Die Straße der Ölsardinen

Die Straße der Ölsardinen

Softcover
3.956
Ulrich MatthesVerkrachte Existenzen1930Er JahreHr2-Hörbuchbestenliste

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Ein kleines Städtchen in Amerika

So komisch, leicht und nostalgisch ist diese Prosa, dass man beinahe vergessen könnte, dass es sich um Weltliteratur handelt.

Gelegenheitsarbeiter, Taugenichtse, Dirnen und Sonderlinge bevölkern die Cannery Row im kalifornischen Fischerstädtchen Monterey. Sie leben in alten Lagerhallen wie Mack und seine vier Kumpane, denen jede geregelte Arbeit verhasst ist; sie hausen in ausrangierten Dampfkesseln und verrosteten Röhren auf dem »leeren Platz«, der alles andere als leer ist oder wie Henri, der Maler, in einem Boot Marke Eigenbau, an dem er seit zwanzig Jahren herumbastelt und in dem es keine seiner Frauen und Freundinnen lange aushält. Sie treffen sich im unerschöpflichen Kramladen des Chinesen Lee Chong, um auf Pump einzukaufen, in den Kneipen rund um die Fischkonservenfabriken, in Doras Etablissement und im Laboratorium des einsiedlerisch lebenden Meeresbiologen »Doc«, den sie eines Tages mit einer grandiosen Party überraschen. Und das alles spielt sich unter den misstrauischen Blicken der ordentlichen Bürger von Monterey ab ...

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
160
Price
13.40 €

Author Description

John Ernst Steinbeck, amerikanischer Erzähler deutsch-irischer Abstammung, geboren am 27. Februar 1902 in Salinas, wuchs in Kalifornien auf. 1918-24 Studium der Naturwissenschaften an der Stanford University, Gelegenheitsarbeiter, danach freier Schriftsteller in Los Gatos bei Monterey. Im Zweiten Weltkrieg Kriegsberichterstatter, 1962 Nobelpreis für Literatur, gestorben am 20. Dezember 1968 in New York.

Posts

10
All
4

Liebe zum Detail

Roman über den kleinen Mann - Spielt in Monterey, Kalifornien, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Geschichte hat nicht wirklich einen großen Handlungsstrang, manche Kapitel sind episodenhaft, dennoch hätte ich das Buch - bei mehr Zeit zum Lesen - an einem Tag verschlingen können. Die Charaktere werden regelrecht zum Leben erweckt und man gewinnt sie alle im Laufe der Beschreibungen lieb. Mir sind drei Stellen im Buch aufgefallen, bei denen es interessant wäre zu wissen, wie eine aktuelle Übersetzung das Problem der politischen Inkorrektheit lösen würde 😉 (s. Bsp. auf meinem Foto). Es gibt übrigens auch eine Verfilmung aus dem Jahr 1982 mit Nick Nolte.

Liebe zum Detail
5

"And perhaps that might be the way to write this book - to open the page and let the stories crawl in by themselves."John Steinbeck And the stories did crawl in. Stories about the people that used to live in Monterrey, California, before the second world war. In the center of the stories is 'Doc' a biologist and a philantrop. One story is abot a party that Mack and the boys want to give to Doc. They catch some hundred frogs, trade them at the store of Lee Chong and start a big celebration. Unfortunately some things develop in a direction that was not planned and when Doc arrives at the party he is not happy. I have read the german translation of this book about ten times. This is the first time that I read to original english version (I bought the book in Monterrey, in the store that is described as Lee Chongs store). I would give thus book 6 out if 5 points, as it is very special to me. Inside the stories are the essentials of live: Love, friendship, death, joy, sorrow. And the book is a statement that live is a wonderful and precious thing.

4

„All unsere sogenannten Erfolgreichen sind Leidende, Kranke mit verdorbenen Mägen, verdorbenen Seelen“ Die bildliche Sprache und die detaillierten Beschreibungen, wie etwa des Ford-Motors oder des Flusses Carmel, lassen einen schnell an der Erzählung teilhaben und in die damalige Zeit in Monterey eintauchen. Besonders und interessant ist das Buch für mich, weil ich keinen eindeutigen Handlungsstrang und keine Hauptperson bzw. Helden ausmachen kann, dies aber das literarische Werk nicht schmälert, sondern dazu beiträgt, dass das Geschehene beinahe beiläufig aufgesogen wird.

5

Ich habe dieses Buch mehr als zehnmal gelesen. Ich habe einen Kontinent im Auto durchquert, um die Orte der Handlung zu sehen... Monterey, Kalifornien, in den 1920ern bis 1930ern. Rund um das Labor des Meeresbiologen "Doc" hat sich ein eigenes Biotop angesiedelt. Obdachlose, leichte Mädchen, Tagediebe und Lebenskünstler. In 32 Kapiteln zeigt Steinbeck, wie diese einfachen Menschen leben. Lustig, skuril und teilweise weise.

4

“Cannery Row in Monterey in California is a poem, a stink, a grating noise, a quality of light, a tone, a habit, a nostalgia, a dream. Cannery Row is the gathered and scattered, tin and iron and rust and splintered wood, chipped pavement and weedy lots and junk heaps, sardine canneries of corrugated iron, honky tonks, restaurants and whore houses, and little crowded groceries, and laboratories and flophouses. Its inhabitant are, as the man once said, "whores, pimps, gambler and sons of bitches," by which he meant Everybody. Had the man looked through another peephole he might have said, "Saints and angels and martyrs and holymen" and he would have meant the same thing.”

John Steinbecks "Cannery Row" auf Deutsch "Die Straße der Ölsardinen", spielt in der gleichnamigen Straße in Monterey, Kalifornien, in den 1930er Jahren. Die Cannery Row ist eine Welt für sich: heruntergekommene Ölsardinenfabriken, zwielichtige Bars, kleine Geschäfte und Bewohner, die sich am Rande der Gesellschaft bewegen. Hier leben Außenseiter wie der chinesische Krämer Lee Chong, die Bordellbesitzerin Dora Flood, der einsame Meeresbiologe Doc und eine Gruppe von Männern rund um Mack, die im "Palace Flophouse", einer umgebauten Lagerhalle, hausen. Die Handlung dreht sich um Mack und seine Freunde, die beschließen, Doc zu Ehren eine Party zu organisieren. Doc ist eine zentrale Figur in der Cannery Row, der den Bewohnern oft mit Rat und Tat zur Seite steht. Doch wie es bei Mack und seinen Kumpanen üblich ist, läuft nichts nach Plan. Ihr erster Versuch, die Party zu schmeißen, endet in einem chaotischen Desaster, das Docs Labor verwüstet, bevor die Feier überhaupt beginnt. Dennoch geben sie nicht auf – im zweiten Anlauf gelingt ihnen eine Party, die Doc trotz aller Pannen zu schätzen weiß. Hinter der heiteren Fassade verbirgt sich jedoch eine tiefere Ebene. Steinbeck zeigt die harten Lebensbedingungen der Menschen in der Cannery Row: Armut, soziale Ausgrenzung und das tägliche Überleben in einer Welt, die ihnen wenig Chancen bietet. Trotz allem vermittelt Steinbeck immer wieder das Gefühl von Gemeinschaft und menschlicher Wärme. Steinbecks "Cannery Row" hat mich auf eine ganz besondere Weise berührt. Die Sprache ist unglaublich poetisch, und ich hatte oft das Gefühl, mitten in der Cannery Row zu stehen. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man förmlich den Geruch der Ölsardinenfabriken und die raue Stimmung der Straße spüren kann. Steinbeck schafft es, mit einfachen, aber wirkungsvollen Worten eine ganze Welt zu zeichnen, die zwischen Hoffnungslosigkeit und menschlicher Nähe schwankt. Allerdings muss man sich auf den Roman einlassen können, denn die Geschichte hat keinen klassischen Handlungsstrang. Sie plätschert eher dahin – für mich war das ein wenig schwierig, und ich habe das Buch mehrmals zur Seite gelegt. Doch sobald man sich in diese langsame Erzählweise eingewöhnt, entfaltet der Roman seine ganze Wirkung. Was auf den ersten Blick wie eine lustige Geschichte über eine Gruppe Außenseiter wirkt, entpuppt sich schnell als tiefgründige Erzählung über die harten Realitäten des Lebens am Rande der Gesellschaft. Steinbeck stellt die Frage, was „normal“ überhaupt bedeutet und zeigt, dass selbst die am Rande Stehenden eine Würde und Menschlichkeit besitzen, die oft übersehen wird. Die Dynamik zwischen Doc, der einsamen, aber funktionierenden Figur, und Mack, dem lebenslustigen Aussteiger, spiegelt die Spannung zwischen gesellschaftlicher Anpassung und der Entscheidung, sich bewusst außerhalb des Systems zu stellen. Die Situationskomik, die sich durch das Buch zieht, ist dabei keineswegs veraltet. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich schmunzeln musste, und dennoch lauert unter dieser Leichtigkeit eine tragische Tiefe. Armut und Obdachlosigkeit sind allgegenwärtig, werden aber nie mit erhobenem Zeigefinger behandelt. Steinbeck zeigt die Realität als gegeben – ohne zu beschönigen oder zu moralisieren. Fazit: Trotz der manchmal zähen Handlung und des langsamen Tempos hat "Cannery Row" bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die poetische Sprache und die dichte Atmosphäre, kombiniert mit dem sozialen Tiefgang und den liebenswert-skurrilen Charakteren, machen den Roman zu einem Erlebnis. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass es keine klassische Handlung oder Spannungskurve gibt – es geht vielmehr um die kleinen Momente und die leisen Töne. Steinbecks Fähigkeit, Tragik und Komik so fein zu verweben, macht dieses Buch zu einem zeitlosen Werk. ⭐️⭐️⭐️⭐️

4.5

Außer dem Autor und dem Titel wusste ich im Vorfeld nichts über dieses Buch. Ich hatte keine Ahnung worum es ging. Allein aufgrund des Titels hatte ich eher ein schwergängiges Drama erwartet. Um so überraschter war ich, dass sich sich hier im Grunde eine Story verbarg, die so fluffig und obskur wie ein Wes Anderson Film ist. Eigentlich bekommen wir hier "nur" eine Übersicht über schrägen aber liebenswerten Charaktere, die auf der Cannery Row leben und interagieren. Aber das auf sehr unterhaltsame und kurzweilige Weise. Schöne kleine Überraschung.

4

Eine charmante, amüsante und zugleich erschreckende Geschichte über die Dreißigerjahre im Westen der USA der einfachen und armen Leute. Schlicht und schön. Empfehlenswert.

3

Die Handlung spielt in der kleinen Küstenstadt Monterey in Kalifornien, während der Großen Depression, und erzählt von den skurrilen Bewohnern der Cannery Row, einer Straße voller Fischkonservenfabriken. der Roman überzeugt weniger durch eine zusammenhängende Handlung sondern eher dadurch, dass er episodenhaft erzählt wird. Ein erzählericher Fokus fehlt mir hier. Ich habe mich da eher durchgeschleppt.

4

Despite the total lack of plot, I have to say i really enjoyed this book. Having previously only read steinbeck in literature class, I was pleasently surprised by how easy it is to read. It's not a book that strives to make a Big Point about anything, except perhaps that vagrants are noble and all women are either shrieking harpies or prostitutes (two of Steinbeck's favourite themes, I gather) and I think it's probably better for that. It clips along nicely as an ambling story about a group of philosophical bums who decide to throw the saintly Doc a party, with the expected consequences. It has a great sense of place and community that really makes it work somehow. A nice, easy 1-day read. A bit insubstantial, but that really is one of it's strengths.

Create Post