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Selten ein Buch gelesen was mit Sprache so spielt und so klar ist
„Im Sommer 1963 verliebte ich mich, und mein Vater ertrank.“ Mit diesem Satz beginnt Charles Simmons’ Roman Salzwasser – ein Satz, der so schlicht und gleichzeitig so tief ist, dass er sich sofort einprägt. Er enthält bereits alles, was dieses Buch ausmacht: Liebe und Verlust, Jugend und Ende, Schönheit und Schmerz. Ich bin auf dieses Buch über eine Instagram-Story gestoßen. Jemand las genau diesen ersten Satz vor – und ich wusste sofort, dass ich es lesen muss. Dieser Satz hatte etwas, das mich berührt hat. Etwas, das ehrlich klang, unaufgeregt, aber voller Bedeutung. Und nachdem ich Salzwasser gelesen habe, kann ich sagen: Dieses Buch ist tatsächlich etwas ganz Besonderes. Charles Simmons erzählt die Geschichte eines sechzehnjährigen Jungen, der in einem Sommer an der amerikanischen Ostküste seine erste große Liebe erlebt – und gleichzeitig den Tod seines Vaters verkraften muss. Zwei Ereignisse, die nicht nur zufällig nebeneinanderstehen, sondern sich gegenseitig spiegeln. Der Roman ist eine leise, aber eindringliche Erzählung darüber, wie Liebe und Verlust untrennbar miteinander verbunden sind – und wie aus beiden die Erinnerung entsteht, die unser Leben prägt. Was mich an Salzwasser besonders bewegt hat, ist seine Einfachheit. Simmons schreibt ohne Schnörkel, ohne Pathos. Und gerade dadurch trifft er einen umso tiefer. Jeder Satz ist klar, fast kühl – und doch voller Wärme. Man spürt das Salz in der Luft, hört das Rauschen der Wellen, und gleichzeitig fühlt man die Unsicherheit, die Aufregung und die zarte Verletzlichkeit eines jungen Menschen, der zum ersten Mal wirklich liebt. Dieses Buch ist im Kern eine Beschreibung dessen, was Liebe ist – und wie sie sich anfühlt. Aber es geht auch um die Kunst, sie zu erzählen. Simmons schafft es, das Unaussprechliche greifbar zu machen: die Mischung aus Sehnsucht, Schmerz, Glück und Verlust, die Liebe immer begleitet. Er beschreibt sie nicht als großes, alles verschlingendes Gefühl, sondern als etwas, das uns formt, still, aber dauerhaft. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, als erzähle mir jemand eine Erinnerung – nicht laut, sondern in einem Ton, der fast flüstert. Diese Zurückhaltung macht den Roman so stark. Er wirkt nicht übertrieben oder dramatisch, sondern ehrlich und menschlich. Vielleicht liegt darin seine Kunst: in der Fähigkeit, große Emotionen mit leisen Worten auszudrücken. Salzwasser ist eines dieser Bücher, die einen nachdenklich zurücklassen. Es erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern weckt eigene Erinnerungen – an den ersten Sommer, an die erste Liebe, an das erste Bewusstsein dafür, dass das Leben immer beides ist: Schönheit und Verlust. Charles Simmons, der 2017 verstarb, hat mit Salzwasser ein Werk geschaffen, das wie das Meer selbst ist: ruhig an der Oberfläche, aber tief und unendlich darunter. Man spürt beim Lesen seine Erfahrung, seine Sensibilität, seine Beobachtungsgabe. Er war nicht nur ein Autor, sondern auch ein genauer Beobachter des Menschlichen – jemand, der wusste, dass wahre Geschichten in den Zwischentönen liegen. Ich muss sagen: Dieses Buch liest man nicht einfach. Man erlebt es. Und wenn man es beendet, bleibt etwas zurück – eine leise Melancholie, aber auch ein Gefühl von Dankbarkeit. Dafür, dass ein Autor wie Charles Simmons uns gezeigt hat, dass die Liebe – so vergänglich sie auch sein mag – das Einzige ist, was wirklich bleibt.
Oct 8, 2025
Selten ein Buch gelesen was mit Sprache so spielt und so klar ist
„Im Sommer 1963 verliebte ich mich, und mein Vater ertrank.“ Mit diesem Satz beginnt Charles Simmons’ Roman Salzwasser – ein Satz, der so schlicht und gleichzeitig so tief ist, dass er sich sofort einprägt. Er enthält bereits alles, was dieses Buch ausmacht: Liebe und Verlust, Jugend und Ende, Schönheit und Schmerz. Ich bin auf dieses Buch über eine Instagram-Story gestoßen. Jemand las genau diesen ersten Satz vor – und ich wusste sofort, dass ich es lesen muss. Dieser Satz hatte etwas, das mich berührt hat. Etwas, das ehrlich klang, unaufgeregt, aber voller Bedeutung. Und nachdem ich Salzwasser gelesen habe, kann ich sagen: Dieses Buch ist tatsächlich etwas ganz Besonderes. Charles Simmons erzählt die Geschichte eines sechzehnjährigen Jungen, der in einem Sommer an der amerikanischen Ostküste seine erste große Liebe erlebt – und gleichzeitig den Tod seines Vaters verkraften muss. Zwei Ereignisse, die nicht nur zufällig nebeneinanderstehen, sondern sich gegenseitig spiegeln. Der Roman ist eine leise, aber eindringliche Erzählung darüber, wie Liebe und Verlust untrennbar miteinander verbunden sind – und wie aus beiden die Erinnerung entsteht, die unser Leben prägt. Was mich an Salzwasser besonders bewegt hat, ist seine Einfachheit. Simmons schreibt ohne Schnörkel, ohne Pathos. Und gerade dadurch trifft er einen umso tiefer. Jeder Satz ist klar, fast kühl – und doch voller Wärme. Man spürt das Salz in der Luft, hört das Rauschen der Wellen, und gleichzeitig fühlt man die Unsicherheit, die Aufregung und die zarte Verletzlichkeit eines jungen Menschen, der zum ersten Mal wirklich liebt. Dieses Buch ist im Kern eine Beschreibung dessen, was Liebe ist – und wie sie sich anfühlt. Aber es geht auch um die Kunst, sie zu erzählen. Simmons schafft es, das Unaussprechliche greifbar zu machen: die Mischung aus Sehnsucht, Schmerz, Glück und Verlust, die Liebe immer begleitet. Er beschreibt sie nicht als großes, alles verschlingendes Gefühl, sondern als etwas, das uns formt, still, aber dauerhaft. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, als erzähle mir jemand eine Erinnerung – nicht laut, sondern in einem Ton, der fast flüstert. Diese Zurückhaltung macht den Roman so stark. Er wirkt nicht übertrieben oder dramatisch, sondern ehrlich und menschlich. Vielleicht liegt darin seine Kunst: in der Fähigkeit, große Emotionen mit leisen Worten auszudrücken. Salzwasser ist eines dieser Bücher, die einen nachdenklich zurücklassen. Es erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern weckt eigene Erinnerungen – an den ersten Sommer, an die erste Liebe, an das erste Bewusstsein dafür, dass das Leben immer beides ist: Schönheit und Verlust. Charles Simmons, der 2017 verstarb, hat mit Salzwasser ein Werk geschaffen, das wie das Meer selbst ist: ruhig an der Oberfläche, aber tief und unendlich darunter. Man spürt beim Lesen seine Erfahrung, seine Sensibilität, seine Beobachtungsgabe. Er war nicht nur ein Autor, sondern auch ein genauer Beobachter des Menschlichen – jemand, der wusste, dass wahre Geschichten in den Zwischentönen liegen. Ich muss sagen: Dieses Buch liest man nicht einfach. Man erlebt es. Und wenn man es beendet, bleibt etwas zurück – eine leise Melancholie, aber auch ein Gefühl von Dankbarkeit. Dafür, dass ein Autor wie Charles Simmons uns gezeigt hat, dass die Liebe – so vergänglich sie auch sein mag – das Einzige ist, was wirklich bleibt.
Oct 8, 2025







