Das Seidenraupenzimmer
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Description
Der neue Roman nach dem Bestseller »Die Ladenhüterin«
Japans Erfolgsautorin Sayaka Murata erzählt in ihrem Roman »Das Seidenraupenzimmer« die Geschichte zweier Außenseiter, von Natsuki und ihrem Cousin Yu, die sich jung verlieben und gemeinsam gegen eine Welt verbünden, die besonders Natsuki nicht nur Gutes will. Nur im alten Farmhaus der Familie, in dem früher die Seidenraupen ihren Dienst verrichteten, sind sie glücklich, denn sie sind beieinander. 20 Jahre später geht Natsuki an diesen Ort zurück ...
Die Magie dieses Romans spinnt uns ein in einen irisierenden Kokon der Fremdheit und entlässt uns schließlich in eine Realität, in der alles möglich ist.
»Sehr lustig, aufregend beunruhigend und vollkommen überraschend.« Sally Rooney über »Die Ladenhüterin«
Book Information
Author Description
Sayaka Murata wurde 1979 in der Präfektur Chiba, Japan, geboren. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, zuletzt den Noma-Literaturpreis. Ihr Roman »Die Ladenhüterin« gewann 2016 mit dem Akutagawa-Preis den renommiertesten Literaturpreis Japans und war international mit drei Millionen verkauften Exemplaren weltweit ein großer Erfolg. Bei Aufbau liegen außerdem von ihr vor: »Das Seidenraupenzimmer«, »Zeremonie des Lebens« sowie »Schwindende Welt«.
Posts
Gesellschaftskritik verpackt in skurrilem Irrsinn - ein Fiebertraum!
Ich habe jetzt ein paar Tage darüber nachgedacht, aber so wirklich Worte habe ich zu dem, was ich da gelesen habe, immer noch nicht. Außer dass es ziemlich abstrus, verstörend, widerlich … aber auf seine ganz eigene Art irgendwie auch beeindruckend war. Dass die Autorin es schafft, eine Gesellschaftskritik in so viel abstrusen Irrsinn zu verpacken, ohne dass etwas davon verloren geht, ist schon irgendwie auch eine Kunst. Das Buch weiß auf jedenfall zu überraschen mit vielen WTF-Momenten, jedes weitere Wort würde einfach zu viel verraten und zu viele dieser Momente zerstören. Am besten selbst lesen - man sollte sich nur bewusst sein, dass der ein oder andere Trigger im Buch enthalten sein könnte (Aufzählungen spare ich mir an der Stelle um nicht zu spoilern - man findet sie aber zu Hauf sicher auch in anderen Rezensionen).
Hahaha, wie böse! Richtig, richtig gut. Werde noch versuchen, meine Gedanken auszuformulieren.
Jedes Jahr fährt Yuki mit ihren Eltern und ihrer Schwester zu einem Familientreffen bei ihrer Großmutter, die ein traditionelles Haus in den Bergen bewohnt. Mit ihrem Cousin Yu verbindet sie eine zarte Kinderliebe und ihn zu sehen, ist in ihrem von ihrer lieblosen Mutter geprägten Leben das Highlight jedes Jahres. Beide Kinder haben Schwierigkeiten in ihrem Zuhause und schaffen sich ihre eigene Welt, die ihnen Zuflucht in der Zukunft verspricht. Dann verfinstert sich die Lage weiter, als ein Lehrer für Yuki zur Gefahr wird und sie keine Hilfe von ihren Eltern erhält. Sie beginnt, zu dissoziieren und die Dinge nehmen ihren Lauf. Mir war bereits vor der Lektüre bewusst, dass dieses Buch ein – gelinde gesagt – merkwürdiges sein soll. Es beginnt denkbar harmlos, wenn man mal davon absieht, wie ungerecht und lieblos sich Yukis Eltern ihr gegenüber verhalten. Ziemlich plötzlich beginnt jedoch der Handlungsstrang, der einen Missstand in der Gesellschaft beschreibt, ein Thema, wie es aktueller nicht sein könnte, und die Schilderung von Yukis Leben wird schwer zu ertragen. Bis dahin bleibt das Buch jedoch durchaus im Rahmen und ich war gespannt darauf, wie die Geschichte eskalieren würde. Dies geschieht dann im zweiten Teil des Buches, in dem Yuki erwachsen ist und eine Scheinehe mit einem Mann eingegangen ist, der wie sie kein Interesse an Sexualität hat. Hier kommen wir zu einem Thema, das dem von „Die Ladenhüterin“ ähnelt: Auch noch in der modernen japanischen Gesellschaft ist jede Abweichung im Lebensentwurf von der heterosexuellen Ehe mit Kindern schwierig. Yuki und ihr Mann sehen sich als Opfer der „Fabrik“, die von allen die Vermehrung verlangt, sehen sich kaum zu widerstehendem Druck durch ihre Familien ausgesetzt. Als das Paar zum alten Haus der Großmutter reist, wo sich auch der Cousin Yu befindet, entwickelt sich eine Gruppenpsychose mit drastischen Konsequenzen. Und hier liegt der Grund, weswegen das Buch viele befremdet, denn nun geschehen wirklich schockierende Dinge. Die ich jedoch auf eine seltsame, symbolische Art und Weise als empowernd empfunden habe, als ein Den-Spieß-Umdrehen, wie es extremer nicht sein könnte, das sich gegen die Gesellschaft, die diese Menschen nicht schützen oder akzeptieren konnte, wehrt. „Das Seidenraupenzimmer“ ist wesentlich böser und extremer als „Die Ladenhüterin“, für mich aber gerade wegen der Drastik, die die Schieflage der modernen Leistungs- und Wachstumsgesellschaft damit auch viel lauter in die Welt herausschreit, umso besser. 5 Sterne!
5/5 verstörte Bücherbande Mitglieder
Eine weitere Legende auf dem Bücherbande Discordserver ist nun endlich auch auf meiner Abgeschlossen Liste. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven! Ich wollte mich ein paar mal übergeben. Ich hab keine Ahnung was es darstellen möchte außer Absurdismus aber auf alle Fälle rate ich nichts über die Story im vorhinein zu erfragen um nicht gespoilert zu werden. Eine Empfehlung ist es aber alle mal Wert. Pro Tipp: Wenn man es vor dem Einschlafen hört verspricht es interessante Träume.
Gewaltig
„Das Seidenraupenzimmer“ lässt einen nach der Beendigung de Buches so schnell nicht mehr los. Sayaka Murata spricht erneut viele wichtige Themen an, aber vor allem geht sie erneut der Frage nach, wie sich der Wert einer Person in einer Gesellschaft bemisst. Wie viel wert bin ich, wenn ich nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entspreche? Habe ich überhaupt eine Chance einen anderen Weg einzuschlagen? Wieder ein Pageturner, der nachhaltig zum nachdenken anregt. Einen halben Stern Abzug gibt es für das Ende, da ich mir noch nicht sicher bin, wie ich das finden soll.
Abgebrochen und mit einem Hinweis hier versehen❗
"Das Seidenraupenzimmer", von Sayaka Murata, brach ich ab. Obwohl die Autorin einen guten Schreibstil hat und von ihrem Handwerk etwas versteht. Bis zu einem gewissen Grad konnte ich die Hauptprotagonistin verstehen und mit ihr sehr mitfühlen. Nur ab einem gewissen Punkt wurde es mir dann doch zu verstörend. Und ja, solche Geschichten und Fälle gibt es auch in Japan. Vor sowas ist niemand gefeit, keine Gesellschaft, oder sonst wer. Ich konnte den Hauptcharakter in ihrem Gedankengut verstehen (z.B. der Gesellschaft zu funktionieren etc.)... Man bekam die seelische Abspaltung in ihrem Inneren mit von ihrem Körper, das Schmerzempfinden abstellen, Veränderung ihrer Gedanken. Ventile welche sich bei ihr öffneten, weil sie keine andere Möglichkeit mehr hatte, da sie beleidigt, verprügelt und respektlos behandelt wurde, als sie sich anvertraute. Und mit jedem Mal mehr sich diese Dinge festigten (Ventile, Gedankengut bzgl Selbstwert etc.), als ihr Dinge angetan wurden, den Kokon um's Herz und ihre Entwicklung...ohne Hilfe zu bekommen. Trotzdem wurde sie nicht gesellschaftlich ausgestoßen, weil sie funktionierte (das Wesentliche damit Familie Ruhe gibt). Daher kommt es drauf an wie der Mensch, sowie die Familie mit Dingen umgeht. Ich kann relativ Vieles ab, nur irgendwann wurde mir die Entwicklung der Story echt zu krass und einfach zu krank.🥴 Hinweis: ❗Hohe Triggerwarnung❗ Das Buch befasst sich mit Themen, die Erinnerungen hervorholen könnten und diese werden auch detaillierter beschrieben (dysfunktionales Familiensystem, sexuelle Gewalt, Insest etc. etc.).
Absurde Gesellschaftskritik - Triggerwarnungen wären wichtig, aber würden spoilern
Das Seidenraupenzimmer ist eines der Bücher, die man nicht einfach „liest“, sondern die einen regelrecht überfallen. Die stellenweise extrem drastische Darstellung ist schwer auszuhalten, wirkt aber nie selbstzweckhaft. Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent das kindliche Denken genutzt wird, um gesellschaftliche Probleme, Gewalt, Sexualität und Machtverhältnisse zu zeigen. Gerade weil vieles durch eine scheinbar naive, fast unschuldige Perspektive erzählt wird, trifft einen die Realität umso härter. Was für mich extrem gut funktioniert, ist der starke Kontrast: explizite, unangenehme Beschreibungen stehen plötzlich neben ruhigen, beinahe schönen Momenten – die aber im Verlauf der Geschichte immer seltener werden. Man wird immer wieder aus dieser kindlichen Erzählwelt gerissen und bekommt die Realität gnadenlos vor Augen geführt. Selbst Dinge, die man kommen sieht, entfalten eine Wucht, mit der ich absolut nicht gerechnet habe. Am bedrückendsten fand ich, wie realistisch das alles wirkt. Das Flüchten in eine andere Welt als Schutzmechanismus, die kindliche Entwicklung, die ersten Berührungen mit „Erwachsenenthemen“, das völlig kaputte Gesellschaftsbild – all das fühlt sich erschreckend glaubwürdig an. Genau das macht das Buch so schwer, aber auch so stark. Das Ende hat mich dann komplett abgeholt: Ich habe zwischen einem fast „normalen“ Ausgang und einem totalen Eskalationsszenario mit allem gerechnet – und wurde trotzdem überrascht. Besonders mochte ich die Idee des Ortes, der für die Figuren zu etwas wie einem letzten Zufluchtsraum wird, fast wie ein „Raumschiff“, das sie aus dieser Welt heraustragen soll. Für mich ist das Buch eine extrem konsequente, kompromisslose Darstellung von Außenseitern, die sich einer kaputten Gesellschaft nicht anpassen können oder wollen – und daran zerbrechen oder sich auf radikale Weise von ihr lösen. Ich möchte das Buch eigentlich sofort weiterempfehlen und habe gleichzeitig große Probleme damit, wie man so eine Empfehlung ausspricht, ohne zu spoilern oder zu verharmlosen, worauf man sich einlässt. Aber literarisch, thematisch und emotional war das für mich ein Volltreffer.
Verstörend
Jeden Sommer verbringen Natsuki und ihre Familie einige Tage in dem Haus der Großeltern zusammen mit Tanten, Cousins etc. Während sie zu den anderen Familienmitgliedern eher distanziert ist, pflegt sie zu ihrem Cousin ein spezielles Verhältnis. Als Außenseiter, die in ihrer eigenen kleinen Welt leben, schließen beide einen Pakt bis eine unangebrachten Situation sie auseinander reißt und sie sich nicht mehr sehen dürfen. Ich war komplett auf die Leichtigkeit und den Humor von "Die Ladenhüterin" eingestellt, daher hatte ich einige WTF-Momente. Immer wenn man das Gefühl hatte, es kann nicht schlimmer werden, drückt Murata-san immer noch was nach. Daher konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen... Triggerwarnung in dem Buch wären angebracht gewesen .. Kindlicher Missbrauch, Inzest, Mord, Kannibalismus Ich schau mir jetzt Katzenvideos an..

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Definitiv triggernd.
Drei Menschen, die aufgrund ihrer verstörenden Kindheit eine absurde, krankhafte, weltfremde und unmenschliche Entwicklung vollziehen und mehr und mehr in ihre grausamen Phantasien eintauchen. Eine fiktive aber sicher nicht ganz unrealistische Darstellung, was gebrochene Kinderherzen anrichten können. Man kann garnicht viel schreiben, ohne gleich zu spoilern. Eine klare Leseempfehlung für Menschen mit starken Nerven und die nicht von Kindesmissbrauch körperlicher und sexueller Art getriggert werden.
Wow was eine schöne Reise
Am Anfang war das Buch sehr verwirrend aber dann realisiere ich das es aus der Perspektive eines Kindes geschrieben ist, also hab ich mal mein inneres Kind rausgeholt und hab weitergelesen und irgendwie sind mir dann die Seiten ausgegangen und es wurde dunkel draußen :(. Es hat Riesen Spaß gemacht zu lesen und ich konnte mir das voll gut vorstellen alles und einfach quasi mal für ein paar Stunden geistig wieder etwas kindlich sein. Es ist zwar trotzdem an einigen Stellen etwas absurd / verwirrend aber es ist ein tolles Buch wo es schade ist, dass mir die Seiten ausgegangen sind. Dabei war es nicht mal irgendeine krasse Fantasywelt oder ähnliches. Klare Lese Empfehlung!!!

Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Das ist nicht für jeden was.
!!!!!!!Enthält Spoiler!!!!!!! Yuki ist ein sehr spezielles Kind mit unglaublich nicht gesellschaftstauglichen Ansichten. Ich weiß auch nicht ob sie etwas dumm ist? Oder super naiv? Sie wird auf jedenfall von ihrer Familie so behandelt. Ganz schrecklich Mutter und Schwester. Yuki hat einen imaginären Freund und sie selbst ist eine Außerirdische. Sie kommt vom Planeten Pohapipinpopopia. Und ihr Cousin Yu auch. Alles ganz schwierig. Dann kommt noch hinzu, dass sie der Refrendar wirklich widerlich missbraucht. Und sie wieder völlig naive Ansichten hat. Sie sagt es zwar ihrer Mutter, wird von ihr aber verprügelt da sie denkt Yuki erzählt ihr Unsinn. Geprägt von dieser Kindheit, es passieren noch ganze viele andere Dinge, wird Yuki eine Erwachsene die immer noch sehr seltsam ist. Erst dachte ich, Wahnsinn was eine Beschreibung und Erzählung über Kindesmissbrauch, aber dann ufert der Roman in eine Richtung aus, bei der ich nicht mehr mitkam. Mord, Inzest, Kannibalismus usw. Am Ende 3 Erwachsene die komplett gestörte Dinge tun und sich bei lebendigem Leib probieren?! Weil sie denken sie wären außerirdische und ihr Raumschiff kommt gleich? Keine Ahnung. Irgendwie fand ich es gut. Aber auch völlig irre. Ich weiß nicht was das war 😅
Ein Fiebertraum… 🤯
Ich bin wirklich etwas planlos, wie ich dieses wirre Buch bewerten soll. Der Schreibstil, und in meinem Fall, die vorlesende Stimme waren super gut. Die Sprecherin konnte permanent diesen „unschuldigen“ Ton der Hauptprotagonistin wahren und man hatte das Gefühl, dass man dadurch immer noch dem traumatisierten Mädchen von früher zuhört. Es fing von vornherein ein bisschen wirsch an, steigerte sich aber danach immer drastischer, bis Szenen kamen, die wirklich schwer anzuhören waren und dementsprechend die Auswirkungen auf die Protagonisten hatten, dass sie selbst immer mehr in ihre eigene Welt tauchte. Bei mir löste das großes Mitleid und Wut aus, dass dieser armen Seele nicht geholfen wurde und sie sich so, in ein ausgedachtes, sehr beschränktes Leben flüchten musste. Trotz drastischer Maßnahmen ihrerseits hatte ich immer das Gefühl, auf ihrer Seite zu stehen. Das Ende war natürlich der absolute Gipfel und gar nicht in Worte zu fassen. Trotz dieser ganzen irren Dinge, war alles sehr schlüssig und verständlich. Wer ein dickes Fell hat, sich für psychische Krankheiten und Ausnahmesituationen interessiert und wirklich Lust auf etwas ganz anders wildes hat, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen.

Keine leichte Kost
Ich hab das Buch innerhalb von einen Tag gelesen, der Schreibstil von Sayaka Murata ist sehr fesselnd und angenehm zu lesen. Der Inhalt dieses Buches ist teilweise schon etwas verstörend aber die Botschaft ist klar zu erkennen. Es hat mir besser gefallen als die Ladenhüterin, von der Thematik her war es in einen ähnlichen Bereich. Aber weit aus verstörender. Das Ende hab ich jedoch nicht so ganz verstanden. Ich brauch jetzt erstmal Pause 😂
Puuuuhhhh…
das war crazy. Ich verstehe die Aspekte, die zu diesem „Sein“ der Aliens geführt haben aber die Taten waren auch sehr prägend für so eine kleine Seele. Eine furchtbare Mutter, Schwester, Lehrer. Intoleranz die zum Aliensein geführt haben und ein Ende das alles „passend“ abschließt. 5 Sterne weil es alles so abstrus und dennoch schlüssig war und einen Blick in die Psyche werfen lassen. Aber mal ehrlich: Holla what a Story
Mein Problem mit japanischer Literatur ist, dass ich irgendwie immer sehr planlos zurück bleibe. Ich mag den feinen Schreibstil sehr, die besondere Sprache hat was für sich. Sei es Murakami, Ogawa oder eben Murata, es ist jedesmal bezaubernd die Texte auf mich wirken zu lassen. Die Mischung aus Erzählung und magischem Realismus fasziniert mich und bisher haben alle Bücher eine regelrechte Sogwirkung auf mich ausgeübt, aber alle haben mich gegen Ende verloren. Nicht in dem Sinne, dass ich nicht weiterlesen wollte, sondern eher aus dem Grund, dass es mir zu abstrakt wurde. Es bleiben so viele Fragen offen, vieles erklärt sich mir nicht und vielleicht ist es gerade dies, was die Anziehung ausmacht, was es mir aber auch schwer macht eine Bewertung zu liefern. „Das Seidenraupenzimmer“ beginnt wahnsinnig gut. Die Protagonistin Natsuki wächst in toxischen Familienverhältnissen auf. Ihre Schwester wird stets bevorzugt, sie selbst dient der Mutter als Prellbock um ihre eigene Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit auszugleichen. Sie erlebt Gewalt, Beschimpfungen, Vernachlässigung, später auch sexuellen Missbrauch und flüchtet sich in eine Fantasiewelt und in Dissoziationen. Die magische Welt, die sie entspinnt, spiegelt die gepeinigte Kinderseele und auch später die Empfindungen als Erwachsene wieder. Im letzten Drittel kippt die Handlung. Es wird immer verwirrender, ist nicht mehr wirklich nachvollziehbar und es ist mir nicht klar, was genau davon überhaupt noch Realität ist. Was fange ich jetzt damit an? Ich weiß es nicht… Ich will es gern empfehlen und dann auch wieder nicht. Es ist ohne Frage ein wahnsinnig gut geschriebenes, intensives Buch, aber das Ende überzeugt mich gar nicht. Macht euch gern selbst ein Bild.
Mein Problem mit japanischer Literatur ist, dass ich irgendwie immer sehr planlos zurück bleibe. Ich mag den feinen Schreibstil sehr, die besondere Sprache hat was für sich. Sei es Murakami, Ogawa oder eben Murata, es ist jedesmal bezaubernd die Texte auf mich wirken zu lassen. Die Mischung aus Erzählung und magischem Realismus fasziniert mich und bisher haben alle Bücher eine regelrechte Sogwirkung auf mich ausgeübt, aber alle haben mich gegen Ende verloren. Nicht in dem Sinne, dass ich nicht weiterlesen wollte, sondern eher aus dem Grund, dass es mir zu abstrakt wurde. Es bleiben so viele Fragen offen, vieles erklärt sich mir nicht und vielleicht ist es gerade dies, was die Anziehung ausmacht, was es mir aber auch schwer macht eine Bewertung zu liefern. „Das Seidenraupenzimmer“ beginnt wahnsinnig gut. Die Protagonistin Natsuki wächst in toxischen Familienverhältnissen auf. Ihre Schwester wird stets bevorzugt, sie selbst dient der Mutter als Prellbock um ihre eigene Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit auszugleichen. Sie erlebt Gewalt, Beschimpfungen, Vernachlässigung, später auch sexuellen Missbrauch und flüchtet sich in eine Fantasiewelt und in Dissoziationen. Die magische Welt, die sie entspinnt, spiegelt die gepeinigte Kinderseele und auch später die Empfindungen als Erwachsene wieder. Im letzten Drittel kippt die Handlung. Es wird immer verwirrender, ist nicht mehr wirklich nachvollziehbar und es ist mir nicht klar, was genau davon überhaupt noch Realität ist.
Dieses Buch ist sehr... speziell... Irgendwie mochte ich es sehr gerne, andererseits hat es mich auch verstört. Ich muss diese Geschichte erstmal sacken lassen. Es hat mich ein wenig an Die Vegetarierin von Han Kang erinnert. Ich glaube das ist eines dieser Bücher die man mehrmals lesen sollte um es vollends zu begreifen.
Bewegend in so vielen Bereichen
Vorweg: das Buch beinhaltet viele Trigger, diese unbedingt vorher lesen! Die kleine Natsuki hat es nicht leicht, im Laufe ihres Lebens muss sie einige traumatische Erfahrungen durchleben. Ihren Weg zu verfolgen und die Welt durch ihre Augen zu sehen ist unglaublich spannend, mitnehmend und seltsam. Ich habe das Buch quasi weggeatmet und wollte es gar nicht mehr weglegen. Obwohl es auch schwere Themen gab, hat es mir sehr gefallen.
Geselschaftskritisch und nichts für schwache Nerven!
Vorab: das Buch bräuchte dringend eine Triggerwahrnung!!! Da die fehlt ziehe ich einen halben Stern ab. Ich liebe die Bücher von Sayaka Murata aber die Bücher sind nichts für Leute die sich mit schweren Themen nicht wohl fühlen. Das Seidenraupenzimmer ist super geschrieben und zeigt auf morbide Art die Probleme der modernen Gesellschaft auf. Es bringt einen dazu vieles zu hinterfragen und die Geschichte bleibt einem im Kopf. Die Charaktere sind unfassbar gut ausgearbeitet und man fühlt bei jeder Katastrophe mit. Das Buch ist ein muss für alle Liebhaber japanischer Schriftstellerinnen!
TW: physical and psychological child abuse I... I have really no idea on how to rate this book. First half was quite weird, yes. But it was more coping with actual trauma. The second half was completely over the top. The end reminded me a bit of "The Beach", though. I think one has to be reminded that this is a very japanese novel in terms of social constructs and views of the personal standing within a relationship.
3⭐️
Hmmmm was soll man dazu sagen. Ganz schön wirr und chaotisch. Von den Rezensionen her hätte ich deutlich schlimmeres erwartet aber man sollte sich auf jeden Fall Triggerwarnungen durchlesen, falls man mit einigen Themen Probleme hat. Ich fand’s weder gut noch schlecht, es ließ sich aber sehr leicht lesen und war gut geschrieben. Der deutsche Titel passt allerdings wirklich gar nicht, der englische Titel ist deutlich besser.
Realitätsflucht
Die Entwicklung der Geschichte um Natsuki und ihren Freund Yu kann man wirklich als „abgedreht“ bezeichnen. Besonders die junge Protagonistin hat eine schwere Kindheit, weswegen sie sich in eine Art Fantasiewelt flüchtet. Als sie nach über 20 Jahren erneut auf ihren Kindheitsfreund Yu trifft und in ihre Heimatstadt zurückkehrt, gerät ihr bereits beginnender Eskapismus außer Kontrolle. Dabei wirken Natsukis Gedanken und Handlungen gleichzeitig vollkommen realitätsfern und nachvollziehbar. Denn gemeinsam mit den anderen Figuren gerät sie immer weiter in den Strudel gesellschaftlicher Ausgestoßenheit und in den Bann von Verschwörungstheorien. Gegen Ende eskaliert die Situation vollends, was für mich nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte in der zweiten Hälfte in eine andere Richtung abdriftet, als im ersten Teil angelegt wurde. Da wesentliche Fragen der Handlung trotzdem beantwortet wurden, konnte ich darüber hinwegsehen und den Text als Hyperbel und Gesellschaftskritik lesen.
Ich kann mir vorstellen, dass es für die japanische Gesellschaft ein wichtiges Buch ist. Wie immer wird die Unterdrückung des Individuums in einer Welt voller Konventionen thematisiert. Aber wie schon bei Die Ladenhüterin ist mir die Art fremd, wie Sayaka Murata durch ihre radikale Darstellung ihrer Geschichte versucht, durch Schockieren auf die Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen. Ich könnte meine Review der Ladenhüterin fast wörtlich hier nochmal übernehmen. Das Buch kommt mit der Entwicklungsgeschichte einer Teenagerin in einer lieblosen Familie, dem ornamentalen Buchcover und dem geheimnisvoll verträumten Buchtitel so unscheinbar daher. Dabei furcht es einem immer mehr durch die Eingeweiden der eigenen Moralvorstellung. Ich kann daher begeisterte Stimmen zu den Büchern Muratas gut verstehen, da ich ja auch immer wieder zur japanischen Literatur greife, gerade weil sie wegen ungewöhnlicher Geschichten so interessant ist. Aber hier sind die Szenen des Mobbings, der Ausgrenzung aus dem Familienverbund und des sexuellen Missbrauchs schon so unangenehm beschrieben, dass mir das Weiterlesen schwer fiel. Interessant, wie sich im Mittelteil die Protagonistin einen Weg sucht, durch eine Scheinehe den Erwartungen der Gesellschaft zu entziehen. Ekelhaft dann aber der Schluss, bei dem Murata dann wieder für meinen Geschmack über die Grenzen hinausgeht, was wir allgemein als gesellschaftlich akzeptiert ansehen. Die Radikalität ist beachtlich hoch, mein Lesevergnügen dagegen diametral gering.
Ich bin am Anfang sehr gut in die Geschichte reingekommen und fand die Protagonistin sehr interessant. Ich wollte immer mehr erfahren und fand das Buch bis zu dem Teil, wo sie dann erwachsen ist, super! Dann hat es sich etwas gezogen und ich hab mich gefragt: was lese ich hier??? Als ich am Ende angekommen war, habe ich mich nur gefragt, was um Himmels Willen nicht bei ihr stimmt. Genauso wie bei ihrem Ehemann und ihrem Cousin. Hätte niemals gedacht, dass es am Ende so krass wird! Echt gruselig und Schwachsinn hoch 10!
Grotesk bis Genial
Wie schon der Vorgänger-Roman Die Ladenhüterin soll auch "Das Seidenraupenzimmer" mehr ein Parabel sein, als ein naturalistischer Ausschnitt aus dem japanischen Leben. Aufs Korn genommen wird die Gefährlichkeit einer Gesellschaft, in der bestimmten Menschen Autorität quasi qua Geburt eingeschrieben ist, und das gesamte des Gesellschaftsgefüges eindeutige Erwartungen an die Mitglieder stellt, von frühester Kindheit an. Dennoch sollte man sich hüten, Das Seidenraupenzimmern unter dem Blickwinkel des "aha, so schlimm ist es also in Japan, zu lesen". Erstens kann eine solche Missbrauchsdynamik fast überall, ausweislich zahlreicher Fälle etwa in der katholischen Kirche auch in Deutschland, entstehen. Und zweitens darf man wohl wird gutem Recht davon ausgehen, dass der Großteil der japanischen Kinder nicht missbraucht wird und sich auch im Gesellschaftsgefüge deutlich mehr Freiräume finden. Doch wie Kafka zwar nicht aus dem Prager Alltag berichtete, aber dennoch poetisch eine tiefere gesellschaftliche Wahrheit zu greifen bekam, lässt sich Ähnliches wohl auch von Das Seidenraupenzimmer sagen: Der Roman kondensiert Ängste, Bedrohungen, vielleicht Tendenzen, und macht sie so für den Leser erst in bedeutungsvoller Weise erfahrbar. Eine Lektüre, von der sich kaum sagen lässt, dass sie Spaß macht. Beiseitelegen wird man das dünne Buch allerdings kaum, bis es ausgelesen ist.
„Die Geschichte zweier Außenseiter, von Natsuki und ihrem Cousin Yu, die sich jung verlieben und gemeinsam gegen eine Welt verbünden, die besonders Natsuki nicht nur Gutes will.“ Das Buch hat einen sehr ergreifenden Anfang - Natsuki ist Gewalt und Übergriffen ausgesetzt - aber ab der Hälfte wird es von Seite zu Seite merkwürdiger und widerlicher. Man muss sich bewusst sein, dass dieses Buch verstörende Szenen beinhaltet, eine Triggerwarnung wäre sinnvoll! Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle nichts schreiben, der Klappentext verrät schon einiges, alles weitere würde Spoilern. Sayaka Murata hat eine leichte, klare Sprache und schreibt sehr sensibel über den emotionalen Zustand ihrer Protagonistin Natsuki. Zudem lässt sich eine Sozialkritik an einer Gesellschaft, die Menschen nur auf das Funktionieren reduzieren, herauslesen.
Toller Schreibstil Großartige Ausarbeitung einer traumatisierten Persönlichkeit und deren geschaffene Zufluchtswelt. Gesellschaftskritik schonungslos und bis ans absurdum geführt . Das letzte Drittel hat mich verloren , da es mir zu surreal und widerwärtig wurde. Für die allumfassende Selbstbestimmung und Befreiung aus allen Konventionen wurde ein Schluss gewählt der so gar nicht mein Fall war. Ein Buch das lange nachhallt und einen sehr verstörenden Eindruck hinterlässt
WTF
Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz, was ich davon halten soll. Es ist definitiv eines dieser Bücher, bei denen man versteht, dass eine bestimmte Aussage dahintersteckt – Gesellschaft, Normen, Identität und so weiter. Aber für mich hat genau das beim Lesen selbst nicht wirklich funktioniert. Ich hab die Intention eher im Nachhinein verstanden als währenddessen. Stattdessen war mein Leseeindruck über weite Strecken einfach nur: what the fuck. Ich glaube, das ist genau die Art von Buch, die viele als „radikal“ oder „genial“ bezeichnen, weil sie so kompromisslos ist. Für mich persönlich war es aber eher eine Erfahrung, die mich mehr verstört und ratlos zurückgelassen hat, als dass sie mir wirklich etwas gegeben hat.
Ich kann mir vorstellen, dass es für die japanische Gesellschaft ein wichtiges Buch ist. Wie immer wird die Unterdrückung des Individuums in einer Welt voller Konventionen thematisiert. Aber wie schon bei Die Ladenhüterin ist mir die Art fremd, wie Sayaka Murata durch ihre radikale Darstellung ihrer Geschichte versucht, durch Schockieren auf die Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen. Ich könnte meine Review der Ladenhüterin fast wörtlich hier nochmal übernehmen. Das Buch kommt mit der Entwicklungsgeschichte einer Teenagerin in einer lieblosen Familie, dem ornamentalen Buchcover und dem geheimnisvoll verträumten Buchtitel so unscheinbar daher. Dabei furcht es einem immer mehr durch die Eingeweiden der eigenen Moralvorstellung. Ich kann daher begeisterte Stimmen zu den Büchern Muratas gut verstehen, da ich ja auch immer wieder zur japanischen Literatur greife, gerade weil sie wegen ungewöhnlicher Geschichten so interessant ist. Aber hier sind die Szenen des Mobbings, der Ausgrenzung aus dem Familienverbund und des sexuellen Missbrauchs schon so unangenehm beschrieben, dass mir das Weiterlesen schwer fiel. Interessant, wie sich im Mittelteil die Protagonistin einen Weg sucht, durch eine Scheinehe den Erwartungen der Gesellschaft zu entziehen. Ekelhaft dann aber der Schluss, bei dem Murata dann wieder für meinen Geschmack über die Grenzen hinausgeht, was wir allgemein als gesellschaftlich akzeptiert ansehen. Die Radikalität ist beachtlich hoch, mein Lesevergnügen dagegen diametral gering.
Das war strange…
Ein Freund meinte spaßeshalber zu mir, ich solle doch mal weniger „kranken Scheiß“ lesen 🙈 Challenge accepted - Also habe ich mich für diesen Roman entschieden - auch weil ich das japanische Setting wirklich spannend finde. Und der Schreibstil von Murata ist auch sehr angenehm. Gerechnet habe ich mit einer vielschichtigen Charakterentwicklung und der Geschichte einer schwierigen Kindheit. Und so beginnt der Roman auch - Man lernt Natsuki und ihren Cousin Yu kennen. Am Ende bekommen habe ich dann aber irgendwie doch „kranken Scheiß“ 😄 Dieser lässt sich aber sicher vielfältig deuten, Gesellschaftskritik inklusive. Also lesenswert, aber wirklich seltsam…
Bin noch unentschlossen, ob ich es mag oder nicht. !TW!
Was für ein Buch Stilistisch hat es mir ziemlich gut gefallen. Doch im ersten Teil schwankte ich zwischen Wut und Verzweiflung. Missbrauch Schutzbefohlener. Toxische Mütter. Das Phänomen, wenn etwas unglaublich grau sames passiert, wie sich dann der Geist vom Körper trennt. Oft fragte ich mich, wann spielt dieses Buch? Im 2. Teil sind die Protagonisten erwachsen. Hier entwickelte ich eine immense Distanziertheit zu den Hauptpersonen. Skurril. Doch was für gequälte Kinderseelen, solche Erwachsenen hervorbringen. Das mag ich überhaupt nicht fassen.

Anfänglich mag man die Gedankengänge der Protagonistin – Schutzmaßnahmen um ihr Leben zu ertragen, doch mit der Zeit entwickelt sich daraus eher Wahnsinn. Sie brechen viele Tabus, die nicht nur in der asiatischen Welt vorherrschen (ich sag nur "Miso mit Mann"). Sehr gesellschaftskritisch. Ich finde allerdings den Originaltitel "Earthlings" viel passender und der deutsche Titel und Cover haben nicht so viel damit zutun, klingt nur schön. Gut als Hörbuch.
Description
Der neue Roman nach dem Bestseller »Die Ladenhüterin«
Japans Erfolgsautorin Sayaka Murata erzählt in ihrem Roman »Das Seidenraupenzimmer« die Geschichte zweier Außenseiter, von Natsuki und ihrem Cousin Yu, die sich jung verlieben und gemeinsam gegen eine Welt verbünden, die besonders Natsuki nicht nur Gutes will. Nur im alten Farmhaus der Familie, in dem früher die Seidenraupen ihren Dienst verrichteten, sind sie glücklich, denn sie sind beieinander. 20 Jahre später geht Natsuki an diesen Ort zurück ...
Die Magie dieses Romans spinnt uns ein in einen irisierenden Kokon der Fremdheit und entlässt uns schließlich in eine Realität, in der alles möglich ist.
»Sehr lustig, aufregend beunruhigend und vollkommen überraschend.« Sally Rooney über »Die Ladenhüterin«
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Author Description
Sayaka Murata wurde 1979 in der Präfektur Chiba, Japan, geboren. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, zuletzt den Noma-Literaturpreis. Ihr Roman »Die Ladenhüterin« gewann 2016 mit dem Akutagawa-Preis den renommiertesten Literaturpreis Japans und war international mit drei Millionen verkauften Exemplaren weltweit ein großer Erfolg. Bei Aufbau liegen außerdem von ihr vor: »Das Seidenraupenzimmer«, »Zeremonie des Lebens« sowie »Schwindende Welt«.
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Gesellschaftskritik verpackt in skurrilem Irrsinn - ein Fiebertraum!
Ich habe jetzt ein paar Tage darüber nachgedacht, aber so wirklich Worte habe ich zu dem, was ich da gelesen habe, immer noch nicht. Außer dass es ziemlich abstrus, verstörend, widerlich … aber auf seine ganz eigene Art irgendwie auch beeindruckend war. Dass die Autorin es schafft, eine Gesellschaftskritik in so viel abstrusen Irrsinn zu verpacken, ohne dass etwas davon verloren geht, ist schon irgendwie auch eine Kunst. Das Buch weiß auf jedenfall zu überraschen mit vielen WTF-Momenten, jedes weitere Wort würde einfach zu viel verraten und zu viele dieser Momente zerstören. Am besten selbst lesen - man sollte sich nur bewusst sein, dass der ein oder andere Trigger im Buch enthalten sein könnte (Aufzählungen spare ich mir an der Stelle um nicht zu spoilern - man findet sie aber zu Hauf sicher auch in anderen Rezensionen).
Hahaha, wie böse! Richtig, richtig gut. Werde noch versuchen, meine Gedanken auszuformulieren.
Jedes Jahr fährt Yuki mit ihren Eltern und ihrer Schwester zu einem Familientreffen bei ihrer Großmutter, die ein traditionelles Haus in den Bergen bewohnt. Mit ihrem Cousin Yu verbindet sie eine zarte Kinderliebe und ihn zu sehen, ist in ihrem von ihrer lieblosen Mutter geprägten Leben das Highlight jedes Jahres. Beide Kinder haben Schwierigkeiten in ihrem Zuhause und schaffen sich ihre eigene Welt, die ihnen Zuflucht in der Zukunft verspricht. Dann verfinstert sich die Lage weiter, als ein Lehrer für Yuki zur Gefahr wird und sie keine Hilfe von ihren Eltern erhält. Sie beginnt, zu dissoziieren und die Dinge nehmen ihren Lauf. Mir war bereits vor der Lektüre bewusst, dass dieses Buch ein – gelinde gesagt – merkwürdiges sein soll. Es beginnt denkbar harmlos, wenn man mal davon absieht, wie ungerecht und lieblos sich Yukis Eltern ihr gegenüber verhalten. Ziemlich plötzlich beginnt jedoch der Handlungsstrang, der einen Missstand in der Gesellschaft beschreibt, ein Thema, wie es aktueller nicht sein könnte, und die Schilderung von Yukis Leben wird schwer zu ertragen. Bis dahin bleibt das Buch jedoch durchaus im Rahmen und ich war gespannt darauf, wie die Geschichte eskalieren würde. Dies geschieht dann im zweiten Teil des Buches, in dem Yuki erwachsen ist und eine Scheinehe mit einem Mann eingegangen ist, der wie sie kein Interesse an Sexualität hat. Hier kommen wir zu einem Thema, das dem von „Die Ladenhüterin“ ähnelt: Auch noch in der modernen japanischen Gesellschaft ist jede Abweichung im Lebensentwurf von der heterosexuellen Ehe mit Kindern schwierig. Yuki und ihr Mann sehen sich als Opfer der „Fabrik“, die von allen die Vermehrung verlangt, sehen sich kaum zu widerstehendem Druck durch ihre Familien ausgesetzt. Als das Paar zum alten Haus der Großmutter reist, wo sich auch der Cousin Yu befindet, entwickelt sich eine Gruppenpsychose mit drastischen Konsequenzen. Und hier liegt der Grund, weswegen das Buch viele befremdet, denn nun geschehen wirklich schockierende Dinge. Die ich jedoch auf eine seltsame, symbolische Art und Weise als empowernd empfunden habe, als ein Den-Spieß-Umdrehen, wie es extremer nicht sein könnte, das sich gegen die Gesellschaft, die diese Menschen nicht schützen oder akzeptieren konnte, wehrt. „Das Seidenraupenzimmer“ ist wesentlich böser und extremer als „Die Ladenhüterin“, für mich aber gerade wegen der Drastik, die die Schieflage der modernen Leistungs- und Wachstumsgesellschaft damit auch viel lauter in die Welt herausschreit, umso besser. 5 Sterne!
5/5 verstörte Bücherbande Mitglieder
Eine weitere Legende auf dem Bücherbande Discordserver ist nun endlich auch auf meiner Abgeschlossen Liste. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven! Ich wollte mich ein paar mal übergeben. Ich hab keine Ahnung was es darstellen möchte außer Absurdismus aber auf alle Fälle rate ich nichts über die Story im vorhinein zu erfragen um nicht gespoilert zu werden. Eine Empfehlung ist es aber alle mal Wert. Pro Tipp: Wenn man es vor dem Einschlafen hört verspricht es interessante Träume.
Gewaltig
„Das Seidenraupenzimmer“ lässt einen nach der Beendigung de Buches so schnell nicht mehr los. Sayaka Murata spricht erneut viele wichtige Themen an, aber vor allem geht sie erneut der Frage nach, wie sich der Wert einer Person in einer Gesellschaft bemisst. Wie viel wert bin ich, wenn ich nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entspreche? Habe ich überhaupt eine Chance einen anderen Weg einzuschlagen? Wieder ein Pageturner, der nachhaltig zum nachdenken anregt. Einen halben Stern Abzug gibt es für das Ende, da ich mir noch nicht sicher bin, wie ich das finden soll.
Abgebrochen und mit einem Hinweis hier versehen❗
"Das Seidenraupenzimmer", von Sayaka Murata, brach ich ab. Obwohl die Autorin einen guten Schreibstil hat und von ihrem Handwerk etwas versteht. Bis zu einem gewissen Grad konnte ich die Hauptprotagonistin verstehen und mit ihr sehr mitfühlen. Nur ab einem gewissen Punkt wurde es mir dann doch zu verstörend. Und ja, solche Geschichten und Fälle gibt es auch in Japan. Vor sowas ist niemand gefeit, keine Gesellschaft, oder sonst wer. Ich konnte den Hauptcharakter in ihrem Gedankengut verstehen (z.B. der Gesellschaft zu funktionieren etc.)... Man bekam die seelische Abspaltung in ihrem Inneren mit von ihrem Körper, das Schmerzempfinden abstellen, Veränderung ihrer Gedanken. Ventile welche sich bei ihr öffneten, weil sie keine andere Möglichkeit mehr hatte, da sie beleidigt, verprügelt und respektlos behandelt wurde, als sie sich anvertraute. Und mit jedem Mal mehr sich diese Dinge festigten (Ventile, Gedankengut bzgl Selbstwert etc.), als ihr Dinge angetan wurden, den Kokon um's Herz und ihre Entwicklung...ohne Hilfe zu bekommen. Trotzdem wurde sie nicht gesellschaftlich ausgestoßen, weil sie funktionierte (das Wesentliche damit Familie Ruhe gibt). Daher kommt es drauf an wie der Mensch, sowie die Familie mit Dingen umgeht. Ich kann relativ Vieles ab, nur irgendwann wurde mir die Entwicklung der Story echt zu krass und einfach zu krank.🥴 Hinweis: ❗Hohe Triggerwarnung❗ Das Buch befasst sich mit Themen, die Erinnerungen hervorholen könnten und diese werden auch detaillierter beschrieben (dysfunktionales Familiensystem, sexuelle Gewalt, Insest etc. etc.).
Absurde Gesellschaftskritik - Triggerwarnungen wären wichtig, aber würden spoilern
Das Seidenraupenzimmer ist eines der Bücher, die man nicht einfach „liest“, sondern die einen regelrecht überfallen. Die stellenweise extrem drastische Darstellung ist schwer auszuhalten, wirkt aber nie selbstzweckhaft. Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent das kindliche Denken genutzt wird, um gesellschaftliche Probleme, Gewalt, Sexualität und Machtverhältnisse zu zeigen. Gerade weil vieles durch eine scheinbar naive, fast unschuldige Perspektive erzählt wird, trifft einen die Realität umso härter. Was für mich extrem gut funktioniert, ist der starke Kontrast: explizite, unangenehme Beschreibungen stehen plötzlich neben ruhigen, beinahe schönen Momenten – die aber im Verlauf der Geschichte immer seltener werden. Man wird immer wieder aus dieser kindlichen Erzählwelt gerissen und bekommt die Realität gnadenlos vor Augen geführt. Selbst Dinge, die man kommen sieht, entfalten eine Wucht, mit der ich absolut nicht gerechnet habe. Am bedrückendsten fand ich, wie realistisch das alles wirkt. Das Flüchten in eine andere Welt als Schutzmechanismus, die kindliche Entwicklung, die ersten Berührungen mit „Erwachsenenthemen“, das völlig kaputte Gesellschaftsbild – all das fühlt sich erschreckend glaubwürdig an. Genau das macht das Buch so schwer, aber auch so stark. Das Ende hat mich dann komplett abgeholt: Ich habe zwischen einem fast „normalen“ Ausgang und einem totalen Eskalationsszenario mit allem gerechnet – und wurde trotzdem überrascht. Besonders mochte ich die Idee des Ortes, der für die Figuren zu etwas wie einem letzten Zufluchtsraum wird, fast wie ein „Raumschiff“, das sie aus dieser Welt heraustragen soll. Für mich ist das Buch eine extrem konsequente, kompromisslose Darstellung von Außenseitern, die sich einer kaputten Gesellschaft nicht anpassen können oder wollen – und daran zerbrechen oder sich auf radikale Weise von ihr lösen. Ich möchte das Buch eigentlich sofort weiterempfehlen und habe gleichzeitig große Probleme damit, wie man so eine Empfehlung ausspricht, ohne zu spoilern oder zu verharmlosen, worauf man sich einlässt. Aber literarisch, thematisch und emotional war das für mich ein Volltreffer.
Verstörend
Jeden Sommer verbringen Natsuki und ihre Familie einige Tage in dem Haus der Großeltern zusammen mit Tanten, Cousins etc. Während sie zu den anderen Familienmitgliedern eher distanziert ist, pflegt sie zu ihrem Cousin ein spezielles Verhältnis. Als Außenseiter, die in ihrer eigenen kleinen Welt leben, schließen beide einen Pakt bis eine unangebrachten Situation sie auseinander reißt und sie sich nicht mehr sehen dürfen. Ich war komplett auf die Leichtigkeit und den Humor von "Die Ladenhüterin" eingestellt, daher hatte ich einige WTF-Momente. Immer wenn man das Gefühl hatte, es kann nicht schlimmer werden, drückt Murata-san immer noch was nach. Daher konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen... Triggerwarnung in dem Buch wären angebracht gewesen .. Kindlicher Missbrauch, Inzest, Mord, Kannibalismus Ich schau mir jetzt Katzenvideos an..

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Definitiv triggernd.
Drei Menschen, die aufgrund ihrer verstörenden Kindheit eine absurde, krankhafte, weltfremde und unmenschliche Entwicklung vollziehen und mehr und mehr in ihre grausamen Phantasien eintauchen. Eine fiktive aber sicher nicht ganz unrealistische Darstellung, was gebrochene Kinderherzen anrichten können. Man kann garnicht viel schreiben, ohne gleich zu spoilern. Eine klare Leseempfehlung für Menschen mit starken Nerven und die nicht von Kindesmissbrauch körperlicher und sexueller Art getriggert werden.
Wow was eine schöne Reise
Am Anfang war das Buch sehr verwirrend aber dann realisiere ich das es aus der Perspektive eines Kindes geschrieben ist, also hab ich mal mein inneres Kind rausgeholt und hab weitergelesen und irgendwie sind mir dann die Seiten ausgegangen und es wurde dunkel draußen :(. Es hat Riesen Spaß gemacht zu lesen und ich konnte mir das voll gut vorstellen alles und einfach quasi mal für ein paar Stunden geistig wieder etwas kindlich sein. Es ist zwar trotzdem an einigen Stellen etwas absurd / verwirrend aber es ist ein tolles Buch wo es schade ist, dass mir die Seiten ausgegangen sind. Dabei war es nicht mal irgendeine krasse Fantasywelt oder ähnliches. Klare Lese Empfehlung!!!

Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Das ist nicht für jeden was.
!!!!!!!Enthält Spoiler!!!!!!! Yuki ist ein sehr spezielles Kind mit unglaublich nicht gesellschaftstauglichen Ansichten. Ich weiß auch nicht ob sie etwas dumm ist? Oder super naiv? Sie wird auf jedenfall von ihrer Familie so behandelt. Ganz schrecklich Mutter und Schwester. Yuki hat einen imaginären Freund und sie selbst ist eine Außerirdische. Sie kommt vom Planeten Pohapipinpopopia. Und ihr Cousin Yu auch. Alles ganz schwierig. Dann kommt noch hinzu, dass sie der Refrendar wirklich widerlich missbraucht. Und sie wieder völlig naive Ansichten hat. Sie sagt es zwar ihrer Mutter, wird von ihr aber verprügelt da sie denkt Yuki erzählt ihr Unsinn. Geprägt von dieser Kindheit, es passieren noch ganze viele andere Dinge, wird Yuki eine Erwachsene die immer noch sehr seltsam ist. Erst dachte ich, Wahnsinn was eine Beschreibung und Erzählung über Kindesmissbrauch, aber dann ufert der Roman in eine Richtung aus, bei der ich nicht mehr mitkam. Mord, Inzest, Kannibalismus usw. Am Ende 3 Erwachsene die komplett gestörte Dinge tun und sich bei lebendigem Leib probieren?! Weil sie denken sie wären außerirdische und ihr Raumschiff kommt gleich? Keine Ahnung. Irgendwie fand ich es gut. Aber auch völlig irre. Ich weiß nicht was das war 😅
Ein Fiebertraum… 🤯
Ich bin wirklich etwas planlos, wie ich dieses wirre Buch bewerten soll. Der Schreibstil, und in meinem Fall, die vorlesende Stimme waren super gut. Die Sprecherin konnte permanent diesen „unschuldigen“ Ton der Hauptprotagonistin wahren und man hatte das Gefühl, dass man dadurch immer noch dem traumatisierten Mädchen von früher zuhört. Es fing von vornherein ein bisschen wirsch an, steigerte sich aber danach immer drastischer, bis Szenen kamen, die wirklich schwer anzuhören waren und dementsprechend die Auswirkungen auf die Protagonisten hatten, dass sie selbst immer mehr in ihre eigene Welt tauchte. Bei mir löste das großes Mitleid und Wut aus, dass dieser armen Seele nicht geholfen wurde und sie sich so, in ein ausgedachtes, sehr beschränktes Leben flüchten musste. Trotz drastischer Maßnahmen ihrerseits hatte ich immer das Gefühl, auf ihrer Seite zu stehen. Das Ende war natürlich der absolute Gipfel und gar nicht in Worte zu fassen. Trotz dieser ganzen irren Dinge, war alles sehr schlüssig und verständlich. Wer ein dickes Fell hat, sich für psychische Krankheiten und Ausnahmesituationen interessiert und wirklich Lust auf etwas ganz anders wildes hat, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen.

Keine leichte Kost
Ich hab das Buch innerhalb von einen Tag gelesen, der Schreibstil von Sayaka Murata ist sehr fesselnd und angenehm zu lesen. Der Inhalt dieses Buches ist teilweise schon etwas verstörend aber die Botschaft ist klar zu erkennen. Es hat mir besser gefallen als die Ladenhüterin, von der Thematik her war es in einen ähnlichen Bereich. Aber weit aus verstörender. Das Ende hab ich jedoch nicht so ganz verstanden. Ich brauch jetzt erstmal Pause 😂
Puuuuhhhh…
das war crazy. Ich verstehe die Aspekte, die zu diesem „Sein“ der Aliens geführt haben aber die Taten waren auch sehr prägend für so eine kleine Seele. Eine furchtbare Mutter, Schwester, Lehrer. Intoleranz die zum Aliensein geführt haben und ein Ende das alles „passend“ abschließt. 5 Sterne weil es alles so abstrus und dennoch schlüssig war und einen Blick in die Psyche werfen lassen. Aber mal ehrlich: Holla what a Story
Mein Problem mit japanischer Literatur ist, dass ich irgendwie immer sehr planlos zurück bleibe. Ich mag den feinen Schreibstil sehr, die besondere Sprache hat was für sich. Sei es Murakami, Ogawa oder eben Murata, es ist jedesmal bezaubernd die Texte auf mich wirken zu lassen. Die Mischung aus Erzählung und magischem Realismus fasziniert mich und bisher haben alle Bücher eine regelrechte Sogwirkung auf mich ausgeübt, aber alle haben mich gegen Ende verloren. Nicht in dem Sinne, dass ich nicht weiterlesen wollte, sondern eher aus dem Grund, dass es mir zu abstrakt wurde. Es bleiben so viele Fragen offen, vieles erklärt sich mir nicht und vielleicht ist es gerade dies, was die Anziehung ausmacht, was es mir aber auch schwer macht eine Bewertung zu liefern. „Das Seidenraupenzimmer“ beginnt wahnsinnig gut. Die Protagonistin Natsuki wächst in toxischen Familienverhältnissen auf. Ihre Schwester wird stets bevorzugt, sie selbst dient der Mutter als Prellbock um ihre eigene Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit auszugleichen. Sie erlebt Gewalt, Beschimpfungen, Vernachlässigung, später auch sexuellen Missbrauch und flüchtet sich in eine Fantasiewelt und in Dissoziationen. Die magische Welt, die sie entspinnt, spiegelt die gepeinigte Kinderseele und auch später die Empfindungen als Erwachsene wieder. Im letzten Drittel kippt die Handlung. Es wird immer verwirrender, ist nicht mehr wirklich nachvollziehbar und es ist mir nicht klar, was genau davon überhaupt noch Realität ist. Was fange ich jetzt damit an? Ich weiß es nicht… Ich will es gern empfehlen und dann auch wieder nicht. Es ist ohne Frage ein wahnsinnig gut geschriebenes, intensives Buch, aber das Ende überzeugt mich gar nicht. Macht euch gern selbst ein Bild.
Mein Problem mit japanischer Literatur ist, dass ich irgendwie immer sehr planlos zurück bleibe. Ich mag den feinen Schreibstil sehr, die besondere Sprache hat was für sich. Sei es Murakami, Ogawa oder eben Murata, es ist jedesmal bezaubernd die Texte auf mich wirken zu lassen. Die Mischung aus Erzählung und magischem Realismus fasziniert mich und bisher haben alle Bücher eine regelrechte Sogwirkung auf mich ausgeübt, aber alle haben mich gegen Ende verloren. Nicht in dem Sinne, dass ich nicht weiterlesen wollte, sondern eher aus dem Grund, dass es mir zu abstrakt wurde. Es bleiben so viele Fragen offen, vieles erklärt sich mir nicht und vielleicht ist es gerade dies, was die Anziehung ausmacht, was es mir aber auch schwer macht eine Bewertung zu liefern. „Das Seidenraupenzimmer“ beginnt wahnsinnig gut. Die Protagonistin Natsuki wächst in toxischen Familienverhältnissen auf. Ihre Schwester wird stets bevorzugt, sie selbst dient der Mutter als Prellbock um ihre eigene Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit auszugleichen. Sie erlebt Gewalt, Beschimpfungen, Vernachlässigung, später auch sexuellen Missbrauch und flüchtet sich in eine Fantasiewelt und in Dissoziationen. Die magische Welt, die sie entspinnt, spiegelt die gepeinigte Kinderseele und auch später die Empfindungen als Erwachsene wieder. Im letzten Drittel kippt die Handlung. Es wird immer verwirrender, ist nicht mehr wirklich nachvollziehbar und es ist mir nicht klar, was genau davon überhaupt noch Realität ist.
Dieses Buch ist sehr... speziell... Irgendwie mochte ich es sehr gerne, andererseits hat es mich auch verstört. Ich muss diese Geschichte erstmal sacken lassen. Es hat mich ein wenig an Die Vegetarierin von Han Kang erinnert. Ich glaube das ist eines dieser Bücher die man mehrmals lesen sollte um es vollends zu begreifen.
Bewegend in so vielen Bereichen
Vorweg: das Buch beinhaltet viele Trigger, diese unbedingt vorher lesen! Die kleine Natsuki hat es nicht leicht, im Laufe ihres Lebens muss sie einige traumatische Erfahrungen durchleben. Ihren Weg zu verfolgen und die Welt durch ihre Augen zu sehen ist unglaublich spannend, mitnehmend und seltsam. Ich habe das Buch quasi weggeatmet und wollte es gar nicht mehr weglegen. Obwohl es auch schwere Themen gab, hat es mir sehr gefallen.
Geselschaftskritisch und nichts für schwache Nerven!
Vorab: das Buch bräuchte dringend eine Triggerwahrnung!!! Da die fehlt ziehe ich einen halben Stern ab. Ich liebe die Bücher von Sayaka Murata aber die Bücher sind nichts für Leute die sich mit schweren Themen nicht wohl fühlen. Das Seidenraupenzimmer ist super geschrieben und zeigt auf morbide Art die Probleme der modernen Gesellschaft auf. Es bringt einen dazu vieles zu hinterfragen und die Geschichte bleibt einem im Kopf. Die Charaktere sind unfassbar gut ausgearbeitet und man fühlt bei jeder Katastrophe mit. Das Buch ist ein muss für alle Liebhaber japanischer Schriftstellerinnen!
TW: physical and psychological child abuse I... I have really no idea on how to rate this book. First half was quite weird, yes. But it was more coping with actual trauma. The second half was completely over the top. The end reminded me a bit of "The Beach", though. I think one has to be reminded that this is a very japanese novel in terms of social constructs and views of the personal standing within a relationship.
3⭐️
Hmmmm was soll man dazu sagen. Ganz schön wirr und chaotisch. Von den Rezensionen her hätte ich deutlich schlimmeres erwartet aber man sollte sich auf jeden Fall Triggerwarnungen durchlesen, falls man mit einigen Themen Probleme hat. Ich fand’s weder gut noch schlecht, es ließ sich aber sehr leicht lesen und war gut geschrieben. Der deutsche Titel passt allerdings wirklich gar nicht, der englische Titel ist deutlich besser.
Realitätsflucht
Die Entwicklung der Geschichte um Natsuki und ihren Freund Yu kann man wirklich als „abgedreht“ bezeichnen. Besonders die junge Protagonistin hat eine schwere Kindheit, weswegen sie sich in eine Art Fantasiewelt flüchtet. Als sie nach über 20 Jahren erneut auf ihren Kindheitsfreund Yu trifft und in ihre Heimatstadt zurückkehrt, gerät ihr bereits beginnender Eskapismus außer Kontrolle. Dabei wirken Natsukis Gedanken und Handlungen gleichzeitig vollkommen realitätsfern und nachvollziehbar. Denn gemeinsam mit den anderen Figuren gerät sie immer weiter in den Strudel gesellschaftlicher Ausgestoßenheit und in den Bann von Verschwörungstheorien. Gegen Ende eskaliert die Situation vollends, was für mich nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte in der zweiten Hälfte in eine andere Richtung abdriftet, als im ersten Teil angelegt wurde. Da wesentliche Fragen der Handlung trotzdem beantwortet wurden, konnte ich darüber hinwegsehen und den Text als Hyperbel und Gesellschaftskritik lesen.
Ich kann mir vorstellen, dass es für die japanische Gesellschaft ein wichtiges Buch ist. Wie immer wird die Unterdrückung des Individuums in einer Welt voller Konventionen thematisiert. Aber wie schon bei Die Ladenhüterin ist mir die Art fremd, wie Sayaka Murata durch ihre radikale Darstellung ihrer Geschichte versucht, durch Schockieren auf die Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen. Ich könnte meine Review der Ladenhüterin fast wörtlich hier nochmal übernehmen. Das Buch kommt mit der Entwicklungsgeschichte einer Teenagerin in einer lieblosen Familie, dem ornamentalen Buchcover und dem geheimnisvoll verträumten Buchtitel so unscheinbar daher. Dabei furcht es einem immer mehr durch die Eingeweiden der eigenen Moralvorstellung. Ich kann daher begeisterte Stimmen zu den Büchern Muratas gut verstehen, da ich ja auch immer wieder zur japanischen Literatur greife, gerade weil sie wegen ungewöhnlicher Geschichten so interessant ist. Aber hier sind die Szenen des Mobbings, der Ausgrenzung aus dem Familienverbund und des sexuellen Missbrauchs schon so unangenehm beschrieben, dass mir das Weiterlesen schwer fiel. Interessant, wie sich im Mittelteil die Protagonistin einen Weg sucht, durch eine Scheinehe den Erwartungen der Gesellschaft zu entziehen. Ekelhaft dann aber der Schluss, bei dem Murata dann wieder für meinen Geschmack über die Grenzen hinausgeht, was wir allgemein als gesellschaftlich akzeptiert ansehen. Die Radikalität ist beachtlich hoch, mein Lesevergnügen dagegen diametral gering.
Ich bin am Anfang sehr gut in die Geschichte reingekommen und fand die Protagonistin sehr interessant. Ich wollte immer mehr erfahren und fand das Buch bis zu dem Teil, wo sie dann erwachsen ist, super! Dann hat es sich etwas gezogen und ich hab mich gefragt: was lese ich hier??? Als ich am Ende angekommen war, habe ich mich nur gefragt, was um Himmels Willen nicht bei ihr stimmt. Genauso wie bei ihrem Ehemann und ihrem Cousin. Hätte niemals gedacht, dass es am Ende so krass wird! Echt gruselig und Schwachsinn hoch 10!
Grotesk bis Genial
Wie schon der Vorgänger-Roman Die Ladenhüterin soll auch "Das Seidenraupenzimmer" mehr ein Parabel sein, als ein naturalistischer Ausschnitt aus dem japanischen Leben. Aufs Korn genommen wird die Gefährlichkeit einer Gesellschaft, in der bestimmten Menschen Autorität quasi qua Geburt eingeschrieben ist, und das gesamte des Gesellschaftsgefüges eindeutige Erwartungen an die Mitglieder stellt, von frühester Kindheit an. Dennoch sollte man sich hüten, Das Seidenraupenzimmern unter dem Blickwinkel des "aha, so schlimm ist es also in Japan, zu lesen". Erstens kann eine solche Missbrauchsdynamik fast überall, ausweislich zahlreicher Fälle etwa in der katholischen Kirche auch in Deutschland, entstehen. Und zweitens darf man wohl wird gutem Recht davon ausgehen, dass der Großteil der japanischen Kinder nicht missbraucht wird und sich auch im Gesellschaftsgefüge deutlich mehr Freiräume finden. Doch wie Kafka zwar nicht aus dem Prager Alltag berichtete, aber dennoch poetisch eine tiefere gesellschaftliche Wahrheit zu greifen bekam, lässt sich Ähnliches wohl auch von Das Seidenraupenzimmer sagen: Der Roman kondensiert Ängste, Bedrohungen, vielleicht Tendenzen, und macht sie so für den Leser erst in bedeutungsvoller Weise erfahrbar. Eine Lektüre, von der sich kaum sagen lässt, dass sie Spaß macht. Beiseitelegen wird man das dünne Buch allerdings kaum, bis es ausgelesen ist.
„Die Geschichte zweier Außenseiter, von Natsuki und ihrem Cousin Yu, die sich jung verlieben und gemeinsam gegen eine Welt verbünden, die besonders Natsuki nicht nur Gutes will.“ Das Buch hat einen sehr ergreifenden Anfang - Natsuki ist Gewalt und Übergriffen ausgesetzt - aber ab der Hälfte wird es von Seite zu Seite merkwürdiger und widerlicher. Man muss sich bewusst sein, dass dieses Buch verstörende Szenen beinhaltet, eine Triggerwarnung wäre sinnvoll! Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle nichts schreiben, der Klappentext verrät schon einiges, alles weitere würde Spoilern. Sayaka Murata hat eine leichte, klare Sprache und schreibt sehr sensibel über den emotionalen Zustand ihrer Protagonistin Natsuki. Zudem lässt sich eine Sozialkritik an einer Gesellschaft, die Menschen nur auf das Funktionieren reduzieren, herauslesen.
Toller Schreibstil Großartige Ausarbeitung einer traumatisierten Persönlichkeit und deren geschaffene Zufluchtswelt. Gesellschaftskritik schonungslos und bis ans absurdum geführt . Das letzte Drittel hat mich verloren , da es mir zu surreal und widerwärtig wurde. Für die allumfassende Selbstbestimmung und Befreiung aus allen Konventionen wurde ein Schluss gewählt der so gar nicht mein Fall war. Ein Buch das lange nachhallt und einen sehr verstörenden Eindruck hinterlässt
WTF
Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz, was ich davon halten soll. Es ist definitiv eines dieser Bücher, bei denen man versteht, dass eine bestimmte Aussage dahintersteckt – Gesellschaft, Normen, Identität und so weiter. Aber für mich hat genau das beim Lesen selbst nicht wirklich funktioniert. Ich hab die Intention eher im Nachhinein verstanden als währenddessen. Stattdessen war mein Leseeindruck über weite Strecken einfach nur: what the fuck. Ich glaube, das ist genau die Art von Buch, die viele als „radikal“ oder „genial“ bezeichnen, weil sie so kompromisslos ist. Für mich persönlich war es aber eher eine Erfahrung, die mich mehr verstört und ratlos zurückgelassen hat, als dass sie mir wirklich etwas gegeben hat.
Ich kann mir vorstellen, dass es für die japanische Gesellschaft ein wichtiges Buch ist. Wie immer wird die Unterdrückung des Individuums in einer Welt voller Konventionen thematisiert. Aber wie schon bei Die Ladenhüterin ist mir die Art fremd, wie Sayaka Murata durch ihre radikale Darstellung ihrer Geschichte versucht, durch Schockieren auf die Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen. Ich könnte meine Review der Ladenhüterin fast wörtlich hier nochmal übernehmen. Das Buch kommt mit der Entwicklungsgeschichte einer Teenagerin in einer lieblosen Familie, dem ornamentalen Buchcover und dem geheimnisvoll verträumten Buchtitel so unscheinbar daher. Dabei furcht es einem immer mehr durch die Eingeweiden der eigenen Moralvorstellung. Ich kann daher begeisterte Stimmen zu den Büchern Muratas gut verstehen, da ich ja auch immer wieder zur japanischen Literatur greife, gerade weil sie wegen ungewöhnlicher Geschichten so interessant ist. Aber hier sind die Szenen des Mobbings, der Ausgrenzung aus dem Familienverbund und des sexuellen Missbrauchs schon so unangenehm beschrieben, dass mir das Weiterlesen schwer fiel. Interessant, wie sich im Mittelteil die Protagonistin einen Weg sucht, durch eine Scheinehe den Erwartungen der Gesellschaft zu entziehen. Ekelhaft dann aber der Schluss, bei dem Murata dann wieder für meinen Geschmack über die Grenzen hinausgeht, was wir allgemein als gesellschaftlich akzeptiert ansehen. Die Radikalität ist beachtlich hoch, mein Lesevergnügen dagegen diametral gering.
Das war strange…
Ein Freund meinte spaßeshalber zu mir, ich solle doch mal weniger „kranken Scheiß“ lesen 🙈 Challenge accepted - Also habe ich mich für diesen Roman entschieden - auch weil ich das japanische Setting wirklich spannend finde. Und der Schreibstil von Murata ist auch sehr angenehm. Gerechnet habe ich mit einer vielschichtigen Charakterentwicklung und der Geschichte einer schwierigen Kindheit. Und so beginnt der Roman auch - Man lernt Natsuki und ihren Cousin Yu kennen. Am Ende bekommen habe ich dann aber irgendwie doch „kranken Scheiß“ 😄 Dieser lässt sich aber sicher vielfältig deuten, Gesellschaftskritik inklusive. Also lesenswert, aber wirklich seltsam…
Bin noch unentschlossen, ob ich es mag oder nicht. !TW!
Was für ein Buch Stilistisch hat es mir ziemlich gut gefallen. Doch im ersten Teil schwankte ich zwischen Wut und Verzweiflung. Missbrauch Schutzbefohlener. Toxische Mütter. Das Phänomen, wenn etwas unglaublich grau sames passiert, wie sich dann der Geist vom Körper trennt. Oft fragte ich mich, wann spielt dieses Buch? Im 2. Teil sind die Protagonisten erwachsen. Hier entwickelte ich eine immense Distanziertheit zu den Hauptpersonen. Skurril. Doch was für gequälte Kinderseelen, solche Erwachsenen hervorbringen. Das mag ich überhaupt nicht fassen.

Anfänglich mag man die Gedankengänge der Protagonistin – Schutzmaßnahmen um ihr Leben zu ertragen, doch mit der Zeit entwickelt sich daraus eher Wahnsinn. Sie brechen viele Tabus, die nicht nur in der asiatischen Welt vorherrschen (ich sag nur "Miso mit Mann"). Sehr gesellschaftskritisch. Ich finde allerdings den Originaltitel "Earthlings" viel passender und der deutsche Titel und Cover haben nicht so viel damit zutun, klingt nur schön. Gut als Hörbuch.




















































