Das Eis-Schloss
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Description
Book Information
Author Description
Tarjei Vesaas (1897–1970) war der älteste Sohn eines Bauern in Vinje/Telemark, dessen Familie seit 300 Jahren im selben Haus lebte. Vesaas wusste früh, dass er Schriftsteller werden wollte, verweigerte die traditionsgemäße Hofübernahme und bereiste in den 20er und 30er Jahren Europa. 1934 heiratete er die Lyrikerin Halldis Moren und ließ sich bis zu seinem Tod 1970 in der Heimatgemeinde Vinje auf dem Hof Midtbø nieder. Vesaas verfasste Gedichte, Dramen, Kurzprosa und Romane, die ihm internationalen Ruhm einbrachten. Er schrieb seine Romane auf Nynorsk, der norwegischen Sprache, die – anders als Bokmål, das »Buchnorwegisch« – auf westnorwegischen Dialekten basiert. Abseits der Großstädte schuf Vesaas kontinuierlich ein dennoch hochmodernes, lyrisch-präzise verknapptes Werk mit rätselhaft-symbolistischen Zügen, für das er mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Für »Das Eis-Schloss« erhielt er 1964 den Preis des Nordischen Rats, den wichtigsten Literaturpreis Skandinaviens.
Posts
Ein pures Feuerwerk der Sinne ist dieser Roman, meine Augen folgten dem Kaleidoskop des Lichteinfalls gebrochen im Eis. Meine Ohren lauschten dem Klang der stetig fallenden Tropfen oder dem furchteinflössenden Moment, wenn das Eis ein erschrockenes Knacken von sich gibt. Meine Haut spürte diese herauf kriechende Kälte und dieses brodelnde Unheil, in allen Gliedmaßen. Auch spürte ich, wie mein inneres Ich, immer wieder laut "Nein" rufen wollte, aber meine Augen, schon längst begierig, den ach so schönen Worten folgten. Außergewöhnlich und feinsinnig, eine große Empfehlung!
Ich mochte den Erzählstil nicht
Thematisiert wird der Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein anhand einer sehr einfachen magischen und poetischen Geschichte über Freundschaft, Verlust und Trauer, in der ein gewaltiges Naturschauspiel im kalten Winter Norwegens eine wichtige Rolle spielt, real und metaphorisch.
Im Roman geht es um zwei elfährige Mädchen, Siss und Unn. Die könnten unterschiedlicher nicht sein. Siss, ein lebensfrohes Kind, das viele Freunde hat, in der Schule oft die, die im Mittelpunkt steht. Unn hingegen, sehr verschlossen und recht unnahbar, ist als Waise erst kürzlich neu in den Ort gezogen und lebt zurückgezogen im Haus ihrer Tante. Die beiden spüren eine Verbindung, Siss möchte unbedingt mit Unn befreundet sein. Bei einem Treffen deutet Unn dann schwerwiegendes Geheimnis an u d schmiedet ein festes Band zwischen den Mädchen. Ich erfahre es als Leserin nicht. Als Unn am nächsten Tag verschwindet, bricht eine Welt zusammen. Und dann beginnt die eigentlich Stärke des Romans. Mit unfassbar bildhaften Beschreibungen der norwegischen Natur, des gefrorenen Wasserfalls, der Farben, der Geräusche und Kraft, zieht mich der Autor hinein. Ich spüre die Kälte, die Enge und die Angst. Siss zieht sich, getrieben vom gegebenen Versprechen, immer mehr in sich zurück. Verliert den Kontakt zu ihrer Umgebung. Ein Roman über die kindlich überbordende Vorstellung von Freundschaft und Geheimnissen, den Zusammenhalt eines Ortes und die Kraft der Gemeinschaft, einen Menschen wieder aufzufangen. Auch wenn mir der sprachliche Einstieg etwas schwer gefallen ist, bin ich doch froh, die Geschichte rund um das Eisschloss kennengelernt zu haben.
Das Versprechen
Auf dem Mädchen Siss lastet ein folgenschweres Versprechen, seit sie die zurückgezogene Unn bei sich zu Hause besucht hat und dort etwas erfuhr. Was diesen Roman so einnehmend macht, ist, dass man selbst die Schwere des Versprechens auf sich spürt, während Siss sich immer mehr in die unsichtbaren Schlinge ihrer Gefühle verwickelt. Ihre Gedanken rund um die Verantwortung, die sie Unn gegenüber empfindet, waren ebenso abstrakt wie einnehmend, wodurch der Konflikt der Protagonistin mehr als spürbar wurde. Auch wenn die Dialoge für einige Leser etwas zu sachlich und hölzern wirken könnten, haben sie mich sehr beeindruckt. Denn es ist deutlich wahrzunehmen, dass hier jedes Wort sorgfältig ausgewählt wurde - und keines verfehlt seine Wirkung. Zusammen mit den winterlichen Beschreibungen der norwegischen Landschaft ergibt sich ein dichtes Bild, das vom ersten Wort an von einem eisigen Schleier überzogen ist. Die Art und Weise wie der Erzähler uns der Wahrheit näher bringt und uns doch einer endgültigen Gewissheit beraubt, ist beengend und einzigartig. Denn auch wir können nicht sprechen, können uns nicht offenbaren und sind damit eng mit Siss und Unn verbunden.
Ich würde gern 10 ⭐ geben!
Was für ein Buch! Einfach nur grossartig. Wunderbare Sprache, unfassbare Bilder. Wohl mein Buch des Jahres.
Für mich bisher mein Buch des Jahres
Sensationell, einfühlsam, zum Teil sehr beeindruckend, kein Wolldeckenbuch, schwieriges Thema, Mut machend- ein Meisterwerk. Ein Buch,daß mich von der ersten Seite gefangen nahm und nicht wieder los ließ, auch als ich es beendet hatte. Ja, es sind auch Tränen geflossen. Es dauerte eine Weile, bis ich wieder ein anderes Buch in die Hände nahm, so sehr wühlte mich die Geschichte der beiden 11 jährigen Mädchen Liss und Unn auf. Immer wieder nahm ich es zur Hand und las Passagen nach. Ich möchte hier nicht spoilern, dieses Buch ist mehr als nur eine Empfehlung, Man muss es einfach gelesen haben und man sollte idealerweise auch danach mit anderen Mitlesern diskutieren können. Trotz des schwierigen Themas macht es auch Mut. Toll, wie Eltern, Mitschüler, ein ganzes Dorf reagierten. Wie würde es in der heutigen Zeit ablaufen? Diese Frage stellte ich mir öfter. Grandios auch die Naturbeschreibungen Allein für diesen Roman hätte Tarjei Vesaas den Literatur-Nobelpreis verdient, vielleicht sogar den Friedesnobelpreis. Wenn so, wie in diesem Buch eindrucksvoll beschrieben, alle Menschen umgehen würden, dann wäre die Welt eine bessere. Bei meiner nächsten Reise nach Norwegen werde ich Vinje in der Telemark aufsuchen. Dort betreiben die Kinder ( inzwischen über 80 Jahre) ein kleines Museum. Dies habe ich gestern auf der Leipziger Buchmesse erfahren. Und dort habe ich auch mein nächstes Buch erworben. Die Vögel Ich werde berichten.
Man kann es kaum in Worte fassen
Ich habe selten so einen feinfühligen Roman gelesen wie diesen. Obwohl er so traurig war, so war er auch schön. Auch wenn man Unn nur kurz erlebte, so weinte ich beinahe dabei. Man konnte fast jede Tat und jedes Gefühl nachvollziehen und war gebannt von den gut gewählten Worten.
So ein besonderes Buch. Poetische, metaphorische Sprache, die trotzdem klar und vielschichtig zu gleich ist. Der Winter eines Mädchens, das die Freundin verliert, mit der sie ein unaussprechliches Geheimnis teilt. Umgeben von der Schönheit, die Kälte und Frost mit sich bringen. Empfehlung!
"Das Eis-Schloss" konnte mich leider nicht überzeugen. Der Inhalt klang zwar sehr vielversprechend und machte mich neugierig, aber die Sprache war mir zu sperrig und der Schreibstil zu anstrengend. Die meisten Schilderungen waren meiner Meinung nach zu langatmig und nach etwa der Hälfte des Buches für mich eher nur noch langweilig. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Banause und verkenne den Roman. 🤷🏻♀️
Eine wundervolle Geschichte ❄️
ich war hin und weg beim lesen und ganz in der Geschichte drin …. einzigartige fantasievolle Sprache mit Sogwirkung …. Ich konnte die Kälte spüren und das knacken des Eis hören …. von Anfang bis Ende eine sehr gelungene Geschichte
Wow! Ich bin begeistert und tiefbewegt. Die Sprache ist sehr eindringlich, diese Beschreibung von Kälte, Schnee und Eis. Aber auch vom Schmelzen, Auftauen und Aufbrechen. Die Atmosphäre ist unglaublich intensiv und aufgeladen. Hinter der vordergründigen Geschichte steckt noch einiges mehr. Ich werde noch eine Weile über dieses außergewöhnliche Buch nachdenken.
" Die Flussufer weiter unten waren ein einziges Spitzengeklöppel aus wundersamen Eisgestalten, erschaffen vom Frostwetter und dem Dampf des wärmenden Flusses. Das Wasser schlüpfte vorbei und schleckte an den Eiszapfen." Eine Freundschaft zwischen zwei, vom Wesen her gegensätzlichen Mädchen, die gerade erst beginnt und direkt ein jähes Ende findet. Wunderschön in einer lyrischer Sprache geschrieben, in den Dialogen dagegen eher minimalistisch und treffend. Poetisch werden Themen wie Freundschaft, Trauer, Einsamkeit und Sehnsucht aufgegriffen und geben einen Einblick ins kindliche Seelenleben. Die bildgewaltige Beschreibung der norwegischen Landschaft lässt einen mittendrin sein. Obwohl Fragen unbeantwortet bleiben ein wunderschönes Buch, alleine schon aufgrund der Sprache absolut lesenswert
Traurig und sehr ernst. Aber doch irgendwie ein einzigartiges, aussergewöhnliches Buch . Dennoch war es mit zu tragisch…
Tolles poetisches und spannendes Buch, über eine kurze, jedoch intensive Freundschaft
Sehr komplexes Buch. Trotz der wenigen Seiten, werden Themen wie Verlust, Freundschaft und die zwischenmenschlichen Gefühle im jungen Alter, sehr poetisch beschrieben und dargestellt. Man hat eigentlich ausschließlich die rohe Sicht der beiden Mädchen. Andere Menschen sind wie Schatten. Man hat kein Aussehen oder Namen. Alles beschränkt sich auf die Lebenswelt und Gefühle der beiden Kinder. Die Szenerie in der Höhle ist gewaltig und dennoch wunderbar beschrieben. Sie bleibt noch lange im Gedächtnis.

Einsamkeit und Zusammenhalt im Angesicht des Verlusts
Was für ein wunderbares Buch! Die Sprache ist bezaubernd schön (übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel, es muss also wohl am Originaltext liegen, dass ich mit seiner Fosse-Übersetzung nicht warm geworden bin). Die Atmosphäre klirrt vor Frost, der sich bis in die Menschen zieht, die um ihre warmen Verbindungen ringen. Gerade für alles was zwischen Einsamkeit und Nähe liegt findet Tarjei Vesaas poetische Worte, er beschreibt Gefühle, die wahrscheinlich jeder kennt und doch fast niemand fassen kann. Obwohl es eine traurige Geschichte ist voller Angespanntheit, liegt ein Trost in ihr. "Das Eis-Schloss" ist ein Buch, dass das Unbehagen in der Welt erträglicher macht.

Schön zu lesen, aber so richtig kann ich nicht damit umgehen, wenn ich nicht weiß, was eigentlich das Geheimnis hinter der Geschichte ist…
Absolut lesenswert!
Doris Lessing schreibt in ihrem Nachwort: «So einfach ist dieser Roman. So feinsinnig. So stark. So anders als alle anderen. Er ist einzigartig. Er ist unvergesslich. Er ist aussergewöhnlich.» Wie treffend! Tarej Vesaas erzählt die Geschichte der jungen Siss und ihrer Freundin Unn, die Waise, die erst kürzlich ihre Mutter verloren hat und jetzt bei einer Tante in Siss‘ Dorf lebt. Die norwegischen Winter sind kalt und dunkel und fantastisch. Eine poetisch märchenhafte Auseinandersetzung mit Liebe, Tod und Traurigkeit, mit Schönheit, Angst und Anderssein. Mehr als lesenswert, zumal jetzt am Ende des Winters. 👍👍👍👍👍
Beeindruckend und vielschichtig
Das von Hinrich Schmidt-Henkel übersetzte Buch aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist zeitlos und eine Zeitreise zugleich. Die Sprache ist wunderschön und dabei rätselhaft lyrisch zugleich. Aus der Perspektive des 11jährigen Mädchens Siss berichtet das Buch ohne in die Ich-Form zu wechseln vom Auftauchen und plötzlichen Verschwinden des gleichaltrigen Mädchens Unn. Außergewöhnlich und einzigartig - Lesenswert
Ich muss leider sagen, dass ich mit dem Buch überhaupt nicht warm geworden bin. Die Sprache war zwar ganz schön, aber die Erzählperspektive hat aus meiner Sicht zu einer extremen Distanz zwischen allen Charakteren geführt und ich konnte mich mit keinem einzigen identifizieren. Obwohl mich auch der weiterführende Handlungsverlauf (ab der 2. Hälfte) gar nicht gereizt hat, habe ich das Buch trotzdem beendet.
Eine Geschichte über zwei elfjährige, norwegische Mädchen, Siss und Unn, die sich gegenseitig auf sonderbare Weise verbunden fühlen, über einen klirrenden Winter und ein atemberaubendes Schloss, das, einem gefrorenen Wasserfall entsprungen, die Menschen in seinen fast magischen Bann zieht. Unn ist Waise und lebt seit kurzem bei ihrer Tante auf dem Land. Sie ist Einzelgängerin, doch bahnt sich eine Freundschaft mit der beliebten Siss an. Eine Verabredung, ein Aufblitzen einer tiefen Seelenverbundenheit und ein überhasteter Abschied, sind Anstoß der folgenden Ereignisse und wir werden als Leser unvermittelt hineingezogen, in diese Welt aus tiefgreifender Einsamkeit und dem Wunsch nach Geborgenheit. Wir wissen zu jedem Zeitpunkt mehr, als die Protagonisten des Buches, haben wir doch alles aus sicherer Entfernung beobachtet. Und doch wissen wir gar nichts und sind gefangen in diesem Strudel aus Fragen und Vermutungen. Anmutig beherrscht dieses wundersame Gebilde aus Eis, das einem Schloss anmutet, die Geschichte auf eine einnehmende und doch subtile Weise. Bezirzt mit seinen kristallenen Sälen und seiner labyrinthischen Architektur, lockt mit trocken-kalten Formen und verzaubert voll elegischen Gefühls. Wundervoll suggestiv und in einer Sprache, die mit einer eisig-kühlen Präzision aufwartet, führt uns das Eis-Schloss in seine imposanten Hallen und lässt zu, dass wir uns in seiner bildgewaltigen Herrlichkeit verlieren.
Es ist schwer, Worte zu finden, die diese Geschichte richtig umfassen.
Das Nachwort von Doris Lessing trifft es hier schon sehr gut. An diesem Buch ist nichts niedlich, romantisch, verzückend. Der Schreibstil ist poetisch, aber trotzdem klar und unglaublich Bildreich. Die Darstellungen vom Eis, der lähmenden Trauer und Isolation von Siss. Unns Faszination und Begeisterung für das elegante Eis und ihre Wanderung durch das Eis Schloss... ich hatte oft das Gefühl ich würde Hand in Hand mit den Beiden gehen und ihre Geschichte erleben. SPOILER AB HIER Zwei kleine Kritikpunkte habe ich dennoch: 1. Die Interaktionen der Kinder war mir zu ernst, erwachsen und analytisch. 2. Unns Geheimnis wurde nie gelüftet. Ich mag es nicht, wenn solche Fragen am Ende des Buches einfach offen gelassen werden und ich dann noch tagelang darüber nachdenke. Ich möchte über das Buch im Guten nachdenken und mich an die einzigartige Bildsprache hier erinnern.
Beim Lesen dieses Buches wurde mir klar, wie einzigartig und kraftvoll Sprache sein kann. Jeder Satz, jede Seite war erfüllt von einer Tiefe und Intensität, die mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Die Geschichte selbst ist wunderschön erzählt, reich an Nuancen und voller lebendiger Charaktere, die einem lange im Gedächtnis bleiben.
Großartig…
Vielleicht das schönste Buch, das ich je gelesen habe… und eines der traurigsten. Die Themen Kindheit und Freundschaft werden auf unglaublich bewegende, sprachgewaltige Art zelebriert. Unbedingte Leseempfehlung!
Sehr dicht geschrieben, kein Wort zu viel. Klare Sprache in einer heute entfernten, simplen Welt, in der höchstens Autos und Telefone im Ort vorhanden sind.
Uff.
Ich kannte Tarjei Vesaas bereits durchs Studium und mochte es, ihn im (Nynorsk-)Original zu lesen, wenngleich einige sprachliche Bilder erstmal schwer zu übersetzen waren. Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt so feinfühlig und poetisch, dass ich meine Norweger/innen am liebsten alle von ihm übersetzt hätte. Definitiv ein schönes, märchenhaftes Buch, das in ein ländliches Norwegen entführt und die Schicksale zweier junger Mädchen beleuchtet. ♥️
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Author Description
Tarjei Vesaas (1897–1970) war der älteste Sohn eines Bauern in Vinje/Telemark, dessen Familie seit 300 Jahren im selben Haus lebte. Vesaas wusste früh, dass er Schriftsteller werden wollte, verweigerte die traditionsgemäße Hofübernahme und bereiste in den 20er und 30er Jahren Europa. 1934 heiratete er die Lyrikerin Halldis Moren und ließ sich bis zu seinem Tod 1970 in der Heimatgemeinde Vinje auf dem Hof Midtbø nieder. Vesaas verfasste Gedichte, Dramen, Kurzprosa und Romane, die ihm internationalen Ruhm einbrachten. Er schrieb seine Romane auf Nynorsk, der norwegischen Sprache, die – anders als Bokmål, das »Buchnorwegisch« – auf westnorwegischen Dialekten basiert. Abseits der Großstädte schuf Vesaas kontinuierlich ein dennoch hochmodernes, lyrisch-präzise verknapptes Werk mit rätselhaft-symbolistischen Zügen, für das er mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Für »Das Eis-Schloss« erhielt er 1964 den Preis des Nordischen Rats, den wichtigsten Literaturpreis Skandinaviens.
Posts
Ein pures Feuerwerk der Sinne ist dieser Roman, meine Augen folgten dem Kaleidoskop des Lichteinfalls gebrochen im Eis. Meine Ohren lauschten dem Klang der stetig fallenden Tropfen oder dem furchteinflössenden Moment, wenn das Eis ein erschrockenes Knacken von sich gibt. Meine Haut spürte diese herauf kriechende Kälte und dieses brodelnde Unheil, in allen Gliedmaßen. Auch spürte ich, wie mein inneres Ich, immer wieder laut "Nein" rufen wollte, aber meine Augen, schon längst begierig, den ach so schönen Worten folgten. Außergewöhnlich und feinsinnig, eine große Empfehlung!
Ich mochte den Erzählstil nicht
Thematisiert wird der Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein anhand einer sehr einfachen magischen und poetischen Geschichte über Freundschaft, Verlust und Trauer, in der ein gewaltiges Naturschauspiel im kalten Winter Norwegens eine wichtige Rolle spielt, real und metaphorisch.
Im Roman geht es um zwei elfährige Mädchen, Siss und Unn. Die könnten unterschiedlicher nicht sein. Siss, ein lebensfrohes Kind, das viele Freunde hat, in der Schule oft die, die im Mittelpunkt steht. Unn hingegen, sehr verschlossen und recht unnahbar, ist als Waise erst kürzlich neu in den Ort gezogen und lebt zurückgezogen im Haus ihrer Tante. Die beiden spüren eine Verbindung, Siss möchte unbedingt mit Unn befreundet sein. Bei einem Treffen deutet Unn dann schwerwiegendes Geheimnis an u d schmiedet ein festes Band zwischen den Mädchen. Ich erfahre es als Leserin nicht. Als Unn am nächsten Tag verschwindet, bricht eine Welt zusammen. Und dann beginnt die eigentlich Stärke des Romans. Mit unfassbar bildhaften Beschreibungen der norwegischen Natur, des gefrorenen Wasserfalls, der Farben, der Geräusche und Kraft, zieht mich der Autor hinein. Ich spüre die Kälte, die Enge und die Angst. Siss zieht sich, getrieben vom gegebenen Versprechen, immer mehr in sich zurück. Verliert den Kontakt zu ihrer Umgebung. Ein Roman über die kindlich überbordende Vorstellung von Freundschaft und Geheimnissen, den Zusammenhalt eines Ortes und die Kraft der Gemeinschaft, einen Menschen wieder aufzufangen. Auch wenn mir der sprachliche Einstieg etwas schwer gefallen ist, bin ich doch froh, die Geschichte rund um das Eisschloss kennengelernt zu haben.
Das Versprechen
Auf dem Mädchen Siss lastet ein folgenschweres Versprechen, seit sie die zurückgezogene Unn bei sich zu Hause besucht hat und dort etwas erfuhr. Was diesen Roman so einnehmend macht, ist, dass man selbst die Schwere des Versprechens auf sich spürt, während Siss sich immer mehr in die unsichtbaren Schlinge ihrer Gefühle verwickelt. Ihre Gedanken rund um die Verantwortung, die sie Unn gegenüber empfindet, waren ebenso abstrakt wie einnehmend, wodurch der Konflikt der Protagonistin mehr als spürbar wurde. Auch wenn die Dialoge für einige Leser etwas zu sachlich und hölzern wirken könnten, haben sie mich sehr beeindruckt. Denn es ist deutlich wahrzunehmen, dass hier jedes Wort sorgfältig ausgewählt wurde - und keines verfehlt seine Wirkung. Zusammen mit den winterlichen Beschreibungen der norwegischen Landschaft ergibt sich ein dichtes Bild, das vom ersten Wort an von einem eisigen Schleier überzogen ist. Die Art und Weise wie der Erzähler uns der Wahrheit näher bringt und uns doch einer endgültigen Gewissheit beraubt, ist beengend und einzigartig. Denn auch wir können nicht sprechen, können uns nicht offenbaren und sind damit eng mit Siss und Unn verbunden.
Ich würde gern 10 ⭐ geben!
Was für ein Buch! Einfach nur grossartig. Wunderbare Sprache, unfassbare Bilder. Wohl mein Buch des Jahres.
Für mich bisher mein Buch des Jahres
Sensationell, einfühlsam, zum Teil sehr beeindruckend, kein Wolldeckenbuch, schwieriges Thema, Mut machend- ein Meisterwerk. Ein Buch,daß mich von der ersten Seite gefangen nahm und nicht wieder los ließ, auch als ich es beendet hatte. Ja, es sind auch Tränen geflossen. Es dauerte eine Weile, bis ich wieder ein anderes Buch in die Hände nahm, so sehr wühlte mich die Geschichte der beiden 11 jährigen Mädchen Liss und Unn auf. Immer wieder nahm ich es zur Hand und las Passagen nach. Ich möchte hier nicht spoilern, dieses Buch ist mehr als nur eine Empfehlung, Man muss es einfach gelesen haben und man sollte idealerweise auch danach mit anderen Mitlesern diskutieren können. Trotz des schwierigen Themas macht es auch Mut. Toll, wie Eltern, Mitschüler, ein ganzes Dorf reagierten. Wie würde es in der heutigen Zeit ablaufen? Diese Frage stellte ich mir öfter. Grandios auch die Naturbeschreibungen Allein für diesen Roman hätte Tarjei Vesaas den Literatur-Nobelpreis verdient, vielleicht sogar den Friedesnobelpreis. Wenn so, wie in diesem Buch eindrucksvoll beschrieben, alle Menschen umgehen würden, dann wäre die Welt eine bessere. Bei meiner nächsten Reise nach Norwegen werde ich Vinje in der Telemark aufsuchen. Dort betreiben die Kinder ( inzwischen über 80 Jahre) ein kleines Museum. Dies habe ich gestern auf der Leipziger Buchmesse erfahren. Und dort habe ich auch mein nächstes Buch erworben. Die Vögel Ich werde berichten.
Man kann es kaum in Worte fassen
Ich habe selten so einen feinfühligen Roman gelesen wie diesen. Obwohl er so traurig war, so war er auch schön. Auch wenn man Unn nur kurz erlebte, so weinte ich beinahe dabei. Man konnte fast jede Tat und jedes Gefühl nachvollziehen und war gebannt von den gut gewählten Worten.
So ein besonderes Buch. Poetische, metaphorische Sprache, die trotzdem klar und vielschichtig zu gleich ist. Der Winter eines Mädchens, das die Freundin verliert, mit der sie ein unaussprechliches Geheimnis teilt. Umgeben von der Schönheit, die Kälte und Frost mit sich bringen. Empfehlung!
"Das Eis-Schloss" konnte mich leider nicht überzeugen. Der Inhalt klang zwar sehr vielversprechend und machte mich neugierig, aber die Sprache war mir zu sperrig und der Schreibstil zu anstrengend. Die meisten Schilderungen waren meiner Meinung nach zu langatmig und nach etwa der Hälfte des Buches für mich eher nur noch langweilig. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Banause und verkenne den Roman. 🤷🏻♀️
Eine wundervolle Geschichte ❄️
ich war hin und weg beim lesen und ganz in der Geschichte drin …. einzigartige fantasievolle Sprache mit Sogwirkung …. Ich konnte die Kälte spüren und das knacken des Eis hören …. von Anfang bis Ende eine sehr gelungene Geschichte
Wow! Ich bin begeistert und tiefbewegt. Die Sprache ist sehr eindringlich, diese Beschreibung von Kälte, Schnee und Eis. Aber auch vom Schmelzen, Auftauen und Aufbrechen. Die Atmosphäre ist unglaublich intensiv und aufgeladen. Hinter der vordergründigen Geschichte steckt noch einiges mehr. Ich werde noch eine Weile über dieses außergewöhnliche Buch nachdenken.
" Die Flussufer weiter unten waren ein einziges Spitzengeklöppel aus wundersamen Eisgestalten, erschaffen vom Frostwetter und dem Dampf des wärmenden Flusses. Das Wasser schlüpfte vorbei und schleckte an den Eiszapfen." Eine Freundschaft zwischen zwei, vom Wesen her gegensätzlichen Mädchen, die gerade erst beginnt und direkt ein jähes Ende findet. Wunderschön in einer lyrischer Sprache geschrieben, in den Dialogen dagegen eher minimalistisch und treffend. Poetisch werden Themen wie Freundschaft, Trauer, Einsamkeit und Sehnsucht aufgegriffen und geben einen Einblick ins kindliche Seelenleben. Die bildgewaltige Beschreibung der norwegischen Landschaft lässt einen mittendrin sein. Obwohl Fragen unbeantwortet bleiben ein wunderschönes Buch, alleine schon aufgrund der Sprache absolut lesenswert
Traurig und sehr ernst. Aber doch irgendwie ein einzigartiges, aussergewöhnliches Buch . Dennoch war es mit zu tragisch…
Tolles poetisches und spannendes Buch, über eine kurze, jedoch intensive Freundschaft
Sehr komplexes Buch. Trotz der wenigen Seiten, werden Themen wie Verlust, Freundschaft und die zwischenmenschlichen Gefühle im jungen Alter, sehr poetisch beschrieben und dargestellt. Man hat eigentlich ausschließlich die rohe Sicht der beiden Mädchen. Andere Menschen sind wie Schatten. Man hat kein Aussehen oder Namen. Alles beschränkt sich auf die Lebenswelt und Gefühle der beiden Kinder. Die Szenerie in der Höhle ist gewaltig und dennoch wunderbar beschrieben. Sie bleibt noch lange im Gedächtnis.

Einsamkeit und Zusammenhalt im Angesicht des Verlusts
Was für ein wunderbares Buch! Die Sprache ist bezaubernd schön (übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel, es muss also wohl am Originaltext liegen, dass ich mit seiner Fosse-Übersetzung nicht warm geworden bin). Die Atmosphäre klirrt vor Frost, der sich bis in die Menschen zieht, die um ihre warmen Verbindungen ringen. Gerade für alles was zwischen Einsamkeit und Nähe liegt findet Tarjei Vesaas poetische Worte, er beschreibt Gefühle, die wahrscheinlich jeder kennt und doch fast niemand fassen kann. Obwohl es eine traurige Geschichte ist voller Angespanntheit, liegt ein Trost in ihr. "Das Eis-Schloss" ist ein Buch, dass das Unbehagen in der Welt erträglicher macht.

Schön zu lesen, aber so richtig kann ich nicht damit umgehen, wenn ich nicht weiß, was eigentlich das Geheimnis hinter der Geschichte ist…
Absolut lesenswert!
Doris Lessing schreibt in ihrem Nachwort: «So einfach ist dieser Roman. So feinsinnig. So stark. So anders als alle anderen. Er ist einzigartig. Er ist unvergesslich. Er ist aussergewöhnlich.» Wie treffend! Tarej Vesaas erzählt die Geschichte der jungen Siss und ihrer Freundin Unn, die Waise, die erst kürzlich ihre Mutter verloren hat und jetzt bei einer Tante in Siss‘ Dorf lebt. Die norwegischen Winter sind kalt und dunkel und fantastisch. Eine poetisch märchenhafte Auseinandersetzung mit Liebe, Tod und Traurigkeit, mit Schönheit, Angst und Anderssein. Mehr als lesenswert, zumal jetzt am Ende des Winters. 👍👍👍👍👍
Beeindruckend und vielschichtig
Das von Hinrich Schmidt-Henkel übersetzte Buch aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist zeitlos und eine Zeitreise zugleich. Die Sprache ist wunderschön und dabei rätselhaft lyrisch zugleich. Aus der Perspektive des 11jährigen Mädchens Siss berichtet das Buch ohne in die Ich-Form zu wechseln vom Auftauchen und plötzlichen Verschwinden des gleichaltrigen Mädchens Unn. Außergewöhnlich und einzigartig - Lesenswert
Ich muss leider sagen, dass ich mit dem Buch überhaupt nicht warm geworden bin. Die Sprache war zwar ganz schön, aber die Erzählperspektive hat aus meiner Sicht zu einer extremen Distanz zwischen allen Charakteren geführt und ich konnte mich mit keinem einzigen identifizieren. Obwohl mich auch der weiterführende Handlungsverlauf (ab der 2. Hälfte) gar nicht gereizt hat, habe ich das Buch trotzdem beendet.
Eine Geschichte über zwei elfjährige, norwegische Mädchen, Siss und Unn, die sich gegenseitig auf sonderbare Weise verbunden fühlen, über einen klirrenden Winter und ein atemberaubendes Schloss, das, einem gefrorenen Wasserfall entsprungen, die Menschen in seinen fast magischen Bann zieht. Unn ist Waise und lebt seit kurzem bei ihrer Tante auf dem Land. Sie ist Einzelgängerin, doch bahnt sich eine Freundschaft mit der beliebten Siss an. Eine Verabredung, ein Aufblitzen einer tiefen Seelenverbundenheit und ein überhasteter Abschied, sind Anstoß der folgenden Ereignisse und wir werden als Leser unvermittelt hineingezogen, in diese Welt aus tiefgreifender Einsamkeit und dem Wunsch nach Geborgenheit. Wir wissen zu jedem Zeitpunkt mehr, als die Protagonisten des Buches, haben wir doch alles aus sicherer Entfernung beobachtet. Und doch wissen wir gar nichts und sind gefangen in diesem Strudel aus Fragen und Vermutungen. Anmutig beherrscht dieses wundersame Gebilde aus Eis, das einem Schloss anmutet, die Geschichte auf eine einnehmende und doch subtile Weise. Bezirzt mit seinen kristallenen Sälen und seiner labyrinthischen Architektur, lockt mit trocken-kalten Formen und verzaubert voll elegischen Gefühls. Wundervoll suggestiv und in einer Sprache, die mit einer eisig-kühlen Präzision aufwartet, führt uns das Eis-Schloss in seine imposanten Hallen und lässt zu, dass wir uns in seiner bildgewaltigen Herrlichkeit verlieren.
Es ist schwer, Worte zu finden, die diese Geschichte richtig umfassen.
Das Nachwort von Doris Lessing trifft es hier schon sehr gut. An diesem Buch ist nichts niedlich, romantisch, verzückend. Der Schreibstil ist poetisch, aber trotzdem klar und unglaublich Bildreich. Die Darstellungen vom Eis, der lähmenden Trauer und Isolation von Siss. Unns Faszination und Begeisterung für das elegante Eis und ihre Wanderung durch das Eis Schloss... ich hatte oft das Gefühl ich würde Hand in Hand mit den Beiden gehen und ihre Geschichte erleben. SPOILER AB HIER Zwei kleine Kritikpunkte habe ich dennoch: 1. Die Interaktionen der Kinder war mir zu ernst, erwachsen und analytisch. 2. Unns Geheimnis wurde nie gelüftet. Ich mag es nicht, wenn solche Fragen am Ende des Buches einfach offen gelassen werden und ich dann noch tagelang darüber nachdenke. Ich möchte über das Buch im Guten nachdenken und mich an die einzigartige Bildsprache hier erinnern.
Beim Lesen dieses Buches wurde mir klar, wie einzigartig und kraftvoll Sprache sein kann. Jeder Satz, jede Seite war erfüllt von einer Tiefe und Intensität, die mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Die Geschichte selbst ist wunderschön erzählt, reich an Nuancen und voller lebendiger Charaktere, die einem lange im Gedächtnis bleiben.
Großartig…
Vielleicht das schönste Buch, das ich je gelesen habe… und eines der traurigsten. Die Themen Kindheit und Freundschaft werden auf unglaublich bewegende, sprachgewaltige Art zelebriert. Unbedingte Leseempfehlung!
Sehr dicht geschrieben, kein Wort zu viel. Klare Sprache in einer heute entfernten, simplen Welt, in der höchstens Autos und Telefone im Ort vorhanden sind.
Uff.
Ich kannte Tarjei Vesaas bereits durchs Studium und mochte es, ihn im (Nynorsk-)Original zu lesen, wenngleich einige sprachliche Bilder erstmal schwer zu übersetzen waren. Hinrich Schmidt-Henkel übersetzt so feinfühlig und poetisch, dass ich meine Norweger/innen am liebsten alle von ihm übersetzt hätte. Definitiv ein schönes, märchenhaftes Buch, das in ein ländliches Norwegen entführt und die Schicksale zweier junger Mädchen beleuchtet. ♥️


































