Als wir Vögel waren
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Description
Book Information
Author Description
Ayanna Lloyd Banwo, geboren 1980 in Trinidad, promoviert an der University of East Anglia in Creative and Critical Writing. Bisher erschienen vor allem Kurzgeschichten in verschiedenen Publikationen. ›Als wir Vögel waren‹ ist Banwos erster Roman; sie lebt in London.
Posts
‘When we were birds’ is a truly captivating tale about Trinidad, exploring the deep bond with our ancestors. It’s a story that spans time, passed down from generation to generation, full of sensitivity, mystery and a vibrant mix of bright and dark moments. It centres on two people from different walks of life, showing us the intricate nature of their relationships. As a non-English speaker, the writing style was a bit tricky for me, sometimes feeling a bit choppy, possibly because of the Trinidad slang. But even with this, the real Trinidadian English really brings the story to life, adding a touch of Caribbean folklore. The story starts off strong, then takes a bit of a dip in the middle, but picks up again at the end, leaving us with a satisfying and haunting conclusion. I really enjoyed reading the book because it was something completely new and an unexpected story.

Besonderes und mysteriöses Buch über Trinidad
"Als wir Vögel waren" von Ayanna Lloyd Banwo ist ein ungewöhnliches Buch. Es spielt in Trinidad und handelt von Darwin, einem Rastafari, der aufgrund seiner Religion die Toten meidet aber als einzigen Job eine Arbeit auf dem Friedhof bekommt und von Yeijide, deren Familie von jeher an der Schwelle zwischen Tod und Leben wacht und die dieses Erbe von ihrer Mutter erbt. Das Buch ist seltsam, fremd und mysteriös, einfach eine sehr andere Welt zwischen Realität und Traum geschrieben in einer schönen Sprache. Schön zu lesen.
Poetisch, spirituell, langsam
„Als wir Vögel waren“ von Ayanna Lloyd Banwo, ein poetisches und literarisch gehaltvolles Buch, welches mich leider nicht abholen konnte. Rezensionsexemplar: @diogenesverlag Emmanuel und Yejide, zwei junge Menschen die sich im Treiben der Stadt Port Angeles in Trinidad über den Weg laufen. Er, der seine Mutter verlassen hat, um in die Großstadt zu gehen und Geld zu verdienen und sie, die durch den Tod ihrer Mutter deren besondere Rolle und Stellung in der Familie übernehmen muss. Emmanuel arbeitet auf dem Friedhof, eine Arbeit, die seinen Werten bzw. den seiner Mutter widerspricht. Er tut sich schwer, noch mehr, als er erfährt, was seine Arbeitskollegen abseits der geordneten Wege alles tun. Als er das erste Mal Yejide trifft, glaubt er zunächst an einen Geist. Und so beginnt eine Liebesgeschichte. Wie Eingangs bereits erwähnt ist „Als wir Vögel waren“ eine sprachlich recht verspielte Geschichte, der Text ist zum Teil spirituell. Der Umgang sowie die Einstellung zum Tod und kulturelle Gegebenheiten erfüllen die Gedanken der beiden Protagonist.innen und spiegeln sich in einer recht bildhaften Sprache wieder. Ich würde es nicht als Pathos bezeichnen, aber der Stil ist eben das: poetisch. Und Poesie ist leider so gar nicht meines. Der Roman hat sich dadurch für mich irrsinnig in die Länge gezogen und hat mir ein wenig die Lust am Inhalt genommen. Es hat mir einiges an Konzentration abverlangt, ich habe das Buch nur stückchenweise gelesen. Das ist schade, denn war ich mal drin, hat die Geschichte schon Spaß gemacht – aber eben nur relativ kurz. Ich lese nun mal sehr gerne Texte am Punkt und dieser hier ist das Gegenteil davon. Das Buch ist etwas für alle jene, die sich sehr gerne von Worten mal hierhin mal dorthin treiben lassen. Eher weniger für Leser.innen, die eine direkte und die Geschichte vorantreibende Sprache bevorzugen.

Ein schönes und spannendes Buch für zwischendurch.
Wirklich hohe Erwartungen hatte ich an das Buch nicht. Ich mochte das Cover und Format sehr. Der Klappentext hat mich auch angesprochen jedoch etwas fehlgeleitet bzgl. des Inhalts. Der Schreibstil war fesselnd und wirklich schön. Mir haben die Protagonisten sehr gut gefallen und wie sich die beiden Geschichten langsam ineinander verflochten haben. Teilweise war ich verwirrt von der Handlung aber alles in allem war es wirklich eine tolle Geschichte, die ich weiterempfehlen kann.
Poetische Geschichte mit einigen Längen
Es ist eine Geschichte über zwei Außenseiter, welche uns nach Trinidad führt. Emmanuel verlässt das sichere Haus seiner Mutter, um gegen ihren Willen in die Stadt zu gehen. Es ist für ihn die einzige Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Auch wenn er sich als Totengräber gegen seinen Glauben stellt. In Yejides Familie hat die Älteste der Frauen eine besondere Verbindung zu den Toten. Können sie spüren. Nun liegt Yejides Mutter im Sterben und das Erbe wird auf sie als Tochter übergehen. Es gab vieles, was mir sehr gut an dem Buch gefallen hat. Die sanfte Liebesgeschichte zwischen den beiden sich ergänzenden Charakteren. Emmanuel, der voller Leben ist, und Yejide, in deren Leben immer auch die Vergänglichkeit und die Verstorbenen Teil hatten. Ich mag, dass wir erst die Figuren kennenlernen und die Liebesgeschichte sich erst aufbaut und als natürliche Konsequenz ihrer beiden Persönlichkeiten entwickelt. Es sind beides starke Figuren, die sich auf Augenhöhe begegnen. Die Welt von Trinidad wird sehr nah und erlebbar aufgespannt. Die Beschreibungen sind so schön wie das Cover. Die Sprache ist sehr poetisch. Für mein Empfinden gibt es aber einige zu langatmige Beschreibungen. Das Mystische nimmt einen größeren Teil als erwartet ein, was mich nicht abgeholt hat. Mein Lesefluss ist leider öfter ins Stocken geraten. Die Handlung plätschert teilweise vor sich hin, ohne dass es viel Handlung gibt. Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, wenn man sanfte Geschichten mit schöner, blumiger Sprache mag und auch offen für magische Elemente in der Geschichte ist.
ALS WIR VÖGEL WAREN Ayanna Lloyd Banwo Yejide lebt im Haus der Toten. Seit ihre Mutter gestorben ist, kann sie alle sehen - und es gibt viele von ihnen. Diese Gabe geht seit vielen Generationen von der Mutter auf die Tochter über. Schon als sie klein war, erzählte ihr die geliebte Großmutter alle Geschichten über die Ahnen. David ist Rastafari. Er bricht sein Gelübde, indem er seine Rasta-Haarpracht abschneidet und einen Job als Totengräber annimmt. Der Glaube verbietet ihm, mit Toten zu arbeiten. Jedoch war er viel zu lange arbeitslos, und da er seine Mutter unterstützen muss, blieb ihm nichts anderes übrig, als den Job auf dem größten Friedhof in Port Angeles anzunehmen. Die Arbeit auf dem Friedhof, ein Ort voller Knochen, fällt ihm schwer. Yejide und David lernen sich auf dem Friedhof kennen. Sie wissen beide sofort, dass sie füreinander bestimmt sind. Wer jetzt denkt, dass es sich um eine ganz gewöhnliche Liebesgeschichte handelt, liegt falsch, denn es geht hier um Leben und Tod. Als wir Vögel waren, ist ein anderes Buch. Ich habe kein Buch, mit dem ich es vergleichen könnte. Die Autorin lässt Yejida und David abwechselnd zu Wort kommen, dabei bedient sich Lloyd Banwo mit zwei völlig unterschiedlichen Schreibstilen: David seiner ist nüchtern und klar, der von Yejida ist blumig und bunt - ich habe noch nie so wunderschöne Beschreibungen von Dingen gehört. Viele Passagen musste ich mehrmals lesen und bin mir noch immer nicht ganz sicher, ob ich alles verstanden habe. Ein Roman voller Mythen, Geister, lebende Tote, Blumen, Falter, Vögel, kurzgesagt: kunterbunt. Ich habe den Roman gerne gelesen, aber er zieht nicht in meine Highlights ein. Wie hat meine liebe Budyread-Partnerin @ninis so schön gesagt: „Es ist kein Pageturner, aber man pustet die Seiten einfach nur so um.“ Genau so war es. Liebe Nini, mal wieder ein ganz liebes Dankeschön für den großartigen Austausch <3 Leseempfehlung für diejenigen, die Mythen und sagenumwobene Bücher schätzen.

„Als wir Vögel waren“ von Ayanna Lloyd Banwo ist ein mystisch durchwirkter Debütroman, der in der atmosphärischen Kulisse Trinidads angesiedelt ist. Die Geschichte dreht sich um Emmanuel Darwin und Yejide, zwei Seelen, die durch Schicksal und spirituelle Last verbunden sind. Emmanuel, der als Rastafari und gläubiger junger Mann gezwungen ist, entgegen seiner Glaubensprinzipien als Totengräber zu arbeiten, trifft auf dem Friedhof auf Yejide, die eine magische Gabe von ihrer Mutter geerbt hat: die Fähigkeit, mit den Toten zu sprechen. Ihre Wege kreuzen sich, und bald entfaltet sich zwischen ihnen eine Liebe, die in einer magischen und zugleich düsteren Welt verwurzelt ist. Banwo gelingt es, ein einzigartiges Setting zu schaffen, das von karibischen Mythen, mystischen Familiengeheimnissen und Glaubensvorstellungen geprägt ist. Diese Kulisse verleiht dem Roman eine ganz besondere Atmosphäre, die teils exotisch und teils vertraut wirkt. Die Autorin lässt uns tief in das Leben und die Traditionen Trinidads eintauchen und webt zugleich eine Geschichte, die die universellen Themen von Leben, Tod, Liebe und Verlust berührt. Banwos poetische Sprache und die lebendigen Beschreibungen machen die Insel Trinidad in all ihren Facetten spürbar. Die Stärke des Romans liegt in der Magie und den spirituellen Elementen, die in die Handlung eingewoben sind und eine Brücke zwischen Realität und Mystik schlagen. So wird die Geschichte zu einem leisen, beinahe meditativen Erzählfluss, der viel Raum für Interpretationen lässt. Die Mythen und Sagen, die vor allem durch Yejides Familiengeschichte lebendig werden, sind spannend und verleihen dem Roman eine gewisse Tiefe. Dennoch verlaufen manche Handlungsstränge ins Leere, und die oft ausschweifende Sprache führt dazu, dass der rote Faden der Erzählung stellenweise verloren geht. Der Wechsel zwischen Emmanuels und Yejides Perspektiven bringt sowohl ihre inneren Konflikte als auch ihre verschiedenen sozialen und kulturellen Welten ans Licht. Obwohl die Figuren interessante Hintergrundgeschichten und eine emotionale Tiefe besitzen, wirken sie stellenweise dennoch blass, da der poetisch-verspielte, oft langatmige Stil die Nähe zu den Charakteren erschwert. „Als wir Vögel waren“ besticht durch seine ungewöhnliche, magische Atmosphäre, doch die vielen sprachlichen und erzählerischen Abschweifungen haben mir das Eintauchen in die Geschichte erschwert. Für Leser*innen, die sich für ruhige, spirituell geprägte Erzählungen interessieren, ist dieser Roman aber sicherlich ein lohnender Lesegenuss, der in eine Welt voller Magie und Geheimnisse entführt. Aus dem Englischen von Michaela Grabinger.

This is one of those books which I had no idea where the story would go. Starting it I almost put it down because of the patois style writing but in the end that was what sealed the book for me. Short, sweet and very interesting story. I enjoyed reading the different perspectives and in the end the characters were endearing. It’s one of those books where a follow up book wouldn’t be a bad idea. 10/10 would recommend.
3,5 Sterne Darwin, auf der Suche nach seinem Vater, hat seine Mutter im Haus zurückgelassen, findet nach langer Suche einen Job als Totengräber. Nicht der optimale Job für ihn und ein absolutes No-Go für die Werte seiner Mutter, aber ein Job, der Geld bringt. Die große Stadt und die Nebengeschäfte der Kollegen bringen ihn an seine Grenzen. Yejide’s wächst in einem Mehrgenerationenhaus auf. Liebt die alten Geschichten der Großmutter über Leben und Tod. Als ihre Mutter stirbt und hört sie die Stimmen der Toten und eine Einführung ins Familiengeheimnis beginnt. Yejide und Darwin, das sind die beiden Figuren, um die sich die Geschichte hier dreht. Im bunten und teilweise gefährlichen Treiben der Stadt Port Angeles in Trinidad kreuzen sie ihren Weg und es entsteht eine besondere Begegnung, eine Liebesgeschichte, die schicksalhaft zu sein scheint. Die Geschichte wird abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt und lässt so kleinen Spielraum die beiden kennenzulernen, dennoch kommt aufgrund dieses rudimentären Zugangs zu ihnen, der teils esoterisch angehauchten und langsamen Erzählweise, keine große Handlung rum. Die bildhafte Sprache im Roman hat mich persönlich sehr angesprochen und abgeholt. Gesamt gesehen war es ein nettes Buch für zwischendurch, dessen spiritueller Anteil mir etwas zu viel war, auch wenn ich von Beginn an darüber Bescheid wusste. Wer Geschichten mit einem Ticken an Poesie und Mystik, gepaart mit einer Liebesgeschichte oder dem Thema „Spiritueller Umgang mit dem Tod“ mag, wird mit dieser Lektüre sicherlich gut beraten sein und eine Freude haben, und denjenigen möchte ich es auch gerne empfehlen.

Mit diesem Buch bin ich aus meiner Fantasy-/Romance Bubble ausgebrochen. 🙈 Es ist eine Liebesgeschichte, aber die Liebe ost nicht das Hauptthema in diesem Buch, es geht eher um den Tod, das Leben und eine uralte Familiengeschichte bzw. Familiengabe, je nach dem, wie man es betrachtet.🙈 Trotz der mystischen Elemente in diesem Buch, wirkt die schicksalshafte Begegnung und die darauffolgende Liebesgeschichte der zwei Menschen, die in den Traditionen ihrer Familie feststecken, keines Falls aufgesetzt. Es passt in das Bild, das dieses Buch im Geiste des Lesers malen will. Ich fand das Buch gut, aber ich kann keine explizite Leseempfehlung ausstellen, einfach weil ich glaube, dass nicht jeder mit der Thematik und Komplexität dieses Buch zurecht kommen würde.
Als wir Vögel waren ist eine wortgewaltige, mystische Liebesgeschichte zwischen Yejide und Darwin. Ich habe tatsächlich etwa 1/3 des Buches benötigt, um in die Sprache und Geschichte einzutauchen und die vielen verschiedenen Personen zuordnen zu können - dann hat mich das Buch gepackt. Die mysteriösen Vorkommnisse auf den Friedhof Fidelis, dem Arbeitsplatz von Darwin und das Familienerbe Yejide runden ein für mich empfehlenswertes Buch ab, welches einem selbst noch einmal einen neuen Blick auf das Leben schenkt.
Wenn man sich in den Dschungel Trinidads, mit all seinen bunten Farben und in eine Geschichte mit einer guten Mischung aus vorbestimmter Liebe, Mythologie, Spiritualitat, Selbstfindung und Spannung, in welcher das Thema Tod im Mittelpunkt steht, verlieren will, ist dieser Debütroman genau das Richtige.
Während eine mythische Schöpfungsgeschichte zum fiktiven Port Angeles den Anfang macht, begleitet man im ersten Teil des Buches zunächst die getrennten Wege von Yejide und Darwin. Darwin - ein Rastafari, der den Tod nie sehen soll, muss entgegen seiner religiösen Einstellung einen Job auf dem jahrhundertealten Friedhof Fidelis annehmen. Yejide stammt aus einer spirituellen Familie, dessen Erbe - mit den Toten zu kommunizieren, sie nach dem Tod ihrer Mutter antreten muss. Nach einer mystischen Begegnung der beiden, treffen sie dann tatsachlich aufeinander. Ich selber hatte beim Lesen so einige Vermutungen, welche letztendlich eingetreten sind. Somit kann ich sagen, dass die Geschichte doch etwas vorhersehbar war. Trotz dessen hat mich das Buch gefesselt. Die jeweiligen Kapitel der beiden unterscheiden sich enorm in ihrem Schreibstil. Darwins Kapitel sind recht einfach und eher in Umgangssprache geschrieben. Seine Ankunft in Port Angeles bzw. viel mehr die Stadt und das dortige Treiben sind so unfassbar gut beschrieben, sodass man bildlich direkt vor Ort ist. Yejides Sicht hingegen ist voll von Metaphern und sagenhaften Beschreibungen. Das macht die Kapitel zwar etwas mühsamer zu lesen, aber einfach auch unfassbar faszinierend. Insbesondere DIE Liebesszene war überragend. Letztendlich hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen, auch wenn am Ende noch ein, zwei Fragen für mich offen blieben.

Mystisch und voller Farben
Als wir Vögel waren“ ist Ayanna Lloyd Banwo‘s Debütroman. Die Autorin verzaubert den Leser mit einer ergreifenden und mystischen Geschichte in Trinidad. Der junge Rastafari Emmanuel hat sein Zuhause verlassen, um in Fidelis, einem jahrhunderte alten Friedhof in Port Angeles zu arbeiten. Seine Mutter kann durch ihre Schmerzen nicht mehr viel arbeiten und das Geld fehlt. Sein Vater ist vor Jahren in diese Stadt gegangen und nie mehr zurück gekommen. Emmanuel’s Mutter tobt und allein der Gedanke ihren Sohn an diese Stadt zu verlieren ist schlimm, auch die Aussicht, dass er auf einem Friedhof arbeiten möchte passt nicht zu ihren Ansichten und ihrem Glauben - die Toten soll man meiden. Emmanuel, genannt Darwin rasiert seine Dreadlocks ab und verwandelt sich äußerlich. Innerlich bleibt er ein positiver, guter Mensch, jedoch bereitet ihm die Arbeit mit seinen Kollegen und dem zwielichtigen Chef starkes Unbehagen. Auch passieren seltsame Dinge in Fidelis und Darwin kann dies nicht einordnen. Währenddessen wartet Yejide darauf, zu ihrer im Sterben liegenden Mutter Petronella gerufen zu werden. Auf dem Berg, um das verwinkelte Haus zieht ein Sturm auf, alle Fenster sind geöffnet und Blätter, Regen und Wind dringen in das Zimmer der sterbenden Frau. Petronella möchte zu ihrer toten, geliebten Zwillingsschwester Geraldine gehen.Jedoch muss sie vorher ihre Tochter rufen, damit es auf Yejide übergeht. Nur was genau ist es? Geraldine hat schon früh versucht Petronella davon zu überzeugen, es ihrer Tochter beizubringen. Und doch hat diese sich stets geweigert. Die Menschen unten am Berg und in der Stadt haben Angst vor dem Sterben. Die Frauen auf dem Berg, sorgen ihr ganzes Leben dafür, dass man den Tod nicht fürchten muss. Yejide hatte ein herzliches Verhältnis zu ihrer Granny Catherine und doch hat auch diese kurz vor ihrem Tod nur ihre Tochter zu sich gerufen. Mystisch und geheimnisvoll wird der Leser in eine andere Welt gezogen. Darwin meidet normalerweise die Toten und deren Seelen, Yejide kommuniziert mit dem Tod. Die beiden Protagonisten treffen sich auf ungewöhnliche Weise auf dem Friedhof und verlieben sich. Darwin ist das Leben für Yejide und andersherum. Die Autorin schreibt einen mystischen Roman über die Liebenden, das Schicksal, die Lebenden, die Toten und die Seelen dazwischen. Flüssig und mit einem besonderen Schreibstil zieht die Autorin die LeserIn in ihren Bann. Kulturelle Unterschiede, Armut, Kriminalität und Mythen werden unbeschönigt dem Leser vorgelegt. Trinidad und vor allem der alte Friedhof werden bildlich dargestellt. Die Protagonisten sind authentisch und sehr intensiv beschrieben. Ayanna Lloyd Banwo hat mit ihrem Debütroman ein Highlight für alle Geister- und Mythenfreunde geschrieben. Ein Lesehighlight mit 5 Sternen.
'Als wir Vögel waren' beschreibt die große Veränderungen in den Leben von Darwin und Yejide in einem erdachten Trinidad und ihre jeweiligen Verstrickungen mit dem Tod. Kann der Tod eine Verbindung im Leben darstellen? Sehr matephernreich und poetisch beschreibt die Autorin Ayanna Lloyd Banwo in einem angenehmen Rhythmus die Leben von Darwin und Yejide. Abwechselnd aus der jeweiligen Sicht der beiden Protagonisten, baut sich die Erzählung hauptsächlich durch Eindrücke, Erinnerung und vor allem mit den damit verbunden Gefühlen auf. Die Erzählweise hat bei mir für eine direkte und tiefe Verbindung zu den Charakteren gesorgt und hat dadurch stark miterleben und mitfühlen lassen. Dabei erhält man nicht nur Einblicke in die Wesen der beiden, sondern auch zu verschiedenen Glaubensrichtungen und besonders zur Art und Weise mit dem Tod umzugehen. Die düstere Atmosphäre der Stadt und der Totengräber, mit denen Darwin arbeitet, wird mit mythischen Geschichten, übersinnlichen Erfahrungen und poetischen Gefühlen zu einer magisch-realistischen mitreißenden Erzählung verwoben. Durch die starke Verbindung mit Darwin und Yejide erlebt man auch ihr Zusammentreffen wie im Auge des Orkan. Die Schicksalshaftigkeit der Begegnung und die Anziehung ist perfekt in das mythische Setting eingearbeitet und lässt tief mitfühlen. 'Als wir Vögel waren' lässt vorhandener Mythologie aus der Kultur Trinidads mit neuer wiederauferstehen und benutzt dabei eine ganz eigene, gefühlvolle und wunderbar magische Art der Erzählung. Es war eine intensive Leseerfahrung für mich und ich freue mich, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, dieses Buch zu rezensieren. Eine klare Leseempfehlung von mir! Das Rezensionsexemplar zu #AlswirVögelwaren gab es von #NetGalleyDE, zusammen mit dem Diogenes Verlag. Dadurch wurde meine Meinung nicht beeinflusst.
»Als wir Vögel waren« ist das Debüt der trinidadischen, in London lebenden Schriftstellerin Ayanna Lloyd Banwo, übersetzt aus dem Trinidad-kreolischen Englisch von Michaela Grabungen. (Auf die Eigenheiten dieses Dialekts wurde in der deutschen Übersetzung verzichtet.) Die Handlungen diese mystische Liebesgeschichte spielt sich in der fiktiven Stadt Port Angeles (die an Port of Spain erinnert) auf der karibischen Insel Trinidad ab und ist um eine mystischen Sage um die Corbeaux aufgebaut. Die beiden Protagonisten - aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd erzählt wird - kommen aus sehr unterschiedlichen Gesellschaftsklassen: Yejide wächst in einem wohlhabenden, altehrwürdigen Matriarchat auf, bei dem sich die Macht und (spirituelle) Gabe mit dem Tod der bisherigen Mutter weitervererbt wird. Ihre Gabe und Aufgabe besteht darin, mit den Toten zu kommunizieren und diesen zu helfen, ihren Frieden zu finden. Rastaman Darwin darf sich aufgrund seines Glaubens, keinen Toten nähern, aber muss aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage, den vom Jobcenter angebotenen Job als Friedhofsgärtner und Totengräber auf dem alten Friedhof Fidelis annehmen. Was passiert also, wenn ein Totengräber und eine Frau, die den Toten hilft, aufeinander treffen? Well … eine ganze Menge! Die Entwicklungen der beiden Protagonist:innen möchte ich an dieser Stelle auf keinen Fall vorwegnehmen. »And maybe this is what it mean to be a man. Doing the things you never think you would have to do, making hard choice when the only thing in front you is hard choices.« Darwin Die Autorin hat ein sehr eindringliches, atmosphärisches und bildhaftes Debüt geschrieben, das Realität und Mystik verschwimmen lässt. Es greift verschiedene Themen wie magischen Realismus, Traditionen, Liebe, Selbstbestimmung, Familie und Mutter-Kind-Beziehungen auf. Da das Buch am Anfang zu großen Teilen aus der Sicht und Gedankenwelt von Darwin besteht, hatte ich das Gefühl Yejide weniger kennengelernt zu haben und insbesondere als eigenständigen Charakter unabhängig von ihrer Mutter, Tante und Großmutter. Auch das Erzähltempo steigert sich deutlich zum Ende des Buches #showdown und das Ende (inkl. Kirimi-Subplot) war mir zu plötzlich und unerwähnt. Insgesamt hätte ich mir zudem eine weniger idealisierte Liebesgeschichte gewünscht. Insgesamt bin ich etwas unschlüssig, da ich das Setting in der trinidadischen Kultur und Tradition sehr spannend finde, die Umsetzung mich aber inhaltlich nicht ganz überzeugen konnte. So oder so bin ich aber sehr gespannt auf alles Weitere, was von Ayanna Banwo kommt.

„Als wir Vögel waren“ ist ein Roman, der in der Welt der Lebenden und der Toten auf Trinidad spielt. Es geht um Liebe und darum, wie sehr die Vorfahren unser Leben bestimmen können. Vom ersten Satz an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich fühlte die Spannung mit Yejide auf dem Schoß ihrer Großmutter und die innere Zerrissenheit Emmanuels, der sich von allem abwenden musste, als er sich dafür entschied, den einzig verfügbaren Job anzunehmen. „Als wir Vögel waren“ beginnt wie ein Märchen und baut immer wieder Elemente ein, die die tiefe Verbindung zwischen der Welt der Geister und der Lebenden deutlich machen. Die beiden Hauptcharaktere sind Gefangene in ihren Traditionen und sowohl Yejide als auch Emmanuel haben einen inneren Befreiungskampf auszufechten ohne sich selbst dabei verlieren zu wollen. Ayanna Lloyd Banwo nutzt die Landschaft und das Wetter, um die Geschehnisse und die Gefühle zu verstärken. Es zieht ein Sturm auf, als Yejides Mutter stirbt. Ein Sturm ist auch das, was in Yejide tobt, sie muss sich entscheiden. Dadurch wird die Geschichte noch dichter und die Gefühle noch greifbarer. Gleichzeitig kommt durch die illegalen Geschäfte auf dem Friedhof eine ganz reale Spannung in das Buch. Beim Lesen spürt man die Spannung, die in der Luft liegt, man möchte den Atem anhalten und hofft, dass es gut ausgeht. Ein Buch auf mehreren Ebenen gut erzählt, das ist es. Auch habe ich mehr über die Rastafari gelernt, über die ich vorher einfach kaum etwas wusste. „Als wir Vögel waren“ erzählt eine magische Geschichte, es hat etwas von Magie und gleichzeitig erzählt es die Geschichte von zwei jungen Menschen, die ihren eigenen Platz im Leben suchen, die unabhängig sein möchten, ohne dabei ihrer Familie zu entsagen. Ich habe das Buch unglaublich gerne gelesen, erinnerte es mich ein wenig an die Geschichten und die Art wie Gabriel García Márquez seine Geschichten ausbreitete. Es ist im Hier und Jetzt und gleichzeitig auch woanders. Ein ganz wunderbares Buch!
Ein Einblick in eine andere WeltAls Wir Vögel Waren erzählt eigentlich zwei parallel stattfindende Geschichten in Trinidad. Auf der einen Seite ist da Emmanuel, ein junger Rastafari. Sein ganzes Leben lang haben seine Mutter und er aufgrund seiner Herkunft und Religion nicht dazugehört. Sein Vater hat die Familie verlassen, als er noch ein Kind war, hat sich auf den Weg in die Stadt Port Angeles gemacht. Als Emmanuel sich dazu entscheidet seiner altersschwachen Mutter zu helfen, lässt er auch sein altes Leben hinter sich, um in der Stadt neu anzufangen - als Darwin. Er beginnt einen Job als Friedhofsgärtner auf dem großen Friedhof in der Stadt und macht sich auf die Suche nach seinem Vater. Auf der anderen Seite lernen wir Yejide kennen, eine junge Frau, deren Mutter im Sterben liegt. Yejide übernimmt mit ihren Tod ein lebenslanges Vermächtnis, das an jede Frau in der Familie übergeben wird - sie kann mit den Toten kommunizieren. Irgendwann treffen die beiden aufeinander, und eine dritte gemeinsame Geschichte entwickelt sich. Ich fand Ayanna Lloyd Banwos Roman sehr schön geschrieben, vor allem die Natur spielt eine zentrale Rolle. Ich habe durch das Lesen wahnsinnig viel gelernt und neue Eindrücke bekommen. Einmal von dem Land Trinidad und auch von der Kultur der Rastafari. Der ganze Hintergrund der Charaktere fand ich sehr spannend, auch die kulturelle Geschichte hinter Yejides Familie. Dennoch muss ich sagen, dass mir die gesamte Geschichte ein bisschen zu flach geblieben ist. Das Aufeinandertreffen von Emmanuel und Yejide kam sehr spät und entwickelte sich dann fast schon ein bisschen zu schnell. Dennoch fand ich den Roman insgesamt spannend und emotional - ein Einblick in eine Welt, die ich so noch nicht kannte!
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Author Description
Ayanna Lloyd Banwo, geboren 1980 in Trinidad, promoviert an der University of East Anglia in Creative and Critical Writing. Bisher erschienen vor allem Kurzgeschichten in verschiedenen Publikationen. ›Als wir Vögel waren‹ ist Banwos erster Roman; sie lebt in London.
Posts
‘When we were birds’ is a truly captivating tale about Trinidad, exploring the deep bond with our ancestors. It’s a story that spans time, passed down from generation to generation, full of sensitivity, mystery and a vibrant mix of bright and dark moments. It centres on two people from different walks of life, showing us the intricate nature of their relationships. As a non-English speaker, the writing style was a bit tricky for me, sometimes feeling a bit choppy, possibly because of the Trinidad slang. But even with this, the real Trinidadian English really brings the story to life, adding a touch of Caribbean folklore. The story starts off strong, then takes a bit of a dip in the middle, but picks up again at the end, leaving us with a satisfying and haunting conclusion. I really enjoyed reading the book because it was something completely new and an unexpected story.

Besonderes und mysteriöses Buch über Trinidad
"Als wir Vögel waren" von Ayanna Lloyd Banwo ist ein ungewöhnliches Buch. Es spielt in Trinidad und handelt von Darwin, einem Rastafari, der aufgrund seiner Religion die Toten meidet aber als einzigen Job eine Arbeit auf dem Friedhof bekommt und von Yeijide, deren Familie von jeher an der Schwelle zwischen Tod und Leben wacht und die dieses Erbe von ihrer Mutter erbt. Das Buch ist seltsam, fremd und mysteriös, einfach eine sehr andere Welt zwischen Realität und Traum geschrieben in einer schönen Sprache. Schön zu lesen.
Poetisch, spirituell, langsam
„Als wir Vögel waren“ von Ayanna Lloyd Banwo, ein poetisches und literarisch gehaltvolles Buch, welches mich leider nicht abholen konnte. Rezensionsexemplar: @diogenesverlag Emmanuel und Yejide, zwei junge Menschen die sich im Treiben der Stadt Port Angeles in Trinidad über den Weg laufen. Er, der seine Mutter verlassen hat, um in die Großstadt zu gehen und Geld zu verdienen und sie, die durch den Tod ihrer Mutter deren besondere Rolle und Stellung in der Familie übernehmen muss. Emmanuel arbeitet auf dem Friedhof, eine Arbeit, die seinen Werten bzw. den seiner Mutter widerspricht. Er tut sich schwer, noch mehr, als er erfährt, was seine Arbeitskollegen abseits der geordneten Wege alles tun. Als er das erste Mal Yejide trifft, glaubt er zunächst an einen Geist. Und so beginnt eine Liebesgeschichte. Wie Eingangs bereits erwähnt ist „Als wir Vögel waren“ eine sprachlich recht verspielte Geschichte, der Text ist zum Teil spirituell. Der Umgang sowie die Einstellung zum Tod und kulturelle Gegebenheiten erfüllen die Gedanken der beiden Protagonist.innen und spiegeln sich in einer recht bildhaften Sprache wieder. Ich würde es nicht als Pathos bezeichnen, aber der Stil ist eben das: poetisch. Und Poesie ist leider so gar nicht meines. Der Roman hat sich dadurch für mich irrsinnig in die Länge gezogen und hat mir ein wenig die Lust am Inhalt genommen. Es hat mir einiges an Konzentration abverlangt, ich habe das Buch nur stückchenweise gelesen. Das ist schade, denn war ich mal drin, hat die Geschichte schon Spaß gemacht – aber eben nur relativ kurz. Ich lese nun mal sehr gerne Texte am Punkt und dieser hier ist das Gegenteil davon. Das Buch ist etwas für alle jene, die sich sehr gerne von Worten mal hierhin mal dorthin treiben lassen. Eher weniger für Leser.innen, die eine direkte und die Geschichte vorantreibende Sprache bevorzugen.

Ein schönes und spannendes Buch für zwischendurch.
Wirklich hohe Erwartungen hatte ich an das Buch nicht. Ich mochte das Cover und Format sehr. Der Klappentext hat mich auch angesprochen jedoch etwas fehlgeleitet bzgl. des Inhalts. Der Schreibstil war fesselnd und wirklich schön. Mir haben die Protagonisten sehr gut gefallen und wie sich die beiden Geschichten langsam ineinander verflochten haben. Teilweise war ich verwirrt von der Handlung aber alles in allem war es wirklich eine tolle Geschichte, die ich weiterempfehlen kann.
Poetische Geschichte mit einigen Längen
Es ist eine Geschichte über zwei Außenseiter, welche uns nach Trinidad führt. Emmanuel verlässt das sichere Haus seiner Mutter, um gegen ihren Willen in die Stadt zu gehen. Es ist für ihn die einzige Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Auch wenn er sich als Totengräber gegen seinen Glauben stellt. In Yejides Familie hat die Älteste der Frauen eine besondere Verbindung zu den Toten. Können sie spüren. Nun liegt Yejides Mutter im Sterben und das Erbe wird auf sie als Tochter übergehen. Es gab vieles, was mir sehr gut an dem Buch gefallen hat. Die sanfte Liebesgeschichte zwischen den beiden sich ergänzenden Charakteren. Emmanuel, der voller Leben ist, und Yejide, in deren Leben immer auch die Vergänglichkeit und die Verstorbenen Teil hatten. Ich mag, dass wir erst die Figuren kennenlernen und die Liebesgeschichte sich erst aufbaut und als natürliche Konsequenz ihrer beiden Persönlichkeiten entwickelt. Es sind beides starke Figuren, die sich auf Augenhöhe begegnen. Die Welt von Trinidad wird sehr nah und erlebbar aufgespannt. Die Beschreibungen sind so schön wie das Cover. Die Sprache ist sehr poetisch. Für mein Empfinden gibt es aber einige zu langatmige Beschreibungen. Das Mystische nimmt einen größeren Teil als erwartet ein, was mich nicht abgeholt hat. Mein Lesefluss ist leider öfter ins Stocken geraten. Die Handlung plätschert teilweise vor sich hin, ohne dass es viel Handlung gibt. Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, wenn man sanfte Geschichten mit schöner, blumiger Sprache mag und auch offen für magische Elemente in der Geschichte ist.
ALS WIR VÖGEL WAREN Ayanna Lloyd Banwo Yejide lebt im Haus der Toten. Seit ihre Mutter gestorben ist, kann sie alle sehen - und es gibt viele von ihnen. Diese Gabe geht seit vielen Generationen von der Mutter auf die Tochter über. Schon als sie klein war, erzählte ihr die geliebte Großmutter alle Geschichten über die Ahnen. David ist Rastafari. Er bricht sein Gelübde, indem er seine Rasta-Haarpracht abschneidet und einen Job als Totengräber annimmt. Der Glaube verbietet ihm, mit Toten zu arbeiten. Jedoch war er viel zu lange arbeitslos, und da er seine Mutter unterstützen muss, blieb ihm nichts anderes übrig, als den Job auf dem größten Friedhof in Port Angeles anzunehmen. Die Arbeit auf dem Friedhof, ein Ort voller Knochen, fällt ihm schwer. Yejide und David lernen sich auf dem Friedhof kennen. Sie wissen beide sofort, dass sie füreinander bestimmt sind. Wer jetzt denkt, dass es sich um eine ganz gewöhnliche Liebesgeschichte handelt, liegt falsch, denn es geht hier um Leben und Tod. Als wir Vögel waren, ist ein anderes Buch. Ich habe kein Buch, mit dem ich es vergleichen könnte. Die Autorin lässt Yejida und David abwechselnd zu Wort kommen, dabei bedient sich Lloyd Banwo mit zwei völlig unterschiedlichen Schreibstilen: David seiner ist nüchtern und klar, der von Yejida ist blumig und bunt - ich habe noch nie so wunderschöne Beschreibungen von Dingen gehört. Viele Passagen musste ich mehrmals lesen und bin mir noch immer nicht ganz sicher, ob ich alles verstanden habe. Ein Roman voller Mythen, Geister, lebende Tote, Blumen, Falter, Vögel, kurzgesagt: kunterbunt. Ich habe den Roman gerne gelesen, aber er zieht nicht in meine Highlights ein. Wie hat meine liebe Budyread-Partnerin @ninis so schön gesagt: „Es ist kein Pageturner, aber man pustet die Seiten einfach nur so um.“ Genau so war es. Liebe Nini, mal wieder ein ganz liebes Dankeschön für den großartigen Austausch <3 Leseempfehlung für diejenigen, die Mythen und sagenumwobene Bücher schätzen.

„Als wir Vögel waren“ von Ayanna Lloyd Banwo ist ein mystisch durchwirkter Debütroman, der in der atmosphärischen Kulisse Trinidads angesiedelt ist. Die Geschichte dreht sich um Emmanuel Darwin und Yejide, zwei Seelen, die durch Schicksal und spirituelle Last verbunden sind. Emmanuel, der als Rastafari und gläubiger junger Mann gezwungen ist, entgegen seiner Glaubensprinzipien als Totengräber zu arbeiten, trifft auf dem Friedhof auf Yejide, die eine magische Gabe von ihrer Mutter geerbt hat: die Fähigkeit, mit den Toten zu sprechen. Ihre Wege kreuzen sich, und bald entfaltet sich zwischen ihnen eine Liebe, die in einer magischen und zugleich düsteren Welt verwurzelt ist. Banwo gelingt es, ein einzigartiges Setting zu schaffen, das von karibischen Mythen, mystischen Familiengeheimnissen und Glaubensvorstellungen geprägt ist. Diese Kulisse verleiht dem Roman eine ganz besondere Atmosphäre, die teils exotisch und teils vertraut wirkt. Die Autorin lässt uns tief in das Leben und die Traditionen Trinidads eintauchen und webt zugleich eine Geschichte, die die universellen Themen von Leben, Tod, Liebe und Verlust berührt. Banwos poetische Sprache und die lebendigen Beschreibungen machen die Insel Trinidad in all ihren Facetten spürbar. Die Stärke des Romans liegt in der Magie und den spirituellen Elementen, die in die Handlung eingewoben sind und eine Brücke zwischen Realität und Mystik schlagen. So wird die Geschichte zu einem leisen, beinahe meditativen Erzählfluss, der viel Raum für Interpretationen lässt. Die Mythen und Sagen, die vor allem durch Yejides Familiengeschichte lebendig werden, sind spannend und verleihen dem Roman eine gewisse Tiefe. Dennoch verlaufen manche Handlungsstränge ins Leere, und die oft ausschweifende Sprache führt dazu, dass der rote Faden der Erzählung stellenweise verloren geht. Der Wechsel zwischen Emmanuels und Yejides Perspektiven bringt sowohl ihre inneren Konflikte als auch ihre verschiedenen sozialen und kulturellen Welten ans Licht. Obwohl die Figuren interessante Hintergrundgeschichten und eine emotionale Tiefe besitzen, wirken sie stellenweise dennoch blass, da der poetisch-verspielte, oft langatmige Stil die Nähe zu den Charakteren erschwert. „Als wir Vögel waren“ besticht durch seine ungewöhnliche, magische Atmosphäre, doch die vielen sprachlichen und erzählerischen Abschweifungen haben mir das Eintauchen in die Geschichte erschwert. Für Leser*innen, die sich für ruhige, spirituell geprägte Erzählungen interessieren, ist dieser Roman aber sicherlich ein lohnender Lesegenuss, der in eine Welt voller Magie und Geheimnisse entführt. Aus dem Englischen von Michaela Grabinger.

This is one of those books which I had no idea where the story would go. Starting it I almost put it down because of the patois style writing but in the end that was what sealed the book for me. Short, sweet and very interesting story. I enjoyed reading the different perspectives and in the end the characters were endearing. It’s one of those books where a follow up book wouldn’t be a bad idea. 10/10 would recommend.
3,5 Sterne Darwin, auf der Suche nach seinem Vater, hat seine Mutter im Haus zurückgelassen, findet nach langer Suche einen Job als Totengräber. Nicht der optimale Job für ihn und ein absolutes No-Go für die Werte seiner Mutter, aber ein Job, der Geld bringt. Die große Stadt und die Nebengeschäfte der Kollegen bringen ihn an seine Grenzen. Yejide’s wächst in einem Mehrgenerationenhaus auf. Liebt die alten Geschichten der Großmutter über Leben und Tod. Als ihre Mutter stirbt und hört sie die Stimmen der Toten und eine Einführung ins Familiengeheimnis beginnt. Yejide und Darwin, das sind die beiden Figuren, um die sich die Geschichte hier dreht. Im bunten und teilweise gefährlichen Treiben der Stadt Port Angeles in Trinidad kreuzen sie ihren Weg und es entsteht eine besondere Begegnung, eine Liebesgeschichte, die schicksalhaft zu sein scheint. Die Geschichte wird abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt und lässt so kleinen Spielraum die beiden kennenzulernen, dennoch kommt aufgrund dieses rudimentären Zugangs zu ihnen, der teils esoterisch angehauchten und langsamen Erzählweise, keine große Handlung rum. Die bildhafte Sprache im Roman hat mich persönlich sehr angesprochen und abgeholt. Gesamt gesehen war es ein nettes Buch für zwischendurch, dessen spiritueller Anteil mir etwas zu viel war, auch wenn ich von Beginn an darüber Bescheid wusste. Wer Geschichten mit einem Ticken an Poesie und Mystik, gepaart mit einer Liebesgeschichte oder dem Thema „Spiritueller Umgang mit dem Tod“ mag, wird mit dieser Lektüre sicherlich gut beraten sein und eine Freude haben, und denjenigen möchte ich es auch gerne empfehlen.

Mit diesem Buch bin ich aus meiner Fantasy-/Romance Bubble ausgebrochen. 🙈 Es ist eine Liebesgeschichte, aber die Liebe ost nicht das Hauptthema in diesem Buch, es geht eher um den Tod, das Leben und eine uralte Familiengeschichte bzw. Familiengabe, je nach dem, wie man es betrachtet.🙈 Trotz der mystischen Elemente in diesem Buch, wirkt die schicksalshafte Begegnung und die darauffolgende Liebesgeschichte der zwei Menschen, die in den Traditionen ihrer Familie feststecken, keines Falls aufgesetzt. Es passt in das Bild, das dieses Buch im Geiste des Lesers malen will. Ich fand das Buch gut, aber ich kann keine explizite Leseempfehlung ausstellen, einfach weil ich glaube, dass nicht jeder mit der Thematik und Komplexität dieses Buch zurecht kommen würde.
Als wir Vögel waren ist eine wortgewaltige, mystische Liebesgeschichte zwischen Yejide und Darwin. Ich habe tatsächlich etwa 1/3 des Buches benötigt, um in die Sprache und Geschichte einzutauchen und die vielen verschiedenen Personen zuordnen zu können - dann hat mich das Buch gepackt. Die mysteriösen Vorkommnisse auf den Friedhof Fidelis, dem Arbeitsplatz von Darwin und das Familienerbe Yejide runden ein für mich empfehlenswertes Buch ab, welches einem selbst noch einmal einen neuen Blick auf das Leben schenkt.
Wenn man sich in den Dschungel Trinidads, mit all seinen bunten Farben und in eine Geschichte mit einer guten Mischung aus vorbestimmter Liebe, Mythologie, Spiritualitat, Selbstfindung und Spannung, in welcher das Thema Tod im Mittelpunkt steht, verlieren will, ist dieser Debütroman genau das Richtige.
Während eine mythische Schöpfungsgeschichte zum fiktiven Port Angeles den Anfang macht, begleitet man im ersten Teil des Buches zunächst die getrennten Wege von Yejide und Darwin. Darwin - ein Rastafari, der den Tod nie sehen soll, muss entgegen seiner religiösen Einstellung einen Job auf dem jahrhundertealten Friedhof Fidelis annehmen. Yejide stammt aus einer spirituellen Familie, dessen Erbe - mit den Toten zu kommunizieren, sie nach dem Tod ihrer Mutter antreten muss. Nach einer mystischen Begegnung der beiden, treffen sie dann tatsachlich aufeinander. Ich selber hatte beim Lesen so einige Vermutungen, welche letztendlich eingetreten sind. Somit kann ich sagen, dass die Geschichte doch etwas vorhersehbar war. Trotz dessen hat mich das Buch gefesselt. Die jeweiligen Kapitel der beiden unterscheiden sich enorm in ihrem Schreibstil. Darwins Kapitel sind recht einfach und eher in Umgangssprache geschrieben. Seine Ankunft in Port Angeles bzw. viel mehr die Stadt und das dortige Treiben sind so unfassbar gut beschrieben, sodass man bildlich direkt vor Ort ist. Yejides Sicht hingegen ist voll von Metaphern und sagenhaften Beschreibungen. Das macht die Kapitel zwar etwas mühsamer zu lesen, aber einfach auch unfassbar faszinierend. Insbesondere DIE Liebesszene war überragend. Letztendlich hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen, auch wenn am Ende noch ein, zwei Fragen für mich offen blieben.

Mystisch und voller Farben
Als wir Vögel waren“ ist Ayanna Lloyd Banwo‘s Debütroman. Die Autorin verzaubert den Leser mit einer ergreifenden und mystischen Geschichte in Trinidad. Der junge Rastafari Emmanuel hat sein Zuhause verlassen, um in Fidelis, einem jahrhunderte alten Friedhof in Port Angeles zu arbeiten. Seine Mutter kann durch ihre Schmerzen nicht mehr viel arbeiten und das Geld fehlt. Sein Vater ist vor Jahren in diese Stadt gegangen und nie mehr zurück gekommen. Emmanuel’s Mutter tobt und allein der Gedanke ihren Sohn an diese Stadt zu verlieren ist schlimm, auch die Aussicht, dass er auf einem Friedhof arbeiten möchte passt nicht zu ihren Ansichten und ihrem Glauben - die Toten soll man meiden. Emmanuel, genannt Darwin rasiert seine Dreadlocks ab und verwandelt sich äußerlich. Innerlich bleibt er ein positiver, guter Mensch, jedoch bereitet ihm die Arbeit mit seinen Kollegen und dem zwielichtigen Chef starkes Unbehagen. Auch passieren seltsame Dinge in Fidelis und Darwin kann dies nicht einordnen. Währenddessen wartet Yejide darauf, zu ihrer im Sterben liegenden Mutter Petronella gerufen zu werden. Auf dem Berg, um das verwinkelte Haus zieht ein Sturm auf, alle Fenster sind geöffnet und Blätter, Regen und Wind dringen in das Zimmer der sterbenden Frau. Petronella möchte zu ihrer toten, geliebten Zwillingsschwester Geraldine gehen.Jedoch muss sie vorher ihre Tochter rufen, damit es auf Yejide übergeht. Nur was genau ist es? Geraldine hat schon früh versucht Petronella davon zu überzeugen, es ihrer Tochter beizubringen. Und doch hat diese sich stets geweigert. Die Menschen unten am Berg und in der Stadt haben Angst vor dem Sterben. Die Frauen auf dem Berg, sorgen ihr ganzes Leben dafür, dass man den Tod nicht fürchten muss. Yejide hatte ein herzliches Verhältnis zu ihrer Granny Catherine und doch hat auch diese kurz vor ihrem Tod nur ihre Tochter zu sich gerufen. Mystisch und geheimnisvoll wird der Leser in eine andere Welt gezogen. Darwin meidet normalerweise die Toten und deren Seelen, Yejide kommuniziert mit dem Tod. Die beiden Protagonisten treffen sich auf ungewöhnliche Weise auf dem Friedhof und verlieben sich. Darwin ist das Leben für Yejide und andersherum. Die Autorin schreibt einen mystischen Roman über die Liebenden, das Schicksal, die Lebenden, die Toten und die Seelen dazwischen. Flüssig und mit einem besonderen Schreibstil zieht die Autorin die LeserIn in ihren Bann. Kulturelle Unterschiede, Armut, Kriminalität und Mythen werden unbeschönigt dem Leser vorgelegt. Trinidad und vor allem der alte Friedhof werden bildlich dargestellt. Die Protagonisten sind authentisch und sehr intensiv beschrieben. Ayanna Lloyd Banwo hat mit ihrem Debütroman ein Highlight für alle Geister- und Mythenfreunde geschrieben. Ein Lesehighlight mit 5 Sternen.
'Als wir Vögel waren' beschreibt die große Veränderungen in den Leben von Darwin und Yejide in einem erdachten Trinidad und ihre jeweiligen Verstrickungen mit dem Tod. Kann der Tod eine Verbindung im Leben darstellen? Sehr matephernreich und poetisch beschreibt die Autorin Ayanna Lloyd Banwo in einem angenehmen Rhythmus die Leben von Darwin und Yejide. Abwechselnd aus der jeweiligen Sicht der beiden Protagonisten, baut sich die Erzählung hauptsächlich durch Eindrücke, Erinnerung und vor allem mit den damit verbunden Gefühlen auf. Die Erzählweise hat bei mir für eine direkte und tiefe Verbindung zu den Charakteren gesorgt und hat dadurch stark miterleben und mitfühlen lassen. Dabei erhält man nicht nur Einblicke in die Wesen der beiden, sondern auch zu verschiedenen Glaubensrichtungen und besonders zur Art und Weise mit dem Tod umzugehen. Die düstere Atmosphäre der Stadt und der Totengräber, mit denen Darwin arbeitet, wird mit mythischen Geschichten, übersinnlichen Erfahrungen und poetischen Gefühlen zu einer magisch-realistischen mitreißenden Erzählung verwoben. Durch die starke Verbindung mit Darwin und Yejide erlebt man auch ihr Zusammentreffen wie im Auge des Orkan. Die Schicksalshaftigkeit der Begegnung und die Anziehung ist perfekt in das mythische Setting eingearbeitet und lässt tief mitfühlen. 'Als wir Vögel waren' lässt vorhandener Mythologie aus der Kultur Trinidads mit neuer wiederauferstehen und benutzt dabei eine ganz eigene, gefühlvolle und wunderbar magische Art der Erzählung. Es war eine intensive Leseerfahrung für mich und ich freue mich, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, dieses Buch zu rezensieren. Eine klare Leseempfehlung von mir! Das Rezensionsexemplar zu #AlswirVögelwaren gab es von #NetGalleyDE, zusammen mit dem Diogenes Verlag. Dadurch wurde meine Meinung nicht beeinflusst.
»Als wir Vögel waren« ist das Debüt der trinidadischen, in London lebenden Schriftstellerin Ayanna Lloyd Banwo, übersetzt aus dem Trinidad-kreolischen Englisch von Michaela Grabungen. (Auf die Eigenheiten dieses Dialekts wurde in der deutschen Übersetzung verzichtet.) Die Handlungen diese mystische Liebesgeschichte spielt sich in der fiktiven Stadt Port Angeles (die an Port of Spain erinnert) auf der karibischen Insel Trinidad ab und ist um eine mystischen Sage um die Corbeaux aufgebaut. Die beiden Protagonisten - aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd erzählt wird - kommen aus sehr unterschiedlichen Gesellschaftsklassen: Yejide wächst in einem wohlhabenden, altehrwürdigen Matriarchat auf, bei dem sich die Macht und (spirituelle) Gabe mit dem Tod der bisherigen Mutter weitervererbt wird. Ihre Gabe und Aufgabe besteht darin, mit den Toten zu kommunizieren und diesen zu helfen, ihren Frieden zu finden. Rastaman Darwin darf sich aufgrund seines Glaubens, keinen Toten nähern, aber muss aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage, den vom Jobcenter angebotenen Job als Friedhofsgärtner und Totengräber auf dem alten Friedhof Fidelis annehmen. Was passiert also, wenn ein Totengräber und eine Frau, die den Toten hilft, aufeinander treffen? Well … eine ganze Menge! Die Entwicklungen der beiden Protagonist:innen möchte ich an dieser Stelle auf keinen Fall vorwegnehmen. »And maybe this is what it mean to be a man. Doing the things you never think you would have to do, making hard choice when the only thing in front you is hard choices.« Darwin Die Autorin hat ein sehr eindringliches, atmosphärisches und bildhaftes Debüt geschrieben, das Realität und Mystik verschwimmen lässt. Es greift verschiedene Themen wie magischen Realismus, Traditionen, Liebe, Selbstbestimmung, Familie und Mutter-Kind-Beziehungen auf. Da das Buch am Anfang zu großen Teilen aus der Sicht und Gedankenwelt von Darwin besteht, hatte ich das Gefühl Yejide weniger kennengelernt zu haben und insbesondere als eigenständigen Charakter unabhängig von ihrer Mutter, Tante und Großmutter. Auch das Erzähltempo steigert sich deutlich zum Ende des Buches #showdown und das Ende (inkl. Kirimi-Subplot) war mir zu plötzlich und unerwähnt. Insgesamt hätte ich mir zudem eine weniger idealisierte Liebesgeschichte gewünscht. Insgesamt bin ich etwas unschlüssig, da ich das Setting in der trinidadischen Kultur und Tradition sehr spannend finde, die Umsetzung mich aber inhaltlich nicht ganz überzeugen konnte. So oder so bin ich aber sehr gespannt auf alles Weitere, was von Ayanna Banwo kommt.

„Als wir Vögel waren“ ist ein Roman, der in der Welt der Lebenden und der Toten auf Trinidad spielt. Es geht um Liebe und darum, wie sehr die Vorfahren unser Leben bestimmen können. Vom ersten Satz an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich fühlte die Spannung mit Yejide auf dem Schoß ihrer Großmutter und die innere Zerrissenheit Emmanuels, der sich von allem abwenden musste, als er sich dafür entschied, den einzig verfügbaren Job anzunehmen. „Als wir Vögel waren“ beginnt wie ein Märchen und baut immer wieder Elemente ein, die die tiefe Verbindung zwischen der Welt der Geister und der Lebenden deutlich machen. Die beiden Hauptcharaktere sind Gefangene in ihren Traditionen und sowohl Yejide als auch Emmanuel haben einen inneren Befreiungskampf auszufechten ohne sich selbst dabei verlieren zu wollen. Ayanna Lloyd Banwo nutzt die Landschaft und das Wetter, um die Geschehnisse und die Gefühle zu verstärken. Es zieht ein Sturm auf, als Yejides Mutter stirbt. Ein Sturm ist auch das, was in Yejide tobt, sie muss sich entscheiden. Dadurch wird die Geschichte noch dichter und die Gefühle noch greifbarer. Gleichzeitig kommt durch die illegalen Geschäfte auf dem Friedhof eine ganz reale Spannung in das Buch. Beim Lesen spürt man die Spannung, die in der Luft liegt, man möchte den Atem anhalten und hofft, dass es gut ausgeht. Ein Buch auf mehreren Ebenen gut erzählt, das ist es. Auch habe ich mehr über die Rastafari gelernt, über die ich vorher einfach kaum etwas wusste. „Als wir Vögel waren“ erzählt eine magische Geschichte, es hat etwas von Magie und gleichzeitig erzählt es die Geschichte von zwei jungen Menschen, die ihren eigenen Platz im Leben suchen, die unabhängig sein möchten, ohne dabei ihrer Familie zu entsagen. Ich habe das Buch unglaublich gerne gelesen, erinnerte es mich ein wenig an die Geschichten und die Art wie Gabriel García Márquez seine Geschichten ausbreitete. Es ist im Hier und Jetzt und gleichzeitig auch woanders. Ein ganz wunderbares Buch!
Ein Einblick in eine andere WeltAls Wir Vögel Waren erzählt eigentlich zwei parallel stattfindende Geschichten in Trinidad. Auf der einen Seite ist da Emmanuel, ein junger Rastafari. Sein ganzes Leben lang haben seine Mutter und er aufgrund seiner Herkunft und Religion nicht dazugehört. Sein Vater hat die Familie verlassen, als er noch ein Kind war, hat sich auf den Weg in die Stadt Port Angeles gemacht. Als Emmanuel sich dazu entscheidet seiner altersschwachen Mutter zu helfen, lässt er auch sein altes Leben hinter sich, um in der Stadt neu anzufangen - als Darwin. Er beginnt einen Job als Friedhofsgärtner auf dem großen Friedhof in der Stadt und macht sich auf die Suche nach seinem Vater. Auf der anderen Seite lernen wir Yejide kennen, eine junge Frau, deren Mutter im Sterben liegt. Yejide übernimmt mit ihren Tod ein lebenslanges Vermächtnis, das an jede Frau in der Familie übergeben wird - sie kann mit den Toten kommunizieren. Irgendwann treffen die beiden aufeinander, und eine dritte gemeinsame Geschichte entwickelt sich. Ich fand Ayanna Lloyd Banwos Roman sehr schön geschrieben, vor allem die Natur spielt eine zentrale Rolle. Ich habe durch das Lesen wahnsinnig viel gelernt und neue Eindrücke bekommen. Einmal von dem Land Trinidad und auch von der Kultur der Rastafari. Der ganze Hintergrund der Charaktere fand ich sehr spannend, auch die kulturelle Geschichte hinter Yejides Familie. Dennoch muss ich sagen, dass mir die gesamte Geschichte ein bisschen zu flach geblieben ist. Das Aufeinandertreffen von Emmanuel und Yejide kam sehr spät und entwickelte sich dann fast schon ein bisschen zu schnell. Dennoch fand ich den Roman insgesamt spannend und emotional - ein Einblick in eine Welt, die ich so noch nicht kannte!























