Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen
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Nachsatz Mareike Fallwickls Roman Die Wut, die bleibt (2022) war ein großer Erfolg bei Presse und Publikum, kam bei den Salzburger Festspielen auf die Bühne und wird fürs Kino verfilmt. Und alle so still (2024) gelangte in die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste und wird ebenfalls fürs Theater adaptiert. Mareike Fallwickl setzt sich online wie offline für Literaturvermittlung ein, mit Fokus auf weiblichen und diversen Erzählstimmen.
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Dieser Text sollte an allen Schulen besprochen werden. Ab der 7./8. Klasse sollte diese Thematik bearbeitet und durchgesprochen werden. Es lassen sich dadurch mindestens 2 Schulfächer kombinieren. Mareike Fallwickl hat es auf den Punkt gebracht. Von mir aus hätte sie noch 400 Seiten mehr schreiben können. Ganz großartiger Text. Ich hoffe wirklich, dass er Grundlage für einige ernsthafte Auseinandersetzungen innerhalb unserer Gesellschaftsstrukturen sein wird.
Feminismus dient allen und allen Geschlechtern!
Dieser Brieftext an die Regisseurin Jorinde Dröse trifft den Nerv und die Erfordernisse der Zeit – Feminismus und antipatriarchales Denken nützen keineswegs nur Frauen, das ist ein Missverständnis, sondern befreien auch Männer/männlich sozialisierte Menschen vom enormen gesellschaftlichen Druck, zum Beispiel auch davon, nur bestimmte Gefühle zeigen zu können/dürfen (eigentlich nichts außer Wut). Das Patriarchat schadet uns allen kollektiv, deshalb bedeutet Feminismus auch nicht „Frauen gegen Männer“, sondern es ist wichtig, dass Männer sich der feministischen Bewegung anschließen, damit durch ein „wir“ alle profitieren. Der sachliche Text bringt gedanklich enorm weiter, bietet wertvolle Impulse und ist insgesamt hoffnungsvoll. Große Leseempfehlung, auch für Männer!
Als Brief an Jorinde verfasst, setzt sich die Autorin damit auseinander, wie weit wir im Feminismus bereits gekommen sind und wo wir aktuell stehen. Sie betont, dass wir nicht gegen Männer, sondern mit ihnen kämpfen müssen, um das Patriarchat zu überwinden und echte Veränderungen zu schaffen. Denn auch Männern werden - genauso wie uns Frauen - von klein auf patriarchale Strukturen vermittelt. Fallwickl plädiert für ein Miteinander, denn auch Männer profitieren vom Feminismus. Ich fand diesen kurzen Text sehr gelungen. Er spiegelt Fallwickls eigene Gedanken wider, die sie mit ihren Berufskollegen teilt- besonders, dass Männer hier bewusst mit einbezogen werden. Ja, wir Frauen kämpfen weiterhin um Anerkennung. Doch wenn wir nicht gemeinsam mit den Männern nach Lösungen suchen, bleibt der Kampf endlos. Andernfalls steuern wir immer weiter in eine Abwärtsspirale, wie wir es aktuell im Rechtskonservatismus sehen, der in vielen Ländern zunehmend an Macht gewinnt. Und ja: Feminismus ist politisch.
Mit ihrem Brief an Jorinde hat Mareike Fallwickl einen sehr schönen, kurzweiligen, aber wichtigen Gedankenaustausch niedergeschrieben.
Nur wenn wir als Menschen (!) zusammenhalten, verständnisvoll, offen miteinander umgehen, können die patriarchalischen Strukturen durchbrochen werden. Dazu bedarf es jede:n. Vorallem als Mutter eines Sohnes, sprach sie viele Punkte an, die ich sehr gut nachvollziehen kann: „Wie Säure frisst der patriarchale Content sich durch die Schutzhülle, die feministisch denkende Mütter über ihre Söhne ausbreiten.“
Yesss!
Der Brief von Mareike Fallwickl an die „Liebe Jorinde“ ist ein richtig guter Text über den „neuen Feminismus des Miteinanders“ mit vielen wichtigen Überlegungen, wie der gelingen kann. Es werden Gedanken darüber angestellt, wie Männlichkeit in der gesellschaftlichen Entwicklung entsteht und wie die damit verbundenen Normen und Werte zustande kommen. Dabei arbeitet Fallwickl mit vielen Referenzen zu Autor:innen, Politiker:innen, Filmen und Serien. Es wird deutlich gemacht, dass Männer nicht mit dem vorherrschenden Männlichkeitsbild auf die Welt gekommen sind, sondern soziologisch geprägt werden und wie man sie zu einem Wandel des Männlichkeitsbildes unterstützen kann. Fette Empfehlung!
Für einen neuen Feminismus des Miteinanders
"Heute geht es darum, marginalisierte Gruppen in einem intersektionalen Feminismus zu vereinen, zu begreifen, wer unter dem patriarchalen System leidet. Dieses Erkennen schließt noch nicht die Männer mit ein. Vielleicht wird die Welt sich verändern, wenn wir begreifen: Männer können und sollten Verbündete sein. Das sind sie aktuell nicht oder zu wenig. Wenn wir Veränderungen erreichen wollen, wenn wir gerade jetzt, da uns die Demokratie unter dem Arsch zu zerbröseln scheint, aus diesem ewigen Kreislauf voller Gewalt, Krieg und Umweltzerstörung ausbrechen wollen, brauchen wir einen neuen Feminismus das Miteinanders." Ich möchte dieses kleine, kluge und schöne Buch am liebsten ein Dutzend Mal kaufen und verschenken. Ich finde auf jeder Seite Zitate, die ich mit all meinen Mitmenschen teilen möchte. Mareike Fallwickl bringt hier so viel Wichtiges auf den Punkt, fordert auf in Aktion zu treten und macht gleichzeitig Hoffnung in diesen schweren Zeiten. 6/5 Sternen
„Ich halte es immer und in jeder Hinsicht mit bell hooks: Die Männer sind, auch wenn wir sie mit gutem Grund so definieren, nicht der Feind. Sie müssen echte Partner im Kampf um Gleichberechtigung werden, damit dieser Kampf überhaupt eine reelle Chance hat. Sie müssen ihre Augen öffnen und ihre Herzen auch, sie müssen sich an unsere Seite stellen, statt sich uns in den Weg. Männer brauchen den Feminismus, damit sie befreit werden von all den vergifteten Vorstellungen, wie sie zu sein haben und wie sie leben müssen. Aber der Feminismus braucht umgekehrt die Männer. Weil wir nicht vom Fleck kommen, wenn wir gegen die männliche Ubermacht anbrüllen. Wer immer wieder gegen eine Tür aus Eisen läuft, rennt sich auf Dauer den Schädel ein. Es muss einen anderen Weg geben, um diese Tür zu öffnen. Und der Schlüssel sind die Männer der nächsten Generation." (S. 42) Besser kann ich es nicht sagen oder zusammenfassen.
Einfach bitte mal jeder dieses Buch lesen oder hören.
Für einige ist der Begriff "Feminismus" schon ein rotes Tuch. Aus den unterschiedlichsten Gründen: man möchte sich nicht bevormunden lassen, Gleichberechtigung wäre doch schon längst da, immer diese Frauen... Diesen Personen im Speziellen, aber auch allen anderen empfehle ich dieses Buch. Es schildert die Lage für Frauen, aber auch Kindern in unserer Gesellschaft, doch ohne den erhobenen Zeigefinger. Es macht deutlich, dass Feminismus allen zu Gute kommt, den Frauen, den Männern, auch den Kindern, einfach der ganzen Gesellschaft. Es bietet einen guten ersten Einblick, bitte lest es
Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen "Ich glaube [...] daran, dass das Aufbrechen patriarchaler Muster uns allen - Männer, Frauen, nichtbinären und trans Menschen - Luft zum Atmen gibt und die weltbewegende Chance, das Miteinander der Zukunft mit einer neuen Ausrichtung auf Fürsorge, Empathie und Menschlichkeit zu gestalten." Mareike Fallwickl ist für mich eine DER Stimmen der heutigen Zeit. Mit ihren Werken setzt sie sich seit jeher für Feminismus, Toleranz und Gleichberechtigung ein. Während viele ausschließlich mit dem Finger auf andere zeigen und sie für alles verantwortlich machen, was in unserer Gesellschaft falsch läuft, hat sie verstanden, dass wir uns miteinander verbünden müssen. Dass Schuldzuweisung nicht der Weg ist, sondern vielmehr gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Mit "Liebe Jorine" entlässt sie einen ehrlichen, wichtigen und zum Nachdenken anregenden Text an ihre Freundin Jorinde in die Welt und eröffnet uns damit Zugang zu ihren Gedanken, in denen sie für einen inklusiven Feminismus plädiert. Einen, der alle Geschlechter miteinbezieht. Weil Jungs nicht per se mit misogynen Verhaltensweisen auf die Welt gebracht werden, sondern wir sie viel häufiger mit unserem Denken und Handeln auf einen falschen Weg lenken, sie dazu drängen die vermeintlichen Eigenschaften des starken Geschlechts einzunehmen, weil wir Zuneigung, Hingabe und Emotionalität bei einem Mann noch oft als verweichlicht und unmännlich ansehen. "Wie Säure frisst der patriarchale Content sich durch die Schutzhülle, die feministisch denkende Mütter über ihren Söhnen ausbreiten. Argumente der Liebe und Gleichberechtigung müssen den Jungs vorkommen wie ein theoretisches Konstrukt, denn ihre erlebte Realität ist eine andere." Ich wünsche mir dass alle dieses Buch lesen und wir an einem Feminismus arbeiten, den wir alle dringend brauchen, einem Feminismus des Miteinanders.

Lest „Liebe Jorinde“ und fühlt euch wie ich in der Intuition bestätigt, dass wir nur gemeinsam das Ruder rumreißen können. Mal zart und besorgt, mal gewohnt brachial und messerscharf komponiert, kann man aus dieser Lektüre nur bewegt und verändert hervorgehen. Eine Loslösung vom Patriarchalen kommt nicht nur den Frauen zu Gute. Die Gestaltung als Briefform schafft eine Nahbarkeit und gleichermaßen eine Dringlichkeit, eine Verbundenheit zwischen all jenen zu schaffen, die für feministische Überzeugungen einstehen, ohne die wir in Zeiten der Spaltung noch weniger als ohnehin nur möglich auszurichten vermögen werden.
„Wer immer wieder gegen eine Tür aus Eisen läuft, rennt sich auf Dauer den Schädel ein.“
Alles was Fallwickl schreibt, landet früher oder später auf meiner Leseliste. So auch dieser kurze, fiktive Brief an Jorinde. Sie formuliert darin messerscharfe Beobachtungen zu Misogynie, Patriachat und Sozialisierung und stellt sich die Frage, was sie als Mutter eines Sohnes tun kann, um verfestigten Strukturen entgegenzuwirken. Und das ohne den Männerhass, der ihr oft vorgeworfen wird. Kurz und knapp bringt die Autorin viele wichtige Gedanken zu aktuellen Fragen und Themen auf den Punkt. Wenn ich könnte, würde ich den Text in jeder Schule, jeder Arztpraxis und jedem Supermarkt auslegen, und hoffen, dass so viele Menschen wie möglich ihn lesen.
Große Empfehlung 🫶🏻
Das Buch ist so kurz, aber so intensiv. In Briefform stell die Autorin Fragen zum Thema Feminismus und darüber, wie Männer unterstützen können, dass alle gleichberechtigt leben. Die Fragen haben mich als Leserin zum Nachdenken angeregt. Sie haben mir noch einmal vor Augen geführt, in was für einem Ungleichgewicht wir leben. Auch wenn ich in einer privilegierten Position bin, gehöre ich zu einer kleinen Gruppe, wenn man die gesamte Welt betrachtet. Und oftmals verliert man das aus den Augen, weil man der Meinung ist, allen anderen würde es besser gehen. Ich nutze meine Privilegien lieber. Informiere und Belese mich, damit ich dann an den passenden Stellen einhaken kann, wenn mir eine Ungerechtigkeit auffällt. Nehmt euch die Zeit und Lest diesen Text. 💚
„Feministische Männlichkeit definiert Stärke nicht als >Macht über< […]“
GENIAL!! UNBEDINGT LESEN!!!! Ich könnte heulen! Ich will Zitate aus diesem Buch auf riesige Plakate drucken und überall aufhängen! Ich streiche mir ganze Absätze und Seiten an!! Einziger Kritikpunkt: Ich würde mir wünschen, sie würde zwei verschiedene Begriffe verwenden, einen für Männer und einen für Arschlöcher! Hier nur ein paar Zitate, von so so soooo vielen genialen: „Er hat Eigenschaften gezeigt, die für uns weiblich konnotiert sind - Empathie, Für-sorge, Kommunikationsfähigkeit - und automatisch als »unmännlich« gelten, weil wir unserem binären System zufolge Männlichkeit als Gegenteil von Weiblichkeit definieren und umgekehrt.“ S. 9 „Wir wissen, dass junge Frauen immer feministischer denken, während junge Männer sich eher rechtem Gedankengut zuwenden, auch die Aufschlüsselung nach Alter und Geschlecht bei den besagten Wahlergebnissen zeigt das deutlich. Dass das an einer generellen Orientierungslosigkeit liege, heißt es, weil es keine »neuen Vorbilder« für diese jungen Männer gebe. »Weil das Männliche nicht mehr die Norm sein soll, es aber auch keine neue gibt, ist eine Art Vakuum entstanden, das mit Gewalt gefüllt wird«, schreibt Susanne Kaiser dazu.“ S. 31 „So gern Männer #notallmen rufen und behaupten, Frauen würden übertreiben, wissen sie in Wahrheit genau, dass von anderen Männern Gefahr ausgeht. Sie wissen es auch als Väter, weil sie zu ihren Töchtern nie sagen würden: »Selbstverständlich kannst du zu jedem wildfremden Typen ins Auto steigen, wir dürfen Männer nicht pauschal vorverurteilen, fahr ruhig mit, not all men!« Allerdings ist das auch genau der Punkt: Sie warnen ihre Töchter, ihre Schwestern, Mütter, Freundinnen. Sie sprechen aber nicht mit ihren Mitmännern, ziehen sie nicht zur Rechenschaft bei unangebrachten Bemerkungen, stellen sich im entscheidenden Moment nicht dazwischen. Sie schauen zu und schauen weg. Dabei macht es einen Unterschied, wenn Männern von Männern Einhalt geboten wird, weil das Nein einer Frau sowieso nichts zählt.“ S. 32f
Kernaussage des Buches: Feminismus nützt allen (auch den Männern) und geht nur gemeinsam. Das Mareike Fallwickl in ihrem Buch diese wichtige These beleuchtet finde ich sehr gut. Klug und zeitgemäß widmet sie sich diesem Thema, ganz ohne zu Kategorisieren oder Hass zu schüren. Auch für Eltern, die ihre Kinder nicht nach den patriarchalen Rollenstrukturen erziehen wollen, werden gute Denkanstöße geliefert. Ein Wegweiser für ein modernes Miteinander der Geschlechter. Dennoch hatte ich mir von dem kleinen Büchlein doch noch etwas mehr erhofft. 20 Euro für 70 Seiten ist nicht wirklich angemessen, obwohl so etwas doch jeder gelesen haben sollte.

»Wie können Männer lernen, sich zu öffnen, die Maske der Gleichgültigkeit abzulegen, die das Patriarchat ihnen aufzwingt?«
Inwiefern sehnen sich Frauen nach typisch „männlichen“ Partnern und brauchen sie diese sog. Männlichkeit, um sich zu ihnen hingezogen zu fühlen, mehr als einen Mann, der sich seiner Gefühle bewusst ist und stereotype Frauen zugeordnete Tätigkeiten wie den Haushalt, Kochen oder die Erziehung der Kinder übernimmt? Dass „starke“ Männer – samt kritischer, beiläufig und eigens zu beeinflussender Eigenschaften – nicht nur unter seinesgleichen als „männlich“ angesehen, sondern auch von Frauen als solche begehrt werden, ist leider durchaus der Fall. Diesbezüglich könnte ich viel erzählen, doch es soll hier nicht um mich gehen. Dass diese sog. Männlichkeit – mal für nur ein Geschlecht, mal für alle – Nachteile bis hin zu drastischen Folgen mit sich zieht, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Ausgehend dieser Tatsachen, beschäftigt sich die Autorin Mareike Fallwickl in ihrem fiktiven, essayistischen Brief an Jorinde, mit der Problematik, inwiefern Männer die Gesellschaft beeinflussen, indem sie selbst unter patriarchalen Strukturen leiden, durch diese negativ sozialisiert werden und Teil des Problems sind. Nur wenn man sich dieser Sachlage überhaupt bewusst ist, kann man – sofern sich alle daran beteiligen – gemeinsam etwas bewirken, um dadurch eine bessere Welt für alle zu ermöglichen. Dafür plädiert Fallwickl in ihrem ersten Sachbuch, fernab von jeglichem Männerhass, der ihr so oft vorgeworfen wird. Ein Buch, das sich mit konkreten Fragen beschäftigt und weitere aufwirft. Dabei sind die behandelten Themen keineswegs neu und auch die Gedanken und Überlegungen Fallwickls dazu sind es nicht, dennoch ist dieses Buch ein weiteres, das sich mit dieser Problemstellung beschäftigt, die uns alle betreffen und mindestens zum Nachdenken anregen sollte.

Wirklich gelungene Gedankensammlung zum modernen Feminismus. Aktuelle Zeitgeschehnisse wurden zur Veranschaulichung mit eingebunden, was die Thematik entstaubt hat. Besonders gut hat mir gefallen, dass hier nicht auf Männer "geschossen" wurde, sondern durchaus gesehen wurde, wie die gesellschaftliche Haltung auch dazu beiträgt, dass Männer in bestimmte Rollen und Attribute gesteckt werden. Leider waren die letzten 1-2 Seiten derart dick aufgetragen für das Schlussplädoyer (à la "Viva la revolution), dass ich hier den Stern abgezogen habe.
Dieses schmale Büchlein hat mich umgehauen und ich kann selbst Tage später an kaum etwas anderes denken. Fallwickl legt dar, warum wir einen inklusiven Feminismus brauchen und warum das Patriarchat allen schadet – auch Männer. Sie zeigt uns Lösungsvorschläge auf, auch wenn ich mir hier persönlich etwas mehr gewünscht hätte. Es hätten hier locker doppelt so viele Seiten gefüllt werden können, jedoch soll es auch zum Nachdenken und darüber reden anregen. Und das hat sie bei mir geschafft. 💛💜 Wir wissen längst, was für eine fantastische Autorin Mareike Fallwickl ist – ich habe jedes ihrer Bücher gelesen, manche mehrfach. Hier hat sie wie üblich geliefert! Ein so wichtiges Buch, das BITTE JEDE*R VON EUCH LESEN SOLLTE!!!!! 💜💛 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar Kjona Verlag und Kirchner Kommunikation

Aktuell & deutlich
Ein wichtiges Thema. Ein schnell gelesener Brief, der so ein basal wichtiges Thema mit Gefühl vermittelt. Zum Mitfühlen, zum Reindenken, zum Beobachten und zur Selbstreflexion. Wir erziehen wir Jungs im Patriarchat? Und was bräuchten sie eigentlich? Ein kontextueller Blick von einer wunderbaren Feministin.

Mareike Fallwickls Essay ist sprachlich stark, emotional und stellt viele wichtige Fragen zu Patriarchat, Männlichkeit und Gleichberechtigung. Ich stimme zu, dass es ohne Männer keine echte Veränderung geben kann und dass patriarchale Strukturen allen schaden. In ihren Erklärungen lässt Fallwickl Männer jedoch stellenweise in eine Opferrolle rutschen, was Männern entgegenkommt, ihre aktive Verantwortung und ihr Festhalten an Privilegien aber zu wenig klar benennt. Viele Gedanken sind klug und anregend, andere empfinde ich als zu vereinfacht. Insgesamt ein wichtiges, aber für mich zwiespältiges Essay.
Mareike Fallwickls Essay „Liebe Jorinde oder warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen“ ist sprachlich eindringlich, emotional und voller wichtiger Gedanken über Patriarchat, Männlichkeit, Erziehung und weibliche Erschöpfung. Viele Passagen sind klug formuliert und regen stark zum Nachdenken an. Ich stimme der Autorin zu, dass wir ohne Männer keine echte Gleichberechtigung erreichen werden und dass patriarchale Strukturen nicht nur Frauen, sondern auch Männer beschädigen. Die Beschreibung männlicher Sozialisation, emotionaler Verarmung und der Enge traditioneller Männlichkeitsbilder ist ein wichtiger Teil feministischer Analyse. Gleichzeitig bleibt bei mir ein deutlicher Zwiespalt zurück. In ihren Erklärungen lässt Fallwickl Männer immer wieder in eine Opferrolle rutschen. Das entlastet Männer, passt gut in ein versöhnliches Narrativ, blendet aber aus, dass viele Männer ihre Machtposition bewusst verteidigen und ihre Privilegien nicht aufgeben wollen. Gerade das halte ich für problematisch, wenn man sich klar feministisch positioniert. Vieles wird sehr stark über das System erklärt, wodurch individuelle und kollektive Verantwortung von Männern stellenweise verwischt wird. Dass Männer nicht nur geprägt sind, sondern auch aktiv profitieren und Widerstand gegen Veränderung leisten, kommt mir zu kurz. Auch beim Thema Erziehung empfinde ich den Fokus als unausgewogen: Mütter werden intensiv reflektiert, ihre Grenzen und Überforderungen benannt – was wichtig ist –, während Väter häufig abstrakt bleiben, obwohl gerade sie in der Verantwortung stehen müssten, patriarchale Muster zu durchbrechen. Dass man durch bewusste Erziehung, Gespräche und Aufklärung sehr wohl Einfluss nehmen kann, wird mir im Essay zu stark relativiert. Das Konzept eines „Feminismus des Miteinanders“ finde ich grundsätzlich wertvoll. Gleichzeitig wirkt es für mich an manchen Stellen zu harmonisch gedacht, solange reale Machtverhältnisse und männliche Verweigerungshaltungen nicht klarer benannt werden. Insgesamt ist dieses Essay für mich ein wichtiges, kluges und gut geschriebenes Buch, das viele relevante Fragen stellt – aber eines, bei dem ich in zentralen Punkten nicht mitgehen kann. Ich bin daher zwiegespalten: in Teilen überzeugt, in anderen deutlich kritisch. 3,5 von 5 Sternen.
Für eine längere Autofahrt auf der man etwas lernen will sehr zu empfehlen! Mareike Fallwickl bringt auf anschauliche Art und Weise feministische Themen auf den Punkt und ich hätte ihr auch nochmal doppelt so lange zugehört, weil es so interessant war! Für Fans der Autorin auf jeden Fall ein Must-Read!
Ein Plädoyer für einen Feminismus des Miteinanders
Mareike Fallwickl beweist einmal mehr, wie treffsicher und klug sie schreibt. „Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen“ ist ihr erstes Sachbuch! In Briefform an ihre Freundin Jorinde, aber gleichzeitig auch an die kommende Generation gerichtet, entfaltet Fallwickl auf nur 72 Seiten eine beeindruckende Tiefe. Sie stellt Fragen, die herausfordern, inspiriert und zum Nachdenken anregen. Ihr Ansatz: Feminismus darf nicht spalten, sondern muss verbinden. Es geht nicht um „Frauen gegen Männer“, sondern darum, patriarchale Strukturen gemeinsam zu überwinden – für eine gerechtere, empathischere Welt. Stark ist ihre Botschaft, dass Veränderung bei Bewusstsein beginnt. Sie fordert uns auf, Rollenklischees aufzubrechen, Jungen wie Mädchen zu stärken und Fürsorge sowie Menschlichkeit ins Zentrum unseres Handelns zu stellen. Dieses Buch hat mich bewegt, bestätigt und motiviert. Es ist ein leidenschaftlicher Appell für Hoffnung und ein Miteinander, das uns allen zugutekommt. Meine Empfehlung: Lest dieses Buch! Es ist klein im Umfang, aber groß in seiner Wirkung.
"Denn für jene, die jung sind, ist es so viel wichtiger, dass sich etwas ändert, sie haben viel mehr Zukunft übrig als wir."
Liebe Jorinde ist ein Brief von Mareike Fallwickl an ihre Freundin Jorinde in dem sie über Patriarchat, Rollenbildern, Mutterschaft schreibt. Sie klangt an. Uns. Eine Gesellschaft, die immer noch auf dem Boden der Ungleichberechtigung steht und es nicht wagt, diesen umzugraben, um Gerechtigkeit für alle herzustellen. Wir müssen dieses System nicht reparieren – wir müssen es verlernen. Fallwickl schreibt ehrlich, klug, schmerzhaft. Sie schreibt auf diesen wenigen Seiten tief berührend über Jungen, denen jegliche Gefühle untersagt, außer Wut, und darüber, warum wir unsere Kinder zu Menschen erziehen sollten, nicht zu Männern (oder Frauen). Sie setzt sich ein für einen Feminismus des Miteinanders, in dem wir gemeinsam ein Bewusstsein dafür aufbauen, dass wir alle Teil einer patriarchalen Gesellschaft sind und auch nur gemeinsam etwas verändern können. Ich habe dieses Buch beim Autofahren gehört und fast jeder Satz hat mich, selbst Mutter eines Sohnes mitten ins Herz getroffen. Es hat mich aufgewühlt, und wie vor allem auch ihre letzten beiden Romane ein Feuer in mir geschürt, einen Antrieb zu kämpfen für ein Welt, in der mein Kind Mensch sein kann, ohne von patriarchalen Strukturen ausgebremst zu werden.
Ich hatte gehofft, dass dieser Essay vielleicht einen Beitrag leistet zu einem Verständnis von Geschlechterverhältnissen, dass dieses Buch als Eintrittstor für jene gelten kann, die in ihrem liberalen Verständnis von Geschlechterungleichheit stagnieren. Bekommen habe ich aber genau das, was ich insgeheim befürchtet hatte: Eine linksliberale, sehr verkürzte und teilweise faktisch falsche Analyse, die sich im Wesentlichen darin erschöpft, das Patriarchat als Ursache allen Übels zu benennen. Soweit, so vorhersehbar. Machen wir es mal konkret: Dass Diskriminierungsformen wie Sexismus und Misogynie existieren, ist in diesem Essay bereits die Analyse des Problems. Fallwickl stellt kein einziges Mal die Frage nach dem Zweck des Patriarchats, warum er existiert, wie er sich im Kontext kapitalistischer Produktionsverhältnisse entwickelt hat und wem er eigentlich nützt. Fallwickl benennt die Symptome als Ursache und stellt diese sogar einfach so als gegeben hin. Dass Klassenverhältnisse, Eigentumsverhältnisse oder materielle Bedingungen überhaupt nicht vorkommen, ist für ein Buch, das einen „neuen Feminismus“ proklamiert, einfach nur schwach und unzureichend. Wer Geschlechterungleichheit wirklich erklären will, muss die kapitalistische Produktionsweise erklären. Ohne das bleibt alles moralisch, identitätspolitisch, individualisiert. Schade um den Ansatz. Zwei Sterne, weil das Anliegen berechtigt ist, aber daraus leider nun wirklich nichts entstanden ist, was man „neuen Feminismus“ nennen könnte.
Manche Bücher liest man, klappt sie zu – und denkt lange, sehr lange darüber nach. „Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen“ ist genau so ein Buch. Mareike Fallwickl hat es geschafft, auf gerade mal rund 70 Seiten mehr zu sagen als viele Bücher mit dem Zehnfachen an Umfang. Und zwar nicht trocken oder abstrakt, sondern direkt, ehrlich und mitten ins Herz. Das Buch ist als Brief der Autorin an ihre Freundin Jorinde geschrieben. Und obwohl man als Leserin oder Leser gar nicht gemeint ist, fühlt man sich trotzdem persönlich angesprochen. Oder vielleicht gerade deshalb. Es ist, als würde Mareike Fallwickl auch mir schreiben. Und dir. Uns allen. Sie spricht über Feminismus – aber nicht belehrend oder mit erhobenem Zeigefinger. Sondern mit Klarheit, Wärme und einer guten Portion Wut. Wut über ein System, das Mädchen beibringt, laut und stark zu sein (zum Glück!), aber Jungs oft keine Chance gibt, zärtlich, fürsorglich oder verletzlich zu sein. Und sie fragt: Wie soll Gleichberechtigung funktionieren, wenn wir nicht alle mitnehmen? Was mich besonders berührt hat: Fallwickl macht klar, dass es beim neuen Feminismus nicht um ein Gegeneinander geht, sondern um ein echtes Miteinander. Dass Männer keine Feinde sind, sondern Teil der Lösung sein müssen. Und dass wir alle – Eltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen, Medien, Politik – gefragt sind. Denn patriarchale Strukturen verschwinden nicht von selbst. Und schon gar nicht, wenn wir sie weiterhin mittragen, wenn auch oft unbewusst. Ich habe mich als Mutter und Frau in so vielen Gedanken wiedergefunden. Dieser Text hat mich bewegt, inspiriert und auch wachgerüttelt. Ein Buch, das ich jedem in die Hand drücken möchte, der Kinder großzieht, mit Menschen arbeitet oder einfach wissen will, wie wir unsere Zukunft gerechter gestalten können. Es ist ein Weckruf – leise, aber mit Nachdruck und vor allem voller Hoffnung. Lest es. Verschenkt es. Sprecht darüber. Es ist so wichtig.

Ein vor Empathie strotzender Text
Klar und emotional formuliert. Hat mitten in mein Herz getroffen. Habe ihn gleich 2x gelesen. Manch einer mag kritisieren, dass hier Männer zu arg zentriert werden und ihnen zu viel Verständnis entgegengebracht wird - aber ich denke manchmal wie die Autorin auch, wie lange sollen wir denn noch gegen dieses gewaltige Desinteresse anrennen? Weibliche Wut muss ihren Raum haben, definitiv. Niemand bestreitet das. Und den nehmen wir uns. Aber kommen wir damit aktuell wirklich weiter? Ich kenne Fragestellungen wie "für was brauchen wir Männer eigentlich noch?", die ich ab und an auf Social Media sehe und die empowernd und vielleicht auch ein bisschen provokant sein sollen. Den Gedanken der Autorin finde ich aber sehr treffend: Wir brauchen Männer doch - als Verbündete im Kampf gegen das Patriarchat. Sie verdienen Räume, in denen sie emotionale Verfügbarkeit lernen können. Auch sie sind nicht immer nur Täter, sondern auch Opfer dieses Systems. Vielleicht legen wir darauf bislang wirklich zu wenig wert. Es muss einen Weg miteinander geben, an dessen Ende wir alle verstehen, dass dabei jeder unabhängig des Geschlechts nur gewinnen kann.
Eine Empfehlung für jeden Menschen der bereit ist unsere Gesellschaft und unser System aus einer kritischen aber auch lösungssuchenden Sichtweise zu sehen und vorallem bereit ist etwas zu verändern wenn auch nur bei seinen*ihren eigenen Gedankenstrukturen. Das Buch von Mareike Fallwickl hat meine Sicht auf Feminismus verändert. In ihren anderen Büchern habe ich der extremen Wut und Hilflosigkeit von Frauen nachfühlen können und habe dadurch meinen Fokus auf feministische Themen gelenkt. In feministischen Kreisen wird ganz oft der Hass gegenüber Männern bzw. dem Verhalten von Männern betont. Mareike Fallwickl weist aber in diesem Buch daraufhin, dass dieser Hass feministische Bewegungen eher schwächt und das Patriarchat weiterhin stärkt. Denn es sind nicht nur die Frauen (die oft mit Feminismus in Verbindung gebracht werden), die von einer antipatriarchalen Welt profitieren würden sondern auch die Männer. Doch denen ist das leider oft nicht bewusst oder eher gesagt sie lernen es anders und deswegen wird ihr Bewusstsein nicht darauf gelenkt. (Genauere und ausführlichere Zusammenhänge warum das so ist und woher es kommt werden im Buch erklärt.) Außerdem finde ich bei diesem Buch sehr gut dass Mareike Fallwickl nicht nur die Probleme an den patriarchalen Strukturen aufweist sondern auch Lösungsansätze vorschlägt.
Starkes und hoffnungsvolles Buch!
"Männer sitzen dem Framing auf, dass Gleichgerechtigkeit eine Art Kuchen ist, von dem sie den größten Teil besitzen, und dass alles, was marginalisierten Menschen zugesprochen wird, ihnen weggenommen wird. Sie haben (noch) nicht verstanden, dass wir etwas vollkommen anderes backen wollen, gemeinsam. Sie sehen (noch) nicht, dass sie nichts verlieren, sondern unendlich viel gewinnen würden, wenn sie sich am Kampf gegen das Patriarchat beteiligen."
Von Mareike Fallwickl bin ich seit „Die Wut, die bleibt“ sowieso großer Fan, die Art wie sie über Feminismus schreibt, sich Gehör verschafft und durch teilweise radikale literarische Erzählungen Probleme der patriarchalen Gesellschaft aufzeigt. Auch für „Liebe Jorinde“ finde ich ganz große Bewunderung und würde mir wünschen jeder (auch Männer! - vor allem Männer?) würde es lesen. Ps. Ich glaube mit Kjonas Reihe „Briefe an die kommende Generation“ hab ich ein neues Lieblingsformat entdeckt.
Wichtig und richtig!
Als Mutter eines 35-jährigen Sohnes bin ich ziemlich stolz darauf dass ich ihm, soweit ich das beurteilen kann, kein Frauenbild devotes vorgelebt habe, mich mit seiner Rolle als Mann auseinandergesetzt habe, als er noch sehr klein war, und mir immer bewusst war, dass ich als Mutter einen maßgeblichen Anteil daran habe, wie feministisch er sein wird. Ich wollte niemals Hotel, Mama sein! Es war nicht leicht, weder für ihn noch für mich, diese Geschlechterrollen aufzubrechen. Aber ich glaube, wir haben es ganz gut hingekriegt. In dem neuen Buch aus der Reihe. “Briefe an die kommenden Generationen“ widmet sich Mareike Fallwickl einem neuen Anspruch an gelebtem Feminismus. Wie schaffen wir es, gemeinsam Verantwortung für eine Gleichstellung der Geschlechter zu übernehmen? Und was muss geschehen, damit Männer Verbündete werden? Wie gehen wir in Familie und Gesellschaft damit um? Das hat Fallwickl so gut in Worte gefasst, dass ich es am liebsten jedem in die Hand drücken möchte. Sie nähert sich dem Thema auf vielschichtige Art und Weise und das gerade mal auf 70 Seiten. Mädchen haben wir motiviert stark, unabhängig und kämpferisch zu sein. Aber wer von uns hat Jungs ermuntert emotional zu werden, Fürsorge leben zu wollen und schwäche einzugestehen? Diese vermeintlich weiblichen Attribute gelten als schlecht und da liegt schon mal der erste Fehler. Es ist wunderbar, wie die Autorin darstellt, dass unsere Gesellschaft eine bessere ist, wenn all diese Emotionen Platz bekommen. Sie sind wichtig für ein gutes Miteinander. Ich könnte jetzt hier noch viel mehr schreiben, aber das Buch ist so kurz und ich möchte ihm nicht zu viel vorwegnehmen Aber meine Gefühle waren sehr stark beim Lesen. Als Pädagogin sehe ich mich auch in der Verantwortung und bin mir bewusst, dass es sehr schwer ist, Rollenbilder im Arbeitsalltag aufzubrechen. Genderneutrales Spielmaterial ist mittlerweile selbstverständlich, auch Bilderbücher, die das widerspiegeln gehören, zu unserem Repertoire, aber es kommen sehr viele Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Kitas und da wir aufgrund von extremen Fachkräftemangel sowieso gefordert sind den Alltag mit minimale Ressourcen pädagogisch wertvoll zu gestalten, ist das individuelle eingehen auf das was die Kinder mitbringen oft kaum möglich. Es fällt auf, dass Jungs sich nicht groß verändert haben, in den letzten 30 Jahren, während Mädchen zielgerichteter, raumgreifender, und lauter geworden sind. Und das ist auch gut so! Der literarische Pädagogikklassiker „Kleine Helden in Not“ von Dieter Schnack hat mich schon als junge Mutter für das Thema geöffnet. Ich müsste die überarbeitete Ausgabe noch mal lesen, um zu sehen, ob auch das zukunftsweisend ist. Was aber sicherlich nicht anders ausgedrückt wird, ist das männliche und weibliche Role Models sich ihrem Einfluss bewusst sein müssen, alles weibliche, nicht negativ darzustellen, sondern Jungs zu ermuntern, diese Attribute anzunehmen. Ich sag mal so: Mädchen werden gerne ermuntert, ihr Fahrrad zu reparieren oder eine Bohrmaschine zu benutzen, aber welche Eltern melden ihren Sohn für einen Handarbeit Kurs oder ermuntern ihn ein Puppenvati zu werden? Wo ich kaum Entwicklung sehe, was aber unbedingt nötig ist, ist das Politik Männer gleichberechtigt in der Familienarbeit sehen. Elternzeit, verpflichtend für beide, getrennt voneinander wäre ja meine Idee genauso wie voller Ausgleichszahlungen für die Rente für die Person, die in Elternzeit geht, sowie Elterngeld, das sich auf beide Gehälter bezieht. Ganz toll, fand ich, die These unermüdlich mit dem männlichen Geschlecht darüber zu debattieren, warum sie meinen, Frauen beschützen zu müssen. Vor wem? Vor sich selbst? Warum ist das nötig? Und wie kann man das Problem beheben. Das hat Fallwickl sehr plastisch in Worte gefasst. Ich bin begeistert von diesem wichtigen Büchlein das ich dieses Jahr sicherlich recht häufig verschenken werde. Lest es! Alle!
was soll ICH zu diesem buch eigentlich großartig sagen,…
wenn mareike fallwickl den nagel doch schon selbst auf den kopf getroffen hat? ich kann nur so viel sagen: wer dieses buch nicht liest, verpasst wohl die beste liebeserklärung an eine zusammenhaltende, für gleichberechtigung und freiheit von patriarchalischen strukturen kämpfende menschheit. bei diesem buch bekommt man herzrasen. als überkäme dich eine welle neuen mutes und du möchtest menschen an die hand nehmen und endlich die welt umkrempeln. bis dich die realität wieder einholt und klar wird, wie weit wir von diesem neuen feminismus des miteinanders noch entfernt sind. das kann nur geändert werden, wenn mehr menschen diesen brief an die „liebe jorinde“ lesen – daher sollte das buch pflichtlektüre werden!
Gedankenaustausch
Inhalt: Manche sagen: Wenn Mütter ihren Kindern antipatriarchales Wissen vermittelten, hätten wir dank der nächsten Generationen schnell Gleichberechtigung. Dass es so einfach nicht ist, davon handelt dieses Buch. Denn während junge Frauen zunehmend feministisch denken, wenden sich junge Männer verstärkt misogynem Gedankengut zu. Meinung: Ich konnte zu so vielem nur Nicken! So viele Gedankengänge von ihr hatte ich auch oder so ähnlich. Nur das Marieke Fallwickel es einfach super formuliert und auf den Punkt bringt. Daher reichen wohl 80 Seiten aus, es hätten aber gerne noch viel mehr sein können. Ich finde das Buch als super Grundlage zum diskutieren in verschiedenen Bereichen, daher perfekt für die Schule um in einen Austausch zu kommen und Gedankenanstöße zu geben. Es bringt einen näher, wo der Feminismus in der heutigen westlichen Gesellschaft steht und was es Brauch um das Patriarchat zu ändern. Kurzweilig und gut und ich werde es an Männer weiterempfehlen.
Wichtiges Buch, Empfehlung an alle!
Zum Cover: Das Cover ist schön schlicht und einfach gehalten. Passt super. Zum Inhalt: In dem Essay „Liebe Jorinde oder warum wir einen Feminismus des Miteinanders brauchen“ geht es darum, dass es nicht so einfach ist, schnell echte Gleichberechtigung zu bekommen, wenn Mütter ihren Kindern antipatriachales Wissen vermitteln würden. Während die jungen Frauen immer feministischer denken, werden junge Männer immer rechter und frauenfeindlicher. Millionen Jugendliche konsumieren täglich millionenfachen Misogynen Content. Aber was kann in Familie und Gesellschaft dagegen getan werden? Haben Männer im Patriarchat immer nur Vorteile oder ist es bei genauerem Hinblick anders? Aber auch, weshalb sie im feministischen Kampf immer dagegen und nie dafür? Meine Meinung: Ich fand das Hörbuch von „Liebe Jorinde oder warum wir einen Feminismus des Miteinanders brauchen“ total interessant, inspirierend und informativ. Vor allem war/ ist das Buch aber richtig wichtig im Thema Feminismus. Ich würde das (Hör-)Buch ganz klar zu einer Pflichtschullektüre machen und sie an möglichst vielen Schulen lesen und besprechen!!! Definitiv ein Buch zum Nachdenken und eine klare Empfehlung an wirklich jeden!
Das Patriarchat ist in der Krabbelgruppe und im Kindergarten. Es ist in so gut wie jedem Bilderbuch und jeder Zeichentrickserie. Es geht mit in die Schule, es ist bei jeder sozialen Interaktion anwesend, es turnt über den Spielplatz. Es sitzt neben den Großeltern am Küchentisch, es nimmt an der Klassenfahrt teil. Es lacht aus Filmen heraus und springt in Comics zwischen den Zeilen umher. Es bildet den Rahmen für YouTube-Videos und TikTok-Content. Es ist in jedem Porno, in jedem Date-Setting, in jeder Beziehung, es kommt mit zum Gynäkologen und in den Kreißsaal, es färbt Spielzeug und T-Shirts und Duschgels, es sitzt bei Hochzeiten in der ersten Reihe.
Leicht, einfach, WICHTIG
Mareike Fallwickel fasst einfach zusammen, was wir brauchen: einen Feminismus für alle. In dem alle mitmachen und gemeinsam alles besser wird. Soweit bekannt, soweit idealistisch. Sie bleibt aber nicht beim Ideal, sondern liefert präzise Beobachtungen und Erklärungen, warum auch Männer unter dem Patriarchat leiden und es gleichzeitig mit beenden MÜSSEN. Und gibt Handlungsempfehlungen. Das alles kurz und knapp - damit für jeden lesbar. Ein paar Gedanken aus dem Buch - nicht unbedingt neu, aber umso brisanter: "Männer wissen, dass von Ihnen Gefahr ausgeht. Sie sprechen aber nicht mit ihren Mitmännern. Sie schauen zu und weg." "Es regt mich maßlos auf, dass wir das Verhalten von Jungs entschuldigen, indem wir so tun, als bewegten sie sich in einem luftleeren Raum und hätte keine andere Wahl." - obwohl es bereits positive Role Models gibt. Die kriegt nur kaum wer mit - weil es eben ZU WENIG.. Der Feminismus kommt solange nicht weiter, wie wie wir als Gesellschaft Jungs und Männern zu Tätern machen, ihre Täterschaft mit Macht, Aufmerksamkeit und Ansehen belohnen, wenn wir ihnen weiterhin mitgeben, dass sie nichts anderes sein können als Täter. "Wir verpulvern unsere Energie und verheizen uns selbst." "Der Schlüssel sind die Männer der nächsten Generation." - gleichzeitig reicht es nicht, die Verantwortung ausschließlich auf Mütter und ihre feministische Erziehung abzuwälzen.
Description
Book Information
Author Description
Nachsatz Mareike Fallwickls Roman Die Wut, die bleibt (2022) war ein großer Erfolg bei Presse und Publikum, kam bei den Salzburger Festspielen auf die Bühne und wird fürs Kino verfilmt. Und alle so still (2024) gelangte in die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste und wird ebenfalls fürs Theater adaptiert. Mareike Fallwickl setzt sich online wie offline für Literaturvermittlung ein, mit Fokus auf weiblichen und diversen Erzählstimmen.
Posts
Dieser Text sollte an allen Schulen besprochen werden. Ab der 7./8. Klasse sollte diese Thematik bearbeitet und durchgesprochen werden. Es lassen sich dadurch mindestens 2 Schulfächer kombinieren. Mareike Fallwickl hat es auf den Punkt gebracht. Von mir aus hätte sie noch 400 Seiten mehr schreiben können. Ganz großartiger Text. Ich hoffe wirklich, dass er Grundlage für einige ernsthafte Auseinandersetzungen innerhalb unserer Gesellschaftsstrukturen sein wird.
Feminismus dient allen und allen Geschlechtern!
Dieser Brieftext an die Regisseurin Jorinde Dröse trifft den Nerv und die Erfordernisse der Zeit – Feminismus und antipatriarchales Denken nützen keineswegs nur Frauen, das ist ein Missverständnis, sondern befreien auch Männer/männlich sozialisierte Menschen vom enormen gesellschaftlichen Druck, zum Beispiel auch davon, nur bestimmte Gefühle zeigen zu können/dürfen (eigentlich nichts außer Wut). Das Patriarchat schadet uns allen kollektiv, deshalb bedeutet Feminismus auch nicht „Frauen gegen Männer“, sondern es ist wichtig, dass Männer sich der feministischen Bewegung anschließen, damit durch ein „wir“ alle profitieren. Der sachliche Text bringt gedanklich enorm weiter, bietet wertvolle Impulse und ist insgesamt hoffnungsvoll. Große Leseempfehlung, auch für Männer!
Als Brief an Jorinde verfasst, setzt sich die Autorin damit auseinander, wie weit wir im Feminismus bereits gekommen sind und wo wir aktuell stehen. Sie betont, dass wir nicht gegen Männer, sondern mit ihnen kämpfen müssen, um das Patriarchat zu überwinden und echte Veränderungen zu schaffen. Denn auch Männern werden - genauso wie uns Frauen - von klein auf patriarchale Strukturen vermittelt. Fallwickl plädiert für ein Miteinander, denn auch Männer profitieren vom Feminismus. Ich fand diesen kurzen Text sehr gelungen. Er spiegelt Fallwickls eigene Gedanken wider, die sie mit ihren Berufskollegen teilt- besonders, dass Männer hier bewusst mit einbezogen werden. Ja, wir Frauen kämpfen weiterhin um Anerkennung. Doch wenn wir nicht gemeinsam mit den Männern nach Lösungen suchen, bleibt der Kampf endlos. Andernfalls steuern wir immer weiter in eine Abwärtsspirale, wie wir es aktuell im Rechtskonservatismus sehen, der in vielen Ländern zunehmend an Macht gewinnt. Und ja: Feminismus ist politisch.
Mit ihrem Brief an Jorinde hat Mareike Fallwickl einen sehr schönen, kurzweiligen, aber wichtigen Gedankenaustausch niedergeschrieben.
Nur wenn wir als Menschen (!) zusammenhalten, verständnisvoll, offen miteinander umgehen, können die patriarchalischen Strukturen durchbrochen werden. Dazu bedarf es jede:n. Vorallem als Mutter eines Sohnes, sprach sie viele Punkte an, die ich sehr gut nachvollziehen kann: „Wie Säure frisst der patriarchale Content sich durch die Schutzhülle, die feministisch denkende Mütter über ihre Söhne ausbreiten.“
Yesss!
Der Brief von Mareike Fallwickl an die „Liebe Jorinde“ ist ein richtig guter Text über den „neuen Feminismus des Miteinanders“ mit vielen wichtigen Überlegungen, wie der gelingen kann. Es werden Gedanken darüber angestellt, wie Männlichkeit in der gesellschaftlichen Entwicklung entsteht und wie die damit verbundenen Normen und Werte zustande kommen. Dabei arbeitet Fallwickl mit vielen Referenzen zu Autor:innen, Politiker:innen, Filmen und Serien. Es wird deutlich gemacht, dass Männer nicht mit dem vorherrschenden Männlichkeitsbild auf die Welt gekommen sind, sondern soziologisch geprägt werden und wie man sie zu einem Wandel des Männlichkeitsbildes unterstützen kann. Fette Empfehlung!
Für einen neuen Feminismus des Miteinanders
"Heute geht es darum, marginalisierte Gruppen in einem intersektionalen Feminismus zu vereinen, zu begreifen, wer unter dem patriarchalen System leidet. Dieses Erkennen schließt noch nicht die Männer mit ein. Vielleicht wird die Welt sich verändern, wenn wir begreifen: Männer können und sollten Verbündete sein. Das sind sie aktuell nicht oder zu wenig. Wenn wir Veränderungen erreichen wollen, wenn wir gerade jetzt, da uns die Demokratie unter dem Arsch zu zerbröseln scheint, aus diesem ewigen Kreislauf voller Gewalt, Krieg und Umweltzerstörung ausbrechen wollen, brauchen wir einen neuen Feminismus das Miteinanders." Ich möchte dieses kleine, kluge und schöne Buch am liebsten ein Dutzend Mal kaufen und verschenken. Ich finde auf jeder Seite Zitate, die ich mit all meinen Mitmenschen teilen möchte. Mareike Fallwickl bringt hier so viel Wichtiges auf den Punkt, fordert auf in Aktion zu treten und macht gleichzeitig Hoffnung in diesen schweren Zeiten. 6/5 Sternen
„Ich halte es immer und in jeder Hinsicht mit bell hooks: Die Männer sind, auch wenn wir sie mit gutem Grund so definieren, nicht der Feind. Sie müssen echte Partner im Kampf um Gleichberechtigung werden, damit dieser Kampf überhaupt eine reelle Chance hat. Sie müssen ihre Augen öffnen und ihre Herzen auch, sie müssen sich an unsere Seite stellen, statt sich uns in den Weg. Männer brauchen den Feminismus, damit sie befreit werden von all den vergifteten Vorstellungen, wie sie zu sein haben und wie sie leben müssen. Aber der Feminismus braucht umgekehrt die Männer. Weil wir nicht vom Fleck kommen, wenn wir gegen die männliche Ubermacht anbrüllen. Wer immer wieder gegen eine Tür aus Eisen läuft, rennt sich auf Dauer den Schädel ein. Es muss einen anderen Weg geben, um diese Tür zu öffnen. Und der Schlüssel sind die Männer der nächsten Generation." (S. 42) Besser kann ich es nicht sagen oder zusammenfassen.
Einfach bitte mal jeder dieses Buch lesen oder hören.
Für einige ist der Begriff "Feminismus" schon ein rotes Tuch. Aus den unterschiedlichsten Gründen: man möchte sich nicht bevormunden lassen, Gleichberechtigung wäre doch schon längst da, immer diese Frauen... Diesen Personen im Speziellen, aber auch allen anderen empfehle ich dieses Buch. Es schildert die Lage für Frauen, aber auch Kindern in unserer Gesellschaft, doch ohne den erhobenen Zeigefinger. Es macht deutlich, dass Feminismus allen zu Gute kommt, den Frauen, den Männern, auch den Kindern, einfach der ganzen Gesellschaft. Es bietet einen guten ersten Einblick, bitte lest es
Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen "Ich glaube [...] daran, dass das Aufbrechen patriarchaler Muster uns allen - Männer, Frauen, nichtbinären und trans Menschen - Luft zum Atmen gibt und die weltbewegende Chance, das Miteinander der Zukunft mit einer neuen Ausrichtung auf Fürsorge, Empathie und Menschlichkeit zu gestalten." Mareike Fallwickl ist für mich eine DER Stimmen der heutigen Zeit. Mit ihren Werken setzt sie sich seit jeher für Feminismus, Toleranz und Gleichberechtigung ein. Während viele ausschließlich mit dem Finger auf andere zeigen und sie für alles verantwortlich machen, was in unserer Gesellschaft falsch läuft, hat sie verstanden, dass wir uns miteinander verbünden müssen. Dass Schuldzuweisung nicht der Weg ist, sondern vielmehr gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Mit "Liebe Jorine" entlässt sie einen ehrlichen, wichtigen und zum Nachdenken anregenden Text an ihre Freundin Jorinde in die Welt und eröffnet uns damit Zugang zu ihren Gedanken, in denen sie für einen inklusiven Feminismus plädiert. Einen, der alle Geschlechter miteinbezieht. Weil Jungs nicht per se mit misogynen Verhaltensweisen auf die Welt gebracht werden, sondern wir sie viel häufiger mit unserem Denken und Handeln auf einen falschen Weg lenken, sie dazu drängen die vermeintlichen Eigenschaften des starken Geschlechts einzunehmen, weil wir Zuneigung, Hingabe und Emotionalität bei einem Mann noch oft als verweichlicht und unmännlich ansehen. "Wie Säure frisst der patriarchale Content sich durch die Schutzhülle, die feministisch denkende Mütter über ihren Söhnen ausbreiten. Argumente der Liebe und Gleichberechtigung müssen den Jungs vorkommen wie ein theoretisches Konstrukt, denn ihre erlebte Realität ist eine andere." Ich wünsche mir dass alle dieses Buch lesen und wir an einem Feminismus arbeiten, den wir alle dringend brauchen, einem Feminismus des Miteinanders.

Lest „Liebe Jorinde“ und fühlt euch wie ich in der Intuition bestätigt, dass wir nur gemeinsam das Ruder rumreißen können. Mal zart und besorgt, mal gewohnt brachial und messerscharf komponiert, kann man aus dieser Lektüre nur bewegt und verändert hervorgehen. Eine Loslösung vom Patriarchalen kommt nicht nur den Frauen zu Gute. Die Gestaltung als Briefform schafft eine Nahbarkeit und gleichermaßen eine Dringlichkeit, eine Verbundenheit zwischen all jenen zu schaffen, die für feministische Überzeugungen einstehen, ohne die wir in Zeiten der Spaltung noch weniger als ohnehin nur möglich auszurichten vermögen werden.
„Wer immer wieder gegen eine Tür aus Eisen läuft, rennt sich auf Dauer den Schädel ein.“
Alles was Fallwickl schreibt, landet früher oder später auf meiner Leseliste. So auch dieser kurze, fiktive Brief an Jorinde. Sie formuliert darin messerscharfe Beobachtungen zu Misogynie, Patriachat und Sozialisierung und stellt sich die Frage, was sie als Mutter eines Sohnes tun kann, um verfestigten Strukturen entgegenzuwirken. Und das ohne den Männerhass, der ihr oft vorgeworfen wird. Kurz und knapp bringt die Autorin viele wichtige Gedanken zu aktuellen Fragen und Themen auf den Punkt. Wenn ich könnte, würde ich den Text in jeder Schule, jeder Arztpraxis und jedem Supermarkt auslegen, und hoffen, dass so viele Menschen wie möglich ihn lesen.
Große Empfehlung 🫶🏻
Das Buch ist so kurz, aber so intensiv. In Briefform stell die Autorin Fragen zum Thema Feminismus und darüber, wie Männer unterstützen können, dass alle gleichberechtigt leben. Die Fragen haben mich als Leserin zum Nachdenken angeregt. Sie haben mir noch einmal vor Augen geführt, in was für einem Ungleichgewicht wir leben. Auch wenn ich in einer privilegierten Position bin, gehöre ich zu einer kleinen Gruppe, wenn man die gesamte Welt betrachtet. Und oftmals verliert man das aus den Augen, weil man der Meinung ist, allen anderen würde es besser gehen. Ich nutze meine Privilegien lieber. Informiere und Belese mich, damit ich dann an den passenden Stellen einhaken kann, wenn mir eine Ungerechtigkeit auffällt. Nehmt euch die Zeit und Lest diesen Text. 💚
„Feministische Männlichkeit definiert Stärke nicht als >Macht über< […]“
GENIAL!! UNBEDINGT LESEN!!!! Ich könnte heulen! Ich will Zitate aus diesem Buch auf riesige Plakate drucken und überall aufhängen! Ich streiche mir ganze Absätze und Seiten an!! Einziger Kritikpunkt: Ich würde mir wünschen, sie würde zwei verschiedene Begriffe verwenden, einen für Männer und einen für Arschlöcher! Hier nur ein paar Zitate, von so so soooo vielen genialen: „Er hat Eigenschaften gezeigt, die für uns weiblich konnotiert sind - Empathie, Für-sorge, Kommunikationsfähigkeit - und automatisch als »unmännlich« gelten, weil wir unserem binären System zufolge Männlichkeit als Gegenteil von Weiblichkeit definieren und umgekehrt.“ S. 9 „Wir wissen, dass junge Frauen immer feministischer denken, während junge Männer sich eher rechtem Gedankengut zuwenden, auch die Aufschlüsselung nach Alter und Geschlecht bei den besagten Wahlergebnissen zeigt das deutlich. Dass das an einer generellen Orientierungslosigkeit liege, heißt es, weil es keine »neuen Vorbilder« für diese jungen Männer gebe. »Weil das Männliche nicht mehr die Norm sein soll, es aber auch keine neue gibt, ist eine Art Vakuum entstanden, das mit Gewalt gefüllt wird«, schreibt Susanne Kaiser dazu.“ S. 31 „So gern Männer #notallmen rufen und behaupten, Frauen würden übertreiben, wissen sie in Wahrheit genau, dass von anderen Männern Gefahr ausgeht. Sie wissen es auch als Väter, weil sie zu ihren Töchtern nie sagen würden: »Selbstverständlich kannst du zu jedem wildfremden Typen ins Auto steigen, wir dürfen Männer nicht pauschal vorverurteilen, fahr ruhig mit, not all men!« Allerdings ist das auch genau der Punkt: Sie warnen ihre Töchter, ihre Schwestern, Mütter, Freundinnen. Sie sprechen aber nicht mit ihren Mitmännern, ziehen sie nicht zur Rechenschaft bei unangebrachten Bemerkungen, stellen sich im entscheidenden Moment nicht dazwischen. Sie schauen zu und schauen weg. Dabei macht es einen Unterschied, wenn Männern von Männern Einhalt geboten wird, weil das Nein einer Frau sowieso nichts zählt.“ S. 32f
Kernaussage des Buches: Feminismus nützt allen (auch den Männern) und geht nur gemeinsam. Das Mareike Fallwickl in ihrem Buch diese wichtige These beleuchtet finde ich sehr gut. Klug und zeitgemäß widmet sie sich diesem Thema, ganz ohne zu Kategorisieren oder Hass zu schüren. Auch für Eltern, die ihre Kinder nicht nach den patriarchalen Rollenstrukturen erziehen wollen, werden gute Denkanstöße geliefert. Ein Wegweiser für ein modernes Miteinander der Geschlechter. Dennoch hatte ich mir von dem kleinen Büchlein doch noch etwas mehr erhofft. 20 Euro für 70 Seiten ist nicht wirklich angemessen, obwohl so etwas doch jeder gelesen haben sollte.

»Wie können Männer lernen, sich zu öffnen, die Maske der Gleichgültigkeit abzulegen, die das Patriarchat ihnen aufzwingt?«
Inwiefern sehnen sich Frauen nach typisch „männlichen“ Partnern und brauchen sie diese sog. Männlichkeit, um sich zu ihnen hingezogen zu fühlen, mehr als einen Mann, der sich seiner Gefühle bewusst ist und stereotype Frauen zugeordnete Tätigkeiten wie den Haushalt, Kochen oder die Erziehung der Kinder übernimmt? Dass „starke“ Männer – samt kritischer, beiläufig und eigens zu beeinflussender Eigenschaften – nicht nur unter seinesgleichen als „männlich“ angesehen, sondern auch von Frauen als solche begehrt werden, ist leider durchaus der Fall. Diesbezüglich könnte ich viel erzählen, doch es soll hier nicht um mich gehen. Dass diese sog. Männlichkeit – mal für nur ein Geschlecht, mal für alle – Nachteile bis hin zu drastischen Folgen mit sich zieht, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Ausgehend dieser Tatsachen, beschäftigt sich die Autorin Mareike Fallwickl in ihrem fiktiven, essayistischen Brief an Jorinde, mit der Problematik, inwiefern Männer die Gesellschaft beeinflussen, indem sie selbst unter patriarchalen Strukturen leiden, durch diese negativ sozialisiert werden und Teil des Problems sind. Nur wenn man sich dieser Sachlage überhaupt bewusst ist, kann man – sofern sich alle daran beteiligen – gemeinsam etwas bewirken, um dadurch eine bessere Welt für alle zu ermöglichen. Dafür plädiert Fallwickl in ihrem ersten Sachbuch, fernab von jeglichem Männerhass, der ihr so oft vorgeworfen wird. Ein Buch, das sich mit konkreten Fragen beschäftigt und weitere aufwirft. Dabei sind die behandelten Themen keineswegs neu und auch die Gedanken und Überlegungen Fallwickls dazu sind es nicht, dennoch ist dieses Buch ein weiteres, das sich mit dieser Problemstellung beschäftigt, die uns alle betreffen und mindestens zum Nachdenken anregen sollte.

Wirklich gelungene Gedankensammlung zum modernen Feminismus. Aktuelle Zeitgeschehnisse wurden zur Veranschaulichung mit eingebunden, was die Thematik entstaubt hat. Besonders gut hat mir gefallen, dass hier nicht auf Männer "geschossen" wurde, sondern durchaus gesehen wurde, wie die gesellschaftliche Haltung auch dazu beiträgt, dass Männer in bestimmte Rollen und Attribute gesteckt werden. Leider waren die letzten 1-2 Seiten derart dick aufgetragen für das Schlussplädoyer (à la "Viva la revolution), dass ich hier den Stern abgezogen habe.
Dieses schmale Büchlein hat mich umgehauen und ich kann selbst Tage später an kaum etwas anderes denken. Fallwickl legt dar, warum wir einen inklusiven Feminismus brauchen und warum das Patriarchat allen schadet – auch Männer. Sie zeigt uns Lösungsvorschläge auf, auch wenn ich mir hier persönlich etwas mehr gewünscht hätte. Es hätten hier locker doppelt so viele Seiten gefüllt werden können, jedoch soll es auch zum Nachdenken und darüber reden anregen. Und das hat sie bei mir geschafft. 💛💜 Wir wissen längst, was für eine fantastische Autorin Mareike Fallwickl ist – ich habe jedes ihrer Bücher gelesen, manche mehrfach. Hier hat sie wie üblich geliefert! Ein so wichtiges Buch, das BITTE JEDE*R VON EUCH LESEN SOLLTE!!!!! 💜💛 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar Kjona Verlag und Kirchner Kommunikation

Aktuell & deutlich
Ein wichtiges Thema. Ein schnell gelesener Brief, der so ein basal wichtiges Thema mit Gefühl vermittelt. Zum Mitfühlen, zum Reindenken, zum Beobachten und zur Selbstreflexion. Wir erziehen wir Jungs im Patriarchat? Und was bräuchten sie eigentlich? Ein kontextueller Blick von einer wunderbaren Feministin.

Mareike Fallwickls Essay ist sprachlich stark, emotional und stellt viele wichtige Fragen zu Patriarchat, Männlichkeit und Gleichberechtigung. Ich stimme zu, dass es ohne Männer keine echte Veränderung geben kann und dass patriarchale Strukturen allen schaden. In ihren Erklärungen lässt Fallwickl Männer jedoch stellenweise in eine Opferrolle rutschen, was Männern entgegenkommt, ihre aktive Verantwortung und ihr Festhalten an Privilegien aber zu wenig klar benennt. Viele Gedanken sind klug und anregend, andere empfinde ich als zu vereinfacht. Insgesamt ein wichtiges, aber für mich zwiespältiges Essay.
Mareike Fallwickls Essay „Liebe Jorinde oder warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen“ ist sprachlich eindringlich, emotional und voller wichtiger Gedanken über Patriarchat, Männlichkeit, Erziehung und weibliche Erschöpfung. Viele Passagen sind klug formuliert und regen stark zum Nachdenken an. Ich stimme der Autorin zu, dass wir ohne Männer keine echte Gleichberechtigung erreichen werden und dass patriarchale Strukturen nicht nur Frauen, sondern auch Männer beschädigen. Die Beschreibung männlicher Sozialisation, emotionaler Verarmung und der Enge traditioneller Männlichkeitsbilder ist ein wichtiger Teil feministischer Analyse. Gleichzeitig bleibt bei mir ein deutlicher Zwiespalt zurück. In ihren Erklärungen lässt Fallwickl Männer immer wieder in eine Opferrolle rutschen. Das entlastet Männer, passt gut in ein versöhnliches Narrativ, blendet aber aus, dass viele Männer ihre Machtposition bewusst verteidigen und ihre Privilegien nicht aufgeben wollen. Gerade das halte ich für problematisch, wenn man sich klar feministisch positioniert. Vieles wird sehr stark über das System erklärt, wodurch individuelle und kollektive Verantwortung von Männern stellenweise verwischt wird. Dass Männer nicht nur geprägt sind, sondern auch aktiv profitieren und Widerstand gegen Veränderung leisten, kommt mir zu kurz. Auch beim Thema Erziehung empfinde ich den Fokus als unausgewogen: Mütter werden intensiv reflektiert, ihre Grenzen und Überforderungen benannt – was wichtig ist –, während Väter häufig abstrakt bleiben, obwohl gerade sie in der Verantwortung stehen müssten, patriarchale Muster zu durchbrechen. Dass man durch bewusste Erziehung, Gespräche und Aufklärung sehr wohl Einfluss nehmen kann, wird mir im Essay zu stark relativiert. Das Konzept eines „Feminismus des Miteinanders“ finde ich grundsätzlich wertvoll. Gleichzeitig wirkt es für mich an manchen Stellen zu harmonisch gedacht, solange reale Machtverhältnisse und männliche Verweigerungshaltungen nicht klarer benannt werden. Insgesamt ist dieses Essay für mich ein wichtiges, kluges und gut geschriebenes Buch, das viele relevante Fragen stellt – aber eines, bei dem ich in zentralen Punkten nicht mitgehen kann. Ich bin daher zwiegespalten: in Teilen überzeugt, in anderen deutlich kritisch. 3,5 von 5 Sternen.
Für eine längere Autofahrt auf der man etwas lernen will sehr zu empfehlen! Mareike Fallwickl bringt auf anschauliche Art und Weise feministische Themen auf den Punkt und ich hätte ihr auch nochmal doppelt so lange zugehört, weil es so interessant war! Für Fans der Autorin auf jeden Fall ein Must-Read!
Ein Plädoyer für einen Feminismus des Miteinanders
Mareike Fallwickl beweist einmal mehr, wie treffsicher und klug sie schreibt. „Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen“ ist ihr erstes Sachbuch! In Briefform an ihre Freundin Jorinde, aber gleichzeitig auch an die kommende Generation gerichtet, entfaltet Fallwickl auf nur 72 Seiten eine beeindruckende Tiefe. Sie stellt Fragen, die herausfordern, inspiriert und zum Nachdenken anregen. Ihr Ansatz: Feminismus darf nicht spalten, sondern muss verbinden. Es geht nicht um „Frauen gegen Männer“, sondern darum, patriarchale Strukturen gemeinsam zu überwinden – für eine gerechtere, empathischere Welt. Stark ist ihre Botschaft, dass Veränderung bei Bewusstsein beginnt. Sie fordert uns auf, Rollenklischees aufzubrechen, Jungen wie Mädchen zu stärken und Fürsorge sowie Menschlichkeit ins Zentrum unseres Handelns zu stellen. Dieses Buch hat mich bewegt, bestätigt und motiviert. Es ist ein leidenschaftlicher Appell für Hoffnung und ein Miteinander, das uns allen zugutekommt. Meine Empfehlung: Lest dieses Buch! Es ist klein im Umfang, aber groß in seiner Wirkung.
"Denn für jene, die jung sind, ist es so viel wichtiger, dass sich etwas ändert, sie haben viel mehr Zukunft übrig als wir."
Liebe Jorinde ist ein Brief von Mareike Fallwickl an ihre Freundin Jorinde in dem sie über Patriarchat, Rollenbildern, Mutterschaft schreibt. Sie klangt an. Uns. Eine Gesellschaft, die immer noch auf dem Boden der Ungleichberechtigung steht und es nicht wagt, diesen umzugraben, um Gerechtigkeit für alle herzustellen. Wir müssen dieses System nicht reparieren – wir müssen es verlernen. Fallwickl schreibt ehrlich, klug, schmerzhaft. Sie schreibt auf diesen wenigen Seiten tief berührend über Jungen, denen jegliche Gefühle untersagt, außer Wut, und darüber, warum wir unsere Kinder zu Menschen erziehen sollten, nicht zu Männern (oder Frauen). Sie setzt sich ein für einen Feminismus des Miteinanders, in dem wir gemeinsam ein Bewusstsein dafür aufbauen, dass wir alle Teil einer patriarchalen Gesellschaft sind und auch nur gemeinsam etwas verändern können. Ich habe dieses Buch beim Autofahren gehört und fast jeder Satz hat mich, selbst Mutter eines Sohnes mitten ins Herz getroffen. Es hat mich aufgewühlt, und wie vor allem auch ihre letzten beiden Romane ein Feuer in mir geschürt, einen Antrieb zu kämpfen für ein Welt, in der mein Kind Mensch sein kann, ohne von patriarchalen Strukturen ausgebremst zu werden.
Ich hatte gehofft, dass dieser Essay vielleicht einen Beitrag leistet zu einem Verständnis von Geschlechterverhältnissen, dass dieses Buch als Eintrittstor für jene gelten kann, die in ihrem liberalen Verständnis von Geschlechterungleichheit stagnieren. Bekommen habe ich aber genau das, was ich insgeheim befürchtet hatte: Eine linksliberale, sehr verkürzte und teilweise faktisch falsche Analyse, die sich im Wesentlichen darin erschöpft, das Patriarchat als Ursache allen Übels zu benennen. Soweit, so vorhersehbar. Machen wir es mal konkret: Dass Diskriminierungsformen wie Sexismus und Misogynie existieren, ist in diesem Essay bereits die Analyse des Problems. Fallwickl stellt kein einziges Mal die Frage nach dem Zweck des Patriarchats, warum er existiert, wie er sich im Kontext kapitalistischer Produktionsverhältnisse entwickelt hat und wem er eigentlich nützt. Fallwickl benennt die Symptome als Ursache und stellt diese sogar einfach so als gegeben hin. Dass Klassenverhältnisse, Eigentumsverhältnisse oder materielle Bedingungen überhaupt nicht vorkommen, ist für ein Buch, das einen „neuen Feminismus“ proklamiert, einfach nur schwach und unzureichend. Wer Geschlechterungleichheit wirklich erklären will, muss die kapitalistische Produktionsweise erklären. Ohne das bleibt alles moralisch, identitätspolitisch, individualisiert. Schade um den Ansatz. Zwei Sterne, weil das Anliegen berechtigt ist, aber daraus leider nun wirklich nichts entstanden ist, was man „neuen Feminismus“ nennen könnte.
Manche Bücher liest man, klappt sie zu – und denkt lange, sehr lange darüber nach. „Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen“ ist genau so ein Buch. Mareike Fallwickl hat es geschafft, auf gerade mal rund 70 Seiten mehr zu sagen als viele Bücher mit dem Zehnfachen an Umfang. Und zwar nicht trocken oder abstrakt, sondern direkt, ehrlich und mitten ins Herz. Das Buch ist als Brief der Autorin an ihre Freundin Jorinde geschrieben. Und obwohl man als Leserin oder Leser gar nicht gemeint ist, fühlt man sich trotzdem persönlich angesprochen. Oder vielleicht gerade deshalb. Es ist, als würde Mareike Fallwickl auch mir schreiben. Und dir. Uns allen. Sie spricht über Feminismus – aber nicht belehrend oder mit erhobenem Zeigefinger. Sondern mit Klarheit, Wärme und einer guten Portion Wut. Wut über ein System, das Mädchen beibringt, laut und stark zu sein (zum Glück!), aber Jungs oft keine Chance gibt, zärtlich, fürsorglich oder verletzlich zu sein. Und sie fragt: Wie soll Gleichberechtigung funktionieren, wenn wir nicht alle mitnehmen? Was mich besonders berührt hat: Fallwickl macht klar, dass es beim neuen Feminismus nicht um ein Gegeneinander geht, sondern um ein echtes Miteinander. Dass Männer keine Feinde sind, sondern Teil der Lösung sein müssen. Und dass wir alle – Eltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen, Medien, Politik – gefragt sind. Denn patriarchale Strukturen verschwinden nicht von selbst. Und schon gar nicht, wenn wir sie weiterhin mittragen, wenn auch oft unbewusst. Ich habe mich als Mutter und Frau in so vielen Gedanken wiedergefunden. Dieser Text hat mich bewegt, inspiriert und auch wachgerüttelt. Ein Buch, das ich jedem in die Hand drücken möchte, der Kinder großzieht, mit Menschen arbeitet oder einfach wissen will, wie wir unsere Zukunft gerechter gestalten können. Es ist ein Weckruf – leise, aber mit Nachdruck und vor allem voller Hoffnung. Lest es. Verschenkt es. Sprecht darüber. Es ist so wichtig.

Ein vor Empathie strotzender Text
Klar und emotional formuliert. Hat mitten in mein Herz getroffen. Habe ihn gleich 2x gelesen. Manch einer mag kritisieren, dass hier Männer zu arg zentriert werden und ihnen zu viel Verständnis entgegengebracht wird - aber ich denke manchmal wie die Autorin auch, wie lange sollen wir denn noch gegen dieses gewaltige Desinteresse anrennen? Weibliche Wut muss ihren Raum haben, definitiv. Niemand bestreitet das. Und den nehmen wir uns. Aber kommen wir damit aktuell wirklich weiter? Ich kenne Fragestellungen wie "für was brauchen wir Männer eigentlich noch?", die ich ab und an auf Social Media sehe und die empowernd und vielleicht auch ein bisschen provokant sein sollen. Den Gedanken der Autorin finde ich aber sehr treffend: Wir brauchen Männer doch - als Verbündete im Kampf gegen das Patriarchat. Sie verdienen Räume, in denen sie emotionale Verfügbarkeit lernen können. Auch sie sind nicht immer nur Täter, sondern auch Opfer dieses Systems. Vielleicht legen wir darauf bislang wirklich zu wenig wert. Es muss einen Weg miteinander geben, an dessen Ende wir alle verstehen, dass dabei jeder unabhängig des Geschlechts nur gewinnen kann.
Eine Empfehlung für jeden Menschen der bereit ist unsere Gesellschaft und unser System aus einer kritischen aber auch lösungssuchenden Sichtweise zu sehen und vorallem bereit ist etwas zu verändern wenn auch nur bei seinen*ihren eigenen Gedankenstrukturen. Das Buch von Mareike Fallwickl hat meine Sicht auf Feminismus verändert. In ihren anderen Büchern habe ich der extremen Wut und Hilflosigkeit von Frauen nachfühlen können und habe dadurch meinen Fokus auf feministische Themen gelenkt. In feministischen Kreisen wird ganz oft der Hass gegenüber Männern bzw. dem Verhalten von Männern betont. Mareike Fallwickl weist aber in diesem Buch daraufhin, dass dieser Hass feministische Bewegungen eher schwächt und das Patriarchat weiterhin stärkt. Denn es sind nicht nur die Frauen (die oft mit Feminismus in Verbindung gebracht werden), die von einer antipatriarchalen Welt profitieren würden sondern auch die Männer. Doch denen ist das leider oft nicht bewusst oder eher gesagt sie lernen es anders und deswegen wird ihr Bewusstsein nicht darauf gelenkt. (Genauere und ausführlichere Zusammenhänge warum das so ist und woher es kommt werden im Buch erklärt.) Außerdem finde ich bei diesem Buch sehr gut dass Mareike Fallwickl nicht nur die Probleme an den patriarchalen Strukturen aufweist sondern auch Lösungsansätze vorschlägt.
Starkes und hoffnungsvolles Buch!
"Männer sitzen dem Framing auf, dass Gleichgerechtigkeit eine Art Kuchen ist, von dem sie den größten Teil besitzen, und dass alles, was marginalisierten Menschen zugesprochen wird, ihnen weggenommen wird. Sie haben (noch) nicht verstanden, dass wir etwas vollkommen anderes backen wollen, gemeinsam. Sie sehen (noch) nicht, dass sie nichts verlieren, sondern unendlich viel gewinnen würden, wenn sie sich am Kampf gegen das Patriarchat beteiligen."
Von Mareike Fallwickl bin ich seit „Die Wut, die bleibt“ sowieso großer Fan, die Art wie sie über Feminismus schreibt, sich Gehör verschafft und durch teilweise radikale literarische Erzählungen Probleme der patriarchalen Gesellschaft aufzeigt. Auch für „Liebe Jorinde“ finde ich ganz große Bewunderung und würde mir wünschen jeder (auch Männer! - vor allem Männer?) würde es lesen. Ps. Ich glaube mit Kjonas Reihe „Briefe an die kommende Generation“ hab ich ein neues Lieblingsformat entdeckt.
Wichtig und richtig!
Als Mutter eines 35-jährigen Sohnes bin ich ziemlich stolz darauf dass ich ihm, soweit ich das beurteilen kann, kein Frauenbild devotes vorgelebt habe, mich mit seiner Rolle als Mann auseinandergesetzt habe, als er noch sehr klein war, und mir immer bewusst war, dass ich als Mutter einen maßgeblichen Anteil daran habe, wie feministisch er sein wird. Ich wollte niemals Hotel, Mama sein! Es war nicht leicht, weder für ihn noch für mich, diese Geschlechterrollen aufzubrechen. Aber ich glaube, wir haben es ganz gut hingekriegt. In dem neuen Buch aus der Reihe. “Briefe an die kommenden Generationen“ widmet sich Mareike Fallwickl einem neuen Anspruch an gelebtem Feminismus. Wie schaffen wir es, gemeinsam Verantwortung für eine Gleichstellung der Geschlechter zu übernehmen? Und was muss geschehen, damit Männer Verbündete werden? Wie gehen wir in Familie und Gesellschaft damit um? Das hat Fallwickl so gut in Worte gefasst, dass ich es am liebsten jedem in die Hand drücken möchte. Sie nähert sich dem Thema auf vielschichtige Art und Weise und das gerade mal auf 70 Seiten. Mädchen haben wir motiviert stark, unabhängig und kämpferisch zu sein. Aber wer von uns hat Jungs ermuntert emotional zu werden, Fürsorge leben zu wollen und schwäche einzugestehen? Diese vermeintlich weiblichen Attribute gelten als schlecht und da liegt schon mal der erste Fehler. Es ist wunderbar, wie die Autorin darstellt, dass unsere Gesellschaft eine bessere ist, wenn all diese Emotionen Platz bekommen. Sie sind wichtig für ein gutes Miteinander. Ich könnte jetzt hier noch viel mehr schreiben, aber das Buch ist so kurz und ich möchte ihm nicht zu viel vorwegnehmen Aber meine Gefühle waren sehr stark beim Lesen. Als Pädagogin sehe ich mich auch in der Verantwortung und bin mir bewusst, dass es sehr schwer ist, Rollenbilder im Arbeitsalltag aufzubrechen. Genderneutrales Spielmaterial ist mittlerweile selbstverständlich, auch Bilderbücher, die das widerspiegeln gehören, zu unserem Repertoire, aber es kommen sehr viele Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Kitas und da wir aufgrund von extremen Fachkräftemangel sowieso gefordert sind den Alltag mit minimale Ressourcen pädagogisch wertvoll zu gestalten, ist das individuelle eingehen auf das was die Kinder mitbringen oft kaum möglich. Es fällt auf, dass Jungs sich nicht groß verändert haben, in den letzten 30 Jahren, während Mädchen zielgerichteter, raumgreifender, und lauter geworden sind. Und das ist auch gut so! Der literarische Pädagogikklassiker „Kleine Helden in Not“ von Dieter Schnack hat mich schon als junge Mutter für das Thema geöffnet. Ich müsste die überarbeitete Ausgabe noch mal lesen, um zu sehen, ob auch das zukunftsweisend ist. Was aber sicherlich nicht anders ausgedrückt wird, ist das männliche und weibliche Role Models sich ihrem Einfluss bewusst sein müssen, alles weibliche, nicht negativ darzustellen, sondern Jungs zu ermuntern, diese Attribute anzunehmen. Ich sag mal so: Mädchen werden gerne ermuntert, ihr Fahrrad zu reparieren oder eine Bohrmaschine zu benutzen, aber welche Eltern melden ihren Sohn für einen Handarbeit Kurs oder ermuntern ihn ein Puppenvati zu werden? Wo ich kaum Entwicklung sehe, was aber unbedingt nötig ist, ist das Politik Männer gleichberechtigt in der Familienarbeit sehen. Elternzeit, verpflichtend für beide, getrennt voneinander wäre ja meine Idee genauso wie voller Ausgleichszahlungen für die Rente für die Person, die in Elternzeit geht, sowie Elterngeld, das sich auf beide Gehälter bezieht. Ganz toll, fand ich, die These unermüdlich mit dem männlichen Geschlecht darüber zu debattieren, warum sie meinen, Frauen beschützen zu müssen. Vor wem? Vor sich selbst? Warum ist das nötig? Und wie kann man das Problem beheben. Das hat Fallwickl sehr plastisch in Worte gefasst. Ich bin begeistert von diesem wichtigen Büchlein das ich dieses Jahr sicherlich recht häufig verschenken werde. Lest es! Alle!
was soll ICH zu diesem buch eigentlich großartig sagen,…
wenn mareike fallwickl den nagel doch schon selbst auf den kopf getroffen hat? ich kann nur so viel sagen: wer dieses buch nicht liest, verpasst wohl die beste liebeserklärung an eine zusammenhaltende, für gleichberechtigung und freiheit von patriarchalischen strukturen kämpfende menschheit. bei diesem buch bekommt man herzrasen. als überkäme dich eine welle neuen mutes und du möchtest menschen an die hand nehmen und endlich die welt umkrempeln. bis dich die realität wieder einholt und klar wird, wie weit wir von diesem neuen feminismus des miteinanders noch entfernt sind. das kann nur geändert werden, wenn mehr menschen diesen brief an die „liebe jorinde“ lesen – daher sollte das buch pflichtlektüre werden!
Gedankenaustausch
Inhalt: Manche sagen: Wenn Mütter ihren Kindern antipatriarchales Wissen vermittelten, hätten wir dank der nächsten Generationen schnell Gleichberechtigung. Dass es so einfach nicht ist, davon handelt dieses Buch. Denn während junge Frauen zunehmend feministisch denken, wenden sich junge Männer verstärkt misogynem Gedankengut zu. Meinung: Ich konnte zu so vielem nur Nicken! So viele Gedankengänge von ihr hatte ich auch oder so ähnlich. Nur das Marieke Fallwickel es einfach super formuliert und auf den Punkt bringt. Daher reichen wohl 80 Seiten aus, es hätten aber gerne noch viel mehr sein können. Ich finde das Buch als super Grundlage zum diskutieren in verschiedenen Bereichen, daher perfekt für die Schule um in einen Austausch zu kommen und Gedankenanstöße zu geben. Es bringt einen näher, wo der Feminismus in der heutigen westlichen Gesellschaft steht und was es Brauch um das Patriarchat zu ändern. Kurzweilig und gut und ich werde es an Männer weiterempfehlen.
Wichtiges Buch, Empfehlung an alle!
Zum Cover: Das Cover ist schön schlicht und einfach gehalten. Passt super. Zum Inhalt: In dem Essay „Liebe Jorinde oder warum wir einen Feminismus des Miteinanders brauchen“ geht es darum, dass es nicht so einfach ist, schnell echte Gleichberechtigung zu bekommen, wenn Mütter ihren Kindern antipatriachales Wissen vermitteln würden. Während die jungen Frauen immer feministischer denken, werden junge Männer immer rechter und frauenfeindlicher. Millionen Jugendliche konsumieren täglich millionenfachen Misogynen Content. Aber was kann in Familie und Gesellschaft dagegen getan werden? Haben Männer im Patriarchat immer nur Vorteile oder ist es bei genauerem Hinblick anders? Aber auch, weshalb sie im feministischen Kampf immer dagegen und nie dafür? Meine Meinung: Ich fand das Hörbuch von „Liebe Jorinde oder warum wir einen Feminismus des Miteinanders brauchen“ total interessant, inspirierend und informativ. Vor allem war/ ist das Buch aber richtig wichtig im Thema Feminismus. Ich würde das (Hör-)Buch ganz klar zu einer Pflichtschullektüre machen und sie an möglichst vielen Schulen lesen und besprechen!!! Definitiv ein Buch zum Nachdenken und eine klare Empfehlung an wirklich jeden!
Das Patriarchat ist in der Krabbelgruppe und im Kindergarten. Es ist in so gut wie jedem Bilderbuch und jeder Zeichentrickserie. Es geht mit in die Schule, es ist bei jeder sozialen Interaktion anwesend, es turnt über den Spielplatz. Es sitzt neben den Großeltern am Küchentisch, es nimmt an der Klassenfahrt teil. Es lacht aus Filmen heraus und springt in Comics zwischen den Zeilen umher. Es bildet den Rahmen für YouTube-Videos und TikTok-Content. Es ist in jedem Porno, in jedem Date-Setting, in jeder Beziehung, es kommt mit zum Gynäkologen und in den Kreißsaal, es färbt Spielzeug und T-Shirts und Duschgels, es sitzt bei Hochzeiten in der ersten Reihe.
Leicht, einfach, WICHTIG
Mareike Fallwickel fasst einfach zusammen, was wir brauchen: einen Feminismus für alle. In dem alle mitmachen und gemeinsam alles besser wird. Soweit bekannt, soweit idealistisch. Sie bleibt aber nicht beim Ideal, sondern liefert präzise Beobachtungen und Erklärungen, warum auch Männer unter dem Patriarchat leiden und es gleichzeitig mit beenden MÜSSEN. Und gibt Handlungsempfehlungen. Das alles kurz und knapp - damit für jeden lesbar. Ein paar Gedanken aus dem Buch - nicht unbedingt neu, aber umso brisanter: "Männer wissen, dass von Ihnen Gefahr ausgeht. Sie sprechen aber nicht mit ihren Mitmännern. Sie schauen zu und weg." "Es regt mich maßlos auf, dass wir das Verhalten von Jungs entschuldigen, indem wir so tun, als bewegten sie sich in einem luftleeren Raum und hätte keine andere Wahl." - obwohl es bereits positive Role Models gibt. Die kriegt nur kaum wer mit - weil es eben ZU WENIG.. Der Feminismus kommt solange nicht weiter, wie wie wir als Gesellschaft Jungs und Männern zu Tätern machen, ihre Täterschaft mit Macht, Aufmerksamkeit und Ansehen belohnen, wenn wir ihnen weiterhin mitgeben, dass sie nichts anderes sein können als Täter. "Wir verpulvern unsere Energie und verheizen uns selbst." "Der Schlüssel sind die Männer der nächsten Generation." - gleichzeitig reicht es nicht, die Verantwortung ausschließlich auf Mütter und ihre feministische Erziehung abzuwälzen.

























































