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Description
Book Information
Posts
Wenn Hingabe zur Herausforderung wird
"Zu große Gefallen" ist ein Buch, das einen definitiv wachrüttelt – eine schallende Ohrfeige in Sachen Ehrlichkeit über sexuelle Macht, Begierde und persönliche Grenzen. Eins vorweg: Fishman verzichtet bewusst auf klassische Dialoge und setzt stattdessen auf erzählerische Direktheit. Worte wie „gefickt und gefickt werden“ treten wiederholt auf, was für einige sperrig wirken mag, für mich aber genau die Distanz und den Kontrast zu den eigentlichen Gefühlen schafft. Man spürt hier zwischen den Zeilen die Spannung zwischen körperlicher Handlung und emotionaler Tiefe. Im Zentrum steht eine Dreiecksbeziehung – zwei Frauen, ein Mann – und die damit verbundenen Macht- und Rollendynamiken. Besonders das Verhältnis zwischen Evie und Nathan ist verstörend ehrlich: Toxische Dynamiken, Grenzüberschreitungen und subtile Manipulationen („Gaslighting“) werden hier klar benannt. Man erlebt hautnah, wie es sich anfühlt, wenn man sich körperlich hingibt, aber emotional gleichzeitig Teile seiner Selbst verliert. Evie verliert durch diese Affäre zeitweise ihre Prinzipien, ihre Klarheit – und wird gezwungen, sich ihrer eigenen Wünsche, Ängste und Grenzen zu stellen. Neben der schonungslosen Darstellung sexueller Macht ist das Buch auch überraschend sensibel, wenn es um die Reflexion über Selbstbestimmung, Sinnlichkeit und Identität geht. Zwischen Verlust, Sehnsucht und Lust schimmert immer wieder eine leise, nachdenkliche Komponente durch. Fishman schafft es, das Sexuelle mit psychologischer Tiefe zu verbinden, ohne in klischeehafte Romantisierung zu verfallen. Das Buch regt einen an , über die eigene Sexualität, eigene Grenzen und das eigene „Sein“ nachzudenken.
Ich habe über 3,5 Monate für dieses 220 Seiten lange Buch gebraucht. Dieses Buch möchte viel sein und die Story möchte eine ganze Menge vermitteln, aber im Endeffekt hat es nichts von dem, was auf dem Klappentext steht erreicht. Die Fragen hinter Sex und was es bedeutet wurden nicht beantwortet. Ist auch nicht die Erwartungshaltung und auch nicht das was so beantwortet werden kann. Dennoch hat dem Buch einiges gefehlt. Vor allem die Rolle von Nathan ist mir von Seite zu Seite mehr auf die Nerven gegangen, weil er so viel problematisches darstellt und vermittelt. Vielleicht bin ich mit einer anspruchsvollen Erwartung rangegangen, habe dem Buch aber trotzdessen versucht im Verlauf eine Chance zu geben, obwohl es mir nicht gefallen hat. Daher zwei Sterne von mir.
Interessant
Dieses Buch hat mir überwiegend gut gefallen. Es gab viele kluge Gedanken, vor allem über Sexualität und die damit einhergehende Machtverhältnisse, die mich zum nachdenken angeregt haben und die ich sehr nachvollziehen konnte und mich gut hineinversetzen konnte, trotz unterschiedlichen Geschlechts und sexuellen Orientierung als die Hauptfigur. Die Sprache ist sehr schön und direkt. Leider gab es auch einige Stellen, die, aus meiner Sicht, wenig Sinn ergaben und die Hauptfigur Eve etwas unglaubwürdig handeln lassen haben. Die Geschichte an sich hat keinen klaren roten Faden und führt irgendwie ins Nichts.
Really torn when it comes to this one
I can’t decide if I really like this or not. I think the blurbs don’t really give you a picture what the book is about and you could probably say this is aber sexual freedom and female lust and women learning to stand up for what they or (and this is what it feels like strongly in the end to me) this is a book about man abusing and manipulating women into doing what they want. I think over these 214 pages eve loses a lot of independence but on the other hand she learns a little that she is more then her body. I still have to think about this can’t give a finale rating
Frustrierend und enttäuschend, liest sich wie eine male fantasy
Der Roman wird aus der Perspektive der 28-jährigen Protagonistin und Barista Eve erzählt, die eigentlich in einer glücklichen stabilen und vertrauensvollen lesbischen Beziehung lebt. Gleich zu Beginn bandelt sie aus Langeweile (?)/sexueller Neugierde mit einem Hetero-Pärchen an (Olivia und Nathan) und stürzt sich in diese Dreieckskonstellation. Der Klappentext des Buches bezeichnet die Handlung als „eine einzigartige Geschichte über Macht, Scham, weibliche Lust und den gefährlichen Grat zwischen Begehren und Beherrschen“. Nahezu der gesamte Roman handelt nur davon, wie Nathan sowohl Eve als auch Olivia manipuliert und ihm gefügig macht, indem er ihnen einredet, dass sie bestimmte (sexuelle) Dinge wollen würden und er dies spüren und damit ihnen einen „Grossen Gefallen“ (vgl. Buchtitel) tun würde. Die ungleiche Machtverteilung, die sich auch in der Dreiecksbeziehung widerspiegelt macht den Roman unglaublich frustrierend zu lesen. Ich habe bis zum Ende darauf gewartet und gerätselt was genau die Message des Buches sein soll, denn sie liest sich wie eine male fantasy und hat so gar nichts empowerendes an sich. Am Anfang ist Eve in einer glücklichen Beziehung mit einer Frau (Romi), welche sie respektiert und wertschätzend behandelt und am Ende ist sie völlig gehirngewaschen von einem reichen weißen Heterotypen. Mir ist schleierhaft, was genau die Autorin mit dieser Handlung aussagen möchte. Außerdem sind die Charaktere für mich flach geblieben, da wir so gut wie nichts über ihre Hintergrundgeschichte, ihre Hobbies, Interessen, ihren Alltag oder Ähnliches erfahren. Wir begleiten Eve nur von einem verstörenden Treffen mit anfangs noch Olivia und Nathan und später nur noch Nathan. Zwar bekommen wir mit, dass Eve damit struggelt, dass ihre eigentlichen feministischen und politischen Ansichten und Ideale vollkommen konträr zu ihrer vollkommen Unterwerfung in der Beziehung zu Nathan stehen, allerdings werden diese auch am Ende nicht aufgelöst. Vielleicht wollte die Autorin die Komplexität von Sexualität, Macht und patriarchalischen Strukturen aufzeigen, allerdings ist ihr das meiner Meinung nach nicht besonders gut gelungen. Mir haben die verschiedene Perspektiven gefehlt, die den Roman vielschichtiger gemacht hätten und die Message evtl. besser rübergebracht hätten. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht die Zielgruppe für diesen Roman, auch wenn ich nicht weiß, wer genau das sein soll. Der Schreibstil hat mir allerdings sehr gut gefallen.
Ein Buch mit ganz viel Dynamik. Zwischen Machtspielchen und der Moralvorstellungen.
Ein Buch mit ganz viel Dynamik und vor allem geht es um ein gewisses Machtgefüge, die eigene Scham und was ist moralisch in Ordnung? Wusste nicht so ganz was mich erwartet aber irgendwie hat es mich gefesselt und zum Nachdenken gebracht. Es ist so eine einzigartige Dynamik und definitiv nicht für jedermann. Probiert es aus und schaut selbst.
Ein Roman über unsere Vorstellungen von Sex und Sexualität. Was bedeutet Sex für uns? Wie prägt er unser Leben? Und wie finden wir uns selbst in seiner Intimität? Auch wenn das Buch zum Lesen an einigen Stellen frustrierend war, bringt es die Leser*innen auch dazu, die die Grenzen von Zustimmung und Geschlechterrollen in Frage zu stellen. Aus Eves Perspektive geschrieben, besteht der Roman fast ausschließlich aus Gesprächen: Stilistisch spiegelt er den Ansatz cooler, zurückhaltender Millennial-Romane wider, aber der Roman ist mehr als das: Diesen Roman als einen zu beschreiben, der sich mit der Moral von Sex, Verlangen und BDSM-Dynamik beschäftigt, kratzt kaum an der Oberfläche; Er ist vollgepackt mit philosophischen Erforschungen der Folgen eigener Entscheidungen und der Frage, wie es der größte Dienst an der Selbstbestimmung sein kann, von anderen gesehen zu werden - selbst von denen, die uns scheinbar zu ihrem eigenen Vorteil manipulieren. Leider wurde ich am Ende mit einem Gefühl zurückgelassen, als hätte ich etwas verpasst. Ein Buch, das viel über Sex, Geschlechter und Sexualität zu sagen hat, aber wenn man mich dazu fragen würde, könnte ich keine klare Antwort darauf geben. Ich glaube, der Kern des Buches - die Botschaft, die es vermitteln sollte - hat mich weit verfehlt.
Ich glaube, ich hatte noch nie ein so starkes Bedürfnis, ein Buch direkt ein zweites Mal zu lesen. Warum? Wegen Stellen wie diesen: "Ich wusste, dass ich eigentlich etwas anderes wollen sollte." "Ich fühlte mich wie eine neue Frau, die man aus dem schmerzenden Stoff ihres alten Lebens herausgeschnitten hatte." "Wenn das Verstörende uns auserwählt und uns erklärt, in welcher Hinsicht wir von Bedeutung sind, können wir es lieben." Und das Buch ist voll von solchen Sätzen. Was nicht heißt, dass es dadurch auch eine für mich rundum gelungene Story war. Nein, es ist anders. Die Protagonistin Eve hat einfach so unfassbar viele richtig gute Gedankengänge, dass ich diese unbedingt noch einmal ganz in Ruhe lesen möchte - ohne zu sehr von der Story abgelenkt zu sein. Und die lenkte mich mich wirklich sehr ab. Ständig fragte ich mich: "Wo soll das alles hinführen?" Eine Antwort habe ich nicht bekommen. Das Buch erinnert mich darum etwas an "Pulp Fiction". Ich glaube, ich habe den Film viermal gesehen, bis ich alles verstanden hatte. Und das habe ich aber auch gerne getan. Kurzum: Das Buch darf bei mir bleiben und wird mit Sicherheit noch ein zweites Mal von mir gelesen. Übersetzt von Eva Bonné. Vielen Dank @revolutionbabyrevolution und @atlantikverlag für das Rezensionsexemplar. ❤️ #lillianfishman #großegefallen #actsofservice #evabonne #whatiread2022 #booksofinstagram #bookstagram #bücher #lesen #ausgelesen
Uff Freunde der Sonne. Jenseits bekannter Tropes und Standard-Themen der literarischen Fiktion wird man in unregelmäßigen Abständen und garantiert unerwartet immer mal wieder von dem ein oder anderen Buch so kalt erwischt, dass man gar nicht so recht weiß, was man sich da jetzt für eine Meinung bilden soll. So geschehen vor ca. einer Woche, als sich "Große Gefallen" von Lillian Fishman in mein Leben geschlichen hat. First things first: Gelesen habe ich das Ganze innerhalb von zwei Tagen, weil mich das Buch so gefesselt hat. Vergessen wir kurz den kaum existenten Plot und die sich immer wiederholenden S3xszenen: Die Sprache ist so gut, dass sie einen vergessen lässt, dass man gerade liest. Uns das passiert nicht allzu oft, zumindest mir nicht. Aber abgesehen von der Sprache war da eben ALLES ANDERE, was mich verwirrt und fasziniert und ja, am Ende wirklich begeistert hat. Eine komplizierte, er0tisch3 Dreiecksbeziehung, philosophische Gedankengänge zu S3x und Macht und eine kunstvolle Navigation durch die Grauzonen der Einvernehmlichkeit - die eben nicht immer so trennscharf definierbar ist, wie wir es uns manchmal wünschen. Ja, es gibt viele, explizite S3xsz3nen und ja, die sind manchmal schwer zu ertragen. Viel schlimmer aber war für mich das ständige Gaslighting - oder das ständig vermutete Gaslighting, denn auch man selbst als Leser wird bis zum Schluss darüber im Dunkeln gelassen, wer hier über wen Macht ausübt, was davon Kalkül ist und was einvernehmliche Beziehungsdynamiken sind. Ihr seht: Ein Roman so verwirrend wie meine Rezension, der es aber absolut wert ist, gelesen zu werden. Triggerwarnungen natürlich für S3x, V3rg3walt1gung, Gaslighting und toxische Beziehungen.
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Wenn Hingabe zur Herausforderung wird
"Zu große Gefallen" ist ein Buch, das einen definitiv wachrüttelt – eine schallende Ohrfeige in Sachen Ehrlichkeit über sexuelle Macht, Begierde und persönliche Grenzen. Eins vorweg: Fishman verzichtet bewusst auf klassische Dialoge und setzt stattdessen auf erzählerische Direktheit. Worte wie „gefickt und gefickt werden“ treten wiederholt auf, was für einige sperrig wirken mag, für mich aber genau die Distanz und den Kontrast zu den eigentlichen Gefühlen schafft. Man spürt hier zwischen den Zeilen die Spannung zwischen körperlicher Handlung und emotionaler Tiefe. Im Zentrum steht eine Dreiecksbeziehung – zwei Frauen, ein Mann – und die damit verbundenen Macht- und Rollendynamiken. Besonders das Verhältnis zwischen Evie und Nathan ist verstörend ehrlich: Toxische Dynamiken, Grenzüberschreitungen und subtile Manipulationen („Gaslighting“) werden hier klar benannt. Man erlebt hautnah, wie es sich anfühlt, wenn man sich körperlich hingibt, aber emotional gleichzeitig Teile seiner Selbst verliert. Evie verliert durch diese Affäre zeitweise ihre Prinzipien, ihre Klarheit – und wird gezwungen, sich ihrer eigenen Wünsche, Ängste und Grenzen zu stellen. Neben der schonungslosen Darstellung sexueller Macht ist das Buch auch überraschend sensibel, wenn es um die Reflexion über Selbstbestimmung, Sinnlichkeit und Identität geht. Zwischen Verlust, Sehnsucht und Lust schimmert immer wieder eine leise, nachdenkliche Komponente durch. Fishman schafft es, das Sexuelle mit psychologischer Tiefe zu verbinden, ohne in klischeehafte Romantisierung zu verfallen. Das Buch regt einen an , über die eigene Sexualität, eigene Grenzen und das eigene „Sein“ nachzudenken.
Ich habe über 3,5 Monate für dieses 220 Seiten lange Buch gebraucht. Dieses Buch möchte viel sein und die Story möchte eine ganze Menge vermitteln, aber im Endeffekt hat es nichts von dem, was auf dem Klappentext steht erreicht. Die Fragen hinter Sex und was es bedeutet wurden nicht beantwortet. Ist auch nicht die Erwartungshaltung und auch nicht das was so beantwortet werden kann. Dennoch hat dem Buch einiges gefehlt. Vor allem die Rolle von Nathan ist mir von Seite zu Seite mehr auf die Nerven gegangen, weil er so viel problematisches darstellt und vermittelt. Vielleicht bin ich mit einer anspruchsvollen Erwartung rangegangen, habe dem Buch aber trotzdessen versucht im Verlauf eine Chance zu geben, obwohl es mir nicht gefallen hat. Daher zwei Sterne von mir.
Interessant
Dieses Buch hat mir überwiegend gut gefallen. Es gab viele kluge Gedanken, vor allem über Sexualität und die damit einhergehende Machtverhältnisse, die mich zum nachdenken angeregt haben und die ich sehr nachvollziehen konnte und mich gut hineinversetzen konnte, trotz unterschiedlichen Geschlechts und sexuellen Orientierung als die Hauptfigur. Die Sprache ist sehr schön und direkt. Leider gab es auch einige Stellen, die, aus meiner Sicht, wenig Sinn ergaben und die Hauptfigur Eve etwas unglaubwürdig handeln lassen haben. Die Geschichte an sich hat keinen klaren roten Faden und führt irgendwie ins Nichts.
Really torn when it comes to this one
I can’t decide if I really like this or not. I think the blurbs don’t really give you a picture what the book is about and you could probably say this is aber sexual freedom and female lust and women learning to stand up for what they or (and this is what it feels like strongly in the end to me) this is a book about man abusing and manipulating women into doing what they want. I think over these 214 pages eve loses a lot of independence but on the other hand she learns a little that she is more then her body. I still have to think about this can’t give a finale rating
Frustrierend und enttäuschend, liest sich wie eine male fantasy
Der Roman wird aus der Perspektive der 28-jährigen Protagonistin und Barista Eve erzählt, die eigentlich in einer glücklichen stabilen und vertrauensvollen lesbischen Beziehung lebt. Gleich zu Beginn bandelt sie aus Langeweile (?)/sexueller Neugierde mit einem Hetero-Pärchen an (Olivia und Nathan) und stürzt sich in diese Dreieckskonstellation. Der Klappentext des Buches bezeichnet die Handlung als „eine einzigartige Geschichte über Macht, Scham, weibliche Lust und den gefährlichen Grat zwischen Begehren und Beherrschen“. Nahezu der gesamte Roman handelt nur davon, wie Nathan sowohl Eve als auch Olivia manipuliert und ihm gefügig macht, indem er ihnen einredet, dass sie bestimmte (sexuelle) Dinge wollen würden und er dies spüren und damit ihnen einen „Grossen Gefallen“ (vgl. Buchtitel) tun würde. Die ungleiche Machtverteilung, die sich auch in der Dreiecksbeziehung widerspiegelt macht den Roman unglaublich frustrierend zu lesen. Ich habe bis zum Ende darauf gewartet und gerätselt was genau die Message des Buches sein soll, denn sie liest sich wie eine male fantasy und hat so gar nichts empowerendes an sich. Am Anfang ist Eve in einer glücklichen Beziehung mit einer Frau (Romi), welche sie respektiert und wertschätzend behandelt und am Ende ist sie völlig gehirngewaschen von einem reichen weißen Heterotypen. Mir ist schleierhaft, was genau die Autorin mit dieser Handlung aussagen möchte. Außerdem sind die Charaktere für mich flach geblieben, da wir so gut wie nichts über ihre Hintergrundgeschichte, ihre Hobbies, Interessen, ihren Alltag oder Ähnliches erfahren. Wir begleiten Eve nur von einem verstörenden Treffen mit anfangs noch Olivia und Nathan und später nur noch Nathan. Zwar bekommen wir mit, dass Eve damit struggelt, dass ihre eigentlichen feministischen und politischen Ansichten und Ideale vollkommen konträr zu ihrer vollkommen Unterwerfung in der Beziehung zu Nathan stehen, allerdings werden diese auch am Ende nicht aufgelöst. Vielleicht wollte die Autorin die Komplexität von Sexualität, Macht und patriarchalischen Strukturen aufzeigen, allerdings ist ihr das meiner Meinung nach nicht besonders gut gelungen. Mir haben die verschiedene Perspektiven gefehlt, die den Roman vielschichtiger gemacht hätten und die Message evtl. besser rübergebracht hätten. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht die Zielgruppe für diesen Roman, auch wenn ich nicht weiß, wer genau das sein soll. Der Schreibstil hat mir allerdings sehr gut gefallen.
Ein Buch mit ganz viel Dynamik. Zwischen Machtspielchen und der Moralvorstellungen.
Ein Buch mit ganz viel Dynamik und vor allem geht es um ein gewisses Machtgefüge, die eigene Scham und was ist moralisch in Ordnung? Wusste nicht so ganz was mich erwartet aber irgendwie hat es mich gefesselt und zum Nachdenken gebracht. Es ist so eine einzigartige Dynamik und definitiv nicht für jedermann. Probiert es aus und schaut selbst.
Ein Roman über unsere Vorstellungen von Sex und Sexualität. Was bedeutet Sex für uns? Wie prägt er unser Leben? Und wie finden wir uns selbst in seiner Intimität? Auch wenn das Buch zum Lesen an einigen Stellen frustrierend war, bringt es die Leser*innen auch dazu, die die Grenzen von Zustimmung und Geschlechterrollen in Frage zu stellen. Aus Eves Perspektive geschrieben, besteht der Roman fast ausschließlich aus Gesprächen: Stilistisch spiegelt er den Ansatz cooler, zurückhaltender Millennial-Romane wider, aber der Roman ist mehr als das: Diesen Roman als einen zu beschreiben, der sich mit der Moral von Sex, Verlangen und BDSM-Dynamik beschäftigt, kratzt kaum an der Oberfläche; Er ist vollgepackt mit philosophischen Erforschungen der Folgen eigener Entscheidungen und der Frage, wie es der größte Dienst an der Selbstbestimmung sein kann, von anderen gesehen zu werden - selbst von denen, die uns scheinbar zu ihrem eigenen Vorteil manipulieren. Leider wurde ich am Ende mit einem Gefühl zurückgelassen, als hätte ich etwas verpasst. Ein Buch, das viel über Sex, Geschlechter und Sexualität zu sagen hat, aber wenn man mich dazu fragen würde, könnte ich keine klare Antwort darauf geben. Ich glaube, der Kern des Buches - die Botschaft, die es vermitteln sollte - hat mich weit verfehlt.
Ich glaube, ich hatte noch nie ein so starkes Bedürfnis, ein Buch direkt ein zweites Mal zu lesen. Warum? Wegen Stellen wie diesen: "Ich wusste, dass ich eigentlich etwas anderes wollen sollte." "Ich fühlte mich wie eine neue Frau, die man aus dem schmerzenden Stoff ihres alten Lebens herausgeschnitten hatte." "Wenn das Verstörende uns auserwählt und uns erklärt, in welcher Hinsicht wir von Bedeutung sind, können wir es lieben." Und das Buch ist voll von solchen Sätzen. Was nicht heißt, dass es dadurch auch eine für mich rundum gelungene Story war. Nein, es ist anders. Die Protagonistin Eve hat einfach so unfassbar viele richtig gute Gedankengänge, dass ich diese unbedingt noch einmal ganz in Ruhe lesen möchte - ohne zu sehr von der Story abgelenkt zu sein. Und die lenkte mich mich wirklich sehr ab. Ständig fragte ich mich: "Wo soll das alles hinführen?" Eine Antwort habe ich nicht bekommen. Das Buch erinnert mich darum etwas an "Pulp Fiction". Ich glaube, ich habe den Film viermal gesehen, bis ich alles verstanden hatte. Und das habe ich aber auch gerne getan. Kurzum: Das Buch darf bei mir bleiben und wird mit Sicherheit noch ein zweites Mal von mir gelesen. Übersetzt von Eva Bonné. Vielen Dank @revolutionbabyrevolution und @atlantikverlag für das Rezensionsexemplar. ❤️ #lillianfishman #großegefallen #actsofservice #evabonne #whatiread2022 #booksofinstagram #bookstagram #bücher #lesen #ausgelesen
Uff Freunde der Sonne. Jenseits bekannter Tropes und Standard-Themen der literarischen Fiktion wird man in unregelmäßigen Abständen und garantiert unerwartet immer mal wieder von dem ein oder anderen Buch so kalt erwischt, dass man gar nicht so recht weiß, was man sich da jetzt für eine Meinung bilden soll. So geschehen vor ca. einer Woche, als sich "Große Gefallen" von Lillian Fishman in mein Leben geschlichen hat. First things first: Gelesen habe ich das Ganze innerhalb von zwei Tagen, weil mich das Buch so gefesselt hat. Vergessen wir kurz den kaum existenten Plot und die sich immer wiederholenden S3xszenen: Die Sprache ist so gut, dass sie einen vergessen lässt, dass man gerade liest. Uns das passiert nicht allzu oft, zumindest mir nicht. Aber abgesehen von der Sprache war da eben ALLES ANDERE, was mich verwirrt und fasziniert und ja, am Ende wirklich begeistert hat. Eine komplizierte, er0tisch3 Dreiecksbeziehung, philosophische Gedankengänge zu S3x und Macht und eine kunstvolle Navigation durch die Grauzonen der Einvernehmlichkeit - die eben nicht immer so trennscharf definierbar ist, wie wir es uns manchmal wünschen. Ja, es gibt viele, explizite S3xsz3nen und ja, die sind manchmal schwer zu ertragen. Viel schlimmer aber war für mich das ständige Gaslighting - oder das ständig vermutete Gaslighting, denn auch man selbst als Leser wird bis zum Schluss darüber im Dunkeln gelassen, wer hier über wen Macht ausübt, was davon Kalkül ist und was einvernehmliche Beziehungsdynamiken sind. Ihr seht: Ein Roman so verwirrend wie meine Rezension, der es aber absolut wert ist, gelesen zu werden. Triggerwarnungen natürlich für S3x, V3rg3walt1gung, Gaslighting und toxische Beziehungen.




















