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Romane

Eden

4,2(89)
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Über das Buch

Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben.

Alba ist Dozentin an der Universität von Reykjavík, als Expertin für aussterbende Sprachen fliegt sie von einer Konferenz zur nächsten. Wie viele Bäume muss ich pflanzen, fragt sie sich, um meinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren? Wenig später erwirbt sie außerhalb von Reykjavík ein altes Haus mit einem Stück Land. Ihr Leben in der Hauptstadt interessiert sie immer weniger, es ist Zeit, sich neu zu erfinden. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Es ist, als hätte man dort nur auf sie gewartet. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Flüchtlinge brauchen eine Sprachlehrerin. Eine mütterliche Beziehung entsteht zu dem 16-jährigen Waisen Danyel, mit dessen Hilfe sie an ihrem Garten Eden baut - ihrem Zufluchtsort in einer immer chaotischer werdenden Welt.

Editionen (1)

ISBN9783458784555
VerlagInsel Verlag
Erscheinungsdatum28.10.25
Seitenzahl251

Rezensionen & Bewertungen

89 Bewertungen

21 Rezensionen

4,2

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  • birgits_books
    birgits_books

    278 Follower

    4,5

    Der leise, tiefgründige und bildhaft erzählte Roman stellt naturnahes Leben und menschliche Nähe in den Mittelpunkt. Seine leichte Sprödigkeit passt zur Landschaft Islands und zur Persönlichkeit Albas. Mir hat er sowohl inhaltlich als auch stilistisch gefallen.

    Mit "Eden" von Auður Ava Ólafsdóttir bin ich lesend nach Island gereist und habe Unerwartetes über das Isländische und andere seltene Sprachen gelernt. Im Mittelpunkt dieses Romanes steht die Linguistin Alba, die als Expertin für seltene Sprachen an zahlreichen Konferenzen weltweit teilnimmt. Dabei kämpft mit hohem Engagement für das Überleben jeder dieser Sprachen und der damit verbundenen Identitäten. Doch ihr ist auch bewusst, dass sie mit ihrer Reisetätigkeit die Umwelt belastet. Daraus erwächst in ihr die Idee, zum Ausgleich für ihren CO2-Fussabdruck Bäume zu pflanzen. Sie findet weit draussen auf dem Land ein Haus mit grossem Grundstück und beginnt sich einzurichten. Sie informiert sich über sturmerprobte Pflanzen und beginnt sie zu setzen. Sie ist offen für das, was im Dorf passiert, und beginnt sich zu integrieren. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass es noch einen weiteren Grund für ihren Rückzug aus der Stadt gibt. Der Rückzug aufs Land gibt ihr die Möglichkeit, diese Erfahrung zu verarbeiten. Die Menschen im Dorf sind neugierig auf sie. Sie wird gebraucht. Und je mehr sie im Dorf ankommt, um so mehr lässt sie ihre alten Aufgaben los und übernimmt Verantwortung in ihrem neuen Leben. In diesem Roman geht es in vieler Hinsicht um Sprache. Es geht aber um die Entwicklung von persönlichen Werten und Zielen im Laufe eines Lebens. Eine Arbeit in der Wissenschaft kann für Jahre oder Jahrzehnte Sinn stiften, aber sie kann auch irgendwann den Wunsch hervorrufen, etwas Tatkräftiges und Alltagsnahes zu tun. Genau das erlebt Alba und regt damit zum Nachdenken an.

    9. Feb. 2026

  • fraukasimir
    fraukasimir

    45 Follower

    4,0

    Umbrüche auf Isländisch

    Die Protagonistin Alba, Linguistin und Übersetzerin, zieht aus der isländischen Hauptstadt in das ehemalige Haus einer Krimiautorin in der weiten Landschaft der Insel. Wir Leser begleiten sie dabei, wie sie das Haus renoviert, in der kargen Landschaft Islands versucht, Bäume zu pflanzen und die ansässige Bevölkerung immer besser kennenlernt, zu der auch ein geflüchteter Teenager gehört, der sich immer mehr einen Weg in Albas Leben bahnt. Wer eine tempo- und spannungsreiche Handlung sucht, wird in diesem Buch nicht fündig werden. Dafür erhält man eine atmosphärisches Leseerlebnis, das ich sehr geschätzt habe. Die Charakteristik der isländischen Landschaft war nicht nur in den tollen Naturbeobachtungen spürbar. Es fühlt sich an, als ob sich der stille und karge Reichtum der Landschaft auch auf die Figuren übertragen hat, die jede für sich besonders war: Alba, ihr Vater, dessen bester Freund, der Verkäufer im Dorf… jeder hat seine eigene Poesie und Kraft. Ich mochte außerdem die Ausflüge in die Linguistik, die immer wieder eingestreut wurden sowie den unterschwelligen Humor, der sich durch die Figuren, aber auch die Geschehnisse zieht. In diesem Buch wird auch in den Momenten viel erzählt, in denen nichts passiert wird. Wer einmal in diese atmosphärische Stille hören bzw. lesen möchte, dem kann dieses Buch nur empfohlen werden.

    Umbrüche auf Isländisch

    16. Apr. 2026

  • 5,0

    Dies ist mein zweites Buch der Autorin und sicherlich nicht mein letztes 🤍 Schon mit ihrem Roman "Miss Island" konnte sie mich absolut überzeugen! Die Linguistin und Expertin für aussterbende Sprachen, Alba, reißt von Konferenz zu Konferenz. Immer wieder bleibt ihr Blick und ihre Gedanken bei einem Wort hängen. Z. B. die stammverwandten Wörter heimur und heimili (was für wunderschöne Worte🤍) bedeuten auf isländisch Welt und Zuhause. Das hat mich sehr berührt. Wie schön wäre es wenn das für jede Sprache und jeden Sprachgebrauch weltweit gelten könnte. Die Wrlt als ein Zuhause für jeden Menschen, jedes Lebewesen. Überhaupt geht es in dem Buch sehr viel um Sprache und Wörter. Als Alba in einem Schaufenster ein Inserat mit Schreibfehler entdeckt, entdeckt sie gleichzeitig ein Haus mit großem Grundstück auf dem Land. Um ihrem klimatischen Fußabdruck der vielen Flüge entgegenzuwirken, kauft sie besagtes Gelände und beginnt hunderte von Bäumen zu pflanzen. Was mich besonders an diesem Buch bewegt, ist nicht nur die Story an sich, sondern das Wie, wie sie erzählt wird. Die ruhige, zugewandte Kommunikation mit Albas Mitmenschen, besonders aber mit ihrem Vater, die Beschreibungen der besonderen Natur in Island. Alba grübelt "über die kuriose Tatsache, dass die Skala für Windstärken vom isländischen metereologischen Institut sich auf unserer waldlosen Insel ausgerechnet an Bäumen orientiert." Island ist der drittwindigste Ort auf der Welt. Es sind Begriffe wie "wundrote Morgendämmerung" die mich begeistern. Alba sortiert ihr Leben von Grund auf neu und ich bin so gerne dabei. Der Umgang mit ihren Mitmenschen, ihr Engagement, sie ruht so sehr in sich, ist so zuversichtlich, dass sich alles zum Guten wenden wird. Schafft sich ihren Garten Eden um sich auch selbst versorgen zu können. Wer ein sprachfiligranes, nachenkliches Buch sucht, welches sich mit dem Isländischen, der Natur und Zwischenmenschlichem beschäftigt, ist hier genau richtig. Große Leseempfehlung!

    4. Dez. 2025

3 von 21 Rezensionen

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Seitenbasierte Kommentare

Seite 17068%
mairegen
mairegen29. Apr. 2026

Das episodenartige Erzählen ist so intensiv, dass ich das Buch immer mal zur Seite legen muss. Aber ich mag es sehr.

Autorin / Autor

Über Auður Ava Ólafsdóttir

Audur Ava Ólafsdóttir, eine der besten Schriftstellerinnen Islands, lebt in Reykjavík. Sie schreibt Romane, Theaterstücke und Gedichte. Ihre Bücher, in 25 Sprachen übersetzt, wurden vielfach ausgezeichnet. Für ihren Roman Miss Island erhielt sie in Frankreich 2019 den Prix Médicis étranger für den besten ausländischen Roman des Jahres. Im Insel Verlag erschien zuletzt ihr Roman Hotel Silence.

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