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Die Anthropologin Nastassja Martin hat in Kamtschatka eine folgenschwere Begegnung mit einem Bär. Er verletzt sie schwer, beißt ihr in den Kopf, ins Gesicht. Dieser Text ist ihr Versuch, uns mitzunehmen, in eine Situation, die sie eigentlich nicht hätte überleben sollen, und zu allem, was danach kommt: die Schmerzen, die Operationen, die Hilflosigkeit, die Angst, das Gesicht zu verlieren, eine Sensation zu sein, aufeinander prallende Welten, ihre Notwendigkeit, all dem einen Sinn, eine Bedeutung zu geben. Irgendwann kreist sie nur noch um die Sinnsuche und das Verstehen, das liest sich manchmal nicht sehr sympathisch. Sie gerät (mit sich selbst) ins Straucheln und weiß selbst nicht mehr, ihre Gedanken, Gefühle, Ängste und Überzeugungen zu ordnen. So bleibt es ein Versuch. Martin schreibt immer wieder, dass es ihr schwer fällt, anderen Menschen im Gespräch zu vermitteln, wie es ihr geht oder was sie denkt. Und das merkt man diesem ganzen Text an, dass sie einfach keine Worte für diese Erfahrungen findet, die sie fremden Menschen erklären könnten. So bleibt es auch für mich nicht greifbar. Ich kann nur ahnen, warum sie so denkt. Aber ich finde das nicht weiter schlimm. Ich hoffe, ihr hat es geholfen, das alles aufzuschreiben. Mir muss es nicht helfen. Mir reicht mal wieder die Erkenntnis, dass in Extremsituationen Theorie und Praxis stark voneinander abweichen können, und dass es einfach schwierig ist, sein Innerstes anderen Menschen begreiflich zu machen, weil Menschen so völlig verschieden empfinden. Zum Glück gibt es ja meistens jemanden, mit dem man sich auch ohne Worte versteht. Beim Hörbuch war es für mich noch schwieriger ihren verschlungenen Gedankengängen zu folgen, ich würde das Buch auf jeden Fall vorrangig empfehlen.
May 5, 2026
Die Anthropologin Nastassja Martin hat in Kamtschatka eine folgenschwere Begegnung mit einem Bär. Er verletzt sie schwer, beißt ihr in den Kopf, ins Gesicht. Dieser Text ist ihr Versuch, uns mitzunehmen, in eine Situation, die sie eigentlich nicht hätte überleben sollen, und zu allem, was danach kommt: die Schmerzen, die Operationen, die Hilflosigkeit, die Angst, das Gesicht zu verlieren, eine Sensation zu sein, aufeinander prallende Welten, ihre Notwendigkeit, all dem einen Sinn, eine Bedeutung zu geben. Irgendwann kreist sie nur noch um die Sinnsuche und das Verstehen, das liest sich manchmal nicht sehr sympathisch. Sie gerät (mit sich selbst) ins Straucheln und weiß selbst nicht mehr, ihre Gedanken, Gefühle, Ängste und Überzeugungen zu ordnen. So bleibt es ein Versuch. Martin schreibt immer wieder, dass es ihr schwer fällt, anderen Menschen im Gespräch zu vermitteln, wie es ihr geht oder was sie denkt. Und das merkt man diesem ganzen Text an, dass sie einfach keine Worte für diese Erfahrungen findet, die sie fremden Menschen erklären könnten. So bleibt es auch für mich nicht greifbar. Ich kann nur ahnen, warum sie so denkt. Aber ich finde das nicht weiter schlimm. Ich hoffe, ihr hat es geholfen, das alles aufzuschreiben. Mir muss es nicht helfen. Mir reicht mal wieder die Erkenntnis, dass in Extremsituationen Theorie und Praxis stark voneinander abweichen können, und dass es einfach schwierig ist, sein Innerstes anderen Menschen begreiflich zu machen, weil Menschen so völlig verschieden empfinden. Zum Glück gibt es ja meistens jemanden, mit dem man sich auch ohne Worte versteht. Beim Hörbuch war es für mich noch schwieriger ihren verschlungenen Gedankengängen zu folgen, ich würde das Buch auf jeden Fall vorrangig empfehlen.
May 5, 2026






