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Gestalten der Tiefe

3.7(494)
Language
German
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About the book

Meeresbiologin Leah sinkt bei einer Forschungsreise im U-Boot mit ihrem Team auf den Ozeanboden ab und bleibt nach dem Unfall sechs Monate lang verschollen. Als Leah wieder nach Hause kommt, ist ihre Frau Miri überglücklich. Doch schnell wird Miri klar, dass Leah sich verändert hat. Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt: Leahs Stimme in Form eines Tagebuchs, das sie während des Tiefseetauchgangs geführt hat; und die Stimme von Miri, die Leah nach ihrer Rückkehr beobachtet und kaum noch erkennt. Die Geschichte reist mit Leah und dem U-Boot durch die Vergangenheit, die fehlenden sechs Monate und die vertikalen Zonen des Ozeans (Sonnenlicht, Dämmerung, Mitternacht, Abyssal, Hadal). Miri verfolgt an Land, wie sich ihre Beziehung wegen des Unfalls in der Tiefe in der Gegenwart verändert. Angesichts der langen Zeit des Schweigens wäre es selbst unter den besten Umständen nicht einfach, dort weiterzumachen, wo sie beide als Paar aufgehört haben; aber auch Leah hat sich in grundlegender Weise verändert, und Miri ist gezwungen, sich einer neuen Realität zu stellen. In der Geschichte gibt es einige Momente blanken Horrors. Diese Elemente halten den Roman in Bewegung. Doch die Essenz des Romans fühlt sich größer an: Sie ist eine Art Orpheus-Geschichte über Verwandlung und Rückkehr, ein Anliegen der Autorin, das durch ein Zitat aus Moby-Dick beschrieben wird. Armfield greift auf kollektive und archaische Ängste des Menschen zurück: das Meer, aber auch der Weltraum, andere Menschen, Gott, Wahnsinn, das Unbewusste (unsere „versunkenen Gedanken“) und Demenz. Das Unbekannte wird als körperliche Idee verkörpert, das U-Boot oder Miris und Leahs Wohnung, welche - umgeben von einer dahin plätschernden Dunkelheit - unheimlich und unergründlich erscheint. Wie in ihren Erzählungen (Salt Slow) gelingt es Armfield hervorragend, die Beziehung der Frauen darzustellen: die Verleumdung aus Selbstschutz, die zarten Empfindungen, Rituale, Wut und Trauer um entschwundene Freuden – all die kleinen Momente, aus denen eine innige und dauerhafte Liebe besteht.

Editions (2)

ISBN9783905574388
PublisherKommode
Publication Date09/02/24
Pages245

Characteristics

1 reviews

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Reviews & Ratings

494 ratings

112 reviews

3.7

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  • annareads
    annareads

    144 Followers

    5.0

    Unter dem Meer … wo die Aquaphobie hart kickt 🫣

    Als die Meeresbiologin Leah nach einer monatelang verschollenen Tiefseeexpedition endlich nach Hause zurückkehrt, erkennt ihre Ehefrau Miri den Menschen, den sie sehnsüchtig in die Arme schließt, nicht mehr wieder. Während Leah von den rätselhaften Ereignissen in den dunklen Tiefen des Ozeans eingeholt wird, versucht Miri verzweifelt, an ihrem gemeinsamen Leben festzuhalten. Doch je mehr Zeit vergeht, desto deutlicher wird, dass manche Erfahrungen einen Menschen für immer verändern – und dass nicht alles, was aus der Tiefe zurückkehrt, sich auch an die Oberfläche zurückholen lässt… ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich bin fix und fertig… safe to say, I wasn‘t ready for this kind of book 🥺 Wer wie ich zwar keine klassische Aquaphobie hat, aber großen Respekt vor der Gewalt und der Tiefe unserer Ozeane, wird mit "Our Wives Under The Sea" zu kämpfen haben… Ähnlich wie in TJR‘s "Atmosphere" wurde ich hier mit einer sehr primitiven Angstvorstellung konfrontiert: dem Ertrinken. Aber nicht das "schnelle" 'ich schwimme zu weit raus, bekomme 'nen Krampf oder werde von 'ner Strömung erwischt'-Ertrinken, nein… Let me paint you a Picture: Wir lesen über das Horror-Szenario in einem technisch defekten U-Boot auf den Grund des Meeres zu sinken - SO tief, dass ein Verlassen des U-Bootes zu einer sofortigen Dekompressionsexplosion des menschlichen Körpers führen würde - ohne jegliche Kontaktmöglichkeit zur Oberfläche und der geringen Hoffnung von Rettungstrupps gefunden zu werden, monatelang in fast vollständiger Dunkelheit auf engstem Raum ausharren zu müssen, mit zwei weiteren Menschen, deren Psyche genauso wie die eigene nach wochenlanger Isolation immer instabiler und unberechenbarer wird, in stetiger Angst, dass das lebenserhaltende menschengeschaffene Konstrukt um einen herum jeden Moment unter dem enormen Druck der Tiefe nachgeben oder der Sauerstoff ausgehen könnte… Ich will inhaltlich gar nicht so viel verraten, weil das schrecklich viel von der Leseatmosphäre nehmen würde, vielleicht nur so viel: Es war, als wenn man ein Tagebuch über die Zeit einer furchtbaren Katastrophe lesen würde - mit Einblicken in die innersten, abgründigsten menschlichen Gedanken und Gefühle mit zentralen Themen, wie * Liebe und der Schmerz, einen geliebten Menschen zu verlieren, obwohl er noch da ist * Trauer, Loslassen und Abschied * Körperliche und psychische Transformation * Einsamkeit und die Grenzen gegenseitigen Verstehens * die Faszination und das Grauen der Tiefsee als Sinnbild für das Unbekannte. Auf psychischer Ebene war das Buch wirklich unerträglich für mich 🫣 Aber was für ein großartiges Buch es war… bei all meinem Leiden kann ich nicht ignorieren, wie fantastisch der Schreibstil ist! Es war die leiseste, beklemmendste Art von Horror, die dieses Genre vermutlich zulässt, aber es war so surreal/realistisch perfekt - und damit auf jeden Fall ein Highlight in diesem Jahr 💫 Große Empfehlung - aber bitte mit Durchhaltevermögen und Geduld für diesen besonderen Plot 🙏🏼

    Jul 10, 2026

  • literaeva
    literaeva

    231 Followers

    4.0

    surreal vs. realistisch

    Dieses Buch habe ich immer wieder auf Social Media gesehen und dann spontan in der Buchhandlung mitgenommen. Bücher mit Unterwasser-Themen kriegen mich einfach immer. In der Geschichte geht es um Leah, eine Meeresbiologin, und ihre Frau Miri. Nach einem langen Forschungseinsatz kehrt Leah zurück und beide müssen erst einmal wieder zueinanderfinden. Doch Leah verhält sich zunehmend fremd und irgendwie surreal, fast schon anderweltlich. Die Beziehung der beiden scheint sich dadurch immer mehr zu entzweihen. Nach und nach erfahren wir durch Leahs Tagebucheinträge kleine Bruchstücke davon, was während dieser Reise eigentlich passiert ist. Lange konnte ich nicht so genau einordnen, in welche Richtung dieses Buch geht. Bewegt es sich eher im Surrealismus oder doch im Realismus? Gerade diese Unklarheit hat für mich aber auch einen Teil des Reizes ausgemacht. Die Geschichte hat mich sehr bewegt und bringt meiner Meinung nach alles mit, was ein gutes Buchclub-Buch braucht, weil es viele Stellen gibt, über die man gemeinsam sprechen und unterschiedliche Interpretationen austauschen kann. Alles in allem hat mich die Sprache fasziniert und die Story magisch angezogen. Die Beziehung zwischen den beiden Frauen fand ich berührend, gleichzeitig aber auch stellenweise etwas distanziert, was jedoch gut zur Stimmung des Buches passt.

    surreal vs. realistisch

    Apr 17, 2026

  • oktoberkind
    oktoberkind

    126 Followers

    4.0

    “Gestalten der Tiefe” von Julia Armfield (ins Deutsche übersetzt von Hannah Pöhlmann) handelt von Miri und ihrer Frau Leah. Leah war als Meeresbiologin monatelang auf einer Tiefseeexpedition verschollen und als sie nach Hause zurück kehrt, ist sie psychisch (und physisch) verändert. Die Autorin erzählt die Gegenwart aus Miris Sicht, die nach monatelanger Ungewissheit nicht damit zurecht kommt, dass Leah nicht mehr die selbe ist wie vorher und das, was während der Expedition geschah, in der Vergangenheit aus Leahs Sicht. Beides zusammen ergibt ein wunderschönes, skurilles Panorama über Entfremdung, Veränderung, Ängste und Liebe, auf das man sich einlassen muss und das von stimmungsvollen Bildern lebt. Weird Girl Fiction meets Body Horror - toll! Allerdings finde ich die Übersetzung an einigen Stellen hakelig, wenn bspw. Währung, Notrufnummern etc. “mitübersetzt” werden und aus dem britischen in ein deutsches Setting übertragen werde. Das hat man vielleicht in den 90ern noch so gemacht, aber hier hat es oft den Lesefluss gestört sowie mein ”Vertrauen” in die deutsche Auflage, sodass ich im Original nachschlagen musste, was dort ursprünglich stand. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

    May 6, 2026

3 of 112 reviews

SocialReads

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Glad to read im not the only one killing orchid after orchid 😅

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Author

About Julia Armfield

Julia Armfield wurde 1990 in London geboren. Sie schreibt Belletristik und gelegentlich Theaterstücke. Sie hat einen Master in viktorianischer Kunst und Literatur von der Royal Holloway University. 2019 war Julia Armfield auf der Shortlist für den Sunday Times Young Writer of the Year. Sie wurde für den Moth Short Story Prize 2017 ausgezeichnet, stand auf der Longlist für den Deborah Rogers Award 2018 und gewann den White Review Short Story Prize 2018. Ihr erstes Buch, salt slow, ist eine Sammlung von Erzählungen über den Körper und das Körperliche, in denen sie die Haut und Knochen ihrer Figuren durch ihre Erfahrungen mit Isolation, Besessenheit und Liebe abbildet. Sie wurde 2020 mit dem Pushcart Prize ausgezeichnet. Gestalten der Tiefe (Original Our Wives Under The Sea) war 2022 in der engeren Auswahl für den Foyles Fiction Book of the Year Award und 2023 für den Polari Book Prize. Die Autorin lebt und arbeitet in London.

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