Der Gott der kleinen Dinge
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Description
In ihrem Bestsellerroman ›Der Gott der kleinen Dinge‹ erzählt Arundhati Roy die schillernde Geschichte einer Familie, die an einer verbotenen Liebe zerbricht. Als die 31-jährige Rahel nach vielen Jahren zurückkehrt in ihr Heimatdorf im südindischen Kerala, ist nichts mehr, wie es einst war. Die Konservenfabrik der Familie verfallen, die geliebte Mutter tot, der Zwillingsbruder verstummt. Zurückgeblieben sind nur die Erinnerungen an eine Kindheit am Fluss, an die bewundernde Liebe zu Velutha, dem dunklen Angestellten ihrer Großmutter, und an einen tragischen Tag im Jahr 1969, der alles veränderte. Eine magische Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche Indiens.
Book Information
Author Description
Arundhati Roy wurde 1959 geboren, wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Den internationalen Durchbruch schaffte sie mit ihrem Debütroman »Der Gott der kleinen Dinge«, für den sie 1997 den Booker Prize erhielt. Neben dem Schreiben widmete sie sich ihrem politischen und humanitären Engagement. Bei S. FISCHER erschienen »Das Ministerium des äußersten Glücks« und die Essaybände »Azadi heißt Freiheit« und »Mein aufrührerisches Herz«. 2024 wurde Arundhati Roy mit dem PEN Pinter Prize ausgezeichnet. Im Herbst 2025 erschien ihr neues Buch »Meine Zuflucht und mein Sturm«, das mit dem National Book Critics Circle Award 2026 (Kategorie Autobiographie) ausgezeichnet wurde.
Posts
Das ist es, was unbedachte Worte anrichten. Sie sorgen dafür, dass die Menschen dich ein bisschen weniger lieben.
In "Der Gott der kleinen Dinge" wird das Portrait einer indischen Familie über mehrere Generationen gezeichnet, überwiegend aus der Sicht von Rahel. Rahel kehrt nach langer Zeit aus den USA zurück zu ihrem indischen Geburtsort Ayemenem, wo noch Teile ihrer Familie leben. Dort begegnet sie auch ihrem Zwillingsbruder Estha, der von seinem Vater zurück-zurückgegeben wurde und seit Jahren nicht mehr spricht. In Rückblenden und Zeitsprüngen erfahren wir mehr über die Familiengeschichte und über den Tod von Sophie Mol, der gleich zu Beginn der Geschichte thematisiert wird und dessen Aufarbeitung sich durch das ganze Buch ziehen wird. Die Autorin findet wunderbare Worte, um Personen und Begebenheiten zu beschreiben. Ihre Worte sind farbenfroh, fantasievoll und sehr poetisch. Sie findet immer wieder passende Bilder, manchmal allerdings verliert sie sich auch darin. Man wird hineingezogen in die indische Welt mit ihrem Kastendenken, den Bräuchen und Gepflogenheiten und der erwarteten Höflichkeit und Anpassung. Hin und wieder blitzt der Humor der Autorin auf, insgesamt ist es aber ein ergreifendes, erschütterndes Buch, bei dem ich oft zwischen Fassungslosigkeit, Mitleid und Wut schwankte. Das Buch ist keine einfache Lektüre. Man muss sich ganz darauf einlassen und konzentrieren, braucht Zeit und Geduld. Es spielt auf mehreren Zeitebenen und oft ist nicht sofort ersichtlich, an welcher Stelle der Geschichte man sich befindet. Diese vielen Zeitsprünge sind herausfordernd, tragen aber auch dazu bei, dass die Spannung aufrechterhalten wird. Schicht für Schicht wird das oft tragische Leben der Familienmitglieder entblättert. Am Ende fügen sich die zarten Fäden zusammen und viele der kleinen Dinge ergeben dann Sinn. Es ist kein Roman für zwischendurch. Er ist sperrig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben. Die Geschichte bleibt in Erinnerung.
Die Botschaft liegt nicht im Anfang oder im Ende, sondern im Dazwischen – in der Mitte.
Es ist war das wohl herausforderndste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Kein klarer Anfang, kein offensichtliches Ziel - nur ein Gewebe aus Gedanken, das sich jeder Linie entzog. Ich suchte nach Struktur, nach Sinn, nach einem roten Faden - vergeblich. Erst durch meinen Lesepartner, dem mein Dank gilt, öffnete sich mir ein Zugang: Vielleicht liegt die Botschaft gerade darin verborgen. Nicht im Extrem, nicht in der Auflösung - sondern im Dazwischen. In der Mitte.

Ich muss leider gestehen, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wieso das Buch mehrere Buchpreise abgeräumt hat. Die bildhafte, beschreibende Sprache hat mir am Anfang zwar gefallen, aber die Storyline wird auf so vielen verschiedenen Zeitebenen erzählt, dass ich Mühe hatte, den Überblick zu behalten. Viele Erzählungen wirkten auf mich ausserdem sehr belanglos und ich wusste nicht wirklich, was sie zum Fortlauf der Geschichte beitragen. Trotz teilweise schwerer Schicksale, die angedeutet werden, blieben die meisten Charaktere für mich bis zuletzt sehr blass. Es wird bereits am Anfang angedeutet, dass es zwei Tode geben wird, wovon einer die verstorbene Cousine Sophie Mol ist. Was genau passiert ist, erfahren wir aber erst am Ende. Und was soll ich sagen? Ich hatte mir da irgendwie mehr erwartet. Das Buch hätte mir vermutlich besser gefallen, wenn die Autorin eine lineare Erzählweise gewählt hätte. Aber so war es ein einziges Hin und Her zwischen vielen Szenen, die für mich nicht immer einen klaren Sinn ergeben haben. Die Geschichte kam mir ausserdem unglaublich lange vor - ich war erstaunt, dass die Printversion nur knapp 380 Seiten umfasst. Für mich hat sich die Hörbucherzählung wie ein Wälzer von 800 Seiten angefühlt. Das einzig Positive, das mir wohl länger in Erinnerung bleiben wird, ist eine Szene in der es um sexuellen Missbrauch geht. Die ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Aber alles andere fand ich schlicht und ergreifend langweilig. Am Schluss habe ich auch gar nicht mehr richtig zugehört und das Ende als Zusammefassung nachgelesen.
Ein moderner Klassiker, der mir bereits zuvor ein Begriff war. Die Essays von Roy haben mir damals weniger zugesagt, aber ich war neugierig zu erfahren, wie mir der Roman gefallen wird. Ich verstehe, weshalb das Buch im Literaturbereich solch einen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Es hat viel Inhalt, spricht schwierige Themen an und bedient sich einer malerischen, fast schwebenden Sprache. Trauma werden angesprochen und auf gesellschaftliche Missstände hingewiesen. Für mich persönlich war dieser Titel leider nichts. Immer wieder hoffe ich auf die literarischen Sensationen, fühle mich dann aber beschämt, weil sich mir ihre Grösse anscheinend nicht erschliessen will. Der literarische Erzählton ist nicht meiner, das musste ich schon vermehrt feststellen. Er lässt mich draussen bleiben, schafft Distanz zu den Figuren und ihren Erlebnissen, sodass ihr Leben an mir vorbeizieht und ich unbetroffen dabei zuschaue. Die Handlung passiert, aber ohne mich. Ich bin nicht involviert, und es scheint auch nicht wichtig zu sein, ob ich da bin oder nicht. So ging es mir hier leider auch. Trotz der Schönheit der Sprache konnte ich diese irgendwann nicht mehr schätzen. Trotz der schlimmen Geschehnisse empfand ich nichts für die Figuren. Einige Szenen waren für mich von historischem Interesse, aber diese waren leider etwas rar gestreut. Auf jeden Fall habe ich das Buch nun gelesen und kann auch sagen, dass Arundhati Roy keine Autorin für mich persönlich ist, ich jedoch ihren Erfolg sehr gut nachvollziehen kann.
The God of Small Language is written in an incredibly beautiful language: you have the feeling that you are actually feeling and smelling India, the most vivid images come to mind. The language is also the thing that kept me reading this book: the story is ok and has some interesting aspects. But all in all I didn't care much for it. You learn about Sophie Mol's death very early in the book and from then on the story drags a bit on. It took me much longer to read this book than expected. The language alone would have been worth almost 6 stars, but with the story I could "only" rate it 4 stars.
Ich war anfangs ziemlich gefesselt von der bildreichen, poetischen Sprache der Geschichte (Deutsche Übersetzung von Anette Grube). Leider zieht sich das Buch unnötig in die Länge, sodass ich irgendwann nur noch genervt war von noch einer und noch einer blumigen Umschreibung irgendeines belanglosen Details. So musste das EINE große Ereignis denn auch immer wieder für kleine Vorausahnungen herhalten, um den Leser bei der Stange zu halten. Dadurch blieb der Autorin am Ende, als das Ereignis dann schließlich eintrat, nur noch wenig neues zu erzählen. Zugute halten muss man dem Buch aber (neben der sprachlichen Schönheit), dass die Kritik u.a. am indischen Kastensystem, aber auch an mangelnden Frauenrechten und dem Verhältnis zur ehemaligen Kolonialmacht, tief in die Geschichte eingewoben und damit unaufdringlich aber dennoch deutlich spürbar ist.
Buch abgebrochen. Ich habe es als Hörbuch gestartet und nach etwas mehr als 2 Stunden von 12 abgebrochen. Es ist mir einfach etwas zu viel magischer Realismus. Ein Charakter spricht überhaupt nicht mehr, ein Mann schlägt seine Frau jeden Abend mit einer Messing Vase. Als jemand dazwischen geht und sagt er soll das nie mehr machen, schlägt er am nächsten Tag seinen Lieblingsstuhl kaputt... Schlägt seine Frau nie mehr, aber spricht auch nicht mehr mit ihr. Das alles geht mir ein bisschen zu weit und ich kann da wenig von abstrahieren...
More of a social study than a family or love story. It's written in breathtakingly poetic language, with creative new word creations and a vivid description of small town India. Tough and sad but in its hard view on the world and in its way of showing us that it's not always us who have the control over our lives amazingly beautiful in a way that you get the feeling that the writing style and story doesn't match at all. That made it a very interesting read for me.
Das Buch: Das Buch dreht sich um Rahel und ihren Zwillingsbruder Estha. Sie kehrt nach vielen Jahren zurück in ihre Heimat Indien und begegnet Estha. Doch warum war ihre Beziehung so zerrüttet, dass sie sich viele Jahre nicht sahen, obwohl sie doch offensichtlich eine geschwisterliche Verbindung miteinander haben? Alles dreht sich scheinbar um den Tag als die Cousine Sophie Mol stirbt. Doch Warum? Und was hatte das mit Rahel und Estha zu tun? Fazit: Das Buch erzählt in Häppchen, wie sich alles zugetragen hat. Es verhält sich nämlich so, dass sich der rote Faden erst nach Beendigung des Buches dem Leser eröffnet. Es wird zwischen den Zeiten hin und her gesprungen. Man muss sich wirklich einen Zeitstrahl vorstellen und selbst die Ereignisse sortieren. Und das ist das einzige Manko an diesen Buch. Wenn ein neues Kapitel anfängt, ist es nicht sofort ersichtlich, in welcher Zeit man sich gerade befindet: im Jetzt? Am Tag als Sophie Mol starb? In der Zeit dazwischen? Oder doch eher die Zeit vor Sophie Mols Ankunft in Indien? Es war echt schwer, die Zusammenhänge auseinander zu halten. Trotzdem lohnt sich dieses Buch! Es ist wirklich außergewöhnlich geschrieben. Arundhati Roy hat einen sehr eigenen, aber sehr fantasievollen Schreibstil. Schon deshalb lohnt sich das Lesen. Zudem ergibt sich am Ende doch eine komplette Tragödie in der Kastengesellschaft Indien.
Uff ganz schön herausfordernd und ich war oft überfordert. Ich habe glaube ich viele Abschnitte gar nicht verstanden bzw. erst viel zu spät. Es gibt viele herausfordernde Namen, viele viele Zeitsprünge und die Geschichte wird in so vielen Bildern erzählt. Bilder, die ich oft nicht verstanden habe und dann als random empfand. (Ich bin mir sicher, nichts davon war random). Wahrscheinlich würde es auch nicht schaden, ein wenig mehr über Indien zu wissen, um die Signifikanz der Geschichte zu erfassen. Die Geschichte tropft nur so von Vorahnung und Gefühl und ich spürte die ganze Zeit, dass „etwas“ passiert— nur zu Greifen bekam ich es nie ganz. Die Geschichte ist teilweise aus den Augen der Kinder erzählt, was wiederum eine tolle Erklärung sein könnte, wieso sich der ganze Batzen an Geschichte und Familiendrama eher wie ein großes Wischiwaschi anfühlt, anstelle von konkreten Beschreibungen und Ereignissen. Für was es mir immer im Kopf bleiben wird ist, wie crafty es ist! Die Sprache (!!!), der Aufbau, das Zusammensetzen von Textpassagen, Liedern, Fragmenten - das ist alles wirklich beeindruckend und sticht so heraus. Es ist einfach Handwerk. Und ich bin froh zumindest eine paar glimpses in die verschiedenen Ebenen und Schichten erhalten zu bekommen (mit viel Hirnschmalz und Konzentration). Und zu guter letzt habe ich wieder gemerkt: Ich liebe Geschichten von Geschwistern (in diesem Fall sogar Zwillingen) <3
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In ihrem Bestsellerroman ›Der Gott der kleinen Dinge‹ erzählt Arundhati Roy die schillernde Geschichte einer Familie, die an einer verbotenen Liebe zerbricht. Als die 31-jährige Rahel nach vielen Jahren zurückkehrt in ihr Heimatdorf im südindischen Kerala, ist nichts mehr, wie es einst war. Die Konservenfabrik der Familie verfallen, die geliebte Mutter tot, der Zwillingsbruder verstummt. Zurückgeblieben sind nur die Erinnerungen an eine Kindheit am Fluss, an die bewundernde Liebe zu Velutha, dem dunklen Angestellten ihrer Großmutter, und an einen tragischen Tag im Jahr 1969, der alles veränderte. Eine magische Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche Indiens.
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Arundhati Roy wurde 1959 geboren, wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Den internationalen Durchbruch schaffte sie mit ihrem Debütroman »Der Gott der kleinen Dinge«, für den sie 1997 den Booker Prize erhielt. Neben dem Schreiben widmete sie sich ihrem politischen und humanitären Engagement. Bei S. FISCHER erschienen »Das Ministerium des äußersten Glücks« und die Essaybände »Azadi heißt Freiheit« und »Mein aufrührerisches Herz«. 2024 wurde Arundhati Roy mit dem PEN Pinter Prize ausgezeichnet. Im Herbst 2025 erschien ihr neues Buch »Meine Zuflucht und mein Sturm«, das mit dem National Book Critics Circle Award 2026 (Kategorie Autobiographie) ausgezeichnet wurde.
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Das ist es, was unbedachte Worte anrichten. Sie sorgen dafür, dass die Menschen dich ein bisschen weniger lieben.
In "Der Gott der kleinen Dinge" wird das Portrait einer indischen Familie über mehrere Generationen gezeichnet, überwiegend aus der Sicht von Rahel. Rahel kehrt nach langer Zeit aus den USA zurück zu ihrem indischen Geburtsort Ayemenem, wo noch Teile ihrer Familie leben. Dort begegnet sie auch ihrem Zwillingsbruder Estha, der von seinem Vater zurück-zurückgegeben wurde und seit Jahren nicht mehr spricht. In Rückblenden und Zeitsprüngen erfahren wir mehr über die Familiengeschichte und über den Tod von Sophie Mol, der gleich zu Beginn der Geschichte thematisiert wird und dessen Aufarbeitung sich durch das ganze Buch ziehen wird. Die Autorin findet wunderbare Worte, um Personen und Begebenheiten zu beschreiben. Ihre Worte sind farbenfroh, fantasievoll und sehr poetisch. Sie findet immer wieder passende Bilder, manchmal allerdings verliert sie sich auch darin. Man wird hineingezogen in die indische Welt mit ihrem Kastendenken, den Bräuchen und Gepflogenheiten und der erwarteten Höflichkeit und Anpassung. Hin und wieder blitzt der Humor der Autorin auf, insgesamt ist es aber ein ergreifendes, erschütterndes Buch, bei dem ich oft zwischen Fassungslosigkeit, Mitleid und Wut schwankte. Das Buch ist keine einfache Lektüre. Man muss sich ganz darauf einlassen und konzentrieren, braucht Zeit und Geduld. Es spielt auf mehreren Zeitebenen und oft ist nicht sofort ersichtlich, an welcher Stelle der Geschichte man sich befindet. Diese vielen Zeitsprünge sind herausfordernd, tragen aber auch dazu bei, dass die Spannung aufrechterhalten wird. Schicht für Schicht wird das oft tragische Leben der Familienmitglieder entblättert. Am Ende fügen sich die zarten Fäden zusammen und viele der kleinen Dinge ergeben dann Sinn. Es ist kein Roman für zwischendurch. Er ist sperrig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben. Die Geschichte bleibt in Erinnerung.
Die Botschaft liegt nicht im Anfang oder im Ende, sondern im Dazwischen – in der Mitte.
Es ist war das wohl herausforderndste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Kein klarer Anfang, kein offensichtliches Ziel - nur ein Gewebe aus Gedanken, das sich jeder Linie entzog. Ich suchte nach Struktur, nach Sinn, nach einem roten Faden - vergeblich. Erst durch meinen Lesepartner, dem mein Dank gilt, öffnete sich mir ein Zugang: Vielleicht liegt die Botschaft gerade darin verborgen. Nicht im Extrem, nicht in der Auflösung - sondern im Dazwischen. In der Mitte.

Ich muss leider gestehen, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wieso das Buch mehrere Buchpreise abgeräumt hat. Die bildhafte, beschreibende Sprache hat mir am Anfang zwar gefallen, aber die Storyline wird auf so vielen verschiedenen Zeitebenen erzählt, dass ich Mühe hatte, den Überblick zu behalten. Viele Erzählungen wirkten auf mich ausserdem sehr belanglos und ich wusste nicht wirklich, was sie zum Fortlauf der Geschichte beitragen. Trotz teilweise schwerer Schicksale, die angedeutet werden, blieben die meisten Charaktere für mich bis zuletzt sehr blass. Es wird bereits am Anfang angedeutet, dass es zwei Tode geben wird, wovon einer die verstorbene Cousine Sophie Mol ist. Was genau passiert ist, erfahren wir aber erst am Ende. Und was soll ich sagen? Ich hatte mir da irgendwie mehr erwartet. Das Buch hätte mir vermutlich besser gefallen, wenn die Autorin eine lineare Erzählweise gewählt hätte. Aber so war es ein einziges Hin und Her zwischen vielen Szenen, die für mich nicht immer einen klaren Sinn ergeben haben. Die Geschichte kam mir ausserdem unglaublich lange vor - ich war erstaunt, dass die Printversion nur knapp 380 Seiten umfasst. Für mich hat sich die Hörbucherzählung wie ein Wälzer von 800 Seiten angefühlt. Das einzig Positive, das mir wohl länger in Erinnerung bleiben wird, ist eine Szene in der es um sexuellen Missbrauch geht. Die ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Aber alles andere fand ich schlicht und ergreifend langweilig. Am Schluss habe ich auch gar nicht mehr richtig zugehört und das Ende als Zusammefassung nachgelesen.
Ein moderner Klassiker, der mir bereits zuvor ein Begriff war. Die Essays von Roy haben mir damals weniger zugesagt, aber ich war neugierig zu erfahren, wie mir der Roman gefallen wird. Ich verstehe, weshalb das Buch im Literaturbereich solch einen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Es hat viel Inhalt, spricht schwierige Themen an und bedient sich einer malerischen, fast schwebenden Sprache. Trauma werden angesprochen und auf gesellschaftliche Missstände hingewiesen. Für mich persönlich war dieser Titel leider nichts. Immer wieder hoffe ich auf die literarischen Sensationen, fühle mich dann aber beschämt, weil sich mir ihre Grösse anscheinend nicht erschliessen will. Der literarische Erzählton ist nicht meiner, das musste ich schon vermehrt feststellen. Er lässt mich draussen bleiben, schafft Distanz zu den Figuren und ihren Erlebnissen, sodass ihr Leben an mir vorbeizieht und ich unbetroffen dabei zuschaue. Die Handlung passiert, aber ohne mich. Ich bin nicht involviert, und es scheint auch nicht wichtig zu sein, ob ich da bin oder nicht. So ging es mir hier leider auch. Trotz der Schönheit der Sprache konnte ich diese irgendwann nicht mehr schätzen. Trotz der schlimmen Geschehnisse empfand ich nichts für die Figuren. Einige Szenen waren für mich von historischem Interesse, aber diese waren leider etwas rar gestreut. Auf jeden Fall habe ich das Buch nun gelesen und kann auch sagen, dass Arundhati Roy keine Autorin für mich persönlich ist, ich jedoch ihren Erfolg sehr gut nachvollziehen kann.
The God of Small Language is written in an incredibly beautiful language: you have the feeling that you are actually feeling and smelling India, the most vivid images come to mind. The language is also the thing that kept me reading this book: the story is ok and has some interesting aspects. But all in all I didn't care much for it. You learn about Sophie Mol's death very early in the book and from then on the story drags a bit on. It took me much longer to read this book than expected. The language alone would have been worth almost 6 stars, but with the story I could "only" rate it 4 stars.
Ich war anfangs ziemlich gefesselt von der bildreichen, poetischen Sprache der Geschichte (Deutsche Übersetzung von Anette Grube). Leider zieht sich das Buch unnötig in die Länge, sodass ich irgendwann nur noch genervt war von noch einer und noch einer blumigen Umschreibung irgendeines belanglosen Details. So musste das EINE große Ereignis denn auch immer wieder für kleine Vorausahnungen herhalten, um den Leser bei der Stange zu halten. Dadurch blieb der Autorin am Ende, als das Ereignis dann schließlich eintrat, nur noch wenig neues zu erzählen. Zugute halten muss man dem Buch aber (neben der sprachlichen Schönheit), dass die Kritik u.a. am indischen Kastensystem, aber auch an mangelnden Frauenrechten und dem Verhältnis zur ehemaligen Kolonialmacht, tief in die Geschichte eingewoben und damit unaufdringlich aber dennoch deutlich spürbar ist.
Buch abgebrochen. Ich habe es als Hörbuch gestartet und nach etwas mehr als 2 Stunden von 12 abgebrochen. Es ist mir einfach etwas zu viel magischer Realismus. Ein Charakter spricht überhaupt nicht mehr, ein Mann schlägt seine Frau jeden Abend mit einer Messing Vase. Als jemand dazwischen geht und sagt er soll das nie mehr machen, schlägt er am nächsten Tag seinen Lieblingsstuhl kaputt... Schlägt seine Frau nie mehr, aber spricht auch nicht mehr mit ihr. Das alles geht mir ein bisschen zu weit und ich kann da wenig von abstrahieren...
More of a social study than a family or love story. It's written in breathtakingly poetic language, with creative new word creations and a vivid description of small town India. Tough and sad but in its hard view on the world and in its way of showing us that it's not always us who have the control over our lives amazingly beautiful in a way that you get the feeling that the writing style and story doesn't match at all. That made it a very interesting read for me.
Das Buch: Das Buch dreht sich um Rahel und ihren Zwillingsbruder Estha. Sie kehrt nach vielen Jahren zurück in ihre Heimat Indien und begegnet Estha. Doch warum war ihre Beziehung so zerrüttet, dass sie sich viele Jahre nicht sahen, obwohl sie doch offensichtlich eine geschwisterliche Verbindung miteinander haben? Alles dreht sich scheinbar um den Tag als die Cousine Sophie Mol stirbt. Doch Warum? Und was hatte das mit Rahel und Estha zu tun? Fazit: Das Buch erzählt in Häppchen, wie sich alles zugetragen hat. Es verhält sich nämlich so, dass sich der rote Faden erst nach Beendigung des Buches dem Leser eröffnet. Es wird zwischen den Zeiten hin und her gesprungen. Man muss sich wirklich einen Zeitstrahl vorstellen und selbst die Ereignisse sortieren. Und das ist das einzige Manko an diesen Buch. Wenn ein neues Kapitel anfängt, ist es nicht sofort ersichtlich, in welcher Zeit man sich gerade befindet: im Jetzt? Am Tag als Sophie Mol starb? In der Zeit dazwischen? Oder doch eher die Zeit vor Sophie Mols Ankunft in Indien? Es war echt schwer, die Zusammenhänge auseinander zu halten. Trotzdem lohnt sich dieses Buch! Es ist wirklich außergewöhnlich geschrieben. Arundhati Roy hat einen sehr eigenen, aber sehr fantasievollen Schreibstil. Schon deshalb lohnt sich das Lesen. Zudem ergibt sich am Ende doch eine komplette Tragödie in der Kastengesellschaft Indien.
Uff ganz schön herausfordernd und ich war oft überfordert. Ich habe glaube ich viele Abschnitte gar nicht verstanden bzw. erst viel zu spät. Es gibt viele herausfordernde Namen, viele viele Zeitsprünge und die Geschichte wird in so vielen Bildern erzählt. Bilder, die ich oft nicht verstanden habe und dann als random empfand. (Ich bin mir sicher, nichts davon war random). Wahrscheinlich würde es auch nicht schaden, ein wenig mehr über Indien zu wissen, um die Signifikanz der Geschichte zu erfassen. Die Geschichte tropft nur so von Vorahnung und Gefühl und ich spürte die ganze Zeit, dass „etwas“ passiert— nur zu Greifen bekam ich es nie ganz. Die Geschichte ist teilweise aus den Augen der Kinder erzählt, was wiederum eine tolle Erklärung sein könnte, wieso sich der ganze Batzen an Geschichte und Familiendrama eher wie ein großes Wischiwaschi anfühlt, anstelle von konkreten Beschreibungen und Ereignissen. Für was es mir immer im Kopf bleiben wird ist, wie crafty es ist! Die Sprache (!!!), der Aufbau, das Zusammensetzen von Textpassagen, Liedern, Fragmenten - das ist alles wirklich beeindruckend und sticht so heraus. Es ist einfach Handwerk. Und ich bin froh zumindest eine paar glimpses in die verschiedenen Ebenen und Schichten erhalten zu bekommen (mit viel Hirnschmalz und Konzentration). Und zu guter letzt habe ich wieder gemerkt: Ich liebe Geschichten von Geschwistern (in diesem Fall sogar Zwillingen) <3















