Früchte des Zorns
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Description
Der Weg in eine vielversprechende Zukunft
»Ein Roman, der so dicht und dabei so schrecklich ist, daß man vor der unmenschlichen Dimension des steinbeckschen Werks erschaudert.« Stuttgarter Zeitung
Verarmte Landarbeiter finden in Oklahoma kein Auskommen mehr. Da hören sie vom gelobten Land Kalifornien und machen sich durch Hitze und Staub auf den Weg. Doch auch hier erfahren sie die Macht und Unterdrückung durch die Großgrundbesitzer.
John Steinbeck hat mit diesem Buch seinen literarischen Ruhm begründet. Das Echo in Amerika war bei der Veröffentlichung gewaltig: Gegenschriften wurden verfasst, Politiker und Erzbischöfe verdammten es, der Autor wurde als Volksverhetzer und Klassenkämpfer verurteilt - und als Stimme der Unterdrückten und Ausgebeuteten gefeiert.
Sein Roman, der auf ausführlichen Recherchen beruhte, wurde zur Basis von soziologischen Untersuchungen und diente als Vorlage für den gleichnamigen Film von John Ford. 1940 erhielt Steinbeck den Pulitzer-Preis, 1962 den Nobelpreis für Literatur.
Bitte beachten Sie auch unser Special zum 100. Geburtstag von John Steinbeck unter
www.john-steinbeck.de
Book Information
Author Description
John Ernst Steinbeck, amerikanischer Erzähler deutsch-irischer Abstammung, geboren am 27. Februar 1902 in Salinas, wuchs in Kalifornien auf. 1918-24 Studium der Naturwissenschaften an der Stanford University, Gelegenheitsarbeiter, danach freier Schriftsteller in Los Gatos bei Monterey. Im Zweiten Weltkrieg Kriegsberichterstatter, 1962 Nobelpreis für Literatur, gestorben am 20. Dezember 1968 in New York.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Der subversive Roman „Früchte des Zorns" (original: Grapes of Wrath) aus dem Jahr 1939 zählt zu den wichtigsten und bedeutendsten Werken der amerikanischen Literatur. Die gesamte Erzählung umfasst holistisch die damaligen gesellschaftlichen und soziologischen Probleme: Die „Great Depression“, die für die drastische Arbeitslosigkeit und die lamentable Armut in den 30er-Jahren steht. Die „Dust Bowl“, eine schwere landwirtschaftliche Katastrophe, die durch extreme Dürre und rudimentäre Bodenpflege verursacht wurde. Aufgrund dieser Kalamitäten zogen Hunderttausende auf der Suche nach Arbeit und in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den Westen - oft wurden diese Migranten abwertend als „Okies“ bezeichnet. Im Hypozentrum des Geschehens stehen die Joads; eine große Familie, die ihre Farm und ihr Habitat durch die oben genannten Widrigkeiten verliert und sich nach längerer Deliberation dazu entschließt, in einem alten, ausgebauten LKW gen Westen zu ziehen - in der Hoffnung, in Kalifornien Arbeit zu finden. Gemeinsam mit dem ehemaligen Prediger und alten Freund Jim Casy machen sie sich auf eine beschwerliche Reise. Im weiteren Verlauf verliert die Familie diverse Mitglieder - durch Tod oder selbstgewählte Flucht -, ihr Erspartes und ihren Optimismus. Sie entwickeln sich zu verarmten Wanderarbeitern, die in elenden Notunterkünften (Hoovervilles) residieren müssen. Der Protagonist Tom Joad entwickelt sich sukzessiv vom virilen, passiven Opfer zum agitierenden Aktivisten. Am Ende des Romans gibt die schwangere Tochter Rose of Sharon einem verhungernden Mann, welcher in einer überschwemmten und desolaten Gegend halb im Sterben liegt -, ihre Muttermilch und präsentiert dergestalt einen Akt der tiefsten Menschlichkeit. Dies ist ein allegorisches Symbol für die Solidarität und den Zusammenhalt, welche entstehen, wenn sich Menschen in Krisenzeiten zusammenfinden - die Würde und die Gerechtigkeit bleiben sakrosankt und unangetastet.

Wow – was habe ich hier verpasst (bis jetzt). Das Hörbuch, ganz wunderbar und eindringlich eingelesen von Erich Räuker
„Früchte des Zorns“ ist ein erschütternd gut gealterter Klassiker, der nichts von seiner Wucht verloren hat. Im Gegenteil: Beim Lesen drängen sich unweigerlich Parallelen zur Gegenwart auf. Landwirtschaft unter Preisdruck, Migration aus wirtschaftlicher Not, steigende Lebenshaltungskosten, eine immer größere Kluft zwischen Besitzenden und Besitzlosen – vieles wirkt erschreckend vertraut. Steinbecks Roman ist fest verankert im historischen Kontext der Weltwirtschaftskrise ab 1929. Der Zusammenbruch des langen US-Booms der 1920er-Jahre traf vor allem die Landwirtschaft: Überproduktion bei gleichzeitigem Preisverfall, keine steigende Nachfrage, schrumpfende Einkommen. Während Industrie und Banken rationalisierten, stagnierte die Beschäftigung. Löhne hielten nicht Schritt mit der Produktivität, Kaufkraft ging verloren – und genau das machte die Krise so zerstörerisch. Preise für Konsumgüter sanken kaum, Schulden blieben, Existenzen zerbrachen. Für viele Farmer bedeutete das: Vertreibung. Im Zentrum des Romans steht die Familie Joad – Großeltern, Eltern, Kinder, Schwiegersohn. Eine Familie unter vielen, ein exemplarisches Schicksal. Getrieben von der Hoffnung auf Arbeit und Würde ziehen sie nach Westen, Richtung Kalifornien, in das versprochene „goldene Land“. Doch dort wartet niemand auf sie. Was man dort ganz sicher nicht will, sind neue Siedler. Das Land ist verteilt unter Großgrundbesitzern, der Rest liegt brach – aus Kalkül, nicht aus Notwendigkeit. Diese permanente Spannung zwischen Hoffnung und Enttäuschung durchzieht das ganze Buch. Immer wieder flammt der Glaube auf, es könne doch noch gelingen, und ebenso regelmäßig wird er zerstört. Die äußere Not führt zur inneren Erosion: Die Familie zerfällt langsam, Menschen gehen verloren, sterben oder brechen weg – auch aus der Hoffnung heraus, allein vielleicht bessere Chancen zu haben. Steinbeck erzählt das nicht nur auf der persönlichen Ebene. Die berühmten Zwischenkapitel, diese fast dokumentarischen Einschübe, wirken wie eine Stimme aus dem Off. Sie ordnen das individuelle Leid in größere wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge ein: Mechanisierung, anonyme Banken als neue Macht, Entmenschlichung durch Systeme, die niemand mehr zu kontrollieren scheint. Gerade diese Struktur macht den Roman so stark – und so politisch. Was „Früchte des Zorns“ heute besonders relevant macht, ist seine Zeitlosigkeit. Die Mechanismen der Großen Depression – Konzentration von Besitz, Ausbeutung von Arbeitskräften, Angst vor den „Überflüssigen“, das Abschotten der Wohlhabenden – lassen sich auch im aktuellen Zeitgeschehen wiederfinden, gerade in den USA. Ob Wanderarbeiter, prekäre Beschäftigung, explodierende Mieten oder die Diskussion um Migration: Die Fragen nach sozialer Verantwortung und Solidarität sind ungelöst. Gespickt mit Trostlosigkeit und Entwurzelung ist dieser Roman ein Meisterwerk. Literarisch von großer Kraft, gesellschaftlich relevanter denn je. Steinbeck zwingt uns hinzusehen – damals wie heute. Und genau deshalb tut dieses Buch auch fast 90 Jahre nach seinem Erscheinen noch weh. Das Hörbuch, ganz wunderbar und eindringlich eingelesen von Erich Räuker.

Die Farmersfamilie Joad aus Oklahoma macht sich zu zwölft auf den langen Weg in den Westen, nachdem sie aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Missernten und der Technisierung der Landwirtschaft ihren Hof aufgeben muss. Die Familienmitglieder hoffen, dort als Erntehelfer Arbeit zu finden. Die Reise nach Kalifornien ist zum einen sehr beschwerlich, geprägt von vielen Rückschlägen, zum anderen ist die Situation nach Ankunft nicht annähernd so, wie sie sich es vorgestellt haben. Großgrundbesitzer nutzen die Situation der Arbeiter aus und drücken die Löhne, die Ankommenden werden abfällig als Okies bezeichnet, sie müssen unter armseligen Bedingungen in Lagern hausen. Die Familie spricht sich immer wieder Mut zu, aber am Ende schaffen sie es nicht, ihren Teufelskreis zu verlassen. Beim Lesen fielen mir immer wieder Parallelen auf zur aktuellen Situation der Flüchtlinge heutzutage. Geschichte wiederholt sich. Teilweise habe ich mich tapfer durchgekämpft durch die 500 Seiten, aber am Ende hat es sich gelohnt. Absoluter Klassiker.
„Alle großen und kostbaren Dinge sind einsam.“
John Steinbecks „Früchte des Zorns“ ist ein sprachgewaltiger, eindringlicher Roman, der trotz seiner Entstehungszeit erstaunlich aktuelle Themen behandelt. Besonders beeindruckt hat mich Steinbecks bildhafte, poetische Sprache – sie malt nicht nur eindrucksvolle Landschaften und Szenen des Elends, sondern lässt auch die Gefühle und das Leiden der Figuren spürbar werden. Die Schicksale der Familie Joad und der Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnen, sind zutiefst erschütternd und haben mich an vielen Stellen sehr bewegt. Gerade die Parallelen zu heutigen wirtschaftlichen und sozialen Krisen, zu Flüchtlingsbewegungen, staatlicher Repression und sozialer Ungleichheit sind kaum zu übersehen. Steinbeck schafft es, strukturelle Probleme sichtbar zu machen, ohne dabei an Menschlichkeit zu verlieren und das macht „Früchte des Zorns“ zu einem Roman, der bis heute relevant ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass sich die Lektüre stellenweise gezogen hat. Es fehlte mir phasenweise ein klarer roter Faden, was dazu geführt hat, dass mich das Buch nicht so tief berührt hat, wie ich es anfangs erwartet hatte. Manche Passagen waren auch etwas repetitiv, was den emotionalen Zugang nochmal erschwert hat. Wahrscheinlich bin ich aber auch einfach ein wenig abgestumpft von vielen modernen, sowohl inhaltlich als auch sprachlich simpleren Romanen. Trotzdem bleibt „Früchte des Zorns“ ein kraftvolles Werk, das mit seinen Themen und Bildern lange nachhallt – ein Roman, der nicht nur literarisch beeindruckt, sondern auch gesellschaftlich nachdenklich macht.
Wie kann einer Familie so viel Leid widerfahren
Dieses Buch hat mir nicht nur einmal das Herz gebrochen. Familie Joad verliert während der Zeit der großen Wirtschaftskrise in den 30er Jahren durch eine lange Trockenheit ihre Farm in Oklahoma und muss, wie viele andere, weiterziehen um nicht zu verhungern. Auf ihrem Weg wird die Familie vor immer neue Probleme gestellt, zu wenig Arbeit, Fremdenfeindlichkeit und Hunger. Nie kommen sie zur Ruhe. Es bricht einem regelmäßig das Herz, wenn diese netten Leute vom Leben die ganze Zeit einen drauf kriegen. John Steinbeck hat mit diesem Buch einen wichtigen geschichtlichen Beitrag zum Leben während der großen Depression geschaffen. Durch die Familie Joad erleben die Lesenden diese Zeit, in der es vielen Familien so erging. Ausgebeutet von großen Konzernen und raffgierigen Menschen kämpfen einfache Leute ums überleben. Man wird einfach nur wütend und traurig während des Lesen. Wenn ein Buch so etwas schafft, hat es der Autor mehr als verdient so ziemlich jeden literarischen Preis dafür abzuräumen. Eine große und wichtige Empfehlung, nicht nur um das Leid der damaligen Leid fühlen zu können, sondern auch um empathiser zu werden für unsere Mitmenschen heutzutage, denen es nicht gut geht. Denn leider lassen sich viele Parallelen zur heutigen Zeit ziehen und wenn so etwas in einem der reichsten Länder der Welt passieren konnte, kann es überall passieren.
Als Tom Joad, auf Bewährung aus dem Knast entlassen, zu seiner Familie zurückkehren will, findet er die Farm verlassen vor. Unterwegs trifft er auf den ehemaligen Prediger Casy mit dem er sich anfreundet und gemeinsam machen sie sich auf den weiteren Weg. Es stellt sich heraus, dass die Familie Joad gewaltsam von ihrer gepachteten Farm vertrieben wurde, zwischenzeitlich bei Onkel John untergekommen war und sich nun auf den langen Weg nach Kalifornien machen will, weil sie auf irgendwelchen gedruckten Handzetteln gelesen hat dort gäbe es "gute Arbeit“ für guten Lohn. Casy will die Familie begleiten und wird aufgenommen. Nachdem man alles Hab und Gut, welches nicht transportabel war, verkauft hatte und dabei noch ordentlich übers Ohr gehauen wurde, begibt man sich mit einem vom Auto zum behelfsmässig umgebauten Lastwagen auf den Weg ins vermeintlich gelobte Land. Die Reise erweist sich als zu beschwerlich für Opa und Oma, so dass keiner von beiden das Ziel erreicht. In Kalifornien angekommen müssen die Joads feststellen, dass Geflüchtete und mittellose Neuankömmlinge alles andere als willkommen geheissen werden. Sie sind zwar keine Ausländer, aber sie sind „Oakies“. (Ein diffamierender Ausdruck für Menschen aus Oaklahoma, entweder weil die meisten oder die ersten „Migranten“ von dort kamen) Ihre erste Station ist Hooverville. Hooverville ist allerdings kein Ort, so werden vielmehr die provisorischen Zelt- und Hüttenplätze genannt, welche sich das verarmte Wandervolk selbst errichtet. Onkel John begreift die missliche Lage als Strafe Gottes, die er durch sein sündiges Leben über die Familie gebracht hat. Die schwangere Tochter „Rose of Sharon“ fürchtet ebenfalls die Sünde, da sie in einem Lager unzüchtigen Tänzen beigewohnt hat. Ihr Mann Connie, der zunächst von großen Zukunftsplänen gesprochen hatte - er wolle in Kalifornien tagsüber arbeiten und nachts Radiotechnik studieren - macht sich eines Nachts aus dem Staub. Und Sohn Noah, offenbar nicht mehr ganz bei Sinnen, wandert einen Fluss entlang ab und erklärt er werde sich künftig einfach von den Fischen im Fluss ernähren. Mrs. Joad beschwört indes den Zusammenhalt der restlichen Familie …
Puh, hartes Futter. Mir war das Elend der Menschen gar nicht bewusst, aber umso mehr hat es mich erschüttert. Kein Wunder, dass das Buch von vielen Leuten das Lieblingsbuch ist. Schön ist hier inhaltlich fast gar nichts. Die Zukunft der Betroffenen ist ziemlich trostlos und karg und trotzdem machen sie immer weiter und hören das Träumen nicht auf.
Dieses Buch muss ich erstmal sacken lassen! Es macht wütend, es berührt einen. Kapitalismus in der übelsten Form. Die Not wird für den eigen Profit ausgenutzt und gleichzeitig werden die Notleidenden diffamiert und entmenschlicht. Dieses Buch ist auch heute noch wichtig und hat zurecht den Pulitzerpreis gewonnen!
Ein wirklich tolles Buch
Ich liebe Geschichten, die in der Vergangenheit spielen und sehr realtitätsnah sind. Deshalb hatte ich hier wirklich ein Prachtexsmplar von einem Roman vor mir. Die Geschichte spielt am Anfang des 20en Jahrhunderts und könnte realitätsnäher nicht sein, da Steinbeck seinerzeit die wandernden Arbeiter auf ihrer Route selbst begleitet hat. Aus diesen Erlebnissen soll der Roman entstanden sein. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, Steinbecks Schreibstil gefällt mir auch immer sehr gut, auch wenn viele ihn altbacken nennen. Ich würde es als klassisch bezeichnen. Die Atmosphäre ist wunderbar eingefangen. Ich habe hier überhaupt keine Minuspunkte gesehen . Ein Mustread.
Heute möchte ich euch den Roman Früchte des Zorns (Originaltitel: The Grapes of Wrath) von John Steinbeck vorstellen, der 1939 erschienen ist. Die deutsche Übersetzung stammt von Klaus Lambrecht. Es handelt sich um ein bedeutendes Werk der amerikanischen Literatur – ein kraftvolles Plädoyer für soziale Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit und menschliche Würde. Im Mittelpunkt steht die Familie Joad, die während der Großen Depression der 1930er Jahre ihre Farm in Oklahoma verliert. In der Hoffnung auf ein besseres Leben und Arbeit machen sie sich auf den beschwerlichen Weg nach Kalifornien. Die Reise ist geprägt von Hunger, Tod, Entbehrung und menschlichem Leid. Doch auch in Kalifornien treffen sie nicht auf das erhoffte Paradies, sondern auf Ausbeutung, Elend und ein System, das die Reichen schützt und die Armen unterdrückt. Trotz aller Rückschläge und Verluste hält die Familie aneinander fest und kämpft ums Überleben – ein Sinnbild für menschlichen Zusammenhalt in Zeiten größter Not. Steinbecks Schreibstil ist klar, eindringlich und oft poetisch, dabei aber stets zugänglich. Besonders eindrucksvoll ist der Wechsel zwischen der personalen Erzählperspektive – hauptsächlich aus Sicht der Joads – und essayartigen Zwischenkapiteln, die gesellschaftliche Zusammenhänge erklären und den historischen Kontext erweitern. Diese Kapitel verleihen dem Roman eine dokumentarische Tiefe und lassen ihn über das Schicksal einer einzelnen Familie hinaus zu einer umfassenden Anklage sozialer Ungerechtigkeit werden. Stilistisch verbindet Steinbeck realistische Schilderungen mit einer fast biblischen Bildsprache. Der Kontrast zwischen Arm und Reich, Hoffnung und Verzweiflung zieht sich als zentrales Motiv durch das gesamte Werk. Besonders hervorzuheben ist dabei die unerschütterliche Humanität, die das Buch durchdringt – trotz aller Härte bleibt der Mensch mit seiner Würde im Mittelpunkt. Früchte des Zorns gilt bis heute als eines der einflussreichsten Werke der amerikanischen Literaturgeschichte. Es trug nicht nur zum gesellschaftlichen Diskurs bei, sondern beeinflusste auch die Sozialgesetzgebung seiner Zeit. Bereits 1940 wurde der Roman von John Ford mit Henry Fonda in der Hauptrolle verfilmt. Während Steinbecks Buch mit einer offenen und symbolträchtigen Szene endet, wählt der Film ein versöhnlicheres, patriotischeres Ende – angepasst an das damalige Publikum. Beide Werke, Buch und Film, haben ihre eigene Kraft, und ich persönlich schätze beide sehr. Insgesamt ist Früchte des Zorns ein bewegendes, zeitloses Meisterwerk – literarisch kraftvoll und gesellschaftlich relevant. Von mir bekommt es 4,5 von 5 Sterne. ✨️

Ein wirklich tolles Buch!
Lange stand es im Regal und auf meiner Leseliste für dieses Jahr und was soll ich sagen? Es ist toll, erschütternd, wundervoll geschrieben, viele Wendungen und doch ein plötzliches Ende... Es hätte wirklich noch länger gehen können... Es wird nicht mein letzter Steinbeck gewesen sein!
Dieses Buch gehört zu jenen Klassikern, vor denen man einen gewissen Respekt hat. Zu gross wirken sie, zu unnahbar, einschüchternd, gewaltig. Gut, wenn man dann jemanden hat, der einen dazu animiert, sich an solche Bücher zu wagen. Zu zweit geht es doch ein wenig einfacher vonstatten als allein. Ich auf jeden Fall bin unheimlich dankbar dafür, jemanden gefunden zu haben, der mich dazu gebracht hat, dieses grossartige Werk endlich in Angriff zu nehmen. Denn traut man sich an die "Grossen" endlich mal ran, merkt man bald, dass einige eigentlich ganz zahm sind. So erging es mir mit "Die Früchte des Zorns". Hatte ich das Buch endlich mal in der Hand, wollte ich es kaum noch weglegen. Es brauchte nur ein paar Seiten, um mich völlig in seinen Bann zu ziehen. Dennoch fällt es mir sehr schwer, diese Rezension zu schreiben. Was soll ich über ein solch wuchtiges Werk schon sagen? Wie sehr es mich bewegt hat? Wie nahe es mir ging? Wie sehr ich mich an unsere aktuelle Lage erinnert fühlte? Wie mir aufging, dass es enorm wichtig ist, dass Bücher wie dieses weiterhin bewahrt und gelesen werden? Steinbecks Buch geht deswegen so tief, weil er dabei war. Er hat die Familien auf ihren Wegen und ihren Suchen begleitet und dann darüber berichtet. Deshalb ist so viel Leben auf diesen Seiten versammelt. So viel Leid. So viel Einsamkeit. Hoffnungslosigkeit. Verzweiflung. Aber eben auch Familie, Freundschaft, Zusammenhalt. Sich gegenseitig helfen in Zeiten der Not. Sich selbst überwinden, um das Richtige zu tun. Fehler begehen und dazu stehen. Jede Figur geht mit der Situation anders um. Jede Figur ist echt, greifbar. Die Joads wurden zu meinen Begleitern, meiner Familie. Auch ich wollte sie nicht verlassen und jetzt fehlen sie mir. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass es noch jede Menge Joads gibt. Joads, die jetzt gerade um ihr Überleben kämpfen. Die heimatlos umherstreifen und sich nichts sehnlicher wünschen, als ein warmes Bett und genug zu essen. Deshalb ist "Früchte des Zorns" ein Buch, das solange aktuell bleiben wird, solange es Vertriebene und Hungernde gibt. Und selbst dann, wenn diese ausgerottet werden, sollte dieses Buch als Mahnmal weiterhin lebendig bleiben. So ein Buch ist das.
Dekonstruktion des „Amerikanischen Traums“
John Steinbecks „Früchte des Zorns“ wohnt eine solche erzählerische Kraft inne, dass es mich schier umgehauen hat. Auch fast 100 Jahre nach der Veröffentlichung sind die Themen des Romans noch aktuell. Womöglich habe ich deshalb so intensiv mit den Romanfiguren gehofft und gelitten. Die mittellose Farmerfamilie Joad verliert während der Weltwirtschaftskrise ihr Farmland und flieht aus Oklahoma nach Kalifornien, um dort als Wanderarbeiter zu arbeiten. Sie hofft auf ein besseres Leben. Im naturalistischen Stil schildert Steinbeck am Beispiel der Joads das Schicksal hunderttausender Wanderarbeiter. Man spürt, dass der Roman seinen Ursprung in journalistischen Artikeln hat und Steinbeck selbst erlebt hat, was er dokumentierte. Er beschreibt den Übergang von der bäuerlichen zur industriellen Landwirtschaft als Entmenschlichung. Banken und Agrarkonzerne erscheinen als gefühllose Systeme, die keine Rücksicht auf Individuen nehmen. Wer das Land besitzt, hat keine Verbindung mehr zur Erde, während diejenigen, die es bearbeiten, es nicht besitzen. Die Landbesitzer behandeln ihre Arbeiter als störende Faktoren – eine himmelsschreiende Ungerechtigkeit! Steinbeck entlarvt den „Amerikanischen Traum“ als grausame Illusion – als Versprechen, das nur für wenige gilt und auf dem Leid vieler beruht. Er dekonstruiert das Versprechen, dass harte Arbeit zu Erfolg führt. Die Joads erfahren nur Ausgrenzung und Ausbeutung. Ihre Hoffnung zerschellt an der Realität von Überproduktion und Profitstreben. Grundbesitzer drücken die Löhne bis unter das Existenzminimum. Lebensmittel werden bewusst vernichtet, um Preise stabil zu halten. Hungernde Arbeiter sind von Überfluss umgeben, dürfen jedoch nicht daran teilhaben. Die geschilderte soziale Ungerechtigkeit in „Früchte des Zorns“ wiegt schwer und weiß deswegen auch heute noch zu berühren, weil sich die grundlegenden Mechanismen wirtschaftlicher Entmenschlichung seit Veröffentlichung des Werkes kaum gebessert haben. Noch immer werden die Schwächsten ausgebeutet und ausgegrenzt, während extremer Überfluss und bittere Armut unmittelbar nebeneinander existieren.

Wunderbar geschriebenes Buch
Ich bin ganz betroffen vom Ende dieses Buches, nein, eigentlich vom ganzen Buch. Was für ein Text!!! Die Familie Joad muss ihren Hof in Oklahoma aufgeben. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise 1929, Missernten und die Technisierung der Landwirtschaft, lassen die Familie keine andere Lösung finden. Und so verkaufen Sie alles, was sich zu in Dollar verwandeln lässt, kaufen sich einen Lieferwagen und reisen zu zwölft nach Kalifornien und dort ein neues Leben zu beginnen. Sie erträumen sich alle eine wirtschaftlich stabile Zukunft, weg von der großen Depression und werden kläglich scheitern. John Steinbeck hat in diesem Drama Menschen erschaffen, die mir so nah gekommen sind wie schon lange keine literarischen Figuren. Einige kann ich euch vorstellen: Tom, der Sohn, der aus dem Gefängnis vorzeitig entlassen entlassen, gegen Bewährungsauflagen verstoßend mit seiner Familie zieht, ist der schlaue Kopf, der mit seinem bisschen Weltwissen, dass er erworben hat, von der Familie bewundert und gebraucht wird. Der Vater Tom, gescheiterter Farmer, der jegliche Eigeninitiative verloren hat, Rose of Sharon, die den ganzen Roman über leidet und für mich die Depression nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft symbolisiert. Und nicht zu vergessen. Die Mutter, die ihre Familie zusammenhalten will, koste es, was es wolle und auch das am Ende aufgeben muss. Immer wieder begleiten wir die Familie bei kurzen Verschnaufpause mit der Hoffnung, dass es jetzt aufwärtsgeht, die aber immer in noch mehr Armut münden. Wir erleben, wie Reiche sich noch mehr bereichern, auf dem Rücken von Menschen, die rechtschaffen ihre Arbeit tun möchten. Aber es steht eigentlich schon von Anfang an fest dass Sie keine Chance haben. Als Fremde in ihrem eigenen Land (Oakies), sind Sie für die, die es sich leisten können, nicht mehr als der Dreck unter den Fingernägeln. Die Löhne werden immer geringer und die Not immer größer. Es tut richtig weh, mit anzuschauen, wie sich all Ihre Mühen und Ihr Fleiß nicht rentieren. Der Bezug zur gegenwärtigen Realität ist mir immer wieder in den Sinn gekommen, obwohl das Buch schon 80 Jahre alt ist. Ein Familienmitglied nach dem anderen verlässt die Gemeinschaft. Doch finden sich neue Freunde und Weggefährten, die in der gleichen Misere stecken, und es entstehen neue Beziehungen, die zeigen, dass das Menschliche immer noch vorhanden sein kann, auch in größter Not und letztendlich bis zum Untergang. Der Stil des Buches ist ein ganz besonderer. Natürlich erfahren, wie wie ist der Familie Joad ergeht. Dabei schafft es Steinbeck sehr deutlich heraus zu arbeiten, dass es sich um eine rechtschaffene, stabile Familie handelt, die ein relativ geringes Bildungsniveau hat. In den Dialogen merkt man das sofort. Das wunderbare ist, dass eine Sprache (auch durch die Übersetzung) gewählt wurde die den Slang einfacher Menschen wieder gibt, ihnen aber nicht die Würde nimmt. Im Wechsel zu der Familiengeschichte gibt es kurze Kapitel die vorauseilend zusammenfassen, was die Situation gesamtgesellschaftlich bedeutet. Das hat etwas episches und erinnert mich sprachlich an Erzählungen aus der Bibel. Es liest sich ganz wunderbar. Ich hatte zu jeder Zeit die Bilder so deutlich vor Augen. Es war ein großes Erlebnis dieses Buch zu lesen. Es hat 1940 den Pulitzerpreis gewonnen, entgegen großer Kritik und John Steinbeck bekam 1960 den Literaturnobelpreis. Beides ist sehr verdient. Ein großes, Lesevergnügen und für mich ein Jahres Highlight.
Dieses Buch lässt dich die dunklen Schatten des Kapitalismus spüren
Schatten, denen man weder entkommen noch die man aus dieser Welt oder der einstigen Gesellschaft tilgen könnte. Doch von Zeit zu Zeit zeigt sich auch ein Schimmer von Widerstand. Was wäre, wenn? Was wäre, wenn wir das gegenwärtige „So ist es eben“ einfach nicht akzeptieren würden? Gleichzeitig folgen wir einer Familie, wir folgen einer Arbeiterklasse, und wir begleiten sie durch ein langes Buch, das ich gerne länger gehabt hätte , denn jeder Satz war unfassbar stark, schön und voller Weisheit.
„In den Herzen der Menschen wachsen die Früchte des Zornes und werden schwerer, schwer und reif zur Ernte.“
Unglaublich gutes Buch, definitiv eines meiner Favoriten. Ich freue mich schon darauf, es irgendwann noch einmal lesen zu können, wenn genug Zeit vergangen ist und ich genügend Inhalt vergessen habe, auch wenn das noch eine ganze Weile dauern wird, da es so packend war. Es geht um die arme Farmerfamilie Joad während der „Great Depression“ ab 1929 und die starke soziale Ungerechtigkeit, die damit einhergeht. Auf der Suche nach einem besseren Leben lernt die Familie Joad neue Menschen kennen, die ein ähnliches Leid teilen und erleben dabei stets Unglück im Unglück.

Was war das?!
Unverständlich für mich, warum das auf der Liste der Bücher steht, die man mal gelesen haben muss. Ich hab bis zum Schluss nicht verstanden, um was es ging. Gleichzeitig habe ich mich bei jeder Seite gelangweilt. Dieses Buch hat keinen Spannungsbogen oder einen tieferen Sinn für mich gehabt. Falls jemand mir das erklären kann, bin ich gerne bereit zuzuhören… Ganz schlimm.
Ein exorbitant gewaltiges Buch, welches die Schrecken der Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre behandelt. Das Buch hat mich in die Knie gezwungen: Leseabbruch nach etwa der Hälfte des Buches. Ich war dafür zu schwach. Das Buch ist extrem stark. Näheres dazu gibt es auf meinem Kanal Fantastikfreund bei YouTube.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Der Weg in eine vielversprechende Zukunft
»Ein Roman, der so dicht und dabei so schrecklich ist, daß man vor der unmenschlichen Dimension des steinbeckschen Werks erschaudert.« Stuttgarter Zeitung
Verarmte Landarbeiter finden in Oklahoma kein Auskommen mehr. Da hören sie vom gelobten Land Kalifornien und machen sich durch Hitze und Staub auf den Weg. Doch auch hier erfahren sie die Macht und Unterdrückung durch die Großgrundbesitzer.
John Steinbeck hat mit diesem Buch seinen literarischen Ruhm begründet. Das Echo in Amerika war bei der Veröffentlichung gewaltig: Gegenschriften wurden verfasst, Politiker und Erzbischöfe verdammten es, der Autor wurde als Volksverhetzer und Klassenkämpfer verurteilt - und als Stimme der Unterdrückten und Ausgebeuteten gefeiert.
Sein Roman, der auf ausführlichen Recherchen beruhte, wurde zur Basis von soziologischen Untersuchungen und diente als Vorlage für den gleichnamigen Film von John Ford. 1940 erhielt Steinbeck den Pulitzer-Preis, 1962 den Nobelpreis für Literatur.
Bitte beachten Sie auch unser Special zum 100. Geburtstag von John Steinbeck unter
www.john-steinbeck.de
Book Information
Author Description
John Ernst Steinbeck, amerikanischer Erzähler deutsch-irischer Abstammung, geboren am 27. Februar 1902 in Salinas, wuchs in Kalifornien auf. 1918-24 Studium der Naturwissenschaften an der Stanford University, Gelegenheitsarbeiter, danach freier Schriftsteller in Los Gatos bei Monterey. Im Zweiten Weltkrieg Kriegsberichterstatter, 1962 Nobelpreis für Literatur, gestorben am 20. Dezember 1968 in New York.
Posts
Der subversive Roman „Früchte des Zorns" (original: Grapes of Wrath) aus dem Jahr 1939 zählt zu den wichtigsten und bedeutendsten Werken der amerikanischen Literatur. Die gesamte Erzählung umfasst holistisch die damaligen gesellschaftlichen und soziologischen Probleme: Die „Great Depression“, die für die drastische Arbeitslosigkeit und die lamentable Armut in den 30er-Jahren steht. Die „Dust Bowl“, eine schwere landwirtschaftliche Katastrophe, die durch extreme Dürre und rudimentäre Bodenpflege verursacht wurde. Aufgrund dieser Kalamitäten zogen Hunderttausende auf der Suche nach Arbeit und in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den Westen - oft wurden diese Migranten abwertend als „Okies“ bezeichnet. Im Hypozentrum des Geschehens stehen die Joads; eine große Familie, die ihre Farm und ihr Habitat durch die oben genannten Widrigkeiten verliert und sich nach längerer Deliberation dazu entschließt, in einem alten, ausgebauten LKW gen Westen zu ziehen - in der Hoffnung, in Kalifornien Arbeit zu finden. Gemeinsam mit dem ehemaligen Prediger und alten Freund Jim Casy machen sie sich auf eine beschwerliche Reise. Im weiteren Verlauf verliert die Familie diverse Mitglieder - durch Tod oder selbstgewählte Flucht -, ihr Erspartes und ihren Optimismus. Sie entwickeln sich zu verarmten Wanderarbeitern, die in elenden Notunterkünften (Hoovervilles) residieren müssen. Der Protagonist Tom Joad entwickelt sich sukzessiv vom virilen, passiven Opfer zum agitierenden Aktivisten. Am Ende des Romans gibt die schwangere Tochter Rose of Sharon einem verhungernden Mann, welcher in einer überschwemmten und desolaten Gegend halb im Sterben liegt -, ihre Muttermilch und präsentiert dergestalt einen Akt der tiefsten Menschlichkeit. Dies ist ein allegorisches Symbol für die Solidarität und den Zusammenhalt, welche entstehen, wenn sich Menschen in Krisenzeiten zusammenfinden - die Würde und die Gerechtigkeit bleiben sakrosankt und unangetastet.

Wow – was habe ich hier verpasst (bis jetzt). Das Hörbuch, ganz wunderbar und eindringlich eingelesen von Erich Räuker
„Früchte des Zorns“ ist ein erschütternd gut gealterter Klassiker, der nichts von seiner Wucht verloren hat. Im Gegenteil: Beim Lesen drängen sich unweigerlich Parallelen zur Gegenwart auf. Landwirtschaft unter Preisdruck, Migration aus wirtschaftlicher Not, steigende Lebenshaltungskosten, eine immer größere Kluft zwischen Besitzenden und Besitzlosen – vieles wirkt erschreckend vertraut. Steinbecks Roman ist fest verankert im historischen Kontext der Weltwirtschaftskrise ab 1929. Der Zusammenbruch des langen US-Booms der 1920er-Jahre traf vor allem die Landwirtschaft: Überproduktion bei gleichzeitigem Preisverfall, keine steigende Nachfrage, schrumpfende Einkommen. Während Industrie und Banken rationalisierten, stagnierte die Beschäftigung. Löhne hielten nicht Schritt mit der Produktivität, Kaufkraft ging verloren – und genau das machte die Krise so zerstörerisch. Preise für Konsumgüter sanken kaum, Schulden blieben, Existenzen zerbrachen. Für viele Farmer bedeutete das: Vertreibung. Im Zentrum des Romans steht die Familie Joad – Großeltern, Eltern, Kinder, Schwiegersohn. Eine Familie unter vielen, ein exemplarisches Schicksal. Getrieben von der Hoffnung auf Arbeit und Würde ziehen sie nach Westen, Richtung Kalifornien, in das versprochene „goldene Land“. Doch dort wartet niemand auf sie. Was man dort ganz sicher nicht will, sind neue Siedler. Das Land ist verteilt unter Großgrundbesitzern, der Rest liegt brach – aus Kalkül, nicht aus Notwendigkeit. Diese permanente Spannung zwischen Hoffnung und Enttäuschung durchzieht das ganze Buch. Immer wieder flammt der Glaube auf, es könne doch noch gelingen, und ebenso regelmäßig wird er zerstört. Die äußere Not führt zur inneren Erosion: Die Familie zerfällt langsam, Menschen gehen verloren, sterben oder brechen weg – auch aus der Hoffnung heraus, allein vielleicht bessere Chancen zu haben. Steinbeck erzählt das nicht nur auf der persönlichen Ebene. Die berühmten Zwischenkapitel, diese fast dokumentarischen Einschübe, wirken wie eine Stimme aus dem Off. Sie ordnen das individuelle Leid in größere wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge ein: Mechanisierung, anonyme Banken als neue Macht, Entmenschlichung durch Systeme, die niemand mehr zu kontrollieren scheint. Gerade diese Struktur macht den Roman so stark – und so politisch. Was „Früchte des Zorns“ heute besonders relevant macht, ist seine Zeitlosigkeit. Die Mechanismen der Großen Depression – Konzentration von Besitz, Ausbeutung von Arbeitskräften, Angst vor den „Überflüssigen“, das Abschotten der Wohlhabenden – lassen sich auch im aktuellen Zeitgeschehen wiederfinden, gerade in den USA. Ob Wanderarbeiter, prekäre Beschäftigung, explodierende Mieten oder die Diskussion um Migration: Die Fragen nach sozialer Verantwortung und Solidarität sind ungelöst. Gespickt mit Trostlosigkeit und Entwurzelung ist dieser Roman ein Meisterwerk. Literarisch von großer Kraft, gesellschaftlich relevanter denn je. Steinbeck zwingt uns hinzusehen – damals wie heute. Und genau deshalb tut dieses Buch auch fast 90 Jahre nach seinem Erscheinen noch weh. Das Hörbuch, ganz wunderbar und eindringlich eingelesen von Erich Räuker.

Die Farmersfamilie Joad aus Oklahoma macht sich zu zwölft auf den langen Weg in den Westen, nachdem sie aufgrund der Weltwirtschaftskrise, Missernten und der Technisierung der Landwirtschaft ihren Hof aufgeben muss. Die Familienmitglieder hoffen, dort als Erntehelfer Arbeit zu finden. Die Reise nach Kalifornien ist zum einen sehr beschwerlich, geprägt von vielen Rückschlägen, zum anderen ist die Situation nach Ankunft nicht annähernd so, wie sie sich es vorgestellt haben. Großgrundbesitzer nutzen die Situation der Arbeiter aus und drücken die Löhne, die Ankommenden werden abfällig als Okies bezeichnet, sie müssen unter armseligen Bedingungen in Lagern hausen. Die Familie spricht sich immer wieder Mut zu, aber am Ende schaffen sie es nicht, ihren Teufelskreis zu verlassen. Beim Lesen fielen mir immer wieder Parallelen auf zur aktuellen Situation der Flüchtlinge heutzutage. Geschichte wiederholt sich. Teilweise habe ich mich tapfer durchgekämpft durch die 500 Seiten, aber am Ende hat es sich gelohnt. Absoluter Klassiker.
„Alle großen und kostbaren Dinge sind einsam.“
John Steinbecks „Früchte des Zorns“ ist ein sprachgewaltiger, eindringlicher Roman, der trotz seiner Entstehungszeit erstaunlich aktuelle Themen behandelt. Besonders beeindruckt hat mich Steinbecks bildhafte, poetische Sprache – sie malt nicht nur eindrucksvolle Landschaften und Szenen des Elends, sondern lässt auch die Gefühle und das Leiden der Figuren spürbar werden. Die Schicksale der Familie Joad und der Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnen, sind zutiefst erschütternd und haben mich an vielen Stellen sehr bewegt. Gerade die Parallelen zu heutigen wirtschaftlichen und sozialen Krisen, zu Flüchtlingsbewegungen, staatlicher Repression und sozialer Ungleichheit sind kaum zu übersehen. Steinbeck schafft es, strukturelle Probleme sichtbar zu machen, ohne dabei an Menschlichkeit zu verlieren und das macht „Früchte des Zorns“ zu einem Roman, der bis heute relevant ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass sich die Lektüre stellenweise gezogen hat. Es fehlte mir phasenweise ein klarer roter Faden, was dazu geführt hat, dass mich das Buch nicht so tief berührt hat, wie ich es anfangs erwartet hatte. Manche Passagen waren auch etwas repetitiv, was den emotionalen Zugang nochmal erschwert hat. Wahrscheinlich bin ich aber auch einfach ein wenig abgestumpft von vielen modernen, sowohl inhaltlich als auch sprachlich simpleren Romanen. Trotzdem bleibt „Früchte des Zorns“ ein kraftvolles Werk, das mit seinen Themen und Bildern lange nachhallt – ein Roman, der nicht nur literarisch beeindruckt, sondern auch gesellschaftlich nachdenklich macht.
Wie kann einer Familie so viel Leid widerfahren
Dieses Buch hat mir nicht nur einmal das Herz gebrochen. Familie Joad verliert während der Zeit der großen Wirtschaftskrise in den 30er Jahren durch eine lange Trockenheit ihre Farm in Oklahoma und muss, wie viele andere, weiterziehen um nicht zu verhungern. Auf ihrem Weg wird die Familie vor immer neue Probleme gestellt, zu wenig Arbeit, Fremdenfeindlichkeit und Hunger. Nie kommen sie zur Ruhe. Es bricht einem regelmäßig das Herz, wenn diese netten Leute vom Leben die ganze Zeit einen drauf kriegen. John Steinbeck hat mit diesem Buch einen wichtigen geschichtlichen Beitrag zum Leben während der großen Depression geschaffen. Durch die Familie Joad erleben die Lesenden diese Zeit, in der es vielen Familien so erging. Ausgebeutet von großen Konzernen und raffgierigen Menschen kämpfen einfache Leute ums überleben. Man wird einfach nur wütend und traurig während des Lesen. Wenn ein Buch so etwas schafft, hat es der Autor mehr als verdient so ziemlich jeden literarischen Preis dafür abzuräumen. Eine große und wichtige Empfehlung, nicht nur um das Leid der damaligen Leid fühlen zu können, sondern auch um empathiser zu werden für unsere Mitmenschen heutzutage, denen es nicht gut geht. Denn leider lassen sich viele Parallelen zur heutigen Zeit ziehen und wenn so etwas in einem der reichsten Länder der Welt passieren konnte, kann es überall passieren.
Als Tom Joad, auf Bewährung aus dem Knast entlassen, zu seiner Familie zurückkehren will, findet er die Farm verlassen vor. Unterwegs trifft er auf den ehemaligen Prediger Casy mit dem er sich anfreundet und gemeinsam machen sie sich auf den weiteren Weg. Es stellt sich heraus, dass die Familie Joad gewaltsam von ihrer gepachteten Farm vertrieben wurde, zwischenzeitlich bei Onkel John untergekommen war und sich nun auf den langen Weg nach Kalifornien machen will, weil sie auf irgendwelchen gedruckten Handzetteln gelesen hat dort gäbe es "gute Arbeit“ für guten Lohn. Casy will die Familie begleiten und wird aufgenommen. Nachdem man alles Hab und Gut, welches nicht transportabel war, verkauft hatte und dabei noch ordentlich übers Ohr gehauen wurde, begibt man sich mit einem vom Auto zum behelfsmässig umgebauten Lastwagen auf den Weg ins vermeintlich gelobte Land. Die Reise erweist sich als zu beschwerlich für Opa und Oma, so dass keiner von beiden das Ziel erreicht. In Kalifornien angekommen müssen die Joads feststellen, dass Geflüchtete und mittellose Neuankömmlinge alles andere als willkommen geheissen werden. Sie sind zwar keine Ausländer, aber sie sind „Oakies“. (Ein diffamierender Ausdruck für Menschen aus Oaklahoma, entweder weil die meisten oder die ersten „Migranten“ von dort kamen) Ihre erste Station ist Hooverville. Hooverville ist allerdings kein Ort, so werden vielmehr die provisorischen Zelt- und Hüttenplätze genannt, welche sich das verarmte Wandervolk selbst errichtet. Onkel John begreift die missliche Lage als Strafe Gottes, die er durch sein sündiges Leben über die Familie gebracht hat. Die schwangere Tochter „Rose of Sharon“ fürchtet ebenfalls die Sünde, da sie in einem Lager unzüchtigen Tänzen beigewohnt hat. Ihr Mann Connie, der zunächst von großen Zukunftsplänen gesprochen hatte - er wolle in Kalifornien tagsüber arbeiten und nachts Radiotechnik studieren - macht sich eines Nachts aus dem Staub. Und Sohn Noah, offenbar nicht mehr ganz bei Sinnen, wandert einen Fluss entlang ab und erklärt er werde sich künftig einfach von den Fischen im Fluss ernähren. Mrs. Joad beschwört indes den Zusammenhalt der restlichen Familie …
Puh, hartes Futter. Mir war das Elend der Menschen gar nicht bewusst, aber umso mehr hat es mich erschüttert. Kein Wunder, dass das Buch von vielen Leuten das Lieblingsbuch ist. Schön ist hier inhaltlich fast gar nichts. Die Zukunft der Betroffenen ist ziemlich trostlos und karg und trotzdem machen sie immer weiter und hören das Träumen nicht auf.
Dieses Buch muss ich erstmal sacken lassen! Es macht wütend, es berührt einen. Kapitalismus in der übelsten Form. Die Not wird für den eigen Profit ausgenutzt und gleichzeitig werden die Notleidenden diffamiert und entmenschlicht. Dieses Buch ist auch heute noch wichtig und hat zurecht den Pulitzerpreis gewonnen!
Ein wirklich tolles Buch
Ich liebe Geschichten, die in der Vergangenheit spielen und sehr realtitätsnah sind. Deshalb hatte ich hier wirklich ein Prachtexsmplar von einem Roman vor mir. Die Geschichte spielt am Anfang des 20en Jahrhunderts und könnte realitätsnäher nicht sein, da Steinbeck seinerzeit die wandernden Arbeiter auf ihrer Route selbst begleitet hat. Aus diesen Erlebnissen soll der Roman entstanden sein. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, Steinbecks Schreibstil gefällt mir auch immer sehr gut, auch wenn viele ihn altbacken nennen. Ich würde es als klassisch bezeichnen. Die Atmosphäre ist wunderbar eingefangen. Ich habe hier überhaupt keine Minuspunkte gesehen . Ein Mustread.
Heute möchte ich euch den Roman Früchte des Zorns (Originaltitel: The Grapes of Wrath) von John Steinbeck vorstellen, der 1939 erschienen ist. Die deutsche Übersetzung stammt von Klaus Lambrecht. Es handelt sich um ein bedeutendes Werk der amerikanischen Literatur – ein kraftvolles Plädoyer für soziale Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit und menschliche Würde. Im Mittelpunkt steht die Familie Joad, die während der Großen Depression der 1930er Jahre ihre Farm in Oklahoma verliert. In der Hoffnung auf ein besseres Leben und Arbeit machen sie sich auf den beschwerlichen Weg nach Kalifornien. Die Reise ist geprägt von Hunger, Tod, Entbehrung und menschlichem Leid. Doch auch in Kalifornien treffen sie nicht auf das erhoffte Paradies, sondern auf Ausbeutung, Elend und ein System, das die Reichen schützt und die Armen unterdrückt. Trotz aller Rückschläge und Verluste hält die Familie aneinander fest und kämpft ums Überleben – ein Sinnbild für menschlichen Zusammenhalt in Zeiten größter Not. Steinbecks Schreibstil ist klar, eindringlich und oft poetisch, dabei aber stets zugänglich. Besonders eindrucksvoll ist der Wechsel zwischen der personalen Erzählperspektive – hauptsächlich aus Sicht der Joads – und essayartigen Zwischenkapiteln, die gesellschaftliche Zusammenhänge erklären und den historischen Kontext erweitern. Diese Kapitel verleihen dem Roman eine dokumentarische Tiefe und lassen ihn über das Schicksal einer einzelnen Familie hinaus zu einer umfassenden Anklage sozialer Ungerechtigkeit werden. Stilistisch verbindet Steinbeck realistische Schilderungen mit einer fast biblischen Bildsprache. Der Kontrast zwischen Arm und Reich, Hoffnung und Verzweiflung zieht sich als zentrales Motiv durch das gesamte Werk. Besonders hervorzuheben ist dabei die unerschütterliche Humanität, die das Buch durchdringt – trotz aller Härte bleibt der Mensch mit seiner Würde im Mittelpunkt. Früchte des Zorns gilt bis heute als eines der einflussreichsten Werke der amerikanischen Literaturgeschichte. Es trug nicht nur zum gesellschaftlichen Diskurs bei, sondern beeinflusste auch die Sozialgesetzgebung seiner Zeit. Bereits 1940 wurde der Roman von John Ford mit Henry Fonda in der Hauptrolle verfilmt. Während Steinbecks Buch mit einer offenen und symbolträchtigen Szene endet, wählt der Film ein versöhnlicheres, patriotischeres Ende – angepasst an das damalige Publikum. Beide Werke, Buch und Film, haben ihre eigene Kraft, und ich persönlich schätze beide sehr. Insgesamt ist Früchte des Zorns ein bewegendes, zeitloses Meisterwerk – literarisch kraftvoll und gesellschaftlich relevant. Von mir bekommt es 4,5 von 5 Sterne. ✨️

Ein wirklich tolles Buch!
Lange stand es im Regal und auf meiner Leseliste für dieses Jahr und was soll ich sagen? Es ist toll, erschütternd, wundervoll geschrieben, viele Wendungen und doch ein plötzliches Ende... Es hätte wirklich noch länger gehen können... Es wird nicht mein letzter Steinbeck gewesen sein!
Dieses Buch gehört zu jenen Klassikern, vor denen man einen gewissen Respekt hat. Zu gross wirken sie, zu unnahbar, einschüchternd, gewaltig. Gut, wenn man dann jemanden hat, der einen dazu animiert, sich an solche Bücher zu wagen. Zu zweit geht es doch ein wenig einfacher vonstatten als allein. Ich auf jeden Fall bin unheimlich dankbar dafür, jemanden gefunden zu haben, der mich dazu gebracht hat, dieses grossartige Werk endlich in Angriff zu nehmen. Denn traut man sich an die "Grossen" endlich mal ran, merkt man bald, dass einige eigentlich ganz zahm sind. So erging es mir mit "Die Früchte des Zorns". Hatte ich das Buch endlich mal in der Hand, wollte ich es kaum noch weglegen. Es brauchte nur ein paar Seiten, um mich völlig in seinen Bann zu ziehen. Dennoch fällt es mir sehr schwer, diese Rezension zu schreiben. Was soll ich über ein solch wuchtiges Werk schon sagen? Wie sehr es mich bewegt hat? Wie nahe es mir ging? Wie sehr ich mich an unsere aktuelle Lage erinnert fühlte? Wie mir aufging, dass es enorm wichtig ist, dass Bücher wie dieses weiterhin bewahrt und gelesen werden? Steinbecks Buch geht deswegen so tief, weil er dabei war. Er hat die Familien auf ihren Wegen und ihren Suchen begleitet und dann darüber berichtet. Deshalb ist so viel Leben auf diesen Seiten versammelt. So viel Leid. So viel Einsamkeit. Hoffnungslosigkeit. Verzweiflung. Aber eben auch Familie, Freundschaft, Zusammenhalt. Sich gegenseitig helfen in Zeiten der Not. Sich selbst überwinden, um das Richtige zu tun. Fehler begehen und dazu stehen. Jede Figur geht mit der Situation anders um. Jede Figur ist echt, greifbar. Die Joads wurden zu meinen Begleitern, meiner Familie. Auch ich wollte sie nicht verlassen und jetzt fehlen sie mir. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass es noch jede Menge Joads gibt. Joads, die jetzt gerade um ihr Überleben kämpfen. Die heimatlos umherstreifen und sich nichts sehnlicher wünschen, als ein warmes Bett und genug zu essen. Deshalb ist "Früchte des Zorns" ein Buch, das solange aktuell bleiben wird, solange es Vertriebene und Hungernde gibt. Und selbst dann, wenn diese ausgerottet werden, sollte dieses Buch als Mahnmal weiterhin lebendig bleiben. So ein Buch ist das.
Dekonstruktion des „Amerikanischen Traums“
John Steinbecks „Früchte des Zorns“ wohnt eine solche erzählerische Kraft inne, dass es mich schier umgehauen hat. Auch fast 100 Jahre nach der Veröffentlichung sind die Themen des Romans noch aktuell. Womöglich habe ich deshalb so intensiv mit den Romanfiguren gehofft und gelitten. Die mittellose Farmerfamilie Joad verliert während der Weltwirtschaftskrise ihr Farmland und flieht aus Oklahoma nach Kalifornien, um dort als Wanderarbeiter zu arbeiten. Sie hofft auf ein besseres Leben. Im naturalistischen Stil schildert Steinbeck am Beispiel der Joads das Schicksal hunderttausender Wanderarbeiter. Man spürt, dass der Roman seinen Ursprung in journalistischen Artikeln hat und Steinbeck selbst erlebt hat, was er dokumentierte. Er beschreibt den Übergang von der bäuerlichen zur industriellen Landwirtschaft als Entmenschlichung. Banken und Agrarkonzerne erscheinen als gefühllose Systeme, die keine Rücksicht auf Individuen nehmen. Wer das Land besitzt, hat keine Verbindung mehr zur Erde, während diejenigen, die es bearbeiten, es nicht besitzen. Die Landbesitzer behandeln ihre Arbeiter als störende Faktoren – eine himmelsschreiende Ungerechtigkeit! Steinbeck entlarvt den „Amerikanischen Traum“ als grausame Illusion – als Versprechen, das nur für wenige gilt und auf dem Leid vieler beruht. Er dekonstruiert das Versprechen, dass harte Arbeit zu Erfolg führt. Die Joads erfahren nur Ausgrenzung und Ausbeutung. Ihre Hoffnung zerschellt an der Realität von Überproduktion und Profitstreben. Grundbesitzer drücken die Löhne bis unter das Existenzminimum. Lebensmittel werden bewusst vernichtet, um Preise stabil zu halten. Hungernde Arbeiter sind von Überfluss umgeben, dürfen jedoch nicht daran teilhaben. Die geschilderte soziale Ungerechtigkeit in „Früchte des Zorns“ wiegt schwer und weiß deswegen auch heute noch zu berühren, weil sich die grundlegenden Mechanismen wirtschaftlicher Entmenschlichung seit Veröffentlichung des Werkes kaum gebessert haben. Noch immer werden die Schwächsten ausgebeutet und ausgegrenzt, während extremer Überfluss und bittere Armut unmittelbar nebeneinander existieren.

Wunderbar geschriebenes Buch
Ich bin ganz betroffen vom Ende dieses Buches, nein, eigentlich vom ganzen Buch. Was für ein Text!!! Die Familie Joad muss ihren Hof in Oklahoma aufgeben. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise 1929, Missernten und die Technisierung der Landwirtschaft, lassen die Familie keine andere Lösung finden. Und so verkaufen Sie alles, was sich zu in Dollar verwandeln lässt, kaufen sich einen Lieferwagen und reisen zu zwölft nach Kalifornien und dort ein neues Leben zu beginnen. Sie erträumen sich alle eine wirtschaftlich stabile Zukunft, weg von der großen Depression und werden kläglich scheitern. John Steinbeck hat in diesem Drama Menschen erschaffen, die mir so nah gekommen sind wie schon lange keine literarischen Figuren. Einige kann ich euch vorstellen: Tom, der Sohn, der aus dem Gefängnis vorzeitig entlassen entlassen, gegen Bewährungsauflagen verstoßend mit seiner Familie zieht, ist der schlaue Kopf, der mit seinem bisschen Weltwissen, dass er erworben hat, von der Familie bewundert und gebraucht wird. Der Vater Tom, gescheiterter Farmer, der jegliche Eigeninitiative verloren hat, Rose of Sharon, die den ganzen Roman über leidet und für mich die Depression nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft symbolisiert. Und nicht zu vergessen. Die Mutter, die ihre Familie zusammenhalten will, koste es, was es wolle und auch das am Ende aufgeben muss. Immer wieder begleiten wir die Familie bei kurzen Verschnaufpause mit der Hoffnung, dass es jetzt aufwärtsgeht, die aber immer in noch mehr Armut münden. Wir erleben, wie Reiche sich noch mehr bereichern, auf dem Rücken von Menschen, die rechtschaffen ihre Arbeit tun möchten. Aber es steht eigentlich schon von Anfang an fest dass Sie keine Chance haben. Als Fremde in ihrem eigenen Land (Oakies), sind Sie für die, die es sich leisten können, nicht mehr als der Dreck unter den Fingernägeln. Die Löhne werden immer geringer und die Not immer größer. Es tut richtig weh, mit anzuschauen, wie sich all Ihre Mühen und Ihr Fleiß nicht rentieren. Der Bezug zur gegenwärtigen Realität ist mir immer wieder in den Sinn gekommen, obwohl das Buch schon 80 Jahre alt ist. Ein Familienmitglied nach dem anderen verlässt die Gemeinschaft. Doch finden sich neue Freunde und Weggefährten, die in der gleichen Misere stecken, und es entstehen neue Beziehungen, die zeigen, dass das Menschliche immer noch vorhanden sein kann, auch in größter Not und letztendlich bis zum Untergang. Der Stil des Buches ist ein ganz besonderer. Natürlich erfahren, wie wie ist der Familie Joad ergeht. Dabei schafft es Steinbeck sehr deutlich heraus zu arbeiten, dass es sich um eine rechtschaffene, stabile Familie handelt, die ein relativ geringes Bildungsniveau hat. In den Dialogen merkt man das sofort. Das wunderbare ist, dass eine Sprache (auch durch die Übersetzung) gewählt wurde die den Slang einfacher Menschen wieder gibt, ihnen aber nicht die Würde nimmt. Im Wechsel zu der Familiengeschichte gibt es kurze Kapitel die vorauseilend zusammenfassen, was die Situation gesamtgesellschaftlich bedeutet. Das hat etwas episches und erinnert mich sprachlich an Erzählungen aus der Bibel. Es liest sich ganz wunderbar. Ich hatte zu jeder Zeit die Bilder so deutlich vor Augen. Es war ein großes Erlebnis dieses Buch zu lesen. Es hat 1940 den Pulitzerpreis gewonnen, entgegen großer Kritik und John Steinbeck bekam 1960 den Literaturnobelpreis. Beides ist sehr verdient. Ein großes, Lesevergnügen und für mich ein Jahres Highlight.
Dieses Buch lässt dich die dunklen Schatten des Kapitalismus spüren
Schatten, denen man weder entkommen noch die man aus dieser Welt oder der einstigen Gesellschaft tilgen könnte. Doch von Zeit zu Zeit zeigt sich auch ein Schimmer von Widerstand. Was wäre, wenn? Was wäre, wenn wir das gegenwärtige „So ist es eben“ einfach nicht akzeptieren würden? Gleichzeitig folgen wir einer Familie, wir folgen einer Arbeiterklasse, und wir begleiten sie durch ein langes Buch, das ich gerne länger gehabt hätte , denn jeder Satz war unfassbar stark, schön und voller Weisheit.
„In den Herzen der Menschen wachsen die Früchte des Zornes und werden schwerer, schwer und reif zur Ernte.“
Unglaublich gutes Buch, definitiv eines meiner Favoriten. Ich freue mich schon darauf, es irgendwann noch einmal lesen zu können, wenn genug Zeit vergangen ist und ich genügend Inhalt vergessen habe, auch wenn das noch eine ganze Weile dauern wird, da es so packend war. Es geht um die arme Farmerfamilie Joad während der „Great Depression“ ab 1929 und die starke soziale Ungerechtigkeit, die damit einhergeht. Auf der Suche nach einem besseren Leben lernt die Familie Joad neue Menschen kennen, die ein ähnliches Leid teilen und erleben dabei stets Unglück im Unglück.

Was war das?!
Unverständlich für mich, warum das auf der Liste der Bücher steht, die man mal gelesen haben muss. Ich hab bis zum Schluss nicht verstanden, um was es ging. Gleichzeitig habe ich mich bei jeder Seite gelangweilt. Dieses Buch hat keinen Spannungsbogen oder einen tieferen Sinn für mich gehabt. Falls jemand mir das erklären kann, bin ich gerne bereit zuzuhören… Ganz schlimm.
Ein exorbitant gewaltiges Buch, welches die Schrecken der Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre behandelt. Das Buch hat mich in die Knie gezwungen: Leseabbruch nach etwa der Hälfte des Buches. Ich war dafür zu schwach. Das Buch ist extrem stark. Näheres dazu gibt es auf meinem Kanal Fantastikfreund bei YouTube.































