22. Mai
Rating:5

Einer der besten Romane die ich in diesem Jahr gelesen habe

Sehr feinfühlig und leicht und doch sehr nachdenklich stimmend und letzten Endes auch traurig, erzählt der Autor über das Leben eines Trafikanten und besonders seines Lehrlings im Wien 1938 während des Nationalsozialismus. Der junge Trafikant lernt Siegmund Freud kennen, der sich zu einem echten Freund entwickelt und ihn in vielen Fragen des Lebens zur Seite steht: ..."Freud seufzte. >Immerhin kommen mir die meisten Wege schon irgendwie bekannt vor. Aber eigentlich ist es ja gar nicht unsere Bestimmung, die Wege zu kennen.Es ist gerade unsere Bestimmung, sie nicht zu kennen. Wir kommen nicht auf die Welt, um Antworten zu finden, sondern um Fragen zu stellen. Man tapst sozusagen in einer immerwährenden Dunkelheit herum, und nur mit viel Glück sieht man manchmal ein Lichtlein aufflammen. Und nur mit viel Mut oder Beharrlichkeit oder Dummheit oder am besten mit allem zusammen kann man hie und da selber ein Zeichen setzen". "In den entscheidenden Dingen sind wir von Anfang an auf uns sebst gestellt. Wir müssen uns immer wieder fragen, was wir möchten und wohin wir wollen. Anders gesagt: Du musst deinen eigenen Kopf bemühen. Und wenn dir der, keine Antworten gibt, frag dein Herz! " und genauso hat der junge Trafikant gehandelt... Gerade in der jetzigen Zeit eine echte Empfehlung

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
12. Apr.
Rating:4

Der Trafikant von Robert Seethaler aus dem #kleinundaberverlag 🕊️ 1937/1938 in Wien . Wir begleiten Franz durch diese Zeit. Er kommt vom Dorf und fängt eine Leere in Wien bei einem Trafikanten an. Er verliebt sich unglücklich und lernt Sigmund Freud kennen. . Ich kann mir vorstellen, was viele an diesem Buch schätzen. . Franz hat mit seinen Gefühlen zu kämpfen und um ihn herum verändert sich die Welt. Das fand ich interessant. Geschichte nebenbei erlesen und dadurch etwas entdecken. . Mir war es aber leider irgendwie zu oberflächlich. Ich hätte mehr in diese Zeit eintauchen können. Für mich hat die Liebesgeschichte, wenn man sie denn so nennen mag… den Blick auf diese Zeit etwas verstellt bzw. Überlagert. . Was ich mir aber vorstellen kann, dass das Buch nachhallt. Gerade durch das wenige erzählte und durch das viele angerissene. Das sackt und bleibt unauffällig hängen. . Träume und Traumfetzrn in Geschichten sind leider immer noch nicht für mich. Dafür kann ich mich wirklich nicht begeistern oder schön reden 😅 . Mir wurde oft gesagt, dass dieses Buch das beste von dem Autoren sein soll. Das bedauere ich, denn ich vergebe hier 3 bis 4 Sterne und befürchte nun, dass die weiteren Werke nichts für mich sein werden.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
21. März
Rating:4.5

Freud hätte sich wohl im Grabe umgedreht und doch fesselt dieser Roman!

Der Trafikant kommt zunächst wie typische Vorkriegsliteratur daher, ein Stoff, der schon oft erzählt wurde. Und doch konnte ich den Roman kaum aus der Hand legen, weil immer wieder etwas geschieht, das man unbedingt noch „mitnehmen“ möchte. Schnell ist man auf der letzten Seite. Fühlt sich dieser viel gelesene und vielfach besprochene Roman also besonders an? Für mich eher nicht, er wirkt in vielem vertraut und bekannt. Und dennoch hat mich das „Kino im Kopf“ gepackt. Vielleicht liegt das auch daran, dass er zeigt, wie in diesen politisch aufgeladenen Zeiten selbst unbefangene Österreicher in die Fänge der Nationalsozialisten geraten konnten. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet Freud mit seinem Namen herhalten musste. Sein Genie, seine Größe und Autorität spiegeln sich in der Figur kaum wider. Der Roman besitzt auch ohne ihn Raffinesse, doch hätte man ihn überzeugender gestaltet, hätten sich daraus tiefere Szenen entwickeln können, in denen er z.B. mit seiner Expertise Franz Träume deutet. So bleiben die Gespräche eher oberflächlich, ohne den berühmten Namen hätten sie womöglich sogar realistischer gewirkt. Fraglich blieb für mich auch das häufige Zeitunglesen bei gleichzeitig völlig ausbleibendem Austausch mit Otto. Eine echte Reflexion der gelesenen Inhalte findet nicht statt, wodurch auch hier erzählerische Tiefe ungenutzt bleibt. Typisch und mitreißend erzählt und doch hat mich auf den letzten Seiten der Roman nochmal heftig überrascht. Diese Geschichte ist mir, trotz meiner Vorbehalte sehr ans Herz gegangen und gleichzeitig hat sie eine warnende Dringlichkeit in sich, da die Mechanismen, dass Leute einfache Lösungen wünschen, wieder sehr aktuell sind. Für mich ein intensives Leseerlebnis, dass stark nachwirkt, gerade auch aufgrund zahlreicher sehr bildhafter Szenarien.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
21. März
Eine Geschichte, die zum Nachdenken zwingt

Eine Geschichte, die zum Nachdenken zwingt

Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass mich eine Schullektüre so packen könnte 🤍 Das Buch erzählt grob die Geschichte von Franz, einem jungen Mann, der in Wien in einer Trafik arbeitet und dort nicht nur das Leben, sondern auch sich selbst besser kennenlernt. In einer Zeit, die vom Nationalsozialismus geprägt ist, wird er zunehmend mit politischen und gesellschaftlichen Spannungen konfrontiert – und muss seinen eigenen Weg finden. Ich bin eigentlich wirklich kein Fan von Schullektüren gewesen. Ehrlich gesagt habe ich die meisten Bücher, die wir lesen mussten, nie komplett gelesen. Bei diesem hier war es anders: Ich wollte ursprünglich nur die ersten 100 Seiten lesen, um im Unterricht mitreden zu können… aber ich konnte einfach nicht aufhören. Am Ende habe ich das ganze Buch an einem Tag durchgelesen. Am Anfang hat es mich zwar gestört, dass es keine klassischen Kapitel gibt, sondern eher ein durchgehender Text mit Absätzen. Aber genau dieser Stil hat sich überraschend leicht und flüssig lesen lassen. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Entwicklung von Franz: Er wächst behütet auf und wirkt anfangs kaum bereit für ein eigenständiges Leben, doch die Umstände zwingen ihn, genau das zu entwickeln – Autonomie, eigene Gedanken und eine klare Haltung, und das in einer Zeit, in der genau dies gefährlich war. Für mich ist dieses Buch definitiv eine der wenigen Schullektüren, die ich nicht nur „durchgezogen“, sondern wirklich gerne gelesen habe. Eine absolute Überraschung 🙌

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
22. Feb.
Rating:5

"Wie viele Abschiede kann ein Mensch eigentlich aushalten?"

Ganz, ganz große Lektüre. Das Hörbuch "Der Trafikant" ist brilliant, gelesen von Robert Seethaler selbst. Gehört habe ich das Buch an einem Sonntagnachmittag in einem Rutsch. Franz ist so unglaublich schlau, ohne klug zu sein. Das Wien der Jahre 1937/38 durch seine Augen zu sehen und durch seine Briefe zu erleben, ist herzzereißend. Und das, obwohl Franz nie besonders emotional ist. Trotzdem erlebe ich beim Hören die ganz großen Emotionen und der Satz "Wie viele Abschiede kann ein Mensch eigentlich aushalten?" klingt lange in mir nach. Ein großartiges Buch!

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
22. Feb.
Rating:5

Die Geschichte des jungen Franz ...

Lange lag dieses Buch auf meinem Stapel ungelesener Bücher – bis plötzlich der Impuls kam, es endlich aufzuschlagen. Und was soll ich sagen: Ich habe es verschlungen. Es war mein erstes Buch des Autors, aber ganz sicher nicht mein letztes. Im Mittelpunkt steht der 17‑jährige Franz. Das Setting: Wien im Jahr 1937. Franz verlässt sein Heimatdorf, um in der Stadt eine Lehrstelle in einer Trafik anzutreten. Zu den Stammkunden des kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäfts gehört niemand Geringerer als Sigmund Freud. Zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere, wenn auch kurze Freundschaft. Gleichzeitig verändert sich die politische Lage rasant, das gesellschaftliche Klima kippt – und Franz erlebt in kurzer Zeit seine erste Liebe, den Wandel der Welt um ihn herum und die eigenen Zweifel. Die rund 250 Seiten habe ich mit großer Freude gelesen. Die Sprache, die Atmosphäre, die Figuren – all das hat sofort Bilder in meinem Kopf entstehen lassen und mich tief in die Geschichte hineingezogen. Es geht um Freundschaft, Liebe, Verlust und die Frage, wofür man einsteht, wenn sich alles um einen herum verändert. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
18. Jan.
Der Trafikant ist ein leiser, berührender Roman über das Erwachsenwerden in dunkler Zeit. Vielschichtig, klug und emotional eindringlich. Ein Buch, das lange nachhallt und zu Recht zur Schullektüre gehört.
Rating:5

Der Trafikant ist ein leiser, berührender Roman über das Erwachsenwerden in dunkler Zeit. Vielschichtig, klug und emotional eindringlich. Ein Buch, das lange nachhallt und zu Recht zur Schullektüre gehört.

Robert Seethalers Roman ist ein bemerkenswertes Buch, weil er eine große historische Epoche nicht über Lautstärke oder Dramatik erzählt, sondern über Sanftheit, Nähe und leise emotionale Tiefe. Im Zentrum steht der junge Franz Huchel, der in den 1930er-Jahren aus einem Dorf in die Wiener Trafik kommt und dort, zwischen Zeitungen, Zigaretten und Gesprächen, langsam erwachsen wird. Besonders eindrucksvoll sind die Figuren, die Franz auf seinem Weg begleiten: seine Mutter Aneszka, Otto, und Sigmund Freud, der als Gesprächspartner, Denkfigur und Spiegel dient. Faszinierend ist, wie all diese Figuren nicht durchgängig auftreten und dennoch sein Leben so stark prägen. Durch diese Begegnungen wird Franz’ inneres Wachstum erfahrbar, ohne dass der Roman je belehrend wirkt. Die Stärke des Romans liegt auch in seiner Vielschichtigkeit. Der Trafikant lässt sich als Adoleszenzroman lesen, als Liebesgeschichte vor historischer Kulisse, als psychoanalytisch geprägter Text oder als stiller Geschichtsroman über das Heraufziehen des Nationalsozialismus. Gerade diese verschiedenen Lesarten machen deutlich, wie fein und offen Seethaler erzählt. Die politische Entwicklung drängt sich nicht plakativ in den Vordergrund, sondern sickert langsam, fast unmerklich in den Alltag der Figuren und wirkt dadurch umso beklemmender. Franz’ Geschichte ist nicht nur spannend, sondern am Ende auch tragisch. Er findet seine Stimme, entwickelt eine eigene Haltung und gewinnt an Mündigkeit, alles in chaotischen und düsteren Zeiten. Diese Spannung zwischen innerem Wachstum und äußerer Bedrohung verleiht dem Roman seine besondere emotionale Kraft. Sowohl als Privatmensch als auch als Deutschlehrer ist für mich klar: Der Roman gehört jetzt schon zu den Literaturklassikern.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
11. Jan.
Rating:2.5

Ich hätte es so gern gemocht..

Ich lese sehr gerne Bücher über die Zeit des zweiten Weltkrieges, dieses jedoch war gar gar nicht mein Fall. Die Erzählweise war mir leider oft zu flach, die etwas dümmliche Art von Franz hat mich wahnsinnig gemacht. Für mich war hier zu wenig Historie, kritischer Umgang damit und Tiefe im Buch. Die Geschichte mit Freud ist interessant, aber mir nicht tiefgründig genug. An sich lässt sich das Buch aber gut und flüssig lesen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
10. Jan.
Rating:5

Tolles Buch, in dem ich erschreckende Parallelen zur heutigen Zeit finden konnte

Der junge Franz Huchels kommt aus der heilen Welt des ländlichen Salzkammergut ins pulsierende Wien der 1930er Jahre. Die Stadt ist auf dem Weg zum Faschismus. Franz, naiv und vorurteilsfrei, beginnt eine Lehre beim Trafikanten Otto Trsnjek und muss schnell feststellen, wie kalt und hart es in der großen Stadt sein kann. Er lernt Professor Sigmund Freud, ein regelmäßiger Kunde des Trafiks (Zeitungsladen und Kiosk) kennen und es entsteht eine Verbindung zwischen den beiden ungleichen Menschen. Franz macht bittersüße Erfahrungen mit der Liebe, wird Zeuge des zunehmenden Judenhasses und erlebt wie Hitlers Faschismus endgültig Einzug in Wien erhält. Dieser Faschismus nimmt ihm nach und nach die wenigen Bezugspersonen, die er in der fremden Stadt gefunden hat. Das Buch von Robert Seethaler liest sehr gut. Mich hat es gepackt und ich hab die knapp 250 Seiten recht zügig gelesen. Angesichts der aktuellen Entwicklung in der Welt, insbesondere in den USA, kam mir immer wieder der Gedanke, dass wir ähnlich wie damals 1937 wie Franz verzweifelt zusehen müssen, das sich die Welt rasant zum Schlechteren verändert. Man findet als einzelne Person kaum eine Möglichkeit die Entwicklung aufzuhalten und muss die daraus resultierende Verluste und die gravierenden Veränderungen versuchen mit Fassung zu tragen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
29. Dez.
Rating:4.5

1937, Österreich , eine persönliche Geschichte im historischen Kontext - spannend, berührend mit starken Charakteren!

Das Buch erzählt die Geschichten des 17-jährigen Franz Huchel, der sein Dorf im Salzkammergut verlässt und nach Wien zieht, um dort in einer Trafik als Lehrling zu arbeiten. Die Handlung spielt sich im Jahr 1937/38 ab und versetzt uns in die Zeit des aufsteigenden Nazionalsozialismus. Franz wird in schwierigen Zeiten erwachsen, erlebt den politischen Umbruch und den Judenhass, macht aber auch schöne Erfahrungen wie seine erste Liebe zu Anezka. Ebenso wichtig für die Entwicklung des Protagonisten ist die Freundschaft zu niemandem geringeren als Sigmund Freud, der regelmäßig die Trafik besucht. Ich mochte das Buch sehr, weil es Robert Seethaler gelang, eine persönliche Geschichte im historischen Kontext so darzustellen, dass man wirklich in das Geschehen hineingezogen wurde. Die Charaktere waren authentisch und unglaublich gut skizziert. Es war auch spannend, Freud als Nebendarsteller zu erleben.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
27. Nov.
Rating:5

Grandios!

Die Erwartungen waren groß, ich habe schon viel von Buch und Film gehört, ausschließlich Positives. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es liest sich so leicht, so flüssig und so berührend, dass es eine Wohltat ist. Wie Seethaler es schafft, diese Diskrepanz zwischen der Unbedarftheit des Burschen vom Land und den hochkomplexen politischen Ereignissen und psychoanalytischen Erkenntnissen Freuds zu ebnen, gleich einem Zahnrad ineinander zu legen, ist brilliant.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
26. Okt.
Rating:3

Man hätte die ersten 180 Seiten auch einfach weglassen und durch einen einzigen Satz ersetzen können. Hat sich zwischendurch angefühlt wie ein Fiebertraum. Rip Trsnjek,du hättest Vapes gehasst😔. Edit:16.01 Nachdem ich den Film angeschaut habe, wirkt meine review ein bisschen zu streng 🐣 (und meine zwei in der Klausur hat meine Meinung auch gar nicht beeinflusst) Ps: Was zum Frick war denn das bitte für ein Film?

Der Trafikant
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17. Okt.
Rating:4

Angenehm leicht erzählter Coming of Age Roman, überschattet vom Übel des Nationalsozialismus

Franz Hucherl kommt aus Nußdorf, einem kleinen oberösterreichischen Dorf, nach Wien, um in einer Trafik, einem Zeitungs- und Tabakwarenladen, zu arbeiten. In Wien freundet er sich mit Sigmund Freud an und lernt Anezka kennen, in die er sich ziemlich heftig verknallt. Überschattet wird diese zunächst leicht erzählte Geschichte von der Übernahme Österreichs durch die Nationalsozialisten. Bildlich und leicht ist die Sprache oft und doch kommt gerade in Episoden, wie jener, in der der herzliche und kritisch denkende Trafikchef Otto Trsnjek von der Gestapo verschleppt wird, das Grauen des Faschismus unhaltsam über die Geschichte gerollt. Für mich gerade jetzt ein Weckruf. In einem der Zettel, in dem Franz seine Träume notiert und die er an die Scheibe der Trafik hängt, schreibt er: "Hätte man vielleicht die Glut löschen sollen?" Das sollten wir uns gerade alle fragen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
24. Sept.
Rating:4

Ein dichter und bildgewaltiges Buch über das Wien kurz vor und nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland. Wunderbare Bilder. Überraschend bekannte Figuren und eine erstaunlich naive Hauptfigur.

Einziger Abstrich sind die Kapitel die plötzlich die Perspektive wechseln. So notwendig sie teilweise für die Handlung waren, haben sie mich aus der Illusion gerissen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
3. Sept.
Rating:4

Wenn sich die Anständigkeit verabschiedet

Seethaler nimmt den Leser mit dem ländlich geprägten Protagonisten Franz Huchel mit in das Wien der 1930er Jahre. Mit der Machtübertragung und der immer weiter aufklaffenden gesellschaftlichen Spaltung muss sich die Hauptfigur ebenfalls für eine Seite entscheiden - und dafür die Verantwortung übernehmen. In dem Prozess des Erwachsenwerdens sind die Entscheidungen, die Huchel trifft, für mich nicht immer nachvollziehbar. Auch mit der Einbettung Sigmund Freuds, der zu einer Art Mentor des vaterlosen Huchels wird, tut sich Seethaler mE keinen Gefallen, weil er zwangsläufig Freud Merkmale zuschreibt, die sich biographisch nicht fassen lassen. Dennoch: Die Unsicherheit der Zeit und die Zweifel an der Menschlichkeit werden dem Leser schmerzlich erfahrbar gemacht, erzeugt oftmals ein Gefühl der beklemmenden Ohnmacht und lädt über diese fremde Perspektive zur Reflexion eigenen Handelns ein, wenn es um die Entscheidung zwischen dem einfachen und dem richtigen Weg geht.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
13. Aug.
Rating:5

Ein Büch übers Erwachsenwerden in einer Zeit in der die Welt beginnt Kopf zu stehen, über grenzenlose Loyalität, Freundschaft und die erste Liebe. Über einen Jungen der sich von den ideologischen Weltbilder des dritten Reiches nicht berühren lässt. Wunderbare berührende Erzählung.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
16. Juli
Rating:5

Unglaublich schön geschrieben, sehr schnell lesbar, interessante und originelle Figuren, spannende Perspektivwechsel, so wenig wie möglich und so viel wie nötig Auflösung von unklaren Enden von Storylines, genau mein Geschmack, sehr zu empfehlen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
19. Mai
Rating:1.5

Ich hab für die Schule es bis Seite 54 gelesen genau da wo ich auch fand das es mich anfängt zu interessieren, aber dann mussten wir ein paar Gespräche in weiteren Seiten vom Professor und Franz lesen, da wurde mir bewusst das es Franz nur darum geht das er eig. nur S3x haben möchte und das hat mich an gewidert also hab ich es abgebrochen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
13. Mai
Wunderbare, berührende Erzählung über Liebe, Freundschaft, Leben und Tod - mit schwermütigem Ende
Rating:5

Wunderbare, berührende Erzählung über Liebe, Freundschaft, Leben und Tod - mit schwermütigem Ende

Franz Huchel, der aus dem verträumten, idyllischen Salzkammergut mit 17 Jahren als Lehrling in einer Trafik im Wien der späten 30er Jahre ankommt, strauchelt ins Erwachsenenleben. Eine bewegende, verträumte und dabei so schwebend leicht geschriebene Erzählung, die von der ersten Seite an fesselt. Wunderbare, detailverliebte Sprache, die die Wirren des Erwachsenwerdens in den 30er Jahren sehr eindrücklich beschreibt. Vor allem Franz Huchel ist sehr tiefgründig beschrieben, von den anderen Figuren erfährt man immer nur so viel wie gerade nötig. Die Wirren der aufkommenden, bzw. schon sehr erstarkten Naziherrschaft wird oft beiläufig aber Eindruck hinterlassend beschrieben. Und man kann sich vorstellen, wie jungen Menschen damals die Jugend - und viel zu oft auch der Rest des Lebens - geklaut wurde. Gerade das Ende der Geschichte macht dies schmerzlich deutlich und hinterlässt einen tief berührt und ein wenig schwermütig - wofür aber die Gewissheit, ein großartiges Buch gelesen zu haben, hinweghilft.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
5. Mai
Rating:4

Solides Buch, hat mir sehr gut gefallen, wenn man auf Geschichte steht aber trotzdem noch einwenig teenage Angst haben will muss dieses Buch gelesen haben! Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind sehr gut ausgearbeitet mit hat das interagieren der Charaktere sehr gefallen. Würde ich auf jeden Fall weiter empfehlen, habe es dann noch ein zweites Mal in der Schule während des Abis gelesen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
14. Apr.
Werde mit Seethaler nicht warm
Rating:3

Werde mit Seethaler nicht warm

Wien in der aufkommenden NS-Zeit. Seethaler schreibt über den Jungen Franz, den seine Mutter vom Land in die Stadt geschickt hat, um bei einem Freund an der Trafik (heute Kiosk) zu arbeiten. Dort lernt er unter anderem Sigmund Freud kennen und wird mit der politischen Entwicklung der Zeit konfrontiert. Juden müssen fliehen, so auch Freud. Inhaltlich ein starkes und wichtiges Buch. Ich werde einzig mit der Erzählweise von Seethaler einfach nicht warm.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
5. März
Rating:5

Ein unscheinbares Buch mit so viel zu sagen.

Leseeindruck für Der Trafikant von Robert Seethaler Welch ein großartiger Roman. Ich bin gedanklich noch gefangen und versuche mich gerade zu sortieren. Diese Geschichte trägt eine große Last und ist doch so leicht und wunderbar geschrieben. Eine Geschichte um das reifen, erwachsen werden, Verantwortung übernehmen, über Freundschaft, die Liebe, Verlust und Mut. Ich finde es fantastisch wie auf 256 Seiten eine solche Aussagekraft entstehen kann. Hier wurde mit Worten gezaubert und doch ist der Schreibstil ganz einfach gehalten. Ganz großes Kino kann ich da nur sagen. Eine Leseempfehlung für jeden der gerne abseits der normalen Unterhaltungs Literatur lesen mag. 5 von 5⭐️gebe ich hier mit voller Überzeugung.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
16. Feb.
Wunderbare leise Erzählung, die sehr berührt.
🎩📰⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️📰🎩
Rating:5

Wunderbare leise Erzählung, die sehr berührt. 🎩📰⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️📰🎩

Robert Seethaler entwickelt sich immer mehr für mich zu einem Lieblingsautoren. Zwar kommt „Der Trafikant“ nicht ganz an „Ein ganzes Leben“ heran, aber auch dieses Buch besticht durch einen wunderbaren und lebendigen Schreibstil, der den Leser direkt in die bewegende Welt des Franz Huchel und seines Freundes Siegmund Freud eintauchen lässt. Trotz seiner leisen Töne entfaltet das Buch für mich eine eindrucksvolle Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt. Die Charaktere sind so authentisch und liebevoll gestaltet, dass sie einem sofort ans Herz wachsen. Eine Lektüre, die nachhaltig beeindruckt und gerade in Bezug auf die heutige politische Situation zum Verweilen einlädt. Absolute Leseempfehlung! 🎩📰⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️📰🎩

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
15. Feb.
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Rating:4.5

📝 „Einer hat Blut an den Händen, und die anderen stehen da und sagen nix. So ist es immer!“ (S.63) 📝 „So ist das oft mit Sätzen. Wer viel redet, hat meist wenig zu sagen.“ (S.74) 📝 „In den entscheidenden Dingen sind wir von Anfang an auf uns selbst gestellt. Wir müssen uns immer wieder fragen, was wir möchten und wohin wir wollen.“ (S.141) 📖 Franz Huchel, der Junge aus der Niederösterreichischen Provinz, wird von seiner Mutter mangels Perspektive zu einem alten Bekannten in die Metropole Wien geschickt, um eine Lehre bei dem Zeitungs-, Schreibwaren- und Tabakhändler Otto Tranjek zu beginnen. Dort lernt er den weltberühmten Stammkunden Siegmund Freund kennen. Von ihm erhofft er sich Tipps, nachdem er sich zum ersten Mal in ein Mädchen namens Anezka verliebt hat. In den Wirren der Großstadt soll sich sein Weltbild verändern. 💭 Und wieder wurde ich bei einem Seethaler-Roman sofort in eine längst vergangene Welt entführt. Hoffnungen, geplatzte Träume, Lebenserfahrungen und geschichtliche Ereignisse vereinen sich in diesem Geschehen der dreißiger Jahre in Wien. Nach einem solchen Roman habe ich mich in den vergangenen Wochen gesehnt und wurde nicht enttäuscht. Die Figur Siegmund Freuds ist aus meiner Sicht gut gelungen und nahbar. Der Psychoanalytiker macht keinen Hehl daraus, in Liebesfragen nicht der beste Experte zu sein, schafft es dennoch durch geschickte Fragen, Franz in seinem Gefühlschaos Halt zu geben. Wie Seethaler die Gefühle des Liebeskummer beschreibt, ist klar und erzeugt in mir einen leichten Schmerz. Außerdem trägt Freud dazu bei, dass der junge Franz in sich hinein hört. Auch dadurch entwickelt sich der junge Franz Huchel zu einem mutigen Heranwachsenden. Nach einem bitteren Verlust versucht er, im Rahmen seiner Möglichkeiten den Nationalisten die Stirn zu bieten. Er artikuliert seine Überzeugungen, die sich im Laufe seiner Ausbildung als Trafikant und durch die Fragen Freuds gebildet haben. Bei einem Seethaler-Roman macht man nichts verkehrt - viel Freude beim Lesen!

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
5. Jan.
Rating:4

Sehr interessant und ein bisschen traurig

Ich musste dieses Buch als Schullektüre lesen in Deutsch und ich glaube das ist das erste Buch was ich ersten vollständig gelesen habe und was wirklich nicht schlecht war Am Anfang dachte ich so das wird bestimmt langweilig wie alle anderen Schullektüren auch aber ich wurde zum besseren belehrt Die Geschichte spielt im Jahr 1937-1938 und man erfährt wie der Nationalsozialismus an die Macht kam und wie sich das alles so entwickelt hat aus der Perspektive von einem jungen Mann der von Dorf in Österreich kommt und nach Wien fährt um dort einen Lehre als Trafikant zu machen Insgesamt sehr interessant und aufklärend

Der Trafikant
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3. Jan.
Rating:5

""Die Gestapo...", wiederholte der Professor, und es hörte sich an, als fiele ihm ein Brocken aus dem Mund. In diesen Moment wurde ihr Blick fast gleichzeitig nach oben gelenkt, wo sich direkt über der Couch ein Weberknecht seinen Weg über die Zimmerdecke zitterte. In einem weiten Bogen tänzelte er in eine Ecke, blieb stehen, wippte noch ein bisschen und rührte sich nicht mehr." Seethaler ist einer der großen Erzähler unserer Zeit. Die Leichtigkeit in seinem Schreibstil sucht ihresgleichen. So schafft er es, seine eigentlich unterschwellig oft traurigen oder trostlosen Geschichten und Charaktere dem Leser näherzubringen und eine Verbindung entstehen zu lassen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
26. Nov.
Rating:4

Musste das Buch für die Schule lesen und ich muss sagen: Für eine Schulleiter ist es ein echt schönes Buch mit einem wichtigen Thema! Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, genauso wie, dass es keine Kapitel gibt, sondern das Buch eher wie ein zusammenhängender Text aufgebaut ist, lässt sich aber dennoch gut lesen.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber
12. Nov.
Rating:3

Ich hatte eine ganz andere Erwartung

Dieses Buch erzählt von dem Alltag eines jungen Mannes, während des zweiten Weltkriegs in Wien. Im Fokus stehen jedoch sein Leben und Gefühlsleben. All das, dass ihm auf der Seele brennt und womit es sich herumzuschlagen hat. Gleichzeitig freundet er sich mit Freund an, was für mich jedoch keine große Auswirkung auf die Geschichte hatte - es hätte auch jemand anderes sein können. Es ist ein nettes Buch, aber mehr auch nicht. Mich hat es zumindest nicht tief berührt und zum nachdenken angeregt.

Der Trafikant
Der Trafikantby Robert SeethalerKein & Aber