Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah
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Description
Småland 1852: Algot Olsson, Sohn eines Schweinezüchters, bleibt nach dem Tod seines Vaters nur ein Kartoffelacker und ein Destillierapparat für den Hausgebrauch. Doch Algot hat Grips, Geschäftssinn und eine Idee: Für die Gleisarbeiter, die gerade die ersten Eisenbahnschienen verlegen und wie alle Schweden nur grauenvollen Fusel gewohnt sind, brennt Algot richtig guten Schnaps und ist damit so erfolgreich, dass der missgünstige Graf Bielkegren ihn mit allen Mitteln sabotiert.
Zum Glück hat Algot gute Freunde an seiner Seite: den aus Bayern geflohenen Druckermeister Helmut, der es mit der Wahrheit manchmal nicht ganz so genau nimmt, und dessen ebenso hübsche wie resolute Tochter Anna Stina. Gemeinsam trotzen sie den Intrigen des Grafen, und so wird aus Algots Schwarzbrand kurzerhand ›Apotheker Otterdahls Tropfen gegen trübe Gedanken‹ – ein weiterer Verkaufsschlager und, wie sich zeigt, wahres Wundermittel, das nicht nur des Königs Zahnschmerzen heilt, sondern sogar Kriege vereitelt. Doch hilft es auch bei hoffnungsloser Verliebtheit?
Rasant, voller genialer Pointen und aberwitziger Verstrickungen – der neue Roman von Bestsellerautor Jonas Jonasson ist »ein wunderbarer Weg, sich in diesen düsteren Zeiten in eine heitere Welt zu beamen.« Münchner Merkur
Book Information
Author Description
Jonas Jonasson, geboren 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen »Smålandsposten« und »Expressen«. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er seine Firma und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«. Das Buch wurde weltweit zu einem Bestseller und auch höchst erfolgreich verfilmt. Seitdem beglückt Jonas Jonasson seine Fans immer wieder mit turbulent witzigen Romanen, jeder ein wahres Feuerwerk an genialen Einfällen und jeder ein gefeierter Bestseller.
Posts
Genial skurril
Worum geht’s? Weil die Gräfin Platz für ihre Pferde braucht, verlangt sie von ihrem Mann, die Familie Olsson zu vertreiben und deren Land zu vereinnahmen. Um die Gräfin milde zu stimmen, sind dem Graf hierfür alle Mittel recht. Kurz darauf ist der junge Algot Olsson Waise und sitzt auf der Straße. Doch er hat von seinem Vater einen Destillierapparat geerbt und hat zudem Grips und Geschäftssinn. Meine Meinung: Der neue Roman von Jonas Jonasson hat es wieder in sich. „Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah“ lässt die Leser wieder voll auf ihre Kosten kommen. Ich mag den Schreibstil des Autors, der uns diesmal ins Smaland im 19. Jahrhundert führt. In niveauvoller Sprache bringt er seine Geschichten lebendig und fantasievoll zu Papier – und hat absoluten Wiedererkennungswert! In seinem neuesten Buch lernen wir eine Gräfin kennen, die ausschließlich Französisch spricht, zwei Deutsche, die alle möglichen Sprachen sprechen. Einen homosexuellen Marquis und jede Menge Amtsmänner. Wir begegnen zwei Holländern. Aber hauptsächlich begleiten wir Algot, der es faustdick hinter den Ohren hat und aus jeder Situation das Beste für sich herauszieht. Ich weiß nicht, wer gewiefter ist: Algot oder Helmut? Auch der deutsche Druckermeister hat es faustdick hinter den Ohren und biegt die Wahrheit gerne ab und an für sich gerade. Was ich aber besonders an den Büchern von Jonas Jonasson mag ist, dass er wundervoll skurrile Situationen entstehen lässt und mit Herz und Humor diese Situationen immer noch skurriler und skurriler werden lässt. Eins ergibt immer das andere und in diesem Buch gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt. Auch die historischen Einfügungen bezüglich der Königshäuser zwischen den Kapiteln sind humorvoll und unterhaltsam dargestellt. Ich habe null Ahnung, wie viel hiervon tatsächlich Fakt ist, aber es ist witzig und kurzweilig und man kann wirklich überhaupt nicht vorhersehen, was auf der nächsten Seite wohl passiert. Aber dass die Menschen eventuell wirklich so gedacht haben, das kann man sich durchaus vorstellen. Anfangs gab es für mich ein paar Längen, bis wir dann alle Parteien kennengelernt hatten. Aber dann ging es Schlag auf Schlag und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, weil ich wissen wollte, was Algot, Helmut und all den anderen noch so einfällt. Besonders das Ende ist der Hit! Einfach mal den Spieß umdrehen und Schwein haben – was will man mehr! Hier bekommt der Spruch: Wie du mir, so ich dir oder auch Was du nicht willst, das man dir tu… eine ganz neue Bedeutung. Von mir auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung! Fazit: Auf seine ganz eigene Art erzählt uns Jonas Jonasson in „Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah“ aus dem Leben von Algot und seinen Freunden. Hierbei ist es nach anfänglichen Längen wieder absolut unterhaltsam und skurril und ich habe keine Ahnung, wie man auf solche genialen Ideen kommt! Für mich ist immer absolut unvorhersehbar aber auch total unterhaltsam, was in seinen Büchern passiert. Und auch hier wurde ich wieder wundervoll unterhalten und habe immer wieder beim Lesen schmunzeln müssen. 4 Sterne von mir!
Es war okay
Ein kurzweiliges sympathisches Buch im typischen kuriosen Stil des Autors geschrieben. Leider kommt es nicht an den hundertjährigen heran. An manch wenigen Stellen musste ich schmunzeln. Die Charaktere waren sympathisch und habe das Buch gerne gelesen. Es wirkt allerdings ein bisschen so, als ob der Autor verkrampft versucht in die Fußstapfen seines Debüt Bestsellers zu steigen, es aber nie wirklich schafft. Vielleicht wäre es an der Zeit sich stilistisch weiterzuentwickeln, oder einmal eine ganz neue Richtung einzuschlagen.
Sein bisher schwächstes Buch
**** Worum geht es? **** Vom Schweinebauern zum Schwarzbrenner – alles dank der Grafenfamilie, und mittendrin die Liebe. **** Mein Eindruck **** Leider hat mich das Buch von Anfang an enttäuscht. Ich bin ein Fan des Autors, seines Humors, seiner zynischen Kritik, verpackt in skurrile Romanideen, und seines einzigartigen Stils. Vieles davon findet sich auch hier wieder – allerdings diffus, langatmig und versteckt zwischen viel zu schnellen Kapitelwechseln. Die Figuren waren nett, die Geschichte war nett, die Entwicklung zog sich dahin. Einzig das Ende hat für mich volle Punktzahl verdient – da habe ich die gewohnte Stärke des Autors wiedererkannt. Doch im Vergleich zu seinen anderen Werken, die ich deutlich stärker finde, war ich wirklich frustriert, mich durch über 400 Seiten kämpfen zu müssen, um zum eigentlichen Kern der Geschichte vorzudringen. **** Empfehlung? **** Leider eine Enttäuschung. Trotzdem könnten eingefleischte Fans des Autors oder Liebhaber historischer Settings mit schwedisch-zynischem Einschlag hier genau das finden, was sie suchen.
Jonas Jonasson ist ein Phänomen, das man entweder liebt oder eben irgendwann überdrüssig wird. Nach dem immensen Erfolg seines Debüts Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand hatten viele Leserinnen und Leser den Eindruck, Jonasson habe seinen literarischen Baukasten einmal zusammengeschraubt – und dann in immer neuen Kombinationen variiert. Wer so denkt, sollte Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah trotzdem eine Chance geben. Denn dieser Roman beweist: Jonasson hat sein eigenes Rezept nicht nur wiederholt, sondern verfeinert – ähnlich wie sein Protagonist Algot Olsson, der aus dem Erbe seines Vaters, einem Schnapsrezept, eine Revolution destilliert. Wir befinden uns in Småland, im Jahr 1852, einer Region, die zu dieser Zeit vor allem durch drei Dinge geprägt war: Armut, Alkohol und Adel. In genau dieser Reihenfolge. Algot, ein Bauernsohn mit Sinn für das Praktische und einer Nase für hochprozentige Geschäftsideen, wird von seinem adeligen Grundherren aus dem gepachteten Häuschen geworfen – nur um wenig später in einer neuen Bleibe heimlich mit der Schnapsproduktion zu beginnen. Was folgt, ist keine Geschichte des wirtschaftlichen Aufstiegs, sondern ein aberwitziges Sittengemälde über Klassenverhältnisse, Machtmissbrauch und die sprichwörtliche schwedische Gelassenheit im Angesicht der Absurdität des Lebens. Jonasson erzählt das mit einer Trockenheit, die an norddeutsches Küstenwetter erinnert. Sein Humor ist nicht schreiend komisch, sondern scharf wie ein guter Aquavit. Natürlich begegnen wir wieder einer Reihe exzentrischer Gestalten: Ein adliger Schwadroneur, dessen geistige Fähigkeiten eher ins Spülwasser gehören als in die Politik; eine emanzipierte Druckerstochter, die nicht nur mit Worten kämpft, sondern auch mit dem Bratpfannen-Äquivalent zur Guillotine; und ein perpetuell betrunkener Engländer, der mehr Weisheit im Suff offenbart als die meisten in nüchternem Zustand. Diese Figuren sind keine Karikaturen, sondern kunstvoll überzeichnete Typen, die der Autor mit liebevoller Ironie entlarvt – und gerade dadurch glaubwürdig macht. Was man diesem Buch nicht vorwerfen kann, ist Mangel an Themen. Hier geht es um nichts Geringeres als soziale Ungleichheit, den trügerischen Glanz des Adels, die Kraft der Gemeinschaft, die Moral der Besitzenden und die Frage, ob eine gute Geschichte nicht manchmal überzeugender ist als ein Gesetzbuch. Und das alles in einem Tonfall, der durchweg von lakonischer Eleganz getragen wird. Jonasson gelingt es, historische Wahrheit und satirische Freiheit zu verbinden, ohne dass das eine dem anderen den Rang abläuft. Wer hier einen historischen Roman im Sinne von Detailverliebtheit und Fußnoten erwartet, ist falsch beraten. Wer allerdings bereit ist, das Historische als Folie für eine zeitlos menschliche Komödie zu begreifen, wird reich belohnt. Natürlich ist nicht alles perfekt. Der Einstieg ist zäh wie ein nasser Småland-Winter, und auch wenn der Plot gegen Ende gekonnt aufgelöst wird, fehlt ihm doch der eine, zündende Überraschungsmoment, der ein gutes Buch in ein großartiges verwandelt. Aber Jonasson ist klug genug, um nicht auf den billigen Effekt zu setzen. Er vertraut auf seine Figuren, auf die Dialoge, auf die Konstellationen – und vor allem auf die Wirkung eines gut platzierten Satzes, der mehr entlarvt als ein ganzes Kapitel. Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah ist nicht nur ein amüsanter Roman, sondern ein literarisches Destillat, das aus den besten Zutaten besteht: Humor, Menschenkenntnis, historische Sensibilität und einer Portion gesundem Zorn. Wer also glaubt, Literatur müsse entweder ernst oder unterhaltsam sein, der wird hier eines Besseren belehrt. Denn Jonasson zeigt einmal mehr: Die Wahrheit schmeckt manchmal am besten, wenn sie brennt.
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Småland 1852: Algot Olsson, Sohn eines Schweinezüchters, bleibt nach dem Tod seines Vaters nur ein Kartoffelacker und ein Destillierapparat für den Hausgebrauch. Doch Algot hat Grips, Geschäftssinn und eine Idee: Für die Gleisarbeiter, die gerade die ersten Eisenbahnschienen verlegen und wie alle Schweden nur grauenvollen Fusel gewohnt sind, brennt Algot richtig guten Schnaps und ist damit so erfolgreich, dass der missgünstige Graf Bielkegren ihn mit allen Mitteln sabotiert.
Zum Glück hat Algot gute Freunde an seiner Seite: den aus Bayern geflohenen Druckermeister Helmut, der es mit der Wahrheit manchmal nicht ganz so genau nimmt, und dessen ebenso hübsche wie resolute Tochter Anna Stina. Gemeinsam trotzen sie den Intrigen des Grafen, und so wird aus Algots Schwarzbrand kurzerhand ›Apotheker Otterdahls Tropfen gegen trübe Gedanken‹ – ein weiterer Verkaufsschlager und, wie sich zeigt, wahres Wundermittel, das nicht nur des Königs Zahnschmerzen heilt, sondern sogar Kriege vereitelt. Doch hilft es auch bei hoffnungsloser Verliebtheit?
Rasant, voller genialer Pointen und aberwitziger Verstrickungen – der neue Roman von Bestsellerautor Jonas Jonasson ist »ein wunderbarer Weg, sich in diesen düsteren Zeiten in eine heitere Welt zu beamen.« Münchner Merkur
Book Information
Author Description
Jonas Jonasson, geboren 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen »Smålandsposten« und »Expressen«. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er seine Firma und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«. Das Buch wurde weltweit zu einem Bestseller und auch höchst erfolgreich verfilmt. Seitdem beglückt Jonas Jonasson seine Fans immer wieder mit turbulent witzigen Romanen, jeder ein wahres Feuerwerk an genialen Einfällen und jeder ein gefeierter Bestseller.
Posts
Genial skurril
Worum geht’s? Weil die Gräfin Platz für ihre Pferde braucht, verlangt sie von ihrem Mann, die Familie Olsson zu vertreiben und deren Land zu vereinnahmen. Um die Gräfin milde zu stimmen, sind dem Graf hierfür alle Mittel recht. Kurz darauf ist der junge Algot Olsson Waise und sitzt auf der Straße. Doch er hat von seinem Vater einen Destillierapparat geerbt und hat zudem Grips und Geschäftssinn. Meine Meinung: Der neue Roman von Jonas Jonasson hat es wieder in sich. „Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah“ lässt die Leser wieder voll auf ihre Kosten kommen. Ich mag den Schreibstil des Autors, der uns diesmal ins Smaland im 19. Jahrhundert führt. In niveauvoller Sprache bringt er seine Geschichten lebendig und fantasievoll zu Papier – und hat absoluten Wiedererkennungswert! In seinem neuesten Buch lernen wir eine Gräfin kennen, die ausschließlich Französisch spricht, zwei Deutsche, die alle möglichen Sprachen sprechen. Einen homosexuellen Marquis und jede Menge Amtsmänner. Wir begegnen zwei Holländern. Aber hauptsächlich begleiten wir Algot, der es faustdick hinter den Ohren hat und aus jeder Situation das Beste für sich herauszieht. Ich weiß nicht, wer gewiefter ist: Algot oder Helmut? Auch der deutsche Druckermeister hat es faustdick hinter den Ohren und biegt die Wahrheit gerne ab und an für sich gerade. Was ich aber besonders an den Büchern von Jonas Jonasson mag ist, dass er wundervoll skurrile Situationen entstehen lässt und mit Herz und Humor diese Situationen immer noch skurriler und skurriler werden lässt. Eins ergibt immer das andere und in diesem Buch gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt. Auch die historischen Einfügungen bezüglich der Königshäuser zwischen den Kapiteln sind humorvoll und unterhaltsam dargestellt. Ich habe null Ahnung, wie viel hiervon tatsächlich Fakt ist, aber es ist witzig und kurzweilig und man kann wirklich überhaupt nicht vorhersehen, was auf der nächsten Seite wohl passiert. Aber dass die Menschen eventuell wirklich so gedacht haben, das kann man sich durchaus vorstellen. Anfangs gab es für mich ein paar Längen, bis wir dann alle Parteien kennengelernt hatten. Aber dann ging es Schlag auf Schlag und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, weil ich wissen wollte, was Algot, Helmut und all den anderen noch so einfällt. Besonders das Ende ist der Hit! Einfach mal den Spieß umdrehen und Schwein haben – was will man mehr! Hier bekommt der Spruch: Wie du mir, so ich dir oder auch Was du nicht willst, das man dir tu… eine ganz neue Bedeutung. Von mir auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung! Fazit: Auf seine ganz eigene Art erzählt uns Jonas Jonasson in „Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah“ aus dem Leben von Algot und seinen Freunden. Hierbei ist es nach anfänglichen Längen wieder absolut unterhaltsam und skurril und ich habe keine Ahnung, wie man auf solche genialen Ideen kommt! Für mich ist immer absolut unvorhersehbar aber auch total unterhaltsam, was in seinen Büchern passiert. Und auch hier wurde ich wieder wundervoll unterhalten und habe immer wieder beim Lesen schmunzeln müssen. 4 Sterne von mir!
Es war okay
Ein kurzweiliges sympathisches Buch im typischen kuriosen Stil des Autors geschrieben. Leider kommt es nicht an den hundertjährigen heran. An manch wenigen Stellen musste ich schmunzeln. Die Charaktere waren sympathisch und habe das Buch gerne gelesen. Es wirkt allerdings ein bisschen so, als ob der Autor verkrampft versucht in die Fußstapfen seines Debüt Bestsellers zu steigen, es aber nie wirklich schafft. Vielleicht wäre es an der Zeit sich stilistisch weiterzuentwickeln, oder einmal eine ganz neue Richtung einzuschlagen.
Sein bisher schwächstes Buch
**** Worum geht es? **** Vom Schweinebauern zum Schwarzbrenner – alles dank der Grafenfamilie, und mittendrin die Liebe. **** Mein Eindruck **** Leider hat mich das Buch von Anfang an enttäuscht. Ich bin ein Fan des Autors, seines Humors, seiner zynischen Kritik, verpackt in skurrile Romanideen, und seines einzigartigen Stils. Vieles davon findet sich auch hier wieder – allerdings diffus, langatmig und versteckt zwischen viel zu schnellen Kapitelwechseln. Die Figuren waren nett, die Geschichte war nett, die Entwicklung zog sich dahin. Einzig das Ende hat für mich volle Punktzahl verdient – da habe ich die gewohnte Stärke des Autors wiedererkannt. Doch im Vergleich zu seinen anderen Werken, die ich deutlich stärker finde, war ich wirklich frustriert, mich durch über 400 Seiten kämpfen zu müssen, um zum eigentlichen Kern der Geschichte vorzudringen. **** Empfehlung? **** Leider eine Enttäuschung. Trotzdem könnten eingefleischte Fans des Autors oder Liebhaber historischer Settings mit schwedisch-zynischem Einschlag hier genau das finden, was sie suchen.
Jonas Jonasson ist ein Phänomen, das man entweder liebt oder eben irgendwann überdrüssig wird. Nach dem immensen Erfolg seines Debüts Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand hatten viele Leserinnen und Leser den Eindruck, Jonasson habe seinen literarischen Baukasten einmal zusammengeschraubt – und dann in immer neuen Kombinationen variiert. Wer so denkt, sollte Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah trotzdem eine Chance geben. Denn dieser Roman beweist: Jonasson hat sein eigenes Rezept nicht nur wiederholt, sondern verfeinert – ähnlich wie sein Protagonist Algot Olsson, der aus dem Erbe seines Vaters, einem Schnapsrezept, eine Revolution destilliert. Wir befinden uns in Småland, im Jahr 1852, einer Region, die zu dieser Zeit vor allem durch drei Dinge geprägt war: Armut, Alkohol und Adel. In genau dieser Reihenfolge. Algot, ein Bauernsohn mit Sinn für das Praktische und einer Nase für hochprozentige Geschäftsideen, wird von seinem adeligen Grundherren aus dem gepachteten Häuschen geworfen – nur um wenig später in einer neuen Bleibe heimlich mit der Schnapsproduktion zu beginnen. Was folgt, ist keine Geschichte des wirtschaftlichen Aufstiegs, sondern ein aberwitziges Sittengemälde über Klassenverhältnisse, Machtmissbrauch und die sprichwörtliche schwedische Gelassenheit im Angesicht der Absurdität des Lebens. Jonasson erzählt das mit einer Trockenheit, die an norddeutsches Küstenwetter erinnert. Sein Humor ist nicht schreiend komisch, sondern scharf wie ein guter Aquavit. Natürlich begegnen wir wieder einer Reihe exzentrischer Gestalten: Ein adliger Schwadroneur, dessen geistige Fähigkeiten eher ins Spülwasser gehören als in die Politik; eine emanzipierte Druckerstochter, die nicht nur mit Worten kämpft, sondern auch mit dem Bratpfannen-Äquivalent zur Guillotine; und ein perpetuell betrunkener Engländer, der mehr Weisheit im Suff offenbart als die meisten in nüchternem Zustand. Diese Figuren sind keine Karikaturen, sondern kunstvoll überzeichnete Typen, die der Autor mit liebevoller Ironie entlarvt – und gerade dadurch glaubwürdig macht. Was man diesem Buch nicht vorwerfen kann, ist Mangel an Themen. Hier geht es um nichts Geringeres als soziale Ungleichheit, den trügerischen Glanz des Adels, die Kraft der Gemeinschaft, die Moral der Besitzenden und die Frage, ob eine gute Geschichte nicht manchmal überzeugender ist als ein Gesetzbuch. Und das alles in einem Tonfall, der durchweg von lakonischer Eleganz getragen wird. Jonasson gelingt es, historische Wahrheit und satirische Freiheit zu verbinden, ohne dass das eine dem anderen den Rang abläuft. Wer hier einen historischen Roman im Sinne von Detailverliebtheit und Fußnoten erwartet, ist falsch beraten. Wer allerdings bereit ist, das Historische als Folie für eine zeitlos menschliche Komödie zu begreifen, wird reich belohnt. Natürlich ist nicht alles perfekt. Der Einstieg ist zäh wie ein nasser Småland-Winter, und auch wenn der Plot gegen Ende gekonnt aufgelöst wird, fehlt ihm doch der eine, zündende Überraschungsmoment, der ein gutes Buch in ein großartiges verwandelt. Aber Jonasson ist klug genug, um nicht auf den billigen Effekt zu setzen. Er vertraut auf seine Figuren, auf die Dialoge, auf die Konstellationen – und vor allem auf die Wirkung eines gut platzierten Satzes, der mehr entlarvt als ein ganzes Kapitel. Der verliebte Schwarzbrenner und wie er die Welt sah ist nicht nur ein amüsanter Roman, sondern ein literarisches Destillat, das aus den besten Zutaten besteht: Humor, Menschenkenntnis, historische Sensibilität und einer Portion gesundem Zorn. Wer also glaubt, Literatur müsse entweder ernst oder unterhaltsam sein, der wird hier eines Besseren belehrt. Denn Jonasson zeigt einmal mehr: Die Wahrheit schmeckt manchmal am besten, wenn sie brennt.














