Männer töten
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Description
»Wer ist Opfer, wer Täter*in?«
Rasant erzählte Utopie eines wehrhaften Feminismus.
Anna Maria lebt ein typisches Großstadtleben: Sie arbeitet in einer hippen Firma, geht am Wochenende mit ihren Freundinnen feiern und hat eine komplizierte Ex-Beziehung. Bis sie Hannes an der Bar eines Nachtclubs kennenlernt. Er ist aus Engelhartskirchen, einem oberösterreichischen Dorf, von dem sie bis dahin noch nie gehört hat. Und ganz sicher rechnet sie nicht damit, eines Morgens mit Hannes in diesem Nest aufzuwachen. Als es doch passiert, lassen die Klischees zunächst grüßen: Kühe, Knödel, Kirchturmglocken. Dann aber bemerkt Anna Maria, dass nicht alles ins Bild passen will. Warum gibt es eine Pfarrerin, obwohl das Dorf katholisch ist? Wie kommt es, dass die Frauen hier viel lauter feiern als anderswo? Wo sind die Männer hin? Und was hat das alles mit Kathrin Glock zu tun? Eva Reisinger erzählt eine skandalöse Geschichte über Macht, Freundinnenschaft und weiblichen Zusammenhalt in einem ungewöhnlichen Setting. Eine Tour de Force durch dringliche Themen der Gegenwart, voller popkultureller Poesie.Book Information
Author Description
Eva Reisinger, 1992 geboren, wuchs in der oberösterreichischen Provinz zwischen Zeltfest und Wodkabull auf. Sie studierte in Wien Journalismus, arbeitete in Medienhäusern in Hamburg, Berlin und Istanbul. Ab 2017 baute sie einen Österreich-Schwerpunkt für das junge Medium der ZEIT auf und berichtete als Korrespondentin aus dem Nachbarland. Ihr erstes Buch »Was geht, Österreich?« erschien 2021 bei Kiepenheuer & Witsch. Für ihren Debütroman erhielt sie das Start-Literaturstipendium der Stadt Wien. Sie lebt als freie Autorin mit ihrer Hündin Frieda in Wien und träumt vom Matriarchat.
Posts
Naja, ein Burner war das nicht...
Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht von diesem Buch, da ich die Idee dahinter so gut fand, aber die Umsetzung gar nicht meins war. Es soll ein feministisches Werk sein, aber nur weil die Realität (Männer töten Frauen) umgedreht wird (hier töten Frauen Männer) hat das noch lange nichts mit Feminismus zu tun. Feminismus ist definitiv besser als DAS. VIEL besser. Ja, Frauen haben begonnen sich gegen ekelhafte, verbrecherische Männer zu wehren. Und das ist gut so. Aber doch bitte nicht mit Mord? Weiters hat mir der Schreibstil nicht gefallen. Es hat sich wie die Aneinanderreihung vieler Gedankensprünge gelesen, nicht wie ein durchdachtes Konzept. Die Story hätte so viel Potential gehabt, aber letztendlich wurde da nicht wirklich was draus. Interessant fand ich die (fiktive) Entstehung dieses sogenannten Matriarchats. Aber das wurde so kurz abgehandelt, es war einfach nur schade. Es war auch relativ unrealistisch, dass jahrelang niemand etwas von den Morden gemerkt haben soll. Einerseits sollte das Ganze Utopie sein, gleichzeitig orientierte sich alles an der aktuellen Realität. Nein, war leider nicht mein Fall, obwohl es das Zeug dazu hätte haben können.
Töten Männer oder werden Männer getötet?
Es gibt unzählige Bücher über mordende Männer, trotzdem interpretieren alle die mich beim Lesen drauf ansprachen in den Titel, dass Männer getötet werden. Wieso? To be fair... ja ok ... isso, aber was ist daran falsch? Seit Ewigkeiten werden Frauen in Büchern aus Rache, sexuellen oder psychischen Gründen ermordert ... warum ist ein Buch in dem es mal andersherum ist, für viele so geschmacklos? Warum kommt die Moralkeule "aber jetzt die Männer zu töten ist auch nicht richtig!"? Leute es ist ein Buch! Fragt jemand die ganzen anderen Autor:innen wie moralisch korrekt sie sich verhalten? Denke nicht. Ich weiß nicht mehr wer es gesagt hat, aber "Wir können froh sein, dass Frauen nur Gleichberechtigung wollen und keine Rache!" ist total korrekt. Und diese Rache wollen wir auch nur in Büchern. In unserer Fantasie. Und die ist doch frei oder nicht? Wäre sehr schön, könnte ich prima mit leben, wenn Männer das auch nur in Büchern täten. Ich habe irgendwie mit etwas ganz anderem gerechnet und gleichzeitig nicht. Ein bisschen mehr Tiefe, mehr Erklärungen wären schön gewesen, aber alles in allem ein tolles Buch. Viele schreiben die Figuren seien flach. Ich versteh schon die Aussage, aber kann das durch meine eigenen Gedanken zu den Figuren nicht nachempfinden. Ich kann mir ihr Verhalten gut erklären. Lieblingsstelle: "Ein wildes Tier komme nur nahe an die Menschen heran, wenn es krank sei. Er hätte ihn erschießen sollen. [...] Ich musste es tun, sagte sie. [...] Es ist wie beim Fuchs."

Hannes und Anna Maria leben gemeinsam in Österreich im familieneigenen Mehrgenerationenhaus im idyllischen Provinzdorf Engelhartskirchen. Polterabend. So könnte ein schöner Heimatroman beginnen - aber der Titel lässt schon vermuten, dass es um etwas anderen geht. Zu Beginn ist Hannes ist gerade mit dem Studium durch und feiert das gebührend in Berlin. Dort lernt er die ewige Praktikantin Anna Maria kennen und in einer rasanten Entwicklung ziehen sie zusammen in Hannes österreicherisches Elternhaus. Das finden die feministischen Freundinnen Evin und Yama fragwürdig. Neben diesem inneren Konflikt steht Anna Maria vor weiteren Herausforderungen. Dort muss Anna Maria sich zurechtfinden, freundet sich mit der Nachbarschaft an und… an der Stelle solltet ihr selbst weiterlesen. Ich finde es gelungen, wie im Roman mit Informationen gespielt wird. Man muss nicht jeden letzten Umstand Wissen. Ich habe ihn, vielleicht auch gerade deswegen, sehr gerne und mit viel Amusement gelesen. Vor allem stehen soziale Beziehungen und Gefühle im Vordergrund. Es geht auch um innere Konflikte und um die Frage nach ethischen Normen und Werten. Sicherlich ein Roman, der für Diskussionsstoff sorgen kann.
Enttäuschend
Mich hat nicht nur der Erzählstil nicht gefallen - sehr kurze oft zusammenhangslose Szenen, denen Tiefe in die Charaktere und Geschichte fehlten, - sondern auch die Primisse des Buches. Kleiner Spoiler, eine Gemeinschaft, dessen einzige Antwort auf das Patriarchat ist, Männer zu töten (egal was sie getan haben) hat für mich weder was mit Feminismus oder Matriarchat zu tun, nur weil sie Frauen sind. Hatte mir sehr viel mehr erhofft, sehr schade.
Dieses Buch beschreibt das Leben in einem österreichischen Dorf, in dem Freundschaft unter Frauen und Zusammenhalt dazu führt, dass Frauen ein Leben führen können, in dem sie sich sicher und unterstützt fühlen. Das Matriarchat mitten in einem kleinen Dorf. Manchmal erscheint einem alles etwas überspitzt und utopisch … entscheidend ist aber das gesellschaftliche Problem hinter der utopischen Darstellung, all diese Probleme so aus dem Weg zu räumen.
Feministisch
Ich weiß gar nicht was ich genau zu diesem Buch sagen soll. Der Einstieg war okay, man lernt die verschiedenen Charaktere kennen und tastet sich langsam an die Geschichte ran. Ab der Mitte wird es spannend, ab da wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte es in einem Rutsch durch! Die Freundinnenschaft in diesem Buch ist unglaublich! ♥️ Das Ende hat mich etwas verwirrt, ich hätte gern nicht so viele Fragezeichen in meinem Kopf gehabt. Würde ich es meinen Freundinnen empfehlen? Auf alle Fälle ♥️♥️
"Er will ein Feminist sein, aber nur solange er keinen Nachteil hat. Ein Fuckboy, nichts anderes." Zunächst skeptisch gewesen, dann fasziniert.
Anna Maria lernt in einem berliner Club Hannes kennen und zieht zu ihm aufs Land in ein kleines Dorf in Oberösterreich. Dieses Dorf ist besonders. Es gibt weitaus mehr Frauen als Männer und einige der Männer sind auf merkwürdige Art verstorben oder verschwunden. Anna Maria lebt sich schnell in der Gemeinde ein und findet Anschluss zu den Frauen im Dorf. Diese Frauen sind alles: fürsorglich, mutig, lustig, rebellisch, richtige Macherinnen und füreinander da. Was sie vor allem machen: sie entledigen sich der Männer, die ihnen nicht gut tun. Dabei werden sie zu Komplizinnen. Ich muss sagen mich hat diese Taktik als Problemlösung amüsiert. Natürlich ist das Morden von Männern nicht die Lösung. Jedoch haben die getöteten Männer zu Lebzeiten die Frauen misshandelt und vergewaltigt. Wir wissen alle, dass solche Fälle im echten Leben und im Patriarchat selten strafrechtlich verfolgt werden und eher noch Victim Blaming betrieben wird. Hier nehmen die Frauen die Dinge einfach selbst in die Hand, teilweise mit einer gewissen Routine und sogar mit Witz. Die Idee des Matriarchats, welches sich nur in diesem Dorf abspielt, ist daher sehr erhellend, auch wenn dieser Zustand durch eine gewisse Selbstjustiz herbeigeführt wird. Das Ende fand ich etwas verwirrend und bin mir tatsächlich nicht sicher wie ich es verstehen soll. Hier lässt die Autorin meiner Meinung nach Spielraum zur Interpretation. Ich möchte noch eine Notiz teilen, die ich mir während des Lesens gemacht habe: "Wie sich Konstantin in Stresssituationen verhalte. Wo seine Frustrationsgrenze liege und was passiere, wenn sie überschritten werde. Und ob ich mich sicher fühlte. Wer fragte das schon, wenn es um den eigenen Partner ging? Heute weiß ich, jede Frau sollte sich diese Fragen stellen." Wie wichtig und traurig zugleich. Wie viele Frauen leben wohl in einer Partnerschaft, in der sie sich nicht sicher fühlen? Insgesamt ein lesenswertes Buch. Klare Empfehlung.

Was für ein spannendes und ebenso dramatisches Buch. Der Titel ist schon sehr direkt und polarisiert! Habe bei dem Klappentext etwas abderes erwartet. Eine komplett umgedrehte Welt, aber das war es dann doch nicht wirklich. Dieses Buch ist, die Rache der missbrauchten Frauen. Sehr extreme Darstellung, aber wie im Buch gesagt wird, es geht nicht mehr um Liebe, sondern um Frauen, die unterdrückt werden. Sie wollen überleben. Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2023“ (BKA) Femizide: Im Jahr 2023 wurden 938 versuchte Tötungsdelikte an Frauen registriert, von denen 360 vollendet wurden. Etwa 68,6% dieser Taten fielen unter häusliche Gewalt. Sexualstraftaten: 52.330 weibliche Opfer wurden 2023 erfasst, was einer Zunahme von 6,2% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Digitale Gewalt: 17.193 Frauen waren von digitaler Gewalt betroffen, ein Anstieg von 25% gegenüber 2022. Partnerschaftsgewalt: Die Zahl der weiblichen Opfer von Partnerschaftsgewalt stieg 2023 um 5,2% an. Quelle: Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2023“ - BKA Pressemitteilung des BMI vom November 2024
Idee 10/10 Umsetzung -10/10
Der Klappentext klang so vielversprechend und ich wollte das Buch wirklich mögen. Tatsächlich wollte ich es aber nur mit jeder weiteren Seite abbrechen. Ich habe es nur beendet, weil ich es als Buddy Read gelesen habe. Der Schreibstil ist unerträglich. 70% der Sätze könnten problemlos gestrichen werden, da es ausschließlich unnötige Beschreibungen sind, die weder inhaltlich, charakterlich noch atmosphärisch zur Handlung beitragen. Dadurch gehen relevante Sätze komplett unter, da man immer wieder dazu tendiert den Text zu lesen ohne bewusst wahrzunehmen was da steht. Ab und zu passiert tatsächlich etwas spannendes, das nimmt man aber kaum war. Die Protagonistin ist leider genauso flach wie die Handlung. Man erfährt quasi nichts über sie persönlich. Das Gleiche gilt übrigens auch für alle Nebencharaktere. Zwischendurch werden immer mal wieder gesellschaftskritische Sätze eingeworfen, die eigentlich wirklich gut sind, sich aber kein bisschen natürlich in die Handlung einbauen und eher den Eindruck erwecken, dass die Autorin auf Zwang zeigen wollte wie schlau sie ist.
3,75 Sterne: Mutiges und wichtiges Buch - ich habe mir trotzdem mehr erhofft... Mein Fazit: „Männer töten“ ist ohne Zweifel ein wichtiges und mutiges Buch (besonders für das konservative Land, in dem es erschienen ist), das hoffentlich viele Leute zum Nachdenken bringen und längst notwendig gewesene Diskussionen anstoßen wird. 💜Dafür bin ich Eva Reisinger sehr dankbar! 🙏 Meiner Meinung nach hätte man aus der großartigen Grundidee aber noch deutlich mehr machen können (in sprachlicher und emotionaler Hinsicht, auch was die Tiefe betrifft)...
Wichtiges Thema, schwieriger Zugang…
Männer töten war unser Buchclubbuch und ich bin mit sehr gemischten Gefühlen aus der Lektüre gegangen. Das Thema ist ohne Frage wichtig und relevant, aber ich bin leider nicht richtig warm mit dem Buch geworden. Besonders der Schreibstil, die Formatierung und die vielen Sprünge in der Erzählweise haben mir den Zugang erschwert. Die Geschichte konnte mich emotional nicht so abholen, wie ich es mir bei diesem starken Thema gewünscht hätte. Für mich persönlich war es einfach nicht das richtige Buch.
Männer töten von Eva Reisinger Der Titel hat mich sofort gekriegt. Und die Beschreibung hat genau das versprochen, worauf ich Lust hatte: ein feministisches Buch mit Wucht, vielleicht sogar ein bisschen im Thriller-Stil: unbequem, politisch, klar. Aber was ich bekommen habe, hat mich leider eher verwirrt als bewegt. Ich bin mit dem Schreibstil überhaupt nicht warm geworden. Die vielen Sprünge, die fragmentarische Erzählweise, das wirkte auf mich nicht kraftvoll, sondern fahrig. Ich musste mich richtig durchkämpfen. Über weite Strecken hatte ich überhaupt kein Gefühl dafür, worum es eigentlich gehen soll. Warum dieser Titel? Wo ist die Spannung? Wo ist das feministische Statement? Erst ganz am Ende wurde mir so etwas wie ein Zusammenhang klar. Da war ein Funke, eine Idee, etwas Greifbares. Aber auch das war für mich wieder zu durcheinander erzählt, als dass es mich wirklich hätte mitreißen können. Ich hätte dieses Buch so gerne geliebt – wirklich. Aber ich kann es nicht empfehlen. ★★☆☆☆ (2 von 5 Sternen)
Meine Rezension zu Männer töten von Eva Reisinger Schwere Kost in skurrilen Plot stimmig verpackt. Da die Autorin aus meinem Heimatort stammt, konnte ich mich mit einigen der Ortsbeschreibungen gut identifizieren. Das sorgte bei diesem schweren Thema zwischendurch sogar für ein kleines Schmunzeln. Mit dem Schreibstil hatte ich es jedoch nicht immer leicht. Er ist zwar sehr einfach gehalten, durch die vielen Sprünge fiel es mir aber schwer, einen konstanten Lesefluss zu finden. Auch den im Zusammenhang mit dem Buch oft genannten Feminismus konnte ich wenier erahnen, vielleicht weil gegendert wird. Für mich steht weniger Feminismus im Vordergrund als vielmehr das Thema Femizid und Gewalt an Frauen. Und von diesem wichtigen Thema kann es gar nicht genug Bücher und Artikel geben. Die Geschichte selbst ist fesselnd, und die Frauen der Ortschaft sind durchwegs sympathisch gezeichnet. Besonders die Protagonistin ist mir ans Herz gewachsen ihre tief sitzende Wut war für mich gut nachvollziehbar. Insgesamt ein origineller Roman mit einer starken Thematik, der mich trotz einiger Abstriche beschäftigt hat.
Ich hätte es gerne geliebt.
Ich hatte das Buch aufgrund vieler guter Rezensionen gekauft und der provokante, mutige Titel hat mir auch gut gefallen sowie die Aussicht, dass die Geschichte primär in den Bergen stattfindet. Die Geschichte wechselt immer Mal zwischen Szenen in Berlin und Szenen in dem kleinen Bergdorf, in dem die Welt sich scheinbar ein bisschen anders dreht. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass die Autorin hier bewusst die gendetspezifischen Klischees umdreht, z.B. dass hier die Frauen mit Bierkasten durchs Dorf ziehen und sich besaufen. Leider fand ich die Charakterentwicklung der Protagonistin und ihrer Freundinnen aus Berlin wenig nachvollziehbar und total übereilt. Sie finden die, ich sage mal, Geheimnisse der Dorfbewohnerinnen raus und sind gefühlt sofort total d'accord mit all dem, was sie erfahren. Ich finde das unrealistisch. Auch die Aufklärung, wie es zu der Entwicklung in dem Dorf kommt, fand ich zu kurz. Das Ende des Buches war für mich dann der letzte Sargnagel, das Buch nicht zu mögen. Offene Enden finde ich okay, wenn sie einem zum Nachdenken anregen. Hier musste ich die letzten Sätze mehrmals lesen und habe mehrmals weitergeblättert, weil ich nicht glauben konnte, dass DAS die letzten Zeilen waren. Für mich fühlte sich das Ende an, als hätte die Autorin eine tickende Zeitbombe auf der Brust und nur das Beenden des Buches stoppt den Timer. Die Grundidee fand ich total spannend, leider fand ich die Umsetzung zu oberflächlich. Mehr Seiten für mehr Storytelling und Charakterentwicklung hätten dem Buch gutgetan. On a bright note: das Cover ist eines der schönsten, das ich 2025 gelesen habe!
Mir habt sehr vieles in diesem Buch gefallen - einiges aber auch nicht… manche Dinge passieren völlig überraschend, was sicherlich gewollt ist, machen es aber für mich deutlich weniger greifbar. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und konnte andere beschriebene Situationen sehr gut nachvollziehen.
2024_#40 💅🏻
Es fällt mir total schwer, dieses Buch zu bewerten. Die Idee fand ich super, die Geschichte hat mir grundsätzlich auch gefallen, nur der Erzählstil war leider nicht so ganz meins. Zum Teil finden Sprünge zwischen Szenen aus der Vergangenheit und der Gegenwart statt, ohne dass dies sofort deutlich wird, sodass ich erstmal ein paar Sätze lang verwirrt war. Dann hat mir auch Tiefe gefehlt. Es fühlte sich für mich eher wie eine Sammlung von Ideen und Szenen an als wie eine fertige Geschichte. Dadurch blieben mir auch die Charaktere fremd, was ich sehr schade fand und was es mir schwer gemacht hat, manche Handlungen und Verhaltensweisen nachzuvollziehen. Aufgrund des Klappentextes hatte ich zudem erwartet, dass sich mehr und deutlicher mit der Thematik des Matriarchats auseinandergesetzt wird. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass es lediglich angeschnitten und dann recht schnell abgefrühstückt wurde. Das Ende lässt wohl ganz bewusst Interpretationsspielraum, aber auch das hat mir an der Stelle nicht so richtig gefallen und ich hab's einfach nicht wirklich verstanden. Ich wollte das Buch so gerne richtig toll finden, aber auch mit einigen Tagen Abstand gelingt es mir leider nicht 🤷🏻 mir fehlte einfach etwas.

Schon mal über Kathrin Glock nachgedacht? Ich nicht. Bis ich dieses Buch gelesen habe. Jetzt denke ich ständig über sie nach. Vielleicht auch, weil ich vorher nur über alle anderen Themen aus diesem Buch nachgedacht habe - und ich seit vielen Jahren sehr wütend deswegen bin. Vielleicht ist Kathrin Glock kein Vorbild für mich aber doch so etwas wie eine Inspiration.
Naja - Achtung teilweise kleine Spoiler
Ich bin selbst aus Oberösterreich und konnte mich in manchen Stellen des Buches selber fast schon sehen (Poltern, etc.). Das hat mir unerwarteterweise sogar gut gefallen. Leider hält das Buch nicht, was der Klappentext verspricht. Ein ganz einfaches Beispiel: in der Inhaltsangabe kommt folgendes vor:(...) und was hat das alles mit Kathrin Glock zu tun?" Ich weiß es nicht? Kathrin Glock wird nur zum Ende des Buches kurz namentlich erwähnt? Bzw. ihr Instagram Account? Hab ich Stellen mit Kathrin Glock überlesen? Gab es Andeutungen, die ich schlichtweg einfach nicht verstanden habe? Kann mir jemand bitte eine Antwort geben? Oder es steht auch im Klappentext"(...) wie kommt es, dass die Frauen hier viel lauter feiern als anderswo?" Tun sie nicht? Es wird ganz normal laut gepolter. Und auch die anderen Feiern waren ganz normal? Alles in Allem, teilweise Recht enttäuschend. Ich hatte auf ein lautes, starkes Buch gehofft, dass einen wachrüttelt und zeigt, wie scheiße Morde (in diesem Fall spezifisch Femizide) sind. Ich hatte gehofft, dass hier Frauen einfach schlichtweg erhört werden, dass man nachts nicht Angst haben muss beim Rausgehen. Aber die Antwort auf all meine Hoffnungen war einfach: wir drehe es um, statt Femizid, werden einfach Männer ermordet, die ohnehin einen Scheiß Charakter haben.

Ein skandalöses, mutiges Buch, das will gesagt sein. Die Autorin spricht ein wichtiges Thema an - leider auf die falsche Weise meiner Meinung nach. Statt Femizide gibt es nun Androzide. Aus meiner Sicht ist dieses Buch Futter für alle, die „Feminismus“ mit „Männerhass“ gleichsetzen. Der Schreibstil ist definitiv gewöhnungsbedürftig, vielleicht etwas sprunghaft, jedoch könnte das auch Absicht sein. Alles in allem 3/5 ⭐️.
Wisst ihr, was ich hasse? Wenn ein Buch fast allen Leuten in meiner Umgebung gefällt und ich die einzige bin, die damit so gar nichts anfangen kann. Ein großes Problem hatte ich persönlich leider mit dem Stil. Es gibt hier sehr viele Beschreibungen - aber leider wird dabei kaum das Innenleben der Protagonistin beleuchtet. Sie wirkte auf mich leider bis zum Schluss sehr distanziert zu allem und das finde ich schade - gerade, wenn man sich ansieht, was hier so passiert. Da wär Potential für unglaublich spannende innere Konflikte da, ich habe davon aber leider nicht viel gemerkt. So blieben dann leider auch ihre Motive nur wage. Und das ist schade, denn Anna Maria und ihre Freundinnen stellen hier einige sehr illegale Dinge an, die ich nicht vertiefen werde, weil Spoiler. Doch statt mehr über Anna Marias Innenleben zu erfahren, schien hier der Fokus eher auf den Partys von ihr und ihren Freundinnen zu liegen. Wie gesagt: Da wurde meiner Meinung nach leider eine große Chance verpasst. Auch blieben die Beschreibungen der Umgebung und der Figuren leider sehr im Klischee stecken. Kann man mögen - ich tue es nicht. Ich bin Tirolerin - mit muhenden Kühen, weiten Feldern und Erklärungen, dass der Dialekt in Oberösterreich so schwer zu verstehen sei, kriegt ihr mich nicht. Damit bin ich aufgewachsen. Das ist für mich normal. Und: Ich bekomme Augenzucken, wenn ich daran denke, mit welchen Dialektworten die Protagonistin hier ach so große Probleme hatte. Die sind wirklich zahm: "Ötan" statt "Eltern". Ob es wirklich genauso geschrieben wurde, weiß ich leider nicht mehr. So wirkte die Protagonistin leider einfach dumm, zumindest meiner Meinung nach. So, als könnte sie minimale Abänderungen von der Standardsprache nicht mehr verstehen. Wenn sie mit dem Beispielwort, das hier genannt wurde, schon Probleme hat, dann sollte sie auch nuschelnde und lispelnde Menschen nicht verstehen können. Der dargestellte Dialekt ist hier wirklich zahm. Ich würde es verstehen, wenn Anna Maria Probleme mit dem Unterschied von "aui" und "oi" hätte oder nicht wüsste, was denn "Fackalar" sind. Oder was "potschad" bedeutet oder "wompat" oder "Bissgurn" oder "Schlampetatsch". Ihr seht, worauf ich hinaus will? Und nein, die Bedeutung dieser Worte bekommt ihr nicht mitgeliefert. Die verschiedenen Tiroler Dialekte sind toll, bieten viele spannende Worte und Redewendungen und wenn ihr diese Worte nicht kennt, habt ihr was verpasst. Viel Spaß beim Googeln! Auch sehe ich hier leider kein Matriarchat, keine Utopie und keinen Feminismus. In der Realität ermorden Männer Frauen - aber meiner Meinung nach reicht es nicht, den Spieß umzudrehen, um ein Werk feministisch zu machen. Und selbst wenn das reichen würde und das wirklich ein Matriarchat wäre: Es wird hier auf vielleicht zwei Seiten abgehandelt, wie das entstanden ist. Im Alltag merkt man davon (abgesehen von den ermordeten Männern) leider nichts. Und ja, vielleicht könnte man das auch als Satire lesen. Aber das ist halt einfach nicht das, was ich erwarte, wenn im Klappentext das Wort "Matriarchat" fällt. Ein letzter Kritikpunkt noch: Ich mag es überhaupt nicht, wenn es in Büchern zu Markennennungen kommt und halte es für zumindest problematisch, wenn popkulturelle Anspielungen genannt werden. Hier wird zum Beispiel eine Szene beschrieben, in der Haftbefehl zu rappen beginnen würde, wenn das ein Film war. Da hatte ich schon nur eine grobe Vorstellung, wie das sein könnte, weil ich (Deutsch-) Rap zu großen Teilen verweigere, in ein paar Jahren wird man sowas nicht mehr wirklich verstehen können. Außerdem hatte ich manchmal das Gefühl, dass diese Anspielungen eine Beschreibung der Stimmung oder Emotionen ersetzen sollten. Für mich persönlich hat das leider nicht funktioniert. Mein Fazit? Dieses Buch war leider nichts für mich. Schade.
Schnell erzählt, ein Gedankenexperiment der Rachefantasie
Ich denke, einige hier haben erwartet, dass dieses Buch quasi eine Anleitung für ein erfolgreiches Matriarchat ist, aber sie vergessen dabei, dass es eine Geschichte ist. Natürlich sollte in der echten Welt die Antwort auf Gewalt gegen Frauen nicht Gewalt gegen Männer sein. Aber darum geht es meiner Meinung auch nicht, es geht um eine Frau, die Rache übt, um ein System, dass das bis zu einem gewissen Punkt möglich macht, um einen Ort, der unsere Realität gewissermaßen ins Gegenteil verkehrt. Außerdem, wer dieses Buch in die Hand nimmt, den Titel liest und denkt, dass alles Friede-Freude-Eierkuchen sein wird, hat wohl sowieso Schwierigkeiten damit, sinnerfassend zu lesen... Wo ich mir schwer getan habe, ist das Ende, da es wirklich sehr plötzlich kommt und mich verwirrt zurück lässt.
Ein wildes Buch über wütende Frauen mit guten Ansätzen, das sein sein Potenzial nicht ganz ausgeschöpft hat.
In dem Roman geht es um um wütende und betrogen Frauen, die sich nicht nur ihre Handlungsmacht zurückholen, sondern Rache ausüben für all das, was Männer ihnen angetan haben. Man muss Männer töten, weil Männer töten. Das ganze passiert in einer kleinen Ortschaft in Oberösterreich, in einer matriarchalen (Kirchen-)Gemeinschaft und thematisiert die Missstände in Österreich in Sachen Misogynie und Gewalt gegen Frauen. Diese Kritik ist meiner Meinung nach gelungen. Die gesellschaftliche Utopie und der "unhinged" plot, welche mir der Klappentext verspricht, wurden aber meiner Meinung nach nicht geliefert. Was im Marketing für mich mach einer sektenähnlichen Dynamik klang, war in der Umsetzung dann doch weniger utopisch sondern eher realistisch gedacht und demnach viel weniger extrem ausgeführt als erhofft. Damit meine ich, dass dieses Matriarchat sehr suptil agiert (anders könnte es in einem Österreich wie wir es in der Realität erleben gar nicht existieren) und die aufsehenerregenden Handlungen der Figuren gefährden diese kleine vermeinsliche Idylle. Außerdem finde ich, dass in diesem dann doch recht dünnen Buch zu viele Geschichten zu erzählen versucht werden, wodurch sich die Figuren stellenweise oberflächlich anfühlen. Letzten Endes bereue ich die Lektüre nicht, vor allem das Ende fühlte sich an wie ein Fiebertraum, trotzdem glaube ich das da noch mehr Potenzial ist, das ich mir ausgeschöpft wünschen würde. Deswegen neutrale 3☆ von mir.
2.5 ⭐️; oh… da hätte ich was ganz anderes erwartet. Für mich: ein guter Krimi mit psychologischem Hintergrund , wo eine Gruppe von ner handvoll Frauen Männer in ihrem kleinen Dorf in Österreich tötet.. auch so ne handvoll (aber doch nicht soviel, dass es alle sind oder eine Welt ohne Männer). Und falls du, diese Rezi gesehen hast und jetzt nochmal den Klappentext liest… das hat nicht unbedingt viel miteinander gemeinsam. 😅🫣 als Krimi ok aber als feministisches dystopisches Werk für mich viel zu schwach. Hoffe jemand greift die Idee des Buches nochmal auf…
Irgendwie wurde ich leider nicht ganz warm mit dem Buch. Das Thema ansich ist spannend und der Schreibstil hat mir gut gefallen. Jedoch fehlt mir leider irgendwie die Tiefe - sowohl was die Protagonistinnen angeht, als auch die Handlung selbst. Das liegt wsl zum einen an der Erzählweise aus der dritten Person und zum anderen, dass für meinen Geschmack zu wenig Innenleben, Gedanken und Handlungsmotivation geteilt wurde. Ich hatte bis zum Ende leider ein sehr distanziertes Gefühl zu den Protas und kam nicht richtig hinein. :(
Größtenteils super
Das Ende habe ich nicht verstanden, das war mir zu kryptisch. Vielleicht hat die Story aber genau sowas gebraucht. Außerdem braucht die nächste Auflage vielleicht andere Song-Erwähnungen, weil ich bei Dorfmenschen und Gigi D'Agostino leider direkt an Nazis denken musste. Der Roman erschien vor der Sylt-Sache, deshalb sage ich Auflage.
Der Schreibstil ist zwar etwas ulkig, aber es werden viele smarte und witzige Stilmittel verwendet, die das Lesen dieses Buches irgendwie einzigartig machen. Ist definitiv nicht für jeden etwas, aber ich fand es war mal etwas ganz anderes! Zum Thema selbst: Ein interessantes Gedankenexperiment zum Thema „Was wäre, wenn Frauen nicht länger Opfer, sondern Täterinnen wären?“. Die Umsetzung ist etwas holprig und man erwartet zu Beginn etwas ganz anderes. Eine interessante Abwechslung, aber haut einen nicht von den Socken. Das Thema hätte mehr Potenzial gehabt!
Konnte mich leider nicht überzeugen
Als ich 'Männer töten' in den Händen hielt, war es Liebe auf den ersten Blick - doch leider nicht auf den zweiten. Der Klappentext klingt himmlisch: ein österreichisches Dorf, in dem Frauen präsent und laut sind, in dem es kaum Männer gibt, dafür aber viel weibliche Solidarität und Freundinnenschaft. Wie der Titel schon andeutet, verschwinden die störenden Männer aus dem Dorf, indem sie, Überraschung, getötet werden. An sich klingt das für mich nach einem guten Gerüst für eine Geschichte, grade im Setting von Österreich, wo EU-weit im Durchschnitt die meisten Frauen ermordet werden. Doch leider konnte mich die Umsetzung der Geschichte nicht überzeugen. Bis auf Evîn, eine enge Freundin der Protagonistin Anna Maria, blieben alle Charaktere eher eindimensional. Das Töten von Männern wurde auf der einen Seite wie eine totale Nebensächlichkeit dargestellt, die niemanden überraschte - bis dann Konsequenzen zu befürchten waren. Während manche Themen wie Trauma oder Freundinnenschaft Tiefe reinbrachten, fielen damit verbundene Situationen wie Traumabewältigung oder Konflikte wieder überraschend simpel aus. Das Ende des Romans wirkte zudem auf mich nicht rund, als wäre nichts besseres eingefallen. Schade, denn eine gute Geschichte eines zurückschlagenden Matriarchats hätte ich gerne gelesen. CN: s3xualisierte & psychische G3walt, Verg3waltigung, F3mizid, Alkoh0lkonsum, Dr0genkonsum, Panikattacke
In Berlin führt Anna Maria ein typisches Großstadtleben bis sie an einer Bar Hannes kennenlernt, mit dem es sie in das oberösterreichische Engelhartskirchen verschlägt. In diesem Provinzkaff wird zwar jegliches Klischee erfüllt, doch Anna Maria findet schnell heraus, dass hier alles anders läuft als im Rest der Alpenrepublik. Die Frauen halten zusammen, unterstützen sich gegenseitig und setzen sich zur Wehr. Schon bald gehört Anna Maria dazu und wird in das ein oder andere Geheimnis und eine alte Tradition eingeweiht. Als schließlich Anna Marias gewalttätiger Ex-Freund überraschend auftaucht, wird Anna Maria von ihrer Vergangenheit eingeholt. In Engelhartskirchen wird das aber sicherlich kein gutes Ende nehmen… Leider ist es traurige Realität, dass Österreich schon seit vielen Jahren bei Frauenmorden im europäischen Vergleich Spitzenreiter ist und als das Land der Femizide gilt. In ihrem Debütroman „Männer töten“ greift die österreichische Journalistin Eva Reisinger dieses besorgniserregende Thema auf und wagt sich an ein rasantes Gedankenexperiment, bei dem Macht, Solidarität und Freundinnenschaft im Mittelpunkt stehen. Auf bitterböse Art und Weise prangert sie patriarchale Strukturen und gesellschaftliche Missstände an und fordert ihr Leser*innen zum Nachdenken und Handeln auf. Schon allein der zweideutige Titel „Männer töten“ hat mich wahnsinnig neugierig auf diesen Roman gemacht. Und ich wurde absolut nicht enttäuscht. Reisingers interessanter Plot und ihr satirisch-provokanter Erzählstil haben mir unheimlich gut gefallen und mich nur so durch das matriarchale Engelhartskirchen getrieben. Eine bissige, schwarzhumorige und äußerst skandalöse feministische Utopie, die für großartige Unterhaltung sorgt! Übrigens gibt’s auf Spotify auch noch eine sehr hörenswerte Playlist zum Roman. Und mit Cover und Farbschnitt hat sich der Leykam Verlag ja wohl mal wieder selbst übertroffen - so schön, ich liebs arg!

Kurzweiliges, feministisches Buch mit humorvoller Story und eine große Portion Österreich!
Sehr gut gefallen hat mir, dass ich mich das gesamte Buch lang „zu Hause“ gefühlt habe. Als Österreicherin habe ich mich sehr abgeholt gefühlt, vor allem das beschriebene Landleben und die irrwitzigen Situationen spiegeln die Realität vieler Dorf-Bewohner*innen wider - zumindest aber habe ich mich in mein eigenes Dorfleben hineinversetzt gefühlt. 10/10 - super gelungen! Mehr oder weniger subtil werden auch Anspielungen auf bekannte Personen des öffentlichen Lebens gemacht, was mich auch sehr amüsiert hat. Hier frage ich mich aber, wie viel (Vor-)Wissen mitgebracht werden muss, um auch wirklich alle Anspielungen deuten zu können. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, es war ein leichtes und flüssiges Lesen. Die Geschichte selbst ist in Zeitsprüngen unterteilt und die Erzählperson springt am Zeitstrahl wild durcheinander, sodass aufmerksames Lesen gefragt ist. Das hat mich anfangs etwas verwirrt, tut der Story aber insgesamt gut. Für mich hätte diese aber ruhig noch tiefgreifender sein können, an manchen Stellen hätte ich gerne mehr über Personen oder Hintergründe erfahren. Völlig verwirrt lies mich dann aber das Ende zurück, an das ich aber im Nachhinein noch lange denken muss(te) - ich denke, dass ich das Buch auch noch ein zweites Mal in die Hand nehmen werde. Ich bin mir nicht ganz sicher, dass ich das Ende „verstanden“ habe, deswegen muss ich hier noch etwas nachgrübeln. All in all: Empfehlung zum leichten Einstieg in feministische, humorvolle österreichische Literatur mit ernstem Kern (die Geschichte behandelt ua sexualisierte Gewalt).
Spannend, sarkastisch, feministisch, gut. Eine Mischung aus Heimatroman, feministischer Utopie und Popliteratur im typischen Sound der 30-jährigen Autorinnen. Reisinger berichtet vom heimlichen Matriarchat eines kleinen österreichischen Dorfes. Sie stellt die Männerwelt auf den Kopf und rüttelt ordentlich daran. Heraus kommt ein unterhaltsamer, gewaltiger (im wahrsten Sinne) Roman.
Hm lol :D
Kann man mal gelesen haben, muss man aber nicht.. hab's zu Ende gelesen, war iwie wierd. Kann mir vorstellen, dass es als Film tatsächlich besser rüberkommen könnte. Die Figuren und ihre Beziehungen zu einander gehen für mein Gefühl nicht in die Tiefe. Na ja.. ich war ohnehin voreingenommen durch die Bewertungen und Beiträge hier. Hab dem Buch dennoch eine Chance geben wollen, da ich es vor einer Weile mal iwo entdeckt habe und dachte, es könnte gut sein. Für mehr Infos empfehle ich dann eher die Rezensionen der anderen Menschen hier.
Bitterböse Satire
Sehr, sehr österreichisch.... Dunkelschwarzer Galgenhumor, erfreuliche Emanzipation, noch erfreulicher weiblicher Zusammenhalt und daher (leider) Utopie. Die Femizide zeigen, dort sind wir noch lange nicht. Daher meine Empfehlung- LESEN, nachmachen oder zumindest darüber nachdenken. Es ist bei meinen ALL-TIME-FAV'S Lebens-/ Lieblingslektüren hinzu gekommen.

Anna Maria will weg aus ihrem Leben in Berlin und weg von ihrer Beziehung. Daher beschließt sie spontan, ihrer Cluberoberung Hannes in seinen oberösterreichischen Heimatort Engelhartskirchen zu folgen. Den passenden Vornamen habe sie schon, finden die Frauen des Dorfes, und nehmen sie schnell in ihre Gemeinschaft auf. Während Hannes sich um den Hof kümmert, verbringt Anna Maria viel Zeit mit ihnen und wird irgendwann misstrauisch. Warum gibt es im Ort so wenige Männer und so viele Unglücksfälle? Und warum predigt eine Frau in einer katholischen Kirche? „Männer töten“ ist der erste Roman der österreichischen Journalistin Eva Reisinger. Erzählt wird aus der Perspektive der Protagonistin in der dritten Person und der Gegenwartsform, was dem Text eine gewisse Unmittelbarkeit verleiht. Zudem fällt auf, dass wörtliche Rede nur durch Bindestriche gekennzeichnet wird, wie in einem Theaterstück. Die Kapitel tragen alle Namen aus der Landwirtschaft, können – im Nachhinein betrachtet – aber auch anders verstanden und auf den Handlungsverlauf bezogen werden. Zunächst geht im Dorf alles seinen gewohnten Gang und Anna Maria findet eine ganz neue Sicherheit und Ruhe. Doch dann tauchen nacheinander ihre beiden Freundinnen aus Berlin und Exfreund Friedrich auf und wir erfahren einige Details ihrer Beziehung. In dieser Situation zeigt sich leider auch, wo die Loyalitäten der Freundinnen liegen. Während die vorlaute Yama bedingungslos hinter Anna Maria steht, hält die zurückhaltende Evîn stattdessen zu Friedrich – und so steuert alles auf eine Katastrophe zu. Schon die Triggerwarnung zu Beginn des Buches lässt schmunzeln, verkündet sie doch ganz unverblümt „In diesem Buch sterben Männer.“ Damit setzt die Autorin den Grundton des Buches: satirisch, voller schwarzem Humor, aber doch mit einem bitteren, wahren Kern. Denn es sterben Männer, weil sie ihre Stellung im Patriarchat ausnutzen, um Frauen zu quälen. Gleichzeitig entwirft Eva Reisinger aber eine, wenn auch kurze und fragile Utopie, nämlich die einer Welt, in der Frauen sich gegenseitig bedingungslos unterstützen. Koste es, was es wolle.
Description
»Wer ist Opfer, wer Täter*in?«
Rasant erzählte Utopie eines wehrhaften Feminismus.
Anna Maria lebt ein typisches Großstadtleben: Sie arbeitet in einer hippen Firma, geht am Wochenende mit ihren Freundinnen feiern und hat eine komplizierte Ex-Beziehung. Bis sie Hannes an der Bar eines Nachtclubs kennenlernt. Er ist aus Engelhartskirchen, einem oberösterreichischen Dorf, von dem sie bis dahin noch nie gehört hat. Und ganz sicher rechnet sie nicht damit, eines Morgens mit Hannes in diesem Nest aufzuwachen. Als es doch passiert, lassen die Klischees zunächst grüßen: Kühe, Knödel, Kirchturmglocken. Dann aber bemerkt Anna Maria, dass nicht alles ins Bild passen will. Warum gibt es eine Pfarrerin, obwohl das Dorf katholisch ist? Wie kommt es, dass die Frauen hier viel lauter feiern als anderswo? Wo sind die Männer hin? Und was hat das alles mit Kathrin Glock zu tun? Eva Reisinger erzählt eine skandalöse Geschichte über Macht, Freundinnenschaft und weiblichen Zusammenhalt in einem ungewöhnlichen Setting. Eine Tour de Force durch dringliche Themen der Gegenwart, voller popkultureller Poesie.Book Information
Author Description
Eva Reisinger, 1992 geboren, wuchs in der oberösterreichischen Provinz zwischen Zeltfest und Wodkabull auf. Sie studierte in Wien Journalismus, arbeitete in Medienhäusern in Hamburg, Berlin und Istanbul. Ab 2017 baute sie einen Österreich-Schwerpunkt für das junge Medium der ZEIT auf und berichtete als Korrespondentin aus dem Nachbarland. Ihr erstes Buch »Was geht, Österreich?« erschien 2021 bei Kiepenheuer & Witsch. Für ihren Debütroman erhielt sie das Start-Literaturstipendium der Stadt Wien. Sie lebt als freie Autorin mit ihrer Hündin Frieda in Wien und träumt vom Matriarchat.
Posts
Naja, ein Burner war das nicht...
Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht von diesem Buch, da ich die Idee dahinter so gut fand, aber die Umsetzung gar nicht meins war. Es soll ein feministisches Werk sein, aber nur weil die Realität (Männer töten Frauen) umgedreht wird (hier töten Frauen Männer) hat das noch lange nichts mit Feminismus zu tun. Feminismus ist definitiv besser als DAS. VIEL besser. Ja, Frauen haben begonnen sich gegen ekelhafte, verbrecherische Männer zu wehren. Und das ist gut so. Aber doch bitte nicht mit Mord? Weiters hat mir der Schreibstil nicht gefallen. Es hat sich wie die Aneinanderreihung vieler Gedankensprünge gelesen, nicht wie ein durchdachtes Konzept. Die Story hätte so viel Potential gehabt, aber letztendlich wurde da nicht wirklich was draus. Interessant fand ich die (fiktive) Entstehung dieses sogenannten Matriarchats. Aber das wurde so kurz abgehandelt, es war einfach nur schade. Es war auch relativ unrealistisch, dass jahrelang niemand etwas von den Morden gemerkt haben soll. Einerseits sollte das Ganze Utopie sein, gleichzeitig orientierte sich alles an der aktuellen Realität. Nein, war leider nicht mein Fall, obwohl es das Zeug dazu hätte haben können.
Töten Männer oder werden Männer getötet?
Es gibt unzählige Bücher über mordende Männer, trotzdem interpretieren alle die mich beim Lesen drauf ansprachen in den Titel, dass Männer getötet werden. Wieso? To be fair... ja ok ... isso, aber was ist daran falsch? Seit Ewigkeiten werden Frauen in Büchern aus Rache, sexuellen oder psychischen Gründen ermordert ... warum ist ein Buch in dem es mal andersherum ist, für viele so geschmacklos? Warum kommt die Moralkeule "aber jetzt die Männer zu töten ist auch nicht richtig!"? Leute es ist ein Buch! Fragt jemand die ganzen anderen Autor:innen wie moralisch korrekt sie sich verhalten? Denke nicht. Ich weiß nicht mehr wer es gesagt hat, aber "Wir können froh sein, dass Frauen nur Gleichberechtigung wollen und keine Rache!" ist total korrekt. Und diese Rache wollen wir auch nur in Büchern. In unserer Fantasie. Und die ist doch frei oder nicht? Wäre sehr schön, könnte ich prima mit leben, wenn Männer das auch nur in Büchern täten. Ich habe irgendwie mit etwas ganz anderem gerechnet und gleichzeitig nicht. Ein bisschen mehr Tiefe, mehr Erklärungen wären schön gewesen, aber alles in allem ein tolles Buch. Viele schreiben die Figuren seien flach. Ich versteh schon die Aussage, aber kann das durch meine eigenen Gedanken zu den Figuren nicht nachempfinden. Ich kann mir ihr Verhalten gut erklären. Lieblingsstelle: "Ein wildes Tier komme nur nahe an die Menschen heran, wenn es krank sei. Er hätte ihn erschießen sollen. [...] Ich musste es tun, sagte sie. [...] Es ist wie beim Fuchs."

Hannes und Anna Maria leben gemeinsam in Österreich im familieneigenen Mehrgenerationenhaus im idyllischen Provinzdorf Engelhartskirchen. Polterabend. So könnte ein schöner Heimatroman beginnen - aber der Titel lässt schon vermuten, dass es um etwas anderen geht. Zu Beginn ist Hannes ist gerade mit dem Studium durch und feiert das gebührend in Berlin. Dort lernt er die ewige Praktikantin Anna Maria kennen und in einer rasanten Entwicklung ziehen sie zusammen in Hannes österreicherisches Elternhaus. Das finden die feministischen Freundinnen Evin und Yama fragwürdig. Neben diesem inneren Konflikt steht Anna Maria vor weiteren Herausforderungen. Dort muss Anna Maria sich zurechtfinden, freundet sich mit der Nachbarschaft an und… an der Stelle solltet ihr selbst weiterlesen. Ich finde es gelungen, wie im Roman mit Informationen gespielt wird. Man muss nicht jeden letzten Umstand Wissen. Ich habe ihn, vielleicht auch gerade deswegen, sehr gerne und mit viel Amusement gelesen. Vor allem stehen soziale Beziehungen und Gefühle im Vordergrund. Es geht auch um innere Konflikte und um die Frage nach ethischen Normen und Werten. Sicherlich ein Roman, der für Diskussionsstoff sorgen kann.
Enttäuschend
Mich hat nicht nur der Erzählstil nicht gefallen - sehr kurze oft zusammenhangslose Szenen, denen Tiefe in die Charaktere und Geschichte fehlten, - sondern auch die Primisse des Buches. Kleiner Spoiler, eine Gemeinschaft, dessen einzige Antwort auf das Patriarchat ist, Männer zu töten (egal was sie getan haben) hat für mich weder was mit Feminismus oder Matriarchat zu tun, nur weil sie Frauen sind. Hatte mir sehr viel mehr erhofft, sehr schade.
Dieses Buch beschreibt das Leben in einem österreichischen Dorf, in dem Freundschaft unter Frauen und Zusammenhalt dazu führt, dass Frauen ein Leben führen können, in dem sie sich sicher und unterstützt fühlen. Das Matriarchat mitten in einem kleinen Dorf. Manchmal erscheint einem alles etwas überspitzt und utopisch … entscheidend ist aber das gesellschaftliche Problem hinter der utopischen Darstellung, all diese Probleme so aus dem Weg zu räumen.
Feministisch
Ich weiß gar nicht was ich genau zu diesem Buch sagen soll. Der Einstieg war okay, man lernt die verschiedenen Charaktere kennen und tastet sich langsam an die Geschichte ran. Ab der Mitte wird es spannend, ab da wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte es in einem Rutsch durch! Die Freundinnenschaft in diesem Buch ist unglaublich! ♥️ Das Ende hat mich etwas verwirrt, ich hätte gern nicht so viele Fragezeichen in meinem Kopf gehabt. Würde ich es meinen Freundinnen empfehlen? Auf alle Fälle ♥️♥️
"Er will ein Feminist sein, aber nur solange er keinen Nachteil hat. Ein Fuckboy, nichts anderes." Zunächst skeptisch gewesen, dann fasziniert.
Anna Maria lernt in einem berliner Club Hannes kennen und zieht zu ihm aufs Land in ein kleines Dorf in Oberösterreich. Dieses Dorf ist besonders. Es gibt weitaus mehr Frauen als Männer und einige der Männer sind auf merkwürdige Art verstorben oder verschwunden. Anna Maria lebt sich schnell in der Gemeinde ein und findet Anschluss zu den Frauen im Dorf. Diese Frauen sind alles: fürsorglich, mutig, lustig, rebellisch, richtige Macherinnen und füreinander da. Was sie vor allem machen: sie entledigen sich der Männer, die ihnen nicht gut tun. Dabei werden sie zu Komplizinnen. Ich muss sagen mich hat diese Taktik als Problemlösung amüsiert. Natürlich ist das Morden von Männern nicht die Lösung. Jedoch haben die getöteten Männer zu Lebzeiten die Frauen misshandelt und vergewaltigt. Wir wissen alle, dass solche Fälle im echten Leben und im Patriarchat selten strafrechtlich verfolgt werden und eher noch Victim Blaming betrieben wird. Hier nehmen die Frauen die Dinge einfach selbst in die Hand, teilweise mit einer gewissen Routine und sogar mit Witz. Die Idee des Matriarchats, welches sich nur in diesem Dorf abspielt, ist daher sehr erhellend, auch wenn dieser Zustand durch eine gewisse Selbstjustiz herbeigeführt wird. Das Ende fand ich etwas verwirrend und bin mir tatsächlich nicht sicher wie ich es verstehen soll. Hier lässt die Autorin meiner Meinung nach Spielraum zur Interpretation. Ich möchte noch eine Notiz teilen, die ich mir während des Lesens gemacht habe: "Wie sich Konstantin in Stresssituationen verhalte. Wo seine Frustrationsgrenze liege und was passiere, wenn sie überschritten werde. Und ob ich mich sicher fühlte. Wer fragte das schon, wenn es um den eigenen Partner ging? Heute weiß ich, jede Frau sollte sich diese Fragen stellen." Wie wichtig und traurig zugleich. Wie viele Frauen leben wohl in einer Partnerschaft, in der sie sich nicht sicher fühlen? Insgesamt ein lesenswertes Buch. Klare Empfehlung.

Was für ein spannendes und ebenso dramatisches Buch. Der Titel ist schon sehr direkt und polarisiert! Habe bei dem Klappentext etwas abderes erwartet. Eine komplett umgedrehte Welt, aber das war es dann doch nicht wirklich. Dieses Buch ist, die Rache der missbrauchten Frauen. Sehr extreme Darstellung, aber wie im Buch gesagt wird, es geht nicht mehr um Liebe, sondern um Frauen, die unterdrückt werden. Sie wollen überleben. Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2023“ (BKA) Femizide: Im Jahr 2023 wurden 938 versuchte Tötungsdelikte an Frauen registriert, von denen 360 vollendet wurden. Etwa 68,6% dieser Taten fielen unter häusliche Gewalt. Sexualstraftaten: 52.330 weibliche Opfer wurden 2023 erfasst, was einer Zunahme von 6,2% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Digitale Gewalt: 17.193 Frauen waren von digitaler Gewalt betroffen, ein Anstieg von 25% gegenüber 2022. Partnerschaftsgewalt: Die Zahl der weiblichen Opfer von Partnerschaftsgewalt stieg 2023 um 5,2% an. Quelle: Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2023“ - BKA Pressemitteilung des BMI vom November 2024
Idee 10/10 Umsetzung -10/10
Der Klappentext klang so vielversprechend und ich wollte das Buch wirklich mögen. Tatsächlich wollte ich es aber nur mit jeder weiteren Seite abbrechen. Ich habe es nur beendet, weil ich es als Buddy Read gelesen habe. Der Schreibstil ist unerträglich. 70% der Sätze könnten problemlos gestrichen werden, da es ausschließlich unnötige Beschreibungen sind, die weder inhaltlich, charakterlich noch atmosphärisch zur Handlung beitragen. Dadurch gehen relevante Sätze komplett unter, da man immer wieder dazu tendiert den Text zu lesen ohne bewusst wahrzunehmen was da steht. Ab und zu passiert tatsächlich etwas spannendes, das nimmt man aber kaum war. Die Protagonistin ist leider genauso flach wie die Handlung. Man erfährt quasi nichts über sie persönlich. Das Gleiche gilt übrigens auch für alle Nebencharaktere. Zwischendurch werden immer mal wieder gesellschaftskritische Sätze eingeworfen, die eigentlich wirklich gut sind, sich aber kein bisschen natürlich in die Handlung einbauen und eher den Eindruck erwecken, dass die Autorin auf Zwang zeigen wollte wie schlau sie ist.
3,75 Sterne: Mutiges und wichtiges Buch - ich habe mir trotzdem mehr erhofft... Mein Fazit: „Männer töten“ ist ohne Zweifel ein wichtiges und mutiges Buch (besonders für das konservative Land, in dem es erschienen ist), das hoffentlich viele Leute zum Nachdenken bringen und längst notwendig gewesene Diskussionen anstoßen wird. 💜Dafür bin ich Eva Reisinger sehr dankbar! 🙏 Meiner Meinung nach hätte man aus der großartigen Grundidee aber noch deutlich mehr machen können (in sprachlicher und emotionaler Hinsicht, auch was die Tiefe betrifft)...
Wichtiges Thema, schwieriger Zugang…
Männer töten war unser Buchclubbuch und ich bin mit sehr gemischten Gefühlen aus der Lektüre gegangen. Das Thema ist ohne Frage wichtig und relevant, aber ich bin leider nicht richtig warm mit dem Buch geworden. Besonders der Schreibstil, die Formatierung und die vielen Sprünge in der Erzählweise haben mir den Zugang erschwert. Die Geschichte konnte mich emotional nicht so abholen, wie ich es mir bei diesem starken Thema gewünscht hätte. Für mich persönlich war es einfach nicht das richtige Buch.
Männer töten von Eva Reisinger Der Titel hat mich sofort gekriegt. Und die Beschreibung hat genau das versprochen, worauf ich Lust hatte: ein feministisches Buch mit Wucht, vielleicht sogar ein bisschen im Thriller-Stil: unbequem, politisch, klar. Aber was ich bekommen habe, hat mich leider eher verwirrt als bewegt. Ich bin mit dem Schreibstil überhaupt nicht warm geworden. Die vielen Sprünge, die fragmentarische Erzählweise, das wirkte auf mich nicht kraftvoll, sondern fahrig. Ich musste mich richtig durchkämpfen. Über weite Strecken hatte ich überhaupt kein Gefühl dafür, worum es eigentlich gehen soll. Warum dieser Titel? Wo ist die Spannung? Wo ist das feministische Statement? Erst ganz am Ende wurde mir so etwas wie ein Zusammenhang klar. Da war ein Funke, eine Idee, etwas Greifbares. Aber auch das war für mich wieder zu durcheinander erzählt, als dass es mich wirklich hätte mitreißen können. Ich hätte dieses Buch so gerne geliebt – wirklich. Aber ich kann es nicht empfehlen. ★★☆☆☆ (2 von 5 Sternen)
Meine Rezension zu Männer töten von Eva Reisinger Schwere Kost in skurrilen Plot stimmig verpackt. Da die Autorin aus meinem Heimatort stammt, konnte ich mich mit einigen der Ortsbeschreibungen gut identifizieren. Das sorgte bei diesem schweren Thema zwischendurch sogar für ein kleines Schmunzeln. Mit dem Schreibstil hatte ich es jedoch nicht immer leicht. Er ist zwar sehr einfach gehalten, durch die vielen Sprünge fiel es mir aber schwer, einen konstanten Lesefluss zu finden. Auch den im Zusammenhang mit dem Buch oft genannten Feminismus konnte ich wenier erahnen, vielleicht weil gegendert wird. Für mich steht weniger Feminismus im Vordergrund als vielmehr das Thema Femizid und Gewalt an Frauen. Und von diesem wichtigen Thema kann es gar nicht genug Bücher und Artikel geben. Die Geschichte selbst ist fesselnd, und die Frauen der Ortschaft sind durchwegs sympathisch gezeichnet. Besonders die Protagonistin ist mir ans Herz gewachsen ihre tief sitzende Wut war für mich gut nachvollziehbar. Insgesamt ein origineller Roman mit einer starken Thematik, der mich trotz einiger Abstriche beschäftigt hat.
Ich hätte es gerne geliebt.
Ich hatte das Buch aufgrund vieler guter Rezensionen gekauft und der provokante, mutige Titel hat mir auch gut gefallen sowie die Aussicht, dass die Geschichte primär in den Bergen stattfindet. Die Geschichte wechselt immer Mal zwischen Szenen in Berlin und Szenen in dem kleinen Bergdorf, in dem die Welt sich scheinbar ein bisschen anders dreht. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass die Autorin hier bewusst die gendetspezifischen Klischees umdreht, z.B. dass hier die Frauen mit Bierkasten durchs Dorf ziehen und sich besaufen. Leider fand ich die Charakterentwicklung der Protagonistin und ihrer Freundinnen aus Berlin wenig nachvollziehbar und total übereilt. Sie finden die, ich sage mal, Geheimnisse der Dorfbewohnerinnen raus und sind gefühlt sofort total d'accord mit all dem, was sie erfahren. Ich finde das unrealistisch. Auch die Aufklärung, wie es zu der Entwicklung in dem Dorf kommt, fand ich zu kurz. Das Ende des Buches war für mich dann der letzte Sargnagel, das Buch nicht zu mögen. Offene Enden finde ich okay, wenn sie einem zum Nachdenken anregen. Hier musste ich die letzten Sätze mehrmals lesen und habe mehrmals weitergeblättert, weil ich nicht glauben konnte, dass DAS die letzten Zeilen waren. Für mich fühlte sich das Ende an, als hätte die Autorin eine tickende Zeitbombe auf der Brust und nur das Beenden des Buches stoppt den Timer. Die Grundidee fand ich total spannend, leider fand ich die Umsetzung zu oberflächlich. Mehr Seiten für mehr Storytelling und Charakterentwicklung hätten dem Buch gutgetan. On a bright note: das Cover ist eines der schönsten, das ich 2025 gelesen habe!
Mir habt sehr vieles in diesem Buch gefallen - einiges aber auch nicht… manche Dinge passieren völlig überraschend, was sicherlich gewollt ist, machen es aber für mich deutlich weniger greifbar. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und konnte andere beschriebene Situationen sehr gut nachvollziehen.
2024_#40 💅🏻
Es fällt mir total schwer, dieses Buch zu bewerten. Die Idee fand ich super, die Geschichte hat mir grundsätzlich auch gefallen, nur der Erzählstil war leider nicht so ganz meins. Zum Teil finden Sprünge zwischen Szenen aus der Vergangenheit und der Gegenwart statt, ohne dass dies sofort deutlich wird, sodass ich erstmal ein paar Sätze lang verwirrt war. Dann hat mir auch Tiefe gefehlt. Es fühlte sich für mich eher wie eine Sammlung von Ideen und Szenen an als wie eine fertige Geschichte. Dadurch blieben mir auch die Charaktere fremd, was ich sehr schade fand und was es mir schwer gemacht hat, manche Handlungen und Verhaltensweisen nachzuvollziehen. Aufgrund des Klappentextes hatte ich zudem erwartet, dass sich mehr und deutlicher mit der Thematik des Matriarchats auseinandergesetzt wird. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass es lediglich angeschnitten und dann recht schnell abgefrühstückt wurde. Das Ende lässt wohl ganz bewusst Interpretationsspielraum, aber auch das hat mir an der Stelle nicht so richtig gefallen und ich hab's einfach nicht wirklich verstanden. Ich wollte das Buch so gerne richtig toll finden, aber auch mit einigen Tagen Abstand gelingt es mir leider nicht 🤷🏻 mir fehlte einfach etwas.

Schon mal über Kathrin Glock nachgedacht? Ich nicht. Bis ich dieses Buch gelesen habe. Jetzt denke ich ständig über sie nach. Vielleicht auch, weil ich vorher nur über alle anderen Themen aus diesem Buch nachgedacht habe - und ich seit vielen Jahren sehr wütend deswegen bin. Vielleicht ist Kathrin Glock kein Vorbild für mich aber doch so etwas wie eine Inspiration.
Naja - Achtung teilweise kleine Spoiler
Ich bin selbst aus Oberösterreich und konnte mich in manchen Stellen des Buches selber fast schon sehen (Poltern, etc.). Das hat mir unerwarteterweise sogar gut gefallen. Leider hält das Buch nicht, was der Klappentext verspricht. Ein ganz einfaches Beispiel: in der Inhaltsangabe kommt folgendes vor:(...) und was hat das alles mit Kathrin Glock zu tun?" Ich weiß es nicht? Kathrin Glock wird nur zum Ende des Buches kurz namentlich erwähnt? Bzw. ihr Instagram Account? Hab ich Stellen mit Kathrin Glock überlesen? Gab es Andeutungen, die ich schlichtweg einfach nicht verstanden habe? Kann mir jemand bitte eine Antwort geben? Oder es steht auch im Klappentext"(...) wie kommt es, dass die Frauen hier viel lauter feiern als anderswo?" Tun sie nicht? Es wird ganz normal laut gepolter. Und auch die anderen Feiern waren ganz normal? Alles in Allem, teilweise Recht enttäuschend. Ich hatte auf ein lautes, starkes Buch gehofft, dass einen wachrüttelt und zeigt, wie scheiße Morde (in diesem Fall spezifisch Femizide) sind. Ich hatte gehofft, dass hier Frauen einfach schlichtweg erhört werden, dass man nachts nicht Angst haben muss beim Rausgehen. Aber die Antwort auf all meine Hoffnungen war einfach: wir drehe es um, statt Femizid, werden einfach Männer ermordet, die ohnehin einen Scheiß Charakter haben.

Ein skandalöses, mutiges Buch, das will gesagt sein. Die Autorin spricht ein wichtiges Thema an - leider auf die falsche Weise meiner Meinung nach. Statt Femizide gibt es nun Androzide. Aus meiner Sicht ist dieses Buch Futter für alle, die „Feminismus“ mit „Männerhass“ gleichsetzen. Der Schreibstil ist definitiv gewöhnungsbedürftig, vielleicht etwas sprunghaft, jedoch könnte das auch Absicht sein. Alles in allem 3/5 ⭐️.
Wisst ihr, was ich hasse? Wenn ein Buch fast allen Leuten in meiner Umgebung gefällt und ich die einzige bin, die damit so gar nichts anfangen kann. Ein großes Problem hatte ich persönlich leider mit dem Stil. Es gibt hier sehr viele Beschreibungen - aber leider wird dabei kaum das Innenleben der Protagonistin beleuchtet. Sie wirkte auf mich leider bis zum Schluss sehr distanziert zu allem und das finde ich schade - gerade, wenn man sich ansieht, was hier so passiert. Da wär Potential für unglaublich spannende innere Konflikte da, ich habe davon aber leider nicht viel gemerkt. So blieben dann leider auch ihre Motive nur wage. Und das ist schade, denn Anna Maria und ihre Freundinnen stellen hier einige sehr illegale Dinge an, die ich nicht vertiefen werde, weil Spoiler. Doch statt mehr über Anna Marias Innenleben zu erfahren, schien hier der Fokus eher auf den Partys von ihr und ihren Freundinnen zu liegen. Wie gesagt: Da wurde meiner Meinung nach leider eine große Chance verpasst. Auch blieben die Beschreibungen der Umgebung und der Figuren leider sehr im Klischee stecken. Kann man mögen - ich tue es nicht. Ich bin Tirolerin - mit muhenden Kühen, weiten Feldern und Erklärungen, dass der Dialekt in Oberösterreich so schwer zu verstehen sei, kriegt ihr mich nicht. Damit bin ich aufgewachsen. Das ist für mich normal. Und: Ich bekomme Augenzucken, wenn ich daran denke, mit welchen Dialektworten die Protagonistin hier ach so große Probleme hatte. Die sind wirklich zahm: "Ötan" statt "Eltern". Ob es wirklich genauso geschrieben wurde, weiß ich leider nicht mehr. So wirkte die Protagonistin leider einfach dumm, zumindest meiner Meinung nach. So, als könnte sie minimale Abänderungen von der Standardsprache nicht mehr verstehen. Wenn sie mit dem Beispielwort, das hier genannt wurde, schon Probleme hat, dann sollte sie auch nuschelnde und lispelnde Menschen nicht verstehen können. Der dargestellte Dialekt ist hier wirklich zahm. Ich würde es verstehen, wenn Anna Maria Probleme mit dem Unterschied von "aui" und "oi" hätte oder nicht wüsste, was denn "Fackalar" sind. Oder was "potschad" bedeutet oder "wompat" oder "Bissgurn" oder "Schlampetatsch". Ihr seht, worauf ich hinaus will? Und nein, die Bedeutung dieser Worte bekommt ihr nicht mitgeliefert. Die verschiedenen Tiroler Dialekte sind toll, bieten viele spannende Worte und Redewendungen und wenn ihr diese Worte nicht kennt, habt ihr was verpasst. Viel Spaß beim Googeln! Auch sehe ich hier leider kein Matriarchat, keine Utopie und keinen Feminismus. In der Realität ermorden Männer Frauen - aber meiner Meinung nach reicht es nicht, den Spieß umzudrehen, um ein Werk feministisch zu machen. Und selbst wenn das reichen würde und das wirklich ein Matriarchat wäre: Es wird hier auf vielleicht zwei Seiten abgehandelt, wie das entstanden ist. Im Alltag merkt man davon (abgesehen von den ermordeten Männern) leider nichts. Und ja, vielleicht könnte man das auch als Satire lesen. Aber das ist halt einfach nicht das, was ich erwarte, wenn im Klappentext das Wort "Matriarchat" fällt. Ein letzter Kritikpunkt noch: Ich mag es überhaupt nicht, wenn es in Büchern zu Markennennungen kommt und halte es für zumindest problematisch, wenn popkulturelle Anspielungen genannt werden. Hier wird zum Beispiel eine Szene beschrieben, in der Haftbefehl zu rappen beginnen würde, wenn das ein Film war. Da hatte ich schon nur eine grobe Vorstellung, wie das sein könnte, weil ich (Deutsch-) Rap zu großen Teilen verweigere, in ein paar Jahren wird man sowas nicht mehr wirklich verstehen können. Außerdem hatte ich manchmal das Gefühl, dass diese Anspielungen eine Beschreibung der Stimmung oder Emotionen ersetzen sollten. Für mich persönlich hat das leider nicht funktioniert. Mein Fazit? Dieses Buch war leider nichts für mich. Schade.
Schnell erzählt, ein Gedankenexperiment der Rachefantasie
Ich denke, einige hier haben erwartet, dass dieses Buch quasi eine Anleitung für ein erfolgreiches Matriarchat ist, aber sie vergessen dabei, dass es eine Geschichte ist. Natürlich sollte in der echten Welt die Antwort auf Gewalt gegen Frauen nicht Gewalt gegen Männer sein. Aber darum geht es meiner Meinung auch nicht, es geht um eine Frau, die Rache übt, um ein System, dass das bis zu einem gewissen Punkt möglich macht, um einen Ort, der unsere Realität gewissermaßen ins Gegenteil verkehrt. Außerdem, wer dieses Buch in die Hand nimmt, den Titel liest und denkt, dass alles Friede-Freude-Eierkuchen sein wird, hat wohl sowieso Schwierigkeiten damit, sinnerfassend zu lesen... Wo ich mir schwer getan habe, ist das Ende, da es wirklich sehr plötzlich kommt und mich verwirrt zurück lässt.
Ein wildes Buch über wütende Frauen mit guten Ansätzen, das sein sein Potenzial nicht ganz ausgeschöpft hat.
In dem Roman geht es um um wütende und betrogen Frauen, die sich nicht nur ihre Handlungsmacht zurückholen, sondern Rache ausüben für all das, was Männer ihnen angetan haben. Man muss Männer töten, weil Männer töten. Das ganze passiert in einer kleinen Ortschaft in Oberösterreich, in einer matriarchalen (Kirchen-)Gemeinschaft und thematisiert die Missstände in Österreich in Sachen Misogynie und Gewalt gegen Frauen. Diese Kritik ist meiner Meinung nach gelungen. Die gesellschaftliche Utopie und der "unhinged" plot, welche mir der Klappentext verspricht, wurden aber meiner Meinung nach nicht geliefert. Was im Marketing für mich mach einer sektenähnlichen Dynamik klang, war in der Umsetzung dann doch weniger utopisch sondern eher realistisch gedacht und demnach viel weniger extrem ausgeführt als erhofft. Damit meine ich, dass dieses Matriarchat sehr suptil agiert (anders könnte es in einem Österreich wie wir es in der Realität erleben gar nicht existieren) und die aufsehenerregenden Handlungen der Figuren gefährden diese kleine vermeinsliche Idylle. Außerdem finde ich, dass in diesem dann doch recht dünnen Buch zu viele Geschichten zu erzählen versucht werden, wodurch sich die Figuren stellenweise oberflächlich anfühlen. Letzten Endes bereue ich die Lektüre nicht, vor allem das Ende fühlte sich an wie ein Fiebertraum, trotzdem glaube ich das da noch mehr Potenzial ist, das ich mir ausgeschöpft wünschen würde. Deswegen neutrale 3☆ von mir.
2.5 ⭐️; oh… da hätte ich was ganz anderes erwartet. Für mich: ein guter Krimi mit psychologischem Hintergrund , wo eine Gruppe von ner handvoll Frauen Männer in ihrem kleinen Dorf in Österreich tötet.. auch so ne handvoll (aber doch nicht soviel, dass es alle sind oder eine Welt ohne Männer). Und falls du, diese Rezi gesehen hast und jetzt nochmal den Klappentext liest… das hat nicht unbedingt viel miteinander gemeinsam. 😅🫣 als Krimi ok aber als feministisches dystopisches Werk für mich viel zu schwach. Hoffe jemand greift die Idee des Buches nochmal auf…
Irgendwie wurde ich leider nicht ganz warm mit dem Buch. Das Thema ansich ist spannend und der Schreibstil hat mir gut gefallen. Jedoch fehlt mir leider irgendwie die Tiefe - sowohl was die Protagonistinnen angeht, als auch die Handlung selbst. Das liegt wsl zum einen an der Erzählweise aus der dritten Person und zum anderen, dass für meinen Geschmack zu wenig Innenleben, Gedanken und Handlungsmotivation geteilt wurde. Ich hatte bis zum Ende leider ein sehr distanziertes Gefühl zu den Protas und kam nicht richtig hinein. :(
Größtenteils super
Das Ende habe ich nicht verstanden, das war mir zu kryptisch. Vielleicht hat die Story aber genau sowas gebraucht. Außerdem braucht die nächste Auflage vielleicht andere Song-Erwähnungen, weil ich bei Dorfmenschen und Gigi D'Agostino leider direkt an Nazis denken musste. Der Roman erschien vor der Sylt-Sache, deshalb sage ich Auflage.
Der Schreibstil ist zwar etwas ulkig, aber es werden viele smarte und witzige Stilmittel verwendet, die das Lesen dieses Buches irgendwie einzigartig machen. Ist definitiv nicht für jeden etwas, aber ich fand es war mal etwas ganz anderes! Zum Thema selbst: Ein interessantes Gedankenexperiment zum Thema „Was wäre, wenn Frauen nicht länger Opfer, sondern Täterinnen wären?“. Die Umsetzung ist etwas holprig und man erwartet zu Beginn etwas ganz anderes. Eine interessante Abwechslung, aber haut einen nicht von den Socken. Das Thema hätte mehr Potenzial gehabt!
Konnte mich leider nicht überzeugen
Als ich 'Männer töten' in den Händen hielt, war es Liebe auf den ersten Blick - doch leider nicht auf den zweiten. Der Klappentext klingt himmlisch: ein österreichisches Dorf, in dem Frauen präsent und laut sind, in dem es kaum Männer gibt, dafür aber viel weibliche Solidarität und Freundinnenschaft. Wie der Titel schon andeutet, verschwinden die störenden Männer aus dem Dorf, indem sie, Überraschung, getötet werden. An sich klingt das für mich nach einem guten Gerüst für eine Geschichte, grade im Setting von Österreich, wo EU-weit im Durchschnitt die meisten Frauen ermordet werden. Doch leider konnte mich die Umsetzung der Geschichte nicht überzeugen. Bis auf Evîn, eine enge Freundin der Protagonistin Anna Maria, blieben alle Charaktere eher eindimensional. Das Töten von Männern wurde auf der einen Seite wie eine totale Nebensächlichkeit dargestellt, die niemanden überraschte - bis dann Konsequenzen zu befürchten waren. Während manche Themen wie Trauma oder Freundinnenschaft Tiefe reinbrachten, fielen damit verbundene Situationen wie Traumabewältigung oder Konflikte wieder überraschend simpel aus. Das Ende des Romans wirkte zudem auf mich nicht rund, als wäre nichts besseres eingefallen. Schade, denn eine gute Geschichte eines zurückschlagenden Matriarchats hätte ich gerne gelesen. CN: s3xualisierte & psychische G3walt, Verg3waltigung, F3mizid, Alkoh0lkonsum, Dr0genkonsum, Panikattacke
In Berlin führt Anna Maria ein typisches Großstadtleben bis sie an einer Bar Hannes kennenlernt, mit dem es sie in das oberösterreichische Engelhartskirchen verschlägt. In diesem Provinzkaff wird zwar jegliches Klischee erfüllt, doch Anna Maria findet schnell heraus, dass hier alles anders läuft als im Rest der Alpenrepublik. Die Frauen halten zusammen, unterstützen sich gegenseitig und setzen sich zur Wehr. Schon bald gehört Anna Maria dazu und wird in das ein oder andere Geheimnis und eine alte Tradition eingeweiht. Als schließlich Anna Marias gewalttätiger Ex-Freund überraschend auftaucht, wird Anna Maria von ihrer Vergangenheit eingeholt. In Engelhartskirchen wird das aber sicherlich kein gutes Ende nehmen… Leider ist es traurige Realität, dass Österreich schon seit vielen Jahren bei Frauenmorden im europäischen Vergleich Spitzenreiter ist und als das Land der Femizide gilt. In ihrem Debütroman „Männer töten“ greift die österreichische Journalistin Eva Reisinger dieses besorgniserregende Thema auf und wagt sich an ein rasantes Gedankenexperiment, bei dem Macht, Solidarität und Freundinnenschaft im Mittelpunkt stehen. Auf bitterböse Art und Weise prangert sie patriarchale Strukturen und gesellschaftliche Missstände an und fordert ihr Leser*innen zum Nachdenken und Handeln auf. Schon allein der zweideutige Titel „Männer töten“ hat mich wahnsinnig neugierig auf diesen Roman gemacht. Und ich wurde absolut nicht enttäuscht. Reisingers interessanter Plot und ihr satirisch-provokanter Erzählstil haben mir unheimlich gut gefallen und mich nur so durch das matriarchale Engelhartskirchen getrieben. Eine bissige, schwarzhumorige und äußerst skandalöse feministische Utopie, die für großartige Unterhaltung sorgt! Übrigens gibt’s auf Spotify auch noch eine sehr hörenswerte Playlist zum Roman. Und mit Cover und Farbschnitt hat sich der Leykam Verlag ja wohl mal wieder selbst übertroffen - so schön, ich liebs arg!

Kurzweiliges, feministisches Buch mit humorvoller Story und eine große Portion Österreich!
Sehr gut gefallen hat mir, dass ich mich das gesamte Buch lang „zu Hause“ gefühlt habe. Als Österreicherin habe ich mich sehr abgeholt gefühlt, vor allem das beschriebene Landleben und die irrwitzigen Situationen spiegeln die Realität vieler Dorf-Bewohner*innen wider - zumindest aber habe ich mich in mein eigenes Dorfleben hineinversetzt gefühlt. 10/10 - super gelungen! Mehr oder weniger subtil werden auch Anspielungen auf bekannte Personen des öffentlichen Lebens gemacht, was mich auch sehr amüsiert hat. Hier frage ich mich aber, wie viel (Vor-)Wissen mitgebracht werden muss, um auch wirklich alle Anspielungen deuten zu können. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, es war ein leichtes und flüssiges Lesen. Die Geschichte selbst ist in Zeitsprüngen unterteilt und die Erzählperson springt am Zeitstrahl wild durcheinander, sodass aufmerksames Lesen gefragt ist. Das hat mich anfangs etwas verwirrt, tut der Story aber insgesamt gut. Für mich hätte diese aber ruhig noch tiefgreifender sein können, an manchen Stellen hätte ich gerne mehr über Personen oder Hintergründe erfahren. Völlig verwirrt lies mich dann aber das Ende zurück, an das ich aber im Nachhinein noch lange denken muss(te) - ich denke, dass ich das Buch auch noch ein zweites Mal in die Hand nehmen werde. Ich bin mir nicht ganz sicher, dass ich das Ende „verstanden“ habe, deswegen muss ich hier noch etwas nachgrübeln. All in all: Empfehlung zum leichten Einstieg in feministische, humorvolle österreichische Literatur mit ernstem Kern (die Geschichte behandelt ua sexualisierte Gewalt).
Spannend, sarkastisch, feministisch, gut. Eine Mischung aus Heimatroman, feministischer Utopie und Popliteratur im typischen Sound der 30-jährigen Autorinnen. Reisinger berichtet vom heimlichen Matriarchat eines kleinen österreichischen Dorfes. Sie stellt die Männerwelt auf den Kopf und rüttelt ordentlich daran. Heraus kommt ein unterhaltsamer, gewaltiger (im wahrsten Sinne) Roman.
Hm lol :D
Kann man mal gelesen haben, muss man aber nicht.. hab's zu Ende gelesen, war iwie wierd. Kann mir vorstellen, dass es als Film tatsächlich besser rüberkommen könnte. Die Figuren und ihre Beziehungen zu einander gehen für mein Gefühl nicht in die Tiefe. Na ja.. ich war ohnehin voreingenommen durch die Bewertungen und Beiträge hier. Hab dem Buch dennoch eine Chance geben wollen, da ich es vor einer Weile mal iwo entdeckt habe und dachte, es könnte gut sein. Für mehr Infos empfehle ich dann eher die Rezensionen der anderen Menschen hier.
Bitterböse Satire
Sehr, sehr österreichisch.... Dunkelschwarzer Galgenhumor, erfreuliche Emanzipation, noch erfreulicher weiblicher Zusammenhalt und daher (leider) Utopie. Die Femizide zeigen, dort sind wir noch lange nicht. Daher meine Empfehlung- LESEN, nachmachen oder zumindest darüber nachdenken. Es ist bei meinen ALL-TIME-FAV'S Lebens-/ Lieblingslektüren hinzu gekommen.

Anna Maria will weg aus ihrem Leben in Berlin und weg von ihrer Beziehung. Daher beschließt sie spontan, ihrer Cluberoberung Hannes in seinen oberösterreichischen Heimatort Engelhartskirchen zu folgen. Den passenden Vornamen habe sie schon, finden die Frauen des Dorfes, und nehmen sie schnell in ihre Gemeinschaft auf. Während Hannes sich um den Hof kümmert, verbringt Anna Maria viel Zeit mit ihnen und wird irgendwann misstrauisch. Warum gibt es im Ort so wenige Männer und so viele Unglücksfälle? Und warum predigt eine Frau in einer katholischen Kirche? „Männer töten“ ist der erste Roman der österreichischen Journalistin Eva Reisinger. Erzählt wird aus der Perspektive der Protagonistin in der dritten Person und der Gegenwartsform, was dem Text eine gewisse Unmittelbarkeit verleiht. Zudem fällt auf, dass wörtliche Rede nur durch Bindestriche gekennzeichnet wird, wie in einem Theaterstück. Die Kapitel tragen alle Namen aus der Landwirtschaft, können – im Nachhinein betrachtet – aber auch anders verstanden und auf den Handlungsverlauf bezogen werden. Zunächst geht im Dorf alles seinen gewohnten Gang und Anna Maria findet eine ganz neue Sicherheit und Ruhe. Doch dann tauchen nacheinander ihre beiden Freundinnen aus Berlin und Exfreund Friedrich auf und wir erfahren einige Details ihrer Beziehung. In dieser Situation zeigt sich leider auch, wo die Loyalitäten der Freundinnen liegen. Während die vorlaute Yama bedingungslos hinter Anna Maria steht, hält die zurückhaltende Evîn stattdessen zu Friedrich – und so steuert alles auf eine Katastrophe zu. Schon die Triggerwarnung zu Beginn des Buches lässt schmunzeln, verkündet sie doch ganz unverblümt „In diesem Buch sterben Männer.“ Damit setzt die Autorin den Grundton des Buches: satirisch, voller schwarzem Humor, aber doch mit einem bitteren, wahren Kern. Denn es sterben Männer, weil sie ihre Stellung im Patriarchat ausnutzen, um Frauen zu quälen. Gleichzeitig entwirft Eva Reisinger aber eine, wenn auch kurze und fragile Utopie, nämlich die einer Welt, in der Frauen sich gegenseitig bedingungslos unterstützen. Koste es, was es wolle.
























































