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Nicht

4.1(55)
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About the book

Ein Mann in seinen Fünfzigern. Er hat offenbar nichts mehr zu verlieren, obwohl noch so viel vor ihm liegt. Die Kinder sind aus dem Haus, KI bedroht seine Arbeit als Übersetzer. Vor allem hat der Tod seiner Frau alles infrage gestellt. Eine solche Liebe, da ist er sich sicher, wird er kein zweites Mal finden. Bis ihm bei gemeinsamen Freunden eine Cellistin begegnet. Es entspinnt sich, so leicht, als ob es Vorsehung wäre, ein verheißungsvolles Verhältnis, und plötzlich steht wieder alles auf dem Spiel.

Editions (2)

ISBN9783257073881
PublisherDiogenes
Publication Date04/22/26
Pages192

Characteristics

2 reviews

FastModerateUnusualThoughtfulDisturbingExciting

Reviews & Ratings

55 ratings

18 reviews

4.1

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  • theagri
    theagri

    777 Followers

    4.5

    Bei diesem Buch sprach mich der Titel an. Nicht. Dahinter stecken so viele Ideen, Anregungen und wer hat schon den Mut ein Buch mit Nicht zu benennen. Also startete ich neugierig, um Nicht zu ergründen. Die Stimme des Erzählers berichtet dem 52jährigen verwitweten Übersetzern dessen eigene Geschichte. Dabei wird das Gefühl vermittelt, einen Brief zu lesen, den er sich selbst schreibt oder ist es sein Gewissen? Der Erzähler beschreibt zunächst die äußeren Lebensbedingungen des Empfängers. Gut abgesichert mit einem Beruf, den er liebt, aber unglücklich, da er allein ist und keine Hoffnung auf eine erfüllte Zukunft hat, unsicher. Der Vergangenheit wird nachgetrauert. Dann kommt Lia. Sie hat einen Hund. Ein Freund kann den Kontakt vermitteln und der Angesprochene, Eli, fühlt sich ungewöhnlich wach. Aus diese Anfangssituation entwickelte sich die Geschichte. Mit kleinen Anspielungen auf das, was in der Zukunft passieren wird, erzeugt der Autor einen angenehmen Spannungsbogen, der neugierig macht. Schön erzählt, nüchtern und dann wieder blumig, aber nie zu ausufernd, wird Eli die Geschichte einer Phase seines Lebens erzählt. Mit interessantem Rückblick und Ausschau in die Zukunft wird der Charakter des Eli immer deutlicher und seine Ängste, Sorgen und Hoffnungen verständlich. Auch Lia tritt aus dem Schatten, bleibt dennoch neblös. Die gewählte Art der Erzählung ist äußerst interessant, denn der Autor erzählt dem Protagonisten dessen Geschichte indem er ihn anspricht, die Situationen erläutert, seine Ängste, Zweifel, Unsicherheiten erwähnt. Manchmal mit leichtem Vorwurf in der Stimme wegen unterlassenner Handlungen. Dialoge werden als zusammengefasste Berichte wiedergegeben, so dass der Hörende, Eli, sich an das gesprochene Wort erinnern soll. Am Ende des relativ kurzen Buches fragt man sich warum handelt Eli so, er hätte doch viel leichter für ihn sein können. Gleichzeitig versteht man ihn. Über Lia bleiben Fragen offen. Über sie hätte ich gern mehr gewusst. Aber es ist verständlich, dass dies das nicht alles erzählt werden muss. Wichtig ist das Ende. Oder Nicht? Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, inhaltlich, vom Schreibstil, das Erzähltempo, die Kürze und auch die Anregung, darüber nachzudenken. Prima Buch. Ist es nur eine Aufführung? Wenn eine glatte Lüge zugleich die reinste Wahrheit ist. Danke an NetGalley und den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des eBooks. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

    Apr 22, 2026

  • readwritesing
    readwritesing

    48 Followers

    4.5

    Ich habe etwas gebraucht, um reinzufinden. Die spezielle Erzählperspektive mit dem “Du”, mit dem der Erzähler den Protagonisten anspricht, ist gewöhnungsbedürftig. Danach aber ein sehr zartes, irgendwie verstörendes und gleichzeitig anziehendes Buch. Eli hat seine Frau an den Krebs verloren und verliebt sich zufǎllig in Lia. Dann folgt eine unglaubliche Geschichte mit ihrem Hund Felix. Sein Verhalten überhaupt nicht nachvollziehbar, aber irgendwie kriegt der Roman die Kurve und man mag die Figuren. Ein schönes Ende mit Auflösungen aber auch einigen Fragezeichen. Eine gewollte Doppelbödigkeit. Mein erstes aber bestimmt nicht letztes Buch dieses Autors!

    Apr 25, 2026

  • teo_reads
    teo_reads

    42 Followers

    5.0

    Literarische Tiefe trifft auf moralische Fragestellung

    „und auch diesmal, wie in jener Nacht, ist es eine glatte Lüge - und zugleich die reinste Wahrheit.“ Der Roman überzeugt bereits zu Beginn durch einen ungewöhnlich direkten und zugleich literarisch spannenden Einstieg: Die Ansprache des Protagonisten Eli im „Du“ schafft sofort Nähe und zieht einen in einen sprachlich beinahe intimen Erzählstil hinein. Diese Erzählweise verleiht dem Text eine besondere Tiefe und macht das Lesen von Anfang an zu einer außergewöhnlichen Erfahrung. Auffällig ist zudem, dass die Tragik früh angedeutet und beinahe offengelegt wird. Durch das auktoriale Erzählen werden immer wieder Hinweise eingesteeut, die eine gewisse Vorahnung erzeugen – und dennoch gelingt es dem Text, die Spannung aufrechtzuerhalten. Man liest weiter, obwohl (oder gerade weil) sich ein ungutes Gefühl einschleicht. Besonders gelungen ist die unerwartete Wendung, die den Protagonisten in ein völlig neues Licht rückt. Dadurch wird das Lesen emotional herausfordernder. Als Antiheld trifft er folgenschwere Fehlentscheidungen und verstrickt sich zunehmend in ein Netz aus Lügen. Dieses langsame Abrutschen wirkt beklemmend und gleichzeitig faszinierend – gerade weil es so nachvollziehbar aus einer einzigen, panisch getroffenen Entscheidung heraus entsteht. Im Zentrum des Romans steht dabei die moralische unbequeme Frage, ob es Situationen gibt, in denen die Wahrheit nicht das moralisch Richtige ist – und ob sich beide Prinzipien überhaupt immer miteinander vereinbaren lassen.

    Literarische Tiefe trifft auf moralische Fragestellung

    May 6, 2026

3 of 18 reviews

SocialReads

Page-based comments

Page 179%
teo_reads
teo_readsMay 4, 2026

„… denn möglicherweise kannte er da schon mit seinen tierischen Sinnen die Zukunft und versuchte, dich vor ihr zu warnen.“ - das gefällt mir nicht 😁

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Author

About Dror Mishani

Dror Mishani, geboren 1975 in Cholon bei Tel Aviv, ist Autor und Spezialist für die Geschichte der Kriminalliteratur. Seine Romane sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und seine ›Avi Avraham‹-Krimis wurden mehrfach verfilmt, zuletzt unter dem Titel ›The Calling‹. Für ›Drei‹ wurde er mit dem Prix Mystère de la Critique ausgezeichnet. 2024 wurde Dror Mishani zum Chevalier d’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Er lebt mit seiner Familie in Tel Aviv.

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