Die Glasglocke
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Description
Die Amerikanerin Sylvia Plath (1932–1963), »die beste, aufregendste und maßgeblich rücksichtsloseste Dichterin ihrer Generation« ( John Updike ), hat mit ihrem einzigen Roman, der im Jahr ihres Selbstmordes erschien, ein Jahrhundertbuch geschrieben, das auch heute nichts von seiner beklemmenden Faszination verloren hat.
»Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wußte, was ich in New York eigentlich wollte.« Die Collegestudentin Esther Greenwood, von Preisen und Stipendien überhäuft, verbringt im »schwarzen Sommer« von 1953 einen Monat als Volontärin einer Modezeitschrift in New York. Schonungslos protokolliert sie ihre Existenzkrise.
Book Information
Author Description
Die Dichterin Sylvia Plath, geboren 1932 in Boston, verheiratet mit dem Dichter Ted Hughes, wurde nach ihrem Selbstmord 1963 in London mit dem Roman Die Glasglocke und dem Gedichtband Ariel zu einer internationalen Ikone der Frauenbewegung.
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ich habe schon einige Bücher gelesen in denen Sylvia Plath oder auch konkret dieses Buch erwähnt wurden, so dass ich es mir gekauft habe. Heran getraut habe ich mich aber lange nicht, da es, wie ich wusste, ein sehr schweres Thema behandelt. Es geht in dem Buch um Esther, die am College studiert und in eine Lebenskrise gerät. Was anfängt mit was mache ich nur nach dem College geht bis zu einer ausgewachsenen Depression mit dem Wunsch nicht mehr zu leben. Erst dachte ich, dass ich mit dem Schreibstil nicht recht klar komme, da die Handlung immer mal “hüpft”, aber so im Nachgang denke ich, dass die Autorin es gut dargestellt hat, wie Esther sich verändert und tiefer in die Depression gerät. Das es ein besonders herausragendes Werk ist, habe ich jetzt nicht so empfunden. Ich habe das Gefühl, dass dieses Buch so faszinierend wirkt, da vermutet wird, dass die Schriftstellerin ihre eigene Gefühlswelt in dem Roman verarbeitete und nach Veröffentlichung den Freitot wählte.

Toller Schreibstil mit extremer Sogwirkung, Esther hat sich für mich in jeglicher Hinsicht total real angefühlt. Dass Plath mit diesem Buch viel von sich selbst preisgibt, ist definitiv spürbar. Die Geschichte ist bedrückend, aufwühlend und traurig. Besonders schlimm fand ich die Szenen in den psychiatrischen Einrichtungen und die Behandlung der Patienten in den 50ern. War mir zwar vorher schon bewusst, aber das mit Esther mitzuerleben, war nochmal etwas Anderes. Keine leichte Kost, aber zurecht ein Klassiker. Würde ich nicht unbedingt empfehlen, wenn man selbst an Depressionen leidet.
Ein sehr nachdenklich machendes Buch.
Von Aussen nach Innen verinnerlicht, kein Ausweg in Sicht. So ist die Glasglocke. Für mich persönlich hat die Protagonistin an manchen Stellen seltsam reagiert, dies machte sie für mich teilweise etwas unsympathisch, aber das ist auch völlig in Ordnung, denn es hat auf der anderen Seite wieder dazu geführt, daß ich darüber nachdenken musste, um es verstehen zu können. Viele Bereiche, haben sich vertraut angefühlt, und konnte ich gut nachempfinden. Man kann sich viele Fragen stellen über Identität und Erwartungen, "eigenen" Wünschen und Vorstellungen und diese für sich selbst beantworten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Am Anfang konnte ich nicht so ganz erkennen, was die eigentliche Handlung sein wird. Ab ca. 1/3 kam ich dann aber doch ganz gut rein. Der Schreibstil ist außergewöhnlich aber traf meinen Geschmack. Schwierige Themen, wie psychische Erkrankungen, Zweifel, Diskriminierung u.ä. werden mit einer besonderen Direktheit und Ehrlichkeit beschrieben. Die Protagonistin ist speziell, was aber sehr passend ist. Einige ihrer Gedanken kamen mir sehr vertraut und bekannt vor. Leider gab es hier und dort ein paar Stellen, die ich mir etwas detaillierter bzw. nachvollziehbarer gewünscht hätte.
"Die Glasglocke" von Sylvia Platz ist als zweites Wanderbuch in der Wanderbuchrunde 2025 zu mir gekommen und ich muss wirklich sagen, dass ich froh bin, dass zwei aus der Runde es schon gelesen und kommentiert haben, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht über den Anfang hinaus geschafft hätte, wenn ich mich nicht an den Kommentaren hätte entlanghangeln können. Erleichternd kam hinzu, dass sich das Buch in meinen Augen sogar relativ gut lesen lies, trotz allen Unverständnisses zumindest am Anfang für den Inhalt. Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin Esther erzählt, allerdings nicht chronologisch. Sie springt ziemlich hin und her in ihren Gedanken und wirft Dinge in den Raum, die ich erst einmal nicht verstanden habe. Allerdings bin mir sicher, dass die nicht-chronologische Erzählweise Absicht ist, weil es zu unserer Protagonistin und ihrem Leben, ihrer Krankheit passt, aber das macht es gerade zu Beginn echt anstrengend zu lesen. Warum das Buch als Kultbuch der Frauenbewegung gilt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn viel mehr als die feministischen, emanzipatorischen Gedanken, die in dem Buch sicherlich enthalten sind, steht für steht die an Depressionen leidende Esther und ihre Krankheit im Fokus. Vor allem mit dem Wissen, dass die Autorin sich gerade mal 4 Wochen, nach Veröffentlichung des Buches das Leben genommen hat und vermutlich vieles von ihrer eigenen Geschichte in Esthers Geschichte und somit in ihren Roman eingeflossen ist. Die Art und Weise, wie Silvia Plath die Krankheit schildert, ist schon sehr beeindruckend aber auch bedrückend. Aber es wird auch klar, dass man als psychisch weitestgehend gesunder Mensch nicht wirklich nachvollziehen kann, wie es Esther geht und ihr somit auch nicht so nahe kommen kann. Dennoch habe ich mir viele Gedanken während des Lesens gemacht, nachdem ich mich an die Erzählweise gewöhnt und das Buch eher in größeren Leseabschnitten und weniger abgehackt gelesen habe. Inzwischen spiele ich auch mit dem Gedanken, die Biografie der Autorin zu lesen, die sehr gelobt wird. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es diese Leseerfahrung abrunden würde. Auch wenn mich das Buch doch noch ganz gut fesseln konnte und nachdenklich gestimmt hat, war ,,Die Glasglocke" nicht wirklich ,,mein" Buch und konnte mir nur wenig geben. Es war ein Buch mit einer eher unsympathischen Protagonistin, die nichts mit mir gemein hatte, mit der ich mich überhaupt nicht identifizieren konnte und die letztlich nur durch die gedankliche Verknüpfung zur Autorin für mich interessant wurde. Und es war ein Buch seiner Zeit, geschrieben in den 60er Jahren mit einer Handlung in den 50er Jahren und ein Kultbuch der 70er Jahre. Ich persönlich finde, dass es nicht gut gealtert ist, zumal auch die Behandlung von Depressionen inzwischen deutlich weiter ist. Ein Stückweit habe ich das Buch wohl auch aus dem Grund beendet, um ähnlich wie bei ,,Die Wand" (welches ich nicht beendet habe) auch bei ,,Die Glasglocke" sagen zu können, dass dies ein Buch ist, dass man NICHT gelesen haben muss. Zumindest hätte ich auch gut ohne diese Leseerfahrung leben können. Und doch bin ich auch froh und ein wenig stolz auf mich, dass ich den inneren Schweinehund überwunden und das Buch beendet habe.
“Wenn es neurotisch ist, dass man zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen, gleichzeitig will, dann bin ich allerdings verdammt neurotisch.”
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Esther, die Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre im Korsett ihrer Zeit gefangen ist. Soll sie ihrem Wunsch nach Ehe und Kindern nachgeben oder möchte sie beruflich erfolgreich sein? Es geht nur das Eine oder das Andere. Zunehmend desillusioniert fällt sie in eine tiefe Depression. Sylvia Plath’ autofiktionaler Roman ist meisterhaft geschrieben, düster, sprachgewaltig, eindringlich. Auf intensive Art beschreibt die Autorin die Welt, das Denken und Fühlen von Esther. Seite für Seite und mit zunehmendem Unbehagen kann man Esthers Weg in den Abgrund verfolgen. Dieses Buch ist gut zu lesen, aber keine leichte Kost. Die Themen Depression und Suizid bekommen in diesem Buch viel Raum, daher wäre eine Triggerwarnung am Anfang des Buches sinnvoll. Dieses Buch ist nicht umsonst ein Klassiker und sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall gelesen werden.
Ich bin mit diesem Buch nicht warm geworden und konnte mich mit der Hauptfigur Esther nicht identifizieren. Das Buch ist distanziert geschrieben und Esther ist irgendwie - sorry - einfach nervig. Sie teilt die ganze Zeit ihre seltsamen und irrelevanten Gedanken mit, beschreibt haarklein Kleider, Stoffe, Möbel, ist überheblich, einfach unsympathisch. Das Buch ist zudem rassistisch. Das N-Wort in einem 1950er Roman - ok. Aber dezidiert ihn als dumm mit Glupschaugen darzustellen und ohne Grund und Konsequenz zu treten. Nein, muss nicht sein. Ich finde das ist ein Klassiker, den man nicht gelesen haben muss.
Ich habe mich sehr gefreut endlich einen Anlass zu haben um diesen Klassiker zu lesen. Sylvia Plath war mir bereits ein Begriff, wie einigen anderen bestimmt auch, wegen ihres tragischen Suizids. Während des Lesens und danach war ich sehr melancholisch gestimmt und traurig darüber, dass ein so kreativer und kluger Geist so früh die Erde verlassen hat. Esther ist für ein Praktikum bei einer Modezeitschrift in New York, dort lebt sie wohl den Traum vieler junger Frauen, doch Esther fühlt sich eher leer, entfremdet und depressiv. Zurück in Boston fällt sie in eine tiefe psychische Krise. Sie schläft nicht, sie kann nicht mehr lesen und sie kann nicht mehr schreiben. Nach einem Selbstmordversuch wird sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Esther war mir zu Beginn unheimlich unsympathisch und ich empfand sie als sehr fies – das zog sich auch bis zum Schluss durch, aber ich konnte mit jeder Seite mehr verstehen warum sie so ist und ein größeres Verständnis dafür aufbauen. Plath hat mit Esther eine eindringliche Protagonistin geschaffen, die das Frauenbild der 50er Jahre abbildet, deren Probleme und der Umgang damit. Esther aber will nicht in der traditionellen Rolle der Frau leben, sie sehnt sich nach einem Sinn und der Selbstentwicklung. Plath scheut nicht glasklar Szenen zu schildern die einem eine Gänsehaut beschert. Ich bin begeistert von ihrer Sprachgewalt und Klugheit. Sylvia Plath hat ein Meisterstück geschrieben das sich mit den Themen Depression, gesellschaftliche Erwartungen, Frauenbild, Feminismus und Selbstverwirklichung befasst. Für mich ein absolutes Must-read. Instagram: leeexieh

Beklemmend, verstörend und zwischen den Zeilen doch wichtig…
Das Buch hat bei mir vor allem ein sehr beklemmendes und teilweise verstörendes Gefühl hinterlassen. 🥺 Ich konnte mich mit der Protagonistin Esther nur schwer identifizieren und habe mich während des Lesens oft gefragt, was mir die Geschichte eigentlich sagen möchte. Manche Gedanken und Szenen fand ich schwer greifbar. 😵💫 Trotzdem fand ich einige Aspekte wirklich interessant – besonders Esthers Haltung gegenüber den damaligen Rollenbildern von Frauen. Sie stellt sich klar gegen die Erwartungen der Gesellschaft: Keuschheit, heiraten, Kinder bekommen, sich immerzu „brav“ verhalten und sich einem klassischen Frauenbild unterordnen. 🫣 Sie wollte selbst entscheiden, wie sie lebt, wen sie liebt und welche Zukunft sie für sich möchte. Gerade dieser Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung hat mir am Buch gefallen und finde ich wirklich wichtig! ❤️ Auch wenn ich emotional keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden habe, kann ich verstehen, warum das Buch für viele bedeutend ist. Die bedrückende Atmosphäre und Esthers innere Zerrissenheit bleiben definitiv im Kopf. Außerdem fand ich interessant, wie offen das Buch psychische Erkrankungen und Depressionen beschreibt – besonders wenn man bedenkt, aus welcher Zeit der Roman stammt. Gleichzeitig zeigt es auch, wie wenig Verständnis und wie viele Vorurteile Betroffene damals erleben mussten. 🥺 2,5 bis 3 Sterne ⭐️
Berührend und schlau
Sylvia Plaths einziger Roman behandelt die berührende Geschichte einer jungen Frau, die eine schwere Depression entwickelt und an der Position der Frau in den 50er Jahren fast verzweifelt. Der Roman ist clever, unterhaltsam, lyrisch und authentisch. Kein Wunder, dass die Autorin zu einer Ikone der Frauenbewegung wurde. Trigger-Warnung: Zeittypische rassistische Slurs und Stereotype
Definitiv Ja!
Ich bin Fan von Büchern, die in einer anderen Zeit spielen und S. P. hat einen richtig eintauchen lassen in ihre Gegenwart. Interessant war der Umgang mit psychischen Störungen in der damaligen Zeit, die Erwartungen an Beziehungen, Werte und Moralvorstellungen und die Verbindung zur Gedankenwelt der Person, die emotional geprägt ist. Der Schreibstil hat hin und wieder für Irritationen gesorgt und dadurch Spannung erzeugt, das Buch charakterisiert sich durch viele belebende Szenenwechsel. Thematisch erreichte die Geschichte einen sehr erschütternden Höhepunkt. Das Ende lässt viel Interpretationsspielraum, was besonders bei der Geschichte der Autorin verschiedene Blickwinkel ermöglicht.
Ich bin mir wieder uneinig über das Buch, wie ich es finden soll. Einerseits finde ich es krass, in welcher Zeit sie es geschrieben hat und wie erschreckend real es wirkt. Auch die sprachlichen Aspekte fand ich sehr beeindruckend und auch teilweise wirklich erdrückend. Andererseits konnte ich trotz der bildhafte Beschreibungen der inneren Welt von Esther ihr nicht immer so nachfühlen. In der zweiten Hälfte haben mich auch teilweise die Erzählstränge verwirrt und eine Antwort hätte ich wirklich gerne gehabt. Dennoch ein sehr lesenswertes Buch mit erschreckenden Einsichten in die 50er Jahre und den "Wert" von Frauen zu dieser Zeit.
The bell jar is now easily my favorite book ever. Sylvia Plath. The writer you are! It’s hard for a book to truly make you feel something, but this book moved me. I felt her heart ache, pain of isolation, and loneliness. No one can write this detailed about depression and suicidal without having gone through it themselves. Throughout the book you understand her feelings it’s like reading her actual real life thoughts. I’ve always struggled with my mental health and being about to read so detailed about someone struggling with there’s was like coming up for air. She understood what it meant to have your thoughts control you and her life choices. The writing was incredibly. Throughout the book you see how women were treated and discredited back in the day. It’s so sad that the struggles she faces YEARSSSSS AGOOO are ones women today still do to. It was a slow read more character development than plot development. But at the end of the book it left me speechless. This book made me feel something much. I will say it was a bit racist and I don’t want to ignore that. Sylvia Plath could’ve easily left those comments out, but she choice to include them and I don’t want to promote the book without mentioning that. It was uncalled for and unfortunate. For me it didn’t take away for the book or from her struggles with mental health. I feel like with being a person of color from the south, sadly I’m used to the slight racist comments from others. Favorite Quotes: •I felt my lungs inflate with the onrush of scenery air, mountains, trees, people. I thought, "This is what it is to be happy •The silence depressed me. It wasn't the silence. It was my own silence. •The trouble was, I had been inadequate all along, I simply hadn't thought about it. •To the person in the bell jar, blank and stopped as a dead baby, the world itself is a bad dream. •I felt very still and empty, the way the eye of a tornado must feel, moving dully along in the middle of the surrounding hullabaloo. •I couldn’t see the point of getting up. I had nothing to look forward to. •The trouble about jumping was that if you didn't pick the right number of storeys, you might still be alive when you hit bottom. •The thought that I might kill myself formed in my mind coolly as a tree or a flower. •Everything people did seemed so silly, because they only died in the end. So many more!

Sprachlich wirklich toll
„Die Sache war die, daß ich gar nichts im Griff hatte, nicht einmal mich selbst. Wie ein tauber Trolleybus holperte ich vom Hotel zur Arbeit oder zu irgendwelchen Partys und von den Partys wieder zum Hotel oder zur Arbeit. Ich hätte vermutlich begeistert sein sollen, wie die meisten anderen Mädchen, aber es gelang mir nicht. Ich war ganz still und leer, so wie sich das Auge eines Wirbelsturms vorkommen muß, das inmitten von Trubel und Getöse träge seines Weges zieht.“ (S. 8f.) Endlich habe ich „Die Glasglocke“ von meinem SuB befreit und Sylvia Plath gelesen. In ihrem autofiktionalen Roman gab es, auch wenn er nicht sehr umfangreich ist, so viele Themen, die wichtig waren und es in großen Teilen immer noch sind. Leichte Kost ist „Die Glasflocke“ definitiv nicht, dennoch lässt sich der Roman gut lesen. Besonders überzeugt hat mich die Sprache. Wow. Die Beschreibungen lassen mich wirklich darum trauern, dass es nicht weitere Romane von Sylvia Plath gibt. Bezüglich der Bewertung war ich nach Abschluss etwas unsicher, weil das Ende, wenn man um Sylvia Plaths Schicksal weiß, zu geschönt und konstruiert wirkt, auch wenn es nicht ausschließlich positiv ist.
Düster, bedrückend und doch sehr interessant!
Ein Klassiker aus den 60er Jahren, der mich in meiner Meinung etwas im Zwiespalt zurücklässt. 🧐 Ich schätze es lag an der distanzierten Erzählweise, die sehr eindringlich, sezierend und zynisch zugleich war. Und genau das tat stellenweise unheimlich weh! 😕 Einerseits stockte mir an einigen Stellen der Geschichte der Atem und andererseits schaffte ich es nicht ganz so richtig mitzufühlen. Immer wieder empfand ich die Erzählweise als sehr beeindruckend, aber auch verstörend. Silvia Plath arbeitet sehr viel mit Metaphorik und ich schätze das Gefühl, mit dem ich nun zurückgelassen werde, ist beabsichtigt. Man soll der Protagonistin einerseits nahe sein und andererseits in gewisser Distanz bleiben. Düster, bedrückend und doch sehr interessant! 🤨 Alles in allem, hat Silvia Path mit „Die Glasglocke“ ein beeindruckendes Werk geschaffen. ✨
Auch Esther hatte sechs Buchstaben…
In einer Welt voller Raster, voller Abzweigungen stellt die Protagonistin Esther die Wahl eines Rasterweges in Frage. Sie will sich nicht zuordnen und lässt sich auch nicht klar verorten. Jeder Weg hat etwas Besonderes in sich – im Endeffekt die Idee. Doch in der konkreten Lebenspraxis kann diese Idee sich nicht bewähren und so erscheint jeder Weg wie ein vorgeformtes, leeres Leben der Unterwerfung – gerade als Frau zu der Zeit. Sylvia Plath spricht mit ihrem autofiktionalen Roman all jenen aus der Seele, die die vorgefertigte, einfache Welt nicht hinnehmen können. Der Selbstmord der Autorin im Erscheinungsjahr spricht über das Werk hinaus. Ich könnte noch viel mehr zur Geschichte schreiben, da sie mich in so vielen großen und kleinen Aspekten inspiriert und zum Nachdenken angeregt hat – aber lest selbst!
Die Glasglocke hat mir unglaublich gut gefallen, vor allem wegen der ehrlichen und intensiven Darstellung von Depressionen. Sylvia Plath schafft es, Esthers Gedankenwelt so nahbar und bedrückend zu beschreiben, dass man ihre innere Leere, Überforderung und Entfremdung beim Lesen fast selbst spürt. Gerade deshalb wirkt das Buch auch heute noch erschreckend aktuell. Besonders spannend fand ich außerdem, wie emanzipiert Esther für die damalige Zeit dargestellt wird. Sie hinterfragt gesellschaftliche Erwartungen an Frauen, will selbstbestimmt leben und hat das Gefühl, dass ihr als Frau bestimmte Rollen aufgezwungen werden. Dadurch wirkt sie ihrer Zeit in vielen Momenten voraus, was das Buch noch interessanter macht. Auch die Atmosphäre hat mich sehr beeindruckt. Das Buch ist ruhig, teilweise fast distanziert erzählt, und genau das macht viele Szenen noch emotionaler. Man merkt beim Lesen ständig dieses Gefühl des Eingesperrtseins unter der „Glasglocke“, aus der Esther keinen Ausweg findet. Das Einzige, was mich manchmal verwirrt hat, waren die vielen Namen und Personen, die zwischendurch auftauchen, ohne dass immer direkt erklärt wird, wer genau gemeint ist. Dadurch musste ich an einigen Stellen kurz überlegen oder zurückblättern. Trotzdem ist Die Glasglocke für mich ein sehr besonderes Buch, weil es psychische Erkrankungen nicht romantisiert, sondern schonungslos ehrlich zeigt. Gleichzeitig ist es nicht nur ein Buch über Depressionen, sondern auch über Identität, Erwartungen, Einsamkeit und den Wunsch, als Frau frei leben zu dürfen.

Ein sehr progressiver Roman, der die pure Gewalt des Patriarchats in Bezug auf mentale Gesundheit abbildet. Gerade in Anbetracht der Umstände der Erscheinung aber auch äußerst tragisch. Der Verlag hätte hier aber definitiv noch eine Einordnung und Content/Trigger Warnungen hinzufügen müssen. Die Sprache beinhaltet uneingeordnet rassistische und diskriminierende Worte.
Beklemmend, intensiv und erschreckend klar. Ein Buch, das sich wie ein stiller Druck entfaltet.
In Die Glasglocke erzählt Sylvia Plath von einer jungen Frau, die sich immer mehr von der Welt entfernt nicht sichtbar, aber spürbar. Esthers Geschichte beginnt fast leicht, fast glitzernd. Doch unter der Oberfläche liegt von Anfang an etwas Unruhiges. Mit jeder Seite wird die Distanz größer, die Welt enger, die Gedanken dunkler. Die „Glasglocke“ wird dabei zu einem bedrückenden Bild für das Gefühl, vom eigenen Leben abgeschnitten zu sein. Der Roman ist schonungslos ehrlich und gleichzeitig still erzählt. Gerade diese Nüchternheit macht ihn so intensiv nichts wird dramatisiert, und doch trifft es umso härter. Ein tiefgehender, verstörend klarer Roman über Identität, Erwartungen und das Zerbrechen daran.
Ich bin begeistert! Buch in 3 Wörtern: - Emotional - Zeitlos - Ehrlich
Das Buch war echt ein ganz neues Erlebnis. Zu Beginn war ich ein wenig verwirrt, wegen der ganzen Zeitsprünge, doch diese Klarheit, die gegen Mitte/Ende kam, beruhigte mich auf eine Art, welche ich nicht beschreiben kann. Die Themen, die im Buch behandelt werden, sind für die Zeit der Entstehung, meiner Meinung nach, sehr fortschrittlich. Behandelt wird nämlich auch, das Leben von Frauen zu der Zeit und psychische Erkrankungen. Emotional war auch das Ende. Es hat mich echt begeistert! Vor allem der Schreibstil. Ich liebe die Art wie Sylvia Plath schreibt und einige Textstellen sind auch einfach Meisterwerke! Ich habe die Art, wie sie den Wendepunkt am Ende geschrieben hat, einfach geliebt und habe es mir mehrmals durchgelesen, um das Lese-Erlebnis mehr Mals spüren zu können. Und hier noch meine zwei liebsten Textstellen: Die Stille bedrückte mich. Nicht die Stille der Stille. Meine eigene Stille. Ich wusste genau, dass die Autos Geräusche machten, auch die Menschen in ihnen und hinter den erleuchteten Fenstern in den Häusern machten Geräusche, und der Fluss machte Geräusche, aber ich konnte nichts hören. Flach wie ein Plakat hing die Stadt an meinem Fenster, glitzernd und funkelnd, aber was ihren Nutzen für mich anging, so hätte sie nicht da zu sein brauchen. - Die Glasglocke, Sylvia Plath Während ich da nun im Bett lag, stellte ich mir vor, Buddy würde sagen: »Esther, weißt du, was das ist - ein Gedicht? « » Nein was denn? « würde ich sagen. » Ein Haufen Staub.« Gerade wenn er zu lächeln anfing und ein stolzes Gesicht machte, würde ich sagen: »Das sind die Leichen, die du aufschneidest, doch auch. Und die Leute, die du zu heilen glaubst, auch. Sie sind Staub und nochmals Staub. Ich schätze, ein gutes Gedicht hält eine ganze Weile länger, als hundert von diesen Leuten zusammengenommen.« Und natürlich würde Buddy hierauf keine Antwort haben, denn was ich sagte, stimmte. Die Menschen bestanden in erster Linie aus Staub, und ich verstand nicht, warum es besser sein sollte, all diesen Staub zu verarzten, als Gedichte zu schreiben, an die sich die Leute erinnerten und die sie sich aufsagten, wenn sie unglücklich oder krank waren oder nicht schlafen konnten.
Wenn die Welt plötzlich hinter Glas liegt
Unter dieser Glasglocke wird die Luft dünn, leise und erschreckend klar. Sylvia Plath zieht mich in Esthers Welt, als würde ich durch eine glänzende Scheibe schauen und dabei merken, dass auch mein eigener Atem plötzlich schwerer wird. Diese Geschichte hat mich nicht einfach unterhalten, sie hat mich umhüllt. New York, die Magazine, die Kleider, die Dinner und die flirrende Erwartung an eine glänzende Zukunft wirken zuerst fast verführerisch. Doch darunter bröckelt etwas. Esther verliert nicht laut den Halt, sondern schleichend, in Gedanken, Bildern und Momenten, die immer kälter werden. Besonders berührt hat mich, wie ehrlich dieser Roman psychische Dunkelheit beschreibt. Nicht übertrieben, nicht ausgeschmückt, sondern beklemmend nah. Es ist, als würde Plath Worte für ein Gefühl finden, das kaum greifbar ist. Genau darin liegt für mich die große Kraft dieses Buches. Die Illustrationen von Beya Rebaï machen diese Ausgabe noch intensiver. Sie wirken nicht wie Schmuck am Rand, sondern wie ein stilles Echo der Geschichte. Zart, kunstvoll und zugleich voller Schwere. Die Glasglocke ist kein bequemes Buch, aber ein wichtiges. Eines, das kratzt, bleibt und lange nach dem Lesen noch leise im Raum steht. Schön, traurig, klug und erschütternd zeitlos.

Ein Roman über Depression..
.. und das Leben im Allgemeinen. Trotz seiner 60 Jahre ist „Die Glasglocke“ mit seiner Thematik teilweise immer noch aktuell. Es geht um das Leben, gesellschaftliche Ansprüche, zwischenmenschliche Beziehung und Liebe, Depression und (Achtung) Suizid. Sprachlich wirklich sehr gut, ich konnte der Handlung gut folgen und habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Dieses Buch ist keine Unterhaltungslektüre und schwere Kost, also bitte mit Vorsicht genießen!
Ein Buch hat mich selten so unbehaglich fühlen lassen..
In "Die Glasglocke" begleitet der Leser Esther durch ihr Leben, anfangs unsicher über die Richtung der Geschichte. Die düstere Wendung ab der Hälfte des Buches, als sie nach Hause zurückkehrt, wird von Sylvia Plath meisterhaft mit Metaphern dargestellt, die einen Einblick in Esthers dunkle Gedankenwelt ermöglichen. Die offene Darstellung des Suizidthemas erfordert definitiv eine Triggerwarnung, und manchmal musste ich beim Lesen schlucken. Obwohl das Buch scheinbar unspektakulär ist, bleibt der Drang, weiterzulesen und zu erfahren, was mit Esther geschieht. Ein gelungenes Werk, jedoch mit dem bitteren Beigeschmack des Schicksals der Autorin.
Ein HAVE TO READ. Ein LeseMUSS.
Erschreckend, wie AKTUELL es immer noch ist. Die Rolle der Frauen hat sich in all den Jahren seit dem Erscheinen weniger verändert als es wünschenswert ist. Traurig, nicht wahr? Es ist kein "einfaches" Buch, KEINE "Zwischendurch"- Lektüre. Trotzdem hatte ich es an einem Nachmittag gelesen. Es ist für Jene, die z. B. Die Wand wunderbar finden. Es hat einen ähnlichen "Vibe". Mich hat es GEPACKT, um allerdings alles zu erfassen, werde ich es nochmal lesen dürfen. Denn, das ist es wirklich wert. Übrigens bei Suhrkamp erschien auch ein Gedichtband von Sylvia Plath, wird demnächst ebenfalls bei mir einziehen.... Die Glasglocke habe ich jedenfalls nun bei meinen ALL-TIME-FAV'S Lebenslektüren hinzugefügt.

Esther Greenwood ist kein Charakter zum Gern haben. Esther ist apathisch, zynisch und depressiv. Man hat das Gefühl Esther ist außer Stande auch nur irgendeinem Menschen - auch nicht sich selbst - Zuneigung oder Liebe entgegenzubringen. Sie ist gefühlskalt gegenüber Menschen die ihr gegenüber Zuneigung empfinden, sie verletzt diese Menschen sogar. Man muss Esther aber auch nicht gern haben um sich, zumindest in Teilen, mit ihr identifizieren zu können, bzw. ihre Handlungen nachvollziehen zu können. Der Roman spielt in den 50ern, eine Zeit in der Frau sich zwischen Familie und Karriere entscheiden musste. Das ist auch heute noch oft genug der Fall, aber während das Bild der berufstätigen Mutter heute (zumindest oberflächlich) unterstützt wird, war dieser Lebensentwurf damals noch nicht einmal in den Vorstellungen der Menschen vorhanden. Esther Greenwood möchte aber beides, einen tollen Job plus Mann und Kinder. Ihr stehen beide Optionen offen, da sie eine hervorragende Studentin ist und einen Verehrer hat. Sie vergleicht ihre Situation mit einem Feigenbaum, wobei jede Frucht eine andere Möglichkeit darstellt und während sie noch da steht und überlegt welche sie wählen soll, verschrumpeln die Feigen und fallen zu Boden. Bevor Esther sich falsch entscheidet, entscheidet sie sich lieber gar nicht. Sie wird apathisch und langsam aber stetig senkt sich eine Glasglocke über sie und schneidet sie von allen anderen Menschen ab. Sie empfindet diese Glasglocke als einen Fremdkörper den sie nicht kontrollieren kann. Selbst am Ende nachdem sich die Glasglocke wieder gehoben hat, spürt sie diese immer noch bedrohlich über sich hängen und weiß, dass die Glasglocke nie verschwinden wird und sich jederzeit wieder über sie herabsenken kann. Wie jeder relativ schnell erkennt, ist die Glasglocke nichts anderes als eine Metapher für ihre Depressionen. Wenn man ein bisschen über Sylvia Plath recherchiert, wird schnell klar, dass Die Glasglocke stark autobiographisch eingefärbt ist. Bei Wikipedia heißt es der Roman sei semiautobiographisch. Aus diesem Grund finde ich es fast unmöglich das Buch unabhängig von der Autorin zu betrachten. Das ist auch ein Grund weshalb ich das Geschriebene als realitätsgetreu annehme, auch wenn Esther's Perspektive mehr als nur einmal sehr fragwürdig erscheint. Ihre Sicht auf manche Personen will sich mir nicht ganz erschließen und ich frage mich inwieweit die Depression ihre Wahrnehmung verzerrt und ob Plath genau dies bezwecken wollte. Was der Roman meiner Meinung nach ebenfalls sehr gelungen darstellt, ist die extreme Oberflächlichkeit der Gesellschaft. So tut Esther's Mutter die Depressionen ihrer Tochter als bloße Verstimmungen ab, die sich durch Arbeit kurieren lassen und gibt ihr durch die Blume selbst die Schuld daran. Am Schluss sagt die Mutter, dass sie diesen Lebensabschnitt Esther's einfach vergessen und als bösen Traum ansehen sollen. Nur dass für Esther unter der Glasglocke alles außerhalb ein böser Traum ist. Die "Freundschaften" wirkten auf mich sehr aufgesetzt. Mal versteht man sich total gut mit der einen Freundin, dann findet man sie kurz darauf super ätzend und sehnt sich nach der anderen Freundin über die man vorher noch gelästert hat. Sehr bezeichnend für diese Oberflächlichkeit fand ich zwei Szenen. Eine in der Esther während eines Fototermins in Tränen ausbricht, worauf alle Personen den Raum verlassen sie "ausheulen" lassen und anschließend so tun als sei nichts gewesen. In der anderen Szene, werden alle Gewinnerinnen des Schreibwettbewerbs von einer angesagten Modezeitschrift zu einem schicken Dinner eingeladen und fangen sich eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Krabbenfleisch ein. Unter dem glitzernden Schein der Modewelt sitzt das faulende Krabbenfleisch und selbst Bilder von leckeren Gerichten werden geschönt. Ich mochte Sylvia Plath's Schreibstil, sie verwendet viele Metaphern die sehr bildhaft sind. Das Buch ist so voller Bilder und Gedanken, dass ich hier nur einen Bruchteil angesprochen habe. Ich werde noch eine Weile über diesen dünnen Roman nachdenken müssen.
Ich glaube, ich habe mehr von diesem Buch erwartet. Trotzdem hat es mir gefallen.
3,5/5 Sternen Esther Greenwood, eine Collegestudentin, ist Erfolge gewohnt und hat ein Stipendium für eine renommierte Universität an der Ostküste sicher. Doch sie bemerkt, dass sie seit ihrem neunten Lebensjahr nicht mehr wirklich glücklich ist, obwohl sie mit Preisen und Stipendien überschüttet wird. Im "Schwarzen Sommer" von 1953 arbeitet sie einen Monat lang als Volontärin bei einer Modezeitschrift in New York. Eigentlich sollte sie, wie die anderen Stipendiatinnen, mit denen sie ihre Zeit verbringt, das Abenteuer und das pulsierende Leben der Großstadt genießen. Stattdessen versinkt sie jedoch allmählich in einer Depression und hält ihre existenzielle Krise schonungslos fest. Aufgrund seiner zeitgenössischen Thematik liest sich das Buch nicht wie ein typischer Klassiker. Die Autorin zielt nicht darauf ab, zu belehren oder die Gesellschaft direkt zu kritisieren, sondern sie schildert lediglich persönliche Erfahrungen. In Anbetracht dessen, dass Sylvia Plath selbst aufgrund ihrer Depressionen in einem sehr jungen Alter verstarb, hat das Buch natürlich einen bitteren Nachgeschmack. So hat man jede Seite mit dem Gedanken im Hinterkopf gelesen, dass diese Worte von einer Frau stammen, die in der Wohnung, in der ihre beiden Kinder schliefen, den Kopf in den Ofen gesteckt hat. Kritiker haben "Die Glasglocke" für seine beeindruckende Gesellschaftskritik gelobt und es als weiteren Meilenstein der Emanzipation von Frauen weltweit gefeiert. Obwohl die Geschichte durchaus deutliche Kritik an der amerikanischen Spießbürgerlichkeit übt und den Konflikt zwischen Karriere und Familie, den viele Frauen auch heute noch erleben, thematisiert, steht im Zentrum des Buches etwas anderes: die Depressionen. Die Fragen nach dem Warum oder Wie der Entstehung dieser psychischen Erkrankungen stehen nicht im Fokus. Es ist vielmehr ihre eigene Geschichte, die sie erschreckend detailliert darlegt. Wie fühlt es sich an, depressiv zu sein? Sich unverstanden zu fühlen und zu glauben, dass es keinen Ausweg mehr gibt? Wie ist es, unter den Möglichkeiten des Lebens zu leiden? Manchmal trotzig, manchmal sarkastisch, beschreibt Plath ihre eigene innere Zerrissenheit, die sich im Laufe der Zeit in eine tiefe emotionale Starre verwandelt. Das Bild der Glasglocke, die über Esther gestülpt ist, hat die Autorin sehr treffend gewählt. Die Menschen um Esther herum können frei in ihr Inneres blicken und es analysieren, während sie sich selbst in dieser Gefangenschaft eingeengt und machtlos fühlt. Gegen Ende des Buches, nachdem die Glasglocke erstmals angehoben wurde, fragt sich Esther, ob die Glocke jemals wieder über sie kommen wird. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Frage, die nicht definitiv beantwortet werden kann. Jeder Mensch kann sein Leben nur bis zu einem gewissen Grad steuern. Was darüber hinausgeht, lässt sich nicht vorhersagen. Das Vertrauen ins Leben ist daher entscheidend, um sich nicht von den bestimmenden Umständen einschränken zu lassen und neuen Erfahrungen offen gegenüberzustehen. Ich habe gemischte Gefühle gegenüber dem Buch. Beim Lesen fand ich es oft ziemlich verwirrend und manchmal war es sogar ein wenig nervenaufreibend. Es ist nicht leicht, eine Verbindung zu Esther herzustellen, und ich würde nicht behaupten, dass mir das vollständig gelungen ist. Dennoch gelang es der Autorin, mich immer wieder zu fesseln. Trotz aller Unruhe in diesem Buch enthält es auch viel Wahrheit; sie trifft den Kern der Sache. Man kann sich darin wiederfinden, und das liegt am zentralen Thema. Trotz alledem konnte mich Sylvia Plaths "Die Glasglocke" nicht wirklich emotional fesseln. Das könnte an der eher distanzierten Sprache liegen, die den emotionalen Zustand der Hauptfigur genau wiedergibt. Stattdessen war ich beeindruckt von diesem Roman, der die Auseinandersetzung einer Frau mit ihrer Geschlechterrolle zeigt und wie sie daran scheitert: an den Erwartungen, dem Leben und einer ungewissen Zukunft. Ich glaube, ich habe mehr von diesem Buch erwartet. Trotzdem hat es mir gefallen.

Das ganze Buch fühlte sich an wie ein Fiebertraum
Zugegeben: meine Bewertung sollte mit Vorsicht betrachtet werden, da ich das Buch auf Englisch gelesen habe. Zwar lese ich viele Bücher auf Englisch und habe damit eigentlich keine Schwierigkeiten, aber dieses Buch war sprachlich wirklich anspruchsvoll. Vielleicht liegt es also zum Teil an einer sprachlichen Barriere, dass für mich vieles kaum Sinn ergeben hatte oder ich immer wieder mit unerklärlichen Handlungssprüngen konfrontiert war. Vielleicht war es aber auch Absicht des Buches, immerhin sollte die psychische Erkrankung der Protagonistin thematisiert werden. Oder es war auch der Zeit geschuldet, in welcher das Buch geschrieben wurde. Der Umgang mit psychisch erkrankten Menschen zu dieser Zeit wird sehr gut dargestellt und auch die Gefühle und Gedanken der Protagonistin sind sehr anschaulich beschrieben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Buch 1963 viele Frauen berührt hat und auch durch die autobiografischen Züge der Autorin erhält man einen anderen Blickwinkel auf das Buch. Die Depression metaphorisch als Glasglocke zu beschreiben ist großartig, insbesondere zu einer Zeit, in welcher die Depression kaum verstanden wurde. Dennoch kann ich dem Buch nur 2,5 Sterne geben aufgrund der Handlungssprünge und der Schwierigkeit einiger, für mich sinnlos erscheinenden Passagen, richtig zu deuten. Aus heutiger Perspektive konnte ich mich überhaupt nicht in die Protagonistin hineinversetzen. Mit einem Blick aus dem Jahre 1950 ist das mit Sicherheit ganz anders.
Sehr trüb & real
Esther Greenwood scheint 1953 am Anfang eines erfolgreichen Lebens zu stehen! Als Gewinnerin eines Schreibwettbewerbs, darf sie in einem New Yorker Fashion Magazin hospitieren. Dort trifft sie auf erfolgreiche Frauen und kostet den Geschmack einer schillernden Zukunft. Die Realität schlägt allerdings schneller zu als erwartet & Sylvia zeigt wie nah beeinander Schein & Misserfolg stehen kann. Männer scheinen in Esthers Leben alle eine Entäuschung zu sein, gesellschaftlich wird ihr aber vorgelebt, ihr eigenes Leben hinter das der Männer zu stellen. Die Geschichte wird immer düsterer, hinterfragt aber gleichzeitig Lebenskonzepte. Die bekannte Feigenbaumszene konnte ich gerade jetzt in meiner Lebenssituation nachvollziehen, als ob sie meinen Gedanken & Zweifeln entsprungen wäre. Irgendwie ist es ein komisches Gefühl, was ich nach dem Buch hatte. & so richtig beschreiben kann ich es auch nicht. Es ist eher trocken und deprimierend. Ehrlicherweise kann ich nicht sagen, dass ich großen Spaß hatte, das Buch zu lesen, ich fand es allerdings trotzdem sehr einnehmend. Eine Leseerfahrung, die man machen kann, sollte einen der Klappentext interessieren, aber nichts was man auf Dauer Buch um Buch lesen sollte. Vielleicht werden dadurch auch die eigenen Gedanken etwas trüber 😂

Hässlich aber ehrlich
Die Protagonistin Esther Greenwood hat mich persönlich ziemlich in ihren Wahnsinn ab der zweiten Hälfte gezogen. Viele ihrer Sorgen und Gedanken waren sehr nachvollziehbar, viele jedoch auch sehr irrational und machten sie oft unsympathisch. Zudem kann man auch nicht ausschließen, dass der Rassismus echt unnötig war. Sylvia Plath hat einen sehr großen Teil ihrer selbst in dieses Buch geschüttet, was dem Buch einen einmalig Ehrlichen und brutal Realen Geschmack gibt. Der Schreibstil war für mich wunderbar, da ich von ihren endlosen Beschreibungen und Details nie gelangweilt war, zudem lies sich das Buch, abgesehen von den schweren Themen die behandelt werden, sehr gut lesen!

Rassistisch ?!
Also… Das Buch kam 2013 raus. Da stellt sich mir die Frage warum das N-Wort tausend Maul erwähnt wird und auch als Beleidigung genutzt wird. “Ich blickte in den Spiegel und war gelb wie ein Chinese.” Oder andere rassistische Beschreibungen… Wtf ? Bereue das Buch auch noch bis zum Ende gelesen zu haben, weil die story auch nicht mal gut war. Eines der gehyptesten Bücher in der Booktok Scene… Warum?
Lässt einen betrückend und wütend zurück. Geschichte einer Protagonistin mit vielen Masken und Selbstzweifeln, die von sich und den Erwartungen anderer unter Glasglocke erdrückt wird. Das Buch ist mMn nicht für Depressive geeignet.
Das Buch spielt in den 1950ern und ist sehr beklemmend, am Anfang hatte ich das Gefühl eine Geschichte einer jungen Frau zu lesen, die nicht weiß was sie will und sich möglichst von allem distanzieren will. Nach und nach wird klar, welcher Erwartungsdruck auf der jungen Amerikanerin liegt (wie auf vielen anderen Frauen auch) und wie sie immer mehr in eine Depression rutscht und sich ausmalt wie sie stirbt. Das ist nicht leicht zu lesen, vorallem wenn man weiß, dass die Autorin sich nach ihrem Debüt umgebracht hat. Das Buch ist gut, es verstört und lässt einen mit einem ungutes Gefühl zurück, wenn man weiß, welche Erwartungen immernoch an Frauen gestellt werden.
Sylvia Plaths Die Glasglocke ist ein faszinierendes und zugleich tragisches Buch, das mich wirklich gefesselt hat.
Mit ihrer eindrucksvollen poetischen Sprache und den düsteren, oft verstörenden Bildern zieht Plath Lesende tief in die Welt der Protagonistin Esther Greenwood und lässt einen ein intensives Gefühl von Unbehagen spüren – ein Gefühl, das schwer zu ertragen ist, aber mich genau deshalb so beeindruckt hat. Es ist ein Buch, das man fühlt – schmerzhaft und intensiv, aber genau das macht es so besonders. Besonders spannend fand ich die historischen Hintergründe: die Darstellung der psychiatrischen Behandlungen der 1950er Jahre in den USA, einschließlich Elektroschocktherapien, und die Einblicke in den Umgang mit psychischen Erkrankungen in dieser Zeit. Das fügt der ohnehin schon beklemmenden Geschichte eine weitere Ebene hinzu. Die Glasglocke ist eine poetische und zugleich erschütternde Darstellung von Depression und innerem Scheitern, die durch den autobiografischen Bezug zu Sylvia Plaths eigenem Leben noch dramatischer und berührender wirkt. Es ist fast voyeuristisch, wie nah man ihrer Psyche kommt, und dennoch fühlt man sich von ihrer Geschichte unwiderstehlich angezogen.
Plath zeichnet eine Person, Esther, die ohne emotionale Empathie sich selbst und ihrem Umfeld gegenüber, den sozialen Bedingungen der 50er Jahre entgegentritt. Normen, Konformismus, die Rolle der Frau, Interaktion zwischen den Geschlechtern, Erwartungshaltungen, Beruf, Alltag und der Umgang mit psychologisch auffälligem Verhalten. Für Esther ist es eine destruktive, feindliche Umwelt. Ihre Empathie beschränkt sich auf kognitive Fähigkeiten. Sie lässt ihre Freundin besoffen in ihrer Kotze vor der Tür liegen. Kümmert sich nicht. Kein schlechtes Gewissen. Keine emotionale Regung. Ihr Freund ist an Tb erkrankt. Sie freut sich sogar darüber, weil er nicht mehr rein ist ( hat vor ihr schon rumgevögelt, ein no Go). Null emotionale Anteilnahme an seiner Erkrankung. Alles was eigentlich im emotionalen Spektrum statt finden müsste, weist bei ihr mechanische Reaktionen auf. Sie ist intelligent. Sie beobachtet scharf, ordnet ein, reflektiert, auf einer rein rationalen, kognitiven Ebene des Verstandes. Sie weint durchaus. Als Stress oder Überforderungsreaktion auf sozialen Druck. Abbau von Anspannung. Am Grab ihres Vaters. Als persönliche Identifikation. Die Erinnerung an den Verlust. Was hat sie verloren? Liebe, Wärme, Nähe, Verständnis, Zuneigung? Nein. Dinge die rein kognitiv verarbeitet werden: „ es schien angemessen, dass ich das Trauen übernahm“, „ er hätte mir alles über Insekten beigebracht. Er hätte mit Latein und Griechisch beigebracht“, „ich wusste nicht warum ich heftig weinte….ich jaulte meinen Verlust in den kalten Salzregen“. Solch eine Psyche versucht nun den Zwängen zu entkommen. Den Todestrieb und innere Leere im Gepäck ist das keine risikoarme Nummer der Ratio, in die Freiheit auszubrechen, die uns hier erwartet. Die Beste Szene ereignet sich in diesem Kontext auf der Skipiste. Eine Szene der Intensität. Einreißen jeglicher Grenzen, Überwindung des Selbst → Lebensgefahr. Plath arbeitet mit szenischen Bildern, die direkt in einer Situation starten und diese zügig durchlaufen. Wir bekommen einen Wirbel an Vergangenheits- und Gegenwartsmomenten, in denen Esther durch ihren eingeschränkten Charakter, äußerst vorhersehbar interagiert. Ihre Reaktionen überraschen mich nicht, da die Spontanität der Emotionalität fehlt. Insofern stellen sich die Szenen für mich irgendwann als redundant ein. Die Art und Weise wie Esther sich verhält und handelt, bzw. nicht handelt ist vorhersehbar. Ihre Gedanken kreisen um immer dieselben Themen: Beruf, Entjungferung, Ehe. Sie spricht immer nur von Zielen und Vorstellungen. Es kommen keine neuen Aspekte hinzu, da sie schlicht nicht in der Lage ist diese zu liefern. Insofern könnten beliebig andere Szenen gesetzt werden, da Esther nicht komplex genug daher kommt, um für mich interessant zu bleiben. Ihre Figur nutzt sich zu schnell an. Plath bleibt in der Icherzählerperspektive. Weshalb das Buch nach etwa 70% auf der Plotebene mit der Anlage des Charakters und Erzählinstanz ausgedient hat. Neue Reize sind nicht zu erwarten. Moment, da ist ja noch die Sprache. Die ist erste Sahne. Ein fließendes, immersives Stück, aus einem Guss. Sie spielt mit Wörtern, Bedeutungen und bricht die symbolische Ordnung, die Glasglocke auf. Sie trägt über die Handlung hinaus und bedeutet Widerstand gegen Esthers Todestrieb, dem Verzweifeln und Abprallen an ihrer Umwelt. Die Sprache leuchtet, spendet Wärme, Geborgenheit und emotionale Empathie. Sie schließt die Lücke in Esthers Dezentriertheit. Woran Realität scheitert, Menschen in Esthers Umfeld und sie selber scheitern - Integration, Hinsehen – offenbart die sprachliche Ebene. Welche Art von Leser bin ich? Nehme ich nur die Sprache, die Literatur als künstlerischen Ausdruck, gegen die deterministische Anlage der Person Esthers und ihres Umfeld, erlebe ich einen Öffnungsmoment. Die Sprache durchschreitet jegliche Zwänge und gibt Esther die Empathie, Freiheit und das Ja zum Leben, vollumfänglich zurück. Sie vervollständigt sie. Esthers Psychologie ist allerdings Teil dieser Literatur. Dieser Kunst. Deshalb war es mir zu Beginn wichtig die Empathie auszudifferenzieren und Esthers Verhalten zu plausibilisieren. Nehme ich Esther dann in ihren Handlungen, wie sie sich gestaltet in diese Rechnung mit hinein, wird die Sprache zur Suggestion. Sie scheint zu transformieren, vermag es aber nicht, da Esther sich nun mal nicht dementsprechend verhält. Sie transformiert nicht, da die Sprache in ihrer Realität sie nicht vervollständigen kann. Ihre Konstitution gibt dies nicht her. Die Sprache dient dem Leser, Esther bleibt wo sie ist und langweilt mich (als literarische Figur). Für mich fehlen hier stilistische Mittel, erweiterte Erzählperspektiven um diesen Mangel auszugleichen. Ich bin nur in der Lage diesen Text sehr gut zu finden, wenn ich Esther und ihre Handlungen ins Abstrakte hole und sie sich mit der Sprache Plaths einen Prozess unterziehen lassen. Bin ich als Leser dazu nicht in der Lage, scheitert der Text in all seinem Glanz an der Setzung des Charakters und bleibt in seiner eigenen Glasglocke hängen. Besser schaffe ich es augenblicklich nicht, meine eigene Zerrissenheit dem Text gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Da ich immer auf der Seite der Transformation und des Prozesses bin, versuche ich mich ins Abstrakte vorzuwagen und gebe grummelnde Sonderpunkte für Plaths sprachlichen Widerstand.
Der Klappentext wird dem Buch nicht gerecht. Ich dachte mich würde eine ganz andere Geschichte erwarten. Aber die Geschichte die mich dann erwartete hat nicht enttäuscht! Es wird sehr lebendig beschrieben wie sich das Leben anfühlt wenn man das Gefühl hat unter einer Glasglocke zu leben. Das es möglich ist, aus dem Gefühl tiefster Depression wieder rauszukommen und das Leben manchmal eine ganz andere Wendung nimmt als gedacht. Das Buch hat mich auf jeden Fall sehr berührt.
Sprachlich & gesellschaftlich ein Meisterwerk 🌟
Bildliche, einfallsreiche Sprache gekoppelt mit gesellschaftlichen Herausforderungen an Frauen und die damit einhergehenden Schwierigkeiten in den 50er-Jahren (und auch noch heute). Am Ende zieht es sich ein wenig und der Schluss ist nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, aber es ist dennoch ein sehr gelungenes Buch.
So ein wichtiges Thema!
Das Buch hat mich ehrlich berührt. Passt bitte auf, falls ihr mit Themen wie Depressionen und Suizid nicht so gut umgehen könnt! Es war für einen Klassiker so ein angenehmer und flüssiger Schreibstil. Einen Stern habe ich abgezogen, weil ich finde, dass einige veraltete, rassistische Wörter in Neudrucken einfach ausgetauscht werden sollten und nicht mehr publiziert. Ist aber nur meine Meinung. All in all klasse Buch was bis heute große Bedeutung hat
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Die Amerikanerin Sylvia Plath (1932–1963), »die beste, aufregendste und maßgeblich rücksichtsloseste Dichterin ihrer Generation« ( John Updike ), hat mit ihrem einzigen Roman, der im Jahr ihres Selbstmordes erschien, ein Jahrhundertbuch geschrieben, das auch heute nichts von seiner beklemmenden Faszination verloren hat.
»Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wußte, was ich in New York eigentlich wollte.« Die Collegestudentin Esther Greenwood, von Preisen und Stipendien überhäuft, verbringt im »schwarzen Sommer« von 1953 einen Monat als Volontärin einer Modezeitschrift in New York. Schonungslos protokolliert sie ihre Existenzkrise.
Book Information
Author Description
Die Dichterin Sylvia Plath, geboren 1932 in Boston, verheiratet mit dem Dichter Ted Hughes, wurde nach ihrem Selbstmord 1963 in London mit dem Roman Die Glasglocke und dem Gedichtband Ariel zu einer internationalen Ikone der Frauenbewegung.
Posts
Ich habe schon einige Bücher gelesen in denen Sylvia Plath oder auch konkret dieses Buch erwähnt wurden, so dass ich es mir gekauft habe. Heran getraut habe ich mich aber lange nicht, da es, wie ich wusste, ein sehr schweres Thema behandelt. Es geht in dem Buch um Esther, die am College studiert und in eine Lebenskrise gerät. Was anfängt mit was mache ich nur nach dem College geht bis zu einer ausgewachsenen Depression mit dem Wunsch nicht mehr zu leben. Erst dachte ich, dass ich mit dem Schreibstil nicht recht klar komme, da die Handlung immer mal “hüpft”, aber so im Nachgang denke ich, dass die Autorin es gut dargestellt hat, wie Esther sich verändert und tiefer in die Depression gerät. Das es ein besonders herausragendes Werk ist, habe ich jetzt nicht so empfunden. Ich habe das Gefühl, dass dieses Buch so faszinierend wirkt, da vermutet wird, dass die Schriftstellerin ihre eigene Gefühlswelt in dem Roman verarbeitete und nach Veröffentlichung den Freitot wählte.

Toller Schreibstil mit extremer Sogwirkung, Esther hat sich für mich in jeglicher Hinsicht total real angefühlt. Dass Plath mit diesem Buch viel von sich selbst preisgibt, ist definitiv spürbar. Die Geschichte ist bedrückend, aufwühlend und traurig. Besonders schlimm fand ich die Szenen in den psychiatrischen Einrichtungen und die Behandlung der Patienten in den 50ern. War mir zwar vorher schon bewusst, aber das mit Esther mitzuerleben, war nochmal etwas Anderes. Keine leichte Kost, aber zurecht ein Klassiker. Würde ich nicht unbedingt empfehlen, wenn man selbst an Depressionen leidet.
Ein sehr nachdenklich machendes Buch.
Von Aussen nach Innen verinnerlicht, kein Ausweg in Sicht. So ist die Glasglocke. Für mich persönlich hat die Protagonistin an manchen Stellen seltsam reagiert, dies machte sie für mich teilweise etwas unsympathisch, aber das ist auch völlig in Ordnung, denn es hat auf der anderen Seite wieder dazu geführt, daß ich darüber nachdenken musste, um es verstehen zu können. Viele Bereiche, haben sich vertraut angefühlt, und konnte ich gut nachempfinden. Man kann sich viele Fragen stellen über Identität und Erwartungen, "eigenen" Wünschen und Vorstellungen und diese für sich selbst beantworten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Am Anfang konnte ich nicht so ganz erkennen, was die eigentliche Handlung sein wird. Ab ca. 1/3 kam ich dann aber doch ganz gut rein. Der Schreibstil ist außergewöhnlich aber traf meinen Geschmack. Schwierige Themen, wie psychische Erkrankungen, Zweifel, Diskriminierung u.ä. werden mit einer besonderen Direktheit und Ehrlichkeit beschrieben. Die Protagonistin ist speziell, was aber sehr passend ist. Einige ihrer Gedanken kamen mir sehr vertraut und bekannt vor. Leider gab es hier und dort ein paar Stellen, die ich mir etwas detaillierter bzw. nachvollziehbarer gewünscht hätte.
"Die Glasglocke" von Sylvia Platz ist als zweites Wanderbuch in der Wanderbuchrunde 2025 zu mir gekommen und ich muss wirklich sagen, dass ich froh bin, dass zwei aus der Runde es schon gelesen und kommentiert haben, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht über den Anfang hinaus geschafft hätte, wenn ich mich nicht an den Kommentaren hätte entlanghangeln können. Erleichternd kam hinzu, dass sich das Buch in meinen Augen sogar relativ gut lesen lies, trotz allen Unverständnisses zumindest am Anfang für den Inhalt. Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin Esther erzählt, allerdings nicht chronologisch. Sie springt ziemlich hin und her in ihren Gedanken und wirft Dinge in den Raum, die ich erst einmal nicht verstanden habe. Allerdings bin mir sicher, dass die nicht-chronologische Erzählweise Absicht ist, weil es zu unserer Protagonistin und ihrem Leben, ihrer Krankheit passt, aber das macht es gerade zu Beginn echt anstrengend zu lesen. Warum das Buch als Kultbuch der Frauenbewegung gilt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn viel mehr als die feministischen, emanzipatorischen Gedanken, die in dem Buch sicherlich enthalten sind, steht für steht die an Depressionen leidende Esther und ihre Krankheit im Fokus. Vor allem mit dem Wissen, dass die Autorin sich gerade mal 4 Wochen, nach Veröffentlichung des Buches das Leben genommen hat und vermutlich vieles von ihrer eigenen Geschichte in Esthers Geschichte und somit in ihren Roman eingeflossen ist. Die Art und Weise, wie Silvia Plath die Krankheit schildert, ist schon sehr beeindruckend aber auch bedrückend. Aber es wird auch klar, dass man als psychisch weitestgehend gesunder Mensch nicht wirklich nachvollziehen kann, wie es Esther geht und ihr somit auch nicht so nahe kommen kann. Dennoch habe ich mir viele Gedanken während des Lesens gemacht, nachdem ich mich an die Erzählweise gewöhnt und das Buch eher in größeren Leseabschnitten und weniger abgehackt gelesen habe. Inzwischen spiele ich auch mit dem Gedanken, die Biografie der Autorin zu lesen, die sehr gelobt wird. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es diese Leseerfahrung abrunden würde. Auch wenn mich das Buch doch noch ganz gut fesseln konnte und nachdenklich gestimmt hat, war ,,Die Glasglocke" nicht wirklich ,,mein" Buch und konnte mir nur wenig geben. Es war ein Buch mit einer eher unsympathischen Protagonistin, die nichts mit mir gemein hatte, mit der ich mich überhaupt nicht identifizieren konnte und die letztlich nur durch die gedankliche Verknüpfung zur Autorin für mich interessant wurde. Und es war ein Buch seiner Zeit, geschrieben in den 60er Jahren mit einer Handlung in den 50er Jahren und ein Kultbuch der 70er Jahre. Ich persönlich finde, dass es nicht gut gealtert ist, zumal auch die Behandlung von Depressionen inzwischen deutlich weiter ist. Ein Stückweit habe ich das Buch wohl auch aus dem Grund beendet, um ähnlich wie bei ,,Die Wand" (welches ich nicht beendet habe) auch bei ,,Die Glasglocke" sagen zu können, dass dies ein Buch ist, dass man NICHT gelesen haben muss. Zumindest hätte ich auch gut ohne diese Leseerfahrung leben können. Und doch bin ich auch froh und ein wenig stolz auf mich, dass ich den inneren Schweinehund überwunden und das Buch beendet habe.
“Wenn es neurotisch ist, dass man zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen, gleichzeitig will, dann bin ich allerdings verdammt neurotisch.”
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Esther, die Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre im Korsett ihrer Zeit gefangen ist. Soll sie ihrem Wunsch nach Ehe und Kindern nachgeben oder möchte sie beruflich erfolgreich sein? Es geht nur das Eine oder das Andere. Zunehmend desillusioniert fällt sie in eine tiefe Depression. Sylvia Plath’ autofiktionaler Roman ist meisterhaft geschrieben, düster, sprachgewaltig, eindringlich. Auf intensive Art beschreibt die Autorin die Welt, das Denken und Fühlen von Esther. Seite für Seite und mit zunehmendem Unbehagen kann man Esthers Weg in den Abgrund verfolgen. Dieses Buch ist gut zu lesen, aber keine leichte Kost. Die Themen Depression und Suizid bekommen in diesem Buch viel Raum, daher wäre eine Triggerwarnung am Anfang des Buches sinnvoll. Dieses Buch ist nicht umsonst ein Klassiker und sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall gelesen werden.
Ich bin mit diesem Buch nicht warm geworden und konnte mich mit der Hauptfigur Esther nicht identifizieren. Das Buch ist distanziert geschrieben und Esther ist irgendwie - sorry - einfach nervig. Sie teilt die ganze Zeit ihre seltsamen und irrelevanten Gedanken mit, beschreibt haarklein Kleider, Stoffe, Möbel, ist überheblich, einfach unsympathisch. Das Buch ist zudem rassistisch. Das N-Wort in einem 1950er Roman - ok. Aber dezidiert ihn als dumm mit Glupschaugen darzustellen und ohne Grund und Konsequenz zu treten. Nein, muss nicht sein. Ich finde das ist ein Klassiker, den man nicht gelesen haben muss.
Ich habe mich sehr gefreut endlich einen Anlass zu haben um diesen Klassiker zu lesen. Sylvia Plath war mir bereits ein Begriff, wie einigen anderen bestimmt auch, wegen ihres tragischen Suizids. Während des Lesens und danach war ich sehr melancholisch gestimmt und traurig darüber, dass ein so kreativer und kluger Geist so früh die Erde verlassen hat. Esther ist für ein Praktikum bei einer Modezeitschrift in New York, dort lebt sie wohl den Traum vieler junger Frauen, doch Esther fühlt sich eher leer, entfremdet und depressiv. Zurück in Boston fällt sie in eine tiefe psychische Krise. Sie schläft nicht, sie kann nicht mehr lesen und sie kann nicht mehr schreiben. Nach einem Selbstmordversuch wird sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Esther war mir zu Beginn unheimlich unsympathisch und ich empfand sie als sehr fies – das zog sich auch bis zum Schluss durch, aber ich konnte mit jeder Seite mehr verstehen warum sie so ist und ein größeres Verständnis dafür aufbauen. Plath hat mit Esther eine eindringliche Protagonistin geschaffen, die das Frauenbild der 50er Jahre abbildet, deren Probleme und der Umgang damit. Esther aber will nicht in der traditionellen Rolle der Frau leben, sie sehnt sich nach einem Sinn und der Selbstentwicklung. Plath scheut nicht glasklar Szenen zu schildern die einem eine Gänsehaut beschert. Ich bin begeistert von ihrer Sprachgewalt und Klugheit. Sylvia Plath hat ein Meisterstück geschrieben das sich mit den Themen Depression, gesellschaftliche Erwartungen, Frauenbild, Feminismus und Selbstverwirklichung befasst. Für mich ein absolutes Must-read. Instagram: leeexieh

Beklemmend, verstörend und zwischen den Zeilen doch wichtig…
Das Buch hat bei mir vor allem ein sehr beklemmendes und teilweise verstörendes Gefühl hinterlassen. 🥺 Ich konnte mich mit der Protagonistin Esther nur schwer identifizieren und habe mich während des Lesens oft gefragt, was mir die Geschichte eigentlich sagen möchte. Manche Gedanken und Szenen fand ich schwer greifbar. 😵💫 Trotzdem fand ich einige Aspekte wirklich interessant – besonders Esthers Haltung gegenüber den damaligen Rollenbildern von Frauen. Sie stellt sich klar gegen die Erwartungen der Gesellschaft: Keuschheit, heiraten, Kinder bekommen, sich immerzu „brav“ verhalten und sich einem klassischen Frauenbild unterordnen. 🫣 Sie wollte selbst entscheiden, wie sie lebt, wen sie liebt und welche Zukunft sie für sich möchte. Gerade dieser Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung hat mir am Buch gefallen und finde ich wirklich wichtig! ❤️ Auch wenn ich emotional keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden habe, kann ich verstehen, warum das Buch für viele bedeutend ist. Die bedrückende Atmosphäre und Esthers innere Zerrissenheit bleiben definitiv im Kopf. Außerdem fand ich interessant, wie offen das Buch psychische Erkrankungen und Depressionen beschreibt – besonders wenn man bedenkt, aus welcher Zeit der Roman stammt. Gleichzeitig zeigt es auch, wie wenig Verständnis und wie viele Vorurteile Betroffene damals erleben mussten. 🥺 2,5 bis 3 Sterne ⭐️
Berührend und schlau
Sylvia Plaths einziger Roman behandelt die berührende Geschichte einer jungen Frau, die eine schwere Depression entwickelt und an der Position der Frau in den 50er Jahren fast verzweifelt. Der Roman ist clever, unterhaltsam, lyrisch und authentisch. Kein Wunder, dass die Autorin zu einer Ikone der Frauenbewegung wurde. Trigger-Warnung: Zeittypische rassistische Slurs und Stereotype
Definitiv Ja!
Ich bin Fan von Büchern, die in einer anderen Zeit spielen und S. P. hat einen richtig eintauchen lassen in ihre Gegenwart. Interessant war der Umgang mit psychischen Störungen in der damaligen Zeit, die Erwartungen an Beziehungen, Werte und Moralvorstellungen und die Verbindung zur Gedankenwelt der Person, die emotional geprägt ist. Der Schreibstil hat hin und wieder für Irritationen gesorgt und dadurch Spannung erzeugt, das Buch charakterisiert sich durch viele belebende Szenenwechsel. Thematisch erreichte die Geschichte einen sehr erschütternden Höhepunkt. Das Ende lässt viel Interpretationsspielraum, was besonders bei der Geschichte der Autorin verschiedene Blickwinkel ermöglicht.
Ich bin mir wieder uneinig über das Buch, wie ich es finden soll. Einerseits finde ich es krass, in welcher Zeit sie es geschrieben hat und wie erschreckend real es wirkt. Auch die sprachlichen Aspekte fand ich sehr beeindruckend und auch teilweise wirklich erdrückend. Andererseits konnte ich trotz der bildhafte Beschreibungen der inneren Welt von Esther ihr nicht immer so nachfühlen. In der zweiten Hälfte haben mich auch teilweise die Erzählstränge verwirrt und eine Antwort hätte ich wirklich gerne gehabt. Dennoch ein sehr lesenswertes Buch mit erschreckenden Einsichten in die 50er Jahre und den "Wert" von Frauen zu dieser Zeit.
The bell jar is now easily my favorite book ever. Sylvia Plath. The writer you are! It’s hard for a book to truly make you feel something, but this book moved me. I felt her heart ache, pain of isolation, and loneliness. No one can write this detailed about depression and suicidal without having gone through it themselves. Throughout the book you understand her feelings it’s like reading her actual real life thoughts. I’ve always struggled with my mental health and being about to read so detailed about someone struggling with there’s was like coming up for air. She understood what it meant to have your thoughts control you and her life choices. The writing was incredibly. Throughout the book you see how women were treated and discredited back in the day. It’s so sad that the struggles she faces YEARSSSSS AGOOO are ones women today still do to. It was a slow read more character development than plot development. But at the end of the book it left me speechless. This book made me feel something much. I will say it was a bit racist and I don’t want to ignore that. Sylvia Plath could’ve easily left those comments out, but she choice to include them and I don’t want to promote the book without mentioning that. It was uncalled for and unfortunate. For me it didn’t take away for the book or from her struggles with mental health. I feel like with being a person of color from the south, sadly I’m used to the slight racist comments from others. Favorite Quotes: •I felt my lungs inflate with the onrush of scenery air, mountains, trees, people. I thought, "This is what it is to be happy •The silence depressed me. It wasn't the silence. It was my own silence. •The trouble was, I had been inadequate all along, I simply hadn't thought about it. •To the person in the bell jar, blank and stopped as a dead baby, the world itself is a bad dream. •I felt very still and empty, the way the eye of a tornado must feel, moving dully along in the middle of the surrounding hullabaloo. •I couldn’t see the point of getting up. I had nothing to look forward to. •The trouble about jumping was that if you didn't pick the right number of storeys, you might still be alive when you hit bottom. •The thought that I might kill myself formed in my mind coolly as a tree or a flower. •Everything people did seemed so silly, because they only died in the end. So many more!

Sprachlich wirklich toll
„Die Sache war die, daß ich gar nichts im Griff hatte, nicht einmal mich selbst. Wie ein tauber Trolleybus holperte ich vom Hotel zur Arbeit oder zu irgendwelchen Partys und von den Partys wieder zum Hotel oder zur Arbeit. Ich hätte vermutlich begeistert sein sollen, wie die meisten anderen Mädchen, aber es gelang mir nicht. Ich war ganz still und leer, so wie sich das Auge eines Wirbelsturms vorkommen muß, das inmitten von Trubel und Getöse träge seines Weges zieht.“ (S. 8f.) Endlich habe ich „Die Glasglocke“ von meinem SuB befreit und Sylvia Plath gelesen. In ihrem autofiktionalen Roman gab es, auch wenn er nicht sehr umfangreich ist, so viele Themen, die wichtig waren und es in großen Teilen immer noch sind. Leichte Kost ist „Die Glasflocke“ definitiv nicht, dennoch lässt sich der Roman gut lesen. Besonders überzeugt hat mich die Sprache. Wow. Die Beschreibungen lassen mich wirklich darum trauern, dass es nicht weitere Romane von Sylvia Plath gibt. Bezüglich der Bewertung war ich nach Abschluss etwas unsicher, weil das Ende, wenn man um Sylvia Plaths Schicksal weiß, zu geschönt und konstruiert wirkt, auch wenn es nicht ausschließlich positiv ist.
Düster, bedrückend und doch sehr interessant!
Ein Klassiker aus den 60er Jahren, der mich in meiner Meinung etwas im Zwiespalt zurücklässt. 🧐 Ich schätze es lag an der distanzierten Erzählweise, die sehr eindringlich, sezierend und zynisch zugleich war. Und genau das tat stellenweise unheimlich weh! 😕 Einerseits stockte mir an einigen Stellen der Geschichte der Atem und andererseits schaffte ich es nicht ganz so richtig mitzufühlen. Immer wieder empfand ich die Erzählweise als sehr beeindruckend, aber auch verstörend. Silvia Plath arbeitet sehr viel mit Metaphorik und ich schätze das Gefühl, mit dem ich nun zurückgelassen werde, ist beabsichtigt. Man soll der Protagonistin einerseits nahe sein und andererseits in gewisser Distanz bleiben. Düster, bedrückend und doch sehr interessant! 🤨 Alles in allem, hat Silvia Path mit „Die Glasglocke“ ein beeindruckendes Werk geschaffen. ✨
Auch Esther hatte sechs Buchstaben…
In einer Welt voller Raster, voller Abzweigungen stellt die Protagonistin Esther die Wahl eines Rasterweges in Frage. Sie will sich nicht zuordnen und lässt sich auch nicht klar verorten. Jeder Weg hat etwas Besonderes in sich – im Endeffekt die Idee. Doch in der konkreten Lebenspraxis kann diese Idee sich nicht bewähren und so erscheint jeder Weg wie ein vorgeformtes, leeres Leben der Unterwerfung – gerade als Frau zu der Zeit. Sylvia Plath spricht mit ihrem autofiktionalen Roman all jenen aus der Seele, die die vorgefertigte, einfache Welt nicht hinnehmen können. Der Selbstmord der Autorin im Erscheinungsjahr spricht über das Werk hinaus. Ich könnte noch viel mehr zur Geschichte schreiben, da sie mich in so vielen großen und kleinen Aspekten inspiriert und zum Nachdenken angeregt hat – aber lest selbst!
Die Glasglocke hat mir unglaublich gut gefallen, vor allem wegen der ehrlichen und intensiven Darstellung von Depressionen. Sylvia Plath schafft es, Esthers Gedankenwelt so nahbar und bedrückend zu beschreiben, dass man ihre innere Leere, Überforderung und Entfremdung beim Lesen fast selbst spürt. Gerade deshalb wirkt das Buch auch heute noch erschreckend aktuell. Besonders spannend fand ich außerdem, wie emanzipiert Esther für die damalige Zeit dargestellt wird. Sie hinterfragt gesellschaftliche Erwartungen an Frauen, will selbstbestimmt leben und hat das Gefühl, dass ihr als Frau bestimmte Rollen aufgezwungen werden. Dadurch wirkt sie ihrer Zeit in vielen Momenten voraus, was das Buch noch interessanter macht. Auch die Atmosphäre hat mich sehr beeindruckt. Das Buch ist ruhig, teilweise fast distanziert erzählt, und genau das macht viele Szenen noch emotionaler. Man merkt beim Lesen ständig dieses Gefühl des Eingesperrtseins unter der „Glasglocke“, aus der Esther keinen Ausweg findet. Das Einzige, was mich manchmal verwirrt hat, waren die vielen Namen und Personen, die zwischendurch auftauchen, ohne dass immer direkt erklärt wird, wer genau gemeint ist. Dadurch musste ich an einigen Stellen kurz überlegen oder zurückblättern. Trotzdem ist Die Glasglocke für mich ein sehr besonderes Buch, weil es psychische Erkrankungen nicht romantisiert, sondern schonungslos ehrlich zeigt. Gleichzeitig ist es nicht nur ein Buch über Depressionen, sondern auch über Identität, Erwartungen, Einsamkeit und den Wunsch, als Frau frei leben zu dürfen.

Ein sehr progressiver Roman, der die pure Gewalt des Patriarchats in Bezug auf mentale Gesundheit abbildet. Gerade in Anbetracht der Umstände der Erscheinung aber auch äußerst tragisch. Der Verlag hätte hier aber definitiv noch eine Einordnung und Content/Trigger Warnungen hinzufügen müssen. Die Sprache beinhaltet uneingeordnet rassistische und diskriminierende Worte.
Beklemmend, intensiv und erschreckend klar. Ein Buch, das sich wie ein stiller Druck entfaltet.
In Die Glasglocke erzählt Sylvia Plath von einer jungen Frau, die sich immer mehr von der Welt entfernt nicht sichtbar, aber spürbar. Esthers Geschichte beginnt fast leicht, fast glitzernd. Doch unter der Oberfläche liegt von Anfang an etwas Unruhiges. Mit jeder Seite wird die Distanz größer, die Welt enger, die Gedanken dunkler. Die „Glasglocke“ wird dabei zu einem bedrückenden Bild für das Gefühl, vom eigenen Leben abgeschnitten zu sein. Der Roman ist schonungslos ehrlich und gleichzeitig still erzählt. Gerade diese Nüchternheit macht ihn so intensiv nichts wird dramatisiert, und doch trifft es umso härter. Ein tiefgehender, verstörend klarer Roman über Identität, Erwartungen und das Zerbrechen daran.
Ich bin begeistert! Buch in 3 Wörtern: - Emotional - Zeitlos - Ehrlich
Das Buch war echt ein ganz neues Erlebnis. Zu Beginn war ich ein wenig verwirrt, wegen der ganzen Zeitsprünge, doch diese Klarheit, die gegen Mitte/Ende kam, beruhigte mich auf eine Art, welche ich nicht beschreiben kann. Die Themen, die im Buch behandelt werden, sind für die Zeit der Entstehung, meiner Meinung nach, sehr fortschrittlich. Behandelt wird nämlich auch, das Leben von Frauen zu der Zeit und psychische Erkrankungen. Emotional war auch das Ende. Es hat mich echt begeistert! Vor allem der Schreibstil. Ich liebe die Art wie Sylvia Plath schreibt und einige Textstellen sind auch einfach Meisterwerke! Ich habe die Art, wie sie den Wendepunkt am Ende geschrieben hat, einfach geliebt und habe es mir mehrmals durchgelesen, um das Lese-Erlebnis mehr Mals spüren zu können. Und hier noch meine zwei liebsten Textstellen: Die Stille bedrückte mich. Nicht die Stille der Stille. Meine eigene Stille. Ich wusste genau, dass die Autos Geräusche machten, auch die Menschen in ihnen und hinter den erleuchteten Fenstern in den Häusern machten Geräusche, und der Fluss machte Geräusche, aber ich konnte nichts hören. Flach wie ein Plakat hing die Stadt an meinem Fenster, glitzernd und funkelnd, aber was ihren Nutzen für mich anging, so hätte sie nicht da zu sein brauchen. - Die Glasglocke, Sylvia Plath Während ich da nun im Bett lag, stellte ich mir vor, Buddy würde sagen: »Esther, weißt du, was das ist - ein Gedicht? « » Nein was denn? « würde ich sagen. » Ein Haufen Staub.« Gerade wenn er zu lächeln anfing und ein stolzes Gesicht machte, würde ich sagen: »Das sind die Leichen, die du aufschneidest, doch auch. Und die Leute, die du zu heilen glaubst, auch. Sie sind Staub und nochmals Staub. Ich schätze, ein gutes Gedicht hält eine ganze Weile länger, als hundert von diesen Leuten zusammengenommen.« Und natürlich würde Buddy hierauf keine Antwort haben, denn was ich sagte, stimmte. Die Menschen bestanden in erster Linie aus Staub, und ich verstand nicht, warum es besser sein sollte, all diesen Staub zu verarzten, als Gedichte zu schreiben, an die sich die Leute erinnerten und die sie sich aufsagten, wenn sie unglücklich oder krank waren oder nicht schlafen konnten.
Wenn die Welt plötzlich hinter Glas liegt
Unter dieser Glasglocke wird die Luft dünn, leise und erschreckend klar. Sylvia Plath zieht mich in Esthers Welt, als würde ich durch eine glänzende Scheibe schauen und dabei merken, dass auch mein eigener Atem plötzlich schwerer wird. Diese Geschichte hat mich nicht einfach unterhalten, sie hat mich umhüllt. New York, die Magazine, die Kleider, die Dinner und die flirrende Erwartung an eine glänzende Zukunft wirken zuerst fast verführerisch. Doch darunter bröckelt etwas. Esther verliert nicht laut den Halt, sondern schleichend, in Gedanken, Bildern und Momenten, die immer kälter werden. Besonders berührt hat mich, wie ehrlich dieser Roman psychische Dunkelheit beschreibt. Nicht übertrieben, nicht ausgeschmückt, sondern beklemmend nah. Es ist, als würde Plath Worte für ein Gefühl finden, das kaum greifbar ist. Genau darin liegt für mich die große Kraft dieses Buches. Die Illustrationen von Beya Rebaï machen diese Ausgabe noch intensiver. Sie wirken nicht wie Schmuck am Rand, sondern wie ein stilles Echo der Geschichte. Zart, kunstvoll und zugleich voller Schwere. Die Glasglocke ist kein bequemes Buch, aber ein wichtiges. Eines, das kratzt, bleibt und lange nach dem Lesen noch leise im Raum steht. Schön, traurig, klug und erschütternd zeitlos.

Ein Roman über Depression..
.. und das Leben im Allgemeinen. Trotz seiner 60 Jahre ist „Die Glasglocke“ mit seiner Thematik teilweise immer noch aktuell. Es geht um das Leben, gesellschaftliche Ansprüche, zwischenmenschliche Beziehung und Liebe, Depression und (Achtung) Suizid. Sprachlich wirklich sehr gut, ich konnte der Handlung gut folgen und habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Dieses Buch ist keine Unterhaltungslektüre und schwere Kost, also bitte mit Vorsicht genießen!
Ein Buch hat mich selten so unbehaglich fühlen lassen..
In "Die Glasglocke" begleitet der Leser Esther durch ihr Leben, anfangs unsicher über die Richtung der Geschichte. Die düstere Wendung ab der Hälfte des Buches, als sie nach Hause zurückkehrt, wird von Sylvia Plath meisterhaft mit Metaphern dargestellt, die einen Einblick in Esthers dunkle Gedankenwelt ermöglichen. Die offene Darstellung des Suizidthemas erfordert definitiv eine Triggerwarnung, und manchmal musste ich beim Lesen schlucken. Obwohl das Buch scheinbar unspektakulär ist, bleibt der Drang, weiterzulesen und zu erfahren, was mit Esther geschieht. Ein gelungenes Werk, jedoch mit dem bitteren Beigeschmack des Schicksals der Autorin.
Ein HAVE TO READ. Ein LeseMUSS.
Erschreckend, wie AKTUELL es immer noch ist. Die Rolle der Frauen hat sich in all den Jahren seit dem Erscheinen weniger verändert als es wünschenswert ist. Traurig, nicht wahr? Es ist kein "einfaches" Buch, KEINE "Zwischendurch"- Lektüre. Trotzdem hatte ich es an einem Nachmittag gelesen. Es ist für Jene, die z. B. Die Wand wunderbar finden. Es hat einen ähnlichen "Vibe". Mich hat es GEPACKT, um allerdings alles zu erfassen, werde ich es nochmal lesen dürfen. Denn, das ist es wirklich wert. Übrigens bei Suhrkamp erschien auch ein Gedichtband von Sylvia Plath, wird demnächst ebenfalls bei mir einziehen.... Die Glasglocke habe ich jedenfalls nun bei meinen ALL-TIME-FAV'S Lebenslektüren hinzugefügt.

Esther Greenwood ist kein Charakter zum Gern haben. Esther ist apathisch, zynisch und depressiv. Man hat das Gefühl Esther ist außer Stande auch nur irgendeinem Menschen - auch nicht sich selbst - Zuneigung oder Liebe entgegenzubringen. Sie ist gefühlskalt gegenüber Menschen die ihr gegenüber Zuneigung empfinden, sie verletzt diese Menschen sogar. Man muss Esther aber auch nicht gern haben um sich, zumindest in Teilen, mit ihr identifizieren zu können, bzw. ihre Handlungen nachvollziehen zu können. Der Roman spielt in den 50ern, eine Zeit in der Frau sich zwischen Familie und Karriere entscheiden musste. Das ist auch heute noch oft genug der Fall, aber während das Bild der berufstätigen Mutter heute (zumindest oberflächlich) unterstützt wird, war dieser Lebensentwurf damals noch nicht einmal in den Vorstellungen der Menschen vorhanden. Esther Greenwood möchte aber beides, einen tollen Job plus Mann und Kinder. Ihr stehen beide Optionen offen, da sie eine hervorragende Studentin ist und einen Verehrer hat. Sie vergleicht ihre Situation mit einem Feigenbaum, wobei jede Frucht eine andere Möglichkeit darstellt und während sie noch da steht und überlegt welche sie wählen soll, verschrumpeln die Feigen und fallen zu Boden. Bevor Esther sich falsch entscheidet, entscheidet sie sich lieber gar nicht. Sie wird apathisch und langsam aber stetig senkt sich eine Glasglocke über sie und schneidet sie von allen anderen Menschen ab. Sie empfindet diese Glasglocke als einen Fremdkörper den sie nicht kontrollieren kann. Selbst am Ende nachdem sich die Glasglocke wieder gehoben hat, spürt sie diese immer noch bedrohlich über sich hängen und weiß, dass die Glasglocke nie verschwinden wird und sich jederzeit wieder über sie herabsenken kann. Wie jeder relativ schnell erkennt, ist die Glasglocke nichts anderes als eine Metapher für ihre Depressionen. Wenn man ein bisschen über Sylvia Plath recherchiert, wird schnell klar, dass Die Glasglocke stark autobiographisch eingefärbt ist. Bei Wikipedia heißt es der Roman sei semiautobiographisch. Aus diesem Grund finde ich es fast unmöglich das Buch unabhängig von der Autorin zu betrachten. Das ist auch ein Grund weshalb ich das Geschriebene als realitätsgetreu annehme, auch wenn Esther's Perspektive mehr als nur einmal sehr fragwürdig erscheint. Ihre Sicht auf manche Personen will sich mir nicht ganz erschließen und ich frage mich inwieweit die Depression ihre Wahrnehmung verzerrt und ob Plath genau dies bezwecken wollte. Was der Roman meiner Meinung nach ebenfalls sehr gelungen darstellt, ist die extreme Oberflächlichkeit der Gesellschaft. So tut Esther's Mutter die Depressionen ihrer Tochter als bloße Verstimmungen ab, die sich durch Arbeit kurieren lassen und gibt ihr durch die Blume selbst die Schuld daran. Am Schluss sagt die Mutter, dass sie diesen Lebensabschnitt Esther's einfach vergessen und als bösen Traum ansehen sollen. Nur dass für Esther unter der Glasglocke alles außerhalb ein böser Traum ist. Die "Freundschaften" wirkten auf mich sehr aufgesetzt. Mal versteht man sich total gut mit der einen Freundin, dann findet man sie kurz darauf super ätzend und sehnt sich nach der anderen Freundin über die man vorher noch gelästert hat. Sehr bezeichnend für diese Oberflächlichkeit fand ich zwei Szenen. Eine in der Esther während eines Fototermins in Tränen ausbricht, worauf alle Personen den Raum verlassen sie "ausheulen" lassen und anschließend so tun als sei nichts gewesen. In der anderen Szene, werden alle Gewinnerinnen des Schreibwettbewerbs von einer angesagten Modezeitschrift zu einem schicken Dinner eingeladen und fangen sich eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Krabbenfleisch ein. Unter dem glitzernden Schein der Modewelt sitzt das faulende Krabbenfleisch und selbst Bilder von leckeren Gerichten werden geschönt. Ich mochte Sylvia Plath's Schreibstil, sie verwendet viele Metaphern die sehr bildhaft sind. Das Buch ist so voller Bilder und Gedanken, dass ich hier nur einen Bruchteil angesprochen habe. Ich werde noch eine Weile über diesen dünnen Roman nachdenken müssen.
Ich glaube, ich habe mehr von diesem Buch erwartet. Trotzdem hat es mir gefallen.
3,5/5 Sternen Esther Greenwood, eine Collegestudentin, ist Erfolge gewohnt und hat ein Stipendium für eine renommierte Universität an der Ostküste sicher. Doch sie bemerkt, dass sie seit ihrem neunten Lebensjahr nicht mehr wirklich glücklich ist, obwohl sie mit Preisen und Stipendien überschüttet wird. Im "Schwarzen Sommer" von 1953 arbeitet sie einen Monat lang als Volontärin bei einer Modezeitschrift in New York. Eigentlich sollte sie, wie die anderen Stipendiatinnen, mit denen sie ihre Zeit verbringt, das Abenteuer und das pulsierende Leben der Großstadt genießen. Stattdessen versinkt sie jedoch allmählich in einer Depression und hält ihre existenzielle Krise schonungslos fest. Aufgrund seiner zeitgenössischen Thematik liest sich das Buch nicht wie ein typischer Klassiker. Die Autorin zielt nicht darauf ab, zu belehren oder die Gesellschaft direkt zu kritisieren, sondern sie schildert lediglich persönliche Erfahrungen. In Anbetracht dessen, dass Sylvia Plath selbst aufgrund ihrer Depressionen in einem sehr jungen Alter verstarb, hat das Buch natürlich einen bitteren Nachgeschmack. So hat man jede Seite mit dem Gedanken im Hinterkopf gelesen, dass diese Worte von einer Frau stammen, die in der Wohnung, in der ihre beiden Kinder schliefen, den Kopf in den Ofen gesteckt hat. Kritiker haben "Die Glasglocke" für seine beeindruckende Gesellschaftskritik gelobt und es als weiteren Meilenstein der Emanzipation von Frauen weltweit gefeiert. Obwohl die Geschichte durchaus deutliche Kritik an der amerikanischen Spießbürgerlichkeit übt und den Konflikt zwischen Karriere und Familie, den viele Frauen auch heute noch erleben, thematisiert, steht im Zentrum des Buches etwas anderes: die Depressionen. Die Fragen nach dem Warum oder Wie der Entstehung dieser psychischen Erkrankungen stehen nicht im Fokus. Es ist vielmehr ihre eigene Geschichte, die sie erschreckend detailliert darlegt. Wie fühlt es sich an, depressiv zu sein? Sich unverstanden zu fühlen und zu glauben, dass es keinen Ausweg mehr gibt? Wie ist es, unter den Möglichkeiten des Lebens zu leiden? Manchmal trotzig, manchmal sarkastisch, beschreibt Plath ihre eigene innere Zerrissenheit, die sich im Laufe der Zeit in eine tiefe emotionale Starre verwandelt. Das Bild der Glasglocke, die über Esther gestülpt ist, hat die Autorin sehr treffend gewählt. Die Menschen um Esther herum können frei in ihr Inneres blicken und es analysieren, während sie sich selbst in dieser Gefangenschaft eingeengt und machtlos fühlt. Gegen Ende des Buches, nachdem die Glasglocke erstmals angehoben wurde, fragt sich Esther, ob die Glocke jemals wieder über sie kommen wird. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Frage, die nicht definitiv beantwortet werden kann. Jeder Mensch kann sein Leben nur bis zu einem gewissen Grad steuern. Was darüber hinausgeht, lässt sich nicht vorhersagen. Das Vertrauen ins Leben ist daher entscheidend, um sich nicht von den bestimmenden Umständen einschränken zu lassen und neuen Erfahrungen offen gegenüberzustehen. Ich habe gemischte Gefühle gegenüber dem Buch. Beim Lesen fand ich es oft ziemlich verwirrend und manchmal war es sogar ein wenig nervenaufreibend. Es ist nicht leicht, eine Verbindung zu Esther herzustellen, und ich würde nicht behaupten, dass mir das vollständig gelungen ist. Dennoch gelang es der Autorin, mich immer wieder zu fesseln. Trotz aller Unruhe in diesem Buch enthält es auch viel Wahrheit; sie trifft den Kern der Sache. Man kann sich darin wiederfinden, und das liegt am zentralen Thema. Trotz alledem konnte mich Sylvia Plaths "Die Glasglocke" nicht wirklich emotional fesseln. Das könnte an der eher distanzierten Sprache liegen, die den emotionalen Zustand der Hauptfigur genau wiedergibt. Stattdessen war ich beeindruckt von diesem Roman, der die Auseinandersetzung einer Frau mit ihrer Geschlechterrolle zeigt und wie sie daran scheitert: an den Erwartungen, dem Leben und einer ungewissen Zukunft. Ich glaube, ich habe mehr von diesem Buch erwartet. Trotzdem hat es mir gefallen.

Das ganze Buch fühlte sich an wie ein Fiebertraum
Zugegeben: meine Bewertung sollte mit Vorsicht betrachtet werden, da ich das Buch auf Englisch gelesen habe. Zwar lese ich viele Bücher auf Englisch und habe damit eigentlich keine Schwierigkeiten, aber dieses Buch war sprachlich wirklich anspruchsvoll. Vielleicht liegt es also zum Teil an einer sprachlichen Barriere, dass für mich vieles kaum Sinn ergeben hatte oder ich immer wieder mit unerklärlichen Handlungssprüngen konfrontiert war. Vielleicht war es aber auch Absicht des Buches, immerhin sollte die psychische Erkrankung der Protagonistin thematisiert werden. Oder es war auch der Zeit geschuldet, in welcher das Buch geschrieben wurde. Der Umgang mit psychisch erkrankten Menschen zu dieser Zeit wird sehr gut dargestellt und auch die Gefühle und Gedanken der Protagonistin sind sehr anschaulich beschrieben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Buch 1963 viele Frauen berührt hat und auch durch die autobiografischen Züge der Autorin erhält man einen anderen Blickwinkel auf das Buch. Die Depression metaphorisch als Glasglocke zu beschreiben ist großartig, insbesondere zu einer Zeit, in welcher die Depression kaum verstanden wurde. Dennoch kann ich dem Buch nur 2,5 Sterne geben aufgrund der Handlungssprünge und der Schwierigkeit einiger, für mich sinnlos erscheinenden Passagen, richtig zu deuten. Aus heutiger Perspektive konnte ich mich überhaupt nicht in die Protagonistin hineinversetzen. Mit einem Blick aus dem Jahre 1950 ist das mit Sicherheit ganz anders.
Sehr trüb & real
Esther Greenwood scheint 1953 am Anfang eines erfolgreichen Lebens zu stehen! Als Gewinnerin eines Schreibwettbewerbs, darf sie in einem New Yorker Fashion Magazin hospitieren. Dort trifft sie auf erfolgreiche Frauen und kostet den Geschmack einer schillernden Zukunft. Die Realität schlägt allerdings schneller zu als erwartet & Sylvia zeigt wie nah beeinander Schein & Misserfolg stehen kann. Männer scheinen in Esthers Leben alle eine Entäuschung zu sein, gesellschaftlich wird ihr aber vorgelebt, ihr eigenes Leben hinter das der Männer zu stellen. Die Geschichte wird immer düsterer, hinterfragt aber gleichzeitig Lebenskonzepte. Die bekannte Feigenbaumszene konnte ich gerade jetzt in meiner Lebenssituation nachvollziehen, als ob sie meinen Gedanken & Zweifeln entsprungen wäre. Irgendwie ist es ein komisches Gefühl, was ich nach dem Buch hatte. & so richtig beschreiben kann ich es auch nicht. Es ist eher trocken und deprimierend. Ehrlicherweise kann ich nicht sagen, dass ich großen Spaß hatte, das Buch zu lesen, ich fand es allerdings trotzdem sehr einnehmend. Eine Leseerfahrung, die man machen kann, sollte einen der Klappentext interessieren, aber nichts was man auf Dauer Buch um Buch lesen sollte. Vielleicht werden dadurch auch die eigenen Gedanken etwas trüber 😂

Hässlich aber ehrlich
Die Protagonistin Esther Greenwood hat mich persönlich ziemlich in ihren Wahnsinn ab der zweiten Hälfte gezogen. Viele ihrer Sorgen und Gedanken waren sehr nachvollziehbar, viele jedoch auch sehr irrational und machten sie oft unsympathisch. Zudem kann man auch nicht ausschließen, dass der Rassismus echt unnötig war. Sylvia Plath hat einen sehr großen Teil ihrer selbst in dieses Buch geschüttet, was dem Buch einen einmalig Ehrlichen und brutal Realen Geschmack gibt. Der Schreibstil war für mich wunderbar, da ich von ihren endlosen Beschreibungen und Details nie gelangweilt war, zudem lies sich das Buch, abgesehen von den schweren Themen die behandelt werden, sehr gut lesen!

Rassistisch ?!
Also… Das Buch kam 2013 raus. Da stellt sich mir die Frage warum das N-Wort tausend Maul erwähnt wird und auch als Beleidigung genutzt wird. “Ich blickte in den Spiegel und war gelb wie ein Chinese.” Oder andere rassistische Beschreibungen… Wtf ? Bereue das Buch auch noch bis zum Ende gelesen zu haben, weil die story auch nicht mal gut war. Eines der gehyptesten Bücher in der Booktok Scene… Warum?
Lässt einen betrückend und wütend zurück. Geschichte einer Protagonistin mit vielen Masken und Selbstzweifeln, die von sich und den Erwartungen anderer unter Glasglocke erdrückt wird. Das Buch ist mMn nicht für Depressive geeignet.
Das Buch spielt in den 1950ern und ist sehr beklemmend, am Anfang hatte ich das Gefühl eine Geschichte einer jungen Frau zu lesen, die nicht weiß was sie will und sich möglichst von allem distanzieren will. Nach und nach wird klar, welcher Erwartungsdruck auf der jungen Amerikanerin liegt (wie auf vielen anderen Frauen auch) und wie sie immer mehr in eine Depression rutscht und sich ausmalt wie sie stirbt. Das ist nicht leicht zu lesen, vorallem wenn man weiß, dass die Autorin sich nach ihrem Debüt umgebracht hat. Das Buch ist gut, es verstört und lässt einen mit einem ungutes Gefühl zurück, wenn man weiß, welche Erwartungen immernoch an Frauen gestellt werden.
Sylvia Plaths Die Glasglocke ist ein faszinierendes und zugleich tragisches Buch, das mich wirklich gefesselt hat.
Mit ihrer eindrucksvollen poetischen Sprache und den düsteren, oft verstörenden Bildern zieht Plath Lesende tief in die Welt der Protagonistin Esther Greenwood und lässt einen ein intensives Gefühl von Unbehagen spüren – ein Gefühl, das schwer zu ertragen ist, aber mich genau deshalb so beeindruckt hat. Es ist ein Buch, das man fühlt – schmerzhaft und intensiv, aber genau das macht es so besonders. Besonders spannend fand ich die historischen Hintergründe: die Darstellung der psychiatrischen Behandlungen der 1950er Jahre in den USA, einschließlich Elektroschocktherapien, und die Einblicke in den Umgang mit psychischen Erkrankungen in dieser Zeit. Das fügt der ohnehin schon beklemmenden Geschichte eine weitere Ebene hinzu. Die Glasglocke ist eine poetische und zugleich erschütternde Darstellung von Depression und innerem Scheitern, die durch den autobiografischen Bezug zu Sylvia Plaths eigenem Leben noch dramatischer und berührender wirkt. Es ist fast voyeuristisch, wie nah man ihrer Psyche kommt, und dennoch fühlt man sich von ihrer Geschichte unwiderstehlich angezogen.
Plath zeichnet eine Person, Esther, die ohne emotionale Empathie sich selbst und ihrem Umfeld gegenüber, den sozialen Bedingungen der 50er Jahre entgegentritt. Normen, Konformismus, die Rolle der Frau, Interaktion zwischen den Geschlechtern, Erwartungshaltungen, Beruf, Alltag und der Umgang mit psychologisch auffälligem Verhalten. Für Esther ist es eine destruktive, feindliche Umwelt. Ihre Empathie beschränkt sich auf kognitive Fähigkeiten. Sie lässt ihre Freundin besoffen in ihrer Kotze vor der Tür liegen. Kümmert sich nicht. Kein schlechtes Gewissen. Keine emotionale Regung. Ihr Freund ist an Tb erkrankt. Sie freut sich sogar darüber, weil er nicht mehr rein ist ( hat vor ihr schon rumgevögelt, ein no Go). Null emotionale Anteilnahme an seiner Erkrankung. Alles was eigentlich im emotionalen Spektrum statt finden müsste, weist bei ihr mechanische Reaktionen auf. Sie ist intelligent. Sie beobachtet scharf, ordnet ein, reflektiert, auf einer rein rationalen, kognitiven Ebene des Verstandes. Sie weint durchaus. Als Stress oder Überforderungsreaktion auf sozialen Druck. Abbau von Anspannung. Am Grab ihres Vaters. Als persönliche Identifikation. Die Erinnerung an den Verlust. Was hat sie verloren? Liebe, Wärme, Nähe, Verständnis, Zuneigung? Nein. Dinge die rein kognitiv verarbeitet werden: „ es schien angemessen, dass ich das Trauen übernahm“, „ er hätte mir alles über Insekten beigebracht. Er hätte mit Latein und Griechisch beigebracht“, „ich wusste nicht warum ich heftig weinte….ich jaulte meinen Verlust in den kalten Salzregen“. Solch eine Psyche versucht nun den Zwängen zu entkommen. Den Todestrieb und innere Leere im Gepäck ist das keine risikoarme Nummer der Ratio, in die Freiheit auszubrechen, die uns hier erwartet. Die Beste Szene ereignet sich in diesem Kontext auf der Skipiste. Eine Szene der Intensität. Einreißen jeglicher Grenzen, Überwindung des Selbst → Lebensgefahr. Plath arbeitet mit szenischen Bildern, die direkt in einer Situation starten und diese zügig durchlaufen. Wir bekommen einen Wirbel an Vergangenheits- und Gegenwartsmomenten, in denen Esther durch ihren eingeschränkten Charakter, äußerst vorhersehbar interagiert. Ihre Reaktionen überraschen mich nicht, da die Spontanität der Emotionalität fehlt. Insofern stellen sich die Szenen für mich irgendwann als redundant ein. Die Art und Weise wie Esther sich verhält und handelt, bzw. nicht handelt ist vorhersehbar. Ihre Gedanken kreisen um immer dieselben Themen: Beruf, Entjungferung, Ehe. Sie spricht immer nur von Zielen und Vorstellungen. Es kommen keine neuen Aspekte hinzu, da sie schlicht nicht in der Lage ist diese zu liefern. Insofern könnten beliebig andere Szenen gesetzt werden, da Esther nicht komplex genug daher kommt, um für mich interessant zu bleiben. Ihre Figur nutzt sich zu schnell an. Plath bleibt in der Icherzählerperspektive. Weshalb das Buch nach etwa 70% auf der Plotebene mit der Anlage des Charakters und Erzählinstanz ausgedient hat. Neue Reize sind nicht zu erwarten. Moment, da ist ja noch die Sprache. Die ist erste Sahne. Ein fließendes, immersives Stück, aus einem Guss. Sie spielt mit Wörtern, Bedeutungen und bricht die symbolische Ordnung, die Glasglocke auf. Sie trägt über die Handlung hinaus und bedeutet Widerstand gegen Esthers Todestrieb, dem Verzweifeln und Abprallen an ihrer Umwelt. Die Sprache leuchtet, spendet Wärme, Geborgenheit und emotionale Empathie. Sie schließt die Lücke in Esthers Dezentriertheit. Woran Realität scheitert, Menschen in Esthers Umfeld und sie selber scheitern - Integration, Hinsehen – offenbart die sprachliche Ebene. Welche Art von Leser bin ich? Nehme ich nur die Sprache, die Literatur als künstlerischen Ausdruck, gegen die deterministische Anlage der Person Esthers und ihres Umfeld, erlebe ich einen Öffnungsmoment. Die Sprache durchschreitet jegliche Zwänge und gibt Esther die Empathie, Freiheit und das Ja zum Leben, vollumfänglich zurück. Sie vervollständigt sie. Esthers Psychologie ist allerdings Teil dieser Literatur. Dieser Kunst. Deshalb war es mir zu Beginn wichtig die Empathie auszudifferenzieren und Esthers Verhalten zu plausibilisieren. Nehme ich Esther dann in ihren Handlungen, wie sie sich gestaltet in diese Rechnung mit hinein, wird die Sprache zur Suggestion. Sie scheint zu transformieren, vermag es aber nicht, da Esther sich nun mal nicht dementsprechend verhält. Sie transformiert nicht, da die Sprache in ihrer Realität sie nicht vervollständigen kann. Ihre Konstitution gibt dies nicht her. Die Sprache dient dem Leser, Esther bleibt wo sie ist und langweilt mich (als literarische Figur). Für mich fehlen hier stilistische Mittel, erweiterte Erzählperspektiven um diesen Mangel auszugleichen. Ich bin nur in der Lage diesen Text sehr gut zu finden, wenn ich Esther und ihre Handlungen ins Abstrakte hole und sie sich mit der Sprache Plaths einen Prozess unterziehen lassen. Bin ich als Leser dazu nicht in der Lage, scheitert der Text in all seinem Glanz an der Setzung des Charakters und bleibt in seiner eigenen Glasglocke hängen. Besser schaffe ich es augenblicklich nicht, meine eigene Zerrissenheit dem Text gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Da ich immer auf der Seite der Transformation und des Prozesses bin, versuche ich mich ins Abstrakte vorzuwagen und gebe grummelnde Sonderpunkte für Plaths sprachlichen Widerstand.
Der Klappentext wird dem Buch nicht gerecht. Ich dachte mich würde eine ganz andere Geschichte erwarten. Aber die Geschichte die mich dann erwartete hat nicht enttäuscht! Es wird sehr lebendig beschrieben wie sich das Leben anfühlt wenn man das Gefühl hat unter einer Glasglocke zu leben. Das es möglich ist, aus dem Gefühl tiefster Depression wieder rauszukommen und das Leben manchmal eine ganz andere Wendung nimmt als gedacht. Das Buch hat mich auf jeden Fall sehr berührt.
Sprachlich & gesellschaftlich ein Meisterwerk 🌟
Bildliche, einfallsreiche Sprache gekoppelt mit gesellschaftlichen Herausforderungen an Frauen und die damit einhergehenden Schwierigkeiten in den 50er-Jahren (und auch noch heute). Am Ende zieht es sich ein wenig und der Schluss ist nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, aber es ist dennoch ein sehr gelungenes Buch.
So ein wichtiges Thema!
Das Buch hat mich ehrlich berührt. Passt bitte auf, falls ihr mit Themen wie Depressionen und Suizid nicht so gut umgehen könnt! Es war für einen Klassiker so ein angenehmer und flüssiger Schreibstil. Einen Stern habe ich abgezogen, weil ich finde, dass einige veraltete, rassistische Wörter in Neudrucken einfach ausgetauscht werden sollten und nicht mehr publiziert. Ist aber nur meine Meinung. All in all klasse Buch was bis heute große Bedeutung hat
























































