Historical Novels

Nelka

4.5(175)
Hardcover€24.00E-Book€19.99
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About the book

Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.

Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit hinterlassen haben, bis in die Gegenwart und Landschaften hinein, das macht Svenja Leiber in ihrem neuen Roman sichtbar. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie.

Editions (1)

ISBN9783518432761
PublisherSuhrkamp
Publication Date02/18/26
Pages204

Reviews & Ratings

175 ratings

30 reviews

4.5

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    _bookvibesonly_

    108 Followers

    4.0

    Nelka ist 16 Jahre alt, als sie 1941 aus der Sowjetunion nach Norddeutschland verschleppt wird, um dort als Zwangsarbeiterin auf einem Hofgut zu arbeiten. Zunächst muss Nelka auf dem Feld schwere körperliche Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen verrichten. Einzig ihre Freundschaft zu zwei Leidensgenossinnen gibt ihr ein bisschen Hoffnung und Freude. Der Hofgutverwalter Marten führt das Gut mit harter Hand. Als Nelka irgendwann in dessen Haushalt versetzt wird, beginnt Marten sich für Nelka zu interessieren. Fast schon ist er erschrocken über seine Gefühle, empfindet er die Zwangsarbeiterin doch als Mensch zweiter Klasse. Um dennoch regelmäßig Kontakt zu ihr pflegen zu können, lässt er sich von Nelka alles über den Apfelanbau erklären, was diese einst von ihrem Vater gelernt hat. Allerdings kann Marten seine Gefühle nicht sehr lange im Zaum halten. Auf einer zweiten Zeitebene, kehrt Nelka Jahrzehnte später an den Ort ihrer Qualen zurück. Man kann mit jedem Wort spüren, wieviel Kraft sie diese Rückkehr kostet. Sie trifft auf Marten und setzt sich mit der Vergangenheit auseinander, um zu heilen und dieses Kapitel für sich abschließen zu können. Svenja Leiber enthüllt in ihrem Buch nach und nach die schrecklichen Dinge, die während des Krieges auf dem Hof geschehen sind. Sie schreibt sehr feinfühlig über die verschleppten Zwangsarbeiterinnen, die ausgenutzt wurden, um die Versorgung aufrecht zu erhalten. Die Autorin schafft es mit leisen und wenigen Worten die Grausamkeiten sehr eindringlich darzustellen, oft nur in Andeutungen. Es ist ein kraftvolles Buch, das mich betroffen macht, gleichzeitig aber auch hoffnungsvoll ist. Die Themen Gewalt, Schuld, Zwangsarbeit und Machtmissbrauch werden sehr eindringlich beschrieben, aber auch Zusammenhalt, Freundschaft und Liebe. Ich bin froh, dass Svenja Leiber über dieses dunkle Kapitel geschrieben hat, damit dieses niemals vergessen wird. Es hat mich sehr berührt.

    13 hours ago

  • ankeliest
    ankeliest

    68 Followers

    5.0

    "Sich nicht erinnern ist nicht dasselbe wie vergessen" Nelka kehrt zurück zu dem Ort in Norddeutschland, an dem sie als Zwangsarbeiterin in der menschenverachtenden Wirtschafts-Maschinerie der NS Zeit im Krieg aus Sicht des Verwalters "profitabel" war. Die Zwangsarbeiter pflanzen die Obstbäume, die nach dem Krieg weiter für Profit sorgen. Reue? Der Verwalter, jetzt Eigentümer (eine Hand wäscht die andere) spendet eine neue Glocke für das Dorf. Aus bedrohlichen System rettet Nelka nur, dass ihr Aussehen sein "kaltes Fleisch" erregt und er möchte, dass das "Tierchen" auch mal seinen Namen sagt. Sprache kann ekeln! Es rettet sie auch ihr Wissen, dass für ihn Profit verspricht. Der Zufall rettet und gibt ihr Verantwortung für die anderen. Aber in dieser Zeit ist nichts einfach so gerettet... Was gesät ist wächst, was okuliert wurde, wächst an einem anderen Stamm an.

    4 days ago

  • shewolf
    shewolf

    169 Followers

    5.0

    Ein sprachlich hervorragender Roman über die Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg und ihre Folgen. Auf zwei Zeitebenen werden Perspektiven der verschleppten Nelka und des Gutsverwalters verwoben. Der Ton ist direkt, schnörkellos und in vielen Passagen reichen Andeutungen aus, um ein komplettes Bild zu erzeugen. Das ist alles nicht sooo lange her. Ganz große Empfehlung.

    Apr 13, 2026

3 of 30 reviews

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Page-based comments

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ninaqu
ninaquApr 6, 2026

Puh. Es ist ein Buch das sich nicht schnell und vor allem nicht leicht lesen lässt. Ich muss immer wieder Pausen machen. All das was bisher zwischen den Zeilen steht ist so schwer. Man wartet förmlich mit viel Sorge darauf, dass der Verwalter das tut was er dauerhaft im Kopf hat.

Author

About Svenja Leiber

Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte, debütierte 2005 mit dem Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 folgte der Roman Schipino. Im Suhrkamp Verlag erschien 2014 Das letzte Land, 2018 Staub und 2021 Kazimira. Svenja Leiber lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein.

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