Die Wahlverwandtschaften

Die Wahlverwandtschaften

Softcover
3.655
WielandEntsagungScheiternOtto

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Description

Goethes 1809 erschienener Roman ist ebenso berühmt wie schwer einzuordnen: Das chemische Bild der Wahlverwandtschaften (eine stärkere Säure verdrängt eine schwächere Säure aus ihren Salzen, und es ergeben sich neue Verbindungen) beschreibt das tragische Geschehen um das Paar Charlotte und Eduard. Ihre Ehe zerbricht durch das Hinzukommen von Otto und Ottilie, es bilden sich neue Paare. Das unaufhaltsam tragische Ende erinnert an die griechische Tragödie, die Figur der christlichen Märtyrerin am Ende lässt an die Romantik denken, der strenge Aufbau an Werke der Weimarer Klassik.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
365
Price
7.90 €

Posts

6
All
4

Nach den Leiden des jungen W mein zweiter Roman von Goethe. Tja das Buch ist so zu Hälfte Liebesgeschichte und zur Hälfte Drama. Als es 1809 erschien kam es wohl nicht so gut an aber ich kenn mich jetzt da nicht so gut aus um Vergleiche anzustellen. Für mich war der erste Teil des Buches richtig gut geschrieben und die Entwicklungen haben mir echt Spaß gemacht. Dann bricht das ganze zur Mitte ziemlich ein um am Ende in so einem Shakespeare ähnlichem Katastrophen Szenario zu Enden. Also für Interessierte die Sprache ist auch nach 200 Jahren gut zu lesen und auch wenn das damals natürlich anders war als heute kann man sich halbwegs in die Entscheidungen einfinden. Ich ziehe nur einen Stern wegen dem Mittelteil ab und wegen dem viel zu dramatischen Ende was überhaupt nicht passt für mich. Übrigens wer heute diese young adult Bücher liest und denkt was da abgeht wäre schräg muss das hier mal lesen um zu sehen wie Beziehungen damals waren.

4

“Mir sind leider Fälle genug bekannt, wo einige innige, unauflöslich scheinende Verbindungen zweier Wesen durch gelegentliche Zugesellung eines Dritten aufgehoben und eins der erst so schön verbundenen ins lose zweite hinausgetrieben ward.” Ein Roman welcher Goethes private Konflikte widerspiegelt. Im Kontext der heutigen Zeit zwar stark auf die traditionellen Rollenbilder verhaftet, für damals jedoch sehr fortschrittlich. Insgesamt ein empfehlenswertes Buch für Leser die Freude an Klassikern haben.

4

Die Eheleute Charlotte und Eduard haben mehr Haus und Hof, als sie für ihre Zwecke benötigen. Da sie, immerzu mit dem Ausbau beschäftigt, helfende Hände und Unterhaltung gut gebrauchen können, beschließen sie, zwei Freunden in Not Obhut zu gewähren. Was anfangs eine nette Abwechslung darstellt, wird bald zu starken Gefühlen, die nur noch schwer zu bändigen sind. Goethe geht in seinem Roman den menschlichen Beziehungen und ihren Abgründen auf den Grund. Die Figuren entwickeln eine spannende Dynamik, die sich schlussendlich bis ins hochdramatische zuspitzt. Die Anhänge dieser Edition sind sehr aufschlussreich bezüglich Goethes eigenen Gedanken seinem Werk gegenüber, als auch denen seiner Freunde.

4

Wahrscheinlich Goethes vollkommenster Roman

„Die Wahlverwandtschaften“ ist ein Roman welcher den Konflikt zwischen Gesellschaftlichen Konventionen und unbändiger Leidenschaft widerspiegelt. Für die damalige Zeit sind Goethes Ansichten, von der Ehe durchaus modern, aber auch seine Schilderung, des Bildungswesen sind sehr interessant mitzuverfolgen. In der zweiten Hälfte, wird der Roman zudem auch sehr philosophisch, was nicht wenige wertvolle Zitate zur Konsequenz hat.

2

2,5 Sterne Das Buch handelt von den Eheleuten Eduard und Charlotte, die sich einen Freund von Eduard und ein Mündel von Charlotte namens Ottilie einladen. Leider verlieben sie sich die Eheleute jeweils in die Gäste. Doch während sich Charlotte und der Gast noch zügeln können, verfällt Eduard Ottilie mit Haut und Haar. Sie erwiedert zwar seine Liebe, da er aber verständlicherweise auf Widerstand von Seiten Charlottens stösst und diese auch noch ein Kind von ihrem Mann erwartet, flüchtet sich Eduard an eine Kriegsfront, um den Tod zu suchen und so einen Ausweg aus seiner Lage zu finden. Der Plan geht aber nicht auf und er kommt hochdekoriert zurück in die Heimat. Dort ist in der Zwischenzeit sein Sohn geboren worden, doch er drängt trotzdem auf die Scheidung und versucht mithilfe seines Freundes, der dann die geschiedene Ehefrau samt Sohnemann "bekommen" hätte, Charlotte von der Trennung zu überzeugen. Doch dann ereignen sich dramatische Wendungen und es kommt ganz anders. Der Schreibstil von Goethe sagt mir einfach nicht zu. Natürlich ist die Sprache in einem 200 Jahre Buch antiquiert, mich haben aber zusätzlich noch die vielen Schachtelsätze gestört. Der Roman wurde von Goethe mit Anfang Fünfzig herausgebracht und ist in dem Sinne interessant, da er sich auch, selbst verheiratet, in eine bedeutend jüngere Frau verliebt hat. Er zeichnet hier ein gutes Bild der damaligen Gesellschaft, denn obwohl die Ehescheidung seit 1775 in Deutschland erlaubt war, sah man oft immer noch auf Menschen herab die sich einen solchen Skandal leisteten. Daher war es damals immer noch nicht so üblich, die Scheidung einzureichen. Da Goethe ja auch ein großes Interesse an Naturwissenschaften hatte, lässt er zudem noch die damals gebräuchliche These von der Wahlverwandtschaft von chemischen Stoffen einfließen und bezieht dieses Phänomen auf die menschliche Anziehungskraft. Das hat mir gut gefallen, weil der Leser, zumindest damals, auch noch Wissen und nicht nur Unterhaltung aus dem Roman ziehen konnte. Abgesehen vom schweren Schreibstil fand ich das Drama dann aber doch um einiges zu dramatisch, da immer noch eins drauf gesetzt wurde, um darzustellen, wie sehr sich vor allem Eduard als Opfer sieht. Charlotte hingegen behielt, trotz großer Schicksalschläge einen klaren Kopf und geht nicht dermaßen emotional an die Sache ran. Das hat dazu geführt, das mir das Buch deutlich besser als "Die Leiden des jungen Werther" gefallen hat, wo es ja nur um Jammerei und Selbstmitleid ging. Diese Roman hier war sehr viel vielschichtiger, woran man die Entwicklung des Autoren gut erkennen konnte.

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