Blick ins Buch

Romane

Ohrfeige

3,8(60)
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Über das Buch

Ein Flüchtling betritt die Ausländerbehörde, um ein letztes Mal seine zuständige Sachbearbeiterin aufzusuchen. Er ist wütend und hat nur einen Wunsch: dass ihm endlich jemand zuhört. Als Karim drei Jahre zuvor von der Ladefläche eines Transporters ins Freie springt, glaubt er in Frankreich zu sein. Bis dorthin hat er für seine Flucht aus dem Irak bezahlt. In Wahrheit ist er mitten in der bayerischen Provinz gelandet. – Er kämpft sich durch Formulare und Asylunterkünfte bis er plötzlich seinen Widerruf erhält und abgeschoben werden soll. Jetzt steht er wieder ganz am Anfang. Dieser ebenso abgründige wie warmherzige Roman wirft eine der zentralen Fragen unserer Gegenwart auf: Was bedeutet es für einen Menschen, wenn er weder in der Heimat noch in der Fremde leben darf?

Editionen (5)

ISBN9783446250543
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum01.02.16
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

60 Bewertungen

10 Rezensionen

3,8

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  • mimiinwanderland
    mimiinwanderland

    120 Follower

    2,5

    Das Hörspiel hat mich total verloren

    Ohrfeige von Abbas Khider habe ich als Hörspiel gehört und das war leider nicht meins. An sich fand ich die Geschichte spannend: Ein junger Mann flieht aus dem Irak, will eigentlich nach Frankreich, landet aber in Deutschland und muss sich hier als Geflüchteter zurechtfinden. Ein wichtiges und interessantes Thema. Das Problem war für mich die Umsetzung als Hörspiel (nicht Hörbuch). Mit verschiedenen Sprechern, Musik und ohne klassischen Erzähler fühlte es sich eher wie ein Theaterstück an. Anfangs fand ich das noch cool, aber ich bin schnell rausgekommen und konnte der Handlung irgendwann kaum noch folgen. Am Ende war es dann auch einfach plötzlich vorbei und ich saß da und dachte: Ok.. was genau habe ich jetzt eigentlich gehört? Inhaltlich interessant, aber die Umsetzung hat mich leider nicht abgeholt.

    15. Apr. 2026

  • dinaisy
    dinaisy

    213 Follower

    3,0

    📋📋📋

    Karim flieht aus Irak nach Europa. Er möchte nach Frankreich zu Verwandten, doch wird er von seinem Schlepper in Bayern abgeladen. Und dort angekommen ist das, was Freiheit und Hoffnung versprach, nur noch Bürokratie, Zwangsvergemeinschaftung und ein Leben am Rand der Gesellschaft. Das Ankommen bzw. das Abgestellt werden beschreibt Khider großartig. Und doch fehlte mir etwas, vielleicht Sympathie zu Karim, um das Buch besser zu bewerten.

    2. März 2026

  • _sarina_
    _sarina_

    149 Follower

    4,5

    📚 Inhalt Ein Flüchtling betritt die Ausländerbehörde, um ein letztes Mal seine Sachbearbeiterin aufzusuchen. Karim ist wütend und hat nur einen Wunsch. Er will, dass ihm endlich jemand zuhört. Vor der Jahren sprang der Iraker aus dem Lastwagen eines Schleppers und dachte, er sein in Frankreich. In Wahrheit landete er allerdings in einer bayrischen Provinz. Es vergehen drei Jahre, in denen Karim sich eine neue Lebensgeschichte erfinden muss, in denen er sich durch Formulare, Gelegenheitsjobs und Asylunterkünfte kämpfen muss, fragwürdige Menschen seine Freunde nennt und eine abenteuerliche Liebschaft eingeht. Doch mit der Ablehnung seines Asylantrags steht Karim wieder vor dem Nichts. 📖 Meinung Eine kurzweilige Geschichte, die trotz der Schwere der Thematik mit Leichtigkeit und Witz geschrieben worden ist. Es war sehr spannend, den Protagonisten zu verfolgen und seine Herausforderungen und Schwierigkeiten mitzuerleben. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Probleme alle auf einen zukommen können, wenn man selber (glücklicherweise) nie in der Situation war. Ich finde vor allem auch die Identitätskrise sehr interessant, die auch in der Handlung Platz gefunden hat. Entweder man öffnet sich der neuen, fremden Kultur oder das Gegenteil passiert und eine Radikalisierung findet statt. Ich fände es wichtig, solche Bücher und Geschichten populärer zu machen, damit mehr Verständnis für geflüchtete Menschen aufkommen kann. Ein tolles Buch, das eine klare Leseempfehlung von mir bekommt.

    29. Apr. 2025

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Abbas Khider

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman »Der falsche Inder«, es folgten die Romane »Die Orangen des Präsidenten« (2011) und »Brief in die Auberginenrepublik« (2013). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis, dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Berliner Literaturpreis geehrt. Außerdem war er im Jahre 2017 Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin. Bei Hanser erschienen von ihm »Ohrfeige« (Roman, 2016), »Deutsch für alle« (Das endgültige Lehrbuch, 2019), »Palast der Miserablen« (Roman, 2020), »Der Erinnerungsfälscher« (Roman, 2022) und »Der Sommer der Tauben« (Roman, 2026).

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