Für immer
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Description
Book Information
Author Description
Maja Lunde, geboren 1975, ist die erfolgreichste norwegische Autorin ihrer Generation. Der Roman »Die Geschichte der Bienen« machte sie schlagartig berühmt: Der Bestseller wurde in 40 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Er ist der erste Band des hochgelobten »Klimaquartetts«, das die Autorin 2023 mit dem Roman »Der Traum von einem Baum« abschloss. Außerdem veröffentlicht die Autorin mit der bekannten Illustratorin Lisa Aisato erfolgreiche All-Age-Romane wie »Die Schneeschwester« und »Die Sonnenwächterin«. Maja Lunde lebt mit ihrer Familie in Oslo.
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"Ein Fremder ist ein Freund, den du noch nicht kennst." (S. 137)
Maja Lunde greift mit „Für immer“ ein Thema auf, das uns wahrscheinlich im Kern unseres Menschseins trifft: das Altern und die Endlichkeit. Was passiert, wenn die biologische Uhr der Welt von einer Sekunde auf die nächste einfach stehen bleibt? Auf der Welt ereignet sich das Unvorstellbare: Der Alterungsprozess stoppt. Lunde beleuchtet dieses Phänomen durch viele Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist die sterbenskranke Mutter, die plötzlich gesunder wirkt, aber auch die Schwangere, deren Kind im Mutterleib aufhört zu wachsen. Besonders makaber und eindringlich: Menschen können nicht mehr sterben. Selbst schwerste Unfälle führen nicht zum Tod... ein biologischer Gefängniszustand, der die Grenzen des Erträglichen auslotet. Was mich an diesem Buch besonders bewegt hat, waren die erschreckenden Parallelen zur Corona-Pandemie. Hier wird wunderbar beschrieben, was passiert, wenn eine Gesellschaft mit dem Unbegreiflichen konfrontiert wird: Die Entstehung von Verschwörungstheorien und die Spaltung der Gesellschaft werden erschreckend dargestellt. Die Versuche der Regierung, durch symbolische Veranstaltungen den Schein von Normalität und Zusammenhalt zu wahren, wirken in ihrer Hilflosigkeit fast schon schmerzhaft vertraut. Früher dachte man bei Geschichten wie Twilight oder Vampire Diaries oft: „Wäre es nicht toll, für immer jung und schön zu sein?“ Nach diesem Buch denk ich anders darüber ... Sie zeigt, dass das Leben ohne das Älterwerden jegliche Weiterentwicklung verliert. Ein Leben ohne Ende bedeutet auch ein Leben ohne Ziel. Das Buch ist sehr kurzweilig und flüssig geschrieben. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Warum gebe ich aktuell „nur“ vier Sterne? Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und vielleicht erst mit der Zeit seine volle Wirkung entfaltet. Aktuell fühlt es sich wie ein sehr gutes, intensives Leseerlebnis an, das ich aber vermutlich kein zweites Mal lesen würde. Doch wer weiß? Vielleicht ist es ein Werk, das im Gedächtnis weiterreift und in einem Jahr doch die volle Punktzahl verdient. "Und sie dachte, jetzt hätte sie doch eine Möglichkeit, ihm mehr zu erzählen; wie sicher sie sich fühlte, wenn sie Bilder machte, wie die Kamera alle anderen Gedanken vertrieb und wie das Fotografieren ihr eine Kontrolle ermöglichte über das Leben und die Zeit. Wenn ich fotografiere, bekomme ich Macht, wollte sie sagen, ich agiere, ich werde ein Akteur, anstatt das Leben passiv über mich ergehen zu lassen. Doch sie wusste nicht, ob er es verstehen oder nur als eine Rechtfertigung für ihre ständige Abwesenheit auffassen wurde. Deshalb schwieg sie." (S. 214)
Wenn Morgen Gestern ist
… dann ist die Zeit stehen geblieben. Für Jenny, die an einer unheilbaren Krankheit leidet, klingt es nach einem Segen. Jakob hingegen muss sich fragen, ob sein Kind jemals geboren wird, Otto sieht nach dem Renteneintritt plötzlich keine Perspektive mehr im Leben und Philip glaubt gar an eine Weltverschwörung… Was wäre, wenn sich plötzlich nichts mehr verändert? Dieser Frage sehen sich die Menschen gegenüber, als die Kinder plötzlich aufhören zu wachsen, niemand mehr stirbt und der Hunger versiegt. Was am Anfang wirkt wie ein Segen, für manche auch eine zweite Chance, entwickelt sich schnell zu Chaos, Rastlosigkeit und dem Gefühl von Verlorenheit. Maja Lunde nimmt den Leser mit in die Leben der verschiedensten Protagonisten und ihre Lebensrealitäten, findet leise die richtigen Worte für Situationen, die verschiedener kaum sein könnten und doch alle auf das gleiche hinauslaufen: Auch wenn morgen alles vorbei sein kann, können wir nicht für immer im Heute bleiben. Natürlich war nicht zu erwarten, dass die Autorin eine Erklärung für all das liefert, was in ihrer Geschichte geschieht, darum geht es schließlich auch nicht und der Fokus des Romans liegt auch ganz anders, auf den Menschen, auf ihrer Entwicklung und ihrer Akzeptanz. Dennoch blieb der letzte Teil des Buches stellenweise etwas schwammig, das Ende war zwar passend und wirkungsvoll, doch kam es recht schnell und nicht alle Protagonisten kamen noch einmal zu Wort. Zwei, drei Erklärungen hätten dem Ganzen gutgetan und die Botschaft noch ein Mal auf den Punkt gebracht. Trotzdem ist „Für immer“ ein Buch mit einer erstaunlichen Sogwirkung ohne Spannung im klassischen Sinne und eine eindringliche Erinnerung daran, dass wir Menschen nicht ohne die Welt um uns herum existieren können, dass wir sie brauchen, um zu leben und dass der Wandel ein Teil von uns ist.

Was passiert wenn die Zeit stehen bleibt?
Eine Dystopie - die menschliche Entwicklung bleibt stehen. Maja Lunde beschreibt werdende Eltern, bei denen das Kind im Mutterleib nicht mehr wächst, eine an Krebs erkrankte Frau, deren Tumor nicht mehr wächst und sie Zeit mit ihrer Familie geschenkt bekommt, gleichzeitig aber auch sieht, wie ihre Kinder sich nicht weiter entwickeln, Senioren, die sich zuerst über ein längeres Leben freuen, dann aber auch verzweifeln an der Unendlichkeit. Sehr interessante Gedankenspiele und auch gut beschriebene Konstellationen Ganz abgeholt hat mich das Buch aber nicht.
Dystopisch, interessant, stimmt nachdenklich
Was passiert, wenn plötzlich die Zeit stehen bleibt? Die Natur verändert sich weiter, doch wir Menschen stagnieren. Niemand stirbt und kein neues Leben wird geboren. Ein spannendes und zeitgleich gruseliges Gedankenspiel. Im Wechsel wird der Leser in verschiedene Leben „geschmissen“ und erfährt, wie ganz unterschiedliche Menschen auf dieses Phänomen reagieren. Von Freude, über Erstaunen bis hin zu enormer Verzweiflung … letztlich sind alle Personen völlig überfordert mit dieser neuen Welt, dieser neuen Perspektive. Richtig gut fand ich auch, dass verschiedene Berufszweige, die mit Leben und Tod verbunden sind, inhaltlich eingebunden wurden. Tatsächlich hat mich das, was die Autorin aus den verschiedenen Blickwinkeln schildert, unheimlich an die Corona- und Lockdown-Zeiten erinnert. Dieser Stillstand, das Unwissen, das Bangen darum „wie geht es weiter?“ und die Verzweiflung „was zur Hölle passiert hier gerade überall auf der Welt?“ … hat mich ziemlich mitgerissen, muss ich sagen. Auch die immer größere Entzweiung, Radikalisierung, die Frage danach, was richtig und was falsch ist, hat mich sehr an die Jahre 2020-2023 denken lassen. Ich finde das Buch alles in allem durchaus interessant und habe es gern gelesen. Dennoch wird es bestimmt nicht jeden Lesenden so sehr packen. Mich stimmt das Buch nachdenklich und erscheint mir eine nützliche Lektüre, um die Corona-Zeit nachträglich etwas zu verarbeiten und sich auf die eigene Endlichkeit zu besinnen.
Interessante Idee, vielfältige Perspektiven, schwaches Ende
Als ich den Klappentext las, war ich sofort von dem Gedankenspiel „was wäre, wenn die Zeit stehen bleibt“ gepackt und wollte das Buch lesen. Ich habe das Buch auch in nur wenigen Tagen gelesen, da ich die verschiedenen Perspektiven und Charaktere sehr interessant und authentisch fand. Die Entwicklung der Geschichte gefiel mir gut, nur das Ende fand ich etwas zu schnell. Es gibt keine richtige Auflösung. Insgesamt ein interessanter Roman, der viele philosophische Ansätze hat und zum Nachdenken anregt.
Für immer - Gefangen in der Unsterblichkeit: Wenn die Ewigkeit zur Last wird
Was passiert, wenn der Tod Urlaub macht? In diesem Roman bleibt die menschliche Zeit plötzlich stehen: Keine Geburten, kein Sterben, kein Altern. Die Natur blüht weiter, doch die Menschheit verharrt in einem bizarren Stillstand. Ein faszinierendes Szenario, das jedoch bei der Umsetzung schwächelt. Die große Stärke des Buches liegt zweifellos in seiner philosophischen Grundfrage. Es räumt radikal mit dem Wunschtraum der Unsterblichkeit auf und zeigt stattdessen die lähmende Leere, die entsteht, wenn jeder Zeitdruck aus dem Leben verschwindet. Durch verschiedene Perspektiven wird die aufkommende Apathie der Gesellschaft atmosphärisch dicht eingefangen, getragen von einer klaren, beklemmenden Sprache. Trotz dieses starken Einstiegs verliert sich die Geschichte jedoch zunehmend in Unverbindlichkeiten. Ein Hauptproblem ist die fehlende Plausibilität: Das Buch ignoriert die harten politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen seines eigenen Szenarios, wodurch die Welt seltsam leer und oberflächlich wirkt. Auch bei den Regeln bleibt der Roman viel zu vage. Warum die Zeit stoppt und warum sie sich letztlich wieder in Bewegung setzt, wird nicht einmal ansatzweise erklärt. Was als Metapher für die Endlichkeit gedacht ist, wirkt als Handlungselement dadurch oft beliebig und wenig greifbar. Zudem fehlt der Geschichte ein echter „Payoff“. Da es kaum eine äußere Entwicklung oder eine tiefere Auflösung gibt, tritt die Handlung irgendwann auf der Stelle. Man wartet vergeblich auf einen Wendepunkt oder eine Erkenntnis, die über das Offensichtliche hinausgeht. So bleibt ein interessantes Gedankenexperiment zurück, das für philosophisch Interessierte reizvoll sein mag, aber als Roman aufgrund der schwachen Ausarbeitung und der fehlenden inneren Logik enttäuscht. Von mir daher 6 von 10 P. (abgeschlossen 04.05.2026)

Quick and easy read mit Tiefgang 🌷🤲🏼
Eindrucksvolle Thematik und eine wirklich gute Idee! Auch die Umsetzung fand ich großartig gelungen und realitätsnah beschrieben! Es baut viel Spannung auf und es passieren Sachen zum Mitfiebern und Mitfühlen. Eindrucksvoll mit wie viel Dynamik ein Stillstand beschrieben werden kann 😌 ABER, ja es kommt ein Aber… Es baut Spannung auf, manche Kapitel enden einfach mit einem Cliffhanger und man möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Man ließt in ständiger Erwartung auf einen großen Knall, ein Ereignis, IRGENDWAS großes und einschneidendes. Zumindest war das meine Erwartung! 😅 Der Knall am Ende, die große Wendung oder ein Spektakel wenn man so will, bleibt aus, so viel sei gesagt. 🙃 (is aber ein Me-Problem zwecks Erwartungen und so, also nur ein halber Stern Abzug dafür) TROTZDEM ist es ein gelungenes Buch mit vielen Perspektiven und Ideen und Themen, die auch in unserer Realität eine große Rolle spielen und daher geht die Geschichte einfach (wenn man so emotional ist wie ich) zeitweise unter die Haut und regt zum philosophieren an. Was würde ich mit der Ewigkeit tun? Könnte man das zum Vorteil nutzen? Und was, wenn man in seinem Leben gefangen ist?

Wie reagieren die Menschen, wenn ihre Welt stillsteht und die Natur weitermacht wie bisher?
Ich mag die Fragestellung, wie Menschen sich verhalten, wenn sie nicht mehr sterben würden und in dieser Geschichte kommt noch die Idee hinzu, dass auch nichts Neues mehr entstehen kann bei den Menschen, während die Natur nicht stillsteht. Das war mein erstes Buch der Autorin und ich war gespannt, was mich erwartet. Leider war das Buch für mich etwas enttäuschend, denn einerseits wird nur der Zeitraum während des Stillstands betrachtet, es gibt keine Erklärung für das Phänomen und man erfährt auch nicht, wie es danach weitergeht. Des weiteren hat mich das Verhalten der Menschen teilweise irritiert. Es ist klar, dass es Menschen gibt, die in Extremsituationen ihr ganzes Leben umwerfen oder vor lauter Skepsis zu Verschwörungstheoretikern werden und dass ohne Veränderung auch Langeweile aufkommen kann. Mir fehlt in der Geschichte jedoch der Blickwinkel derjenigen, die den Moment genießen können und in der Gegenwart leben. Diese Gruppe wird hier nicht dargestellt. Selbst eine todkranke Person ist unzufrieden, obwohl sie Zeit geschenkt bekommt. Das finde ich unglaubwürdig und traurig. Die Personen im Buch sind so gestaltet, dass es schwer fällt, Sympathie zu empfinden, weil sie mir alle zu extrem und negativ in ihren Entscheidungen und Aktionen sind. Am ehesten ist mir Otto sympathisch. Bei ihm kann man noch am meisten behaupten, dass er weitermacht und versucht, sich sein Leben schön zu gestalten. Faszinierend fand ich, dass die Geschichte zeigt, wie weitreichend der Stillstand sein kann. Es geht nicht nur um Geburt und Tod, sondern auch um Weiterentwicklung. Die Vorstellung, nichts mehr erlernen zu können, ist beängstigend und demotivierend und ich bin froh, dass es sich hier nur um ein fiktives Gedankenmodell handelt.
Zwiegespalten
"Und ich werde die Zeit anhalten, diesen Augenblick, in dieser Nacht, ich halte sie für euch an, genau diese Zeit." (S.313) Von allen unbemerkt bleibt am 6. Juni die Zeit stehen, dann fällt auf, es kommen keine Babys mehr zur Welt und niemand stirbt. Die Natur wächst weiter, nur die Menschen stagnieren, die Haare hören auf zu wachsen, der Körper steht still. In "Für immer" erleben wir diese Situation aus vielen verschiedenen PoV´s, es gibt zum Beispiel eine Kriegsfotografin, die einen Hirntumor hat, einen Vater, der sich auf sein Baby freut oder eine Angestellte in einem Bestattungsunternehmen, die ein Adrenalinjunkie ist und Extremsport betreibt. Diese vielen Sichtweisen haben mir den Einstieg ins Buch etwas erschwert, ich habe recht lange gebraucht, bis ich in der Handlung angekommen war. Dann fand ich es sehr interessant, wie die einzelnen Menschen mit dieser unwirklichen Situation umgehen, inwieweit sie ihr Leben beeinflusst und was sich gesellschaftlich verändert. Leider fand ich die Gedanken wie es zu diesem Zeitstillstand kommt und die Lösung dazu irgendwie unausgereift und unbefriedigend. Hätte die Autorin das ganz weglassen und den Zeitstillstand als Tatsache dargestellt, wäre es wahrscheinlich besser gewesen. Fazit: Interessante Prämisse mit Schwächen in der Umsetzung. 3,5/5 Sterne

Die Zellteilung der Menschheit hört auf, keiner wird mehr geboren, keiner stirbt mehr. Tja ... Das Buch fließt an einem vorbei wie ein sehr ruhiger, sehr träger Fluss, eher noch wie ein Stausee. Nach und nach fühlt es sich an, als ob bei der Lektüre die Zellteilung im Gehirn des Lesers aussetzt, ganze Teile des Bewusstseins taub werden. Schnell ein anderes Buch! Sonst müssen noch die Leute in den orangen Jacken zum Reanimieren kommen. Man müsste schon sehr großer Lunde-Fan sein, um dieses Buch gut zu finden.
Dystopischer Versuch, die Zeit still stehen zu lassen! 🫠
Wie wäre es, wenn die Zeit stehen bleibt?! Wenn ab sofort niemand mehr sterben, aber auch kein Mensch mehr geboren werden würde?! Maja Lunde lässt sich auf dieses Gedankenexperiment in literarischer Weise ein in ihrem neuem Buch „Für immer“. Bekannt geworden ist die norwegische Autorin durch ihre vier Romane zum Klimawandel und Artensterben - die ich noch nicht gelesen, aber Band 1 „Die Geschichte der Bienen“ bereits zu Hause habe. „Für immer“ war also mein erstes Buch, das ich von Maja Lunde gelesen habe. Ist der Tod, der uns alle irgendwann erwartet, nun Fluch oder Segen?! In ihrem Roman „Für immer“ kommt erstmal nur das menschliche Leben zum Stillstand - die Natur- und Tierwelt lebt, stirbt und gedeiht weiter. Als Protagonisten haben wir Fotografin Jenny - sie war todkrank und kann jetzt weiterleben, dann Otto einen Rentner und passionierten Gärtner, es gibt eine Kinderkrankenschwester und eine Extremsportlerin, die gleichzeitig auch Bestatterin ist. Die Hauptprotagonistin ist Jenny, eine zweifache Mutter mit Krebs im Endstadium. Die anderen Figuren befinden sich an verschiedenen Stellen ihres Lebens, aber sind alle in Berufen oder sonst wie in einer Situation in ihrem Leben, wo sie sich mit den Themen Leben und Tod konfrontiert sehen. Die einzelnen Figuren verkörpern bestimmte Aspekte des Stillstands. Beispielsweise Jenny, die Fotografin, da gehts ja auch beim Fotografieren an sich darum, dass sie die Zeit im Bild einfriert. Sie gelangt zur Einsicht, dass ihr Leben endlich ist, beginnt wie wild zu Fotografieren und vernachlässigt dabei ihre Familie. Was treibt Jenny also an?! Sie hält die Zeit an mit ihren Fotos ihres Lebens. Ihre Verzweiflung über ihre Krankheit und ihr Leben zieht sich durch das gesamte Buch. Die anderen Figuren werden durch diesen Stillstand in prekäre Situationen versetzt. Ihr Leben verändert sich dadurch und sie spiegeln quasi Jennys Leben wider. Sie als Mutter zweier Kinder sieht sich einer Extremsituation gegenüber, die Frage die natürlich im Raum schwebt: Was passiert mit den Kindern, wenn ich (Jenny) nicht mehr da bin?! Was für ein schwerer Gedanke es sein muss für eine Mutter, wie es für die Kinder sein wird, wenn sie stirbt - das hat mir die Figur Jenny sehr nahe gebracht und hat mein Mitgefühl geweckt. Am Anfang des Romans freuen sich alle zunächst, dass Jenny doch nicht sterben wird, Ottos Frau blüht richtig auf und feiert mit anderen Rentnerinnen - eigentlich mutet es doch als ganz schöne Vorstellung an, das die Zeit still steht, oder?! Anfangs ja, aber dann wird aus der Freude langsam Verzweiflung, wenn die Figuren realisieren, dass sie so viel Zeit haben, dass sie ja jetzt endlos viel Zeit haben, empfinden sie es nicht mehr als Geschenk. Sie überlegen sich, wie sie zur Normalität zurückkehren können, sie fragen sich nach den Gründen für den Stillstand, insbesondere Verschwörungstheoretiker Phillipp sucht auf die extreme Art und Weise nach Antworten. Ist der Stillstand der Zeit, auch eine Art Abrechnung für das, was wir Menschen mit der Welt anstellen?! Auf jeden Fall bin ich ins Grübeln geraten über die Natur und wie wir sie behandeln und habe mich gefragt, wo unsere gute Verbindung zur Natur geblieben ist. Die Natur lebt in „Für immer“ weiter - braucht uns praktisch nicht mehr, sie würde einfach weiterexistieren, wenn wir nicht mehr da wären. Es ist sicherlich ein apokalyptisches Buch - aber geht das Konzept auch auf?! Es steckt viel Potential in der Idee dieses dystopischen Romans, das Maja Lunde für mich leider nicht voll ausschöpft. Sie kratzt an der Oberfläche, aber hätte für mein Dafürhalten das Konzept der Unsterblichkeit der Menschheit stringenter ausarbeiten müssen und an der einen oder anderen Stelle fehlt es mir auch etwas an Kreativität. Hinzu kommt für mich ein Logikfehler - wie kann die Zeit stehenbleiben, aber die Uhren laufen hingegen weiter?! Wofür ich den Roman geschätzt habe, ist, dass er mich hat nachdenken lassen, über die Endlichkeit unserer (meiner!) Zeit hier auf Erden und hat in mir zur Frage geführt - nutze ich meine Zeit sinnvoll?! Mache ich wirklich das Beste aus meinem Leben, oder gibts Verbesserungspotential?! Und das gibts sicherlich - ich bin Maja Lunde dankbar für das neu erweckte Bewusstsein für diese Fragestellungen. Bitte macht Euch Euer eigenes Bild von „Für immer“. Ich werde der Autorin auf jeden Fall eine zweite Chance geben mit „Die Geschichte der Bienen“ und bin gespannt, ob sie mich damit mehr überzeugen kann.
Einfach stark! Ein besonders Highlight.
**** Worum geht es? **** Was passiert, wenn die Zeit stehen bleibt? Alles wächst und gedeiht, doch der Mensch im Stillstand verharrt – ein ewiges Leben im Hier und Jetzt. **** Mein Eindruck **** Für mich hat Maja Lunde mit *Für immer* das stärkste Werk bislang geschrieben. Die Aussagekraft und das dystopische Szenario haben mich tief beeindruckt. Lunde dringt in die Psyche des Menschen bis auf den Kern vor. Das Spiel mit Leben und Tod wird besonders eindrucksvoll, als die Zeit für den menschlichen Körper stehen bleibt, während sich alles andere weiterentwickelt. Ewiges Leben, aber ohne wirklich zu leben – dieser Gedanke kam mir häufig. Es war absolut spannend, zu interpretieren, wie es zu dieser Situation gekommen ist und die Tragweite der Beisetzung selbst zu durchdringen. Lunde wusste stets zu überraschen und erschuf eine vielschichtige Figurenkonstellation. Figuren, die so nahbar sind wie du und ich – jung, alt, voller Hoffnung und Träume, der anklopfende Tod und das Leben, das trotzdem weitergeht. Ich habe jede einzelne dieser Figuren begleitet. Ihre Schicksale wogen schwer, emotional und bedeutend. Wer Lunde kennt, weiß, dass sie mit wenigen Sätzen eine ganze Welt erschaffen kann. Dieses Talent beweist sie auch hier und kombiniert es mit einem Erzählstil, den ich als absolut treffend bezeichnen möchte. Alles fügt sich zusammen, und die Bedeutung sowie die Aussage ihres Szenarios werden mich lange begleiten. **** Empfehlung? **** Wer Dystopien und philosophische Fragestellungen liebt, wird dieses Werk nicht nur als faszinierend, sondern auch als herausfordernd empfinden. Ein besonderes Highlight für mich, dass ich gerne weiterempfehle!
Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht. Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen. Ein Segen das ewige Leben oder bei genaueren hinschauen doch eher ein Fluch? Der Roman gibt uns Einblicke in viele unterschiedliche Schicksale und beleuchtet das Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Eine schwerkranke Mutter der mehr Zeit mit ihrer Familie geschenkt wird, einem sich entfremdenten älteren Ehepaar, Schwangeren die nicht wissen wann, wie und ob ihre Babys geboren werden, Kindern, alten Menschen die des Lebens müde sind etc. Der Ansatz das es ohne den Tod auch kein neues Leben geben kann macht Sinn. Ich fand die Erklärungen und Vermutungen zum Beginn und die Lösung zum beenden des Stillstandes etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Für mich war es eine interessante Grundidee und bis etwas über die Hälfte des Buches war ich mit Eifer am lesen. Dann allerdings hat die Euphorie bei mir nachgelassen und der Roman wird mir wohl nicht lange im Kopf bleiben. Mich hat es jetzt nicht zu hundertprozent überzeugen können, aber wie wir ja alle wissen... Die Vorlieben beim Lesen sind so vielfältig wie die Leser selbst.

Wow
Es ist der 06. Juni und die Zeit bleibt stehen. Naja, nicht richtig, die Tage zählen weiter, das Wetter verändert sich, aber die Menschen entwickeln sich nicht weiter, stecken fest. Schwangere Frauen bleiben schwanger, Krebserkrankungen wuchern nicht weiter, Haare und Nägel wachsen nicht mehr, Hunger und Durst sind ebenfalls Geschichte. Aber warum? Und was macht es mit den Menschen? Die erst feiern, weil sie ja jetzt ewig leben können. Und dann rebellisch werden, weil sie ja nicht sterben können. Und wer steckt dahinter, etwa der Staat? Verheimlicht man den Menschen etwas? Ein sehr flüssig geschriebenes, mitreißendes Buch, das nachdenklich macht und nachhallt.
Was bedeutet Für Immer?
Philosophisch, dystopisch, voll meins. Ich habe schon ein paar Bücher von Maja Lunde gelesen (Klima Quartett) und ich mag ihren Schreibstil gerne. Sie schreibt auch in diesem Buch wieder aus unterschiedlichen Perspektiven, wir begleiten diverse Schicksale und Gedanken von Betroffenen des Stillstands. Ich habe mich beim Lesen oft in die Corona-Zeit zurück versetzt gefühlt, machtlos und ahnungslos, was ja auch eine Art Stillstand war. Die Handvoll Charaktere haben alle ihre eigenen nachvollziehbaren Ansichten, der Einblick in die Gedankenwelt ist schlüssig und man kann sogar den extremeren Philip verstehen. Die aufschlussreichste POV für mich war Jenny, durch sie wird man ins Buch eingeführt und sie hat auch das letzte Kapitel, sie greift am Ende auch nochmal grob die Bewältigungsstrategien der anderen Charaktere auf. Sie fotografiert und versucht so einen Moment festzuhalten, da konnte ich mich als Fotografin sehr gut wiedererkennen. Mich hat es nicht gestört dass es eher weniger Worldbuilding gab, wieso weshalb warum es den Time Stop gab und Wissenschaftliche Ansätze dazu etc., da es hauptsächlich um Gefühle ging. Für mich war die Main Message aktiv im Hier und Jetzt zu leben, Präsens statt Präteritum. Ich fand es auch spannend, dass der Mensch im Bezug zur Natur näher betrachtet wurde. Auch dass sich Religion, Politik und Wissenschaft nicht einig waren ließ viel Spielraum für eigene Gedanken.
Stark angefangen. Am Ende leider nachgelassen .
„Für immer“ von Maja Lunde hat eine faszinierende Prämisse: Plötzlich bleibt die Zeit für alle Menschen stehen. Kein Altern, kein Verfall, aber auch keine Veränderung. Das klingt nach einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit Leben, Tod und der Bedeutung der Unsterblichkeit – doch leider bleibt der Roman oft an der Oberfläche. Die Charaktere, wie die krebskranke Jenny, die unsterblich bleibt, oder die schwangere Lisa, die nie ihren Babybauch verlieren wird, bieten viel Potenzial für philosophische Reflexionen. Doch Lunde vertieft diese Themen zu wenig, und das Ende fühlt sich zu harmlos und unausgereift an. Die Grundidee bleibt spannend, doch die Umsetzung könnte mehr Tiefe vertragen. Trotzdem regt das Buch zum Nachdenken an und bietet interessante Ansätze zu einem faszinierenden Thema. Wer sich nicht an einer oberflächlichen Erkundung stört, könnte dennoch viel daraus mitnehmen.

Die Grundidee von „Für immer“ von Maja Lunde hat mich sofort begeistert. Die Vorstellung einer Welt, in der Menschen plötzlich nicht mehr altern und nicht mehr sterben können, ist unglaublich spannend und bietet viel Raum für interessante Gedankenexperimente. Besonders gut gefallen haben mir die einzelnen Schicksale der Figuren. Die verschiedenen Perspektiven machen deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit dieser neuen Realität umgehen, und genau diese persönlichen Geschichten fand ich sehr berührend und interessant. Außerdem lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Ich habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen, weil man wirklich schnell durch die Seiten kommt und die kurzen Kapitel dafür sorgen, dass man immer weiterlesen möchte. Trotzdem hat mich der Roman leider etwas enttäuscht. Ich hatte durch den Klappentext andere Erwartungen an die Geschichte. Vor allem hätte ich mir mehr Hintergrundwissen darüber gewünscht, warum die Menschen plötzlich nicht mehr sterben oder altern. Dieses zentrale Element der Handlung blieb für mein Empfinden zu wenig erklärt. Außerdem hätte ich mir insgesamt mehr Tiefe und Spannung gewünscht. Die Idee hinter dem Buch ist wirklich großartig, aber in der Umsetzung hat mir manchmal die Intensität gefehlt, die das Thema eigentlich bieten könnte. Insgesamt ist „Für immer“ ein Roman mit einer sehr starken Grundidee und interessanten Figuren, der mich jedoch nicht ganz so überzeugen konnte, wie ich es von Maja Lunde sonst gewohnt bin.
𝘍𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 ist ein literarischer Schatz über die Vergänglichkeit und die kleinen Momente im Leben, der zum Nachdenken anregt.
🌺📸🌱👶⭕️👩⚕️🪂 𝘑𝘦𝘯𝘯𝘺 𝘩𝘰𝘣 𝘥𝘪𝘦 𝘒𝘢𝘮𝘦𝘳𝘢, 𝘴𝘤𝘩𝘭𝘰𝘴𝘴 𝘥𝘢𝘴 𝘭𝘪𝘯𝘬𝘦 𝘈𝘶𝘨𝘦, 𝘴𝘵𝘢𝘳𝘳𝘵𝘦 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘚𝘶𝘤𝘩𝘦𝘳 𝘶𝘯𝘥 𝘸𝘢𝘳 𝘪𝘮 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘦𝘯 𝘔𝘰𝘮𝘦𝘯𝘵 𝘦𝘳𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦𝘳𝘵. 𝘋𝘢𝘴 𝘌𝘯𝘵𝘴𝘤𝘩𝘦𝘪𝘥𝘦𝘯𝘥𝘦 𝘸𝘢𝘳, 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘡𝘦𝘪𝘵 𝘻𝘶 𝘷𝘦𝘳𝘢𝘯𝘬𝘦𝘳𝘯, 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘴 𝘢𝘯𝘻𝘶𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯, 𝘨𝘦𝘯𝘢𝘶 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘮 𝘔𝘰𝘮𝘦𝘯𝘵, 𝘢𝘮 𝟼. 𝘑𝘶𝘯𝘪 𝘶𝘮 𝟷𝟷:𝟺𝟽 𝘜𝘩𝘳. 𝘚𝘪𝘦 𝘸𝘢𝘳𝘦𝘯 𝘩𝘪𝘦𝘳 𝘶𝘯𝘥 𝘸𝘶̈𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘩𝘪𝘦𝘳 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘦𝘯, 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘪𝘦 𝘩𝘢𝘵𝘵𝘦 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦 𝘔𝘢𝘤𝘩𝘵, 𝘴𝘪𝘦 𝘧𝘦𝘴𝘵𝘻𝘶𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯, 𝘧𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳. ⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ᴿᴱᶻᴱᴺˢᴵᴼᴺˢᴱˣᴱᴹᴾᴸᴬᴿ⁾ 💭 Danke an @team.bloggerportal und @btb_verlag für das Rezensionsexemplar! 𝘍𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 ist ein literarischer Schatz, der zum Nachdenken anregt und mich noch lange nach der letzten Seite beschäftigt. Die Geschichte beginnt mit Jenny, die einem beinahe Unfall entgeht – ein spannender Einstieg, der sofort fesselt. Doch bald kündigt sich der nächste Schicksalsschlag an, was zunächst bedrückend wirkt. Lunde erschafft ein erschreckendes Szenario, in dem die Zeit zum Stillstand gekommen ist. Neben Jenny begleiten wir fünf weitere Menschen, die diese Stagnation des Lebens erleben: 🌱 Otto, ein Rentner, der zusammen mit seiner Frau Margo das Haus verkaufen möchte. Doch welche Auswirkungen hat diese Veränderung, insbesondere wenn im hohen Alter plötzlich unendlich viel Zeit zur Verfügung steht? Seine Geschichte ist eine der bewegendsten im Buch. 👶 Jakob, der mit seiner Freundin Lisa ein Kind erwartet. Er verfolgt Woche für Woche das Wachstum des Babys und fragt sich, was passiert, wenn dieser Prozess zum Stillstand kommt. Auch seine Geschichte habe ich gerne gelesen. ⭕️ Ellen, die als Bestatterin arbeitet und deren Beruf plötzlich zum Erliegen kommt, da niemand mehr stirbt. 👩⚕️ Anne, eine Hebamme, der die Arbeit ausgeht. Sie lässt sich versetzen, doch auch auf anderen Stationen ist es nicht besser. 🪂 Philip, der mit den Umständen nicht umgehen kann und sich in Verschwörungstheorien verliert. Er bleibt für mich von allen am undurchsichtigsten. 📸 Jenny bildet den Rahmen um alle und begegnet ihnen als Fotografin. Über sie musste ich lange nachdenken. Die Frage "Was wäre, wenn?" geht einem so oft durch den Kopf. Ich finde ihre Rolle und die Auflösung sehr gelungen, auch wenn sie mehr zwischen den Zeilen steht. 𝘍𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 ist ein Roman über die Vergänglichkeit und die kleinen Momente im Leben. Er regt sehr zum Nachdenken an: Wie kostbar ist die Zeit, die wir haben? Glücksmomente sollte man nicht als selbstverständlich ansehen. Welchen Wert hat das Leben? Ein großartiges Leseerlebnis und eine große Leseempfehlung. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Buch ließ sich flüssig und angenehm lesen. Besonders spannend fand ich die Thematik: Was passiert, wenn man Zeit geschenkt bekommt? Wie kann man sie nutzen? Brauche ich sie wirklich? Diese Fragen hat die Geschichte bei mir aufgeworfen. Trotz des interessanten Ansatzes konnte mich das Buch am Ende jedoch nicht so sehr fesseln, wie ich es zunächst erwartet hatte.
Utopie oder Dystopie?
Worum geht’s? Mitten im Juni bleibt die Uhr am Rathausturm plötzlich stehen. Doch nicht nur das: Die Menschen sterben nicht mehr. Werden nicht mehr älter. Werden nicht geboren. Doch was bedeutet das für die Menschheit? Ist es ein Fluch oder ein Segen? Meine Meinung: Ich habe fast alle Bücher von Maja Lunde gelesen. Daher musste ich auch ihren Roman „Für immer“ sofort haben. Ich mag ihren Schreibstil. Wie sie die Dinge aus der Perspektive von unterschiedlichen Personen beleuchtet. Ihre Sprache ist total bunt und lebendig und dieses Buch empfand ich sogar noch intensiver, als die Bücher ihres Klima-Quartetts. Wir begleiten hier Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Besonders Jenny, die an Krebs leidet, Otto, der Senior und Jakob, der ein Frühchen hat, haben es mir angetan. Sie zu begleiten empfand ich als sehr emotional und intensiv. Das Thema überhaupt ist spannend. Nicht mehr zu altern, nicht zu sterben, keine Schmerzen mehr zu leiden erschien mir auf den ersten Blick doch ein bisschen wie ein Segen. Aber Maja Lunde schafft es eindrucksvoll, auch die negativen Seiten zu beleuchten. Und das regt wirklich sehr zum Nachdenken an. Will man wirklich ewig leben? Nicht mehr altern? Und falls ja, welches Alter wäre gut? Wenn man stehen bleibt und sich nicht mehr weiterentwickelt. Nichts mehr dazulernt. Das macht dann schon sehr nachdenklich. Dann haben wir natürlich auch hier Verschwörungstheoretiker, ganz ähnlich wie zu Corona-Zeiten und auch mit ähnlichen Theorien. Manchmal war ich zu Beginn der Kapitel etwas verwirrt, da wir doch sehr viele unterschiedliche Personen hatten und ich ab und an erst kurz reinfinden musste. Und auch das Ende des Buches war für mich nicht ganz rund. Aber ich fand die Idee klasse, habe die unterschiedlichen Menschen und ihre Gedanken total gerne verfolgt. Ich hätte gerne noch viel mehr und viel weitergelesen – wobei das Buch so die perfekte Länge hat, um selbst noch weiter Theorien zu spinnen und sich weitergehende Gedanken zu machen. Das Buch hat mich wirklich sehr bewegt und am Ende sogar zum Weinen gebracht. Das letzte Kapitel um Jenny hat es wirklich in sich. Von mir auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung! Fazit: Maja Lundes Roman „Für immer“ hat es wirklich in sich. Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich zurückgelassen, wie dieses. Zwar waren es etwas viele Personen und ich hatte manchmal kurz Probleme, um in neues Kapitel hineinzukommen. Aber wenn ich drin war, dann war es umso intensiver. Die Gedanken, die sich die Autorin gemacht hat und die wir in den einzelnen Protagonisten erleben, sind einfach unglaublich und das Ende war einerseits für mich nicht ganz rund, aber es hat mich dennoch sprachlos und emotional bewegt zurückgelassen. 4 Sterne von mir!

Was passiert, wenn die Zeit zum Stehen kommt?
Das ist die Frage. Wir lernen verschiedene Personen und ihr Leben in Stillstand kennen. Im Verlauf führen einige auch zusammen. Die Vorstellung macht Angst: Leben, das pausiert. Frühgeborene, die sich nicht weiterentwickeln. Aber auch Krebs, der nicht fortschreitend. Palliativ erkrankte Menschen, deren Leid aufrechterhalten wird. Das menschliche Leben pausiert, die Natur lebt weiter. Mehr im Hier & Jetzt leben und fühlen. Die Bedeutung der eigenen Unendlichkeit. Leider zu flach beschrieben, daher kein Highlight.
Einfach toll geschrieben, wurde noch nie enttäuscht von dieser Autorin auch diesmal nicht.***** 5 Sterne. Was passiert wenn alles still steht,sich nichts verändert und die Menschen das alles wahrnehmen ? Das Leben, der Tod,die Krankheit,.... Verschiedene Charaktere erzählen ihre Geschichte,Familien,Freunde ,Berufssparten... Interessant und zum Nachdenken anregend geschrieben. Absolute Leseempfehlung...
Zunächst scheint es wie ein Traum: die Menschen hören auf zu Altern, tödliche Krankheiten verschlimmern sich nicht mehr und niemand stirbt. Doch schnell wird klar, dass der plötzliche Stillstand auch seinen Preis hat. Und auch wenn jeder Charakter des Romans diese Zeit unterschiedlich wahrnimmt und mit ganz individuellen Sorgen umgehen muss, gelingt es Maja Lunde wieder meisterhaft, alles und jeden in Beziehung zueinander zu setzten. Wie gewohnt regt Lundes Roman zum Nachdenken an, in dem er die zentralen Fragen des Lebens auf eindrucksvolle und zutiefst bewegende Weise behandelt. Mich hat der Roman sehr nachdenklich gestimmt. Die Charaktere und ihre Schicksale haben mich allesamt berührt. „Für immer“ ist schon jetzt eines meiner Jahreshighlights 2025. Ich kann das Buch – sowie alle Bücher von Maja Lunde – wirklich jedem sehr ans Herz legen. Sie sind durchweg lesenswert und verändern die Sicht auf die Dinge nachhaltig. Mein Lieblingszitat: Denn der Tod übersteigt alles […]; mit seiner tiefen Finsternis übersteigt er alles, keiner kann sich gegen den Tod auflehnen, der Tod steht immer ganz oben auf dem Siegertreppchen, keine andere Frage ist größer: Dieses Ende, ist das alles, was passiert, wenn ich nicht mehr da bin?
Die Idee ist super....
....die Gedanken dahinter toll, aber man hätte aus diesem Thema noch so viel mehr rausholen können, tiefer gehen können, dafür hätte ich auch längere Kapitel und eine höhere Seitenanzahl in Kauf genommen. Aber für Zwischendurch war es trotzdem schön zu lesen und lässt einen darüber nachdenken wie man selbst zu dem Thema Leben und Tod steht.
„…und er hielt es für ein Armutszeugnis, dass es erst einen solchen Stillstand brauchte, damit die Leute verstanden, wie zufriedenstellend die Gartenarbeit war, Erde unter den Fingern zu spüren, die Pflänzchen sprießen, wachsen, blühen zu sehen.“ Die Welt steht still, so dass sich die Menschen nicht mehr verändern, also auch nicht sterben. Ein spannendes Konzept, von dem ich mir noch mehr erwartet hätte.
Interessantes Gedankenexperiment - Potential der Idee meiner Meinung nach aber nicht ausgeschöpft
Die norwegische Autorin Maja Lunde hat sich in ihren Romanen ja schon des Öfteren damit beschäftigt, was mit der Menschhheit geschähe, wenn Existentielles fehlte - Wasser, die natürliche Bestäubung von Nutzpflanzen. Dabei greift sie aktuelle Entwicklungen - in diesem Fall im Bereich der Ökologie - auf und spielt in ihren Romanen durch, was passieren könnte, wenn diese bedenklichen Entwicklungen ungebremst weitergehen. Dies ist auch bei "Für immer" der Fall, bei dem sie den ewigen Menschheitstraum nach der Überwindung der Sterblichkeit aufgreift. Dem gehen aktuell ja bereits einige Superreiche nach, beispielsweise durch den Transhumanismus, um diese bisher finale Grenzen menschlichen Daseins überwinden zu können. Auch in diesem Buch lässt Lunde wieder mehrere Personen zu Wort kommen, bleibt hier aber auf einer Zeitebene. So erleben wir den "Stillstand" der Menschheit aus mehreren Perspektiven und sehen, welche unterschiedliche Konsequenzen dieses Ausbleiben der Zellteilung für verschiedene Menschen hat. So ist einerseits die junge Mutter Jenny etwa zunächst darüber glücklich, dass der eben erst bei ihr diagnostizierte, dennoch offenbar bereits weit fortgeschrittene Krebs dadurch aufgehalten wird und sie dadurch Zeit mit ihren beiden kleinen Söhne und ihrem Mann gewinnt. Andererseits ist Jakob völlig verunsichert, weil sich sein Baby weder im Bauch seiner Freundin, noch - nach einem Kaiserschnitt - außerhalb, medizinisch rundum versorgt, weiterentwickelt. Während Flora und Fauna weiterhin dem Kreislauf des Lebens unterliegen, bleibt für den Homo sapiens sapiens die Zeit stehen. Nicht einmal Menschen nach üblicherweise tödlichen Unfällen oder Suizidversuchen können noch sterben. Dieses an sich interessante Gedankenexperiment hat mich durchaus fasziniert, sodass ich die 312 Seiten des Romans flott gelesen hatte, zumal die Entwicklung der verschiedenen Figuren durchaus interessante Wendungen beinhaltet und zum Weiterlesen motiviert. Dennoch bin ich mit einigen Aspekten unzufrieden: Zum einen stört mich die Lösung des bald als Problem erkannten Phänomens, sodass auch ich wie die Figur Jakob der Meinung bin, "die Menschen seien zu leicht davongekommen". Und mich hätte interessiert, wie sich das menschliche Miteinander verändert, wenn sich dieser Zustand nicht nur auf wenige Wochen beschränkt, sondern zum vermeintlichen Dauerzustand wird. Auf diese Weise bleibt es ein irritierendes Intermezzo, auch wenn einige Figuren ihren Fokus danach offenbar verschieben. Ein durchaus lesenswerter Roman, der jedoch in einigen Aspekten noch mehr in die Tiefe hätte gehen können.
Für alle, die gerne einem Gedankenexperiment folgen - was bedeutet Zeit oder besser was würde es bedeuten, wenn sie nicht mehr existiert. Zu Beginn hat Maja Lunde gut umgesetzt wie die verschiedenen Protagonisten mit dem „Stillstand“ umgehen - niemand stirbt mehr. Niemand wird geboren. Was macht das mit den Menschen? Zunächst erschien mir die Handlung auch utopisch- realistisch und unterhaltsam. Zum Ende hin ist es aber irgendwie gekippt und war für mich überhaupt nicht mehr schlüssig und viel zu einfach aufgelöst und zur Normalität zurückgeführt.. Trotzdem regt es zum nachdenken an und bietet guten Diskussionsstoff.
Großartiges Werk mit Längen ⭐️⭐️⭐️⭐️
Maja Lunde wird für mich ein einzigartiges Talent bleiben. In meinen Augen kann sie Geschichten verflechten wie nur wenige & auch genau das war es, was mich hier wieder so überzeugt hat. Ich habe das Gefühl, das viele Rezensionen, die über die Oberflächlichkeit dieser Geschichte sprechen, leider selbst etwas zu oberflächlich waren. Aber vielleicht denke ich mich auch schon wieder zu sehr in eine Metaebene, die gar nicht existiert 😂 Am 06. Juni bleibt die Zeit stehen. Nicht so wie man es sich vorstellt, aber eben auf menschliches Leben gesehen. Keine Wehwehchen, kein Altern, keine Geburten & keine Tode, doch das Leben dreht sich weiter. Wir bekommen im Buch Einblicke in 5 verschiedene Lebensrealitäten. Von der Familienmutter mit Krebs, über einen werdenden jungen Vater, zu einer Frau aus einem Bestattungsinstitut zu einem alten sehr unterschiedlichen Rentnerpaar. Alle gehen unterschiedlich mit der Situation um, alle merken jedoch auf kurz oder lang, dass das Leben einen Rahmen durch den Tod braucht und es nur dadurch an Bedeutung gewinnt. Wer eine Dystopie sucht, die der Frage nach geht, warum die Zeit jetzt stehen bleibt & wie die Menschen es wieder rumreißen, der ist hier falsch. Das ist lediglich das begleitende Setting & die Menschen an sich und ihre Alltäglichkeit steht im Vordergrund. Spoilerwarnung, am besten nur Lesen, wenn schon beendet: ——————- Ich weiß nicht genau, ob ich das Ende richtig deute oder mich wieder in was reindenke, was gar nicht ist ABER fließen am Ende alle Geschichten so zusammen, dass es sich schon fast so anfühlt, als wären alle Lebensabschnitte der unterschiedlichen Protagonisten einfach nur Abschnitte ein und derselben Person? Versteht ihr was ich meine 😅 lesen wir hier über zwei Charaktere die fast schon so multidimensional in verschiedenen Zeitebenen gleichzeitig existieren? Das hat mich irgendwie sehr zum Grübeln gebracht. Ja es hat seine Längen, aber ich fand die Geschichte bzw die Geschichten toll verknüpft und die Message von Lebensbedeutung super ✨

»Jetzt dürfen Sie aber nicht auch noch mit den Verschwörungstheorien anfangen.«
Nach dem Klimaquartett entspinnt Maja Lundes neuester Roman ein fiktives Gedankenexperiment. Was wäre, wenn auf einmal keine Menschen mehr sterben und es ebenfalls keine Geburten mehr gibt, weil die menschliche Zellteilung ausbleibt? Währenddessen bleibt die Natur davon unbeachtet. Dabei katapultiert einen bereits der fesselnde Romananfang mitten ins Geschehen. Um dieses Szenario anschaulich zu gestalten, begegnen wir verschiedenen Figuren und Familien, die sich an unterschiedlichen Abschnitten ihres Leben befinden und Hoffnungen sowie Wünsche haben. Darunter Menschen, die ein Kind erwarten, die wissen, dass sie nicht mehr lange leben werden und andere, die täglich mit Tod konfrontiert werden. Nicht zuletzt eine Fotografin, welche diesen nicht greifbaren Stillstand einfangen möchte. Andere wiederum sehen mögliche Erklärungen der merkwürdigen Umständen als Lügen an und verbreiten, auf der Suche nach der wirklichen Wahrheit, Verschwörungstheorien. So bringt dieser Zeitgewinn einige unerwartete Veränderungen mit sich. Trotz der vielen Perspektiven sind diese keineswegs überfordernd, sondern gut verständlich, vielschichtig und gelungen. Der Roman ist eine Liebeserklärung an das Leben und zeigt sogleich, wie wertvoll dieses ist und wie schnell es vorbei sein kann. Die geschilderten teils emotionalen Schicksale sind als Plädoyer anzusehen, die jeweilige Zeit zu nutzen und wichtige Veränderungen anzugehen, anstelle zu bereuen, etwas nicht getan zu haben. Andererseits habe ich nicht ganz verstanden habe, warum der menschliche Kreislauf unterbrochen wird, wie es begann und endete. Aber wahrscheinlich bleibt es schlichtweg unerklärlich. Trotz dieses Kritikpunkts, habe ich den Roman regelrecht inhaliert und sehr geliebt! Maja Lunde hat mich auch mit diesem Buch (wieder mal) überzeugt.

Stell dir vor kein Mensch kann mehr sterben, kein Mensch kann mehr geboren werden, kein Mensch altert mehr und kein Mensch entwickelt sich weiter. Maja Lunde schafft es in dem Buch die komplexen Gefühle der Protagonisten darzustellen. Von Jenny, die tot krank ist und zunächst Hoffnung fasst über Jakob und Lisa, die ein Kind erwarten und Otto und Margo, die sich schon auf ihre Rente eingerichtet hatten. Das Buch hat ein starkes Thema. Insgesamt hat mir jedoch etwas Story gefehlt. Das hat dazu geführt, dass ich sehr lange an dem Buch gelesen habe, weil es irgendwie zwar interessant war, aber einen eben nicht gepackt hat. Auch die Auflösung am Ende war dann doch etwas flach.
Gute Idee, schwache Umsetzung
„Für immer“ hat bei mir leider nicht die Wirkung, die ich mir erhofft hatte. Das Thema entwickelte sich weniger stark als erwartet, und zahlreiche Unlogiken haben mich zunehmend von der Geschichte abgelenkt. Auch die Auflösung wirkte auf mich zu konstruiert und stellenweise fast albern – insgesamt solide, aber enttäuschend im Vergleich zu meinen Erwartungen.

Das menschliche Leben erfährt einen Stillstand
Ein super Gedankenspiel. Mit vielen Vor- aber auch sehr vielen Nachteilen. Wie das ganze aussehen könnte fasst die Autorin super in diesem Roman zusammen. Wir erleben alles aus der Sicht verschiedener Personen und erfahren deren Schicksal. Mich hat das Buch sehr bewegt. Ich mochte den Schreibstil und den Aufbau der Story. Ein Erzählstrang hatte massive Längen. Da hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, denn es ist wirklich ein spannendes Gedankenexperiment.

Ein typischer Roman à la Maja Lunde. Aus meiner Sicht längst nicht so stark wie das Klimaquartett, aber ebenso nah dran an den Fragen nach dem Umgang mit der Umwelt, dem Leben miteinander und den großen und kleinen Fragen des Lebens.
Ich hatte große Erwartungen an das Buch, denn das Klimaquartett der Autorin hat mich sehr berührt, zum Nachdenken angeregt und in manchen Punkten meinen Blick neu gesetzt und geschärft. An diesen Erfolg konnte "Für immer" für mich persönlich leider nicht anknüpfen. Wir begleiten Jenny auf ihren letzten Tagen mit einer unheilbaren Krankheit. Die Tage dehnen sich aus und werden gefüllt mit mit der Fotografie als Flucht vor dem Gedanken: Jennys Kinder werden ohne Mutter aufwachsen. Otto und Margo ziehen aus ihrem Haus mit Garten in eine Wohnung. Margot findet schnell Anschluss in der Nachbarschaft, macht Pläne und verbringt den Tag ansonsten drinnen, während Otto sich mit viel Elan der Bepflanzung der zur Wohnung gehörenden Terrasse widmet. Schnell wird klar: so verschiedene Vorstellungen von einem verlängerten Leben passen nicht in ein gemeinsames. Ellen arbeitet am Empfang eines Bestattungsinstituts, doch das Telefon steht seit Wochen still. Schon bald beeinflussen sie die Auswirkungen der still stehenden Zeit aber gleich mehrfach. Lisa und Jakob warten auf die Geburt ihres Kindes, das plötzlich aufhört, sich weiterzuentwickeln. Anne ist Hebamme und hadert mit ihrem Schicksal die leere Geburtsstation ohne Geburten zu verlassen und stattdessen auf die Station zu wechseln, auf der nicht gestorben werden kann. Was mir erschreckend aktuell vorkam, waren die Verschwörungstheorien, die Proteste und Ängste und die Frage nach der Gestaltung der gewonnenen Zeit. Ähnliche Themen bestimmten doch erst vor wenigen Jahren unseren Alltag. Hier zeigt Lunde erneut, wie gut sie die Sorgen der Menschheit in einem Roman verweben kann. Jedoch fehlte mir an vielen Stellen die emotionale Tiefe in der Situation. Als Lesende fühlte ich mich klar als außenstehende Beobachtende, nicht als emotional Teilhabende an der Geschichte. Mir fehlte zum Beispiel der kleine dramatische Moment, an dem die Welt feststellt, die Zeit scheint stehenzubleiben. Später erklärt sich dieses, aber mir kam es schräg vor. Auf einmal wissen alle Bescheid und es wird geschrieben, wie sie mit der freien Zeit umgehen, bzw. wie sich dieses Phänomen auf ihre aktuelle Lebenslage auswirkt. Typisch für Maja Lunde, stellt sie uns Lesenden die verschiedensten Personen in ihren eigenen Lebenswirklichkeiten vor, die sie zum Ende des Buches miteinander verbindet. Dieses Mal hat sie dieses für mein Gefühl sehr poetisch gemacht und ich hatte dabei eine kleine Gänsehaut. Das hat für mein Gefühl recht zum Ende des Buches viel wieder wett gemacht, sodass ich das Buch am Ende versöhnt und bewegt weglege.
Schön geschrieben, schwer zu greifen.
Mir fällt es schwer, dieses Buch zu bewerten. Es ist sehr schön geschrieben, die vielen Perspektiven machen es komplex und interessant. Es trägt eine beständige Schwere in sich und berührt mich. Löst vielseitige Gefühle aus. Andererseits finde ich es so schwer zu greifen, nachzuvollziehen. Womöglich macht es aber genau das aus. Diese Nachdenklichkeit. Vielleicht sollte man es genau darum lesen.
Weltweit bleibt für die Menschheit (nicht aber für den Rest der Natur) die Zeit stehen: sie altern oder wachsen nicht, können nicht sterben und auch nicht geboren werden. In dieser seltsamen Situation fokussiert sich Maja Lundes Geschichte weniger auf das große Ganze, die globalen Auswirkungen, sondern auf eine Handvoll Einzelschicksale. Auf Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen, in denen sie nun plötzlich "feststecken". Ein interessantes Gedankenexperiment, gut geschrieben, nachdenklich machend und ziemlich melancholisch. Aber insgesamt bleibt es ein bisschen zu oberflächlich. Die Auswirkungen werden überwiegend nur angerissen und für meinen Geschmack nicht konsequent genug ausgeführt. So bleibt als Fazit: Spannende Idee, einfühlsam geschrieben, aber nicht genug aus dem Thema herausgeholt.
Bedrückend
Ich fand's gut, aber bedrückend. Zuerst die Euphorie darüber, dass man ewig lebt...alles ist plötzlich wieder möglich und dann der Umschwung zu: Welchen Sinn hat das Leben dann noch? Spannendes Thema, wie ich finde, gut aufgearbeitet. Ich kann aber nachvollziehen, wenn man mit dem Buch nicht wirklich was anfangen kann, weil gefühlt "nichts passiert".

Bin mir nicht sicher, was ich von dem Buch halten soll. Grundsätzlich hat Maja Lunde immer sehr zukunftsorientierte und beängstigende Themen. Auch das Thema Stillstand in jedem Sinne ist sehr beängstigend. Mit dem Ende bin ich nicht ganz so zufrieden und die Auflösung war auch eher meh. Aber ansonsten wieder sehr unterhaltsam und zum Nachdenken.
Sehr spannende Grundidee, die jedoch leider nicht trägt
Neu ist die Grundidee des Buches nicht: Plötzlich wächst, altert und stirbt der Mensch nicht mehr, weil die Zellteilung aussetzt. Interessant ist sie dennoch. Auch Lundes Figuren als Fallbeispiele sind gut angelegt. Leider entwickeln sie sich vorhersehbar bzw. bleiben farblos. Zudem fehlen überraschende und anregende Überlegungen zum Stillstand. Mich hat das Buch daher nicht überzeugt. Wäre es nicht das aktuelle Lesekreis-Buch, hätte ich es abgebrochen. Das Lektorat ist flüchtig gewesen und hat einige Fehler übersehen. So heißt bspw. Anne auch mal Anna oder Annie und das innerhalb einer Seite ...

Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Maja Lunde, geboren 1975, ist die erfolgreichste norwegische Autorin ihrer Generation. Der Roman »Die Geschichte der Bienen« machte sie schlagartig berühmt: Der Bestseller wurde in 40 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Er ist der erste Band des hochgelobten »Klimaquartetts«, das die Autorin 2023 mit dem Roman »Der Traum von einem Baum« abschloss. Außerdem veröffentlicht die Autorin mit der bekannten Illustratorin Lisa Aisato erfolgreiche All-Age-Romane wie »Die Schneeschwester« und »Die Sonnenwächterin«. Maja Lunde lebt mit ihrer Familie in Oslo.
Posts
"Ein Fremder ist ein Freund, den du noch nicht kennst." (S. 137)
Maja Lunde greift mit „Für immer“ ein Thema auf, das uns wahrscheinlich im Kern unseres Menschseins trifft: das Altern und die Endlichkeit. Was passiert, wenn die biologische Uhr der Welt von einer Sekunde auf die nächste einfach stehen bleibt? Auf der Welt ereignet sich das Unvorstellbare: Der Alterungsprozess stoppt. Lunde beleuchtet dieses Phänomen durch viele Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist die sterbenskranke Mutter, die plötzlich gesunder wirkt, aber auch die Schwangere, deren Kind im Mutterleib aufhört zu wachsen. Besonders makaber und eindringlich: Menschen können nicht mehr sterben. Selbst schwerste Unfälle führen nicht zum Tod... ein biologischer Gefängniszustand, der die Grenzen des Erträglichen auslotet. Was mich an diesem Buch besonders bewegt hat, waren die erschreckenden Parallelen zur Corona-Pandemie. Hier wird wunderbar beschrieben, was passiert, wenn eine Gesellschaft mit dem Unbegreiflichen konfrontiert wird: Die Entstehung von Verschwörungstheorien und die Spaltung der Gesellschaft werden erschreckend dargestellt. Die Versuche der Regierung, durch symbolische Veranstaltungen den Schein von Normalität und Zusammenhalt zu wahren, wirken in ihrer Hilflosigkeit fast schon schmerzhaft vertraut. Früher dachte man bei Geschichten wie Twilight oder Vampire Diaries oft: „Wäre es nicht toll, für immer jung und schön zu sein?“ Nach diesem Buch denk ich anders darüber ... Sie zeigt, dass das Leben ohne das Älterwerden jegliche Weiterentwicklung verliert. Ein Leben ohne Ende bedeutet auch ein Leben ohne Ziel. Das Buch ist sehr kurzweilig und flüssig geschrieben. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Warum gebe ich aktuell „nur“ vier Sterne? Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und vielleicht erst mit der Zeit seine volle Wirkung entfaltet. Aktuell fühlt es sich wie ein sehr gutes, intensives Leseerlebnis an, das ich aber vermutlich kein zweites Mal lesen würde. Doch wer weiß? Vielleicht ist es ein Werk, das im Gedächtnis weiterreift und in einem Jahr doch die volle Punktzahl verdient. "Und sie dachte, jetzt hätte sie doch eine Möglichkeit, ihm mehr zu erzählen; wie sicher sie sich fühlte, wenn sie Bilder machte, wie die Kamera alle anderen Gedanken vertrieb und wie das Fotografieren ihr eine Kontrolle ermöglichte über das Leben und die Zeit. Wenn ich fotografiere, bekomme ich Macht, wollte sie sagen, ich agiere, ich werde ein Akteur, anstatt das Leben passiv über mich ergehen zu lassen. Doch sie wusste nicht, ob er es verstehen oder nur als eine Rechtfertigung für ihre ständige Abwesenheit auffassen wurde. Deshalb schwieg sie." (S. 214)
Wenn Morgen Gestern ist
… dann ist die Zeit stehen geblieben. Für Jenny, die an einer unheilbaren Krankheit leidet, klingt es nach einem Segen. Jakob hingegen muss sich fragen, ob sein Kind jemals geboren wird, Otto sieht nach dem Renteneintritt plötzlich keine Perspektive mehr im Leben und Philip glaubt gar an eine Weltverschwörung… Was wäre, wenn sich plötzlich nichts mehr verändert? Dieser Frage sehen sich die Menschen gegenüber, als die Kinder plötzlich aufhören zu wachsen, niemand mehr stirbt und der Hunger versiegt. Was am Anfang wirkt wie ein Segen, für manche auch eine zweite Chance, entwickelt sich schnell zu Chaos, Rastlosigkeit und dem Gefühl von Verlorenheit. Maja Lunde nimmt den Leser mit in die Leben der verschiedensten Protagonisten und ihre Lebensrealitäten, findet leise die richtigen Worte für Situationen, die verschiedener kaum sein könnten und doch alle auf das gleiche hinauslaufen: Auch wenn morgen alles vorbei sein kann, können wir nicht für immer im Heute bleiben. Natürlich war nicht zu erwarten, dass die Autorin eine Erklärung für all das liefert, was in ihrer Geschichte geschieht, darum geht es schließlich auch nicht und der Fokus des Romans liegt auch ganz anders, auf den Menschen, auf ihrer Entwicklung und ihrer Akzeptanz. Dennoch blieb der letzte Teil des Buches stellenweise etwas schwammig, das Ende war zwar passend und wirkungsvoll, doch kam es recht schnell und nicht alle Protagonisten kamen noch einmal zu Wort. Zwei, drei Erklärungen hätten dem Ganzen gutgetan und die Botschaft noch ein Mal auf den Punkt gebracht. Trotzdem ist „Für immer“ ein Buch mit einer erstaunlichen Sogwirkung ohne Spannung im klassischen Sinne und eine eindringliche Erinnerung daran, dass wir Menschen nicht ohne die Welt um uns herum existieren können, dass wir sie brauchen, um zu leben und dass der Wandel ein Teil von uns ist.

Was passiert wenn die Zeit stehen bleibt?
Eine Dystopie - die menschliche Entwicklung bleibt stehen. Maja Lunde beschreibt werdende Eltern, bei denen das Kind im Mutterleib nicht mehr wächst, eine an Krebs erkrankte Frau, deren Tumor nicht mehr wächst und sie Zeit mit ihrer Familie geschenkt bekommt, gleichzeitig aber auch sieht, wie ihre Kinder sich nicht weiter entwickeln, Senioren, die sich zuerst über ein längeres Leben freuen, dann aber auch verzweifeln an der Unendlichkeit. Sehr interessante Gedankenspiele und auch gut beschriebene Konstellationen Ganz abgeholt hat mich das Buch aber nicht.
Dystopisch, interessant, stimmt nachdenklich
Was passiert, wenn plötzlich die Zeit stehen bleibt? Die Natur verändert sich weiter, doch wir Menschen stagnieren. Niemand stirbt und kein neues Leben wird geboren. Ein spannendes und zeitgleich gruseliges Gedankenspiel. Im Wechsel wird der Leser in verschiedene Leben „geschmissen“ und erfährt, wie ganz unterschiedliche Menschen auf dieses Phänomen reagieren. Von Freude, über Erstaunen bis hin zu enormer Verzweiflung … letztlich sind alle Personen völlig überfordert mit dieser neuen Welt, dieser neuen Perspektive. Richtig gut fand ich auch, dass verschiedene Berufszweige, die mit Leben und Tod verbunden sind, inhaltlich eingebunden wurden. Tatsächlich hat mich das, was die Autorin aus den verschiedenen Blickwinkeln schildert, unheimlich an die Corona- und Lockdown-Zeiten erinnert. Dieser Stillstand, das Unwissen, das Bangen darum „wie geht es weiter?“ und die Verzweiflung „was zur Hölle passiert hier gerade überall auf der Welt?“ … hat mich ziemlich mitgerissen, muss ich sagen. Auch die immer größere Entzweiung, Radikalisierung, die Frage danach, was richtig und was falsch ist, hat mich sehr an die Jahre 2020-2023 denken lassen. Ich finde das Buch alles in allem durchaus interessant und habe es gern gelesen. Dennoch wird es bestimmt nicht jeden Lesenden so sehr packen. Mich stimmt das Buch nachdenklich und erscheint mir eine nützliche Lektüre, um die Corona-Zeit nachträglich etwas zu verarbeiten und sich auf die eigene Endlichkeit zu besinnen.
Interessante Idee, vielfältige Perspektiven, schwaches Ende
Als ich den Klappentext las, war ich sofort von dem Gedankenspiel „was wäre, wenn die Zeit stehen bleibt“ gepackt und wollte das Buch lesen. Ich habe das Buch auch in nur wenigen Tagen gelesen, da ich die verschiedenen Perspektiven und Charaktere sehr interessant und authentisch fand. Die Entwicklung der Geschichte gefiel mir gut, nur das Ende fand ich etwas zu schnell. Es gibt keine richtige Auflösung. Insgesamt ein interessanter Roman, der viele philosophische Ansätze hat und zum Nachdenken anregt.
Für immer - Gefangen in der Unsterblichkeit: Wenn die Ewigkeit zur Last wird
Was passiert, wenn der Tod Urlaub macht? In diesem Roman bleibt die menschliche Zeit plötzlich stehen: Keine Geburten, kein Sterben, kein Altern. Die Natur blüht weiter, doch die Menschheit verharrt in einem bizarren Stillstand. Ein faszinierendes Szenario, das jedoch bei der Umsetzung schwächelt. Die große Stärke des Buches liegt zweifellos in seiner philosophischen Grundfrage. Es räumt radikal mit dem Wunschtraum der Unsterblichkeit auf und zeigt stattdessen die lähmende Leere, die entsteht, wenn jeder Zeitdruck aus dem Leben verschwindet. Durch verschiedene Perspektiven wird die aufkommende Apathie der Gesellschaft atmosphärisch dicht eingefangen, getragen von einer klaren, beklemmenden Sprache. Trotz dieses starken Einstiegs verliert sich die Geschichte jedoch zunehmend in Unverbindlichkeiten. Ein Hauptproblem ist die fehlende Plausibilität: Das Buch ignoriert die harten politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen seines eigenen Szenarios, wodurch die Welt seltsam leer und oberflächlich wirkt. Auch bei den Regeln bleibt der Roman viel zu vage. Warum die Zeit stoppt und warum sie sich letztlich wieder in Bewegung setzt, wird nicht einmal ansatzweise erklärt. Was als Metapher für die Endlichkeit gedacht ist, wirkt als Handlungselement dadurch oft beliebig und wenig greifbar. Zudem fehlt der Geschichte ein echter „Payoff“. Da es kaum eine äußere Entwicklung oder eine tiefere Auflösung gibt, tritt die Handlung irgendwann auf der Stelle. Man wartet vergeblich auf einen Wendepunkt oder eine Erkenntnis, die über das Offensichtliche hinausgeht. So bleibt ein interessantes Gedankenexperiment zurück, das für philosophisch Interessierte reizvoll sein mag, aber als Roman aufgrund der schwachen Ausarbeitung und der fehlenden inneren Logik enttäuscht. Von mir daher 6 von 10 P. (abgeschlossen 04.05.2026)

Quick and easy read mit Tiefgang 🌷🤲🏼
Eindrucksvolle Thematik und eine wirklich gute Idee! Auch die Umsetzung fand ich großartig gelungen und realitätsnah beschrieben! Es baut viel Spannung auf und es passieren Sachen zum Mitfiebern und Mitfühlen. Eindrucksvoll mit wie viel Dynamik ein Stillstand beschrieben werden kann 😌 ABER, ja es kommt ein Aber… Es baut Spannung auf, manche Kapitel enden einfach mit einem Cliffhanger und man möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Man ließt in ständiger Erwartung auf einen großen Knall, ein Ereignis, IRGENDWAS großes und einschneidendes. Zumindest war das meine Erwartung! 😅 Der Knall am Ende, die große Wendung oder ein Spektakel wenn man so will, bleibt aus, so viel sei gesagt. 🙃 (is aber ein Me-Problem zwecks Erwartungen und so, also nur ein halber Stern Abzug dafür) TROTZDEM ist es ein gelungenes Buch mit vielen Perspektiven und Ideen und Themen, die auch in unserer Realität eine große Rolle spielen und daher geht die Geschichte einfach (wenn man so emotional ist wie ich) zeitweise unter die Haut und regt zum philosophieren an. Was würde ich mit der Ewigkeit tun? Könnte man das zum Vorteil nutzen? Und was, wenn man in seinem Leben gefangen ist?

Wie reagieren die Menschen, wenn ihre Welt stillsteht und die Natur weitermacht wie bisher?
Ich mag die Fragestellung, wie Menschen sich verhalten, wenn sie nicht mehr sterben würden und in dieser Geschichte kommt noch die Idee hinzu, dass auch nichts Neues mehr entstehen kann bei den Menschen, während die Natur nicht stillsteht. Das war mein erstes Buch der Autorin und ich war gespannt, was mich erwartet. Leider war das Buch für mich etwas enttäuschend, denn einerseits wird nur der Zeitraum während des Stillstands betrachtet, es gibt keine Erklärung für das Phänomen und man erfährt auch nicht, wie es danach weitergeht. Des weiteren hat mich das Verhalten der Menschen teilweise irritiert. Es ist klar, dass es Menschen gibt, die in Extremsituationen ihr ganzes Leben umwerfen oder vor lauter Skepsis zu Verschwörungstheoretikern werden und dass ohne Veränderung auch Langeweile aufkommen kann. Mir fehlt in der Geschichte jedoch der Blickwinkel derjenigen, die den Moment genießen können und in der Gegenwart leben. Diese Gruppe wird hier nicht dargestellt. Selbst eine todkranke Person ist unzufrieden, obwohl sie Zeit geschenkt bekommt. Das finde ich unglaubwürdig und traurig. Die Personen im Buch sind so gestaltet, dass es schwer fällt, Sympathie zu empfinden, weil sie mir alle zu extrem und negativ in ihren Entscheidungen und Aktionen sind. Am ehesten ist mir Otto sympathisch. Bei ihm kann man noch am meisten behaupten, dass er weitermacht und versucht, sich sein Leben schön zu gestalten. Faszinierend fand ich, dass die Geschichte zeigt, wie weitreichend der Stillstand sein kann. Es geht nicht nur um Geburt und Tod, sondern auch um Weiterentwicklung. Die Vorstellung, nichts mehr erlernen zu können, ist beängstigend und demotivierend und ich bin froh, dass es sich hier nur um ein fiktives Gedankenmodell handelt.
Zwiegespalten
"Und ich werde die Zeit anhalten, diesen Augenblick, in dieser Nacht, ich halte sie für euch an, genau diese Zeit." (S.313) Von allen unbemerkt bleibt am 6. Juni die Zeit stehen, dann fällt auf, es kommen keine Babys mehr zur Welt und niemand stirbt. Die Natur wächst weiter, nur die Menschen stagnieren, die Haare hören auf zu wachsen, der Körper steht still. In "Für immer" erleben wir diese Situation aus vielen verschiedenen PoV´s, es gibt zum Beispiel eine Kriegsfotografin, die einen Hirntumor hat, einen Vater, der sich auf sein Baby freut oder eine Angestellte in einem Bestattungsunternehmen, die ein Adrenalinjunkie ist und Extremsport betreibt. Diese vielen Sichtweisen haben mir den Einstieg ins Buch etwas erschwert, ich habe recht lange gebraucht, bis ich in der Handlung angekommen war. Dann fand ich es sehr interessant, wie die einzelnen Menschen mit dieser unwirklichen Situation umgehen, inwieweit sie ihr Leben beeinflusst und was sich gesellschaftlich verändert. Leider fand ich die Gedanken wie es zu diesem Zeitstillstand kommt und die Lösung dazu irgendwie unausgereift und unbefriedigend. Hätte die Autorin das ganz weglassen und den Zeitstillstand als Tatsache dargestellt, wäre es wahrscheinlich besser gewesen. Fazit: Interessante Prämisse mit Schwächen in der Umsetzung. 3,5/5 Sterne

Die Zellteilung der Menschheit hört auf, keiner wird mehr geboren, keiner stirbt mehr. Tja ... Das Buch fließt an einem vorbei wie ein sehr ruhiger, sehr träger Fluss, eher noch wie ein Stausee. Nach und nach fühlt es sich an, als ob bei der Lektüre die Zellteilung im Gehirn des Lesers aussetzt, ganze Teile des Bewusstseins taub werden. Schnell ein anderes Buch! Sonst müssen noch die Leute in den orangen Jacken zum Reanimieren kommen. Man müsste schon sehr großer Lunde-Fan sein, um dieses Buch gut zu finden.
Dystopischer Versuch, die Zeit still stehen zu lassen! 🫠
Wie wäre es, wenn die Zeit stehen bleibt?! Wenn ab sofort niemand mehr sterben, aber auch kein Mensch mehr geboren werden würde?! Maja Lunde lässt sich auf dieses Gedankenexperiment in literarischer Weise ein in ihrem neuem Buch „Für immer“. Bekannt geworden ist die norwegische Autorin durch ihre vier Romane zum Klimawandel und Artensterben - die ich noch nicht gelesen, aber Band 1 „Die Geschichte der Bienen“ bereits zu Hause habe. „Für immer“ war also mein erstes Buch, das ich von Maja Lunde gelesen habe. Ist der Tod, der uns alle irgendwann erwartet, nun Fluch oder Segen?! In ihrem Roman „Für immer“ kommt erstmal nur das menschliche Leben zum Stillstand - die Natur- und Tierwelt lebt, stirbt und gedeiht weiter. Als Protagonisten haben wir Fotografin Jenny - sie war todkrank und kann jetzt weiterleben, dann Otto einen Rentner und passionierten Gärtner, es gibt eine Kinderkrankenschwester und eine Extremsportlerin, die gleichzeitig auch Bestatterin ist. Die Hauptprotagonistin ist Jenny, eine zweifache Mutter mit Krebs im Endstadium. Die anderen Figuren befinden sich an verschiedenen Stellen ihres Lebens, aber sind alle in Berufen oder sonst wie in einer Situation in ihrem Leben, wo sie sich mit den Themen Leben und Tod konfrontiert sehen. Die einzelnen Figuren verkörpern bestimmte Aspekte des Stillstands. Beispielsweise Jenny, die Fotografin, da gehts ja auch beim Fotografieren an sich darum, dass sie die Zeit im Bild einfriert. Sie gelangt zur Einsicht, dass ihr Leben endlich ist, beginnt wie wild zu Fotografieren und vernachlässigt dabei ihre Familie. Was treibt Jenny also an?! Sie hält die Zeit an mit ihren Fotos ihres Lebens. Ihre Verzweiflung über ihre Krankheit und ihr Leben zieht sich durch das gesamte Buch. Die anderen Figuren werden durch diesen Stillstand in prekäre Situationen versetzt. Ihr Leben verändert sich dadurch und sie spiegeln quasi Jennys Leben wider. Sie als Mutter zweier Kinder sieht sich einer Extremsituation gegenüber, die Frage die natürlich im Raum schwebt: Was passiert mit den Kindern, wenn ich (Jenny) nicht mehr da bin?! Was für ein schwerer Gedanke es sein muss für eine Mutter, wie es für die Kinder sein wird, wenn sie stirbt - das hat mir die Figur Jenny sehr nahe gebracht und hat mein Mitgefühl geweckt. Am Anfang des Romans freuen sich alle zunächst, dass Jenny doch nicht sterben wird, Ottos Frau blüht richtig auf und feiert mit anderen Rentnerinnen - eigentlich mutet es doch als ganz schöne Vorstellung an, das die Zeit still steht, oder?! Anfangs ja, aber dann wird aus der Freude langsam Verzweiflung, wenn die Figuren realisieren, dass sie so viel Zeit haben, dass sie ja jetzt endlos viel Zeit haben, empfinden sie es nicht mehr als Geschenk. Sie überlegen sich, wie sie zur Normalität zurückkehren können, sie fragen sich nach den Gründen für den Stillstand, insbesondere Verschwörungstheoretiker Phillipp sucht auf die extreme Art und Weise nach Antworten. Ist der Stillstand der Zeit, auch eine Art Abrechnung für das, was wir Menschen mit der Welt anstellen?! Auf jeden Fall bin ich ins Grübeln geraten über die Natur und wie wir sie behandeln und habe mich gefragt, wo unsere gute Verbindung zur Natur geblieben ist. Die Natur lebt in „Für immer“ weiter - braucht uns praktisch nicht mehr, sie würde einfach weiterexistieren, wenn wir nicht mehr da wären. Es ist sicherlich ein apokalyptisches Buch - aber geht das Konzept auch auf?! Es steckt viel Potential in der Idee dieses dystopischen Romans, das Maja Lunde für mich leider nicht voll ausschöpft. Sie kratzt an der Oberfläche, aber hätte für mein Dafürhalten das Konzept der Unsterblichkeit der Menschheit stringenter ausarbeiten müssen und an der einen oder anderen Stelle fehlt es mir auch etwas an Kreativität. Hinzu kommt für mich ein Logikfehler - wie kann die Zeit stehenbleiben, aber die Uhren laufen hingegen weiter?! Wofür ich den Roman geschätzt habe, ist, dass er mich hat nachdenken lassen, über die Endlichkeit unserer (meiner!) Zeit hier auf Erden und hat in mir zur Frage geführt - nutze ich meine Zeit sinnvoll?! Mache ich wirklich das Beste aus meinem Leben, oder gibts Verbesserungspotential?! Und das gibts sicherlich - ich bin Maja Lunde dankbar für das neu erweckte Bewusstsein für diese Fragestellungen. Bitte macht Euch Euer eigenes Bild von „Für immer“. Ich werde der Autorin auf jeden Fall eine zweite Chance geben mit „Die Geschichte der Bienen“ und bin gespannt, ob sie mich damit mehr überzeugen kann.
Einfach stark! Ein besonders Highlight.
**** Worum geht es? **** Was passiert, wenn die Zeit stehen bleibt? Alles wächst und gedeiht, doch der Mensch im Stillstand verharrt – ein ewiges Leben im Hier und Jetzt. **** Mein Eindruck **** Für mich hat Maja Lunde mit *Für immer* das stärkste Werk bislang geschrieben. Die Aussagekraft und das dystopische Szenario haben mich tief beeindruckt. Lunde dringt in die Psyche des Menschen bis auf den Kern vor. Das Spiel mit Leben und Tod wird besonders eindrucksvoll, als die Zeit für den menschlichen Körper stehen bleibt, während sich alles andere weiterentwickelt. Ewiges Leben, aber ohne wirklich zu leben – dieser Gedanke kam mir häufig. Es war absolut spannend, zu interpretieren, wie es zu dieser Situation gekommen ist und die Tragweite der Beisetzung selbst zu durchdringen. Lunde wusste stets zu überraschen und erschuf eine vielschichtige Figurenkonstellation. Figuren, die so nahbar sind wie du und ich – jung, alt, voller Hoffnung und Träume, der anklopfende Tod und das Leben, das trotzdem weitergeht. Ich habe jede einzelne dieser Figuren begleitet. Ihre Schicksale wogen schwer, emotional und bedeutend. Wer Lunde kennt, weiß, dass sie mit wenigen Sätzen eine ganze Welt erschaffen kann. Dieses Talent beweist sie auch hier und kombiniert es mit einem Erzählstil, den ich als absolut treffend bezeichnen möchte. Alles fügt sich zusammen, und die Bedeutung sowie die Aussage ihres Szenarios werden mich lange begleiten. **** Empfehlung? **** Wer Dystopien und philosophische Fragestellungen liebt, wird dieses Werk nicht nur als faszinierend, sondern auch als herausfordernd empfinden. Ein besonderes Highlight für mich, dass ich gerne weiterempfehle!
Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht. Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen. Ein Segen das ewige Leben oder bei genaueren hinschauen doch eher ein Fluch? Der Roman gibt uns Einblicke in viele unterschiedliche Schicksale und beleuchtet das Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Eine schwerkranke Mutter der mehr Zeit mit ihrer Familie geschenkt wird, einem sich entfremdenten älteren Ehepaar, Schwangeren die nicht wissen wann, wie und ob ihre Babys geboren werden, Kindern, alten Menschen die des Lebens müde sind etc. Der Ansatz das es ohne den Tod auch kein neues Leben geben kann macht Sinn. Ich fand die Erklärungen und Vermutungen zum Beginn und die Lösung zum beenden des Stillstandes etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Für mich war es eine interessante Grundidee und bis etwas über die Hälfte des Buches war ich mit Eifer am lesen. Dann allerdings hat die Euphorie bei mir nachgelassen und der Roman wird mir wohl nicht lange im Kopf bleiben. Mich hat es jetzt nicht zu hundertprozent überzeugen können, aber wie wir ja alle wissen... Die Vorlieben beim Lesen sind so vielfältig wie die Leser selbst.

Wow
Es ist der 06. Juni und die Zeit bleibt stehen. Naja, nicht richtig, die Tage zählen weiter, das Wetter verändert sich, aber die Menschen entwickeln sich nicht weiter, stecken fest. Schwangere Frauen bleiben schwanger, Krebserkrankungen wuchern nicht weiter, Haare und Nägel wachsen nicht mehr, Hunger und Durst sind ebenfalls Geschichte. Aber warum? Und was macht es mit den Menschen? Die erst feiern, weil sie ja jetzt ewig leben können. Und dann rebellisch werden, weil sie ja nicht sterben können. Und wer steckt dahinter, etwa der Staat? Verheimlicht man den Menschen etwas? Ein sehr flüssig geschriebenes, mitreißendes Buch, das nachdenklich macht und nachhallt.
Was bedeutet Für Immer?
Philosophisch, dystopisch, voll meins. Ich habe schon ein paar Bücher von Maja Lunde gelesen (Klima Quartett) und ich mag ihren Schreibstil gerne. Sie schreibt auch in diesem Buch wieder aus unterschiedlichen Perspektiven, wir begleiten diverse Schicksale und Gedanken von Betroffenen des Stillstands. Ich habe mich beim Lesen oft in die Corona-Zeit zurück versetzt gefühlt, machtlos und ahnungslos, was ja auch eine Art Stillstand war. Die Handvoll Charaktere haben alle ihre eigenen nachvollziehbaren Ansichten, der Einblick in die Gedankenwelt ist schlüssig und man kann sogar den extremeren Philip verstehen. Die aufschlussreichste POV für mich war Jenny, durch sie wird man ins Buch eingeführt und sie hat auch das letzte Kapitel, sie greift am Ende auch nochmal grob die Bewältigungsstrategien der anderen Charaktere auf. Sie fotografiert und versucht so einen Moment festzuhalten, da konnte ich mich als Fotografin sehr gut wiedererkennen. Mich hat es nicht gestört dass es eher weniger Worldbuilding gab, wieso weshalb warum es den Time Stop gab und Wissenschaftliche Ansätze dazu etc., da es hauptsächlich um Gefühle ging. Für mich war die Main Message aktiv im Hier und Jetzt zu leben, Präsens statt Präteritum. Ich fand es auch spannend, dass der Mensch im Bezug zur Natur näher betrachtet wurde. Auch dass sich Religion, Politik und Wissenschaft nicht einig waren ließ viel Spielraum für eigene Gedanken.
Stark angefangen. Am Ende leider nachgelassen .
„Für immer“ von Maja Lunde hat eine faszinierende Prämisse: Plötzlich bleibt die Zeit für alle Menschen stehen. Kein Altern, kein Verfall, aber auch keine Veränderung. Das klingt nach einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit Leben, Tod und der Bedeutung der Unsterblichkeit – doch leider bleibt der Roman oft an der Oberfläche. Die Charaktere, wie die krebskranke Jenny, die unsterblich bleibt, oder die schwangere Lisa, die nie ihren Babybauch verlieren wird, bieten viel Potenzial für philosophische Reflexionen. Doch Lunde vertieft diese Themen zu wenig, und das Ende fühlt sich zu harmlos und unausgereift an. Die Grundidee bleibt spannend, doch die Umsetzung könnte mehr Tiefe vertragen. Trotzdem regt das Buch zum Nachdenken an und bietet interessante Ansätze zu einem faszinierenden Thema. Wer sich nicht an einer oberflächlichen Erkundung stört, könnte dennoch viel daraus mitnehmen.

Die Grundidee von „Für immer“ von Maja Lunde hat mich sofort begeistert. Die Vorstellung einer Welt, in der Menschen plötzlich nicht mehr altern und nicht mehr sterben können, ist unglaublich spannend und bietet viel Raum für interessante Gedankenexperimente. Besonders gut gefallen haben mir die einzelnen Schicksale der Figuren. Die verschiedenen Perspektiven machen deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit dieser neuen Realität umgehen, und genau diese persönlichen Geschichten fand ich sehr berührend und interessant. Außerdem lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Ich habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen, weil man wirklich schnell durch die Seiten kommt und die kurzen Kapitel dafür sorgen, dass man immer weiterlesen möchte. Trotzdem hat mich der Roman leider etwas enttäuscht. Ich hatte durch den Klappentext andere Erwartungen an die Geschichte. Vor allem hätte ich mir mehr Hintergrundwissen darüber gewünscht, warum die Menschen plötzlich nicht mehr sterben oder altern. Dieses zentrale Element der Handlung blieb für mein Empfinden zu wenig erklärt. Außerdem hätte ich mir insgesamt mehr Tiefe und Spannung gewünscht. Die Idee hinter dem Buch ist wirklich großartig, aber in der Umsetzung hat mir manchmal die Intensität gefehlt, die das Thema eigentlich bieten könnte. Insgesamt ist „Für immer“ ein Roman mit einer sehr starken Grundidee und interessanten Figuren, der mich jedoch nicht ganz so überzeugen konnte, wie ich es von Maja Lunde sonst gewohnt bin.
𝘍𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 ist ein literarischer Schatz über die Vergänglichkeit und die kleinen Momente im Leben, der zum Nachdenken anregt.
🌺📸🌱👶⭕️👩⚕️🪂 𝘑𝘦𝘯𝘯𝘺 𝘩𝘰𝘣 𝘥𝘪𝘦 𝘒𝘢𝘮𝘦𝘳𝘢, 𝘴𝘤𝘩𝘭𝘰𝘴𝘴 𝘥𝘢𝘴 𝘭𝘪𝘯𝘬𝘦 𝘈𝘶𝘨𝘦, 𝘴𝘵𝘢𝘳𝘳𝘵𝘦 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘚𝘶𝘤𝘩𝘦𝘳 𝘶𝘯𝘥 𝘸𝘢𝘳 𝘪𝘮 𝘴𝘦𝘭𝘣𝘦𝘯 𝘔𝘰𝘮𝘦𝘯𝘵 𝘦𝘳𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦𝘳𝘵. 𝘋𝘢𝘴 𝘌𝘯𝘵𝘴𝘤𝘩𝘦𝘪𝘥𝘦𝘯𝘥𝘦 𝘸𝘢𝘳, 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘡𝘦𝘪𝘵 𝘻𝘶 𝘷𝘦𝘳𝘢𝘯𝘬𝘦𝘳𝘯, 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘴 𝘢𝘯𝘻𝘶𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯, 𝘨𝘦𝘯𝘢𝘶 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘮 𝘔𝘰𝘮𝘦𝘯𝘵, 𝘢𝘮 𝟼. 𝘑𝘶𝘯𝘪 𝘶𝘮 𝟷𝟷:𝟺𝟽 𝘜𝘩𝘳. 𝘚𝘪𝘦 𝘸𝘢𝘳𝘦𝘯 𝘩𝘪𝘦𝘳 𝘶𝘯𝘥 𝘸𝘶̈𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 𝘩𝘪𝘦𝘳 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘦𝘯, 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘪𝘦 𝘩𝘢𝘵𝘵𝘦 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦 𝘔𝘢𝘤𝘩𝘵, 𝘴𝘪𝘦 𝘧𝘦𝘴𝘵𝘻𝘶𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯, 𝘧𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳. ⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ᴿᴱᶻᴱᴺˢᴵᴼᴺˢᴱˣᴱᴹᴾᴸᴬᴿ⁾ 💭 Danke an @team.bloggerportal und @btb_verlag für das Rezensionsexemplar! 𝘍𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 ist ein literarischer Schatz, der zum Nachdenken anregt und mich noch lange nach der letzten Seite beschäftigt. Die Geschichte beginnt mit Jenny, die einem beinahe Unfall entgeht – ein spannender Einstieg, der sofort fesselt. Doch bald kündigt sich der nächste Schicksalsschlag an, was zunächst bedrückend wirkt. Lunde erschafft ein erschreckendes Szenario, in dem die Zeit zum Stillstand gekommen ist. Neben Jenny begleiten wir fünf weitere Menschen, die diese Stagnation des Lebens erleben: 🌱 Otto, ein Rentner, der zusammen mit seiner Frau Margo das Haus verkaufen möchte. Doch welche Auswirkungen hat diese Veränderung, insbesondere wenn im hohen Alter plötzlich unendlich viel Zeit zur Verfügung steht? Seine Geschichte ist eine der bewegendsten im Buch. 👶 Jakob, der mit seiner Freundin Lisa ein Kind erwartet. Er verfolgt Woche für Woche das Wachstum des Babys und fragt sich, was passiert, wenn dieser Prozess zum Stillstand kommt. Auch seine Geschichte habe ich gerne gelesen. ⭕️ Ellen, die als Bestatterin arbeitet und deren Beruf plötzlich zum Erliegen kommt, da niemand mehr stirbt. 👩⚕️ Anne, eine Hebamme, der die Arbeit ausgeht. Sie lässt sich versetzen, doch auch auf anderen Stationen ist es nicht besser. 🪂 Philip, der mit den Umständen nicht umgehen kann und sich in Verschwörungstheorien verliert. Er bleibt für mich von allen am undurchsichtigsten. 📸 Jenny bildet den Rahmen um alle und begegnet ihnen als Fotografin. Über sie musste ich lange nachdenken. Die Frage "Was wäre, wenn?" geht einem so oft durch den Kopf. Ich finde ihre Rolle und die Auflösung sehr gelungen, auch wenn sie mehr zwischen den Zeilen steht. 𝘍𝘶̈𝘳 𝘪𝘮𝘮𝘦𝘳 ist ein Roman über die Vergänglichkeit und die kleinen Momente im Leben. Er regt sehr zum Nachdenken an: Wie kostbar ist die Zeit, die wir haben? Glücksmomente sollte man nicht als selbstverständlich ansehen. Welchen Wert hat das Leben? Ein großartiges Leseerlebnis und eine große Leseempfehlung. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Buch ließ sich flüssig und angenehm lesen. Besonders spannend fand ich die Thematik: Was passiert, wenn man Zeit geschenkt bekommt? Wie kann man sie nutzen? Brauche ich sie wirklich? Diese Fragen hat die Geschichte bei mir aufgeworfen. Trotz des interessanten Ansatzes konnte mich das Buch am Ende jedoch nicht so sehr fesseln, wie ich es zunächst erwartet hatte.
Utopie oder Dystopie?
Worum geht’s? Mitten im Juni bleibt die Uhr am Rathausturm plötzlich stehen. Doch nicht nur das: Die Menschen sterben nicht mehr. Werden nicht mehr älter. Werden nicht geboren. Doch was bedeutet das für die Menschheit? Ist es ein Fluch oder ein Segen? Meine Meinung: Ich habe fast alle Bücher von Maja Lunde gelesen. Daher musste ich auch ihren Roman „Für immer“ sofort haben. Ich mag ihren Schreibstil. Wie sie die Dinge aus der Perspektive von unterschiedlichen Personen beleuchtet. Ihre Sprache ist total bunt und lebendig und dieses Buch empfand ich sogar noch intensiver, als die Bücher ihres Klima-Quartetts. Wir begleiten hier Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Besonders Jenny, die an Krebs leidet, Otto, der Senior und Jakob, der ein Frühchen hat, haben es mir angetan. Sie zu begleiten empfand ich als sehr emotional und intensiv. Das Thema überhaupt ist spannend. Nicht mehr zu altern, nicht zu sterben, keine Schmerzen mehr zu leiden erschien mir auf den ersten Blick doch ein bisschen wie ein Segen. Aber Maja Lunde schafft es eindrucksvoll, auch die negativen Seiten zu beleuchten. Und das regt wirklich sehr zum Nachdenken an. Will man wirklich ewig leben? Nicht mehr altern? Und falls ja, welches Alter wäre gut? Wenn man stehen bleibt und sich nicht mehr weiterentwickelt. Nichts mehr dazulernt. Das macht dann schon sehr nachdenklich. Dann haben wir natürlich auch hier Verschwörungstheoretiker, ganz ähnlich wie zu Corona-Zeiten und auch mit ähnlichen Theorien. Manchmal war ich zu Beginn der Kapitel etwas verwirrt, da wir doch sehr viele unterschiedliche Personen hatten und ich ab und an erst kurz reinfinden musste. Und auch das Ende des Buches war für mich nicht ganz rund. Aber ich fand die Idee klasse, habe die unterschiedlichen Menschen und ihre Gedanken total gerne verfolgt. Ich hätte gerne noch viel mehr und viel weitergelesen – wobei das Buch so die perfekte Länge hat, um selbst noch weiter Theorien zu spinnen und sich weitergehende Gedanken zu machen. Das Buch hat mich wirklich sehr bewegt und am Ende sogar zum Weinen gebracht. Das letzte Kapitel um Jenny hat es wirklich in sich. Von mir auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung! Fazit: Maja Lundes Roman „Für immer“ hat es wirklich in sich. Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich zurückgelassen, wie dieses. Zwar waren es etwas viele Personen und ich hatte manchmal kurz Probleme, um in neues Kapitel hineinzukommen. Aber wenn ich drin war, dann war es umso intensiver. Die Gedanken, die sich die Autorin gemacht hat und die wir in den einzelnen Protagonisten erleben, sind einfach unglaublich und das Ende war einerseits für mich nicht ganz rund, aber es hat mich dennoch sprachlos und emotional bewegt zurückgelassen. 4 Sterne von mir!

Was passiert, wenn die Zeit zum Stehen kommt?
Das ist die Frage. Wir lernen verschiedene Personen und ihr Leben in Stillstand kennen. Im Verlauf führen einige auch zusammen. Die Vorstellung macht Angst: Leben, das pausiert. Frühgeborene, die sich nicht weiterentwickeln. Aber auch Krebs, der nicht fortschreitend. Palliativ erkrankte Menschen, deren Leid aufrechterhalten wird. Das menschliche Leben pausiert, die Natur lebt weiter. Mehr im Hier & Jetzt leben und fühlen. Die Bedeutung der eigenen Unendlichkeit. Leider zu flach beschrieben, daher kein Highlight.
Einfach toll geschrieben, wurde noch nie enttäuscht von dieser Autorin auch diesmal nicht.***** 5 Sterne. Was passiert wenn alles still steht,sich nichts verändert und die Menschen das alles wahrnehmen ? Das Leben, der Tod,die Krankheit,.... Verschiedene Charaktere erzählen ihre Geschichte,Familien,Freunde ,Berufssparten... Interessant und zum Nachdenken anregend geschrieben. Absolute Leseempfehlung...
Zunächst scheint es wie ein Traum: die Menschen hören auf zu Altern, tödliche Krankheiten verschlimmern sich nicht mehr und niemand stirbt. Doch schnell wird klar, dass der plötzliche Stillstand auch seinen Preis hat. Und auch wenn jeder Charakter des Romans diese Zeit unterschiedlich wahrnimmt und mit ganz individuellen Sorgen umgehen muss, gelingt es Maja Lunde wieder meisterhaft, alles und jeden in Beziehung zueinander zu setzten. Wie gewohnt regt Lundes Roman zum Nachdenken an, in dem er die zentralen Fragen des Lebens auf eindrucksvolle und zutiefst bewegende Weise behandelt. Mich hat der Roman sehr nachdenklich gestimmt. Die Charaktere und ihre Schicksale haben mich allesamt berührt. „Für immer“ ist schon jetzt eines meiner Jahreshighlights 2025. Ich kann das Buch – sowie alle Bücher von Maja Lunde – wirklich jedem sehr ans Herz legen. Sie sind durchweg lesenswert und verändern die Sicht auf die Dinge nachhaltig. Mein Lieblingszitat: Denn der Tod übersteigt alles […]; mit seiner tiefen Finsternis übersteigt er alles, keiner kann sich gegen den Tod auflehnen, der Tod steht immer ganz oben auf dem Siegertreppchen, keine andere Frage ist größer: Dieses Ende, ist das alles, was passiert, wenn ich nicht mehr da bin?
Die Idee ist super....
....die Gedanken dahinter toll, aber man hätte aus diesem Thema noch so viel mehr rausholen können, tiefer gehen können, dafür hätte ich auch längere Kapitel und eine höhere Seitenanzahl in Kauf genommen. Aber für Zwischendurch war es trotzdem schön zu lesen und lässt einen darüber nachdenken wie man selbst zu dem Thema Leben und Tod steht.
„…und er hielt es für ein Armutszeugnis, dass es erst einen solchen Stillstand brauchte, damit die Leute verstanden, wie zufriedenstellend die Gartenarbeit war, Erde unter den Fingern zu spüren, die Pflänzchen sprießen, wachsen, blühen zu sehen.“ Die Welt steht still, so dass sich die Menschen nicht mehr verändern, also auch nicht sterben. Ein spannendes Konzept, von dem ich mir noch mehr erwartet hätte.
Interessantes Gedankenexperiment - Potential der Idee meiner Meinung nach aber nicht ausgeschöpft
Die norwegische Autorin Maja Lunde hat sich in ihren Romanen ja schon des Öfteren damit beschäftigt, was mit der Menschhheit geschähe, wenn Existentielles fehlte - Wasser, die natürliche Bestäubung von Nutzpflanzen. Dabei greift sie aktuelle Entwicklungen - in diesem Fall im Bereich der Ökologie - auf und spielt in ihren Romanen durch, was passieren könnte, wenn diese bedenklichen Entwicklungen ungebremst weitergehen. Dies ist auch bei "Für immer" der Fall, bei dem sie den ewigen Menschheitstraum nach der Überwindung der Sterblichkeit aufgreift. Dem gehen aktuell ja bereits einige Superreiche nach, beispielsweise durch den Transhumanismus, um diese bisher finale Grenzen menschlichen Daseins überwinden zu können. Auch in diesem Buch lässt Lunde wieder mehrere Personen zu Wort kommen, bleibt hier aber auf einer Zeitebene. So erleben wir den "Stillstand" der Menschheit aus mehreren Perspektiven und sehen, welche unterschiedliche Konsequenzen dieses Ausbleiben der Zellteilung für verschiedene Menschen hat. So ist einerseits die junge Mutter Jenny etwa zunächst darüber glücklich, dass der eben erst bei ihr diagnostizierte, dennoch offenbar bereits weit fortgeschrittene Krebs dadurch aufgehalten wird und sie dadurch Zeit mit ihren beiden kleinen Söhne und ihrem Mann gewinnt. Andererseits ist Jakob völlig verunsichert, weil sich sein Baby weder im Bauch seiner Freundin, noch - nach einem Kaiserschnitt - außerhalb, medizinisch rundum versorgt, weiterentwickelt. Während Flora und Fauna weiterhin dem Kreislauf des Lebens unterliegen, bleibt für den Homo sapiens sapiens die Zeit stehen. Nicht einmal Menschen nach üblicherweise tödlichen Unfällen oder Suizidversuchen können noch sterben. Dieses an sich interessante Gedankenexperiment hat mich durchaus fasziniert, sodass ich die 312 Seiten des Romans flott gelesen hatte, zumal die Entwicklung der verschiedenen Figuren durchaus interessante Wendungen beinhaltet und zum Weiterlesen motiviert. Dennoch bin ich mit einigen Aspekten unzufrieden: Zum einen stört mich die Lösung des bald als Problem erkannten Phänomens, sodass auch ich wie die Figur Jakob der Meinung bin, "die Menschen seien zu leicht davongekommen". Und mich hätte interessiert, wie sich das menschliche Miteinander verändert, wenn sich dieser Zustand nicht nur auf wenige Wochen beschränkt, sondern zum vermeintlichen Dauerzustand wird. Auf diese Weise bleibt es ein irritierendes Intermezzo, auch wenn einige Figuren ihren Fokus danach offenbar verschieben. Ein durchaus lesenswerter Roman, der jedoch in einigen Aspekten noch mehr in die Tiefe hätte gehen können.
Für alle, die gerne einem Gedankenexperiment folgen - was bedeutet Zeit oder besser was würde es bedeuten, wenn sie nicht mehr existiert. Zu Beginn hat Maja Lunde gut umgesetzt wie die verschiedenen Protagonisten mit dem „Stillstand“ umgehen - niemand stirbt mehr. Niemand wird geboren. Was macht das mit den Menschen? Zunächst erschien mir die Handlung auch utopisch- realistisch und unterhaltsam. Zum Ende hin ist es aber irgendwie gekippt und war für mich überhaupt nicht mehr schlüssig und viel zu einfach aufgelöst und zur Normalität zurückgeführt.. Trotzdem regt es zum nachdenken an und bietet guten Diskussionsstoff.
Großartiges Werk mit Längen ⭐️⭐️⭐️⭐️
Maja Lunde wird für mich ein einzigartiges Talent bleiben. In meinen Augen kann sie Geschichten verflechten wie nur wenige & auch genau das war es, was mich hier wieder so überzeugt hat. Ich habe das Gefühl, das viele Rezensionen, die über die Oberflächlichkeit dieser Geschichte sprechen, leider selbst etwas zu oberflächlich waren. Aber vielleicht denke ich mich auch schon wieder zu sehr in eine Metaebene, die gar nicht existiert 😂 Am 06. Juni bleibt die Zeit stehen. Nicht so wie man es sich vorstellt, aber eben auf menschliches Leben gesehen. Keine Wehwehchen, kein Altern, keine Geburten & keine Tode, doch das Leben dreht sich weiter. Wir bekommen im Buch Einblicke in 5 verschiedene Lebensrealitäten. Von der Familienmutter mit Krebs, über einen werdenden jungen Vater, zu einer Frau aus einem Bestattungsinstitut zu einem alten sehr unterschiedlichen Rentnerpaar. Alle gehen unterschiedlich mit der Situation um, alle merken jedoch auf kurz oder lang, dass das Leben einen Rahmen durch den Tod braucht und es nur dadurch an Bedeutung gewinnt. Wer eine Dystopie sucht, die der Frage nach geht, warum die Zeit jetzt stehen bleibt & wie die Menschen es wieder rumreißen, der ist hier falsch. Das ist lediglich das begleitende Setting & die Menschen an sich und ihre Alltäglichkeit steht im Vordergrund. Spoilerwarnung, am besten nur Lesen, wenn schon beendet: ——————- Ich weiß nicht genau, ob ich das Ende richtig deute oder mich wieder in was reindenke, was gar nicht ist ABER fließen am Ende alle Geschichten so zusammen, dass es sich schon fast so anfühlt, als wären alle Lebensabschnitte der unterschiedlichen Protagonisten einfach nur Abschnitte ein und derselben Person? Versteht ihr was ich meine 😅 lesen wir hier über zwei Charaktere die fast schon so multidimensional in verschiedenen Zeitebenen gleichzeitig existieren? Das hat mich irgendwie sehr zum Grübeln gebracht. Ja es hat seine Längen, aber ich fand die Geschichte bzw die Geschichten toll verknüpft und die Message von Lebensbedeutung super ✨

»Jetzt dürfen Sie aber nicht auch noch mit den Verschwörungstheorien anfangen.«
Nach dem Klimaquartett entspinnt Maja Lundes neuester Roman ein fiktives Gedankenexperiment. Was wäre, wenn auf einmal keine Menschen mehr sterben und es ebenfalls keine Geburten mehr gibt, weil die menschliche Zellteilung ausbleibt? Währenddessen bleibt die Natur davon unbeachtet. Dabei katapultiert einen bereits der fesselnde Romananfang mitten ins Geschehen. Um dieses Szenario anschaulich zu gestalten, begegnen wir verschiedenen Figuren und Familien, die sich an unterschiedlichen Abschnitten ihres Leben befinden und Hoffnungen sowie Wünsche haben. Darunter Menschen, die ein Kind erwarten, die wissen, dass sie nicht mehr lange leben werden und andere, die täglich mit Tod konfrontiert werden. Nicht zuletzt eine Fotografin, welche diesen nicht greifbaren Stillstand einfangen möchte. Andere wiederum sehen mögliche Erklärungen der merkwürdigen Umständen als Lügen an und verbreiten, auf der Suche nach der wirklichen Wahrheit, Verschwörungstheorien. So bringt dieser Zeitgewinn einige unerwartete Veränderungen mit sich. Trotz der vielen Perspektiven sind diese keineswegs überfordernd, sondern gut verständlich, vielschichtig und gelungen. Der Roman ist eine Liebeserklärung an das Leben und zeigt sogleich, wie wertvoll dieses ist und wie schnell es vorbei sein kann. Die geschilderten teils emotionalen Schicksale sind als Plädoyer anzusehen, die jeweilige Zeit zu nutzen und wichtige Veränderungen anzugehen, anstelle zu bereuen, etwas nicht getan zu haben. Andererseits habe ich nicht ganz verstanden habe, warum der menschliche Kreislauf unterbrochen wird, wie es begann und endete. Aber wahrscheinlich bleibt es schlichtweg unerklärlich. Trotz dieses Kritikpunkts, habe ich den Roman regelrecht inhaliert und sehr geliebt! Maja Lunde hat mich auch mit diesem Buch (wieder mal) überzeugt.

Stell dir vor kein Mensch kann mehr sterben, kein Mensch kann mehr geboren werden, kein Mensch altert mehr und kein Mensch entwickelt sich weiter. Maja Lunde schafft es in dem Buch die komplexen Gefühle der Protagonisten darzustellen. Von Jenny, die tot krank ist und zunächst Hoffnung fasst über Jakob und Lisa, die ein Kind erwarten und Otto und Margo, die sich schon auf ihre Rente eingerichtet hatten. Das Buch hat ein starkes Thema. Insgesamt hat mir jedoch etwas Story gefehlt. Das hat dazu geführt, dass ich sehr lange an dem Buch gelesen habe, weil es irgendwie zwar interessant war, aber einen eben nicht gepackt hat. Auch die Auflösung am Ende war dann doch etwas flach.
Gute Idee, schwache Umsetzung
„Für immer“ hat bei mir leider nicht die Wirkung, die ich mir erhofft hatte. Das Thema entwickelte sich weniger stark als erwartet, und zahlreiche Unlogiken haben mich zunehmend von der Geschichte abgelenkt. Auch die Auflösung wirkte auf mich zu konstruiert und stellenweise fast albern – insgesamt solide, aber enttäuschend im Vergleich zu meinen Erwartungen.

Das menschliche Leben erfährt einen Stillstand
Ein super Gedankenspiel. Mit vielen Vor- aber auch sehr vielen Nachteilen. Wie das ganze aussehen könnte fasst die Autorin super in diesem Roman zusammen. Wir erleben alles aus der Sicht verschiedener Personen und erfahren deren Schicksal. Mich hat das Buch sehr bewegt. Ich mochte den Schreibstil und den Aufbau der Story. Ein Erzählstrang hatte massive Längen. Da hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, denn es ist wirklich ein spannendes Gedankenexperiment.

Ein typischer Roman à la Maja Lunde. Aus meiner Sicht längst nicht so stark wie das Klimaquartett, aber ebenso nah dran an den Fragen nach dem Umgang mit der Umwelt, dem Leben miteinander und den großen und kleinen Fragen des Lebens.
Ich hatte große Erwartungen an das Buch, denn das Klimaquartett der Autorin hat mich sehr berührt, zum Nachdenken angeregt und in manchen Punkten meinen Blick neu gesetzt und geschärft. An diesen Erfolg konnte "Für immer" für mich persönlich leider nicht anknüpfen. Wir begleiten Jenny auf ihren letzten Tagen mit einer unheilbaren Krankheit. Die Tage dehnen sich aus und werden gefüllt mit mit der Fotografie als Flucht vor dem Gedanken: Jennys Kinder werden ohne Mutter aufwachsen. Otto und Margo ziehen aus ihrem Haus mit Garten in eine Wohnung. Margot findet schnell Anschluss in der Nachbarschaft, macht Pläne und verbringt den Tag ansonsten drinnen, während Otto sich mit viel Elan der Bepflanzung der zur Wohnung gehörenden Terrasse widmet. Schnell wird klar: so verschiedene Vorstellungen von einem verlängerten Leben passen nicht in ein gemeinsames. Ellen arbeitet am Empfang eines Bestattungsinstituts, doch das Telefon steht seit Wochen still. Schon bald beeinflussen sie die Auswirkungen der still stehenden Zeit aber gleich mehrfach. Lisa und Jakob warten auf die Geburt ihres Kindes, das plötzlich aufhört, sich weiterzuentwickeln. Anne ist Hebamme und hadert mit ihrem Schicksal die leere Geburtsstation ohne Geburten zu verlassen und stattdessen auf die Station zu wechseln, auf der nicht gestorben werden kann. Was mir erschreckend aktuell vorkam, waren die Verschwörungstheorien, die Proteste und Ängste und die Frage nach der Gestaltung der gewonnenen Zeit. Ähnliche Themen bestimmten doch erst vor wenigen Jahren unseren Alltag. Hier zeigt Lunde erneut, wie gut sie die Sorgen der Menschheit in einem Roman verweben kann. Jedoch fehlte mir an vielen Stellen die emotionale Tiefe in der Situation. Als Lesende fühlte ich mich klar als außenstehende Beobachtende, nicht als emotional Teilhabende an der Geschichte. Mir fehlte zum Beispiel der kleine dramatische Moment, an dem die Welt feststellt, die Zeit scheint stehenzubleiben. Später erklärt sich dieses, aber mir kam es schräg vor. Auf einmal wissen alle Bescheid und es wird geschrieben, wie sie mit der freien Zeit umgehen, bzw. wie sich dieses Phänomen auf ihre aktuelle Lebenslage auswirkt. Typisch für Maja Lunde, stellt sie uns Lesenden die verschiedensten Personen in ihren eigenen Lebenswirklichkeiten vor, die sie zum Ende des Buches miteinander verbindet. Dieses Mal hat sie dieses für mein Gefühl sehr poetisch gemacht und ich hatte dabei eine kleine Gänsehaut. Das hat für mein Gefühl recht zum Ende des Buches viel wieder wett gemacht, sodass ich das Buch am Ende versöhnt und bewegt weglege.
Schön geschrieben, schwer zu greifen.
Mir fällt es schwer, dieses Buch zu bewerten. Es ist sehr schön geschrieben, die vielen Perspektiven machen es komplex und interessant. Es trägt eine beständige Schwere in sich und berührt mich. Löst vielseitige Gefühle aus. Andererseits finde ich es so schwer zu greifen, nachzuvollziehen. Womöglich macht es aber genau das aus. Diese Nachdenklichkeit. Vielleicht sollte man es genau darum lesen.
Weltweit bleibt für die Menschheit (nicht aber für den Rest der Natur) die Zeit stehen: sie altern oder wachsen nicht, können nicht sterben und auch nicht geboren werden. In dieser seltsamen Situation fokussiert sich Maja Lundes Geschichte weniger auf das große Ganze, die globalen Auswirkungen, sondern auf eine Handvoll Einzelschicksale. Auf Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen, in denen sie nun plötzlich "feststecken". Ein interessantes Gedankenexperiment, gut geschrieben, nachdenklich machend und ziemlich melancholisch. Aber insgesamt bleibt es ein bisschen zu oberflächlich. Die Auswirkungen werden überwiegend nur angerissen und für meinen Geschmack nicht konsequent genug ausgeführt. So bleibt als Fazit: Spannende Idee, einfühlsam geschrieben, aber nicht genug aus dem Thema herausgeholt.
Bedrückend
Ich fand's gut, aber bedrückend. Zuerst die Euphorie darüber, dass man ewig lebt...alles ist plötzlich wieder möglich und dann der Umschwung zu: Welchen Sinn hat das Leben dann noch? Spannendes Thema, wie ich finde, gut aufgearbeitet. Ich kann aber nachvollziehen, wenn man mit dem Buch nicht wirklich was anfangen kann, weil gefühlt "nichts passiert".

Bin mir nicht sicher, was ich von dem Buch halten soll. Grundsätzlich hat Maja Lunde immer sehr zukunftsorientierte und beängstigende Themen. Auch das Thema Stillstand in jedem Sinne ist sehr beängstigend. Mit dem Ende bin ich nicht ganz so zufrieden und die Auflösung war auch eher meh. Aber ansonsten wieder sehr unterhaltsam und zum Nachdenken.
Sehr spannende Grundidee, die jedoch leider nicht trägt
Neu ist die Grundidee des Buches nicht: Plötzlich wächst, altert und stirbt der Mensch nicht mehr, weil die Zellteilung aussetzt. Interessant ist sie dennoch. Auch Lundes Figuren als Fallbeispiele sind gut angelegt. Leider entwickeln sie sich vorhersehbar bzw. bleiben farblos. Zudem fehlen überraschende und anregende Überlegungen zum Stillstand. Mich hat das Buch daher nicht überzeugt. Wäre es nicht das aktuelle Lesekreis-Buch, hätte ich es abgebrochen. Das Lektorat ist flüchtig gewesen und hat einige Fehler übersehen. So heißt bspw. Anne auch mal Anna oder Annie und das innerhalb einer Seite ...
























































