ordnung und Frieden zu bringen! Denn da gibt es Pina und ihren 20 Jährigen Sohn Leo, der jeden Tag seine Frosties auf bestimmte Weise essen muss, damit er den Bus nicht verpasst. Eines Tages kommt Pina nach dem Einkaufen jedoch nicht mehr wieder und die Pensionistin Inge, die Videospielkriegerin Zola sowie der Einzelgänger Wojtek stehen vor der Herausforderung: Leo und sein Universum... Die Autorin Vera Zischke bringt in ihrem Roman die Andersartigkeit in das Licht der Normalität und zeigt auf humorvoll, leicht zynische Art, dass die Gesellschaft neurodivergente Menschen nicht nur als versorgt betrachten, sondern viel mehr als Teil dieser Welt annehmen sollte. »Es ist nicht nur eine Bürde, weißt du. Es ist auch ein Privileg. Leo hat mir Zutritt zu einer Welt verschafft, die die meisten Menschen niemals betreten. Ich habe mehr von ihm gelernt als von allen anderen Menschen auf der Welt.« Das dies keineswegs eine einfache Aufgabe darstellt, lernen die Hausbewohner der Hansastraße 22 nach und nach, begegnen Verzweiflung, unerwarteten Freuden und wachsen dabei über sich selbst hinaus. Ich hatte während dem Lesen stark den Eindruck, es nicht bloß mit fiktiven Romanfiguren zu tun zu haben, sondern mit Menschen aus dem echten Leben- so nahbar, so gefühlvoll, so ehrlich, so abweichend, so selbstverständlich! 》Es ist eine Aufgabe, denkt Inge. Es ist eine große Aufgabe, die Welt für jemanden passend zu machen, die nicht für ihn geschaffen ist. Und da sind sie nun. Eine alte Frau, ein wütendes Mädchen und ein Einsiedler, das ist alles, was diesem Jungen bleibt. Drei schräge Vögel.《 Ein Highlight war für mich persönlich auf alle Fälle die Szene auf dem Parkplatz mit dem Bus, da ging mir erst das Herz auf um anschließend lachend und glücklich den Konsequenzen zu begegnen. Mein liebster Charakter war Pina, da ich als Mutter ihre Emotionen und Gedanken am meisten nachvollziehen konnte. Sie zeigt eine beeindruckendende Stärke und unendliche Liebe, trägt eine riesige Last auf ihren Schultern und ist dabei so authentisch geschrieben, dass mir die Tränen in die Augen kamen. Sie lernt auf hartem Weg -man muss nicht alles alleine schaffen- es gibt möglicherweise Menschen, die man als solche Hilfe gar nicht wahrnimmt, die jedoch als wertvolle Unterstützung in harten Lebenslagen zur Seite stehen. »Genau, du hast uns. Leo, 20, Hansastraße 22, wird Busfahrer, hat drei Vögel.« Fazit: Eine große Lesehighlight-Empfehlung! Ein unglaublich herzerwärmendes, emotionales, einfach nur großartiges Buch über die Besonderheit der Neurodiversität und das Erkennen der Liebe darin!

4.5

Ein ergreifender Appell für mehr Aufgeschlossenheit gegenüber Neurodiversität und mehr Respekt für Care-Arbeit

🌈„Vielleicht gibt es keine Normalität. Vielleicht wird ganz schön viel Mist im Namen dieser Normalität gemacht, weil alle so furchtbar viel Angst davor haben, nicht normal zu sein. Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, ob es nicht vielmehr ein Spektrum des Menschseins gibt, auf dem sich alle irgendwie bewegen, aber jeder an einer anderen Stelle.“ (S. 173f.) Dieses Buch zeigt eindrücklich, wie herausfordernd und zugleich bereichernd Care-Arbeit ist. Doch was passiert, wenn die Person ausfällt, die diese Arbeit ausführt? Als Pina auf der Straße zusammenbricht und in die Notaufnahme kommt, stellt sich allen in der Nachbarschaft die Frage: Wer kümmert sich um ihren autistischen Sohn Leo? Vera Zischke gelingt es in ihrem Buch, dieses Szenario realistisch auszugestalten. Drei großartige Charaktere nehmen sich Leo an: Die rebellische 16-Jährige Zola, die vom Leben gezeichnete Inge und der Eigenbrötler Wojtek. Sehr schnell wachsen sie einem ans Herz in ihrem Bemühen, den Ausfall von Pina zu kompensieren – was letztlich unmöglich bleibt. Es ist schön zu verfolgen, wie sie kleine Erfolge im Umgang mit Leo feiern, ihn immer besser kennenlernen und vor allem von ihm lernen. Es ist die Stärke des Romans, dass Leo nicht zu einer Karikatur reduziert wird. Seine Art, die Welt zu strukturieren und kleine Erlebnisse zu wertschätzen, ist eine Bereicherung für alle drei. Auch sie verstehen diese Welt nicht und versuchen ihren Platz darin zu finden - anders als Leo haben sie aber nicht das Pech, durch eine Diagnose im Vorfeld schon stigmatisiert zu sein. Sehr spannend fand ich auch die Rolle von Pina: Sie setzt sich für Leo ein, aber opfert sich über das erträgliche Maß hinaus. Sie kann die Belastung nicht verteilen, eben weil die Unterstützung (vor allem aus der Familie) fehlt. Auch sie muss lernen, Hilfe anzunehmen und zu erfragen. In verschiedenen Dialogen kritisiert Vera Zischke den Umgang der Gesellschaft mit Neurodiversität, ohne dabei belehrend zu wirken. Es geht um die Frage, wie wir alle Menschen sichtbar machen, ihnen Mitsprache ermöglichen und sie als Teil der Gesellschaft mitwirken lassen können. Dabei wird an keiner Stelle verschwiegen, wie viel Aufopferung nötig ist. Ein simples „Was ist denn mit dem Jungen?“ reicht aber gewiss nicht aus. Im Roman lässt Vera Zischke Leo durch starke Bilder sichtbar werden: Leo, der stundenlang in den Kühlschrank starrt; Leo, der Wattestäbchen wieder einräumt, um Ordnung zu finden; Leo, der alle Türen öffnet, um sich mehr Freiheit und Gehör zu verschaffen. (Ab hier: Spoiler zum Ende) Die Wahl eines offenen Endes ist zwar nachvollziehbar, jedoch erschien mir die Auflösung zu einfach. Dass die Hausgemeinschaft sich darauf einigt, es erst einmal gemeinsam mit Leo zu probieren, ignoriert die vielen Belastungen und Dilemmata, die im Buch aufgeworfen wurden. Auch hätte ich mir noch einige Szenen von Pina und Leo gewünscht. Deren finales Aufeinandertreffen ist sehr kurz und Leo rückt doch etwas in den Hintergrund. Dennoch handelt es sich bei dem Buch schon jetzt um ein Jahreshighlight, das vor allem aufgrund der Thematik und des sensiblen Umgangs gelesen werden sollte.

Ein ergreifender Appell für mehr Aufgeschlossenheit gegenüber Neurodiversität und mehr Respekt für Care-Arbeit
4

Herzerwärmend und traurig zu gleich

Pina ist alleinerziehende Mutter eines 20 jährigen geistig Behinderten Sohns. Da die Mutter über kein soziales Umfeld verfügt, übergeht sie körperliche Symptome und landet mit einem Magendurchbruch im Krankenhaus. Jetzt muss die Versorgung des jungen Mannes unfreiwillig von der Hausgemeinschaft übernommen werden. 3 sehr unterschiedliche Menschen verbünden und versorgen Leo in der Zeit, in der Pina im Krankenhaus ist. Pina fällt aus, liest sich sehr flüssig und die Story ist fesselnd. Vera Zischkes zweiter Roman hat mir persönlich besser gefallen als ihr erster Roman Ava liebt noch. Das Thema Inklusion von Behinderten in die Gesellschaft ist ein wichtiges Thema, mit dem wir alle uns mehr auseinandersetzen sollten.

4

Eine unfassbar schöne und wichtige Geschichte, die einem zeigt, wie einfach die Welt doch sein kann, wenn man einander wahr nimmt und aufeinander acht gibt. Man muss sich nur darauf einlassen.

5

Skurrile, liebenswerte und glaubwürdig gezeichneten Figuren machen "Pina fällt aus" für mich zum besten Buch des Jahres.

Pina kümmert sich seit 20 Jahren als alleinerziehende Mutter um ihren Sohn Leo - ein junger Mann mit ganz besonderen Bedürfnissen. Morgens steht er erst auf, wenn die Lavalampe seinen Tag in Bewegung setzt. Zum Frühstück kommen nur ganz bestimmte Flocken infrage, und zwar nach einem ebenso genau festgelegten Ritual. Auch der tägliche Weg durchs Treppenhaus folgt einer eigenen Choreografie: zwei Schritte vor, einer zurück. Ohne diese vertrauten Abläufe kann der Weg in die Werkstatt für beeinträchtigte Menschen gar nicht erst beginnen. Leo ist Autist. Vera Zischke, selbst Mutter eines autistischen Kindes, verarbeitet in "Pina fällt aus" vieles von dem, was sie aus dem eigenen Leben kennt. Im Zentrum steht die Liebe zu einem Kind mit besonderen Bedürfnissen, aber ebenso die Last des Alltags, die Sorgen, die Ängste und wohl auch die Angst vor dem Aufgeben. Ebenso spürbar ist die Aufopferung, die Pinas Leben bestimmt. Als Mutter des autistischen Leo bleibt ihr kaum Raum für eigene Wünsche, und selbst die eigene Gesundheit gerät dabei in den Hintergrund. Ein seit Langem anhaltender Schmerzmittelmissbrauch, mit dem sie ihren chronisch schmerzenden Magen betäubt, funktioniert solange bis es zur Katastrophe kommt: Magendurchbruch. Krankenhaus. Koma. Pina wird nicht so bald nach Hause zurückkehren. Als Leo begreift, dass seine „Mutsch“ länger fortbleibt, gerät seine Welt aus den Fugen. Doch dann springt eine wunderbar skurrile Nachbarschaft ein, die improvisiert, sich den neuen Herausforderungen stellt und dabei experimentiert, was das Zeug hält - aber kelne Ahnung von Leos Bedürfnissen hat. Wir lernen Wojtek, Zola und Oma Inge, drei Charaktere die unterschiedlicher kaum sein könnten zusammen mit Leo kennen, lieben und wachsen mit ihnen zusammen. So entsteht eine berührende Geschichte voller Wärme und Menschlichkeit, die uns auf eine Achterbahnfahrt zwischen Freude und Herausforderung mitnimmt. Die skurrilen, liebenswerten und zugleich glaubwürdig gezeichneten Figuren machen "Pina fällt aus" für mich zu einem der besten Bücher der vergangenen Monate — und Vera Zischke für mich zur Entdeckung des Jahres.

Skurrile, liebenswerte und glaubwürdig gezeichneten Figuren machen "Pina fällt aus" für mich zum besten Buch des Jahres.
4

Herzerwärmend 🥰

Die Geschichte von Leo und Pina ist so so schön. Meine Erwartungen an das Buch wurden übertroffen! Pina fällt überraschend aus, liegt im Krankenhaus und Leo ist plötzlich alleine zu Hause. Er braucht Hilfe. Die ganze Hausgemeinschaft wächst zusammen und kümmert sich um Leo. Es ist so schön geschrieben. Ganz große Empfehlung 😊

5

Pina fällt aus von Vera Zischke – das Cover hält, was es verspricht, ich habe das Buch genauso gern gelesen wie den Debütroman der Autorin. Pinas 20jähriger Sohn Leo ist Autist. Veränderungen in seinem Alltag mag er nicht, sie bringen ihn aus dem Gleichgewicht. Jeden Morgen frühstückt er um die gleiche Zeit seine Frosties und fährt danach mit dem Bus in die Werkstatt. Der Busfahrer Harry ist Teil seiner Routine, er wird jeden Morgen begrüßt mit: „Harry Hanowski, 57, Wiesenstraße 104, Busfahrer. Ich werd auch Busfahrer.“ Pina arbeitet in einem Call Center. Nach der Arbeit eilt sie nach Hause, ihr Leben dreht sich um ihren Sohn. Sie weiß, dass Leo nie selbständig sein wird, er wird sie sein Leben lang brauchen. Sie hat seit Wochen Magenschmerzen, doch statt der Ursache auf den Grund zu gehen, betäubt sie sich mit Schmerztabletten. Bis sie auf der Straße zusammenbricht. Dienstags ist Leo für eineinhalb Stunden bei der betagten Nachbarin Inge. In der Zeit erledigt Pina die Einkäufe für Inge, die seit zwei Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat. Als Pina ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist Leo bei Inge. Inge fühlt sich mit Leos Anwesenheit über die vereinbarten eineinhalb Stunden hinaus überfordert. Auch Leo merkt schnell, dass seine Mutsch längst wieder zurück sein müsste. Sie wendet sich hilfesuchend an ihre Nachbarn Zola und Wojtek. Zola, 16, ist die Tochter des Hauseigentümers. Nach einem Vorfall hat Zolas Vater sie in einer seiner Wohnungen untergebracht. Sie soll eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin machen, was ihr gar nicht zusagt. Wojtek ist Mitte 30, er arbeitet im Home Office und verbringt seine gesamte Freizeit vor dem Computer. Es dauert seine Zeit, bis sich die drei Hausbewohner zusammenraufen und Leos Routine wieder hergestellt ist. „Es ist eine Aufgabe, denkt Inge. Es ist eine große Aufgabe, die Welt für jemanden passend zu machen, die nicht für ihn geschaffen ist. Und da sind sie nun. Eine alte Frau, ein wütendes Mädchen und ein Einsiedler, das ist alles, was diesem Jungen bleibt. Drei schräge Vögel.“ (S. 126) Die Kapitel sind aus der Perspektive von Pina, Inge, Zola und Wojtek geschrieben. Inge ist mein Lieblingscharakter. Sie mobilisiert alle ihr verbliebenen Kräfte, um für Leo da zu sein. Auch Zola macht eine tolle Entwicklung von der no future-Schulabbrecherin zu Leos bester Freundin durch. Und Wojtek tritt endlich aus der digitalen in die reale Welt ein. Leo bringt eine Kehrtwende in das Leben der Hausgemeinschaft. „Das ist ein Störstein. Er wurde ins Wasser gesetzt, um die Strömung zu stören und Treibgut aufzufangen. Wenn alles zu glatt läuft, wird das Wasser zu schnell für empfindliche Fischarten. Es braucht Störsteine. Es braucht sie sogar ganz dringend. Und sie müssen mitten im Fluss stehen, nicht am Rand.“ (S. 276). Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, Leo, Pina und die drei „schrägen Vögel“ ins Herz geschlossen und vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

5

In Pina fällt aus erzählt Vera Zischke eine warmherzige Geschichte über Pina, deren Leben plötzlich aus dem gewohnten Rhythmus gerät. Eine wichtige Rolle spielt dabei ihre Hausgemeinschaft, die zusammenhält und füreinander da ist. Besonders berührend ist, wie sich die Nachbarn liebevoll und aufopfernd um Pinas Sohn kümmern, der stark beeinträchtigt ist. Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet und wachsen einem schnell ans Herz. Gerade die Hausgemeinschaft sorgt für viele berührende, aber auch schöne und humorvolle Momente. Man spürt beim Lesen die Wärme und Menschlichkeit, die in der Geschichte steckt. Wieder einmal ein tolles Buch von Vera Zischke – und für mich persönlich sogar noch besser als Ava liebt noch. Solche wunderbaren Hausgemeinschaften würde man sich auch im echten Leben wünschen. Eine absolut herzerwärmende Geschichte, die ich von der ersten bis zur letzten Seite geliebt habe. Hast du das Buch schon gelesen und was sagst du dazu?

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5

Ein Muss 😍

Einfach nur wundervoll aus allen Perspektiven 😍😍😍

Ein Muss 😍
4

Seelenwärmer

In der heutigen Zeit, in der man meinen könnte die Welt sei verrückt geworden und Dinge plötzlich im Bereich des Möglichen sind, von denen ich glaubte wir hätten sie schon lang hinter uns gelassen, brauchts so ein Buch. Ob der Plot so realistisch ist? Allein, dass so etwas theoretisch passieren könnte, hat mich daran erinnert, dass die allermeisten Menschen im Grunde gut sind und sich im Fall des Falles für das Richtige entscheiden könnten. Und worum geht's? Pina ist pflegende Mutter eines 20 jährigen Sohnes und als sie auf der Straße zusammenbricht und ins Krankenhaus gebracht wird, ist die Hausgemeinschaft gefragt. Eine Hausgemeinschaft, die noch nie mehr als das Nötigste miteinander zu tun hatte und sich eigentlich gar nicht kennt. Jede Person hat ihre eigene schrullige Persönlichkeit und ihr eigenes Päckchen zu tragen. Eine Erinnerung daran, dass wir als Menschen alles schaffen, wenn wir zusammenhalten. Und es liest sich nicht so weichgespült, wie ich es darstelle, sondern einfach richtig schön.😉 Empfehlung.🫶

4

Drei Vögel für Leo oder es braucht ein ganzen Dorf um ein Kind großzuziehen ❤️ 🐦🐦🐦

„Pina fällt aus“ war mein zweites Buch der Autorin. Nachdem ich wohl zu den wenigen gehöre, denen „Ava liebt noch“ nicht ganz so gut gefallen hat, wollte ich ihr noch eine Chance geben. Auch dieses Mal habe ich die Geschichte als Hörbuch gehört und wieder einmal war die Sprecherin einfach genial 🎧✨ Dafür gibt es ganz klar 5 Sterne. Leo ist ein besonderer Protagonist. Er verlässt morgens erst dann das Bett, wenn in seiner Lavalampe eine grüne Blase aufsteigt. Er lebt mit einer autistischen Störung, und Pina ist sein Anker zur Welt, seine Übersetzerin, diejenige, die seinen Alltag zusammenhält. Als sie eines Tages vom Einkaufen nicht zurückkehrt und stattdessen auf der Intensivstation im Koma liegt, steht Leo plötzlich allein da. Die Geschichte hat mich sofort abgeholt. Trotz der traurigen Ausgangslage hat sie eine gewisse Leichtigkeit, die vor allem durch die wunderbar gezeichneten Nebenfiguren entsteht. Besonders Inge und Zola haben mir sehr gefallen ❤️ Es gibt berührende Momente, die einen innehalten lassen, und kurz darauf wieder skurrile Situationen, die ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Schön zu sehen ist auch, wie alle Charaktere an der Situation wachsen und über sich hinausgehen. Ganz besonders begeistert hat mich allerdings Seniorin Inge 💛 Sie ist eine dieser Figuren, die man sofort ins Herz schließt. Eigenwillig, direkt, manchmal etwas schrullig, aber gleichzeitig unglaublich warmherzig. Wie sie plötzlich zur treibenden Kraft wird und das „Kommando“ übernimmt, hat mir richtig gut gefallen. Man spürt förmlich, wie sie durch die Situation noch einmal aufblüht und neuen Lebensmut findet 🌱 Ihr Gedanke mit den 13 Geheimnissen, die jeder Mensch in sich tragen soll, ist dabei nicht nur charmant, sondern verleiht ihr auch eine unerwartete Tiefe. Für mich war sie ganz klar das Herzstück der Geschichte ✨ Die Autorin widmet sich hier einem tiefgründigen Thema und erzählt mit viel Feingefühl und einer Prise Humor eine warmherzige Geschichte über Nachbarschaft, Verantwortung und Zusammenhalt. Das Setting im Mehrfamilienhaus und das Zusammenspiel der ungleichen Nachbarn haben mir besonders gut gefallen 🏡 Ein Kritikpunkt bleibt für mich allerdings. Die Darstellung von Leos Erkrankung kam mir zu kurz. Das Autismus-Spektrum wird kaum thematisiert, nicht einmal konkret benannt. Zudem wirkten einige medizinische Szenen auf mich unrealistisch, insbesondere im Hinblick auf die Intensivstation. Da ich selbst viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet habe, konnte ich darüber leider nicht ganz hinwegsehen. Trotzdem ist „Pina fällt aus“ eine berührende, teilweise humorvolle Geschichte mit liebenswerten Figuren, die ich gerne gehört habe 📚💫

Drei Vögel für Leo oder es braucht ein ganzen Dorf um ein Kind großzuziehen ❤️

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5

Eine Geschichte, die das Herz erwärmt Pina ist eine alleinerziehende Mutter, was an sich ja schon herausfordernd ist. Ihr Sohn ist Anfang 20 und Autist, was bedeutet, dass er auch weiterhin seine Mutter braucht, um irgendwie mit der für ihn doch sehr verwirrenden Welt klarzukommen. Als Pina eines Tages einfach umfällt und somit wie der Buchtitel schon sagt, ausfällt, muss ganz dringend eine Lösung für Leo gefunden werden. Pina liegt also bewusstlos im Krankenhaus, Angehörige sind nicht bekannt und die schräge Hausgemeinschaft bestehend aus einer alten Dame (Inge), einer Schulabrecherin (Zola) und einem sehr zurückgezogenen Mann mittleren Alters (Woitek), tun sich zusammen, um Leo zu unterstützen, der die Welt nicht mehr versteht, weil seine Mutter nach dem Einkaufen nicht nach Hause zurückgekommen ist. Am Anfang ist das natürlich ein großes Chaos. Soll man sich da wirklich einmischen? Gelingt es sich in Leo hineinzudenken? Es entstehen skurrile Situationen und diese schrägen Vögel aus der Hansastraße wachsen über sich hinaus und mir als Leserin ins Herz. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es wärmt von innen, was gerade in diesen Zeiten einfach mal guttut.

4.5

Als Pina nicht, wie verabredet vom Einkaufen zurückkommt, sind beide verzweifelt: Pina’s 20-jähriger, autistischer Sohn Leo und die Nachbarin & Rentnerin Inge, die auf diesen vorm Fernseher geparkten jungen Mann aufpasst und im Tauschhandel bringt Pina ihr immer ihre Einkäufe mit. Als Pina auch am nächsten Morgen nicht wieder aufgetaucht ist, wird klar: Leo kann seinen Alltag nicht alleine bestreiten und so fällt zum ersten Mal auf, was Pina als Mutter alles gemanaget hat. Wie viel Load diese unsichtbare Care Arbeit ist. »Den Scheiß mache ich nicht mit, denkt Inge. Dieser Scheiß ist nun mal das Leben. Das fragt nicht, was man mitmachen will. Das schmeißt einem etwas vor die Füße und damit muss man klarkommen.« (90f) Pina liegt nach ihrem Zusammenbruch auf der Intensivstation (und selbst in diesem schlimmen Zustand drehen sich alle ihre Gedanken um ihren Sohn!) und aus dieser Notsituation heraus entsteht etwas Großartiges: Seniorin Inge, Schulabbrecherin Zola und Außenseiter Wojtek kümmern sich gemeinsam um Leo und so wachsen alle vier zu einer kleinen herzlichen Gemeinschaft, die sich gegenseitig supporten, zusammen. <3 Mit »PINA FÄLLT AUS« rückt Vera Zischke, wie bereits in ihrem vorherigen Roman »AVA LIEBT NOCH«, Lebensrealitäten in den Fokus, die gesellschaftlich viel zu häufig unsichtbar bleiben. Sie zeigt, wie viel Load und Arbeit Care Arbeit ist und, dass es eine Gemeinschaft braucht, um sich um einen Menschen zu kümmern, und wie viel Positives daraus entstehen kann. Ein Roman, der ins Herz geht 💘, bei dem ich mir wünsche, dass es nicht nur Fiktion ist, sondern in unserer Lebenswelt stattfindet, und der Mut & Herz für mehr Zwischenmenschlichkeit gibt.

4

Ich habe „Pina fällt aus“ als Hörbuch gehört und war schnell mittendrin in dieser sehr besonderen Geschichte. Das Buch erzählt von Pina, die sich allein um ihren 20jährigen Sohn Leo kümmert, der in seiner ganz eigenen Welt lebt, bis sie plötzlich ausfällt und alles ins Wanken gerät. Was folgt, ist keine große dramatische Handlung, sondern eine leise, unglaublich fein beobachtete Geschichte über Überforderung, Verantwortung und eine ungewöhnliche Hausgemeinschaft, die zusammenwächst. Dabei gelingt es der Autorin, mit viel Wärme und Humor zu zeigen, wie unterschiedlich Menschen sind und wie sehr sie einander trotzdem brauchen. Ich fand das Buch außergewöhnlich gut beobachtet und richtig schön erzählt, besonders im Umgang mit besonderen Menschen und ihren Eigenheiten. Gerade diese ruhige, empathische Art macht den Roman für mich so stark. Interessant fand ich auch, wie anders das Buch im Vergleich zu „Ava liebt noch“ wirkt, deutlich leiser. Ich meine gelesen zu haben, dass Vera Zischke auch aus persönlicher Nähe zum Thema pflegende Elternschaft schreibt, was man dem Buch in seiner Authentizität deutlich anmerkt. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐

4

„Es ist nicht nur eine Bürde, weißt du. Es ist auch ein Privileg. Leo hat mir Zutritt zu einer Welt verschafft, die die meisten Menschen niemals betreten.“ Eine wunderschöne Geschichte, die sehr viele Themen unserer Gesellschaft auf eine sehr warmherzige Weise erzählt. Klare Leseempfehlung meinerseits!

5

Absolut herzwärmend, witzig und tiefgründig!

„Pina fällt aus“ hat mich von der ersten Seite an begeistert. Die Geschichte ist nicht nur unglaublich witzig und spritzig erzählt, sondern wirkt an den richtigen Stellen auch richtig aufweckend. Es ist eines dieser Bücher, die einen zum Nachdenken anregen, ohne dabei den Humor zu verlieren. Das absolute Highlight sind für mich die Charaktere. Die Figuren sind so lebendig und liebevoll gezeichnet, dass sie mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Man schließt sie sofort ins Herz und möchte sie am liebsten gar nicht ziehen lassen. Vielleicht geht es ja irgendwann zurück in die Hansastraße zu„Drei Vögel für Leo“. Denke da kann noch einiges passieren 😉

Absolut herzwärmend, witzig und tiefgründig!
5

Wow - was für ein Buch

Pina fällt aus habe ich in kürzester Zeit gelesen – der lebendige, leichte Schreibstil macht es fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Besonders gelungen finde ich, wie eine wichtige Botschaft vermittelt wird, ohne je schwer oder belehrend zu wirken. Unterhaltsam und gleichzeitig tiefgründig – ein Buch, das in Erinnerung bleibt. Für mich ein 5⭐️ Buch!

4.5

„Pina fällt aus“ hat mich als Hörbuch tief berührt und nachhaltig beeindruckt. Selten habe ich eine Geschichte erlebt, die so unaufdringlich und gleichzeitig so eindringlich die emotionalen Belastungen des Alltags einfängt. Besonders hervorheben möchte ich die Leistung der Hörbuchsprecherin Elisabeth Günther – ihre Interpretation verleiht der Geschichte eine zusätzliche Ebene an Intensität und Authentizität. Jede Nuance, jede Stimmung wird spürbar transportiert. Sie ist mir bereits bei „Die Rettung“ und „Else“ äußerst positiv aufgefallen, und auch hier überzeugt sie wieder auf ganzer Linie. Pina ist für mich eine echte Heldin – nicht, weil sie außergewöhnliche Dinge vollbringt, sondern weil sie so erschreckend nah an unserer Realität ist. Sie steht stellvertretend für all jene, die täglich zu viel schultern, zu viel Verantwortung tragen und dabei ihre eigenen Grenzen übergehen. Das Hörbuch stellt eine zentrale, unbequeme Frage: Was passiert eigentlich, wenn wir plötzlich ausfallen? Und die Antwort darauf ist wohltuend ehrlich – und keineswegs romantisiert. Es ist eben nicht selbstverständlich, dass sich immer jemand findet, der alles auffängt oder rettet. Die Geschichte entfaltet sich als sensibles Porträt von Nachbarschaft, Zusammenhalt, aber auch von Zwängen, Ängsten und unerfüllten Lebensträumen. Sie zeigt die Diskrepanz zwischen dem, was wir uns vom Leben erhoffen, und dem, was es tatsächlich für uns bereithält. Besonders gefallen hat mir die Darstellung einer Nachbarschaft, die nicht nur nebeneinander existiert, sondern aufeinander achtet. Diese Idee wirkt fast schon wie ein Gegenentwurf zur heutigen Realität – und genau deshalb so wertvoll. Man wünscht sich beim Hören immer wieder, dass es solche Gemeinschaften viel häufiger gibt. „Pina fällt aus“ ist ein leises, aber kraftvolles Hörbuch, das lange nachhallt. Emotional, ehrlich und mit einer Sprecherin, die die Geschichte auf beeindruckende Weise zum Leben erweckt.

4.5

Ein Herzensbuch 🤍

Vera Zischke hat nach ihrem Debütroman "Ava liebt noch", den ich im vergangenen Sommer mit Begeisterung gelesen habe, großartig nachgelegt. Ihr neuer Roman "Pina fällt aus" hat mich wieder sehr berührt. Die Geschichte trägt (hoffentlich) dazu bei, pflegende Personen und das was sie täglich leisten, sichtbar zu machen. Was mich aber am meisten beeindruckt hat,  waren die philosophischen Gedanken, die Vera Zischke in diesem Roman mit hat einfließen lassen. Ich habe mir zahlreiche Stellen und Sätze im Buch markiert, die ich sehr schön formuliert finde und die zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel: "Und dann kommt eine Frage in ihm auf, die auf den ersten Blick ungeheuerlich klingt, aber vielleicht liegt das auch daran, dass er sich so oft nicht als Teil dieser Welt fühlt,  sondern als außenstehender Beobachter. Die Frage lautet: Diese soziale Kälte, von der alle reden. Bin das vielleicht auch ich?" (S. 91) "Es ist eine Aufgabe,  denkt Inge. Es ist eine große Aufgabe, die Welt für jemanden passend zu machen, die nicht für ihn geschaffenen ist." (S. 126) "Vielleicht sollten wir darüber nachdenken,  ob es nicht viel mehr ein Spektrum des Menschseins gibt,  auf dem sich alle irgendwie bewegen, aber jeder an einer anderen Stelle." (S. 174) "Behindert ist nicht die kaputte Version von normal, weiß du." (S. 278). Für mich ist "Pina fällt aus" ein absolutes Herzensbuch. 🤍

4

🩵

Eine bewegende Story die zum Nachdenken anregt. Bei vielen Sachen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, aber der Kern der Geschichte wurde gut getroffen.

4

Wenn aus Nachbarn Gemeinschaft wird Der Roman hat mich durch seine ruhige, feinfühlige Erzählweise sehr berührt. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie aus einer zunächst anonymen Hausgemeinschaft erst durch einen Schicksalsschlag echtes Miteinander entsteht. Als eine alleinerziehende Mutter plötzlich ihren Sohn nicht mehr allein betreuen kann, wird spürbar, wie nahe Verantwortung und Menschlichkeit beieinanderliegen. Ohne zu moralisieren, zeigt die Geschichte, wie vorsichtige Distanz langsam in Solidarität übergeht. Die Figuren wirkten auf mich glaubwürdig und vielschichtig, die Sprache ruhig und klar. Für mich ist daraus ein tiefgründiger Roman über Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt entstanden, den ich sehr empfehlen kann

5

Ich war schnell in der Story drin und Leo hat schnell mein Herz gewonnen. Die Story war schön, bewegend und wichtig. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und war leicht verständlich. Ein tolles Buch!

5

Lieblingsbuch ❤️

Vera Zischke schafft es ein so wichtiges Thema in einen wunderschönen Roman zu verpacken. Große Leseempfehlung!

5

Ein Plädoyer für Inklusion

"Pina fällt aus" von Vera Zischke hat mich sehr berührt! Leo ist besonders, denn er ist Autist. Als Pina, die Mutter von Leo, auf der Straße zusammenbricht, ist Leo allein. Pina macht sich im Krankenaus auf der Intensivstation in wachen Momenten große Sorgen um Leo. Wie soll er auf sich selbst gestellt zurechtkommen? Sie will nur noch nach Hause. . Leo ist zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs bei der 87-jährigen Inge, die das Haus nicht mehr verlässt und manchmal auf Leo "aufpasst". Sie ist überfordert, denn im Haus gibt es außer ihr nur noch Zola und Wojtek. Zola ist 16 Jahre alt, hat die Schule abgebrochen, Wojtek ist ein Sonderling. Trotzdem kümmern sich alle gemeinsam um Leo, obwohl sie erst lernen müssen, mit seinen Besonderheiten umzugehen. Und nach und nach beginnen sie alle, Leo zu mögen und zu brauchen, integrierenihn in ihr Leben. Der Roman lässt sich fast in einem Rutsch durchlesen. Wir lernen die Perspektiven und Gefühle der Protagonist*innen nach und nach kennen und begleiten sie und Leo durch den Alltag. Leo vermisst seine Mutsch und ist traurig. Zola möchte eigentlich lieber zocken, kümmert sich aber rührend um Leo und versteht immer mehr, wie er "tickt". Zola war mir sehr sympathisch, sie hat einen guten Kern, den sie selbst garnicht kennt. Auch in Inge, die immer noch um ihren Mann trauert, konnte ich mich gut einfühlen. Wojtek dagegen ist zwar auch ein interessanter Charakter, blieb mir allerdings etwas fremd. Zischke beschreibt sehr einfühlsam den Umgang mit Menschen mit Einschränkungen, das Wegschauen vieler Menschen, Zitat "Inklusion, das ist immer das, worum sich die anderen kümmern müssen" Das Thema Autismus wird gut bechrieben und hat mich an den Film "Rain Man" erinnert, der auch zeigt, was für liebenswerte Menschen Personen mit Einschränkungen sind. Gleichzeitig beschreibt Zischke aber auch, was häusliche Pflege für Angehörige bedeutet und welchen Belastungen Pflegepersonal in Krankenhäusern ausgesetzt ist (und dabei trotzdem mit viel Herz diese Arbeit ausfüllt). Aber man darf beim Lesen trotz des ernsten Themas auch schmunzeln, z.B. bei der Beschreibung der Charaktere durch Leo.. Der Schreibstil der Autorin ist leicht, flüssig und lebensnah. Der Roman ist ein Plädoyer für Inklusion, gegen Wegschauen und den Pflegeberuf gleichzeitig. Er weckt Verständnis und rüttelt auf. Ich kann den Roman auf jeden Fall weiterempfehlen, nicht nur an Lesende aus Pflege- oder Sozialberufen!

5

Pina fällt aus Ein Roman der voll ins Herz trifft und dort bleibt Leo ist 20 Jahre alt und lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen. Leo will Busfahrer werden und Leo ist Autist. Eines Tages fällt seine Mutter unversehens aus. Und plötzlich ist Pina weg und Leo sitzt bei der 86 jährigen Nachbarin Inge und wartet auf seine „Mutsch“. Dieser Roman ist eine Hommage an alle Pflegenden Familienmitglieder und deren Helfer. Dieser Roman hat Herz, Verstand, Liebe und Menschlichkeit. 💕🫶🏼

5

„Pina fällt aus“ hat mich tief berührt. Dieses Buch stellt keine einfachen Antworten bereit, sondern wirft leise, aber eindringliche Fragen auf. Es ist ruhig erzählt, aber voller Emotionen. Zwischen kleinen, warmen Momenten und ganz viel Schmerz liegt oft nur ein Satz. Und genau das hat mich so getroffen, weil alles so echt wirkt, so nah, so ungefiltert. Die Figuren fühlen sich nicht wie Figuren an, sondern wie Menschen, deren Leben man für einen Moment miterlebt. Es ging mir unglaublich nahe. Ein Buch, das bleibt. Die „drei Vögel für Leo“ werde ich nicht vergessen ❤️

5

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Nachdem "Ava liebt noch" mich nicht ganz überzeugen konnte, konnte "Pina fällt aus" umso mehr. Eine warmherzige Geschichte, die an mehr Verständnis und Offenheit für neurodivergente Menschen appelliert. Mir sind Leo und seine drei Vögel wirklich ans Herz gewachsen.

5

Was eine zu Tränen rührende Geschichte!

Als Stiefpapa eines autistischen Mädchens stellt man erschreckende Parallelen fest. Dieses Buch sollte viel mehr von nicht betroffenen gelesen werden, um mal ein wenig Verständnis für solche Personen zu haben. Ich denke aber leider, daß genau die Menschen die sowas verstehen sollten, nicht solche Bücher lesen.

5

Pina lebt zusammen mit ihrem 20jährigen, autistischen Sohn Leo. Er war immer schon auf sie angewiesen. Ohne sie geht nichts. Sie ist müde, hat Schmerzen und bricht plötzlich mitten auf einer Straßenkreuzung zusammen. Leo ist gerade bei Nachbarin Inge und bald schon wundern sie sich wo die Mutsch bleibt. Es vergehen Stunden und sie kommt nicht. Dann kommen noch die 16jährige Zola und Wojtek, auch Nachbarn, mit ins Spiel. Sie wundern sich über den Krach aus Inges Wohnung. Keiner weiß was mit Leo ist und wie sie mit ihm umgehen sollen. Hoffentlich kommt Pina bald wieder. Doch was, wenn nicht und bis dahin? Was für ein wunderbarer, warmherziger Roman über Gemeinschaft, Aufopferung und Liebe. Wie weit geht unsere Bereitschaft zu helfen? Meistens doch nur so weit, dass wir unsere eigene Komfortzone nicht verlassen müssen. Alles ist ja ganz wunderbar geregelt. Irgendwer kümmert sich schon. Und die Mutter? Ja, ist halt die Mutter. Das schafft sie schon. Nein, manchmal schafft sie es eben nicht mehr. Und wer interessiert sich eigentlich für Menschen, die nicht so sind, wie es die Gesellschaft gern hätte? Leider noch viel zu wenige. Mich hat so sehr berührt wie Pina niemandem die „Last“ von Leo aufbürden kann aber bei ihr geht es schon irgendwie. Leo ist ein toller Junge. Er lebt in seiner eigenen Welt, die ganz schnell durcheinander kommt, wenn etwas anders verläuft als er es kennt. Dafür kann er viele Dinge, die andere Menschen nicht können. Leider wird das nicht gesehen. Es ist so schön, wie die drei Nachbarn langsam aus ihrem eigenen Mikrokosmos auftauchen und zu einer Gemeinschaft werden. Wojtek arbeitet im Homeoffice, ist einsam. Inge geht gar nicht mehr aus ihrer Wohnung und Zola hat ihre Schule abgebrochen und weiß, außer zocken, nicht viel mit sich anzufangen. Drei unterschiedliche Menschen, doch eins haben sie gemeinsam. Sie wollen Leo unterstützen und ihm die Wünsche erfüllen, die sie irgendwie erfüllen können. Sie wachsen über sich hinaus und die Frage stellt sich: Wer hilft hier eigentlich wem? Ich glaube Inklusion geht anders als wir sie bisher versuchen zu leben. Da ist noch viel Luft nach oben. Und genau solche Romane werden dabei helfen und Menschen die Augen öffnen. Und das auch endlich mal die Mütter gesehen werden. Das macht man nicht einfach mal nebenbei. Bitte mehr davon. Vera Zischke hat es wieder geschafft. Ich bin restlos begeistert, mir laufen immer noch die Tränen. Nicht belehrend, sondern einfach nur mit ganz viel Gefühl schreibt sie. Klar hab ich das Buch an nur einem Tag gelesen. So viel Liebe, Herz und Mut steckt in diesem Roman. Toll, wenn Bücher solche Gefühle auslösen können. Eine ganz große Empfehlung. Dieses Buch sollte jeder lesen, der lesen kann.

4.5

Es gibt Bücher , die nimmt man zur Hand und möchte sie niemals loslassen, weil sie einen so tief im Herzen berührt haben, dass es so gar ein wenig weh tut. Genauso ist es mir mit dem neuen Buch von Vera Zischke gegangen. Pina fällt aus ist ein Buch über das " Anderssein" und über das Überwinden von Vorurteilen und Unsicherheiten,die wir haben im Umgang mit Menschen, die nicht der "Norm unserer Gesellschaft " entsprechen und die uns davon abhalten,wichtige Erfahrungen über uns selbst und das Miteinander mit diesen Menschen zu machen. Leo ist 20 Jahre alt und besonders. Er ist Autist und braucht in seiner Welt feste Strukturen und immer wiederkehrende Rituale, die ihm Sicherheit geben, denn jede Abweichung von seinen Routinen bedeuten für ihn Angst. Seine Wahrnehmung ist eine andere als bei gesunden Menschen, er kann viele Reize und Eindrücke nicht richtig verarbeiten und das verunsichert ihn. Als seine Mutter Pina auf der Straße zusammenbricht und für lange Zeit im Krankenhaus bleiben muss, ist die Frage, wer sorgt für Leo, der nicht in der Lage ist , sein Leben selbst zu managen ? Die 86 jährige Nachbarin Inge Russek,die seit Jahren ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat und bei der Leo während Pinas Abwesenheit fern sieht, fühlt sich vollkommen überfordert, als sie erfährt, dass Pina nicht zurückkommt. Sie kennt Leo nur wenig und ist mit seinen Reaktionen nicht vertraut, weiß nicht, wie sie ihm beibringen soll, dass seine "Mutsch" im Krankenhaus ist. Zusammen mit der 16 jährigen Zola, die gerade die Schule abgebrochen hat und nur wütend ist, auf die Welt, ihren Vater und auch sonst und dem Einsiedler Wojtek, dessen Komunikation sich auf eine Internetfreundschaft im fernen Jakutien beschränkt,versucht man den Alltag mit Leo zu bewältigen. Was zu Anfang undenkbar schien für die drei, wird im Laufe der Zeit zu einer unschätzbaren Erfahrung für alle, auf die keiner der drei mehr verzichten will. Ich habe gelacht und geweint bei diesem Buch das den Alltag eines gehandycapten Menschen ziemlich realistisch wiedergibt. Zu beobachten wie sich die Protagonisten Stück für Stück weiterentwickelten, war schon toll zu erleben. Inge , die eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen hatte, Zola, die nicht genau weiß, wofür sie eigentlich da ist und wohin sie will und wie sie ihre Wut kanalisieren soll und Wojtek, der ähnlich wie Leo in seiner eigens für ihn geschaffenen Welt lebt. Da ich selbst Mutter eines gehandycapten Sohnes bin, habe ich mich in vielen Situationen wiedergefunden und habe oft gedacht " Wäre es schön gewesen, wenn Julian auch solche Menschen um sich gehabt hätte", denn in der Realität sind diese Menschen und somit auch die Angehörigen oft allein, weil man oft auch unsicher im Umgang mit besonderen Menschen ist. Um so schöner war es in diesem Buch mitzuerleben, wie ein Miteinander möglich ist und alle Beteiligten dabei profitieren. Gelebte Inklusion, die leider immer noch nicht selbstverständlich ist.

5

Tränen gelacht und geweint 🥹🩵

Ich habe das Buch an einem Tag komplett weggesuchtet. Im Mittelpunkt steht Pina, eine alleinerziehende Mutter, die sich allein um ihren erwachsenen Sohn im Autismus-Spektrum kümmert. Als sie plötzlich ausfällt, bleibt er allein zurück und ausgerechnet die Nachbarn, die sich kaum kennen, müssen einspringen, weil kein Auffangnetz existiert. Durch diese Perspektiven bekommt man einen ehrlichen Einblick darin, wie viel Verantwortung Angehörige tragen und wie wenig Unterstützung ihnen oft begegnet. Ein unglaublich wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt, berührt und gleichzeitig so viel Sichtbarkeit schafft. Absolute Empfehlung 🤍

Tränen gelacht und geweint 🥹🩵
3

Nur als zusätzliche Info. Ich hab selbst eine Behinderung und meine Mutter ist für mich Pina. Eine pflegende Mutter seit meiner Geburt. Wahrscheinlich sehe ich deswegen einiges kritischer. berührend, stark in den Figuren, aber zu viele Vereinfachungen und zu wenig Tiefe an entscheidenden Stellen

Pina fällt aus erzählt die Geschichte einer Mutter, die über Jahre hinweg die gesamte Verantwortung für ihren Sohn Leo getragen hat – und was passiert, wenn sie genau diese Rolle plötzlich nicht mehr ausfüllen kann. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Beziehung zwischen Pina und Leo, sondern auch die Frage, wie viel eine Gesellschaft wirklich bereit ist, Verantwortung für Menschen mit Behinderung zu übernehmen. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass das Buch mit starken Kontrasten arbeitet – und genau diese Kontraste sind für mich der interessanteste, aber auch der problematischste Teil der Geschichte. Auf der einen Seite ist da Pina: eine Mutter, die über viele Jahre hinweg versucht hat, „alle Fäden in der Hand zu halten“. Dieses Bild, das im Buch immer wieder aufgegriffen wird, ist für mich extrem stark und nachvollziehbar. Man spürt ihre Erschöpfung, ihre Angst, aber auch ihre unerschütterliche Verbindung zu ihrem Sohn. Besonders berührend sind die Momente, in denen sie mit Leo zusammen ist – diese ruhigen, intimen Szenen, in denen sich zeigt, wie tief diese Beziehung wirklich geht. Auf der anderen Seite steht plötzlich eine Hausgemeinschaft, die beginnt, sich um Leo zu kümmern. Inge, Zola, Wojtek und die anderen wachsen über sich hinaus, entwickeln Verantwortung, kümmern sich, organisieren, nehmen Leo ernst und schaffen für ihn ein Umfeld, in dem er sich bewegen kann. Und genau hier beginnt für mich der zentrale Widerspruch des Buches: Die Idee dieser Gemeinschaft ist wunderschön – fast schon ein Gegenentwurf zur gesellschaftlichen Realität. Gleichzeitig wirkt sie für mich an vielen Stellen aber auch unrealistisch und zu glatt. Es entsteht der Eindruck, dass sich eine Gruppe von Menschen relativ schnell und relativ konfliktfrei auf eine so große Verantwortung einlassen kann. Die emotionalen, organisatorischen und langfristigen Herausforderungen, die damit verbunden sind, werden für mich nicht ausreichend gezeigt. Trotzdem muss ich sagen: Gerade die Entwicklung der Hausgemeinschaft mochte ich im Laufe des Buches sehr, auch wenn sie für mich im realistischen Sinne nicht ganz greifbar war. Es hat etwas Schönes, zu sehen, wie diese Menschen sich verändern, wie sie wachsen und wie sie Leo in ihr Leben integrieren. Dieses „Wir schaffen das gemeinsam“-Gefühl hat mich emotional durchaus erreicht. Ein weiterer Punkt, der mich beschäftigt hat, ist die Darstellung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe. Das Buch spricht zwar immer wieder an, dass Menschen wie Leo ausgegrenzt werden – in der Schule, im Alltag, in der Gesellschaft –, aber für mich bleibt das oft zu oberflächlich. Wir hören, dass es diese Probleme gibt, aber wir erleben sie kaum wirklich konkret. Das hat bei mir auch einen sehr persönlichen Gedanken ausgelöst: Wenn man selbst Erfahrungen mit Ausgrenzung, Schule oder fehlender Unterstützung gemacht hat, merkt man, wie viel Tiefe hier eigentlich möglich gewesen wäre. Stattdessen bleibt vieles eher angedeutet, als wirklich durchdrungen. Ein ähnliches Gefühl hatte ich bei der Darstellung von Arbeit und der Behindertenwerkstatt. Dass Leo dort arbeitet, wird im Buch sehr selbstverständlich dargestellt – fast wie ein gegebener, normaler Weg. Für mich ist das aber ein Punkt, den man durchaus kritischer betrachten könnte. Gerade weil das Buch so stark über Inklusion spricht, hätte ich mir hier mehr Reflexion gewünscht. Behindertenwerkstätten sind ein komplexes Thema, das im Buch für mich zu wenig hinterfragt wird. Sie werden eher als einfache Lösung dargestellt, obwohl sie gesellschaftlich auch kritisch betrachtet werden können – gerade im Hinblick darauf, dass viele Menschen dort landen, weil der reguläre Arbeitsmarkt sie nicht aufnimmt. Diese Spannung hätte dem Buch noch mehr Tiefe geben können. Auch die Figur von Bernd hat mich beschäftigt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er wirklich versteht, was Pina durchmacht oder was für sie auf dem Spiel steht. Und gleichzeitig wird auch dieser Konflikt nicht wirklich konsequent ausgearbeitet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die Darstellung von Leo selbst. Manche Aspekte, die mit Autismus zu tun haben, wirkten auf mich stellenweise sehr plakativ. Ich sage das bewusst als jemand, der selbst keinen Autismus hat, aber in der Familie eine Person mit einer leichten Form von Autismus bzw. ADHS hat. Dadurch hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass die Autorin versucht hat, typische Merkmale zu bündeln – und sie dann sehr geballt auf die Figur Leo zu übertragen. Gerade am Anfang wirkte das auf mich ein bisschen wie: Man schaut, was alles zu Autismus gehört, und legt das dann recht direkt auf eine Figur. Im Laufe des Buches wird Leo zwar etwas nuancierter, und man merkt, dass die Figur sich weiterentwickelt, aber für mich bleibt er in manchen Aspekten trotzdem noch zu unausgearbeitet und zu plakativ. Was ich insgesamt sehr gelungen fand, sind die Figuren selbst und die Atmosphäre innerhalb der Hausgemeinschaft. Die Dynamik zwischen den einzelnen Bewohnern, die kleinen Momente des Alltags, die Art, wie sie miteinander umgehen – all das hat eine große Wärme. Besonders die Idee, dass Menschen sich füreinander entscheiden und Verantwortung teilen, statt sie zu delegieren, ist sehr schön umgesetzt. Aber genau hier bleibt für mich der Eindruck, dass das Buch an vielen Stellen zu sehr vereinfacht. Es zeigt eine Welt, die möglich wäre – aber nicht unbedingt eine, die so realistisch funktioniert. Am Ende bleibt für mich ein Roman mit vielen starken, emotionalen Momenten und wichtigen Ansätzen, der aber an genau den Stellen zurückweicht, an denen er eigentlich am stärksten sein könnte. Deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen – mit viel Anerkennung für das, was gelungen ist, aber auch mit klarer Kritik an der Umsetzung und Tiefe.

4.5

Lies dieses Buch, weil es den Blick auf Autismus verändert und darauf, wie wichtig Rücksicht und Zusammenhalt sind🥣🚌🪨

Lies dieses Buch, weil es den Blick auf Autismus verändert und darauf, wie wichtig Rücksicht und Zusammenhalt sind🥣🚌🪨
4.5

Wenn du weißt, dass du für jemanden die ganze Welt bist – Leo, Pina & die 3 schrägen Vögel

Ich habe mir wieder ein Buch außerhalb meiner Komfortzone gesucht und dieses Hörbuch gefunden. Die Sprecherin gefiel mir gut, nur die Erzählperspektive der Geschichte ist nicht so mein Favorit. Daher kam ich etwas schwer in die Geschichte hinein. Trotzdem gefiel mir die Geschichte sehr gut, denn sie ist tief berührend. In dieser Geschichte geht es um Pina, eine alleinerziehende Mutter eines autistischen Sohnes. Sie würde alles für ihren Sohn Leo tun, denn er braucht einen strukturierten Alltag, um diesen bewältigen zu können. Doch als sie aus gesundheitlichen Gründen zusammenbricht, gerät Leos Welt aus den Fugen. Tatsächlich gerät nicht nur Leos Welt aus den Fugen, sondern auch die der Nachbarn. Denn Pinas und Leos Nachbarn müssen sich nun all dem stellen was Leos bunte Welt betrifft, und was zuerst für Chaos sorgt, führt dazu, dass sie zu einer starken Gemeinschaft werden. Alle, die dort im Haus wohnen, haben ihr Päckchen zu tragen, und im Laufe der Geschichte wachsen sie alle über sich hinaus und lernen, mit ihren Päckchen umzugehen. Die Geschichte behandelt viele wichtige Themen wie z.B. Überforderung, Inklusion und die gesellschaftliche Verantwortung, das Leben mit einem autistischen Kind, Alleinsein oder Altwerden. Durch den Schreibstil kommt die Geschichte berührend und emotional rüber. Die Autorin schafft es trotzdem, eine Prise Humor mit einfließen zu lassen, und man kann daher oft schmunzeln, trotz trauriger Momente. Das Buch hat mich wirklich beeindruckt.

Wenn du weißt, dass du für jemanden die ganze Welt bist – Leo, Pina & die 3 schrägen Vögel
5

HIGHLIGHT!!! Ein stilles, starkes Plädoyer für Zusammenhalt, Verständnis und die Schönheit von Vielfalt. Ein Buch, das bleibt.

„Pina fällt aus“ ist eines dieser Bücher, das sich leise ins Herz schleicht und dort bleibt. 💛 Mit unglaublicher Wärme und Feingefühl wird hier ein Thema sichtbar gemacht, das viel mehr Raum verdient: Autismus. Doch anstatt es nur zu erklären, wird es fühlbar gemacht – durch Begegnungen, durch Unsicherheiten, durch kleine und große Momente, die lange nachhallen. Was mich besonders berührt hat, ist das wundervolle Kollektiv, das sich im Laufe der Geschichte bildet. In einer Zeit, in der echtes Miteinander oft zu kurz kommt, zeigt dieses Buch, wie kraftvoll Gemeinschaft sein kann. Wie Menschen, die sich vielleicht nie gesucht hätten, plötzlich füreinander da sind. Jede Figur wächst über sich hinaus. Sie stolpern, zweifeln, lernen – vor allem aber lernen sie sich selbst kennen. Und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser Geschichte: Entwicklung passiert nicht im Alleingang, sondern im Miteinander. Dieses Buch erinnert uns daran, dass niemand alles allein schaffen muss. Dass jedes Kind ein Dorf braucht, um groß zu werden – ganz egal, wie groß, wie anders oder wie einzigartig es ist. Und dass dieses Dorf nicht immer die klassische Familie sein muss. Man darf es sich suchen. Man darf es finden. „Pina fällt aus“ ist ein stilles, starkes Plädoyer für Zusammenhalt, Verständnis und die Schönheit von Vielfalt. Ein Buch, das bleibt. 🤍

4.5

Leo und Pina, die gibt es nur im Doppelpack. Leo ist zwanzig Jahre alt und lebt in seinem ganz eigenen Rhythmus. Alles muss immer exakt gleich ablaufen, das Aufstehen, das Frühstücken, das Busfahren. Nur Pina weiß genau, was ihr autistischer Sohn braucht, was ihm Sicherheit in seiner Welt gibt. Ohne Pina geht es nicht, sie ist alleinerziehend und die einzige "Auszeit" hat sie, wenn sie ohne Leo die wöchentlichen Einkäufe erledigt und Leo für diese genau festgelegte Zeit bei der 86-jährigen Nachbarin Inge fernsehen darf. Und dann passiert, was nicht passieren darf. Pina bricht mitten auf der Straße zusammen, muss ins Krankenhaus, liegt auf der Intensivstation. Pina fällt aus. Leos "Mutsch" kommt nicht vom einkaufen zurück. Können die Bewohner der Hansastrasse, die 86-jährige Inge, die das Haus nicht mehr verlässt, die 16-jährige vom Leben genervte Zola und der Eigenbrödler Wojtek die Situation irgendwie meistern? Lässt Leo zu, dass sie es tun? Wer braucht hier eigentlich wen? Wie warmherzig Vera Zischke hier die Themen Care-Arbeit, Inklusion und das füreinander Einstehen in dieser Geschichte rund um Pina und Leo verwebt, ist einfach wunderschön. Ein Aufruf für uns alle, nicht unsicher wegzuschauen, sondern die Hand zur Hilfe auszustrecken. Denn die wenigsten von uns wissen wirklich, was es heißt, vollkommen allein auf sich gestellt und für das Leben eines anderen verantwortlich zu sein. Liebe Vera Zischke, danke fürs aufmerksam machen, danke für diesen herzenswarmen Roman, der wider Erwarten für mich zu einem Wohlfühbuch wurde.

5

51/2026 Pina fällt aus

Fertig und völlig am Ende - ja, das trifft es ganz gut! Ich Gegensatz zu Ava liebt noch" ist mir das neue Buch von Vera Zischke und die Hansastraße 20 nach und nach so richtig ans Herz gewachsen. Und natürlich lerne ich auch meine eigene Lektion. Man muss auch loslassen, Verantwortung abgeben, sich Netzwerke schaffen, nicht alles alleine machen... Tolles Buch - empfehlenswert! bookbeat

51/2026 Pina fällt aus
3.5

Die Geschichte war so, wie ich sie erwartet habe und das war mir irgendwie zu vorhersehbar und fern der Realität. Mich konnte die Handlung auch nicht so sehr berühren wie viele andere Lesende, da es mich zu sehr in diese Ecke drängen wollte. Auch das Ende passte hier einfach zur Vorgehensweise der Autorin. Insgesamt nette Geschichte die mir aber nicht viel geben konnte.

5

Leo, Pina und die Hanserstraße 22 haben im Sturm mein Herz erobert! Ein wundervoll authentischer Roman über pflegende Angehörige, deren Nöte und Sorgen und Inklusion. Besonders gelungen ist die fein nuancierte Charakterzeichnung der Bewohner der Hanserstraße 22, Frau Zischke erlaubt jedem seine altersgemäßen Besonderheiten sowie seine kleine Schrulligkeiten. Dabei schreibt so warm und empathisch wie die lebensmüde Seniorin Inge, die junge, orientierungslose Zola, die zu den richtigen Dingen nein und zu den falschen Dingen ja sagt und der zurückgezogene Wojtek plötzlich Verantwortung übernehmen müssen, da Pina, völlig überlastet von 20 Jahren Care-Arbeit, eben ausfällt. Nun muss sich die Gemeinschaft auf Leo, seine Besonderheiten und seine wichtigen Routinen einlassen. Mal auf humorvolle, gefühlvolle oder auch mahnende Art und Weise hält die Autorin der Gesellschaft den Spiegel vor. Ganz große Wärme empfinde ich für dieses Buch und hoffe auf weitere zahlreiche Leser*innen und kann es sehr empfehlen! Auch die Hörbuchfassung ist ist wunderbar pointiert und gefühlvoll gelesen von Elisabeth Günther.

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