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Der leise, tiefgründige und bildhaft erzählte Roman stellt naturnahes Leben und menschliche Nähe in den Mittelpunkt. Seine leichte Sprödigkeit passt zur Landschaft Islands und zur Persönlichkeit Albas. Mir hat er sowohl inhaltlich als auch stilistisch gefallen.
Mit "Eden" von Auður Ava Ólafsdóttir bin ich lesend nach Island gereist und habe Unerwartetes über das Isländische und andere seltene Sprachen gelernt. Im Mittelpunkt dieses Romanes steht die Linguistin Alba, die als Expertin für seltene Sprachen an zahlreichen Konferenzen weltweit teilnimmt. Dabei kämpft mit hohem Engagement für das Überleben jeder dieser Sprachen und der damit verbundenen Identitäten. Doch ihr ist auch bewusst, dass sie mit ihrer Reisetätigkeit die Umwelt belastet. Daraus erwächst in ihr die Idee, zum Ausgleich für ihren CO2-Fussabdruck Bäume zu pflanzen. Sie findet weit draussen auf dem Land ein Haus mit grossem Grundstück und beginnt sich einzurichten. Sie informiert sich über sturmerprobte Pflanzen und beginnt sie zu setzen. Sie ist offen für das, was im Dorf passiert, und beginnt sich zu integrieren. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es noch einen weiteren Grund für ihren Rückzug aus der Stadt gibt. Der Rückzug aufs Land gibt ihr die Möglichkeit, diese Erfahrung zu verarbeiten. Die Menschen im Dorf sind neugierig auf sie. Sie wird gebraucht. Und je mehr sie im Dorf ankommt, um so mehr lässt sie ihre alten Aufgaben los und übernimmt Verantwortung in ihrem neuen Leben. In diesem Roman geht es in vieler Hinsicht um Sprache. Es geht aber um die Entwicklung von persönlichen Werten und Zielen im Laufe eines Lebens. Eine Arbeit in der Wissenschaft kann für Jahre oder Jahrzehnte Sinn stiften, aber sie kann auch irgendwann den Wunsch hervorrufen, etwas Tatkräftiges und Alltagsnahes zu tun. Genau das erlebt Alba und regt damit zum Nachdenken an.
Feb 9, 2026
Der leise, tiefgründige und bildhaft erzählte Roman stellt naturnahes Leben und menschliche Nähe in den Mittelpunkt. Seine leichte Sprödigkeit passt zur Landschaft Islands und zur Persönlichkeit Albas. Mir hat er sowohl inhaltlich als auch stilistisch gefallen.
Mit "Eden" von Auður Ava Ólafsdóttir bin ich lesend nach Island gereist und habe Unerwartetes über das Isländische und andere seltene Sprachen gelernt. Im Mittelpunkt dieses Romanes steht die Linguistin Alba, die als Expertin für seltene Sprachen an zahlreichen Konferenzen weltweit teilnimmt. Dabei kämpft mit hohem Engagement für das Überleben jeder dieser Sprachen und der damit verbundenen Identitäten. Doch ihr ist auch bewusst, dass sie mit ihrer Reisetätigkeit die Umwelt belastet. Daraus erwächst in ihr die Idee, zum Ausgleich für ihren CO2-Fussabdruck Bäume zu pflanzen. Sie findet weit draussen auf dem Land ein Haus mit grossem Grundstück und beginnt sich einzurichten. Sie informiert sich über sturmerprobte Pflanzen und beginnt sie zu setzen. Sie ist offen für das, was im Dorf passiert, und beginnt sich zu integrieren. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es noch einen weiteren Grund für ihren Rückzug aus der Stadt gibt. Der Rückzug aufs Land gibt ihr die Möglichkeit, diese Erfahrung zu verarbeiten. Die Menschen im Dorf sind neugierig auf sie. Sie wird gebraucht. Und je mehr sie im Dorf ankommt, um so mehr lässt sie ihre alten Aufgaben los und übernimmt Verantwortung in ihrem neuen Leben. In diesem Roman geht es in vieler Hinsicht um Sprache. Es geht aber um die Entwicklung von persönlichen Werten und Zielen im Laufe eines Lebens. Eine Arbeit in der Wissenschaft kann für Jahre oder Jahrzehnte Sinn stiften, aber sie kann auch irgendwann den Wunsch hervorrufen, etwas Tatkräftiges und Alltagsnahes zu tun. Genau das erlebt Alba und regt damit zum Nachdenken an.
Feb 9, 2026








