Das Grab
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Description
Alle machten sich über Melvin lustig. Nur Vicki hatte den Mut, sich für den Außenseiter einzusetzen. Das änderte sich schlagartig, als er auf die Idee kam, eine Leiche auszugraben und mit Hilfe einer Autobatterie zum Leben zu erwecken. Jahre später wird Vicki immer noch von Alpträumen gequält. Als sie in ihre Heimatstadt zurückkehrt, wird Melvin gerade aus einer Anstalt entlassen. Er ist verrückter als je zuvor – und hat bei seinen Experimenten gewaltige Fortschritte gemacht.
Book Information
Author Description
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.
Posts
Was wäre, wenn Frankenstein statt einem zusammengenähten Monster eine sexy Frau zum Leben erweckt hätte? Und was wäre, wenn Frankenstein selbst ein psychopathischer Stalker wäre? Und was wäre, wenn sich das Monster in den Frankenstein verliebt hätte? Eine etwas andere Frankenstein-Geschichte, im Stil von Richard Laymon erzählt. Es ist spannend, blutig mit einer Priese schwarzer Magie. Auf jeden Fall eins der guten Bücher von Laymon. Meine Empfehlung an die Horror-Fans!
Ich habe Das Grab von Richard Laymon gelesen und war ziemlich schnell mitten drin. Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses unangenehme, leicht beklemmende Gefühl, das gute Horrorstorys manchmal so mit sich bringen. Die Atmosphäre ist richtig intensiv und teilweise auch echt unangenehm – aber im positiven Sinn. Laymon schafft es, ganz normale Situationen so zu drehen, dass sie plötzlich bedrohlich wirken. Man denkt ständig: „Das geht hier bestimmt gleich schief…“ – und meistens stimmt das auch. Man sollte aber wissen: Das Buch ist ziemlich direkt und stellenweise wirklich heftig. Da wird nichts schön verpackt oder abgemildert, manches ist eher schockierend als fein erzählt. Die Figuren sind jetzt nicht super tief ausgearbeitet, aber ehrlich gesagt braucht die Geschichte das auch nicht unbedingt. Hier geht’s mehr um die Stimmung, die Spannung und dieses durchgehende Gefühl von Unbehagen. Unterm Strich ist es kein feiner Horror, sondern eher roh und intensiv. Wenn man genau darauf steht, ist das Buch ziemlich stark – aber man sollte sich schon bewusst sein, worauf man sich einlässt.
Experimente an den Toten – erinnert an Frankenstein. Unterhaltsamer Zombie-Horror ohne viel Tiefgang. Dafür eine Menge Blut und Gewalt.
Melvins verzweifelte Suche nach der wahren Liebe Wenn du einen ledigen Typen über fünfundzwanzig findest, der nicht verheiratet war oder zumindest eine langjährige Beziehung mit einer Frau hinter sich hat, stimmt mit ziemlicher Sicherheit was nicht.“ (S. 262) Der Horrorroman „Das Grab“ von Richard Laymon wurde bereits 1989 unter dem Originaltitel „Resurrection Dreams“ in den USA veröffentlicht. Die deutsche Erstveröffentlichung des 529 Seiten schweren Werks hat lange auf sich warten lassen, bis sie schließlich postum 2010 im Heyne Hardcore Verlag erfolgt ist. Bereits zuvor habe ich etliche Werke des Autors gelesen, wobei mir seine frühen Werke immer deutlich besser gefallen haben. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Ich habe mir einen kurzweiligen Horrorschocker mit expliziter Sprache und Ekelmomenten erwartet. Vicky ist im letzten Jahr auf der Highschool, als bei einem tragischen Autounfall zwei der beliebtesten Schüler*innen sterben. Auf einer Wissenschaftsmesse kommt heraus, dass der Außenseiter Melvin eine Leiche nicht nur ausgegraben, sondern auch an ihr experimentiert hat, um sie wiederzubeleben. Nach ihrem Medizinstudium kehrt Vicky Jahre später in ihren Heimatort zurück. Inzwischen wurde Melvin nicht nur aus der psychiatrischen Anstalt entlassen, sondern hat auch an seinem Plan festgehalten… Das Horrorbuch ist in drei Abschnitte („Das letzte Schuljahr“, „Heimkehr“ und „Ein Jahr später“) unterteilt, die Vickys Leben und Erlebnisse chronologisch abbilden. Dabei ist der erste Abschnitt ausschließlich aus Vickys Perspektive geschrieben, während ab dem zweiten Abschnitt Melvins Sicht mit berücksichtigt wird. Die unterschiedliche Art und Weise, wie sie ihre gemeinsamen Gespräche wahrnehmen, wird dem Lesenden regelrecht drastisch bewusst. Einmalig kommt auch der ehemalige Polizeichef zu Wort, wobei dies eher weniger zur Handlung beiträgt als eher dem Sinn und Zweck dient, einen zusätzlichen Widerling zu porträtieren. Der Schreibstil von Laymon ist gewohnt kurz und knapp. Er reißt den Lesenden mit und beinhaltet viel wörtliche Rede. Die Geschichte ist in einer personalen Erzählweise und der Vergangenheitsform geschrieben. Wie bereits im englischen Titel angedeutet, verfolgt Melvin seinen Traum von der Wiederauferstehung, während Vicky parallel dazu wiederkehrende Albträume von Melvin und seinen Experimenten hat. Oft beginnen ihre Kapitel damit, dass sie aus einem dieser Träume erwacht. Die Protagonistin der Erzählung ist Vicky. Sie sieht gut aus, ist sportlich und empathisch. Sie versucht sogar, den Außenseiter Melvin zu verteidigen, der dem täglichen Spott seiner Mitschüler*innen hilflos ausgesetzt ist. Sie ist der Traum jeden Mannes. Jedoch verfolgt sie ihr berufliches Ziel der eigenen Arztpraxis zielstrebig und ist verunsichert, ob das ihrem Liebesleben entgegensteht. Im Verlauf der Geschichte kommen aber auch ihre negativen Eigenschaften zum Vorschein, denn sie ist geradezu penetrant wissbegierig, naiv und nimmt keinerlei Ratschläge an, weshalb sie sich regelmäßig in Lebensgefahr begibt. Ihre beste Freundin Ace versucht sie dennoch zu unterstützen und auf sie einzuwirken. Melvins Eltern sind bereits gestorben. Er ist reich, hat aber keinen, mit dem er sein Leben verbringen könnte. Im Grunde ist er auf der verzweifelten Suche nach einer Frau, die seine Einsamkeit beendet. Er hat sich an Vicky festgebissen, weil sie zu freundlich gewesen ist. Als Antagonist der Geschichte möchte Melvin keine eigenständig denkende Frau, sondern braucht den absoluten Gehorsam für sein angeknackstes Ego, was ihn schließlich zu seinen Experimenten führt. Gleich am Anfang des Romans wird ein Autounfall und das Aussehen der Leichen detailliert beschrieben, sodass sofort das Hauptthema des Buches, nämlich die Faszination vom Tod, deutlich wird. Dieser Einstieg ist drastisch, hat mir aber gut gefallen. Ebenfalls mochte ich die Anspielungen auf die Geschichte des Horrors. Melvin liest bereits in jungen Jahren „Frankenstein“, während er an Leichen experimentiert, denkt an „Psycho“, während er in der Dusche steht oder fürchtet einen Biss der Toten, der sich wie in den „Romero“-Filmen auswirken könnte. Zudem ist er argwöhnisch, als sich Vicky mit ihm treffen möchte und er an „Carrie“ denkt und wie ihr übel mitgespielt wurde. Aber am Meisten hat mich der Überlebenskampf einer wichtigen Figur nach zwei Drittel des Romans beeindruckt. Die Szene geht gefühlt ewig, man leidet jede Sekunde mit der Person mit und es ist atemberaubend spannend. Denn die Art der Darstellung lässt den Lesenden lange im Dunkeln, um wen es sich nun wirklich handelt. Dagegen wirkt die Auflösung des Horrorromans leider ziemlich unspektakulär und erwartbar. Dieses versöhnliche Ende verwundert, da Laymon doch sonst eher kompromisslos mit seinen Protagonisten umgeht. Außerdem hat mich Vickys Charakter mit der Zeit immer mehr genervt. Sie ist übertrieben freundlich zu Melvin, obwohl sie von seiner Obsession weiß. Sie kann sich nicht einfach aus Sachen heraushalten, die offensichtlich gefährlich sind oder sie nichts angehen, sondern spielt ständig mit dem Feuer. Dies tut sie jedoch nicht mal absichtlich, sondern mit einer Naivität und Leichtfertigkeit, die man eher einer Teenagerin zutrauen würde. Gesunden Menschenverstand sucht man hier vergeblich, sodass ihre beste Freundin deutlich interessanter wirkt. Ich würde das Buch denjenigen Lesenden empfehlen, die entweder Richard Laymon und seine ausschweifenden Schilderungen von Gewalt und Sexualität bereits kennen und lieben oder aber vor einem brutalen Horrorroman mit expliziter Sprache nicht zurückschrecken. Das Ende des Horrorromans hat mich zwar etwas enttäuscht, jedoch geht es bereits am Anfang gut zur Sache und in der Mitte des Buches gibt es eine atemberaubend spannende Kampfszene.
Melvin Dobbs hat sich für den Wissenschaftsbeitrag an der Highschool etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Von seinen Mitschülern wurde er schon immer beäugt und als Sonderling dargestellt. Melvin hat es satt, ohne ersichtlichen Grund den Außenseiter zu spielen und möchte seine Gegenspieler schocken. Und zwar mit einer Wiederbelebungsmaschine. Als Testobjekt dient ihm eine kürzlich verstorbene Mitschülerin, die er selbst für das Projekt auf dem Friedhof wieder ausgegraben hat. Als Melvin versucht diese mit einer Autobatterie wieder zum Leben zu erwecken, misslingt der Versuch natürlich und Melvin landet daraufhin in einer Nervenanstalt. Jahre später kommt Vicky Chandler zurück in die Stadt. Sie hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und beginnt in der Praxis ihrer alten Heimat zu arbeiten. Schon als sie ankommt, trifft sie Melvin in einer Tankstelle am Rande der Ortschaft an. Sie leidet immer noch unter den traumatischen Erlebnissen in der Highschool und ist daher über die Begegnung mit ihm nicht froh. Melvin jedoch ist außer sich vor Freude, denn er war damals schon in Vicky verliebt. Und er hat auch schon in Planung, dass er sie zu seiner Versuchsperson machen möchte, um am Ende ihre unsterbliche Liebe zu gewinnen. Doch einfach macht sie es ihm nicht, denn Vicky versucht Melvin so weit es ihr möglich ist, aus dem Weg zu gehen... Handlung & Stil. Wer Laymon kennt, kennt auch seinen Stil. Für die, die mit dem Autor noch nicht das Vergnügen hatten, werde ich das natürlich kurz erläutern. Richard Laymon's Werke strotzen immer vor sexistischen Szenen oder Andeutungen, brutalen, perversen oder blutigen Szenen in detailgetreuer Beschreibung und oftmals auch von Handlungssträngen, die zwar an den Haaren herbeigezogen sind, aber einfach unterhalten. Sein Stil ist recht einfach, spannend und die Dialoge oft lustig angehaucht und realistisch. Und genauso war es auch in diesem Buch wieder. Die Handlung hielt sich dennoch recht schleppend, wenn man das Buch beispielsweise mit 'Die Insel' von ihm vergleichen würde. Es geht zeitweise ein wenig ruhiger zu, bedachter, aber dennoch in seinem Stil. Mir kam der Herr Laymon in diesem Werk ab und an sogar ein wenig tiefgründig vor, was ich ja nun gar nicht erwartet hätte. Das passte so gar nicht in mein Bild, aber ich fand es gut. Er überrascht mich immer wieder. Während den letzten 200 Seiten geht es dann auch richtig zur Sache. Endlich sprudelte der Autor wieder über vor Euphorie und man war richtig gut dabei. Es war spannend unaufhaltsam und man fragte sich des Öfteren, wie es weitergehen und vor allem auch zu Ende gehen würde. Bei Laymon liebe ich es, wenn er die Kapitel so beendet, dass man nicht weiß, was passiert. Beziehungsweise, es gibt zwei Möglichkeiten. Grob gesagt: Steht jetzt einfach nur die beste Freundin vor der Tür, oder ist es ihr Mörder, der ihr auf den Versen ist. Oder... Wer raschelt im Gebüsch, ist es nur ein Tier, oder ist es der Mann, der sie verfolgt. Und genau an der Stelle, an der die Frage beantwortet werden könnte, ist das Kapitel zu Ende. Man braucht nur umzublättern und weiterzulesen, aber man hält inne und sagt sich einmal: Bitte, lass ihr nichts passieren. Und erst dann blättert man um und sieht sich die Lösung an. Und dann gibt es noch einen Punkt in der Geschichte, wo ich dachte: Bitte, lass das Buch genauso zu Ende gehen, wie ich mir das erhoffe. Nun... ob es so kam, also... Das verrate ich jetzt nicht. Es ist immer wieder eine Achterbahnfahrt. Charaktere & Schauplatz. Wie schon erwähnt, kam er mir dieses Mal etwas tiefgründiger vor, als in den Werken, die ich von ihm vorher gelesen habe. So wirkte sich das auch auf die Charaktere aus. Dieses Mal konnte ich mich mit der Hauptcharaktere Vicky wirklich gut identifizieren und auseinandersetzen. Sie selbst war ein ziemlich normales Mädchen und das hat den Gang der Geschichte für den Leser sehr angenehm gemacht. Oftmals ist es ja so, dass die Hauptcharaktere bei Laymon unsympathisch sind. Sagen jedenfalls viele. Mir selbst ist das bisher nicht so vorgekommen. Außer wenn die Hauptperson selbst so sexistisch veranlagt ist, dann nerven ständige Kommentare dazu. Aber meist gibt es eine solche Person nur als Nebencharaktere. In diesem Buch lernt man viele Leute kennen, manche mag man, manche nicht. Aber alle sind interessant und runden die Geschichte damit wunderbar ab. Die Schauplätze sind ganz gut dargestellt, ein Bild hatte man in jedem Fall vor Augen und Laymon hat das mit seinen blutigen Details im späteren Verlauf der Geschichte noch einmal richtig angeheizt. Sonstiges. Wie ihr hört, hatte ich viel Spaß mit dem Buch. Der schwarze Humor war wieder triefend vorhanden und auch alles andere war da, womit sich Laymon identifiziert. Ich habe nun wirklich fast zwei Jahre keine Bücher mehr von ihm gelesen und habe nun richtig gemerkt, wie sehr mir das eigentlich gefehlt hat. Nun werde ich auf jeden Fall öfter wieder dazu greifen. Was muss, das muss.
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Alle machten sich über Melvin lustig. Nur Vicki hatte den Mut, sich für den Außenseiter einzusetzen. Das änderte sich schlagartig, als er auf die Idee kam, eine Leiche auszugraben und mit Hilfe einer Autobatterie zum Leben zu erwecken. Jahre später wird Vicki immer noch von Alpträumen gequält. Als sie in ihre Heimatstadt zurückkehrt, wird Melvin gerade aus einer Anstalt entlassen. Er ist verrückter als je zuvor – und hat bei seinen Experimenten gewaltige Fortschritte gemacht.
Book Information
Author Description
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.
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Was wäre, wenn Frankenstein statt einem zusammengenähten Monster eine sexy Frau zum Leben erweckt hätte? Und was wäre, wenn Frankenstein selbst ein psychopathischer Stalker wäre? Und was wäre, wenn sich das Monster in den Frankenstein verliebt hätte? Eine etwas andere Frankenstein-Geschichte, im Stil von Richard Laymon erzählt. Es ist spannend, blutig mit einer Priese schwarzer Magie. Auf jeden Fall eins der guten Bücher von Laymon. Meine Empfehlung an die Horror-Fans!
Ich habe Das Grab von Richard Laymon gelesen und war ziemlich schnell mitten drin. Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses unangenehme, leicht beklemmende Gefühl, das gute Horrorstorys manchmal so mit sich bringen. Die Atmosphäre ist richtig intensiv und teilweise auch echt unangenehm – aber im positiven Sinn. Laymon schafft es, ganz normale Situationen so zu drehen, dass sie plötzlich bedrohlich wirken. Man denkt ständig: „Das geht hier bestimmt gleich schief…“ – und meistens stimmt das auch. Man sollte aber wissen: Das Buch ist ziemlich direkt und stellenweise wirklich heftig. Da wird nichts schön verpackt oder abgemildert, manches ist eher schockierend als fein erzählt. Die Figuren sind jetzt nicht super tief ausgearbeitet, aber ehrlich gesagt braucht die Geschichte das auch nicht unbedingt. Hier geht’s mehr um die Stimmung, die Spannung und dieses durchgehende Gefühl von Unbehagen. Unterm Strich ist es kein feiner Horror, sondern eher roh und intensiv. Wenn man genau darauf steht, ist das Buch ziemlich stark – aber man sollte sich schon bewusst sein, worauf man sich einlässt.
Experimente an den Toten – erinnert an Frankenstein. Unterhaltsamer Zombie-Horror ohne viel Tiefgang. Dafür eine Menge Blut und Gewalt.
Melvins verzweifelte Suche nach der wahren Liebe Wenn du einen ledigen Typen über fünfundzwanzig findest, der nicht verheiratet war oder zumindest eine langjährige Beziehung mit einer Frau hinter sich hat, stimmt mit ziemlicher Sicherheit was nicht.“ (S. 262) Der Horrorroman „Das Grab“ von Richard Laymon wurde bereits 1989 unter dem Originaltitel „Resurrection Dreams“ in den USA veröffentlicht. Die deutsche Erstveröffentlichung des 529 Seiten schweren Werks hat lange auf sich warten lassen, bis sie schließlich postum 2010 im Heyne Hardcore Verlag erfolgt ist. Bereits zuvor habe ich etliche Werke des Autors gelesen, wobei mir seine frühen Werke immer deutlich besser gefallen haben. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Ich habe mir einen kurzweiligen Horrorschocker mit expliziter Sprache und Ekelmomenten erwartet. Vicky ist im letzten Jahr auf der Highschool, als bei einem tragischen Autounfall zwei der beliebtesten Schüler*innen sterben. Auf einer Wissenschaftsmesse kommt heraus, dass der Außenseiter Melvin eine Leiche nicht nur ausgegraben, sondern auch an ihr experimentiert hat, um sie wiederzubeleben. Nach ihrem Medizinstudium kehrt Vicky Jahre später in ihren Heimatort zurück. Inzwischen wurde Melvin nicht nur aus der psychiatrischen Anstalt entlassen, sondern hat auch an seinem Plan festgehalten… Das Horrorbuch ist in drei Abschnitte („Das letzte Schuljahr“, „Heimkehr“ und „Ein Jahr später“) unterteilt, die Vickys Leben und Erlebnisse chronologisch abbilden. Dabei ist der erste Abschnitt ausschließlich aus Vickys Perspektive geschrieben, während ab dem zweiten Abschnitt Melvins Sicht mit berücksichtigt wird. Die unterschiedliche Art und Weise, wie sie ihre gemeinsamen Gespräche wahrnehmen, wird dem Lesenden regelrecht drastisch bewusst. Einmalig kommt auch der ehemalige Polizeichef zu Wort, wobei dies eher weniger zur Handlung beiträgt als eher dem Sinn und Zweck dient, einen zusätzlichen Widerling zu porträtieren. Der Schreibstil von Laymon ist gewohnt kurz und knapp. Er reißt den Lesenden mit und beinhaltet viel wörtliche Rede. Die Geschichte ist in einer personalen Erzählweise und der Vergangenheitsform geschrieben. Wie bereits im englischen Titel angedeutet, verfolgt Melvin seinen Traum von der Wiederauferstehung, während Vicky parallel dazu wiederkehrende Albträume von Melvin und seinen Experimenten hat. Oft beginnen ihre Kapitel damit, dass sie aus einem dieser Träume erwacht. Die Protagonistin der Erzählung ist Vicky. Sie sieht gut aus, ist sportlich und empathisch. Sie versucht sogar, den Außenseiter Melvin zu verteidigen, der dem täglichen Spott seiner Mitschüler*innen hilflos ausgesetzt ist. Sie ist der Traum jeden Mannes. Jedoch verfolgt sie ihr berufliches Ziel der eigenen Arztpraxis zielstrebig und ist verunsichert, ob das ihrem Liebesleben entgegensteht. Im Verlauf der Geschichte kommen aber auch ihre negativen Eigenschaften zum Vorschein, denn sie ist geradezu penetrant wissbegierig, naiv und nimmt keinerlei Ratschläge an, weshalb sie sich regelmäßig in Lebensgefahr begibt. Ihre beste Freundin Ace versucht sie dennoch zu unterstützen und auf sie einzuwirken. Melvins Eltern sind bereits gestorben. Er ist reich, hat aber keinen, mit dem er sein Leben verbringen könnte. Im Grunde ist er auf der verzweifelten Suche nach einer Frau, die seine Einsamkeit beendet. Er hat sich an Vicky festgebissen, weil sie zu freundlich gewesen ist. Als Antagonist der Geschichte möchte Melvin keine eigenständig denkende Frau, sondern braucht den absoluten Gehorsam für sein angeknackstes Ego, was ihn schließlich zu seinen Experimenten führt. Gleich am Anfang des Romans wird ein Autounfall und das Aussehen der Leichen detailliert beschrieben, sodass sofort das Hauptthema des Buches, nämlich die Faszination vom Tod, deutlich wird. Dieser Einstieg ist drastisch, hat mir aber gut gefallen. Ebenfalls mochte ich die Anspielungen auf die Geschichte des Horrors. Melvin liest bereits in jungen Jahren „Frankenstein“, während er an Leichen experimentiert, denkt an „Psycho“, während er in der Dusche steht oder fürchtet einen Biss der Toten, der sich wie in den „Romero“-Filmen auswirken könnte. Zudem ist er argwöhnisch, als sich Vicky mit ihm treffen möchte und er an „Carrie“ denkt und wie ihr übel mitgespielt wurde. Aber am Meisten hat mich der Überlebenskampf einer wichtigen Figur nach zwei Drittel des Romans beeindruckt. Die Szene geht gefühlt ewig, man leidet jede Sekunde mit der Person mit und es ist atemberaubend spannend. Denn die Art der Darstellung lässt den Lesenden lange im Dunkeln, um wen es sich nun wirklich handelt. Dagegen wirkt die Auflösung des Horrorromans leider ziemlich unspektakulär und erwartbar. Dieses versöhnliche Ende verwundert, da Laymon doch sonst eher kompromisslos mit seinen Protagonisten umgeht. Außerdem hat mich Vickys Charakter mit der Zeit immer mehr genervt. Sie ist übertrieben freundlich zu Melvin, obwohl sie von seiner Obsession weiß. Sie kann sich nicht einfach aus Sachen heraushalten, die offensichtlich gefährlich sind oder sie nichts angehen, sondern spielt ständig mit dem Feuer. Dies tut sie jedoch nicht mal absichtlich, sondern mit einer Naivität und Leichtfertigkeit, die man eher einer Teenagerin zutrauen würde. Gesunden Menschenverstand sucht man hier vergeblich, sodass ihre beste Freundin deutlich interessanter wirkt. Ich würde das Buch denjenigen Lesenden empfehlen, die entweder Richard Laymon und seine ausschweifenden Schilderungen von Gewalt und Sexualität bereits kennen und lieben oder aber vor einem brutalen Horrorroman mit expliziter Sprache nicht zurückschrecken. Das Ende des Horrorromans hat mich zwar etwas enttäuscht, jedoch geht es bereits am Anfang gut zur Sache und in der Mitte des Buches gibt es eine atemberaubend spannende Kampfszene.
Melvin Dobbs hat sich für den Wissenschaftsbeitrag an der Highschool etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Von seinen Mitschülern wurde er schon immer beäugt und als Sonderling dargestellt. Melvin hat es satt, ohne ersichtlichen Grund den Außenseiter zu spielen und möchte seine Gegenspieler schocken. Und zwar mit einer Wiederbelebungsmaschine. Als Testobjekt dient ihm eine kürzlich verstorbene Mitschülerin, die er selbst für das Projekt auf dem Friedhof wieder ausgegraben hat. Als Melvin versucht diese mit einer Autobatterie wieder zum Leben zu erwecken, misslingt der Versuch natürlich und Melvin landet daraufhin in einer Nervenanstalt. Jahre später kommt Vicky Chandler zurück in die Stadt. Sie hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und beginnt in der Praxis ihrer alten Heimat zu arbeiten. Schon als sie ankommt, trifft sie Melvin in einer Tankstelle am Rande der Ortschaft an. Sie leidet immer noch unter den traumatischen Erlebnissen in der Highschool und ist daher über die Begegnung mit ihm nicht froh. Melvin jedoch ist außer sich vor Freude, denn er war damals schon in Vicky verliebt. Und er hat auch schon in Planung, dass er sie zu seiner Versuchsperson machen möchte, um am Ende ihre unsterbliche Liebe zu gewinnen. Doch einfach macht sie es ihm nicht, denn Vicky versucht Melvin so weit es ihr möglich ist, aus dem Weg zu gehen... Handlung & Stil. Wer Laymon kennt, kennt auch seinen Stil. Für die, die mit dem Autor noch nicht das Vergnügen hatten, werde ich das natürlich kurz erläutern. Richard Laymon's Werke strotzen immer vor sexistischen Szenen oder Andeutungen, brutalen, perversen oder blutigen Szenen in detailgetreuer Beschreibung und oftmals auch von Handlungssträngen, die zwar an den Haaren herbeigezogen sind, aber einfach unterhalten. Sein Stil ist recht einfach, spannend und die Dialoge oft lustig angehaucht und realistisch. Und genauso war es auch in diesem Buch wieder. Die Handlung hielt sich dennoch recht schleppend, wenn man das Buch beispielsweise mit 'Die Insel' von ihm vergleichen würde. Es geht zeitweise ein wenig ruhiger zu, bedachter, aber dennoch in seinem Stil. Mir kam der Herr Laymon in diesem Werk ab und an sogar ein wenig tiefgründig vor, was ich ja nun gar nicht erwartet hätte. Das passte so gar nicht in mein Bild, aber ich fand es gut. Er überrascht mich immer wieder. Während den letzten 200 Seiten geht es dann auch richtig zur Sache. Endlich sprudelte der Autor wieder über vor Euphorie und man war richtig gut dabei. Es war spannend unaufhaltsam und man fragte sich des Öfteren, wie es weitergehen und vor allem auch zu Ende gehen würde. Bei Laymon liebe ich es, wenn er die Kapitel so beendet, dass man nicht weiß, was passiert. Beziehungsweise, es gibt zwei Möglichkeiten. Grob gesagt: Steht jetzt einfach nur die beste Freundin vor der Tür, oder ist es ihr Mörder, der ihr auf den Versen ist. Oder... Wer raschelt im Gebüsch, ist es nur ein Tier, oder ist es der Mann, der sie verfolgt. Und genau an der Stelle, an der die Frage beantwortet werden könnte, ist das Kapitel zu Ende. Man braucht nur umzublättern und weiterzulesen, aber man hält inne und sagt sich einmal: Bitte, lass ihr nichts passieren. Und erst dann blättert man um und sieht sich die Lösung an. Und dann gibt es noch einen Punkt in der Geschichte, wo ich dachte: Bitte, lass das Buch genauso zu Ende gehen, wie ich mir das erhoffe. Nun... ob es so kam, also... Das verrate ich jetzt nicht. Es ist immer wieder eine Achterbahnfahrt. Charaktere & Schauplatz. Wie schon erwähnt, kam er mir dieses Mal etwas tiefgründiger vor, als in den Werken, die ich von ihm vorher gelesen habe. So wirkte sich das auch auf die Charaktere aus. Dieses Mal konnte ich mich mit der Hauptcharaktere Vicky wirklich gut identifizieren und auseinandersetzen. Sie selbst war ein ziemlich normales Mädchen und das hat den Gang der Geschichte für den Leser sehr angenehm gemacht. Oftmals ist es ja so, dass die Hauptcharaktere bei Laymon unsympathisch sind. Sagen jedenfalls viele. Mir selbst ist das bisher nicht so vorgekommen. Außer wenn die Hauptperson selbst so sexistisch veranlagt ist, dann nerven ständige Kommentare dazu. Aber meist gibt es eine solche Person nur als Nebencharaktere. In diesem Buch lernt man viele Leute kennen, manche mag man, manche nicht. Aber alle sind interessant und runden die Geschichte damit wunderbar ab. Die Schauplätze sind ganz gut dargestellt, ein Bild hatte man in jedem Fall vor Augen und Laymon hat das mit seinen blutigen Details im späteren Verlauf der Geschichte noch einmal richtig angeheizt. Sonstiges. Wie ihr hört, hatte ich viel Spaß mit dem Buch. Der schwarze Humor war wieder triefend vorhanden und auch alles andere war da, womit sich Laymon identifiziert. Ich habe nun wirklich fast zwei Jahre keine Bücher mehr von ihm gelesen und habe nun richtig gemerkt, wie sehr mir das eigentlich gefehlt hat. Nun werde ich auf jeden Fall öfter wieder dazu greifen. Was muss, das muss.











