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„Der Schwache fürchtet selbst das Glück. Verletzt sich an Watte, kann sich am Glück verwunden.“
Dieses Buch hat mich lange beschäftigt, und das interessanterweise aus einer anfänglichen Ablehnung heraus. Ja, ich verachte Yōzo, und doch habe ich im Laufe der Handlung eine gewisse Empathie für ihn entwickelt, weil man logischerweise begreift, wie er zu dem wurde, was er ist (oder eher nicht ist). Echtes Mitgefühl konnte und wollte ich jedoch nicht für ihn aufbringen, das empfand ich nur ganz am Anfang, als er noch ein Kind war. Da Yōzo gefühlt gar nicht richtig existiert, reißt er andere Menschen mit sich in den Abgrund. Das betrifft allen voran die Frauen und vorallem die Prostituierten, die oft gar nicht als eigenständige Menschen greifbar sind, sondern von Yōzo lediglich als „Gebrauchsobjekte“, zum Anlehnen, Ausnutzen oder für den Missbrauch missverstanden und instrumentalisiert werden. Wäre es nach mir gegangen, hätte meine Distanz und Apathie ihm gegenüber wohl ausgereicht. Man muss dieses Verhalten natürlich im historischen Kontext des damaligen Japans betrachten, wo diese Dynamiken gesellschaftlich normalisiert waren, an meiner persönlichen Verachtung für sein Handeln ändert das jedoch nichts. Trotz allem war diese Geschichte eine tiefgehende Analyse wert. Beim Lesen drängen sich unweigerlich existenzielle Fragen auf. Inwieweit tragen wir alle Masken? Werden wir irgendwann zu dieser Persona? Und wer sind wir überhaupt noch ohne sie? Masken, die wir schon als Kind anlegen, weil wir damals keinen anderen Ausweg sahen, lassen sich später am schwersten wieder abstreifen. Doch man sollte zumindest versuchen, mehr zu sein als nur diese Fassade. Yōzo hingegen bleibt völlig passiv, versinkt im Selbstmitleid und offenbart sich letztlich als zutiefst schwacher Mensch. Sein Ende bringt einen makaberen Frieden, es ist die absolute Niederlage eines Menschen, der im Grunde nie wirklich existiert hat. Der Schreibstil war für mich anfangs gewöhnungsbedürftig. Im Nachhinein betrachtet passt diese spröde Art jedoch perfekt zu Yōzo und fängt das Wesen seiner Geschichte präzise ein. PS. Bild von mir zum Buch gezeichnet.

8 hours ago
„Der Schwache fürchtet selbst das Glück. Verletzt sich an Watte, kann sich am Glück verwunden.“
Dieses Buch hat mich lange beschäftigt, und das interessanterweise aus einer anfänglichen Ablehnung heraus. Ja, ich verachte Yōzo, und doch habe ich im Laufe der Handlung eine gewisse Empathie für ihn entwickelt, weil man logischerweise begreift, wie er zu dem wurde, was er ist (oder eher nicht ist). Echtes Mitgefühl konnte und wollte ich jedoch nicht für ihn aufbringen, das empfand ich nur ganz am Anfang, als er noch ein Kind war. Da Yōzo gefühlt gar nicht richtig existiert, reißt er andere Menschen mit sich in den Abgrund. Das betrifft allen voran die Frauen und vorallem die Prostituierten, die oft gar nicht als eigenständige Menschen greifbar sind, sondern von Yōzo lediglich als „Gebrauchsobjekte“, zum Anlehnen, Ausnutzen oder für den Missbrauch missverstanden und instrumentalisiert werden. Wäre es nach mir gegangen, hätte meine Distanz und Apathie ihm gegenüber wohl ausgereicht. Man muss dieses Verhalten natürlich im historischen Kontext des damaligen Japans betrachten, wo diese Dynamiken gesellschaftlich normalisiert waren, an meiner persönlichen Verachtung für sein Handeln ändert das jedoch nichts. Trotz allem war diese Geschichte eine tiefgehende Analyse wert. Beim Lesen drängen sich unweigerlich existenzielle Fragen auf. Inwieweit tragen wir alle Masken? Werden wir irgendwann zu dieser Persona? Und wer sind wir überhaupt noch ohne sie? Masken, die wir schon als Kind anlegen, weil wir damals keinen anderen Ausweg sahen, lassen sich später am schwersten wieder abstreifen. Doch man sollte zumindest versuchen, mehr zu sein als nur diese Fassade. Yōzo hingegen bleibt völlig passiv, versinkt im Selbstmitleid und offenbart sich letztlich als zutiefst schwacher Mensch. Sein Ende bringt einen makaberen Frieden, es ist die absolute Niederlage eines Menschen, der im Grunde nie wirklich existiert hat. Der Schreibstil war für mich anfangs gewöhnungsbedürftig. Im Nachhinein betrachtet passt diese spröde Art jedoch perfekt zu Yōzo und fängt das Wesen seiner Geschichte präzise ein. PS. Bild von mir zum Buch gezeichnet.
8 hours ago









