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Bei diesem Buch sprach mich der Titel an. Nicht. Dahinter stecken so viele Ideen, Anregungen und wer hat schon den Mut ein Buch mit Nicht zu benennen. Also startete ich neugierig, um Nicht zu ergründen. Die Stimme des Erzählers berichtet dem 52jährigen verwitweten Übersetzern dessen eigene Geschichte. Dabei wird das Gefühl vermittelt, einen Brief zu lesen, den er sich selbst schreibt oder ist es sein Gewissen? Der Erzähler beschreibt zunächst die äußeren Lebensbedingungen des Empfängers. Gut abgesichert mit einem Beruf, den er liebt, aber unglücklich, da er allein ist und keine Hoffnung auf eine erfüllte Zukunft hat, unsicher. Der Vergangenheit wird nachgetrauert. Dann kommt Lia. Sie hat einen Hund. Ein Freund kann den Kontakt vermitteln und der Angesprochene, Eli, fühlt sich ungewöhnlich wach. Aus diese Anfangssituation entwickelte sich die Geschichte. Mit kleinen Anspielungen auf das, was in der Zukunft passieren wird, erzeugt der Autor einen angenehmen Spannungsbogen, der neugierig macht. Schön erzählt, nüchtern und dann wieder blumig, aber nie zu ausufernd, wird Eli die Geschichte einer Phase seines Lebens erzählt. Mit interessantem Rückblick und Ausschau in die Zukunft wird der Charakter des Eli immer deutlicher und seine Ängste, Sorgen und Hoffnungen verständlich. Auch Lia tritt aus dem Schatten, bleibt dennoch neblös. Die gewählte Art der Erzählung ist äußerst interessant, denn der Autor erzählt dem Protagonisten dessen Geschichte indem er ihn anspricht, die Situationen erläutert, seine Ängste, Zweifel, Unsicherheiten erwähnt. Manchmal mit leichtem Vorwurf in der Stimme wegen unterlassenner Handlungen. Dialoge werden als zusammengefasste Berichte wiedergegeben, so dass der Hörende, Eli, sich an das gesprochene Wort erinnern soll. Am Ende des relativ kurzen Buches fragt man sich warum handelt Eli so, er hätte doch viel leichter für ihn sein können. Gleichzeitig versteht man ihn. Über Lia bleiben Fragen offen. Über sie hätte ich gern mehr gewusst. Aber es ist verständlich, dass dies das nicht alles erzählt werden muss. Wichtig ist das Ende. Oder Nicht? Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, inhaltlich, vom Schreibstil, das Erzähltempo, die Kürze und auch die Anregung, darüber nachzudenken. Prima Buch. Ist es nur eine Aufführung? Wenn eine glatte Lüge zugleich die reinste Wahrheit ist. Danke an NetGalley und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des eBooks. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
Apr 22, 2026
Bei diesem Buch sprach mich der Titel an. Nicht. Dahinter stecken so viele Ideen, Anregungen und wer hat schon den Mut ein Buch mit Nicht zu benennen. Also startete ich neugierig, um Nicht zu ergründen. Die Stimme des Erzählers berichtet dem 52jährigen verwitweten Übersetzern dessen eigene Geschichte. Dabei wird das Gefühl vermittelt, einen Brief zu lesen, den er sich selbst schreibt oder ist es sein Gewissen? Der Erzähler beschreibt zunächst die äußeren Lebensbedingungen des Empfängers. Gut abgesichert mit einem Beruf, den er liebt, aber unglücklich, da er allein ist und keine Hoffnung auf eine erfüllte Zukunft hat, unsicher. Der Vergangenheit wird nachgetrauert. Dann kommt Lia. Sie hat einen Hund. Ein Freund kann den Kontakt vermitteln und der Angesprochene, Eli, fühlt sich ungewöhnlich wach. Aus diese Anfangssituation entwickelte sich die Geschichte. Mit kleinen Anspielungen auf das, was in der Zukunft passieren wird, erzeugt der Autor einen angenehmen Spannungsbogen, der neugierig macht. Schön erzählt, nüchtern und dann wieder blumig, aber nie zu ausufernd, wird Eli die Geschichte einer Phase seines Lebens erzählt. Mit interessantem Rückblick und Ausschau in die Zukunft wird der Charakter des Eli immer deutlicher und seine Ängste, Sorgen und Hoffnungen verständlich. Auch Lia tritt aus dem Schatten, bleibt dennoch neblös. Die gewählte Art der Erzählung ist äußerst interessant, denn der Autor erzählt dem Protagonisten dessen Geschichte indem er ihn anspricht, die Situationen erläutert, seine Ängste, Zweifel, Unsicherheiten erwähnt. Manchmal mit leichtem Vorwurf in der Stimme wegen unterlassenner Handlungen. Dialoge werden als zusammengefasste Berichte wiedergegeben, so dass der Hörende, Eli, sich an das gesprochene Wort erinnern soll. Am Ende des relativ kurzen Buches fragt man sich warum handelt Eli so, er hätte doch viel leichter für ihn sein können. Gleichzeitig versteht man ihn. Über Lia bleiben Fragen offen. Über sie hätte ich gern mehr gewusst. Aber es ist verständlich, dass dies das nicht alles erzählt werden muss. Wichtig ist das Ende. Oder Nicht? Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, inhaltlich, vom Schreibstil, das Erzähltempo, die Kürze und auch die Anregung, darüber nachzudenken. Prima Buch. Ist es nur eine Aufführung? Wenn eine glatte Lüge zugleich die reinste Wahrheit ist. Danke an NetGalley und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des eBooks. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
Apr 22, 2026







