Der Trafikant

Der Trafikant

Softcover
3.61046
1930Er JahreNationalsozialismusFreundschaftEin Ganzes Leben

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Description

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik - einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft - sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von ihm. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt, sucht er bei dem alten Professor Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden Franz, Freud und Anezka jäh vom Strudel der Ereignisse mitgerissen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
256
Price
14.40 €

Author Description

Robert Seethaler wurde 1966 in Wien geboren. Bei Kein & Aber erschienen die Romane »Die Biene und der Kurt«, »Die weiteren Aussichten«, »Jetzt wirds ernst« sowie »Der Trafikant«. Sein Debütroman »Die Biene und der Kurt« wurde unter dem Titel »Die zweite Frau« verfilmt und mehrfach ausgezeichnet. Die Verfilmung des Bestsellers »Der Trafikant« kam 2018 mit Bruno Ganz in der Hauptrolle in die Kinos. Robert Seethaler lebt und schreibt in Wien und Berlin.

Characteristics

8 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
75%
15%
11%
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55%
27%
66%
79%
46%
50%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
72%
69%
79%
52%

Pace

Fast25%
Slow0%
Moderate75%
Variable0%

Writing Style

Simple13%
Complex13%
Moderate75%
Bildhaft (67%)Minimalistisch (17%)Poetisch (33%)Außergewöhnlich (17%)

Posts

110
All
5

Wunderbare leise Erzählung, die sehr berührt. 🎩📰⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️📰🎩

Robert Seethaler entwickelt sich immer mehr für mich zu einem Lieblingsautoren. Zwar kommt „Der Trafikant“ nicht ganz an „Ein ganzes Leben“ heran, aber auch dieses Buch besticht durch einen wunderbaren und lebendigen Schreibstil, der den Leser direkt in die bewegende Welt des Franz Huchel und seines Freundes Siegmund Freud eintauchen lässt. Trotz seiner leisen Töne entfaltet das Buch für mich eine eindrucksvolle Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt. Die Charaktere sind so authentisch und liebevoll gestaltet, dass sie einem sofort ans Herz wachsen. Eine Lektüre, die nachhaltig beeindruckt und gerade in Bezug auf die heutige politische Situation zum Verweilen einlädt. Absolute Leseempfehlung! 🎩📰⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️📰🎩

Wunderbare leise Erzählung, die sehr berührt.
🎩📰⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️📰🎩
5

Einer der besten Romane die ich in diesem Jahr gelesen habe

Sehr feinfühlig und leicht und doch sehr nachdenklich stimmend und letzten Endes auch traurig, erzählt der Autor über das Leben eines Trafikanten und besonders seines Lehrlings im Wien 1938 während des Nationalsozialismus. Der junge Trafikant lernt Siegmund Freud kennen, der sich zu einem echten Freund entwickelt und ihn in vielen Fragen des Lebens zur Seite steht: ..."Freud seufzte. >Immerhin kommen mir die meisten Wege schon irgendwie bekannt vor. Aber eigentlich ist es ja gar nicht unsere Bestimmung, die Wege zu kennen.Es ist gerade unsere Bestimmung, sie nicht zu kennen. Wir kommen nicht auf die Welt, um Antworten zu finden, sondern um Fragen zu stellen. Man tapst sozusagen in einer immerwährenden Dunkelheit herum, und nur mit viel Glück sieht man manchmal ein Lichtlein aufflammen. Und nur mit viel Mut oder Beharrlichkeit oder Dummheit oder am besten mit allem zusammen kann man hie und da selber ein Zeichen setzen". "In den entscheidenden Dingen sind wir von Anfang an auf uns sebst gestellt. Wir müssen uns immer wieder fragen, was wir möchten und wohin wir wollen. Anders gesagt: Du musst deinen eigenen Kopf bemühen. Und wenn dir der, keine Antworten gibt, frag dein Herz! " und genauso hat der junge Trafikant gehandelt... Gerade in der jetzigen Zeit eine echte Empfehlung

5

Die Geschichte des jungen Franz ...

Lange lag dieses Buch auf meinem Stapel ungelesener Bücher – bis plötzlich der Impuls kam, es endlich aufzuschlagen. Und was soll ich sagen: Ich habe es verschlungen. Es war mein erstes Buch des Autors, aber ganz sicher nicht mein letztes. Im Mittelpunkt steht der 17‑jährige Franz. Das Setting: Wien im Jahr 1937. Franz verlässt sein Heimatdorf, um in der Stadt eine Lehrstelle in einer Trafik anzutreten. Zu den Stammkunden des kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäfts gehört niemand Geringerer als Sigmund Freud. Zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere, wenn auch kurze Freundschaft. Gleichzeitig verändert sich die politische Lage rasant, das gesellschaftliche Klima kippt – und Franz erlebt in kurzer Zeit seine erste Liebe, den Wandel der Welt um ihn herum und die eigenen Zweifel. Die rund 250 Seiten habe ich mit großer Freude gelesen. Die Sprache, die Atmosphäre, die Figuren – all das hat sofort Bilder in meinem Kopf entstehen lassen und mich tief in die Geschichte hineingezogen. Es geht um Freundschaft, Liebe, Verlust und die Frage, wofür man einsteht, wenn sich alles um einen herum verändert. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

4.5

Eine Geschichte zum Nachdenken

Habe es als Schullektüre lesen müssen und diese Lektüre hat mir am meisten gefallen.

4

Eine wirklich ergreifende Geschichte die in den Jahren 1937 bis 1939 in Wien spielt.

2.5

Ich hätte es so gern gemocht..

Ich lese sehr gerne Bücher über die Zeit des zweiten Weltkrieges, dieses jedoch war gar gar nicht mein Fall. Die Erzählweise war mir leider oft zu flach, die etwas dümmliche Art von Franz hat mich wahnsinnig gemacht. Für mich war hier zu wenig Historie, kritischer Umgang damit und Tiefe im Buch. Die Geschichte mit Freud ist interessant, aber mir nicht tiefgründig genug. An sich lässt sich das Buch aber gut und flüssig lesen.

3

Coming of age, leider für meinen Geschmack zu wenig Tiefgang. Kann man aber gut zwischendurch lesen.

5

""Die Gestapo...", wiederholte der Professor, und es hörte sich an, als fiele ihm ein Brocken aus dem Mund. In diesen Moment wurde ihr Blick fast gleichzeitig nach oben gelenkt, wo sich direkt über der Couch ein Weberknecht seinen Weg über die Zimmerdecke zitterte. In einem weiten Bogen tänzelte er in eine Ecke, blieb stehen, wippte noch ein bisschen und rührte sich nicht mehr." Seethaler ist einer der großen Erzähler unserer Zeit. Die Leichtigkeit in seinem Schreibstil sucht ihresgleichen. So schafft er es, seine eigentlich unterschwellig oft traurigen oder trostlosen Geschichten und Charaktere dem Leser näherzubringen und eine Verbindung entstehen zu lassen.

4.5

📝 „Einer hat Blut an den Händen, und die anderen stehen da und sagen nix. So ist es immer!“ (S.63) 📝 „So ist das oft mit Sätzen. Wer viel redet, hat meist wenig zu sagen.“ (S.74) 📝 „In den entscheidenden Dingen sind wir von Anfang an auf uns selbst gestellt. Wir müssen uns immer wieder fragen, was wir möchten und wohin wir wollen.“ (S.141) 📖 Franz Huchel, der Junge aus der Niederösterreichischen Provinz, wird von seiner Mutter mangels Perspektive zu einem alten Bekannten in die Metropole Wien geschickt, um eine Lehre bei dem Zeitungs-, Schreibwaren- und Tabakhändler Otto Tranjek zu beginnen. Dort lernt er den weltberühmten Stammkunden Siegmund Freund kennen. Von ihm erhofft er sich Tipps, nachdem er sich zum ersten Mal in ein Mädchen namens Anezka verliebt hat. In den Wirren der Großstadt soll sich sein Weltbild verändern. 💭 Und wieder wurde ich bei einem Seethaler-Roman sofort in eine längst vergangene Welt entführt. Hoffnungen, geplatzte Träume, Lebenserfahrungen und geschichtliche Ereignisse vereinen sich in diesem Geschehen der dreißiger Jahre in Wien. Nach einem solchen Roman habe ich mich in den vergangenen Wochen gesehnt und wurde nicht enttäuscht. Die Figur Siegmund Freuds ist aus meiner Sicht gut gelungen und nahbar. Der Psychoanalytiker macht keinen Hehl daraus, in Liebesfragen nicht der beste Experte zu sein, schafft es dennoch durch geschickte Fragen, Franz in seinem Gefühlschaos Halt zu geben. Wie Seethaler die Gefühle des Liebeskummer beschreibt, ist klar und erzeugt in mir einen leichten Schmerz. Außerdem trägt Freud dazu bei, dass der junge Franz in sich hinein hört. Auch dadurch entwickelt sich der junge Franz Huchel zu einem mutigen Heranwachsenden. Nach einem bitteren Verlust versucht er, im Rahmen seiner Möglichkeiten den Nationalisten die Stirn zu bieten. Er artikuliert seine Überzeugungen, die sich im Laufe seiner Ausbildung als Trafikant und durch die Fragen Freuds gebildet haben. Bei einem Seethaler-Roman macht man nichts verkehrt - viel Freude beim Lesen!

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5

Wunderbare, berührende Erzählung über Liebe, Freundschaft, Leben und Tod - mit schwermütigem Ende

Franz Huchel, der aus dem verträumten, idyllischen Salzkammergut mit 17 Jahren als Lehrling in einer Trafik im Wien der späten 30er Jahre ankommt, strauchelt ins Erwachsenenleben. Eine bewegende, verträumte und dabei so schwebend leicht geschriebene Erzählung, die von der ersten Seite an fesselt. Wunderbare, detailverliebte Sprache, die die Wirren des Erwachsenwerdens in den 30er Jahren sehr eindrücklich beschreibt. Vor allem Franz Huchel ist sehr tiefgründig beschrieben, von den anderen Figuren erfährt man immer nur so viel wie gerade nötig. Die Wirren der aufkommenden, bzw. schon sehr erstarkten Naziherrschaft wird oft beiläufig aber Eindruck hinterlassend beschrieben. Und man kann sich vorstellen, wie jungen Menschen damals die Jugend - und viel zu oft auch der Rest des Lebens - geklaut wurde. Gerade das Ende der Geschichte macht dies schmerzlich deutlich und hinterlässt einen tief berührt und ein wenig schwermütig - wofür aber die Gewissheit, ein großartiges Buch gelesen zu haben, hinweghilft.

Wunderbare, berührende Erzählung über Liebe, Freundschaft, Leben und Tod - mit schwermütigem Ende
5

Ein unscheinbares Buch mit so viel zu sagen.

Leseeindruck für Der Trafikant von Robert Seethaler Welch ein großartiger Roman. Ich bin gedanklich noch gefangen und versuche mich gerade zu sortieren. Diese Geschichte trägt eine große Last und ist doch so leicht und wunderbar geschrieben. Eine Geschichte um das reifen, erwachsen werden, Verantwortung übernehmen, über Freundschaft, die Liebe, Verlust und Mut. Ich finde es fantastisch wie auf 256 Seiten eine solche Aussagekraft entstehen kann. Hier wurde mit Worten gezaubert und doch ist der Schreibstil ganz einfach gehalten. Ganz großes Kino kann ich da nur sagen. Eine Leseempfehlung für jeden der gerne abseits der normalen Unterhaltungs Literatur lesen mag. 5 von 5⭐️gebe ich hier mit voller Überzeugung.

4.5

1937, Österreich , eine persönliche Geschichte im historischen Kontext - spannend, berührend mit starken Charakteren!

Das Buch erzählt die Geschichten des 17-jährigen Franz Huchel, der sein Dorf im Salzkammergut verlässt und nach Wien zieht, um dort in einer Trafik als Lehrling zu arbeiten. Die Handlung spielt sich im Jahr 1937/38 ab und versetzt uns in die Zeit des aufsteigenden Nazionalsozialismus. Franz wird in schwierigen Zeiten erwachsen, erlebt den politischen Umbruch und den Judenhass, macht aber auch schöne Erfahrungen wie seine erste Liebe zu Anezka. Ebenso wichtig für die Entwicklung des Protagonisten ist die Freundschaft zu niemandem geringeren als Sigmund Freud, der regelmäßig die Trafik besucht. Ich mochte das Buch sehr, weil es Robert Seethaler gelang, eine persönliche Geschichte im historischen Kontext so darzustellen, dass man wirklich in das Geschehen hineingezogen wurde. Die Charaktere waren authentisch und unglaublich gut skizziert. Es war auch spannend, Freud als Nebendarsteller zu erleben.

4

Der Trafikant von Robert Seethaler aus dem #kleinundaberverlag 🕊️ 1937/1938 in Wien . Wir begleiten Franz durch diese Zeit. Er kommt vom Dorf und fängt eine Leere in Wien bei einem Trafikanten an. Er verliebt sich unglücklich und lernt Sigmund Freud kennen. . Ich kann mir vorstellen, was viele an diesem Buch schätzen. . Franz hat mit seinen Gefühlen zu kämpfen und um ihn herum verändert sich die Welt. Das fand ich interessant. Geschichte nebenbei erlesen und dadurch etwas entdecken. . Mir war es aber leider irgendwie zu oberflächlich. Ich hätte mehr in diese Zeit eintauchen können. Für mich hat die Liebesgeschichte, wenn man sie denn so nennen mag… den Blick auf diese Zeit etwas verstellt bzw. Überlagert. . Was ich mir aber vorstellen kann, dass das Buch nachhallt. Gerade durch das wenige erzählte und durch das viele angerissene. Das sackt und bleibt unauffällig hängen. . Träume und Traumfetzrn in Geschichten sind leider immer noch nicht für mich. Dafür kann ich mich wirklich nicht begeistern oder schön reden 😅 . Mir wurde oft gesagt, dass dieses Buch das beste von dem Autoren sein soll. Das bedauere ich, denn ich vergebe hier 3 bis 4 Sterne und befürchte nun, dass die weiteren Werke nichts für mich sein werden.

3

Coming of age in Wien 1938. Für meinen Geschmack zu wenig Historie, zu viel Liebelei.

5

Erwachsen werden in Wien in den Jahren 1937/38. Eine Freundschaft zu Freud, die erste Liebe und persönlicher Widerstand. Toll geschrieben.

4

Eine tragische Geschichte, welche sich durch den milden Schreibstil und die Charaktere dennoch leicht anfühlt. Eine klare Leseempfehlung, auch wenn einen das Buch etwas traurig zurück lässt.

5

Ein Büch übers Erwachsenwerden in einer Zeit in der die Welt beginnt Kopf zu stehen, über grenzenlose Loyalität, Freundschaft und die erste Liebe. Über einen Jungen der sich von den ideologischen Weltbilder des dritten Reiches nicht berühren lässt. Wunderbare berührende Erzählung.

4

Ein dichter und bildgewaltiges Buch über das Wien kurz vor und nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland. Wunderbare Bilder. Überraschend bekannte Figuren und eine erstaunlich naive Hauptfigur.

Einziger Abstrich sind die Kapitel die plötzlich die Perspektive wechseln. So notwendig sie teilweise für die Handlung waren, haben sie mich aus der Illusion gerissen.

3

Lesenswert!

Österreich 1937, eine Trafik und mit Freud ein weltbekannter Psychoanalytiker: eine herausragende Ausgangslage für eine sehr lesenswerte Geschichte.

3

Werde mit Seethaler nicht warm

Wien in der aufkommenden NS-Zeit. Seethaler schreibt über den Jungen Franz, den seine Mutter vom Land in die Stadt geschickt hat, um bei einem Freund an der Trafik (heute Kiosk) zu arbeiten. Dort lernt er unter anderem Sigmund Freud kennen und wird mit der politischen Entwicklung der Zeit konfrontiert. Juden müssen fliehen, so auch Freud. Inhaltlich ein starkes und wichtiges Buch. Ich werde einzig mit der Erzählweise von Seethaler einfach nicht warm.

Werde mit Seethaler nicht warm
5

Meine erste positive Erfahrung, sich auf eine Deutschlektüre einzulassen. So ein wunderbarer Einblick in das Leben eines jungen Mannes im Wien der 30er Jahre. Einfach super angenehm, zum Wohlfühlen und wunderbare Charaktere.

5

Vom Nationalsozialismus, Psychoanalyse und dem Erwachsenwerden in einer Zeit voller Wirren und politischer Umbrüche - Robert Seethalers „Der Trafikant“

"Der Trafikant" von Robert Seethaler entführt seine Leser ins Wien des Jahres 1938, eine Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs. Im Zentrum steht Franz Huchel, ein Teenager aus dem Salzkammergut, der sein gewohntes Leben hinter sich lässt, um in der Hauptstadt bei Otto Trsnjek, einem Bekannten seiner Mutter und Inhaber einer kleinen Trafik, seine Lehre zu beginnen. In dieser Mikrokosmos-Welt aus Zeitungen, Zigaretten und alltäglichen Begegnungen, wird Franz mit den großen Themen Liebe, Freundschaft und Politik konfrontiert. Durch die Bekanntschaft mit Sigmund Freud, die unglückliche Liebe zu Anezka und die brutale Realität des Nationalsozialismus, die auch vor der Trafik nicht Halt macht, reift Franz zu einem jungen Mann mit eigenen Überzeugungen. "Der Trafikant" ist ein Werk, das mich einerseits tief berührte und zugleich aber auch eine erstaunliche Leichtigkeit bewahrt. Seethaler gelingt es, eine packende Geschichte zu erzählen, die weit über einen klassischen Bildungsroman hinausgeht. Die Verbindung von persönlicher Entwicklung und historischem Kontext ist wirklich toll umgesetzt. Besonders beeindruckend ist, wie die Atmosphäre Wiens in dieser Zeit eingefangen wird – mit all ihrer Widersprüchlichkeit, ihrem Charme und ihrer Bedrohung. Die Charakterzeichnung ist feinfühlig und nuanciert, wodurch die Figuren lebendig werden und ihre Konflikte nachvollziehbar sind. Die Beziehung zwischen Franz und Freud, welche die Handlung wesentlich prägt, ist besonders hervorzuheben. Sie bietet nicht nur tiefe Einblicke in die menschliche Psyche, sondern vermittelt auch eine Ahnung von der Zerrissenheit und dem Suchen nach Orientierung in dieser Zeit. Die unglückliche Liebe zu Anevka und die tragischen Ereignisse um die Trafik runden die Geschichte ab und verleihen ihr zusätzliche Dramatik. Seethalers Sprache ist klar und bildreich, sie schafft es, die Stimmungen und Schauplätze vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Der Roman besticht durch eine Mischung aus historischer Tiefe und menschlicher Wärme, was ihn zu einem wahnsinnig berührendem Leseerlebnis macht. Fazit: "Der Trafikant" ist ein außergewöhnlicher Roman, der auf eindrucksvolle Weise eine entscheidende Epoche der Geschichte einfängt und zugleich eine zeitlose Geschichte des Erwachsenwerdens erzählt. Die Fähigkeit, schwere Themen mit einer gewissen Leichtigkeit zu behandeln, macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Für alle, die tiefgründige, historisch verankerte Literatur mit lebensnahen Charakteren und einer gewissen Tiefe schätzen, ist dieses Buch ein absolutes Muss. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

4.5

Freud hätte sich wohl im Grabe umgedreht und doch fesselt dieser Roman!

Der Trafikant kommt zunächst wie typische Vorkriegsliteratur daher, ein Stoff, der schon oft erzählt wurde. Und doch konnte ich den Roman kaum aus der Hand legen, weil immer wieder etwas geschieht, das man unbedingt noch „mitnehmen“ möchte. Schnell ist man auf der letzten Seite. Fühlt sich dieser viel gelesene und vielfach besprochene Roman also besonders an? Für mich eher nicht, er wirkt in vielem vertraut und bekannt. Und dennoch hat mich das „Kino im Kopf“ gepackt. Vielleicht liegt das auch daran, dass er zeigt, wie in diesen politisch aufgeladenen Zeiten selbst unbefangene Österreicher in die Fänge der Nationalsozialisten geraten konnten. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet Freud mit seinem Namen herhalten musste. Sein Genie, seine Größe und Autorität spiegeln sich in der Figur kaum wider. Der Roman besitzt auch ohne ihn Raffinesse, doch hätte man ihn überzeugender gestaltet, hätten sich daraus tiefere Szenen entwickeln können, in denen er z.B. mit seiner Expertise Franz Träume deutet. So bleiben die Gespräche eher oberflächlich, ohne den berühmten Namen hätten sie womöglich sogar realistischer gewirkt. Fraglich blieb für mich auch das häufige Zeitunglesen bei gleichzeitig völlig ausbleibendem Austausch mit Otto. Eine echte Reflexion der gelesenen Inhalte findet nicht statt, wodurch auch hier erzählerische Tiefe ungenutzt bleibt. Typisch und mitreißend erzählt und doch hat mich auf den letzten Seiten der Roman nochmal heftig überrascht. Diese Geschichte ist mir, trotz meiner Vorbehalte sehr ans Herz gegangen und gleichzeitig hat sie eine warnende Dringlichkeit in sich, da die Mechanismen, dass Leute einfache Lösungen wünschen, wieder sehr aktuell sind. Für mich ein intensives Leseerlebnis, dass stark nachwirkt, gerade auch aufgrund zahlreicher sehr bildhafter Szenarien.

4

Hat mir gut gefallen und ist leider aktueller denn je.

5

Robert Seethaler schreibt einfach tolle Bücher. Auch hier erschafft er wieder eine kurze, aber unglaublich schöne Geschichte. Der Schreibstil gefällt mir total.

3.5

Die Geschichte wurde zum Ende hin immer interessanter, auch wenn vieles sehr ungewohnt beschrieben war und die Charaktere nicht wirklich "normal" waren.

5

Mein erstes Buch dieses Authors und ich bin begeistert! Franz Huchel hat mich tief beeindruckt, was für ein feiner Kerl.

5

"Wie viele Abschiede kann ein Mensch eigentlich aushalten?"

Ganz, ganz große Lektüre. Das Hörbuch "Der Trafikant" ist brilliant, gelesen von Robert Seethaler selbst. Gehört habe ich das Buch an einem Sonntagnachmittag in einem Rutsch. Franz ist so unglaublich schlau, ohne klug zu sein. Das Wien der Jahre 1937/38 durch seine Augen zu sehen und durch seine Briefe zu erleben, ist herzzereißend. Und das, obwohl Franz nie besonders emotional ist. Trotzdem erlebe ich beim Hören die ganz großen Emotionen und der Satz "Wie viele Abschiede kann ein Mensch eigentlich aushalten?" klingt lange in mir nach. Ein großartiges Buch!

3.5

Ich bin hin- und hergerissen. Sprachlich und atmosphärisch hat es mir gut gefallen, aber gleichzeitig war mir die Distanz zum Prota zu groß. Es gibt zwar Situationen, in denen man ihm nahe kommt, aber so richtig wird die Schwierigkeit der Zeit nicht deutlich und wie er sich darin bewegt. Das wird nur angerissen und die Leser:innen müssen so manches selber füllen. Ich hätte mir vom dem Erzähler, dem ich grundsätzlich gerne gefolgt bin, mehr Nähe und Tiefe gewünscht.

4

Musste das Buch für die Schule lesen und ich muss sagen: Für eine Schulleiter ist es ein echt schönes Buch mit einem wichtigen Thema! Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, genauso wie, dass es keine Kapitel gibt, sondern das Buch eher wie ein zusammenhängender Text aufgebaut ist, lässt sich aber dennoch gut lesen.

5

Ergreifend und historisch gesehen sehr spannend

4

Ein Autor mit einer glasklaren Stimme. Ein Herr, mit heimeligem Vokabular erzählt eine Geschichte mit viel Zeit und Detailreichtum. Die Naivität der Jugend fließt mit ein und der altbackene Charakter ist verschwunden. Der Zeitgeist Österreichs im Jahre 1937 ist wunderbar eingefangen. Die Geschichte an sich nimmt zwar erst spät Fahrt auf aber endet ganz wunderbar.

4

Sehr interessant und ein bisschen traurig

Ich musste dieses Buch als Schullektüre lesen in Deutsch und ich glaube das ist das erste Buch was ich ersten vollständig gelesen habe und was wirklich nicht schlecht war Am Anfang dachte ich so das wird bestimmt langweilig wie alle anderen Schullektüren auch aber ich wurde zum besseren belehrt Die Geschichte spielt im Jahr 1937-1938 und man erfährt wie der Nationalsozialismus an die Macht kam und wie sich das alles so entwickelt hat aus der Perspektive von einem jungen Mann der von Dorf in Österreich kommt und nach Wien fährt um dort einen Lehre als Trafikant zu machen Insgesamt sehr interessant und aufklärend

5

Der Trafikant ist ein leiser, berührender Roman über das Erwachsenwerden in dunkler Zeit. Vielschichtig, klug und emotional eindringlich. Ein Buch, das lange nachhallt und zu Recht zur Schullektüre gehört.

Robert Seethalers Roman ist ein bemerkenswertes Buch, weil er eine große historische Epoche nicht über Lautstärke oder Dramatik erzählt, sondern über Sanftheit, Nähe und leise emotionale Tiefe. Im Zentrum steht der junge Franz Huchel, der in den 1930er-Jahren aus einem Dorf in die Wiener Trafik kommt und dort, zwischen Zeitungen, Zigaretten und Gesprächen, langsam erwachsen wird. Besonders eindrucksvoll sind die Figuren, die Franz auf seinem Weg begleiten: seine Mutter Aneszka, Otto, und Sigmund Freud, der als Gesprächspartner, Denkfigur und Spiegel dient. Faszinierend ist, wie all diese Figuren nicht durchgängig auftreten und dennoch sein Leben so stark prägen. Durch diese Begegnungen wird Franz’ inneres Wachstum erfahrbar, ohne dass der Roman je belehrend wirkt. Die Stärke des Romans liegt auch in seiner Vielschichtigkeit. Der Trafikant lässt sich als Adoleszenzroman lesen, als Liebesgeschichte vor historischer Kulisse, als psychoanalytisch geprägter Text oder als stiller Geschichtsroman über das Heraufziehen des Nationalsozialismus. Gerade diese verschiedenen Lesarten machen deutlich, wie fein und offen Seethaler erzählt. Die politische Entwicklung drängt sich nicht plakativ in den Vordergrund, sondern sickert langsam, fast unmerklich in den Alltag der Figuren und wirkt dadurch umso beklemmender. Franz’ Geschichte ist nicht nur spannend, sondern am Ende auch tragisch. Er findet seine Stimme, entwickelt eine eigene Haltung und gewinnt an Mündigkeit, alles in chaotischen und düsteren Zeiten. Diese Spannung zwischen innerem Wachstum und äußerer Bedrohung verleiht dem Roman seine besondere emotionale Kraft. Sowohl als Privatmensch als auch als Deutschlehrer ist für mich klar: Der Roman gehört jetzt schon zu den Literaturklassikern.

Der Trafikant ist ein leiser, berührender Roman über das Erwachsenwerden in dunkler Zeit. Vielschichtig, klug und emotional eindringlich. Ein Buch, das lange nachhallt und zu Recht zur Schullektüre gehört.
3

Für eine Schullektüre ganz okay, trotzdem fehlen mir hier die Kapitel

4

Der Autor schafft es, in ruhiger Sprache über unruhige Zeiten zu schreiben. Dadurch bleibt auf den ersten Blick eine gewisse Distanz zu den Figuren, so dass alles zunächst etwas sachlich und emotionslos scheint. Die Tiefe offenbart sich erst auf den zweiten Blick.

5

Sehr interessantes Buch, kann ich weiterempfehlen. In der Story wurde auch deutlich, wie jung die Psychologie eigentlich erst ist. Der Schreibstil von Seethaler hat mich direkt überzeugt, weil es für mich leicht und flüssig zu lesen war. Werde daher auch noch weitere Bücher von ihm lesen. 5-Sterne von mir ☺️

5

🆆🅾🆁🆄🅼 🅶🅴🅷🆃'🆂? Der 17-jährige Franz Huchel wächst behütet bei seiner Mutter in Nußdorf am Attersee auf. Nach dem Ableben seines finanziellen Unterstützes, des wohlhabenden Unternehmers Alois Preininger, wird Franz nach Wien geschickt, um eine Ausbildung in einer Trafik zu absolvieren. In Wien angekommen, ist er von der Großstadt, den Menschenmassen und dem Lärm überwältigt, da er bis dahin nur sein kleines Dorf kannte. In der Trafik freundet er sich mit dem Trafikanten Otto Trsnjek und Professor Sigmund Freud an. Während er sich in seine erste große Liebe Anezka verliebt, die seine Gefühle jedoch nicht erwidert, nimmt Franz die besorgniserregenden politischen Entwicklungen in Österreich wahr. Es kommt zu Anschlägen auf die Trafik und zu Verhaftungen derer, die sich gegen das nationalsozialistische Regime stellen. Franz weiß, dass er nicht tatenlos zusehen kann und stellt sich ebenfalls gegen die Nationalsozialisten. Doch kann er unbeschadet davonkommen? 🅼🅴🅸🅽🅴 🅼🅴🅸🅽🆄🅽🅶: „Der Trafikant“ ist ein wirklich großartiges Buch, das die Anfangszeit des Naziregimes in Österreich darstellt. Auch wenn es nicht zu meinem bevorzugten Genre passt, habe ich es in ein paar Tagen durchgelesen und es hat mir wirklich sehr gut gefallen. Durch die Nebengeschichte mit Anezka kommt noch eine ganz eigene Geschichte hinzu und der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Ich finde, es ist ein wirklich tolles Buch, das die Entwicklung des Protagonisten zu einem unabhängigen und selbstbewussten jungen Mann und die Anfänge des Nationalsozialismus in Österreich darstellt.

4

Salzkammergut, 1937. Der 17-jährige Franz wird von seiner Mutter aus dem Idyll am See nach Wien geschickt, wo er bei einem alten Bekannten, der Inhaber einer Trafik (Tabak- und Zeitungsladen) ist, in die Lehre gehen soll. Der unbedarfte Junge kommt zum ersten Mal bewusst in Berührung mit Nationalsozialismus, Judenhass und Gewalt, aber auch mit der Liebe. Ein Kunde der Trafik ist der alte Professor Sigmund Freud, mit dem sich Franz schnell anfreundet. Bei diesem schönen (im wahrsten Sinne des Wortes, unter anderem dank des blauen Buchschnitts) Buch von Robert Seethaler handelt es sich um einen Coming-of-Age-Roman, dessen Besonderheiten die Ansiedlung zur Zeit des Nationalsozialismus und der Charakter Sigmund Freud sind. Während des im Buch abgedeckten Zeitraums erfolgt der Anschluss Österreichs an das Dritte Reich Hitlers und der Jude Sigmund Freud bereitet seine “Reichsflucht” vor. Franz verliebt sich in ein böhmisches Mädchen, das er auf dem Prater trifft, doch muss er gleich lernen, dass die Liebe keine einfache Angelegenheit ist. Die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus einerseits und der Liebe andererseits sowie die Gespräche mit seinem Lehrmeister und seinem Freund Freud lassen Franz zu einem verantwortungsbewussten jungen Mann mit Zivilcourage reifen, der zum Schluss genau weiß, was er tut, und es doch tun muss. Seethalers Sprache ist ungemein leichtfüßig, was mir sehr gefallen hat, gleichzeitig hat der Roman die nötige Tiefe, sodass ich ihn, wenn nicht als großartig, doch als äußerst lesenswert empfunden habe, ich habe ihn sehr gerne gelesen. Sehr gut gefallen hat mir eine Stelle, an der es um Erinnerung und Geschichte geht, ein Thema, das ich sehr wichtig finde und auf das ich schon in “Der Geschmack von Apfelkernen” von Katharina Hagena gestoßen bin: “Erinnert wird nämlich meistens nicht die Wahrheit, sondern nur das, was laut genug herausgebrüllt oder eben fett genug abgedruckt wird. Und wenn so eine Erinnerungsrascheln irgenwann lang genug gedauert hat, wird daraus Geschichte” (Seite 149). Ein sehr weiser Satz (auch wenn mich “erinnern” als intransitives Verb noch immer etwas befremdet). Ich bin gespannt auf weitere Romane von Robert Seethaler!

4

Wieder ein toller Seethaler. Endlich Mal dazu gekommen, auch dieses Buch zu lesen.

5

Humor und Ernst. Wien 1939

Mir hat die sensible Erzählweise aus der Sicht eines Jugendlichen sehr gefallen. Die Begegnung mit Sigmund Freud. Die Schilderung der stärker werdenden Nazigefahr. Der Film war auch sehr gut.

3

ist halt ein Schulbuch. Aber der Schreibstil war sehr angenehm. Das Ende hat mich etwas verwirrt.

5

Ich finde die Aspekte wie die Adoleszenz, die Psychologie und die Zeit des zweiten Weltkrieges schön verarbeitet. Der Autor schreibt sehr schön, sodass man schnell in die Welt eintauchen kann. Zudem mag ich das Design. 🚀

5

Ganz gut!

Sehr leicht zu lesen, dennoch spannend.

5

Wunderbarer Schreibstil, bedrückendes Thema. Ein Werk, was jede/r einmal gelesen haben sollte.

3

War in Ordnung

Ich musste das Buch für die Schule lesen und es war definitiv nicht meins. Trotzdem war es mal was anderes, nichts desto trotz interessiere ich mich was lesen geht nunmal nicht für die NS Zeit. Für ein Schulbuch aber definitiv mal was anderes

4.5

Hat mir überraschend gut gefallen.

2

Ich musste das Buch für die Schule lesen

Es war okay. An einigen Stellen fand ich es gut an anderen war es meiner Meinung nach sehr langweilig. Insgesamt aber ein gutes Schulbuch( zumindest besser als die die ich davor gelesen habe)

4

Sehr unterhaltsam

Sehr amüsant geschrieben, das ernste Thema Machtergreifung der Nazis unterhaltsam aufbereitet… im Wiener Plauderton wird eine Coming of age Geschichte in schrecklichen Zeiten erzählt. Bonus: Sigmund Freud ist die zweite Hauptfigur. Ein bisschen Mysogenie wie in fast allen historischen Romanen (Frauen als eigene seltsame Spezies, die wie Aliens beschrieben werden). Unbefriedigendes Ende. Sehr gut vom Autor selbst gelesen.

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