Vielleicht das Beste was ich dieses Jahr gelesen haben und jede Seite hat mich wütender gemacht, eine Unruhe in mir ausgelöst und mich sprachlos zurückgelassen. Ein fantastisches Werk!
Diese Geschichte zu lesen, war sehr intensiv und atmosphärisch stark verdichtet da auch die Personen in einem kurzen Zeitraum von nur wenigen Tagen handeln. Vielleicht war es für mich nochmal extra beeindruckend, da ich einem Krankenhaus arbeite.
Apr 16, 2026
5.0
Schreiende Stille
Vielleicht das Beste was ich dieses Jahr gelesen haben und jede Seite hat mich wütender gemacht, eine Unruhe in mir ausgelöst und mich sprachlos zurückgelassen. Ein fantastisches Werk!
Diese Geschichte zu lesen, war sehr intensiv und atmosphärisch stark verdichtet da auch die Personen in einem kurzen Zeitraum von nur wenigen Tagen handeln. Vielleicht war es für mich nochmal extra beeindruckend, da ich einem Krankenhaus arbeite.
Ich bin die Gebärmutter, mich verbinden sie mit Weiblichkeit. Über alles, was mit mir geschieht, entscheiden Männer. Zitat S. 34
Was wäre, wenn sich Frauen verweigern, nicht mehr putzen, betreuen, pflegen...? Diesem Gedankenexperiment geht Mareike Fallwickl nach und skizziert eine Dystopie in dem die Welt ins Chaos stürzt, weil weiblich gelesene Personen nicht zur Verfügung stehen.
Die Geschichte wird anhand der Hauptfiguren Ruth, Elin und Nuri erzählt. Alle drei haben im bisherigen Leben eine Menge erlebt. Ruth, die sich zunächst liebevoll um ihren behinderten Sohn Fritz kümmert und als er nicht mehr lebt aufopferungsvoll im Krankenhaus arbeitet, kein Nein kennt und bis zur absoluten Erschöpfung jede Schicht übernimmt, Überstunden macht.
Elin Anfang 20 von Selbstzweifeln zerfressen, immer das Handy in der Hand auf Selbstdarstellung programmiert, Bestätigung bei x-beliebigen Männern suchend bis einer sie benutzt und entgegen der Absprache kein Kondom verwendet. Ein Wendepunkt.
Nuri stammt aus prekären Verhältnissen, lebt in einer Hochhaussiedlung am Ende der Stadt. Die Eltern sprachlos, ist er von Beginn an auf sich gestellt muss jeden erdenklichen, schlecht bezahlten und unmenschlichen, gesundheitsgefährdeten Job annehmen. Er solidarisiert sich früh mit den Frauen, die die Care-Arbeit niederlegen.
Die drei Figuren sind geschickt miteinander verbunden. Sie werden einander stützen, sich gegen die männliche Gewalt, die sich mehr und mehr Bahn bricht, auflehnen.
Das Buch hat mich bewegt und wird mich noch eine Weile beschäftigen. Die Liebe, Freundschaft und Solidarität unter den Frauen, machte mir Hoffnung und hat dem Buch etwas an Schwere genommen.
In der Danksagung erläutert Mareike Fallwickl die Idee zu Buch, die ihr schon beim Schreiben von "Die Wut die bleibt " gekommen ist. In diesem Buch wird die aktuelle gesellschaftliche Situation beschrieben. Im Buch "Und alle so still" schildert sie eune mögliche Zukunft. Erschreckend, aber nicht ganz unwahrscheinlich.
Unbedingt lesen als Fortsetzung von "Die Wut die bleibt "!
Mar 25, 2025
4.5
Ich bin die Gebärmutter, mich verbinden sie mit Weiblichkeit. Über alles, was mit mir geschieht, entscheiden Männer. Zitat S. 34
Was wäre, wenn sich Frauen verweigern, nicht mehr putzen, betreuen, pflegen...? Diesem Gedankenexperiment geht Mareike Fallwickl nach und skizziert eine Dystopie in dem die Welt ins Chaos stürzt, weil weiblich gelesene Personen nicht zur Verfügung stehen.
Die Geschichte wird anhand der Hauptfiguren Ruth, Elin und Nuri erzählt. Alle drei haben im bisherigen Leben eine Menge erlebt. Ruth, die sich zunächst liebevoll um ihren behinderten Sohn Fritz kümmert und als er nicht mehr lebt aufopferungsvoll im Krankenhaus arbeitet, kein Nein kennt und bis zur absoluten Erschöpfung jede Schicht übernimmt, Überstunden macht.
Elin Anfang 20 von Selbstzweifeln zerfressen, immer das Handy in der Hand auf Selbstdarstellung programmiert, Bestätigung bei x-beliebigen Männern suchend bis einer sie benutzt und entgegen der Absprache kein Kondom verwendet. Ein Wendepunkt.
Nuri stammt aus prekären Verhältnissen, lebt in einer Hochhaussiedlung am Ende der Stadt. Die Eltern sprachlos, ist er von Beginn an auf sich gestellt muss jeden erdenklichen, schlecht bezahlten und unmenschlichen, gesundheitsgefährdeten Job annehmen. Er solidarisiert sich früh mit den Frauen, die die Care-Arbeit niederlegen.
Die drei Figuren sind geschickt miteinander verbunden. Sie werden einander stützen, sich gegen die männliche Gewalt, die sich mehr und mehr Bahn bricht, auflehnen.
Das Buch hat mich bewegt und wird mich noch eine Weile beschäftigen. Die Liebe, Freundschaft und Solidarität unter den Frauen, machte mir Hoffnung und hat dem Buch etwas an Schwere genommen.
In der Danksagung erläutert Mareike Fallwickl die Idee zu Buch, die ihr schon beim Schreiben von "Die Wut die bleibt " gekommen ist. In diesem Buch wird die aktuelle gesellschaftliche Situation beschrieben. Im Buch "Und alle so still" schildert sie eune mögliche Zukunft. Erschreckend, aber nicht ganz unwahrscheinlich.
Unbedingt lesen als Fortsetzung von "Die Wut die bleibt "!
Ein unglaublich starkes, imposantes gesellschaftskritisches Werk. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight
Dieses Buch hat so viele Emotionen in mir ausgelöst- für mich jetzt schon ein Jahreshighlight! Einerseits hat mich das Werk total angesprochen, weil ich selber Teil des Gesundheitssystems war. Als Turnus- bzw. Assistenzärztin kann ich diese prekäre Situation im Krankenhaus nur bestätigen. Schlimm ist, dass es nicht ein KRH betrifft, sondern das im Prinzip für alle Häuser gilt. Im Buch steht viel über Pflege- das wurde zutreffend und gut beschrieben, ich möchte noch die ärztliche Seite ergänzen- denn bei uns ist es genau dasselbe. Ohne uns Frauen würde das System nicht funktionieren, trotzdem kämpfen wir unentwegt ums Ansehen und Anerkennung.
Dieser stille Protest- diese Stärke, diese unglaublich liebevolle Gemeinschaft- mich hat dieses Buch tief bewegt. Es hat mich unglaublich traurig gemacht, weil es offenlegt, wieviel Arbeit noch vor uns liegt und wie falsch alles ist.
Ich möchte der Autorin zu diesem starken, imposanten gesellschaftskritischem Buch gratulieren und kann es wirklich allen ans Herz legen es zu lesen.
Feb 8, 2026
5.0
Ein unglaublich starkes, imposantes gesellschaftskritisches Werk. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight
Dieses Buch hat so viele Emotionen in mir ausgelöst- für mich jetzt schon ein Jahreshighlight! Einerseits hat mich das Werk total angesprochen, weil ich selber Teil des Gesundheitssystems war. Als Turnus- bzw. Assistenzärztin kann ich diese prekäre Situation im Krankenhaus nur bestätigen. Schlimm ist, dass es nicht ein KRH betrifft, sondern das im Prinzip für alle Häuser gilt. Im Buch steht viel über Pflege- das wurde zutreffend und gut beschrieben, ich möchte noch die ärztliche Seite ergänzen- denn bei uns ist es genau dasselbe. Ohne uns Frauen würde das System nicht funktionieren, trotzdem kämpfen wir unentwegt ums Ansehen und Anerkennung.
Dieser stille Protest- diese Stärke, diese unglaublich liebevolle Gemeinschaft- mich hat dieses Buch tief bewegt. Es hat mich unglaublich traurig gemacht, weil es offenlegt, wieviel Arbeit noch vor uns liegt und wie falsch alles ist.
Ich möchte der Autorin zu diesem starken, imposanten gesellschaftskritischem Buch gratulieren und kann es wirklich allen ans Herz legen es zu lesen.